... die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Applaus In Vielfalt geeint, wenn der Euro scheitert, scheitert Europa. Seit 70 Jahren Frieden, Grand Hotel Europa. Mit welchem Zimmer spreche ich? Griechenland. Was? Sie sagen, bei Ihnen kommt kein Wasser mehr aus dem Hahn? Moment. Ja, das ist korrekt. Das haben wir abgestellt. Ja, Sie haben Ihre Monatsration verbraucht. Ich sage das nicht, weil ich Deutscher bin. Das ist nun mal die gemeinsame Hausordnung. Pasche? Pasche! Ja, Chef. Pasche, gehen Sie sofort auf Zimmer 4 zu den Griechen und verplompten Sie die Minibar. Ja, Chef. Und ein bisschen Tempo. Wenn ich jemanden gewollte, der während der Arbeit siesta macht, dann hätte ich in Spanien eingestellt. Oh shit, die Nervensäge. Ah, hello Great Britain. Hi. Was wäre unser Haus ohne Sie? Was kann ich für Sie tun? Vielleicht eine kleine Extrawurst? I want to check out. Ich möchte auschecken. Das geht nicht, bitte nicht. Wir können ohne Sie nicht leben. Sorry, ich will nur auschecken. Also gut, wir können auch sehr gut ohne Sie leben. Wollen Sie sich das nicht mal überlegen? Die Familie hat entschieden. Sie haben abstimmen lassen? Aber Sie hatten fantastische Rabatte. Der Großvater will raus, der Zimmerservice ist ihm einfach zu... Teuer? Polnisch. Aber denken Sie doch an die Kinder. Wir haben die Kinder doch gefragt. Leave or remain. Und was haben Sie gesagt? Pokémon Go. Also gut, aber das wird teuer, das sage ich Ihnen. Und übrigens, der Ausgang ist da lang. Das weiß ich, aber wir müssen noch packen. Ach, und wie lange wird das dauern? Ach, zwei Jahre. Verdammt. Ich hasse Late Checkouts. Was machen Sie hier eigentlich die ganze Zeit? Hotels Ihrer Preisklasse sind zwei Straßen weiter. Ich habe ein Recht, hier zu sein. Ich bin Bürger. EU-Bürger. Sie sind verdammt der Eigentümer. Herr Bürger, schön Sie mal zu sehen. Was führt Sie zu uns? Na ja, man liest so einiges in letzter Zeit über dieses Etablissement. Nur Gutes, hoffe ich. Nein, habe ich gedacht, schaue ich mir mein Haus mal an. Jetzt, das ist gerade ganz schlecht. Wieso, läuft was schief? Nein, nein, wir haben alles unter Kontrolle. Es sah so aus, als hätten Sie gerade einen Stammkunden verloren. Ach, das Zimmer, das kriegen wir in null Komma nichts wieder vermietet. Ach, die rennen uns ja die Bude ein. Chef! Ihr Assistant Security, was gibt's? Wenn es da Probleme gibt, ich hätte da drei Millionen Flüchtlinge, die total scharf auf dem Zimmer sind. Ich könnte die jeden Moment hier... Das sind die falschen. Chevi Kolo, die Türkei und wir haben einen Deal. Ja, aber das Geld ist alle. Und jetzt haben Sie die Wahl. Drei Milliarden noch mal hier rein. Oder drei Millionen hier rein. Die Türkei macht Security fürs Grand Hotel Europa? Ja, warum nicht? Haben Sie was gegen Ausländer? Nein. Apropos, wie sieht's denn aus mit meinem Zimmer? Da haben Sie was falsch verstanden. Wir sind total ausgebucht. Hier steht's, Sie haben Aussicht auf ein Zimmer. Und zwar von da drüben. Jetzt, das Geld ist schon unterwegs. Machen Sie mal Ihre Arbeit oder worauf warten Sie noch? Ein Visum. Türkischer Humor, was? Nein. Wenn wir am Mitte Oktober kein Visum bekommen, dann sagen wir, freie Fahrt für freie Syrer. Der will uns auf den Arm nehmen. Haben Sie Armenien gesagt? Nein. Er hat nicht Völkermord gesagt. Hab ich doch. Schauen Sie, Deal bleibt Deal. Machen Sie einfach Ihren Job. Tun Sie alles, was nötig ist. Alles. Halten Sie die EU-Werte hoch. Aber eben nur so hoch, dass keiner unten durchpasst. Danke. In Vielfalt geeint. Der Euro scheitert, scheitert Europa. Seit 70 Jahren Frieden, Grand Hotel Europa. Natürlich gibt es bei uns keinen Room Service. Schauen Sie, wenn wir bei Ihnen aufräumen, wenn Sie wissen, dass wir bei Ihnen aufräumen, dann ist ganz schnell Schluss mit der Haushaltsdisziplin. Ja, und das gilt auch für Portugal. Oh mein Gott. Spanien. Unser Sensor zeigt an, dass Sie was aus der Mini-Bar genommen haben. Legen Sie das Bier sofort wieder zurück. Sie können sich das nicht leisten. Klar? Chef. Was denn? Zimmer 13 und 14 überlegen jetzt auch, ob Sie gehen sollen. Sagen Sie Ihnen, wenn Sie nicht aufhören, vom Austritt zu sprechen, dann schmeißen wir Sie raus. Ihnen ist schon klar, dass Gästezufriedenheit nicht bedeutet, dass Sie zufrieden mit den Gästen sind. Wann haben Sie das letzte Mal eine Umfrage gemacht zur Zufriedenheit der Gäste in diesem Haus? Da brauche ich doch keine Umfragen. Page, Page. Ja, Chef. Jetzt erzählen Sie doch mal dem Bürger, wie anziehend das Grand Hotel Europa für die Jugend Europas heute noch ist. Ja, also ich bin Spanier. Ich weiß, es sieht nicht so aus, aber das tut jetzt nicht zur Sache. Ich bin gelernter Wirtschaftsinformatiker und da es in meiner Heimat Spanien für junge Leute wie mich keine Jobs mehr gibt, muss ich eben hierher kommen und reichen Leuten, die Sachen hinterher tragen. Ole. Das ist Europa. Das ist die EU. Da wächst eine flexible Generation heran, bereit, Grenzen zu überwinden, um neue Erfahrungen zu machen. Und jetzt bringen Sie endlich den Müller raus. Menom, das ist meine letzte Bestellung aus Paris. Ah, Marianne. Was immer es ist, du zahlst es selbst. Mon Dieu, 50 Jahre verheiratet und immer noch keine gemeinsame Konto. Äh, hör mal, Marianne, wir haben einen neuen Gast. Irgendwann. Egal wie viertel Licht ein Flucht gewesen sein mag, bei mir schläft er nicht. Es ist ein EU-Bürger. Ah, boah. Ich habe so ein bedauernswertes Exemplar aus der Nähe noch nie gesehen. Sie sind also die Frau vom Chef? Nein. Sie sind keine Frau? Er ist nicht der Chef. Eigentlich. Ja, ach so, Marianne hat natürlich völlig recht. Ich bin ja gar nicht der Direktor. Sehen Sie, die EU, das ist ja eine Solidargemeinschaft. Es war ein gemeinsames Projekt aller Länder. Er macht uns fertig. Er macht uns fertig. Nach dem Krieg hätten wir Kartoffelacker aus ihm machen können und er macht uns fertig. Wo war ich? Ach so, ich bin eigentlich nur ein Gleicher unter Gleich. Ja, das sieht man. Hier wird Deutsch gesprochen. Ist das ein Ausrufezeichen? Nein, das ist ein Punkt. Der Rest ist Schmutz. Wollen Sie nicht rangehen? Nein, ich muss nicht immer rangehen. Kann doch mal jemand anders die Anweisungen erteilen. Marianne? Hier ist doch Robbe die ganze Zeit in beliebige Vielfältigkeit gescheitert. Robbe, hallo? Sie wollen den Chef sprechen. Na, dann gehen Sie doch ran. Was, ich? Ja, in der EU ist ja der Bürger der Chef. Stimmt. Hallo? Ja, der Chef persönlich. Das ist ja fürchterlich. Selbstverständlich bekommen Sie Wasser, so viel Sie brauchen. Rufen Sie einfach... Sind Sie wahnsinnig? Aber das griechische Zimmer hat angerufen und gesagt, Sie haben über 50.000 neue Gäste auf dem Zimmer. Die brauchen Wasser und Verpflegung. Na und, was kann ich dafür? Ja, aber Sie haben denen den Hahn abgedreht. Es geht um die Disziplin hier im Haus. Sie spielen sich auf wie ein Chef, zu dem sie keiner gemacht hat. Ich dachte, wir sind eine Solidargemeinschaft. Da kann es uns doch nicht egal sein, wie es den anderen Leuten in den Zimmern geht. Natürlich gibt es hier Solidarität, wenn ich das sage. Bitte schön. Dzień dobry. Ja, hören Sie mal, die Griechen haben sich da leichtfertigerweise mit Flüchtlingen eingedeckt. Und da dachte ich, wir könnten die vielleicht gemeinsam im Haus... hallo? Die Ungarn. Gib mir die Ungarn. Hallo, Viktor. Hör mal, Viktor, du weißt doch, was für eine unglaubliche kulturelle Bereicherung neue Menschen sein können. Und hallo? Die Tschechen. Hallo, den tschechischen Ministerpräsidenten bitte. Ja, ich habe eine Lösung für sein Demografie-Problem. Hallo? Hallo. Und, was haben Sie gesagt? Überwiegend hallo. Solidargemeinschaft, ha? Mir scheint, das Einzige, was wir hier noch gemeinsam haben, sind Ihre absurden Regeln. Frau Roscheri, wo ist die europäische Solidarität, wenn du sie mal brauchst? Marianne, wolltest du nicht dein Zimmer aufräumen? Entschuldigung, ich mache das nicht will, ich bin eine souveräne Frau. Na sicher, sicher. Machst du es gleich? Ja, weil ich es gerade will. Was ist denn? Ich bräuchte noch mal den Fleckenentferner. Ach so, haben wir schon wieder braune Flecken. Ich fürchte, das wird nicht reichen. Wieso? Wie groß ist der Fleck denn? Mecklenburg-Vorpommern. Wir hätten da niemals die Wand durchbrechen dürfen. Was sind europäische Werte? Ich glaube, es ist alles widersprüchlich. In Europa haben wir zwei konkurrierende Wertesysteme. Zum einen den Kapitalismus, zum anderen den Humanismus. Im Schnitt sind wir Europäer humanistische Kapitalisten. Was bedeutet humanistischer Kapitalismus? Es bedeutet, wir beuten andere aus, fühlen uns aber schlecht dabei. In der Grenzpolitik bedeutet das, wir erschießen keine Menschen an den Außengrenzen, weil das unmenschlich ist. Nein, wir lassen sie ertrinken. Wir glauben, dass Mord schlecht ist. Töten durch unterlassene Hilfe, Leistung aber gut. Zu viel. Zu hart. Jetzt ist die Haltung der AfD, Menschen an den Grenzen nicht nur passiv ertrinken zu lassen, wie das bereits seit Jahren gute europäische Tradition ist, sondern sie auch aktiv zu erschießen. Das ist dann wiederum das Spannungsfeld, in dem AfD-Anhänger sich befinden. Einerseits sind sie arm dran, andererseits aber schlechte Menschen. Das, was ich an den Rechten so tragisch finde, ist, dass ihre Wut ja angebracht ist. Das Gefühl der Rechten ist richtig. Die Analyse ist nur richtig. Rechte Logik geht in etwa so. Oh, mir geht es nicht so gut. Woran könnte das denn liegen? Ah, vermutlich an denen, die gerade erst kommen. Die Wünsche sind ja ganz klar. Wünsche ist, dass wir die Rechte anstehen. Das ist die gleiche Frage, Auf der einen Seite steht die berechtigte Wut über ein ungerechtes System. Auf der anderen Seite steht Rassismus. Die AfD vermischt einfach beides und fertig ist die gefährliche Ideologie. Statt das eine Problem zu lösen, konstruiert die AfD einfach ein anderes. Das ist brillant. Die AfD spielt die ganze Zeit das gleiche Spiel. Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist die Islamisierung des Abendlandes. Die AfD sagt, der Islam ist schuld an allem. Als aufgeklärter Mensch weiß ich, dass der Islam nicht schuld ist an allem, sondern die katholische Kirche. Es wäre so schön, sich solche einfachen Wahrheiten einmal glauben zu können. Aber der Aufklärer guckt sich die Fakten an und baut dann die Geschichte. Der Fanatiker hingegen denkt sich erst die Geschichte aus und passt dann alle Fakten der Geschichte an. Das ist umgekehrtes Vorgehen. Alles, was dann noch an Widerspruch üblich bleibt, ist Beleg für die Manipulationsmacht des Gegners. Das ist einfach in sich geschlossen. Dabei gibt es für die Angst ja eigentlich gar keine Belege. Wenn wir jetzt als ganz extremes Beispiel den islamistischen Terrorismus angucken, dann müssen wir nur mal einen Blick in Mordstatistiken werfen, um herauszufinden, dass die meisten Menschen gar nicht von Terroristen umgebracht werden, sondern von ihren eigenen Bekannten. Der Aufklärer sagt, hab keine Angst vor Fremden, hab lieber Angst vor deiner eigenen Familie. Ein Drittel aller Morde sind sogar Beziehungstaten. Einer der wenigen Vorteile am Single-Dasein. Das ist ja fürchterlich. Eine nach der anderen. Das ist ja fürchterlich. Das ist ja fürchterlich. Das ist ja fürchterlich. Eine nach der anderen. Das ist furchtbar. Herr Direktor, haben Sie sich mal die Bewertungen für unser Haus auf Tripadvisor angeschaut? Ach Gott, was interessiert mich diese anonymisierte Volksmeinung. Wir sind ein 12-Sterne-Hotel. Friedenshotelpreisträger. Aber die meisten Nutzer beschweren sich, dass unser Haus nicht mit den demokratischen Anforderungen entspricht. Diese Leute sind doch gar nicht in der Lage, ein so komplexes Haus wie unseres zu verstehen. Aber sie sollen drin wohnen. Wie soll denn das gehen? Vielleicht können Sie es mir erklären. Wir haben doch dahinten den Grundriss von unserem Hotel. Ja, was suchen Sie denn? Na, die Demokratie. Demokratie? Was heißt schon Demokratie? Na, das Regieren des Volkes durch das Volk für das Volk. Dreimal Volke in einem Satz? Frauke Petry? Abraham Lincoln. Na gut, ich kenne jetzt auch nicht jeden AfD-Vorsitzenden. Ich vermisse hier keine Demokratie. Gut, dann muss ja auf diesem Organigramm der EU irgendwo der EU-Bürger aufscheinen. Der ist da unten. Und wo wird EU-Politik gemacht? Da oben. Und wie kann der EU-Bürger seinen demokratischen Einfluss von da unten noch dort oben lenken? Na, so. Geht das ein bisschen genauer? Also zum Beispiel im Ministerrat, im Rat der Europäischen Union, da treffen sich die Fachminister der Regierungen, also Dobrindt und Kollegen, und die entscheiden da über Gesetze. Moment mal, der Bürger wählt sich doch seinen Gesetzgeber selber. Mir ist gar nicht mehr im Gedächtnis, wann ich diesen Rat gewählt haben soll. Ja, nicht direkt. Schauen Sie. Sie wählen Abgeordnete für den Deutschen Bundestag. Diese Abgeordneten wählen die Kanzlerin. Die Kanzlerin bestimmt ihre Minister. Diese Minister gehen dann nach Brüssel, treffen sich im Ministerrat, und dort entscheiden sie über Gesetze. Da ist er doch, ihr Einfluss. Moment. Fragt sich nur, ob sich der Dobrindt nach dem langen Weg noch an meinen Einfluss erinnern kann. Ich meine, der macht da schon zu Hause nicht, was ich will. Was macht der erst, wenn er auf Dienstreise ist? Aber gut. Da will ich das richtig verstehen. Also, das da. Der Rat macht Gesetze. Nein, der macht keine Gesetze. Der entscheidet über Gesetze. Und zwar über die, die die Kommission vorschlägt. Ah, Moment. Die Kommission. Wie habe ich die noch mal gewählt? Eigentlich gar nicht. Moment, aber sie schlägt Gesetze vor, die für mich sehr wichtig sind. Die brauchen doch ganz dringend meinen Einfluss. Nein, den können die eigentlich gar nicht brauchen. Sie auch immer mit ihrem Einfluss. Mir scheint, sie sind gerade zum Machtbesitz. Schauen Sie, es ist doch ganz einfach. Sie wählen den Bundestag. Der wählt die Regierungschef. Der Regierungschef bestimmt Minister. Diese Minister gehen dann in den Ministerrat. Und dort wählen Sie ... Dort wählen diese Minister die EU-Kommission. Das sind EU-Regierungsbeamte, die dann dem EU-Parlament vorgeschlagen werden. Exakt jenem Parlament, das Sie gewählt haben. Moment mal. Mein Parlament darf über vorgeschlagene Beamte abstimmen. Was ist das? Betreutes Wählen? Nein. Spüren Sie Ihren Einfluss? Das ist kein Einfluss, das ist ein Bach. Ich kann den Rat nicht anständig wählen, ich kann die Kommission nicht anständig kontrollieren. Dafür darf ich wenigstens meine eigenen Gesetze nicht machen. Ihr EU-Parlament darf doch die EU-Kommission jederzeit bitten, ein Gesetz zu machen. Oh, wie großzügig. Auch der eigentliche Gesetzgeber darf die eigenen Beamten bitten. Um den Gnadenakt eines Gesetzesentwurfes. Wenn er sich nur ganz tief gebückt hat, dann bekommt er auch einen. Völlig übertrieben. Natürlich nur, wenn die Kommission Lust hat. Lassen Sie mich raten, hat sie nicht oft. Ihr EU-Parlament darf ja Änderungen an den Gesetzen vorschlagen. Okay. Wenn Rat und Kommission zustimmen. Und wenn nicht? Dann gibt es halt kein Gesetz. Dann hat sich also mein Einfluss von einem mitreißenden Stroh über einen tümpelnden Bach in ein demokratisches Rinnsal verwandelt, das gerade noch so viele Nährstoffe mit sich trägt, dass parlamentarische Kalkwappen wie Monika Holmeier durchgefüttert werden. Ist das so richtig zusammengefasst? Wie gut, dass ich Ihnen nichts vom Trilog erzählt habe. Trilog? Ach, was soll's? Schauen Sie, die meisten Gesetze heute werden sowieso mit Rat und Kommission in einem informellen Trilog beschlossen. Trilog, Trilog, Trilog. Machen Sie sich keine Müde, geht es offiziell gar nicht. Trilog? Das ist eine kleine, ausgesuchte Gruppe, in der ganz vertraulich und zwanglos die Gesetze beschlossen werden, die dann später im öffentlichen, förmlichen Verfahren bestätigt werden. Zwanglos, kleiner Runde, vertraulich. Auf jeden Fall. Was meinen Sie, warum die nicht öffentlich tagen? Ich werde meinen demokratischen Einfluss direkt ausüben. Dafür haben wir extra die europäische Bürgerinitiative. Sammeln Sie eine Million Unterschriften. Mindestens einem Viertel der EU-Länder. Und dann macht die Kommission, was ich will. Ja, Sie kann es aber auch lassen. Und da beschweren Sie sich, dass sich die Bürger von dieser EU abwenden? Ich beschwere mich gar nicht. Schauen Sie, wir sind die letzten 60 Jahre auch ganz gut ohne Sie ausgekommen. Wir haben sogar einen sehr guten Ersatz für Sie gefunden. Schauen Sie hier, der ERT. European Roundtable of Industrialists. Den sehe ich heute zum ersten Mal. Wir sehen die öfter. Das sind die Chefs der 50 größten europäischen Unternehmen. Das sind ja auch eine Art Bürger. Ja, und ganz im Gegensatz zu Ihnen haben die sich immer für die EU interessiert. Sie hatten von Anfang an dufte Ideen. Sie kennen doch den europäischen Bindenmarkt. Selbstverständlich die Kernidee der EU. Freier Verkehr von Waren, Dienstleistung, Kapital. Und grenzenloser Wettbewerb. Das war letztlich die Idee des ERT. Die haben das damals ganz schön aufgeschrieben. Und Sie haben das ganz schön abgeschrieben? Der Euro war übrigens auch deren Idee. Also eigentlich von ihrer Zweigstelle, der AMUE. Oh, das weiß ich, was es heißt. Alle mächtigen Unternehmer Europas. Nein. Es ist die Association for a Monetary Union of Europe. Also quasi die Bankenlobby. Moment mal. Euro, Bindenmarkt. Also die Kernideen der EU stammen im Grunde aus der Feder von Konzernen und Banken. Na ja, es ist ja nun mal eine Wirtschafts- und Währungsunion. Was ist mit Gewerkschaften? Was ist mit Verbrauchsschutzorganisationen? Das ist damals vom ERT und AMUE aktiv vergessen worden. Was ist eigentlich dieser kleine schwarze Fleck auf der Kommission? Das? Das ist das Büro von Günther Oettinger. Jetzt finden Sie ja allein und uns am Haus zurück. Vielen Dank. Der Plan ist ja relativ eindeutig. Kann man sich gar nicht verlaufen. Das ganze Hotel besteht ja eh nur noch aus Lobby. Herr Direktor. Herr Givikoglu, wir haben kein Zimmer für Sie. Warum muss ich eigentlich als Kölner hier den Türken spielen? Ich muss als Bayer immer den Deutschen spielen. Glauben Sie gar nicht, dass das immer ein Vergnügen ist? Sagen wir mal so. Eine Wahrheit ist, wenn ich im Ausland unterwegs bin, egal wo im Ausland, da sagen die Leute, woher kommst du? Was sage ich dann wohl? Ich sage, ich komme aus Deutschland. Dann gucken die auch so wie du. Sag ich, ja, so sehen die jetzt aus. Und wenn du hier geboren bist und aufwächst und so aussiehst, dann bekommst du nicht automatischen deutschen Pass. Nein. In meinem Fall kriegst du einen türkischen. Mit dem türkischen Pass musst du dann zum Amt und deinen Aufenthaltstitel von dem Pass deiner Mutter übertragen lassen. Also bin ich zum Amt gegangen, kam dahin, die Frau am Amt sieht mich, schaut mich an. Das erste, was sie sagt, ist, ihren Ausweis. Ich denke, sag mal nix. Könnte lustig werden. Wurde es auch. Dann hat sie ihren Vorgang abgeschlossen, mir dann mal ein Pass wiedergegeben mit den Worten, wenn sie noch Fragen haben, können sie in dieser Broschüre es in ihrer Sprache, Türkce, nochmal nachlesen. Was sagst du zu so einer Frau? Jetzt mal ehrlich, was sagst du? Das gibt mehrere Möglichkeiten. Möglichkeit Nummer eins wäre, du hörst dir das an, stellst dich hin und sagst dann so was wie, vielen Dank für die Information, dann rufen sie auf und schließen Fragen. Kleiner Tipp von mir am Rande, Augen auf bei der Berufswahl. Das ist eine Möglichkeit. Eine andere Möglichkeit wäre, arbeite mit dem, was da ist. Wenn sie dich so anspricht, dann guckst du dir an, machst dir ein Jackett zu und sagst dann so was wie, Deutschland gut. Dann bleibt das Bild ganz. Aber die dritte Variante funktioniert so, du stehst da, hörst den Satz, man guckt sich an, Stille entsteht, Spannung wird erzeugt und in diese Spannung hinein klingelt dein Handy und du gehst ran und sagst so was wie, ich kann gar nicht, ich bin am Amt und ich bin überhaupt kein Deutsch hier. Wenn du als Türke wahrgenommen bist, dann erreichen dich viele Zuschriften, Mails und Menschen, die dann erklärt haben wollen, warum denn so viele Türken in Erdogan abfeiern. Das kann ich dir sagen. Der Integrationspolitik wegen. Hast du selber gemerkt, ne? Genau. Es gab nämlich keine. Noch nie, natürlich nicht. Angefangen vom Dicken, der damals immer gesagt hat, über die Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft, bis hin hier zum Hotte Seehofer, der so Sätze sagt wie, wir werden uns gegen die Zuwanderung von Patrone sträuben. Und erwundest du dich, dass die Hälfte der liebenden Türken Erdogan feiert? Einen größten roten Teppich hätte man ja doch gar nicht auslegen können. Was hier passiert ist, Erdogan kümmert sich einfach um die ausgegrenzten und angeschossenen vom Seehofer. Und wenn dann Frau Merkel kommt und sagt, ja, von Loyalität redet, denke ich mir so, ja, Frau Merkel, Loyalität. Das wäre schön gewesen. Ich bin ja deutsch-deutscher weißer christlicher Zuschauer, ich chauffier's nicht und haus dann so Sätze raus wie, der soll sich mal um seinen Erdogan kümmern. Entschuldigung, mein Erdogan? Hab ich da was verpasst? Das ist doch nicht mein Erdogan. Ich hab genug zu tun mit meinem Kauder, meinem Dobrind, meinem Seeopfer. Oder? Ich versteh das nicht. Und wenn wir die Türkei gucken, ich guck genau so hin wie du. Guck dahin und denk mir so, der Türkei, da können wir gratulieren. Die haben ihren ersten demokratisch gewählten Sultan. Na ja, ist so. Seitdem er mit seinem Lieblingsfreund Putin widerspricht, nennt man ihn in der Türkei nur noch den großen Bosporusen. Und der hat jetzt, der Erdogan hat vorher zum Sultan gewählt, wurde noch so ein Demokratiepaket durchgewunken. Bin ich eigentlich der Einzige, der das lustig findet, Erdogan und Demokratie? Na dann warte mal, den besten Gag hat er gebracht, in der Putschnacht. Als er zu seinem Volk sprach und sagte, die Menschen lädt er ein, auf die Straße und auf die Plätze zu kommen, um die Demokratie zu verteidigen. Da dachte ich, aha, welche Demokratie meint der wohl? Vielleicht die, wo die 135 Parlamentarier ihre Humanität enthoben wurden? Oder vielleicht die, wo die Journalisten in den Knast gesteckt wurden? Oder die ganze Zeitung gleich plattgemacht wurde? Welche meint er genau? In Gründung genommen ist es auch egal, weil dieser Putsch war vorbei, bevor der überhaupt angefangen hat. Um 22 Uhr war Putsch, und um 4 Uhr war schon wieder Demokratie. Das war sozusagen ein Putsch to go. Oh, ich muss los. Die nächste Anwendung. So, Herr Bürger. Herr Zivicolo, Sie machen ja auch die Massagen? Ja, ich mache alles, damit Sie sich entspannen. Naja, passt ja. Das Dampfbad ist ja auch bei Ihnen erfunden worden. In Cologne-Nippes? Was haben wir denn da? Sie haben gebucht. Orientalischer Traum. Ja. Was haben wir denn da? Sie haben gebucht. Orientalischer Traum. Was haben wir denn da? Orientalischer Traum. Eine Erleuchtungsmassage, die unter die Haut geht. Dann wollen wir mal. Ist das angenehm so? Ja, ist vielleicht ein bisschen fest. Fest ist gut. Dann kann sich das auch richtig lösen. Oh, Sie sind aber ganz schön verspannt. Ja, ich hatte ein schweres Jahr. Stress? Naja, das mit den Flüchtlingen hat mich schon arg mitgenommen. Das letzte Jahr, das war ja ein Kommen und Kommen. Aber jetzt ist ja wieder unter Kontrolle. Sind ja gesunken. Die Boote? Die Zahlen. Nicht, dass Sie das falsch verstehen. Ich kritisiere diesen Türkei, den Schaf. Vor allem die Türkei. Was die mit den Kurden macht, ist nicht okay. Aber was wir mit den Flüchtlingen gemacht haben, das ist okay. Zu fest? Nein, machen Sie weiter. Einer muss es ja machen. Ist natürlich bitter für einen einzelnen Flüchtling. Wenn er seinem Land entfliehen möchte, in dem Chaos und Armut herrschen, dann landet er in Griechenland. Und wird dann noch weitergeschickt in die Türkei. Immerhin für jeden Syrer, der in die Türkei zurückgeschickt wird. Da wird ein offizieller Syrer, der in Syrien zurückgelassen hat. So ist der Deal. Das ist also für 10.000 Syrer ein offizieller Weg zurück in die EU. 802. Was? Die EU hat bis zum Juli 802 Syrer aufgenommen. Ja. Die Türkei ist ja auch nicht das schlimmste Land für so einen Flüchtling. Die Gastfreundschaft bei euch ist ja berühmt. Ich habe das selbst erleben dürfen. Wo waren Sie denn? In Annatorien. Antalya. Genau. Für Flüchtlinge ist es doch, die treffen bei euch auf eine verwandte Kultur. Ja, die treffen euch so viel. Die sitzen zu 300.000 entlagern, dürfen keinen Besuch empfangen, dürfen nicht raus. Ja, wie im Club ... Man muss der Türkei auch zugute halten. Für die restlichen 2,5 Millionen Flüchtlinge habt ihr eine neue Heimat bereitet. Viele von denen leben auf der Straße, werden ausgebeutet, prostituieren sich. Und 10-jährige Syrer müssen zu Hungerlöhnen in Textilfabriken arbeiten. Au! Ja, das muss so. Sonst zieht das hier hoch. Ihr habt ja eine Menge um die Ohren in der Türkei. Ihr Putsch und ihr Kurden. Und den Islamisten bekämpfen. Ja, Islamisten unterstützen, Richter entlassen, Erdogan verhaftet. Erdogan verhaftet. Was? Erdogan ist verhaftet? Astel Erdogan, Schriftstellerin. Was hat die denn gemacht? Den Mund auf. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich bin ja auch für Menschenrechte und so. Aber wir mussten ja mit Erdogan zusammenarbeiten, damit weniger ertrinken. Ja, aber es klappt nicht. Was? Aber es kommen doch viel weniger, aber das ist mehr nach Griechenland. Es kommen viel mehr. Ich rübe nach Italien, wenn Sie ankommen. Au! Ihr Türkei-Dee hat die Fluchtroute länger und gefährlicher gemacht. Au! Ich würde sagen, danke. Nein, nein, nein. Sie müssen sich aus dieser Schonhaltung rausholen, damit Sie mal richtig in den Schmerz reingehen. Nur so können Sie sich richtig entspannen. So. Bis August letzten Jahres sind über 2.100 Menschen ertrunken. Was? Dann war das alles umsonst? Nee, für Sie nicht. Seit ich Sie behandele, geht es Ihnen noch viel besser. Aber nur, wenn Sie es mir nicht so reindrücken. Wir mussten doch. Wir mussten doch was tun. Wir mussten auch mal an uns selbst denken. Die EU, wir haben die Grenzen dicht gemacht wegen der Flüchtlinge intern. Und Sie können sich das vielleicht nicht vorstellen, aber für uns Europäer ist das extrem wichtig, diese Freizügigkeit, dass man da hin darf, wo man hin will. Dass man keinen Pass zeigen muss, wenn man über die Grenzen... Au! Was ist los? Das hat mir wehgetan. Das Massieren? Nee, das mit dem Pass. Ja! Herr Bürger! Herr Bürger! Scheint zu sehen, dass Sie es sich mal bei uns im Haus gut gehen lassen. Ja, ich wollte es mir gut gehen lassen. Aber ich wollte nicht wissen, warum es mir gut geht. Seitdem ich weiß, warum es mir gut geht, geht es mir nicht mehr gut. Na sicher. Ah! Oberstleutnant Polit. Wunderbar. Schön, dass Sie da sind. Ich war pünktlich wie immer. Eine Freude, Sie zu sehen. Tun Sie mir den Gefallen. Wollen wir gleich am Anfang kurz anstoßen. Wir feiern ein Jahr Flüchtlinge. Na, aber gern. Was trinken wir da? Einen kleinen Feigling. Na dann Prost. Wir freuen uns hier alle schon sehr auf Ihr Kamin-Gespräch. Was wird denn der Thema des Vortrags sein? Militärische Antworten auf die politischen Probleme der EU, eine Zukunftsvision der Bundeswehr. Das klingt ganz wunderbar. Haben Sie zufällig meine Frau irgendwo gesehen? Ich meine, sie wollte sich umziehen. Umziehen, das ist typisch für Sie. Eigentlich macht sie den ganzen Tag nicht wirklich. Chef, Chef, es gibt Probleme im Schwimmbad. Die Gäste beschweren sich, weil eine Dame Reizwäsche trägt. Sagen Sie ihnen, das ist Europa. Da kann man einer Frau nicht vorschreiben, was sie zu tragen hat. Okay, dann sage ich ihr, dass sie den Burkini anlassen kann. Ach, politische Reizwäsche. Na, das geht natürlich gar nicht. Sagen Sie der Frau, sie soll das sofort ausziehen. Wollen Sie das Ihrer Frau nicht selbst sagen? Marianne, Marianne, du ziehst sofort dieses Symbol männlicher Unterdrückung aus. Das ist ein Befehl. Wenn Sie die Hilfe der Marine brauchen, sagen Sie Bescheid. Ja, meine Damen und Herren, unsere Marine ist flexibel. Sie alle haben die schönen Bilder von kleinen EU-Gefühl gesehen. Merkel, Renzi und Orlan grüßen vom Flugzeugträger Garibaldi. Hat mir gefallen. Die Garibaldi war bis 2012 das Flaggschiff der Marine. Einsätze vor der Küste von Somalia im Kosovo-Krieg in Afghanistan, in Libanon, jetzt eben in Libyen im Einsatz gegen Flüchtlinge. Für Flüchtlinge. Entschuldigung, das ist neu. Muss ich noch lernen. Nun, Frage. Was machen wir mit den Flüchtlingen, die überlebt haben? Wohin damit? Ich sage mal, wir schaffen das. Wir vor der Truppe. Ich skizziere hier mal eine Idee ausgehend vom Weißbuch der Bundeswehr. Nicht zuletzt böte die Öffnung der Bundeswehr für Bürgerinnen und Bürger der EU nicht nur ein weitreichendes Integrations- und Regenerationspotenzial für die personelle Robustheit der Bundeswehr, sondern wäre auch ein starkes Signal für eine europäische Perspektive. Schöner Satz. Und jetzt alle. Kleiner Scherz. Lange Rede, kurzer Sinn. Um ein Deutscher hell zu werden, muss ein Gefallener nicht unbedingt bio-deutsch sein. Im Schützengraben, da gibt es keine Fremden, da gibt es nur Kameradschaft. Das schweißt eine Nation erst zusammen. Da wird der Ausländer zu Menschen, äh, Mitmenschen. Und wenn schon der Grieche und das Spanier von sterben kann, warum das Potenzial des Libiers zurückweisen, des Syrers? Meine Damen und Herren, dieser Syrer, wenn man ihn sich mal anguckt, warum nicht einfach dessen natürliche Neigung zu marschieren als Kernkompetenz anerkennen? Schauen Sie, diese Leute haben ja auf der Flucht zum Teil Strecken zu Fuß zurückgelegt, das ist enorm unglaublich. Wahnsinn. Ganz anderes Genmaterial als unsere Jungs. Da schlägt immer noch die defizitäre DNA der Kriegsverlierer-Generation zu. Wenn man das mal vergleicht, diese deutschen Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, die übers Haft gekommen sind, die sind ja zum Teil heute noch muffig, weil sie mal ein paar Schritte zu Fuß gehen mussten. 68er, auch nicht besser. Kein Respekt vor Militär. Hatten aber auch falsche Vorbilder, die Lutscher. Frank Zappa zum Beispiel, der ist von einem Veteran mal gefragt worden, Herr Gott, Herr Zappa, Sie haben ja derartige lange Haare, sind Sie ein Mädchen oder was? Hat er geantwortet, Sie haben Holzbein, sind Sie ein Tisch oder was? Gut. Herrschaften, ich bin noch nicht zu Ende meines kleinen Vortrags. Gut, Rebellen waren viele von den Flüchtlingen in ihrer Heimat auch, aber militärisch eben ganz anders zu verwerten. Und ich sag mal, wie denn könnte ein Antrag auf deutsche Staatsbürgerschaft wohl glaubhafter untermauert werden als durch seinen Einsatz seines eigenen Lebens an unserer Front. Da kriegt eventuell sogar der Rechtsradikale noch Respekt und auf natürliche Weise seinen Rassenwahn in den Griff. Und in den zukünftigen Einsatzgebieten, da kennt sich der Flüchtling ja auch viel besser aus. Heimvorteil. Und so, meine Damen und Herren, kann aus äußerer Bedrohung letztlich innere Sicherheit werden. Unsere äußere Sicherheit, die haben wir dann, wenn der Flüchtling die nationalen Interessen der Bundeswehr verinnerlicht hat. Ein schönes, ein fast politisches Bild, nicht wahr? Einsatz der Bundeswehr im Inneren, die einzig logische Konsequenz aus der aktuellen Gefahrenlage. Jetzt höre ich natürlich die Bedenkenträger. Aber für innere Sicherheit, da gilt das Primat der Polizei. Ja, doch schwuchteln, selbstverständlich, meine Damen und Herren. Ich komme vom Lande, ich kenne mich aus. Da gab es den Einsatz der Bundeswehr im Inneren schon immer, jedes Jahr beim Herbstmanöver. Wir haben sich immer glänzend verstanden. Polizei kam im alten VW, Bundeswehr im Panzer. Wüsste ich nicht, dass es da zu Kompetenzrang allein gekommen wäre. Mit der Polizei. Hänsel! Hänsel! Hänsel! Ja! Können Sie mir mal jemanden geben, der was zu sagen... Gut, ja. Ja, Finnland, ja. Sie müssen raus aus diesem Hotel. Was? Nein, hier spricht nicht Boris Johnson. Hier spricht ein EU-Bürger, der die Verträge gelesen hat. Jetzt! Jetzt zeigen Sie Ihr wahres Gesicht! Sie Rechtspopulisten! Sie hetzen gegen die EU! Entschuldigung, ich muss Sie hetzen. Erinnern Sie sich, Ihre Seearbeiter-Gewerkschaft wollte damals mit einem Streik verhindern, dass der Tariflohn unterhöhlt wird. Ja? Mit billigem Leiharbeit, aus dem europäischen Ausland. Jetzt hat der EuGH diesen Streik verboten. Ja, er hat ihn verboten. Und da kommt noch viel mehr. Sie müssen raus! Warum ist das anti-europäisch, wenn man sich über die europäischen Arbeitnehmerrechte gedanken muss? Hallo? Schweden! Der EuGH nimmt eure Gewerkschaften aufs Korn. Lassen Sie sofort den Hörer fallen! Niemals! Was erzählen Sie denn da eigentlich für Märchen? Ich erzähl keine Märchen, ich erzähl nur was von Grimm. Grimm's Wärchen! Dieter Grimm, ehemaliger Verfassungsrichter. Der hat ein Buch geschrieben über den wahren Herrscher hier im Haus. Das ist nicht der Europäische Rat, nicht der Europäische Bürger, nicht das Europäische Parlament, sondern, und dass mir das noch nicht früher aufgefallen ist, der... Halt! Tun Sie sich nicht! Der EuGH! Und schon, was? Was wollen Sie? EuGH! Das heißt, Sie wissen nicht was, das ist der Europäische Gerichtshof! Ja, den müssen wir stoppen! Das ist ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz! Was Sie wollen, ist die Tyrannei des Mops! Schieben Sie mir das Wort der Hörer her! Hallo Mops! Ich mein, hallo Schweden! Jetzt hören Sie mal gut zu. Hören Sie nicht auf den Spinner! Das ist ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz! Was Sie wollen, ist die Tyrannei des Mops! Jetzt hören Sie mal gut zu, hören Sie nicht auf den Spinner! Schauen Sie, wir brauchen die EU als Friedensprojekt! Oder wollen Sie, dass wir uns alle wieder gegenseitig die Köpfe einschlagen? Na eben, jetzt gebe ich Ihnen wieder den Spinner! Hallo? Ja, der Spinner! Nein, ich bin glühender Verfechter von Europa, aber es muss doch noch etwas anderes geben zwischen der totalen Zerstörung eines Kontinents und der derzeitigen Verfasstzeit der EU! Kaufen Sie schon mal vor, ich hätte die für die nächsten 10 Tage! Hören Sie mal auf! Das entfällt so gegen Gewerkschaften! Was brauchen Sie noch? Brauchen Sie noch ein Beispiel? Zum Beispiel der Fall Rüffert, da hat der EuGH entschieden! Wenn zum Beispiel eine Firma für die öffentliche Hand Austräge ausführt, dann ist die nicht mehr an Tariflohn gebunden! Und so geht das immer weiter! Die deutsche Mitbestimmung ist als nächstes dran! Was reden Sie denn da eigentlich? Geben Sie mal her, Moment mal! Was reden Sie eigentlich für einen Unsinn? Der Fall Tui? Nächstes Jahr könnte es so weit sein, dass wir die EU beerdigen! Moment, Moment! Dass in deutschen Großunternehmen der Aussichtsrat zur Hälfte mit Vertretern der Arbeitnehmer besetzt ist, das ist eine der großen sozialen Errungenschaften Deutschlands! Was soll denn der EuGH dagegen haben? Sind Sie wenn ein Mitarbeiter beim deutschen Konzern, der ist dann eingesetzt im europäischen Ausland, dann hat der weniger Mitbestimmungsrechte als der Mitarbeiter am deutschen Standort! Er wird europarechtlich quasi diskriminiert! Wo ist denn das Problem? Dann schaffen wir eben in allen europäischen Ländern unsere schöne deutsche Mitbestimmung ein! Per Gesetz, auf europäischer Ebene! Ganz einfach! Ich hol schon mal die Tafel! Nein, um Gottes willen! Also gut, nicht so einfach! Vor allem, weil die EU-Kommission, die dieses Gesetz vorschlagen müsste, dieselbe EU-Kommission ist, die bereits jetzt erklärt hat, dass sie die Mitbestimmung für rechtswidrig hält! Also gut, wenn es so schwer ist, mehr Rechte für alle zu machen, dann machen wir eben weniger Rechte für alle! Dann ist auch keiner diskriminiert! Genau das macht der EuGH! Und zwar seit Jahren! Und deswegen wird die EU immer unsozialer! Verstehen Sie, weil es einfacher ist, per Urteilspruch ein nationales Gesetz zu kippen, als gemeinsames europäisches Recht aufzubauen! Sagen Sie mal, wer hat den EuGH eigentlich zum großen Zampano in diesem Haus gemacht? Oh, das war er selbst! 1964 hat er beschlossen, dass EU-Recht Vorrang hat vor nationalem Recht, sogar vor dem Grundgesetz! Das Tolle ist, der EuGH macht sein EU-Recht selbst mit den Teilen, in denen er die Verträge interpretiert! Sagen Sie mal, diese EU-Verträge, was steht denn da eigentlich drin? Ich frage für ihn! Die vier Grundfreiheiten! Ah, klar! Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Freiheitsfreiheit! Nein! Freier Verkehr von Waren, Dienstleistung, Kapital und Arbeitnehmern! So, eine Art entfesselter Wettbewerb! Das ist quasi der feuchte Traum Ihres European Roundtables! Und was ist an diesen Freiheiten eigentlich so schlimm? Erstmal nichts, wenn es nicht die einzigen Regeln wären, an denen sich der EuGH orientiert! Und er wird immer krasser in seiner Auslegung! Verstehen Sie, fast jedes nationale Gesetz, das versucht, diesen entfesselten Wettbewerb zu zähmen, kann gestrichen werden! Warum? Weil es den entfesselten Wettbewerb zähmt! Siehen Sie, alles, was dazugehört, Gesundheitsschutz oder eine staatliche Garantien für Sparkassen, öffentlich-rechtliche Rundfunk! Ist mir egal, ich bin nicht bei der Sparkasse! Aber beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk! Und der wird dadurch Gebühren finanziert! Das könnte ich mir vorstellen, dass der EuGH irgendwann sagt, das verzerrt doch den Wettbewerb auf dem europäischen Fernsehmarkt! Und dann ist hier aber... RTL hat auch gute Satiresendungen! Das! Das! Das! Das! Das! Das! Das! Das! Das! Das ist nicht mehr meine EU! Schatz, ausziehen! Sofort! Wie Schweden! Gehen Sie mal aus der Leitung jetzt! Ja, Liebling, hörst du? Ja, ausziehen! Ja, auch den Burkini! Wegen der deutschen Mitbestimmung! Ich erklärte alles später! Das ging ja schnell! Waren die Koffer schon gepackt? Seit 60 Jahren! Ja! Wenn alle ausziehen, dann macht Room Service keinen Sinn mehr! Darf ich mich jetzt selbst feuern? Woher soll ich denn das befragen? Das ist eine EuGH! Lassen Sie uns! Zieht ihr jetzt alle aus? Eins ist klar, wir haben kein Zimmer für Sie frei! Warum wollt ihr dieses schöne Haus aufgeben? Warum wehrt ihr euch nicht? Wir haben keine Chance gegen diesen EuGH! Jetzt wartet auch erst mal das Tui-Urteil ab! Und dann? Und dann ignoriert ihr das! Der EuGH überschreitet seine Kompetenzen! Einen unabhängigen Richterspruch ignorieren, dass der Vorschlager aus der Türkei kommt? Wundert mich jetzt nicht! Wer kommt aus Köln? Von Fritz Scharpf! Der kommt aus Köln von Fritz Scharpf. Der war Direktor vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. Oh la la! Ein bisschen zu viele Ungehorsam! Sehr, sehr schick! Wir sind doch noch souverän! Oder, Cherie? Ja, klar! Wir sind doch noch souverän! Wir sind doch noch souverän! Wir sind doch noch souverän! Oder, Cherie? Ja, kommt! Wir bleiben im Haus. Wir ändern einfach nur die Verträge, also die Grundlage, auf der der EuGH entscheidet. Sie wollen die Hausordnung ändern? Ja! Mit Regeln, die nicht nur den Wettbewerb, der freien Wettbewerb der Wirtschaft über alles stellt! Ich möchte ja nicht egoistisch sein, aber eine europaweite Arbeitslosenversicherung wäre auch schön. Ja, das machen wir! Und dann machen wir keine Schuldengrenzen, wir machen Grenzen für die Ungleichheit in den europäischen Ländern. Und dann ist es nicht mehr die Spachpolitiker! Ja, und wir machen eine gemeinsame Kasse! Eurobon! Ja! Also wenn ihr das alles macht, dann will ich auch ein 10! Ähm... Das war die Anstalt! Ja! Haltet mit! Das war die Anstalt! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke!