Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Liebe Trauergesellschaft, wir haben uns hier versammelt, um von einem streitbaren Zeitgenossen Abschied zu nehmen, der nach langem Kampf von uns gegangen ist. Am Ende war es eine Erlösung für uns alle. Mach's gut, Feminismus. Du hast dich überlebt, schwebst bestimmt oben inzwischen auf einer Wolke, auf einer lila Wolke. Und regnest auf uns herab, und so wie ich dich kenne, bestimmt im Sitzen. Ich übergebe das Wort an einen Vertreter der Wirtschaft. Vor über 100 Jahren kämpften Frauen für ihr Wahlrecht, indem sie sich vor Rennpferde warfen. Heute besitzen sie eigene Kutschen, spezielle Parkplätze und die gesamte rechte Autobahnspur. Kurz, der Feminismus hat sich überholt. Daran haben auch wir, dazu haben auch wir von der Politik unser Schärflein beigetragen. Nicht zuletzt durch unsere 30%-Quote in den Aufsichtsräten. Millionen Frauen haben wieder Hoffnung, einen der begehrten 502 Posten dort zu bekommen. Mehr Feminismus geht einfach nicht. Mehr Quote brauchen wir allerdings auch nicht, denn die Frauen haben sich die Wirtschaft bereits vollkommen selbstständig erobert. Ganz ohne gesetzliche Regelungen nehmen sie nur den Niedriglohnsektor. Über 70% sind fest in weiblicher Hand. Da kann man doch sagen, die Frau ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Schauen Sie sich nur Frauen an wie Carolin Kebekos. Ruhig zweimal, es lohnt sich. Ich glaube, ich bin hier falsch. Nein, nein, Sie sind hier ganz richtig, denn Ihr Auftritt zeigt doch, dass sich Witz und Erotik nicht ausschließen müssen. Ich habe da noch gar nichts gesagt. Köstlich. Ein lieber Feind des Feminismus und seines Zeichens Ressortleiter bei der Welt hat in eben jener Zeitung einen Nachruf verfasst, dessen bewegende, bewegendste Passage ich momentan schon habe. Das Thema Feminismus macht mich sofort willenlos und gleichgültig. Es löst in meinem vegetativen System einen Genreflex aus. Viel schöner hätten das Worte gar nicht ausdrücken können, was uns der Feminismus allen bedeutet hat. Ich möchte es aber trotzdem versuchen, die mächtigste Frau Deutschlands zu sein. Ich möchte es aber trotzdem versuchen, die mächtigste Frau Deutschlands hat eine Vagina. Vielleicht bald auch die amerikanische Präsidentin. Und auch Sie, Frau Kebekos, haben sich ihre bewahrt. Was ich damit sagen will. Ja, jetzt bin ich gespannt. Pussy. Ich meine, Frau Kebekos, Sie dürfen heute auf der Bühne Dinge sagen, die haben Männer vor 100 Jahren nicht mal in den Mund genommen. Sie sind für das Kabarett, was Angela Merkel für die Politik ist. Das nimmst du zurück, du Penner! Köstlich, köstlich. Sehen Sie sich diese Frau an, die braucht doch keine Unterstützung, keine Quote. Ja, das ist doch keine Randgruppe wie Ostdeutsche. Ja, da würde ich jetzt auch gerne was dazu sagen. So, kommen wir zum Ende. Der Feminismus ist tot, hoch lebe die Frau. Wie ich schon sagte, der Feminismus ist tot. Das könnt ihr euch so packen. Der ruft doch jemand. Hallo, aufmachen! Verdammt, das hat schon wieder nicht geklappt. Ich höre nichts, Sie etwa? Nein, ich höre auch nichts, aber ich rieche etwas. Ich glaube, der Leichenschmaus ist eröffnet. Oh ja, wenn wir Zeit haben, vielleicht noch ein bisschen Table-Dance. Und das nächste Mal nehmen wir einen Holzblock. Ja. Ja. Ja. Hallo. Hallo. Hallo. Danke schön. Wo sind Sie hingerannt, die Kasper? Zum Table-Dance. Der Pfaffe tanzt? Das muss ich sehen. Die haben gesagt, du wärst tot. Ach, das probieren die immer wieder. Ach, das passiert dir öfter? Das passiert mir ständig. Die versuchen, mich tot zu quatschen. Hast du mal eine Kippel? Oh, das ist aber nicht gut für die Gesundheit. Was? Entschuldigung, wer ist denn gerade eben wieder aus dem Sarg gehüpft? Nee, sorry, ich habe keine, ich rauche nicht. Und? Was machst du so? Hast du eine Ausbildung? Nee, brauche ich nicht, ich mache Comedy. Ich brauche deinen Feminismus nicht. Ich schaffe das alleine. Klar, wir sprechen uns noch nach dem ersten Kind. Was war das denn jetzt? Hä? Wir sprechen uns nach dem ersten Kind. Hallo? Ganz schön unsensibel, oder? Ich meine, ich werde jetzt 35. Ich kriege doch jetzt noch kein Kind. Ich bin doch nicht bescheuert. Ich mache mir doch nicht mein Leben kaputt. In 10 Jahren vielleicht, aber jetzt? Ich meine, das muss doch auch nicht sein. Es gibt doch jetzt Social Freezing. Na klar, da lasse ich mir einfach auf Kosten von meinem Arbeitgeber Eizellen einfrieren für später. Das nenne ich mal einen guten Schritt in Richtung Gleichberechtigung, oder? Bei den Männern machen doch auch immer die Karriere, die keine Eier mehr haben, oder? Und dann lasse ich mir irgendwann später die befruchteten Eizellen wieder einpflanzen, wenn ich Zeit habe. In 10 Jahren, oder 15, oder noch später. Ich meine, ist doch auch praktisch, wenn ich dann schon in Rente bin, dann spare ich mir direkt auch den Kita-Platz, oder? Gut, okay, so eine späte Schwangerschaft, die ist natürlich auch für den Körper heikel. Das muss man sich gut überlegen. Ich meine, ich habe ja dann nicht 30 Jahre lang gehungert, nur damit ich mir auf den letzten Metern nochmal das Bindegewebe versaue. Hallo? Nee, nee, nee, Leute. Ich habe in diesen Körper investiert. Den verschwende ich doch nicht an eine Schwangerschaft. Und wenn dann mein After-Baby-Buddy in den Promi-Portalen durchfällt, dann bin ich doch geliefert. Dann werde ich doch auch hier nicht mehr eingeladen zu so einer Sendung als Frau. Da ist doch meine Marktlücke weg. Hübsch und lustig am Arsch. Ja, fett und lustig kann jeder, Leute. Aber After-Baby-Buddy, das ist ein Begriff, oder? Das ist mittlerweile eine gängige Bezeichnung für den körperlichen Zustand der Frau nach der Geburt. After-Baby-Buddy, damit man sich besser einordnen kann. Man kann sich da bewerten lassen, den After-Baby-Buddy. Ist das nicht krass, dass es dafür ein Wort gibt? Warum gibt es diesen Begriff? Aber wir kriegen jeden Tag aufs Brot geschmiert, welche Kackstelze wie viele Sekunden nach der Geburt wieder Unterwäsche modelt. Und das kann jeder schaffen. Natürlich! Es gibt mittlerweile sogar Online-Fitness-Kurse, da kann sich jeder anmelden. Jetzt hat wirklich keiner mehr eine Ausrede, Leute. Gut, die sind ein bisschen teuer, aber die machen einen zum Milf. Girls, wer will nicht gerne ein Milf sein? Eine Mom, I like to fuck, hallo! Gut, das macht Druck. Das macht Druck, aber Druck ist gut. Klar, denn nur wenn wir unseren eigenen Körper richtig scheiße finden, nur dann erhöhen wir unsere Kaufkraft für Diät-Shakes und Kosmetik und so. Ist das nicht eine geniale Geschäftsidee, jungen Müttern zu sagen, dass sie zu fett sind? Wie einfach, oder? Und das schlechte Gewissen, das kriegst du gratis dazu. Das wird ja auch noch so unglaublich leicht fallen. Oh mein Gott, ist das alles lässig, gar kein Problem, es ist einfach zu organisieren. Na klar, man kriegt ganz leicht alles unter einen Hut. Die Karriere, die Kinder und den geilen Arsch. Das haut uns Heidi Klum jeden Tag um die Ohren. Natürlich, das müssen wir schaffen. Gut, okay, das ist jetzt eine harte Geschichte. Vielleicht ist mir zu viel Druck. Diese After-Baby-Body-Challenge, da mach ich nicht mit. Gut, beim After-Beer-Body, da wär ich dabei gewesen, Leute. Aber so, nee. Dann nehm ich mir einfach eine Leihmutter, oder? Das schafft auch Arbeitsplätze. Gut, nicht in Deutschland, aber in der Ukraine oder in Indien. Und ganz ehrlich, die sind doch andauernd schwanger da, oder? Das fällt denen doch gar nicht auf. Und dann würde ich die unterstützen, oder? Das ist doch eine Win-Win-Situation, oder? Ich wollt schon immer in die Entwicklungshilfe gehen, Leute. Aber ich hatte nie die Zeit. Wie das ist Ausbeutung, sagen Sie? Nein, nein, das ist sozial. Social Freezing. Hallo? Ich hab ja wohl ein Recht auf ein Kind. Das gehört zu meinem optimal optimierten Leben dazu. Und das lass ich mir von der verkackten Natur nicht kaputt machen. Ich muss meinen Marktwert als Frau halten. Ich muss... Der Marktwert als Frau. Der Marktwert als Frau. Der Marktwert als Frau. Der Marktwert als Frau halten. Der Körper einer Frau, der ist gestaltbar mittlerweile. Und stehen doch alle Möglichkeiten offen. Das muss ich doch nutzen. Ich mach nicht denselben Fehler wie die Generation vor mir. Denselben Fehler wie meine Großmutter. Und werd einfach nur eine alte, faltige, nette Frau. Ich muss fickbar bleiben. Sonst werd ich aussortiert, Leute. Natürlich, wir müssen unsere Fuckability-Spanne verlängern. Von 15 bis 75. Natürlich. Wir müssen von 15 bis 75. Wir müssen fickbar bleiben. Denn sonst haben wir versagt. Vielen Dank. Entschuldigung. Entschuldigung. Ich wollt das jetzt gar nicht so aggressiv sagen. So hart sagen. Das war gar nicht so gemeint. Ich mein, es geht doch jetzt auch heute in der Sendung. Nicht so, wie es heute ist. Nicht so, wie es heute ist. Ich mein, es geht doch jetzt auch heute in der Sendung. Mich darum, Männer und Frauen gegeneinander auszuspielen. Das ist doch Blödsinn. Uns verbindet so viel. Zwischen Menschen geht es doch immer auch um die Liebe. Und die Liebe, die kennt doch keine Äußerlichkeiten. Herzlich willkommen zu Nur die Liebe zählt. Das ist eine weitere Spezialsendung für erotische Kapitananlagen am Heiratsmarkt. Wann lohnt sich der Einstieg? Wann muss ich mich trennen? Unser Schwerpunkt-Thema heute. Junge Dinger, Abendkonjunktur. Ja, Max. Tagesgespräch war natürlich an der Börse der Auftritt von Caroline Kebekus. Wir wollen wissen, wie ihre Performance bei den Anlegern angekommen ist. Wir schalten live an die Börse nach Frankfurt zu unserem Analystling Christoph Sieber. Max, Caroline Kebekus ist hier der klare Tagessieger im Women's Attractiveness Index-Kurs. Vax, ihr Kurs ist dermaßen durch die Decke geschossen. Das ist natürlich auch saisonal bedingt. Denn gerade im Frühjahr neigt der Anleger ja gerne mal zur Kaufeslust. Oder wie wir Börsianer sagen, im Frühjahr blüht der Seidelpast und mir zerreißt dem Beutelfast. Zurück zum Max und Klaus sehen die Anstalt. Analyse. Schauen wir uns mal die Werte von Caroline Kebekus ein bisschen genauer an. Ja, gut, hier auf dieser Grafik ist das vielleicht ein bisschen zu schwer zu erkennen. Vielleicht bringen wir sie mal aus der Horizontalen. Ja, das ist in der Tat ein atemberaubender Kurvenverlauf. Ja, das regt bei den Anlegern sicher eine wilde Kursfantasie aus und löst schon mal den ein oder anderen Investitionsstau. Ja, man sieht, die Investitionen im oberen Drittel haben sich ausgezahlt. Zudem ist sie im unteren Drittel nicht allzu breit aufgestellt. Manche rutscht da ja mal schnell in die Problemzone. Wer sind denn die Verlierer am heutigen Tag? Ja, Max, Verlierer sind natürlich die klassischen Werte. Also weibliche Unternehmen, die schon länger am Markt sind, sprich Frauen über 40. Hier drehen die Scheidungsquoten ins Plus. Die Anleger fliehen scharenweise und ziehen ihr Vermögen aus den alten Anlagen ab. Zu diesem Thema ist jetzt bei mir Frau Lisa Polit. Sie ist Sprecherin des weiblichen Mittelalters, Mittelstandes. Frau Polit, wie will sich der weibliche Mittelstand gegen die jungen Start-up-Unternehmerinnen am Markt behaupten? Nun, wir haben Rücklagen gebildet. Wir weisen eine große Stabilität auf, sowie erotische Kompetenz und hohe intellektuelle Werte. Nun, dies hat die Anleger doch bisher nicht überzeugt. Ist es nicht vielmehr so, dass Sie durch Ihr Festhalten an der eigenen Marktpräsenz einen frischen Trend verschlafen haben? Sie meinen, ich werde älter? Sehen Sie, Mitbewerber wie Joschka Fischer oder Gerhard Schröder gehen einen anderen Weg. Sie werden reifer, weil sie rechtzeitig ihr Portfolio auffrischen. Zu diesem Thema, wo wir gerade dabei sind, Frau Polit, was raten Sie jungen Anlegerinnen, die ihr Kapital in Gerhard Schröder stecken wollen? Kurse in Altenpflege. Vielen Dank dafür. Das war unsere Spezialanstalt. Nur die Liebe zählt. Vielen Dank. Sagen Sie mir, reicht Ihnen das eigentlich? Satirisch darzustellen, dass die Frauen immer noch auf ihr Äußeres reduzieren? Wäre es nicht viel interessanter, sich mal zu fragen, warum Frauen das mit sich machen lassen? Ja genau, warum lassen das Frauen mit sich machen? Es ist einfach rationaler. Die Soziologin Jutta Almendinger hat gesagt, solange der Arbeitsmarkt so ist, wie er ist, ist der Heiratsmarkt für Frauen einfach lukrativer. Aber warum ist das so? Weil es nicht so lustig wäre. Sie als Arbeitgeber. Was haben Sie für die Gleichberechtigung getan, seit Sie diese Anstalt übernommen haben? Wir haben ... Statt Neues aus der Anstalt heißt es jetzt die Anstalt. Das ist doch was. Halt! Das war ein langer Kampf. Moment, wir haben zwei Frauen eingeladen. Zwei Frauen auf einen Markt. Wow, und wollt ihr jetzt einen Preis dafür? Gibt's einen. Welcher sollte das sein? Die beiden Frauen stehen in der Küche und die beiden Männer an der Börse. Wie soll denn dieser Preis heißen? Blöde Klöten? In zehn Sendungen hatten Sie bisher drei Frauen. Wow, da lagen im Vatikan mehr Frauen rum, oder? Das ist doch wohl ein klarer Fall für den Gesetzgeber. Ich fordere ab sofort die 50-%-Quote für die Anstalt. Oh! 50! Entschuldigung. Na, na, na. 50 Prozent. 50 doch auch. 50 Prozent. Das ist doch... Das ist doch Pussiterror. Ich meine, ein Angriff auf unsere unternehmerische Freiheit. Führen Sie doch mal ein kreatives Satireunternehmen unter solch starren Vorgaben. Finden Sie doch mal ein paar weibliche Kabarettisten auf dem Markt. Kabarettistinnen. Ich hab doch schon weiblich gesagt. Was halten Sie denn von der Verordnung, für alle noch mal 2000 Jahre lang die weiblichen Endungen zu benutzen? Ja, wie klingt denn das? Guten Tag, mein Name ist Alfons Niederweier. Ich bin seit 37 Jahren Busfahrerin. Das wäre bescheuert, weil das ist ja ein Mann. Sehen Sie, wir brauchen im Grunde ja auch bei der Anstalt keine Frauen, weil wir sind, und da kann ich ja auch für meine Frau sprechen. Selbst Feministen. Feministinnen. Nein, bei uns herrscht zu Hause zum Beispiel die totale Gleichberechtigung. Ehrlich? Auch bei der Kinderbetreuung? Ja klar. Und wie viele Auftritte als Feminist haben Sie so im Jahr? Knapp 100, das ist jetzt aber nicht... Und mit An- und Abreise wären das ungefähr? Das ist jetzt Erbsenzählerei. Und jetzt haben Sie diese Sendung noch oben draufgepackt, damit Sie einfach von der Arbeit ein bisschen kürzer treten können? Ach, wenn man das so ausdrückt, klingt das natürlich ein bisschen... Sehen Sie, so eine Sendung, die ist doch eine unheimliche Chance. Ja, um endlich mal von zu Hause wegzukommen. Da wird einem doch das Wort im Mund rumgedreht. Sagen Sie doch noch mal was. Also ich lasse meine Frau nicht im Stich. Wenn ich auf Tour bin, dann kümmere ich mich immer um das Kind. Überhaupt keine Frage, also wenn ich nicht auf Tour bin. Nun, Herr Uthoff, Sie sind momentan nicht auf Tour? Jetzt, nee. Und wo ist Ihr Kind? Das wird betreut. Wo? In einer Nachtkrippe. Wow! Und sowas bietet die Stadt München an? Nee, das ist privat. Eine Elternteilinitiative. Das ist doch wahrscheinlich sehr teuer, oder? Nö, ist recht preiswiss, umsonst ist das sogar. Wer macht denn sowas? Eine Vertrauensperson, die ich schon seit Langem kenne, ist meine Frau. Ach so. Und Herr von Wagner, haben Sie auch so eine Nachtkrippe? Nee, so würde ich das Betreuungsangebot nicht nennen. Meine Mutter kann ja auch tagsüber... So, ich glaube wir haben genug gehört. Oh, kriegen wir jetzt den Preis für die Gleichberechtigung? Ja, herzlichen Glückwunsch. Was? Was ist das denn? Das ist der Preis für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Bibifon, schon mal gesehen? Technischer Fortschritt. Ja, schon, aber... Torben! Mein Gott, die Stimme kenne ich unter Tausenden. Das ist meine Tochter. Sie haben Ihre Kinder in ihre Garderobe bringen lassen. Das haben Sie nicht. Prioritäten setzen. Was ist Ihnen wichtiger, Beruf oder Familie? Das darf doch im 21. Jahrhundert kein Gegensatz mehr sein. Wollen Sie sich nicht mal langsam um Ihr Kind kümmern? Entschuldigung, ich habe eine Live-Sendung. Frau Polit, Sie sind doch Mutter. Entschuldigen Sie, ich habe eine Live-Sendung. Ja, aber Sie sind nur... Halt ich für ein Gerücht. Es ist doch alles nur eine Frage des Zeitmanagements. Aber das ist doch gar nicht zu schaffen. Das ist doch ein gesellschaftliches Problem. Ach so? Und jetzt ist die Gesellschaft schuld an Ihren privaten Problem? Das war doch wohl Ihre freie Entscheidung, Vater zu werden. Von einer bewussten Entscheidung kann auch in meiner damaligen Situation überhaupt nicht die Rede gewesen sein. Entschuldigen Sie, aber... Lass, lass, lass. Ich muss es hier auch mal sagen. Stopp. Das Betreuungsangebot bei der Anstalt ist eine Katastrophe. Dass das auch noch niemand gesehen hat. Ja, dass das noch niemand... Da muss ja erst mal ein Mann kommen, dass das auch fällt. Oh ja, oh ja. Die Sendezeit. Fernsehen nach 18 Uhr. Das ist total familienfeindlich. Ich weiß, was wir machen. Wir lösen das partnerschaftlich. Wir bringen die Kleinen jetzt ins Bett. Und für diese Zeit übergeben wir die Sendung in die Hände von jemandem mit Humor, mit Esprit, mit gesellschaftskritischem Bewusstsein. Also kurz einem gleichwertigen Ersatz. Okay, also wenn Sie so fragen... Herr Sieber! Frau Brenzeln, ich bin schon da. Danke schön. Überhaupt kein Thema. Wenn Sie... Wir werden die... Die Kinder bringen wir jetzt. Ja, sind Sie ganz beruhigt. Gehen Sie ruhig in Ihre Babypause. Wunderbar. Sie kennen sich ja aus. Kameras sind da, Fernsehen, Frauen. Also die müssen hier irgendwo sein. Ja, gehen Sie ruhig. Ich kümmere mich um alles. Gehen Sie ruhig, weil ist das normal, dass Kinder dann im Gesicht so blau angelaufen sind? Ja, da heißt es immer. Vielen Dank. Da heißt es immer, die Revolution frisst ihre Kinder dabei. Fressen Kinder doch die Revolution. Rudi Tutschke wäre doch heute nicht mehr denkbar. Der käme doch zu nichts mehr. Der müsste heute Vätermonate nehmen. Der wird am Prenzlauer Berg auf dem Kinderspielplatz sitzen und an seine Kinder Dinkelkekse verfüttern. Das ist die Realität, die wir heute haben. Und dann heißt es immer, wenn die Kinder die Welt betrigieren würden, dann wäre die Welt eine bessere. Entschuldigung, Frau Merkel und Frau von der Leyen, Sie sind doch das beste Beispiel dafür, dass Frauen in Machtposition genauso skrupellos, machtgeil und korrupt sind wie ihre männlichen Kollegen. Ja, so schaut es aus. Und da sind Friede Springer, Liz Mohn und Christine Lagarde vom IWF noch gar nicht mitgerechnet. Sie sind letztendlich ein Anlitz um einem System der Unterwerfung, der Korruption und der Verdummung ein sanfteres Aussehen zu verleihen. Nichts anderes ist das. Dann sollte ich vielleicht auch ein Beispiel an der katholischen Kirche nehmen. Die haben seit vielen tausenden Jahren eine Frauenquote, und zwar 0% in Führungsposition. Frauen haben am Altar nichts verloren, sonst hätte er Herdplatten. Entschuldigung. Deshalb werden Frauen in der katholischen Kirche die Funktion eingesetzt für dieses Gedöns. Kinder, Alte, Pflege und so. Und wenn sie dafür sogar noch untertariflich bezahlt werden, heißt es, der Herr wird das euch entlohnen. Denn der Herr sieht auch die, die im Dunkeln schrubben. Während Frauen Ersche wischen, machen Männer Ersche Karriere. So schaut es am Ende aus. Die Frau von heute hat es nicht einfach. Sie hat sich verloren. Sie kriegt keine Kinder, um Karriere zu machen. Dann studiert sie, kommt ab in den Führungspositionen nicht an. Viele fragen sich, wo ist die Frau geblieben? Sie hat sich verloren. Zwischen Promovieren und Brötchen schmieren. Zwischen Laufbahn und Putzplan. Viele Frauen kämpfen für die Emanzipation. Heimlich lesen sie Fifty Shades of Grey. Sie träumen davon, von einem Gorilla an den Haaren über den Küchenfußboden gezogen zu werden. Aber Leute, lasst uns ehrlich sein und sagen, Karriere, Beruf und Familie lassen sich nicht vereinen. Geld regiert die Welt. Geld frisst die Emanzipation. Und Geld frisst jede Revolution. Das ist das, was uns am Ende ausmacht. Deshalb rufe ich auch dir zu, all die Verkäuferinnen, verzichte auf deine Rechte. Stattdessen kannst du dir ein Penthouse auf dem Malediven leisten. Auch wenn du nicht weißt, was ein Penthouse ist und wie Malediven schmecken. Wir konsumieren, also sind wir. Selbstgemachte Geschenke sind scheiße. Oma will zu Weihnachten ein iPad, auch wenn sie das Tablett nach als Tablett benutzt. Geld heiligt die Mittel. Nehmt sie aus, die Armen und die Dummen, und lasst uns am Ende gemeinsam beten. Lasst uns dankbar sein, dass wir auf der richtigen Seite stehen. Nämlich auf der, der Männer. Lasst uns dankbar sein, dass die Frauen in der 3.Welt für uns T-Shirts nähen und Schuhe kleben. Lasst sie nicht zu uns kommen übers Mittelmeer. Denn wenn Gott gewollt hätte, dass der Afrikaner zu uns kommt, dann hätte er ihn schwimmen gelernt. Ja, bitte. Halten Sie Ihre Ekstase noch kurz zurück. Herr, wie kriegen wir Ihnen einen Dickschädel, dass das hier nicht das gelobte Land ist? Dass der Kuchen nicht für alle reicht, dass wir hier auch im Stau stehen, dass Kitas bestreikt werden und dass das G36 nicht zaubert trifft. Herr, lasst die Emanzipation gewinnen, aber mach auch, dass meine Frau da nicht mitmacht. Halleluja. Ich danke euch. Die Kinder schlafen jetzt. Wir übernehmen jetzt wieder. Kein Problem, es hat sich keiner vermisst. Nicht so laut. Wir sind jetzt wieder voll da. Aber ich hab das hier voll im Griff. Die Arbeitswelt hat sich verändert. Das Kabarett ist nicht mehr das von vorhin. Wir waren doch nur 4 Minuten weg. Aber wisst ihr doch, wie schnelllebig die Zeit ist. Gerade vor einer Minute kam raus, dass Sigmar Gabriel eine Erfindung von Jan Böhmermann ist. Was? Ist das wirklich? Nein, natürlich nicht. Aber da sieht man wieder, dass sie nicht auf der Höhe des Diskurses stehen. Sie haben den Beruf vernachlässigt. Und außerdem, wenn ich das so bemerken darf, auch ihr Äußeres. Das ist aber jetzt ihre Marie-Louise. Nee. Aber sein Torben ist es auch nicht. Rüdiger! Rüdiger! Rüdiger! Wenn mich Leute fragen, brauchen wir den Feminismus eigentlich noch, dann sag ich, kennen Sie den Bechteltest? Kennen Sie den? Da können Sie Kinofilme mit Testen auf Frauen rollen. Den Bechteltest besteht ein Kinofilm, wenn er erstens zwei Frauen drin hat, die einen Namen haben. Diese beiden Frauen miteinander sprechen, und zwar drittens über etwas anderes als über Männer. Ich weiß, was Sie sagen wollen. Das ist ja viel zu hart. Aber Sie wissen, diese Filme hier zum Beispiel nicht. Oh, Klassiker. Ha, den fand ich. Oh, der auch. Oh, der ist ... Der war schön. Oh, der auch. Ja, da ist klar. Oh, der war so süß. Oh, ja, jetzt ist ... Ja, ich glaube ... Oh nein, Star Wars! Nein, die ursprüngliche Trilogie, das tut mir am allermeisten weh. Die Frauen von Jungs sind ja sozialisiert worden damit. Und ich habe mal bei der ursprünglichen Trilogie geschaut, in der gesamten Galaxis gibt es dort nur drei Frauen mit Namen. Selbst wenn man akzeptiert, dass es nur drei Frauen mit Namen in einer Galaxis gibt. Sollte man doch zumindest annehmen, dass die ab und zu miteinander telefonieren. Ja, was soll ... Hey, Prinzessin Lea Monika hier. Ja, noch mal wegen des Todessterns. Ja, immer noch keine Frauentoiletten. Ja, nein. Du bist ja schließlich auch dein Vater. Alter. Alter, da ging es wieder um einen Kerl. Nein, es ist schwierig. Ich weiß. Scheiße. Ich weiß, Feminismus ist schwer zu definieren. Machen wir es vielleicht andersherum. Antifeministen sind sehr einfach zu erkennen. Vor allem im Internet. Wenn sie als junge Feministinnen zum Beispiel so provokante Aussagen treffen wie, ja, sie sind für die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht. Das ist ein Shitstorm. Da kriegen sie erst mal eine Ferndeagnose ihres Sexuallebens plus dazugehörige Therapie. O-Ton, du gehörst mal wieder richtig durchgevögelt. Nach der Aufschrei-Debatte hieß es, oh, Sexismus ist so schwierig zu erkennen. Nee, es ist nicht schwierig. Sexismus ist die Pornografie. Man erkennt es, wenn man es sieht. Danke, lassen Sie es raus. Dass vielen Sexismus im Alltag nicht bewusst ist, heißt übrigens nicht, dass es ihn nicht gibt. Ich weiß, viele sind immer so schockiert oder wehren so ab, wenn man ihnen Zahlen nennt und sagt, über 60% der Frauen in Deutschland wurden schon mal Opfer eines sexistischen Übergriffs. Dann sagen die, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Wissen Sie, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich gesunde Leute Germany's Next Topmodel anschauen. Trotzdem scheint es das Phänomen zu geben. Wissen Sie, was das beste Mittel gegen Sexismus ist? Männer. Nein, weil laut Studien werden die, wenn sie sich gegen Sexismus aussprechen, ernst genommen. Ernster als Frau. Und die gelten dann schnell als hysterisch. Das ist ja so eine Denke, die geht zurück in die Antike. Es ist also vorgesehen, dass die Menschen, die sich gegen Sexismus aussprechen, sich im Körper umherwandern und sich suchend am Gehirn festsaugen. Sie lachen. Noch im frühen 20. Jahrhundert haben Ärzte Frauen behandelt, die angeblich an Hysterie litten, damit sie gesagt haben, sie brauchen einen Orgasmus. Weil das nicht der Fall ist. Das ist nicht der Fall. Das ist nicht der Fall. Das ist nicht der Fall. Das ist nicht der Fall. Das ist nicht der Fall. Die Frauen haben gesagt, sie brauchen einen Orgasmus. Was dann der Arzt ihr dann auch verschafft hat. Das kann nur einer Männerdomäne wie den Ärzten einfallen. Frau Meyers tut mir sehr leid, aber sie sind hysterisch. Das klingt jetzt alles nach ollen Geschichten, aber noch Ende der 80er-Jahre, da hat eine amerikanische Kardiologin sich mal so die Krankenakten durchgesehen von Herzpatientinnen und hat festgestellt, dass bei vielen Frauen Herzinfarkte sind als hysterische Anfälle. Das ist eine super Zeit, die 80er-Jahre als Frau. Hast du einen Herzinfarkt? Der Arzt kommt so, Frau Meyers, reißen wir uns zusammen. Dann lassen Sie sich zweimal am Tag zu den Mahlzeiten richtig durchvögeln. Herzinfarkt ist bei Frauen heute noch in den Industrieländern bei Frauen unter 65 Todesursache Nummer 1. Warum? Weil es zu spät erkannt wird. Die Frauen haben als Männer Überraschung. Nicht den Schmerz im Arm runter, sondern Druckschmerz im Oberbauch. Schlecht sein. Wissen Sie, wer das rausgefunden hat? Die Gendermedizin. Teil jener verteufelten Genderforschung. Wissen Sie, worauf das alles basiert? Auf Feminismus. Ich frage mich, wie kann man heutzutage eigentlich kein Feminist sein? Bravo! Bravo! Das ist doch ... Bravo, Herr von Wagner. Ihre Haltung ganz großartig. Aber Sie sollten ein bisschen mehr aus sich herauskommen. Mehr Bewegung. Machen Sie es einfach noch mal. Ich frage mich, wie man kein Feminist sein kann. Mehr Bewegung. Das ist Ihre Bühne. Nehmen Sie sich. Ganz ehrlich, bei allem Respekt. Aber mir geht es doch eher um den Inhalt. Aber mir doch auch, Herr von Wagner. Schauen Sie, Sie haben mir da fast ein bisschen zu viel Inhalt. Besonders hier so. Es geht doch um die Rollenverteilung. Ja, aber mir doch auch. Ihre Rollen sind da einfach ungünstig verteilt. Können Sie vielleicht auch ein bisschen mehr laufen und weniger sprechen? Mehr Drama, Baby. Ja, klar. Soll ich noch was sagen dabei? Nein, vielleicht überhaupt nicht reden. Das lenkt nur von Ihrer großartigen körperlichen Wirkung ab. Gehen Sie einfach. Gehen Sie! Ich bin so froh, dass endlich was getan wird gegen das Elend im Mittelmeer. Wir sind es uns insgesamt selbst schuldig, dass wir hier mehr tun, hat die Kanzlerin gesagt. Uns sind wir da schuldig, nicht den Flüchtlingen. Es geht um unseren eigenen Anspruch. Und der hängt ja wohl so hoch, dass die Gutmenschen mit ihren Maximalforderungen bequem drunter durchspazieren können. Wir müssen realistisch bleiben. Wo kommt er denn her, der Flüchtling? Aus Syrien zum Beispiel. Und auch da haben wir ja fast zu viel getan. Zuerst den Diktator unterstützt, dann seine Gegner militärisch zu IS aufgepumpt, dann haben die den Nordirak überfallen, dann haben wir Darwaffen hingeliefert. Ja, was sollen wir denn noch tun, um Kriegsverbrechen zu verhindern? Und da sind wir deutschen Experte. Gerade wir haben doch unsere Kriegsverbrecher nach dem Zweiten Weltkrieg derartig erbarrmungslos gejagt und zack. Nach manchmal nicht mal 50, 60 Jahren hatten wir sie aufgespürt und ihrer gerechten Strafe zugeführt. Und dann haben wir sie auf die Bühne gesprungen. Was soll man machen? Einfach alle Flüchtlinge hier reinlassen. So leicht dürfen wir es uns eben einfach nicht machen. Im Lieben und Gut. Da ist man an den Anblick von Elend gewöhnt. Da ist der Deutsche einfach zu sensibel. Gerade der Sachse, selber getrieben von Hunger in seinen Notunterkünften, zerfließt doch fast vor Selbstmittel und Mitleid. Er weiß durch den Soli, dass er sich auf Almosen angewiesen zu sein. Und dann will er auch noch arbeiten, der Asylland. Das versteht der Sachse nicht. Da gerät dann schon mal der eine oder andere Kontaktversuch ein bisschen robust. Da kann das Ausland dann wieder seine Vorurteile gegen Deutsche pflegen. Fürchterlich. Da hat der Steinmeier schon recht. Das gefährdet den Außenhandel. Und gerade unser Handel auf Augenhöhe ist auch unsere wichtigste Maßnahme zur Demokratisierung des Auslands. Und wir haben doch wirklich alles genommen. Ländereien, Bodenschätze, Erdöl, Früchte, Kakao, Kaffee, Sklaven, Frauen, Fische. Alles gegen ganz hübsche Glasperlen und alte Elektrogeräte, aus denen er seine Ressourcen poolen kann. Es geht uns dabei nicht ums Geld. Glauben Sie mir, wir haben genug. Und jetzt fängt auch noch das Navigieren an, der Schwarze. Das kann er gar nicht. Da muss man ihren Schutz nehmen. Vor sich selbst, aber auch vor den Gutmenschen, die da jetzt hinfahren und ihm die Hand reichen wollen. Das Boot ist voll. Da weisen wir seit Jahren drauf hin. Schauen Sie, dann rennt der Schwarze auf die eine Seite vom Boot, dann kentert das. Da hat der Gutmensch eine Mitschuld. Und man muss sich auch klar machen, wen man sich da ins Land holt. Junge Rebellen, die ihre undemokratischen Staatsoberhäupter mit Waffengewalt verjagt haben. Was haben wir denn wirklich hier? Und die NATO funktioniert doch als Feuerwehr im arabischen Raum. Und gut, dass da schon mal ein Feuerwehrmann zündelt, wenn es lange nichts zu löschen gab. Ich bin froh, dass unsere Politiker endlich aufgewacht sind und jetzt erschüttert erkennen, es reicht nicht, die europäischen Grenzen abzuschotten. Man muss die Flüchtlingsboote zerstören. Mit robusten Maßnahmen und mit UN-Mandat natürlich. Obwohl, wenn man das erst mal als richtig erkannt hat, braucht man das UN-Mandat. Wann schickt Frau von der Leyen endlich die Fliegerstaffel? Das sind wir den Flüchtlingen schuldig. Ganz wichtig, wir sagen Flüchtlingsdrama. Schicksal. Von unterlassener Hilfeleistung reden wir nur, um den Gegnern der geplanten Kriegseinsätze endgültig klar zu machen, wie unmenschlich sie sind. Und auch wenn ich meinen Mitleid nicht zur Schau trage, schauen Sie hier das Glitzern in meinen Wimpern. Das könnten Blutdiamanten sein, aber auch Tränen. So langsam bekomme ich Geschmack an der Unterwerfung der anderen. Warum auch nicht? Ich bin weiß, ich bin männlich, ich bin deutsch. Und soweit ich das übersehen kann, bin ich es, der zurzeit den anderen ihre Plätze zuweist. Sitz, Varoufakis! Hol die Reformliste! Hol die Reformliste! Die Finanzminister der EU haben sich in Riga getroffen. Und der griechische Finanzminister hat dort eine Rede gehalten über Ursache, Wirkungen und mögliche Lösungen aus der Krise. Und was haben seine Ministerkollegen aus den anderen Ländern getan? Sie haben sich die Ohren zugehalten. Was bringst du da? Falsche Liste! Ein Wissenschaftsjournalist im Spiegel hat vor kurzem geschrieben, vieles von dem, was Varoufakis sagt, sei völlig richtig. Aber was nützt das jetzt noch? Sie haben die Disziplinarischen Maßnahmen fortgesetzt. Und soweit müssen die Mächtigen dann ihre politischen Avatare und ihre Edelfedern in den Redaktionen bringen, dass die den Opfern ins Gesicht schauen und sagen, langweilig. Was hast du da? Was hast du da im Mund? Aus! Spuckst du die Demokratie aus! Spuck sie aus! Spuck sie aus! Böser Varoufakis! Was wir im Moment in Europa erleben, ist ein Projekt. Eine neoliberale Profitmaximierung. Sie siegt über die Demokratie. Und der diskrete Charme der Bourgeoisie, er ist nicht mehr ganz so diskret, oder? Das kommt dann schon überraschend plump daher. Schauen Sie sich zum Beispiel die drei Typen von der Deutschen Bank an. Tick, Trick und Fack. Die Deutsche Bank hat schon über 2,5 Milliarden für Rechtsstreitig-Karten gezahlt. Und noch eine weitere Milliarde zur Sicherheit zurechtgelegt sind 3,5 Milliarden. Und die drei Herren haben jetzt beschlossen, dass Filialen dichtgemacht werden. Die erhofften Einsparungen 3,5 Milliarden. Gegen dieses saubere Geschäftskonzept ist das organisierte Verbrechen die reinste Schlamperreise. Das ist Solidarität im heutigen Kapitalismus. Die Bankangestellte, sie verliert ihren Job wegen der kriminellen Energie ihrer Chefs. Aber Entsolidarisierung, das funktioniert natürlich auch ganz, ganz prima im Feminismus, nicht wahr? Wenn zum Beispiel eine Weltredakteurin schreibt, dass sie der Feminismus anekelt, dann ist das eine der größten Verbrechen der Welt. Und das ist eine der größten Verbrechen der Welt, dass sie der Feminismus anekelt. Die Autorin Ronja von Rönne hat vor kurzem Folgendes geschrieben. Früher hat sich der Feminismus doch durchgesetzt, weil die Frauen, die mürrisch auf die Straße gingen, selbst betroffen waren. Sie kämpften nicht für eine obskure dritte Instanz, sondern für sich selbst. Mittlerweile ist der Feminismus eine Charity-Aktion für unterprivilegierte Frauen geworden. Und so macht sich eine 23-jährige Weltredakteurin einer Mutter, die wegen Hartz IV einmal in der Woche an einer Tafel in diesem Land um Essen betteln muss, lustig. Und sie wirft hervor, dass sie trotz Erziehungsstress und Minijobs ihren politischen Protest nicht selbst organisiert. Und bei so viel angepasster Borniertheit wird auch dem einen oder anderen männlichen Kollegen in der Redaktion das Höschen feucht geworden sein. Oh ja, überschätzen Sie den Mann nicht. Überschätzen Sie niemals ein Geschlecht, das das Anbringen einer aufgemalten Fliege im Urinal dazu bringen kann, genauer zu zielen. Und wenn dem deutschen Mann die normale Demütigung nicht mehr ausreicht, dann klickt er auf Youporn durch verschiedene Kategorien der Entwürdigung. Herr Uthoff! Herr Uthoff! Herr Sieber, bitte, ich bin mitten in meinem Zolo. Torben spuckt! Was? Oh mein Gott, sagen Sie ihm, das geht nicht. Papa hat eine Livesendung. Aber er spuckt auch live. Oder soll ich Sie ihn aufnehmen? Dann können Sie es nachher in der Mediathek anschauen. Also gut, ich komme. Torben! Ach du schon wieder. Hey, hübsches Kleid für eine Feministin. Komischer Ort für eine erfolgreiche Frau. Hä? Ach so, wegen der Küche. Nee, ich hole mir nur ein Bier. Tschau. Au! Au! Fuck! Ist was? Ich komme irgendwie nicht aus der Küche raus. Aber was? Hä? Aber hier muss doch irgendwo ein Ausgang sein. Spare dir die Kraft. Die meisten Frauen landen irgendwann in der Küche. Das ist politisch so gewollt. Ich brauch deinen Feminismus nicht. Ich komme allein klar. Vielleicht ist es auch wirklich die weibliche Natur. Wir haben doch so einen beschissenen Orientierungssinn. Wir nehmen mal Kurs auf den Arbeitsmarkt und dann landen wir todsicher hier. Nein! Quatsch, ey. Quatsch, Frauen können alles schaffen. Genau, und abends noch die Küche. Nein, Mann. Ich lande nicht in der Küche. Mein Mann ist anders. Habt ihr Kinder? Nee. Er sagt, es passt gerade nicht. Wenn ihr Kinder habt, sagt er das auch. Das ist doch Bullshit. Das ist Statistik. In 80% aller Haushalte, in denen Kinder sind, findet man sehr schnell zurück zur traditionellen Rollenverteilung und Arbeitsteilung. Nein, mein Mann würde ja sich gerne am Haushalt beteiligen, aber er kommt so selten dazu. Das nennt man verbale Aufgeschlossenheit bei gleichzeitiger Verhaltensstarre. Aber es ändert sich doch viel. Stimmt. Die jungen Männer sind verbal gar nicht mehr aufgeschlossen. Männer, die jünger sind als 19, da sind wir noch 13% für eine etwas gerechtigere Arbeitsaufteilung in der Familie. Was? Keine Haare am Sack, aber schon einen auf dicke Hose machen? Aha, und wenn ich aber nicht alles für die Familie opfere, dann bin ich ne Rabenmutter. Raben übrigens, also die Vögel, die bleiben ihr Leben lang zusammen und ziehen den Nachwuchs gleichberechtigt auf. Also, wieso haben die Raben dann so einen schlechten Ruf? Martin Luther, der hat das falsch beobachtet. Ach, fuck. Weil ein Mann ein scheiß Ornithologe war, hab ich jetzt Schiss, da vorne Rabenmutter zu sein? Der hatte einfach keine Ahnung von Vögeln. Geile Party, Jungs, oder? Ja, ja. Oh, fuck. Sie machen das, die Kerle, nur. Das kann ich Ihnen erklären. Vielen Dank. Von den Vögeln. Ja, ja. Ja, ja. Das kann ich Ihnen erklären. Vielen Dank, meine Damen. Vielen Dank, Professor. Professor von Wagner vom Fraunhofer Institut, wenn Sie mir in mein Labor folgen wollen. So, wir kommen dann hier an der Stelle. Entschuldigung, wie ungallant von mir. Bitte schön. Danke. So. Sie sehen hier in unserem Labor im Fraunhofer Institut simulieren wir den typischen Lebenslauf von Mann und Frau. Und schauen uns dann mal an, wie sich Ihre Einkommen im Laufe des Lebens zu entwickeln. Frau Dr. Polit, hier. Sie können das anhand dieser Grafik nachvollziehen, unser Experiment. Frau Dr. Polit, wenn ich Sie bitten darf, wir starten am ersten Arbeitstag der beruflichen Laufbahn. Wieso macht Sie denn schon wieder Karriere? Nur weil Sie bessere Schulnoten hatten, oder was? Und die Jungs fallen hinten runter. All die Privilegien, die ich jahrelang mühsam geerbt habe, die sind für meinen Sohn Torben gar nicht mehr nötig. Und das alles nur wegen diesen, diesen, diesen... Frauen? Ja, so heißen die. Keine Sorge, der Staat lässt die Privilegierten nicht allein. Wissen Sie was, wir nehmen mal einen typischen Mann. Ach. So. So. Und den schicken wir jetzt ins Rennen mit der Frau. Frau Dr. Polit, wenn ich Sie bitten darf. Auf die Plätze, fertig. Hey, das war ein Fehlstart. Nein, das ist ganz normaler Alltag. Los. So, sehr schön. Was wir hier sehen, das ist der Gender Pay Gap. Also, Männer verdienen im Schnitt 8% mehr als Frauen. Jaja, weil Frauen beruflich immer irgendwas mit Menschen tun, wollen noch nicht mit Geld. Nein, nein, das ist der Unterschied im selben Beruf, bei gleicher Qualifikation. Männliche Physiker zum Beispiel verdienen etwa 24% mehr als weibliche Physiker. Was, bei der Physik? Woran liegt das? An der Schwerkraft, dem natürlichen Feind, der Frau. Was ist denn jetzt? Ich glaube, sie hat geheiratet. Ja, aber das ist doch ein Tag der Freude, nicht wahr? Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Ja, und eine neue Steuerklasse. Ha? Sagen Sie mal. Sagen Sie mal, der ... Ja. Der Abstand ... Der Abstand wächst aber rasant. Woran liegt denn das? Am Ehrgattensplitting. Ja, also durch das Ehrgattensplitting zahlt der Hauptverdiener weniger Steuern. Und der Hauptverdiener ist dank des Gender Pay Gaps natürlich ... Der Mann. Ja, genau. Und der Ehepartner mit der geringeren Einkommen ... Die Frau. Die muss mehr Steuern zahlen als der Hauptverdiener. Ist das nicht ungerecht? Nein, das ist Liebe. Und so bleiben viele verheiratete Frauen am Ende. Ganz daheim lohnt es sich ja nicht mehr zu arbeiten, nicht? Und das ist ja auch der Zweck dieses Gesetzes gewesen, als es die Nazis zuletzt eingeführt haben. Scheißgleit. Kann ich irgendwie helfen? Nein, nein. Den schnapp ich mir. Ich will ein Kind von ihr! Toll, diese Leidenschaft. Was war das? Sie hat ein Kind von ihm. Dann sagen Sie mal ... Ja, aber ... Wo ist sie? Wo ist sie denn? Wo ist sie denn? Sie widmet sich nun sehr lange Zeit der Aufzucht ihres Kindes. Entschuldigung, ihrer zwei Kinder. Die Mama ist doch da. Hier kann man sehr schön sehen, wie sie jetzt kürzer tritt beruflich und sich nur noch um den Haushalt kümmert. Na ja. Was macht er? Oh! Macht ja nichts, der Mann verdient ja gut. Oh! Der Ex-Mann. Er hat sich für ein Kind von Ihnen gebeten. Oh! Er hat sich für ein Kind von Ihnen gebeten. Oh! Der Ex-Mann. Er hat sich für ein jüngeres Modell entschieden. Ach so, warum? Das Alte war doch noch ganz in Ordnung? Ja, aber der Mann startet eben jetzt nochmal richtig durch. Ah, okay. Sagen Sie, warum sucht sie sich denn keinen neuen? Sehr lustig. Oh! Was war das denn? Sie hat schon wieder gejammert, aber das liegt nur daran an der Unterhaltsfrage. Sie kriegt doch Unterhalt von ihrem hart arbeitenden Geld des Mannes. Ja, aber Geld fließt nur, bis die Kinder drei Jahre alt sind. Dann gibt es für die Frau in der Regel nichts mehr. Ach so. Moment mal, aber er muss doch für die Kinder weiterblechen, oder nicht? Ja, aber bei jedem zweiten Kind, da drückt sich der Mann vor dem Unterhalt. Ach so. Na ja, dann soll sie an Arbeit gehen. Hat doch lange genug Pause gemacht. Da steht, nur 13% der Frauen schaffen nach Familienphase den Wiedereinstieg ihren alten Beruf. Ja, sehen Sie, sie muss eben jetzt nehmen, was übrig bleibt im Niedriglohnsektor. Ja, vielleicht sogar einen Minijob. Ihre Bestellung, bitte. Ein Heavy Meal nehme ich. Tucko! Kann mir jetzt vielleicht doch jemand helfen, bitte? Ich bin alleinerziehende Mutter. Wo ist denn dieser scheiß Feminismus, wenn man ihn mal braucht? Na ja, ganz so schlimm ist es nicht. Sehen Sie, man plant ja etwas der Freibetrag für Alleinerziehende. Gucken Sie, soll jetzt erhöht werden. Also das macht in der Regelsummersummarung so 150 Euro Steuernachlass für Alleinerziehende im Jahr. Imposant. Sagen Sie mal, wie hoch war noch der Steuernachlass bei dem E-Garten-Splitting? Das war bis zu 15.000 Euro für gutverdienende Männer. Ja. Was ist denn jetzt schon? Was jammert Sie denn schon wieder? Ja, die Kinder sind aus dem Haus. Was? Typisch Frau, heult den Kleinen hinterher. Nein, nein, sie hat gerade erfahren, dass sie jetzt die Angehörigen pflegen muss. Ach so. Oder glauben Sie, der Mann macht das. Und wo ist sie jetzt? Ja, sie bleibt auf der Strecke. So eine Pflege, die kann schon etwas dauern, wenn Sie ihren Beruf aufnehmen. Übernimm dich nicht, Schatz. Was? Was hat er gesagt? Er hat gesagt, übernimm dich nicht, Schatz. Alter, das ist deine Mutter, Mann. Das ist deine Mutter. Was ist das denn jetzt? Herzinfarkt oder Burnout. Burnout, aber sie hat doch gar nicht gearbeitet. Oh, wir haben einen Sieger. Kommt jetzt zur Siegerehrung. Und hier der Lohn für Ihre lebenslangen Bemühungen. Ihr Rentenbescheid. Bitte schön. Yes, Strike. Was? 600 Euro? Wollt ihr mich verarschen? Aber 40% der Frauen in Ihrem Alter kriegen noch viel weniger. Aber das reicht ja nicht mal zum Sterben. Tja, sehen Sie, für eine gute Rente, da hätten Sie in Deutschland eben pausenlos arbeiten müssen. Ja, wie ein Mann. Ja, richtig, aber Sie haben ja eben ständig pausiert. Stimmt, ich habe ja nie richtig gearbeitet. Ja, sehen Sie, weil das bei uns nicht ausgeglichen wird, da haben wir bei der Rente den größten Unterschied zwischen Mann und Frau aller Industrienationen. Um genau zu sein, 44,8%. Ist es nicht interessant? Schatz. Du hättest vorsorgen müssen. Hä? Du hättest vorsorgen müssen. Ja, aber wovon denn? Ich hatte doch nichts. Ja, aber gerade wenn man nichts hat, muss man doch vorsorgen. Du Dummerchen. Mensch, aber ich bin noch bei dir, Schatz. Ich habe noch was für dich. Die Enkel. Sie brauchen dich. Ja, jetzt wäre so ein bisschen Feminismus doch gar nicht so schlecht gewesen. Aber leider ist der Feminismus, wie die Welt ja so schön geschrieben hat, total zum Ruhm. Hach. Applaus. Das war die Anstalt. Heute mit unseren Gästen Carmel Telekos, Lisa Kohles und Christoph Sieber. Macht es gut, bis nächsten Monat. Schickt sie. Schickt sie. Sie haben uns das beste Mal an die Welt. Dann beißen sie mit ihrer Anstalt. Vielen Dank. Musik. Vielen Dank, danke. Applaus.