Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Von Walt Campbell. Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Meine Damen und Herren! Meine Damen und Herren, bitte erheben Sie sich. Den Vorsitz führt der Ehrenwärter Richter E. Gastoffer. Brunsverreck, scheiß Klump, verreckt es! Hinsetzen! Liebe Zuschauer, Sie sind heute dazu aufgerufen, Jury zu sein bei einem satirischen Gerichtsverfahren. Das Deutsche Fernsehen stattet Sie heute mit der Macht aus, von Ihrem Fernsehsessel aus, die Schuldfrage im Syrien-Konflikt zu klären. Bitte nehmen Sie diese Verantwortung ernst. Sagen Sie mal, mit wem reden Sie da? Haben Sie nicht mal die Tassen im Schrank, oder was? Wir sind nicht bei der ARD. Also, Ätzertler, welchen Falschparker verknacken wir heute? Es geht um einen Angriffskrieg. Hoppala! Ja, schaffen wir das überhaupt vor der Mittagspause? Meine Frau, die Inge, die hat mir gesagt, die macht extra heute für mich einen Schlachtschüssel. Ja, na das passt ja. Die Anklage lautet, dass der Bundeswehreinsatz in Syrien einen verbotenen Angriffskrieg darstellt. Angriffskrieg ist ein schweres internationales Verbrechen. Jede Form von Aggression ist grundsätzlich verboten. Was? Jede Aggression ist verboten? Ja, außer das eigene Land wird angegriffen, oder es gibt einen UN-Mandat dafür, oder man ist die USA. Sind Sie die USA? Nein, euer Ehren, ich vertrete Deutschland. Ist Deutschland von Syrien angegriffen worden? Nein, nicht direkt, euer Ehren. Gibt es einen UN-Mandat? Das ist nicht so einfach zu erklären. Das ist ganz einfach. Was Sie da wollen, ist ein Angriffskrieg. Im Namen des Folges ergeht folgendes Urteil. Einspruch, euer Ehren! Das wäre auch zu schön gewesen. Was wollen Sie denn jetzt wieder? Ich bin die Verteidigung, aber ich mache es kurz. Der Vorwurf, Deutschland würde einen Angriffskrieg vorbereiten, das lässt sich doch nicht halten. Sehen Sie, wer ist denn Deutschland? Das sind doch die Menschen. Schauen Sie sich, liebe Jury, diese Menschen an. Diese Ehrenwerten, Greisinnen und Greise, diese Frauen, diese Damen, diese Kinder, sehen so Angriffskrieger aus, ich denke, nicht. Deswegen plittiere ich auf unschuldig, euer Ehren. Ach so, dann haben wir es ja. Freispruch. Wunderbar. Das ist ein Verfahrenstrick, um das Verfahren in Länge zu ziehen. Dann lassen Sie ihn, wenn es ihm persönlich so wichtig ist. Danke. Hohes Gericht, Ehrenwerte Jury, ahnungsloser Kollege. Entschuldigung. Ich werde heute beweisen, dass Deutschland sich mit dem Syrieneinsatz an dem verbotenen Angriffskrieg gemäß § 80 Strafgesetzbuch beteiligt, in dem es die Angreifer in Syrien politisch, moralisch und logistisch unterstützt. Das ist doch grotesk zu glauben, dass ein Land fähig wäre, einen Angriffskrieg vorzubereiten, ein Land, das nicht mehr in der Lage ist, eine PKW-Mau zu planen. Ich präsentiere Beweisstück A, die Liste der sogenannten Freunde Syriens. Bitte. Sie werden sich jetzt natürlich fragen, was will der gut aussehende Anwalt mit dieser Liste? Na, eigentlich nicht. Danke. Ich frage mich bloß, wann Sie fertig sind mit dem Quatsch. Auf dieser Liste der Freunde Syriens versammeln sich all die Staaten, die sich 2012 zusammengetan haben, um Assad zu stürzen. Aber was hat das jetzt mit Deutschland zu tun? Mit dieser Frage habe ich gerechnet. Deutschland gehört zu dieser Gruppe. Ergo, Deutschland wollte Assad stürzen, ein klarer Angriff auf die Souveränität Syriens. Danke. Liebe Jury, wissen Sie, wie diese Souveränität aussieht? Assad ist ein Diktator, der mit eiserner Faust den arabischen Frühling in seinem Land niedergeknüppelt hat. Sehen Sie, er hat in seinem Land Folterkeller betrieben. Tausende wurden gequält und getötet. Auf welcher Seite wollen Sie stehen? Auf der Seite der Demokratie oder auf der Seite der Diktatur? Ich stehe auf der Seite der Demokratie. Sie stehen auf der Seite Saudi-Arabiens. Wer mit den Saudis für Demokratie kämpft, der kämpft auch mit Günter Oettinger für Völkerverständigung. Hören Sie mal. Deutschland kämpft hier nicht allein mit Saudi-Arabien, sondern innerhalb eines breiten Bündnisses. Breites Bündnis. Und ich habe gedacht, da unten wäre Alkohol verboten. Also, euer Jan. Diese Freunde Syriens haben am 22. Juni 2013 beschlossen, syrische Rebellen mit Waffen zu beliefern, um so den Konflikt anzuheizen. Woher wollen Sie denn das wissen? Stand in der Zeitung. Einspruch. Da steht auch, dass sich all diese Länder, unter anderem auch Deutschland, und Einmischung von außen ausgesprochen haben. Während Sie von außen Rebellen mit Waffen beliefert haben. Ja, und? Euer Ehren. Gemäß der UN-Resolution 3314 aus dem Jahre 1974, Artikel 3, gilt als Angriffskrieg auch, wenn man bewaffnete Banden in ein fremdes Hoheitsgebiet entsendet. Einspruch. Wir haben diese Banden nie direkt bewaffnet. Aber die Freunde der Banden, schauen Sie. Waffen aus Deutschland gingen an Katar, Türkei an Saudi-Arabien, an die Arabischen Emirate, an Ägypten, an Italien. Ja, ja, ja. Wir wollten nur das Beste für Syrien. Ich hole Beweisstück B. Das Day-After-Projekt. Sehen Sie, da hat man sich mit syrischen Oppositionellen zusammengesetzt, um ein Syrien, ein demokratisches Syrien zu planen. Geleitet wurde das Ganze von der Stiftung für Wissenschaft und Politik. Lassen Sie mich das mal so formulieren. Eine regierungsnahe Stiftung hat bereits 2012 mit unter anderem gewaltbereiten Islamisten daran gearbeitet, die Regierung Syriens zu stürzen. Okay, wenn Sie es so ausdrücken, klingt das natürlich nicht so gut. Aber was heißt überhaupt regierungsnah? Das klingt ja geradezu, als hätte Deutschland damit irgendetwas zu tun. Naja, ich sehe hier gerade im Stiftungsrat sitzt Christoph Heusgen vom Bundeskanzleramt. Okay, ja, gut, der sitzt da drin. Und Thomas Berger, Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt. Guck, und einer der Stiftungsvizepräsidenten ist Peter Altmaier. Ich glaube, wir haben es jetzt alle verstanden. Beeindruckende Prozessführung, Kollege. Ich nehme das als mein Beweisstück. Deutschland plante den Umsturz in Syrien. Einspruch! Deutschland plante nicht den Umsturz, sondern nur den Tag danach. Und außerdem beantrage ich eine Verfahrenspause. Was? Warum? Aber ich bin kurz davor zu gewinnen. Ja, deshalb. Stadtgegebenheit. Oh na ja, Ehren, aber ich bitte Sie. Ich muss jetzt unbedingt die Inge anrufen. Aber ... Wenn ich der nicht sage, dass ich mich verspäde ... Ja, was ist denn dann? Dann besteht die Schlachtschüssel heute aus über 50 Prozent aus mir selber. Also ... Als Schöffe habe ich ja schon viel gesehen. Aber manchmal frage ich mich, wie das Urteil wohl ausfallen würde, wenn ich über mich selbst entscheiden müsste. Weil jetzt äußerlich betrachtet bin ich ja eigentlich ein ganz normaler Mensch. Ja, danke. Aber wie es in mir drinnen aussieht, das ist mir jetzt erst bewusst geworden. Ich bin nicht ganz normal. Wissen Sie, warum? Weil ich gehöre zu einem Tätervolk. Ja, ich komme aus Sachsen. Ich komme aus Syrien. Ich komme aus Sachsen. Also, ich bin böse. Hier, gucken Sie, der Stern, der nennt uns schon ein Trauerspiel. Wir sind das dunkelste Bundesland. Also komisch, das letzte Mal, als ich in Sachsen war, da hatten die noch Tageslicht. Mit dunkel meint das Stern natürlich braun. Und die kennen sich ja aus mit dem Nationalsozialismus. Deshalb hat Hitler ihnen ja auch seine Tagebücher überlassen. Also, Mann, Mann, Mann. Mann, Mann, Mann. In Sachsen läuft es gerade, oder? Erst die ganzen Demos und dann noch dieser Stress mit dem Bombenbauer aus Chemnitz. Ein Wahnsinn, sehen Sie mal. Der Weg ins Paradies führt Islamisten jetzt schon über Chemnitz. Also, das wäre in Karl-Marx-Stadt nicht passiert. Und dann hat er sich noch umgebracht in der Zelle. Auch noch ein Justizskandal. Klar, weil die sächsischen Behörden gepennt haben. Andererseits, der Typ hat tagelang, hat er sich in Berlin einen Flughafen angeguckt. Ist doch kein Wunder, wenn er sich dann erhängt. Gibt es in Sachsen Behörden, die zum Schämen doof sind? Klar, können ja nicht alle so fit sein wie die Kölner Polizei an Silvester. Gibt es in Sachsen Leute, die was gegen Ausländer haben? Klar. Nur gibt es im Westen weniger davon. Der Sachse schreit es halt lieber raus als dass es einem Kollegen flüstert. Vorteil, also keine Magengeschwüre. Nachteil, ein beschissenes Image. Und was ist jetzt eigentlich mit den 80% Sachsen, die nicht AfD wählen, trotzdem was gegen Merkel sagen, würden sie sich aber schon gar nicht mehr trauen. Das ist doch nicht so. Ich meine, was sollen jetzt diese Feinheiten? Ich bin ja froh, dass es jetzt raus ist, dass ich weiß, dass ich böse bin. Und wenn ich mir beim Denken so selber zuhöre, dann weiß ich schon sehr lange nicht mehr, wo ich eigentlich bin. Bin ich links? Bin ich goldene Mitte? Oder bin ich, Gott bewahre rechts? Ja, ein falsches Wort, und du bist hier Gutmensch oder Rechtsradikaler, und du bist hier gutmensch, und du bist hier gutmensch, oder rechtsradikal, oder linksradikal, oder alles auf einmal. In dem Fall heißt du dann Sarah Wagenknecht, auch nicht schön. Dabei war ich doch immer mal eine Gute. Ich möchte es wieder sein, ich war doch gut. Ich war Jungpionier, Tellmannpionier, seid bereit, immer bereit, Freundschaft, Freundschaft. Das ganze Programm. Mein FDJ-Tempt war damals schon so blau wie diese blöde Facebook-Seite. Ich weiß noch Erich Honeckers vorletzte Worte. Wir schaffen das. Ich meine, die Merkel ... Und die Merkel selber, die kommt jetzt aus dem selben Krisengebiet, selbe Erziehung, selbes Facebook-Hand. Aber sie hat es wenigstens geschafft, dass schon George Clooney bei ihren Hausbesuch macht. Hatte damals zwar seine Alte mitgebracht, aber wir Kommunisten teilen ja gerne. Und der ist ja überhaupt stark. Der ist doch noch ein Fender, Merkel. Da muss ja auch nicht von ihr regiert werden. Ich bin auch ein Fan von Herr der Ringe. Und trotzdem möchte ich keinen Ork bei mir im Keller wohnen haben. Was nützt das denn alles, wenn du eines sagst, den Titel im Stern siehst und du begreifst, du bist Sachse. Der Ork, der bist du selber. Aber entschuldigen Sie, ich wollte Sie da überhaupt nicht mit reinziehen. Ich meine, wenn alle glücklich damit sind, dass wir die Bösen sind und Sie die Guten. Also kommen Sie, da übernehme ich die Rolle doch gerne. Ich will mich doch nicht aufregen hier. Bin ich denn bekloppt? Die regt mich doch nicht auf, oder? Ich will so ruhig und gelassen sterben wie mein Großvater und nicht so hysterisch schreiend wie sein Beifahrer. Und nicht so hysterisch schreiend wie sein Beifahrer. Und nicht so hysterisch schreiend wie sein Beifahrer. Und nicht so hysterisch schreiend wie sein Beifahrer. Weiter geht's. Und Beeilung ein bisschen. Die Inge ist schon stocksauer. Wo waren wir jetzt gerade stehen geblieben? Ich hatte gewonnen. Einspruch! Mein Kollege hat hier behauptet, Deutschland würde im Süden im Krieg Völkerrechtswidrig agieren. Ich habe nach langen Mühen einen Zeugen ausfindig gemacht, der diese Behauptung widerlegen wird. Meine Damen und Herren, ich rufe in den Zeugenstand den Sprecher der deutschen Bundesregierung. Ich rufe in den Zeugenstand Steffen Seibert. Ein Spruch, das ist doch satire. Die Verteidigung ruft hier den einzigen Menschen als Zeugen auf, bei dem man mit absoluter Sicherheit vorher schon weiß, dass er eine Sache nicht machen wird, nämlich eine Aussage. Ein Spruch, euer Jan, das ist doch satire. Die Verteidigung ruft hier den einzigen Menschen als Zeugen auf, bei dem man mit absoluter Sicherheit vorher schon weiß, dass er eine Sache nicht machen wird, nämlich eine Aussage. Das kann ich so weder bestätigen noch dementieren. Gibt es vielleicht weitere Fragen? Oh ja, den gibt es, Herr Seibert. Sagen Sie, die Bundeswehr befindet sich ja zurzeit mit 1.200 Soldaten bei einem Kampfeinsatz gegen den IS in Syrien, nicht wahr? Nicht in Syrien, wir fliegen höchstens oben drüber mit Tornados. Und Sie lassen da nichts fallen? Wir sagen den anderen höchstens, wo sie es fallen lassen könnten. Aha, sehe ich das richtig, Herr Seibert. Die Bundeswehr beteiligt sich also gar nicht aktiv an einem Angriff. Das ist korrekt. Wir betanken andere Flugzeuge und geben Informationen weiter. Das ist kein Angriff mehr, so was wie eine bewaffnete Raststätte. Also nicht militär, sondern mehr Sanifär. Ja, korrekt. Das ist doch unerheblich. Es ist völlig unerheblich, ob Sie Bomben selbst werfen oder die Bombardierung unterstützen. Entscheidend ist allein, dass Sie ohne jede rechtliche Grundlage agieren. Das ist nicht korrekt. Die Rechtsgrundlage für den Einsatz der Bundeswehr ist Artikel 51 der UN-Karta. Aha. Und was steht da genau drin? Oh, Entschuldigung. Normalerweise fragen die Journalisten an der Stelle schon nicht mehr weiter. Ich kann Ihnen genau sagen, was da drin steht. Da steht das Recht auf Selbstverteidigung drin, dass Frankreich im Kampf gegen den IS in Anspruch nimmt. Deutschland unterstützt Frankreich, aber dieses Recht auf Selbstverteidigung endet gemäß Artikel 51 der UN-Karta, wenn die UN selbst Maßnahmen ergreift. Ich frage Sie, hat sie das? Ja. Der UN-Sicherheitsrat hat zu Syrien die Resolution 2249 erlassen. Aha. Und was steht da drin? Gott, Sie stellen Fragen. Kommen Sie bitte nicht in die Bundespressekonferenz. Da steht wörtlich, die Staaten sollen, ich zitiere, alle Maßnahmen ergreifen, um den IS zu stoppen. Das umfasst nach Meinung der Bundesregierung auch militärische Einsätze. Ist das so? Ich verlese das Beweisstück C. Die UN-Resolution erteilt nicht die rechtliche Erlaubnis, militärisch gegen die IS-Milits vorzugehen. Das stand sogar in der ... Doch, Einspruch, das ist bestimmt linke Kampffresse. Ich ziehe meinen Einspruch zurück. Die Resolution bezieht sich auch nicht auf Kapitel 7, Artikel 42 der UN-Karta. Und nur ein solcher Bezug würde eine Gewaltanwendung legitimieren. UN-Karta, Kapitel 7. Wie langweilig. Wie soll das in der Realität funktionieren, Herr Kollege? Ring, ring. Oh, Herr Bakhtadi, was möchte der IS? Oh, schon wieder ein paar Massenexekution in der Wüste. Moment, da muss ich erst mal in der UN-Karta nachgucken, ob ich mich dagegen wehren darf. Wenn es gegen das Böse geht, Herr Kollege, dann reitet man keine Paragrafen, dann muss man handeln. Auch auf fremdem Hoheitsgebiet? Hätten wir Assad um Erlaubnis fragen müssen? Naja, die US-Regierung hat Assad zumindest vorab über die Bombardements informiert. Ach, Sie haben angerufen, toll. Hallo Assad, grüß dich, ja, pass auf, wir kommen heute Abend vorbei. Ja? Nein, du musst nichts besorgen. Wir bringen die Bomber mit. Das ist doch pure Polemik, was der Kollege hier abfeuert. Sehen Sie, Syrien wird ja nicht direkt angegriffen. Die Angriffe der westlichen Allianz finden ja über IS-kontrolliertem Gebiet statt, was nicht mehr zum Hoheitsgebiet von Syrien gehört. Also im Moment verstehe ich das richtig. Erst hat Deutschland Gruppen unterstützt, die Assad das Hoheitsgebiet wegnehmen und jetzt sagt man, man dürfe Syrien bombardieren, ohne ihn zu informieren, weil es ja nicht mehr sein Hoheitsgebiet sei. Das ist korrekt. Damit steht fest, Deutschland beteiligt sich an der Zerstörung Syriens und zwar vorsätzlich. Deswegen erweitere ich die Klage hier auf Schadensersatz und zwar auf alle durch die Bundeswehr in Syrien verursachten Schäden. Nein, Herr Kollege, da sollten Sie schon die aktuelle Rechtsprechung berücksichtigen. Wenn ich das ganz kurz ausführen durfte... Nein, aber überhaupt nicht, auf keinen Fall. Wir haben keine Zeit. Vielen Dank. Danke schön. Ja, meine Damen und Herren, es gab letzte Woche noch eine andere Verhandlung und da ging es um Kundus. Kundus 2009 in Afghanistan. Sie erinnern sich, es gab einen Überfall oder einen Angriff auf einen Tanklastwagen. Befohlen wurde dieser Angriff von dem deutschen Oberst Klein. Ausgeführt wurde dieser Befehl von zwei amerikanischen Piloten, die allerdings Bedenken hatten und in der Tat es lag eine Fehleinschätzung vor. Bei dem Angriff starben 100 Zivilisten, darunter viele Kinder. So und das hatte Konsequenzen. Die beiden amerikanischen Piloten wurden strafversetzt und Oberst Klein musste sich zum General befördern lassen. Ja, Strafe muss sein. So, jetzt haben Angehörige der Opfer Deutschland auf Schadenersatz verklagt. Und da hat jetzt der Oberste oder der Bundesgerichtshof hat hier eine ganz interessante Stellungnahme verursacht. Und zwar, und das habe ich mir also extra aufgeschrieben, äh, nö. Nein, zivile Opfer von deutschen Militäreinsätzen im Ausland haben keinen Schadenersatzanspruch an den deutschen Staat. Ja, äh, der Bundesgerichtshof macht hier eine andere Argumentationslinie auf. Er sagt also sinngemäß, wo gehobelt wird, fallen Späne. Aber deshalb hat das Holz noch lange kein Recht, den Tischler zu verklagen. Ja, ist ein bisschen abstrakt. Also, was gemeint ist, im Krieg passieren halt Dinge, nicht wahr? Fehler, Kollateralschäden, solche Sachen. Und das kann man eben nicht unbedingt kontrollieren. Im Krieg. Aber, meine Damen und Herren, aber das war doch damals überhaupt gar kein Krieg, nicht? Das hat dieses linke Gesoxe, hat das immer gesagt, ihr führt Krieg in Afghanistan, ihr führt Krieg. Und der Staat hat gesagt, nein, das ist kein Krieg. Das ist ein Stabilisierungseinsatz. Ja, das gibt es auch. Stabilisierungseinsätze, die älteren werden sich erinnern. Deutschland hat ja im letzten Jahrhundert an zwei großen Stabilisierungseinsätzen teilgenommen. Und da sollte aber eben nicht Afghanistan, da sollte im Grunde gleich die ganze Welt stabilisiert werden. Und das ging ja dann richtig ins Geld, nicht das? Oh, der deutsche Staat musste blut. Also Entschädigungen, Denkmäler, Festschriften, Stolpersteine, das ganze Zeug, also richtig teuer. Und deswegen will man das jetzt ändern. Aus Kostengründen. Und das ist übrigens nicht nur in Deutschland so. Es gab ja früher mal den Rechtsgrundsatz des Verursacherprinzips. Also wer einen Schaden zu verantworten hat, der haftet. Diesen Grundsatz hat man jetzt etwas modifiziert. Die Verantwortung wurde outgesourced. Und jetzt haftet nur noch der, der den Schaden hat. Ja, und deswegen zahlen wir eben auch keine Entschädigung. Nein, natürlich nicht. Warum denn? Weil die Opfer unseres Fehlverhaltens ja schon selbst bezahlt haben. Mit ihrem Leben. Und wenn wir jetzt auch noch was dazugeben würden, dann wäre es ja so eine Art Doppelbuchung. Ja, ist jetzt eine Logik, nicht? Da muss man sich ein bisschen einfummeln, bis man es richtig verstanden hat. Ja gut, aber wir kennen das auch aus anderen Bereichen. Zum Beispiel aus der Bankenkrise. Auch da wurde ja die Verantwortung outgesourced. Vielen Dank noch mal, liebe Steuerzahler. Und da hätte man natürlich damals auch sagen können. Ja, und was ist jetzt mit diesem Spruch hier? Eigentum verpflichtet, nicht? Eigentum verpflichtet. Da sagen viele, genau das kenne ich. Eigentum verpflichtet. Was ist das? Lenin, Honecker, Sarah Wagenknecht. Nein, das ist Grundgesetz Artikel 14. Das sind jene Teile des Grundgesetzes, die McKinsey noch nicht überarbeitet hat. Aber die stammeln halt auch noch aus einer ganz anderen Zeit. Das war ja eine Reaktion damals auf den zweiten großen Stabilisierungseinsatz. Und deswegen glaube ich, das ist genau unser Problem heute, dass es also immer schwieriger wird, der eigenen Tat auch eine Verantwortung zuzuordnen. Aber was willst du machen? Was willst du machen? Wie sagt der Ägypter? Wie sagt der Ägypter? Du kannst nicht beides haben, eine dicke Frau und Platz im Bett. Aufhören mit dem blöden Geklatsche und aufhören mit dem Arschgewarf. Sehe ich das richtig? Dass Sie, Frettchen, sich in meinem Gerichtssaal über dicke Menschen lustig machen? Also auf gar keinen Fall, euer Schweren. Dann machen wir jetzt weiter, ich bleib dir für unschuldig. Ach so, Entschuldigung. Mein Kollege meint, Deutschland ist unschuldig, weil die Vorbereitung eines Angriffskrieges nach § 80 Strafgesetzbuch nicht zweifelsfrei erwiesen werden konnte. Moment, Moment, Moment. Was ist denn mit der Beteiligung am Syrieneinsatz? Die zählt nicht. Zitat, nach dem eindeutigen Wortlaut des § 80 Strafgesetzbuch ist nur die Vorbereitung von einem Angriffskrieg und nicht der Angriffskrieg oder die Beteiligung daran strafbar. Entschuldigen Sie bitte, wer schreibt denn so einen Unfug? Der Generalbundesanwalt. Damit hat er die Klage gegen Gerhard Schröder abgewiesen. Damals ging es um die Beteiligung des Bundesnachrichtendienstes im Irakkrieg. Aber damit kann sich Deutschland ja an jedem Angriffskrieg beteiligen. Ja, solange er von anderen vorbereitet wurde. Das ist doch wunderbar, da können wir überall ungestraft humanitär intervenieren. Rohe, im Namen der Schlachtschüssel ergeht folgende Lösung. Sie wollen Völkerrecht? Sie wollen angreifen? Und wie bringen wir das jetzt beides zusammen? Also, ich würde sagen, wir machen ein Gesetz, das nicht nur die Vorbereitung, sondern auch die Durchführung von Angriffskriegen verhindert. Das aber gleichzeitig möglich ist, dass Völkerrechtswillige Angriffe auch erlaubt sein können. Haben Sie überhaupt Jura studiert? Ein solches Gesetz wäre ja ein Justizskandal. Nein, das ist ein Justizskandal. Dieses Gesetz ist bereits in Vorbereitung und es soll 2017 in Kraft treten und damit ist die Sache eigentlich erledigt. Ein Schuss aus ist aber ein Skandal, das gibt's ja gar nicht. Ich war schon lange genug ruhig. In Aleppo werden Tag für Tag Zivilisten massakriert. Und wer sitzt hier auf der Anklagebank? Deutschland. Und wer wirft die Bomben auf Aleppo? Das ist doch wohl Russland und wir tun nichts. Wer sind Sie denn überhaupt? Ich bin Rita Realo von den Grünen und ich klage an Russland. Ja, wunderbar. Endlich sagt's mal jemand. Wir übernehmen die Anklage von Russland, wenn Sie sich hier hinsetzen wollen. Dann brauchen wir jetzt noch einen Verteidiger für Russland. Wer will das machen? Dann ernenne ich jetzt einen Pflichtverteidiger für Russland. Sie. Ich. Wieso nicht, Herr Kollege? Das wäre ja nicht das erste Mal, dass Sie Putin verteidigen. Gut, nichts einfacher als das. Mein Mandant Russland agiert in Syrien auf Einladung des Staatschefs Assad und damit völlig in Einklang mit dem Völkerrecht. Euer Ehren, das ist doch jetzt wirklich... Richtig? Ja, formal vielleicht. Sie verteidigen hier vielleicht das Völkerrecht, aber wir müssen doch die Menschen schützen vor den russischen Bomben. Was wir brauchen ist eine Flugverbotszone über Syrien. Sie wissen, dass eine solche Flugverbotszone eine militärische Konfrontation mit Russland bedeuten würde. Ach so. Dann fordere ich die Androhung einer Flugverbotszone. Und wer soll das machen? Die Bundeswehr? Ach so. Dann fordere ich härtere Sanktionen gegen Russland. Aber das bringt doch den Menschen in Aleppo kurzfristig gar nichts. Ach so. Dann fordere ich was? Maus. Was für den Frieden? Jawohl. Einspruch, euer Ehren. Ich werde beweisen, dass diese Frau schon lange nicht mehr für den Frieden spricht. Und wer könnte das besser beweisen als mein überzeugender Überraschungszeuge der wahre Pazifismus? Was? Ich habe da die Masche noch gar nicht fertig. Einspruch, das ist nur die Einführung eines völlig abgenudelten Klischees. Abgelehnt. Herr Pazifist, bitte kommen Sie nach oben zum Gericht. Und dann erzählen Sie bitte dem Gericht unter Ehrenwerten Jury, ob diese Grüne immer noch für den Frieden steht. Äh, Rita? Hä, wie? Moment mal, kennen Sie sich, oder was? Naja, wir waren mal zusammen und dann hat sie mich betrogen mit Joschka Fischer in Jugoslawien damals. Und dann hat sie mir den Laufpass gegeben. Ja, mit dir soft, die hältst ja keiner auf Dauer aus. Immer nur reden. Srebrenica, wir müssen reden. Krosny, wir müssen reden. Aleppo, wir müssen reden. Unser Therapeutin hat gesagt, reden ist gut. Aber wir müssen was tun. Aber wir tun doch schon so viel. Ja, was tun wir denn? Wir unterstützen zum Beispiel die Sanktionen gegen Syrien. Das sind die stärksten und schwersten Sanktionen, die der Westen je organisiert hat. Ganz genau, laut UN sind diese Sanktionen einer der wichtigsten Faktoren für die verheerende Verschlechterung des syrischen Gesundheitssystems. Ja, und wenn ich es für dich mal ins Empörte übersetzen darf, ja, in den Krankenhäusern sterben Menschen wegen uns. Nein, die sterben bei russischen Bomben drauffallen. Hast du mal überlegt, warum denn überhaupt kein medizinischen Güter mehr da ankommen wegen der Sanktionen gleichzeitig? Aber ja, tonnenweise Waffen durchgehen vom CIA an die Rebellen. Hast du dir das mal überlegt? Ja, darauf haben wir gewartet. Nicht das CIA-Tourette der Friedensbewegung. Wer war schuld in Kuba? Der CIA. Wer war schuld im Iran? Der CIA. Wer war schuld in Syrien? Der CIA. Ja, aber stimmten das nicht? Doch, doch, aber es ist zu einseitig. Wir reden hier wieder nur über Amerika. Wir müssen reden über Putin und Assad. Die Bomben durch Syrien zurück in die Steinzeit. Einspruch, euer Jan. Wenn man der Anklage so zuhört, könnte man den Eindruck bekommen, bei dem syrischen Konflikt handelt es sich ausschließlich um eine Auseinandersetzung zwischen der russischen Luftwaffe und syrischen Kinderkrankenhäusern. Da stellt man sich doch die Frage, warum ist dieser Krieg noch nicht zu Ende? Wie schlecht muss diese russische Luftwaffe sein? Könnte es nicht eher so sein, dass der Gegner gar nicht nur aus wehrlosen Krankenhäusern besteht, sondern eben aus bewaffneten Rebellen, die ihrerseits Krankenhäuser und Zivilisten in West-Alleppo beschießen? Seitdem sich Russland in den Syrien-Konflikt eingemischt hat, sind durch russische Bomben mindestens 8500 Zivilisten getötet worden. Das sind dreimal mehr als durch die Angriffe der amerikanischen Luftwaffe beim Kampf gegen den IS. Aber das ist ja egal, weil die syrischen Kinder werden von Russland ja im Einklang mit dem Völkerrecht zerfetzt. Hoorah! Die Inge hat mir grad geschrieben. Sie schreibt, dass es zum Bündler und zum Sauerkraut auch noch frische Plunzen gibt. Da freue ich mich. Ja, also das mit den russischen Bomben, das ist nicht okay. Nicht okay? Soweit sind Sie bereit zu gehen? Nicht okay? Werden Sie als Pazifist bereit, sich vor eine russische Botschaft zu stellen mit dem Transparent, hey, das ist nicht okay? Natürlich nicht. Ich bin ja so oft gegen die Amerikaner auf die Straße gegangen. Ich weiß ja gar nicht, wo die russische Botschaft ist. Das ist ja wieder typisch. Und außerdem ist die Großmacht Russland auch ganz oft gedemütigt worden. Ach, und deswegen darf Putin jetzt allen beweisen, dass er auch Bomben auf Zivilisten schmeißen kann. Und der Pazifist findet das auch noch okay. Einspruch! Warum? Weil in den 80er Jahren waren die Fronten ja auch viel einfacher. Einspruch! Warum? Weil er da Recht hat. Es wird ja alles jetzt so kompliziert, da kann man ja gar nicht mehr einfach moralisieren. Ach, Rita, willst du es nicht doch nochmal versuchen mit dem Pazifisten ein bisschen reden? Kennst du die Geschichte von dem Pazifisten, der es in die Regierung geschafft hat? Nee. Ich auch nicht. Zeh, fix noch mal. Jetzt noch mal für ein einfaches Gemüt zum Mitschreiben. Ist jetzt der Putin schuldig oder ist er unschuldig? Nein! Ich hab jetzt definitiv genocht. Es ist Viertel vor Schlachtschüssel. Ihr zwei Doltis. Geht jetzt in das Richterzimmer rein und handelt aber rackzack einen sauberen Vergleicher. Wieso sollte sich der West mit einem Kriegsverbrecher vergleichen? Jemen. Wir sind gleich wieder da. Immer wenn ich die zwei Herren so anschaue, muss ich an meine Schwestern denken. Meine großen, stolzen, großherzigen Schwestern. Meiner Meinung nach müssen das wirklich zwei sonnige Sonntage gewesen sein, wo meine einzigartigen Geschwister das Licht der Welt erblickt haben. Ich glaube an dem Tag wurden wichtige Erfindungen gemacht. Völker, wo lang Griech war, haben Frieden geschlossen und über den ganzen Land war ein schöner Duft und alles hat gefungelt in Pracht und Herrlichkeit. Bei mir persönlich hat es dann noch einige Zeit gedauert, bis ich die Bühne des Affentheaters betreten habe. Ich war am Anfang eher im Randbereich angesiedelt, war ungefähr so groß, habe den ganzen Tag seltsame Geräusche von mir gegeben und noch seltsamere Gerüche, kannst du sagen. Hab dann so ein wenig von mich hin plappert. Irgendwann habe ich eine kleine Silbe gesprochen, dann ist ein Wort daraus geworden, dann aus ein paar kleine Wörter habe ich einen ganzen Satz gesprochen. Viel hat sich seit der Zeit nicht verändert. Und das Allerschönste für mich ist gewesen, da habe ich schon laufen können und wenn die Mutter einen Kuchen gebacken hat, habe ich aus dem Topf immer einen Teich rausgelegt. Das Allerschönste ist immer gewesen, wenn meine huldvollen Engelsschwestern zu mir Glampumen gesagt haben, pass auf Matthias, heute spielen wir mal weg. Und da sind wirklich diese Engelsmatonengestalten mit mir am Samstag im Wohnzimmer gesessen und für mich war das Glück grenzenlos und himmelhoch, kannst du sagen. Wir haben gerne das Gänse-Spiel gespielt. Da hat jeder aus Weißblech so eine kleine Gans gehabt und die hat man über so ein Spielfeld drüber geführt. Man hat würfeln müssen, dass man vorwärts kommt und ich konnte schon selbstständig würfeln. Ich habe von eins bis sechs, erzählen können und mehr brauchst du ja eigentlich zum Würfeln. Dann war es so, dass man mit der kleinen Gans auf das Ereignisfeld gekommen ist und dann haben die Schwestern aus einer eng bedruckten Spielanleitung vorgelesen, was da passiert. Das haben die in ihrer ganzen gottgleichen Gnade vorgelesen. Ich war da gesessen mit den Schwestern und war überglücklich. Und da weiß ich noch ganz genau, da spielen wir und spielen wir und ich hatte irgendwann so einen leisen Verdacht, was die Schwestern da aus der Anleitung vorgelesen ist. Ich hatte da so einen leisen Verdacht, dass das vielleicht überhaupt nicht so hundertprozentig mit dem übereinstimmt, was in der Anleitung steht. Die haben auch immer so gelacht dabei und grinst und die Eckzellen haben vorgeleuchtet. Und ich dachte mir, die improvisieren ein wenig oder was. Und dann war es wirklich so, dass das hohe Glück wie ein Furz am Gipfelkreuz verweht wurde. Schwarze Wolken sind aufgezogen. Ich war eigentlich im großen Glück, ich war ganz vorne mit meinem kleinen Gänsel. Und dann habe ich gewürfelt und dann lachte eine Schwestern, bitterbös, dämonisch, steufelt gleich eine böse Hexe und lacht und lacht und spuckefetzen sie nie aus dem Mund. Und hat gesagt, du musst zurück auf los und drei Wochen aussetzen. Und da habe ich genau gewusst, diese Saubrut, diese giftige Schlange hat gelogen ohne Ende. Ich kann es nicht nachkontrollieren, ich habe Brille wie am Spieß. Und dann ist meine Mutter reingekommen und hat gefragt, was denn los sei. Und dann haben meine Schwestern so schnippisch gesagt, dass der kleine Mann mit dem großen Kopf nicht verlieren kann. Und ich habe brüllt und habe gesagt, ich werde gemeinhin das Licht geführt von den eigenen Verwandten. Und dann hat meine Mutter ausgeholt, das war eine Rechtshänderin, und hat denen eine Drecksbrexen, eine ordentliche Kopfnuss beigegeben. Und dann haben sie auch geweint. Dann sind die aus dem Zimmer hinaus und ich habe mich in den Busen von meiner Mutter reingearbeitet. Meine Mutter hat Busen gehabt, so etwas wird heute ja nicht mehr gebaut. Ich habe mich da reingearbeitet und geflennt und geflennt. Und so geht es im Endeffekt ja immer weiter. Du wirst ja angeschmiert, angeschissen, von Strich bis Faden sozusagen. Lachen ist nicht so blöd. Du denkst am Anfang, alle Tiere sind gleich, aber irgendwann merkst, manche sind gleich. Und die, die die Gesetze machen, die übertreten sie auch. Die Arschlöcher, die Gänse, die Kander, die baden sie auch. Das ist mir dann klar geworden. Und das war der andere Leute klar. Und dann fangen sie zum Flennen an im hohen Alter und flehen die Herren an um eine Wendengate. Und in ihrer ganzen Verzweiflung zünden sie dann die Behausungen, die Obdachbehausungen von den aller Elends an. Oder hocken sie am Dienstagabend mit dem breiten Arsch aufs Sofa und schauen sie Kabarett im Fernsehen an. Nochmal. Ihr Mandant, die USA, sind seit Beginn des Krieges im Jemen aktiv beteiligt. Er liefert seinen Verbündeten Saudi-Arabien Waffen, betankt Jets, stellt Militärpersonal, erfasst Ziele. Ergebnis, tausende getötete Zivilisten. Ja, nochmal. Russland macht dasselbe in Syrien. Ergebnis, tausende tote Zivilisten und über 9 Millionen Menschen in Syrien, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Nochmal. Im Jemen sind über 16 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nochmal. Das kann man nicht vergleichen. Sehen Sie, Syrien ist auf der Titelseite, Jemen nicht. Kommen wir nochmal zurück zu Punkt 119b. Sie werfen meinem Mandanten Russland den Einsatz von Streubomben in Syrien vor. Ja, es gibt eine UN-Konvention, die verbietet den Einsatz von Streubomben. Ihr Mandant Russland hat diese Konvention mal wieder nicht unterschrieben. Sie meinen dieselbe UN-Konvention, die auch ihr Mandant USA nicht unterschrieben hat. Wozu sollten wir diese Konvention unterschreiben, wenn wir die Bomben nicht so einsetzen wie ihr Mandant Russland? Die Berichte von Human Rights Watch kennen Sie ja. Sie meinen, dass Human Rights Watch das bestätigt hat, dass es amerikanische Streubomben sind, die im Jemen abgeworfen werden. Das lässt sich nicht vergleichen. Sehen Sie, Sie werfen Streubomben ab. Wir lassen sie werfen. Glauben Sie, dass der Betroffene einen Unterschied merkt? Punkt 120. Geben Sie zu, dass Sie Krankenhäuser von Ärzte ohne Grenzen bombardiert haben. Lustig. Ich wollte Ihrem Mandanten gerade selber vorwerfen, dass er die Krankenhäuser von Ärzte ohne Grenzen bombardiert. Aber wir greifen nicht so viele Krankenhäuser an wie Ihr Mandant. Im Jemen haben Sie eine Hochzeitsgesellschaft bombardiert, 100 Tote. Das war damals aus Versehen. Die Beerdigung, 140 Tote. Das war der Verbündete aus Versehen. Dumme Sache, was? Die smartesten Bomben schießen dauernd daneben. Soll ich Ihnen die Opfer der russischen Bombenabwürfe in Syrien nochmal vorrechnen? Soll ich die Irak-Akte nochmal rausholen? So kommen wir nicht weiter, Herr Kollege. Saudi-Arabien bombardiert übrigens im Jemen Hühner und Kühe. Was? Ja, schauen Sie hier. Die saudische Koalition zerstört im Jemen bewusst die Landwirtschaft. Bauernhöfe, Tiere, alles Dinge, die die Menschen im Jemen zum Überleben brauchen. Folge. Ganz Jemen ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die kommt aus dem Ausland. Und zwar aus dem Ausland, das Ihnen vorher die Bomben geschickt hat. Saudi-Arabien. Übrigens der Verbündete ihres... Ich weiß, ich weiß. Sieh mal, was lustig ist. Saudi-Arabien durfte seinen Sitz behalten im Moment im Menschenrechtsrat. Russland hat seinen verloren. Sagen Sie, Herr Kollege, was unterscheidet unsere Mandanten eigentlich noch voneinander? Gute Frage. Ja, ich könnte sagen, meine Seite, naja, hat das Völkerrecht vielleicht nicht mal ganz eingehalten, aber wir hatten zumindest den Anspruch. Wenn die Leute wüssten, dass unsere Mandanten sich nur so aufführen, weil sie nie dafür verantwortlich gemacht werden. Wenn die Leute wüssten, dass die USA den internationalen Strafgericht so quasi und für sich überhaupt nicht akzeptiert haben. Und Russland auch nicht. Saudi-Arabien auch nicht. Syrien auch nicht. Ich hab einen Unterschied. Was? Was? Der American Service Member Protection Act. What the fuck? What the fuck? Der US-Präsident laut Gesetz hat das Recht, jeden amerikanischen Staatsbürger, der vom internationalen Strafgericht so verknackt werden soll, da rauszuholen. Und jetzt mal auf, das steht da drin, Notfalls per Invasion in Holland. Das würde sich Putin tatsächlich nicht trauen. Erinnern Sie sich damals vor 70 Jahren beim Kriegsverbrecherprozess in Nürnberg? Haben sich alle Staaten hingesetzt und gesagt, dass alle Völker der Welt das Recht, sich dem Recht unterwerfen, um künftig Kriege zu vermeiden? Der Chefankläger Robert H. Jackson hat gesagt, Zitat, wiederkehrende Kriege sind bei internationaler Gesetzlosigkeit unvermeidlich. Wir können Gewaltherrschaft nur beseitigen, wenn wir jedermann vor dem Gesetz verantwortlich machen. So, die Verhandlung wird fortgesetzt. Und? Was machen wir jetzt? Na ja, was wir immer machen. Weiter. Herr Kollege, the show must go on. Sind Sie so weit? Nein, nein, nein, nein! Das Falkerecht ist nicht zu verhandeln, Herr Kollege. Hören Sie doch auf, Ihr Mandant, die USA, spielt sich als Weltpolizist auf, aber hält sich doch selbst nie an die Regeln. Ein Polizist, der einen Bankräuber verfolgt, der muss sich nicht ans Tempolimit halten. Ach, auch wenn er dabei 12.000 Leute überfährt? Wo ist eigentlich der Richter? Inge. Eure Herren, ich werde beweisen, dass sich die Einstellung Amerikas zum Völkerrecht auch künftig nicht ändern wird. Wie wollen Sie denn das beweisen? Ich rufe in den Zeugenstand die künftige Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika. Außerdem im Einspruch, es steht noch überhaupt nicht fest, dass meine Mandantin Präsidentin wird. Ach, Sie meinen das ernst? Gut, dann holen wir auch noch den anderen. Donald Trump. Ein Spruch, dafür haben wir überhaupt nicht mehr genügend Darsteller. Das glauben auch nur Sie. Das ist ein Gerichtssaal und kein Zirkus. Mein Gott, jetzt sind die Horrorclowns auch in Deutschland. Fürs Protokoll, Ihr Name ist? Hillary Clinton, geborene Rotem. Geborene Kriegstreiberin, würde vielleicht besser passen. Ich sage nur Libyen, Irak, Syrien. Ein Spruch, wenn die Gegenseite darauf anspielt, dass meine Mandantin nicht davor zurückgescheut ist, in Frieden notfalls mit Waffengewalt durchzusetzen, dann liegt sie vollkommen richtig. Denn meine Mandantin ist eine Realpolitikerin. Ah ja? Dann wird die Frage erlaubt sein, in welcher Realität lebt sie. Was sollen Sie denn damit sagen? Frau Clinton, Sie haben mehrfach militärische Interventionen befürwortet. Darf ich Sie fragen, haben Sie selbst eigentlich Erfahrungen mit Kampfeinsätzen? Oh ja, ich war selbst an der Front in Bosnien. Ich erinnere mich genau 1996. Ich war First Lady, bin aus dem Flugzeug gestiegen und musste unter Scharfschützenbeschuss um mein Leben laufen. Oh, wir wären alle so gerne Zeuge gewesen Ihrer Tapferkeit, ma'am. Kein Problem, ich habe die Fernsehberichte von dem Bosnienbesuch mitgebracht. Das war die süße Zeit, die wir haben. After CBS News Video showed what really happened when she landed and greeted officials, Senator Clinton maintained there were risks, but explained to the Philadelphia... Das waren die süßesten Scharfschützen, die ich hier gesehen habe. Ein Spruch. Moment, die Geschichte, die meine Mandantin hier erzählt hat, mag vielleicht nicht stimmen, aber was stimmt, ist doch, dass sie diese Geschichte erzählt hat. Beweisstück F. I remember landing under sniper fire. We basically were told to run to our cars. Now that is what happened. Das sage ich ja, die ganze Zeit sage ich das schon. Die Bitch ist eine Gottverdammte Lügnerin. Moment, und das kommt von einem notorischen Lügner. Wissen Sie, was das bedeutet? Das bedeutet, meine Mandantin sagt die Wahrheit. Quot erat demonstrando. Na super, ganz toll. Auf Französisch hört sich das Freilich klasse an. Ihre Mandantin hat 1999 ohne jeden Grund den Jugoslawienkrieg befohlen. Meine Mandantin war damals lediglich First Lady. Ich hab noch nie was mit einer First Lady gehabt. Deswegen muss ich ja Präsident von Amerika werden. Also was hatten Sie denn jetzt mit dem Angriff zu tun? Ich war auf Dienstreise in Afrika und dann habe ich meinen Mann angerufen und habe gesagt, Monika, gib mir mal Bill. Bill, du musst jetzt Jugoslawien bombardieren. Ja, aber das hat sie natürlich nur gesagt, weil es zuvor im Kosovo massenhaft ethnische Säuberungen gegeben hat. Aber es gab später große Zweifel daran, dass es diese ethnischen Säuberungen überhaupt gegeben hat. Das ist doch unwichtig. Viel wichtiger ist doch, dass es sie vorher zweifelsfrei gegeben haben soll. Sonst hätten wir ja gar nicht angegriffen. Genau wie damals im Irak. Da gab es ja auch vor dem Angriff zweifelsfrei Massenvernichtungswaffen. Sonst hätte ich dem Krieg als Senatorin niemals zugestimmt. Ja, aber große Politiker sind ja bereit, ihre Fehler einzugestehen. Es war falsch, 2003 Irak anzugreifen. Was haben Sie denn aus diesem Fehler gelernt? Es war richtig, 2011 Libyen anzugreifen. Dazu möchte ich sagen, dass Barack Obama bereits öffentlich verkündet hat, dass der Libyenkrieg sein größter Fehler war. Einspruch an die Frau Clinton war damals Außenministerin im Kabinett und sie hat diesen Krieg entgegen dem Willen Barack Obamas forciert. Eine Mitarbeiterin in ihrem Ministerium hat in einer Mail geschrieben, Obama in dieser Frage umgedreht zu haben sei ein großer Sieg. Ach ja, ach ja. Was ich mich viel mehr frage ist, warum reden wir nicht mehr über seine Angriffe. Jetzt hör ich mal, ich persönlich habe noch nie Libyen angegriffen. Samantha, Jessica, Mindy. Mit der Luftwaffe? Mit der Zunge. Hatten Sie denn überhaupt ein UN-Mandat? Nein, überhaupt nicht, aber große, große Lust. Natürlich hat es ein UN-Mandat gegeben, um Gaddafis Truppen daran zu hindern, dass sie weiterhin Zivilisten massakrieren. Aber es gab kein UN-Mandat, um Gaddafi zu stürzen. Das ist doch... Es war eine Art Kollateralnutzen. Ja, ich bitte Sie, es gab hinterher große Zweifel, ob es überhaupt massenhafte Menschenrechtsverletzungen durch Gaddafis Truppen gegeben hat. Das ist doch unwichtig. Viel wichtiger ist es, dass es vorher welche gegeben haben soll. Außerdem haben wir das Töten gestoppt. Ja, machen Sie Witze. 90 Prozent der libyschen Kriegstoten gab es während und nach dem NATO-Einsatz. Sie haben in Libyen das Chaos geschaffen. Das ist doch unwichtig. Viel wichtiger ist doch, was macht Donald Trump? Ich habe einen Plan. Ja, Frau Klinken, haben Sie denn einen ähnlichen Plan für Syrien? Ja, meine Mandantin tritt öffentlich für die Errichtung einer No-Fly-Zone ein. Um die Zivilisten zu schützen. Ja, das hört sich doch ganz vernünftig an. Das tut es gar nicht. Um eine No-Fly-Zone durchzusetzen, müssten Sie die syrische Luftabwehr mit Raketen beschießen. Diese befinden sich häufig in dicht besiedelten Gebieten. Das würde eine Menge Syrer töten. Wer sagt denn sowas? Wer sagt denn sowas? Wer könnte sowas bloß sagen? Wer, wer, wer? Ich kann Ihnen sagen, wer soll was sagen könnte. Hillary Routham-Clinton in einer Rede vor Goldman Sachs. Beweisstück G. Ich muss mich ganz kurz mit meiner Mandantin beraten. Einspruch. Jetzt bin ich mal gespannt. Meine Mandantin hat für diese Rede 225.000 Dollar bekommen. Sie war also offensichtlich gekauft. So, und außerdem war die Rede geheim. Das heißt, Sie sagen also die Wahrheit nur im Geheimen und gegen die Zahlung von 225.000 Dollar? Ja. Also, wenn man jetzt 225.000 Dollar hat, schau mal. Aber euch einmal ist doch überhaupt nicht das Problem. Die haben wir doch. Entschuldigung, Einspruch, Euren. Nein, das möchte ich jetzt sehen. Ja, ich auch. Oh ja, oh ja. Moment, wir sind hier nicht im Öffentlichen Gerichtssaal und das ist ja nicht geheim. Moment, das lässt sich ganz schnell ändern. So, Frau Clinton, jetzt flüstern Sie mir mal Ihre Geheimnisse. Was? Der wird der nächste Bundespräsident? Ah! Au! Du blöde Socken, du blöde! Dafür habe ich auch 225.000 Dollar gezahlt! Euer Jan, hohes Gericht. Damit steht Einwand 3 fest. Frau Hillary-Rotten-Clinton hat noch bevor sie Präsidentin wurde vier Länder angegriffen. Hohes Gericht. Damit steht fest, Donald Trump hat noch bevor er Präsident wurde elf Frauen, zwölf Frauen angegriffen. Und, liebe Jury, wenn ich die Wahle zwischen einem Kandidaten der andere Länder angreift und einem Kandidaten der Frauen angreift, dann wüsste ich doch, für wen ich mich entscheide. So, meine Damen und Herren, ist es an Ihnen, einen Urteil zu fällen. Lassen Sie sich bitte nicht leiten durch Sympathie oder Antipathie der einen oder anderen Kriegspartei gegenüber. Urteilen Sie bitte nur danach, was Sie selbst für richtig erachten. Und schreiben Sie uns oder twittern Sie uns unter dem Hashtag selbstjustiz. Ja? Ja? Was? Ja, das ist ja furchtbar! Ja. Ja, ja. Ja, Inge. Ich sag's ihm. Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Brunsverreck. Die Schlachtschüssel ist kalt. Das war die Anstalt! Heute mit Simone Saiger! Frank Lüdeke! Und Matthias Egerstaffer! Thank you! Good night!