Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Leute, hört zu. Leute, ein Autohaus. Ein Autohaus. Guckt ihr hier. Hier will ich sterben, später. Wir kaufen jetzt gemeinsam ein Auto als Familie. Ich rede und verhandle. Und für euch gilt Reden ist Schweigen. Silver ist Gold. Mama, was machen wir hier eigentlich? Wir wollen hier eine intakte Familie darstellen. Wenigstens am Samstag. Entschuldigung. Hallo. Herzlich willkommen im Autohaus von Wagner. Weil die Freude am Fahren auf den Spaß und Preis trifft. Mein Name ist Zwetschke. Was kann ich für Sie tun? Hallo. Im Endeffekt, vom Ding her, Auto vielleicht. Wir suchen etwas Sparsames, etwas Einfaches. Was? Wir suchen ein Auto. Alles andere ist ja blöd. Da habe ich doch was für Sie. Wie wäre es zum Beispiel mit diesem wunderbaren Cousine? Masculin. Trotzdem strahlt er eine bisschen Leichtigkeit aus. Genauso wie Sie. Die Frage hat er auch gesehen. Mit Abstand zur Verstärkung. Weißt du, wo denn ein Ding ist? Ich sehe, Sie kennen sich aus. Spinnst denn du? Den können wir uns doch gar nicht leisten. Ja, natürlich nicht. Den kann sich im Grunde keiner leisten. Und wieso fahren dann so viele von denen rum? Weil es subventioniert wird. Mit 4,3 Milliarden Euro um Jahr nennt es sich Dienstwagenprivileg. Deswegen sind zwei Drittel aller Neuzulassungen Dienstfahrzeuge. Das ist ja ein Privileg. Der Arbeitgeber kauft einen solchen Wagen als Firmenwagen. Er kann ihn von der Steuer absetzen. Damit Sie sich dann auch privat hinter dem Steuer absetzen können. Ist das nicht wunderbar? Heißt das jetzt, dass die Kassiererin im Supermarkt mit ihren Steuern den besser verdienenden Angestellten sein Dienstwagen mitfinanziert? Es gibt ihn auch in Daytoner Grau mit Perl-Effekt. Ja, aber mir sucht was Sparsames. Sie können rechnen, ich auch. Wenn Sie als Privatmann zum Beispiel einen VW Polo kaufen, dann kostet der Sie im Monat um die 420 Euro. Wenn Sie einen Q7 als Dienstwagen fahren, dann kostet der Sie als Privatmann im Monat ungefähr nur 380 Euro. Schatz, wenn nicht wann, dann jetzt. Der passt doch gar nicht in unsere Garage. Der steht vor der Garage, sonst sieht ihn ja niemand. Chef, Spaß auf die Seite. Wie viele Pferde pro PS hat der? Welche linke Seite? Schnalen Sie sich an, 430 PS. 430 PS? Einwandfrei. Wozu brauchst denn du 430 PS? Die Garageauffahrt ist ein bisschen schräg. Hier steht etwas von Zuziehhilfe für die Tür. Hat er. Was heisst gleich noch mal SUV? Sports Utility Vehicle für den sportlichen Fahrer. Der seine Tür von alleine nicht zukriegt, oder was? Achten Sie auch auf die erhöhte Sitzposition, die dem Fahrer einen besseren Rundumblick verschafft. Achten Sie auch auf den erhöhten Kühlergrill, die Kindern ein viermal höheres Todesrisiko beschert. Es gibt ihn jetzt auch mit Kontrastnaht und Rautensteppung. Rautensteppung? Aber wie ist das mit dem Klima? Ach, doch serienmäßig. Ja. Ich meine, natürlich ist der sehr schädlich für den Klimawandel. Ja, das hat er auch serienmäßig. Die blasen 6 Mio. t CO2 raus. Muss man sich vorstellen wie Kohle. Extrem subventioniert, extrem dreckig. Finde ich völlig in Ordnung. Aber warum dann Porsche Cayenne? Warum nicht Porsche Kohlegrube zum Beispiel? Oder VW Flöts? Sie sind der Umwelt zu geneigen. Und wie ich immer sage, willst zu wenig CO2, kommst am Diesel nicht vorbei. Oder wie ich immer sage, das ist ja das Perfide, der Diesel macht die Stickoxide. Stickoxide? Ich glaube, das will ich nicht. Na dann würde ich Ihnen natürlich zu einem Benziner raten. Und zwar direkt an Spritzung. TSI. Genau, der sorgt dann für so viel Ruß wie ein Diesel vor 20 Jahren. Ach, ich glaube, das will ich auch nicht. Na, aber das ist doch das Schöne. Sie können sich ganz frei entscheiden, auf welcher Abgastyp bin ich. Bei Ihnen würde ich zum Beispiel darauf tippen, Ruß. Ruß, sauber. Und bei Ihnen vielleicht eher so ... Was soll das jetzt heißen? Ich habe gar nicht die Wahl, ob ich die Umwelt verpeschte, sondern bloß wie. Die Automaten aus Nubuckleder sind jetzt übrigens recycelbar. Ich glaube, ich will gar kein Auto mehr. Dann haben wir etwas für Sie. Bitte? Ein Auto. Was? Ja, nicht irgendein Auto, ein Elektroauto. Wie sage ich immer, alle Wege führen nach Strom. Sehen Sie, dieses Auto ist sauber, effizient und geräuscharm. So wie Sie. Hässle, hässle, guck mal, das ist ein Stromauto. Das wäre doch was für uns. Strom. Ein Akkuschrauber. Und wenn die Batterie leer ist, an der linken Seite stehen wir da und können nicht winken. Lässt jetzt mich mal. Was hat er denn für eine Reichweite? Oh, erschneiden Sie sich fest. 150 Kilometer. Mit Kabeldrommel 5 Meter dazu. Wenn ich einmal ein Interesse für ein Auto habe, das langt, das ist wunderbar. Richtig, in Anbetracht der Tatsache, dass ein Drittel der Autofahrten ja unter 3 Kilometern stattfindet. Und das ist der Clou, der Start gibt 2.000 Euro noch dazu. Gibt es bei Ihnen auch irgendwas, was nicht subventioniert ist? Schauen Sie mal, das Auto ist so sauber, das hat nicht mal einen Auspuff. Ja, weil der Auspuff vom Elektroauto der Schornstein vom Kohlekraftwerk ist. Ja, Moment. Ja, das ist ... Das ist ... Ja, das ... Jetzt noch vielleicht. Aber in ein paar Jahren ist der Strom ja sauber. Aber wenn jetzt nur jeder Fünfte umsteigt auf ein Elektroauto, wird so viel Lithium verbraucht, dass es in 3, 4 Jahren gar nichts mehr da ist. Ja, in ein paar Jahren. Aber Sie wollen ja jetzt ein Auto, nicht? Ich bin. Aber es wird so viel Energie verbraucht, um dieses Auto herzustellen, dass man erst mal 28.000 Kilometer fahren muss, das schaffe ich doch mit links. Da fahre ich morgens mit dem Stromauto zum Bäcker und zurück und gegenüber zum Supermarkt an der anderen Straßenseite. Und wenn ich nachts mal raus muss ... Aber Mama, du bist doch immer Fahrrad gefahren. Ja, damit ist jetzt Schluss. Ab heute fahre ich die Umwelt sauber. Ja, das ist die richtige Anstellung. Wenn ich noch eines anmerken dürfte. Wissen Sie, wo auch sehr viel Lithium verbaut wird? In Smartphones. Darf ich mal ganz kurz zusammenfassen, nicht wahr? Sie möchten am Berg überholen. Sie möchten keinen Dreck. Und Sie möchten kein Auto. Die Lösung ist nun ganz einfach. Sie bekommen einen SUV. Sie das Elektroauto. Und was mit mir? Sie wollen kein Auto kaufen? Nein. Wir leihen Ihnen eins. Mit Carsharing. Das ist richtig. Wir kaufen jetzt gleich drei Autos, oder? Ja, im Namen der Umwelt. Dann unterschreiben wir die Verträge. Wie sage ich immer? Alle Wege führen in mein Büro. Sie haben ein gutes Geschäft gemacht. Sie haben sich entschieden, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Kommst du bitte? Nein, ich gucke noch ein bisschen. Vielleicht brauchen wir ja ein Viert-Auto. Geh mal allein schon von der Technik. Mit Aufprall-Verstärker. Aber glaubst du, dass in Amiland der Trump 35% Auto auf den Zoll broting? Ich glaube generell, das Wasser wird nie so heiß, wie es ist. Generell auch mit dem Trump. Ich glaube, das ist alles schlimmer, als es auch nicht ist. Und dann die Amis und Öko-Ding und Auto. Der Trump in der Umwelt. Was soll das sein? Der elektrische Stuhl mit Öko. Was soll das sein? Der elektrische Stuhl mit Öko-Strom. Aber das ist die Zeit jetzt. Trump, Putin, Erdogan. Two and a half men. Der Zürcher Camper, der Erdogan-Ding. Das ist auch ein Knuddelbär. Das ist ein Knuddelbär aus Osmanien. Wenn bei mir daheim das Volk demokratisch eine Diktatur wählt, dann kann ich mich nicht entgegen. Und unsere deutschen Türken stehen hier für das Todesding, für die Diktatur. Stehen hier und schreien. Freilandhühner demonstrieren für Käfighaltung. Das ist ein Knuddelbär. Das ist ein Knuddelbär. Die haben den Hauptwinn. Da hat er noch was angehauen. Er hat Twitter wieder geschrieben. Ja, ihr seid Nazis, ihr Deutsche. Für euch sind wir Menschen zweiter Klasse. Und nur Islamist. Und gegen Frauen hat er noch Facebook, Twitter, Ding. Aber da steht viel. Das ist mein Ding. Diese ganzen sozialen Netzteile. Und das ganze Religionsgetöns. Ich war schon immer für Trennung von Staat und Familie. Jetzt soll ich heute Sunnide, Shide, Stalagding, Tode. Geht mir komplett am Ding vorbei. Das ist mein Ding. Und der Öko-Auto. Ich verstehe das Ganze sowieso nicht. Abgas-Schutz. Die ganzen Eso-Bio-Fegaren. Das sind alles die, die zum Weltreden auf dem Planeten oder zum Spaß sind. Und die ganzen Veganer, die nichts essen, die kein Auto wollen, aber eins brauchen. Die essen alle nichts. Nur Ernährung, sonst nichts. Und dafür nichts. Kein Laktat im Essen. Glutenfrei. Ingwer-Gesichter. Glutenfreie Ingwer-Gesichter. Ernährung hat es früher gar nicht gegeben. Wir haben gegessen, weil es da war. Das war einwandfrei. Und heute Ernährung ist gut für die Bewegung. Die essen nicht mal Ei. Ein Veganer isst nicht mal Eier. Eigelb auch nicht. Aber wie panieren die dann hier Schnitzel? Das ist ja irgendwie... Der Hitler war ja auch vegan. Aber das kommt jetzt alles wieder. Das ist alles im Vormarsch. Deswegen sage ich, ich brauche ein gescheites Auto. Alles andere ist schon mal primär. Das ist Freiheit. Freiheit für mich, ich kann das sagen. Formel ist frei, Gegenverkehr ist mir egal. Aber da ist es ja auch wichtig. Die Autofahrzeuge. 50er, 50er, A5. Wo geht das noch? In China kannst du auch ein Audi kaufen. Aber da hast du einen Rasierer. Da stehst du im Staudreitag. Da ist die Freiheit hier im Scher, im Schwingdingt. Deswegen sage ich auch, wir leben hier in einem Land, wo gibt es das noch? Hier sind wir, wir, wo wir noch hier sind. Ah, willkommen im Autohaus Wagen, da wo die Freude am Bras auf den Vorsprung durch Technik trifft. Jetzt können Sie sich jetzt sparen. So, Sie haben mir vor einem halben Jahr einen Diesel verkauft, ne? Ja. Schämen Sie sich schon? Nein. Dann hab ich was für Ihre Ablage. So, hier. Diesel sind Mörder. Ach, Sie wollen einen Benziner? Nein, ich hab nix. Ich möchte protestieren und zwar dagegen, dass Sie und Ihre Helfershelfer aus Autoindustrie und Politik mithelfen, mit Ihren Prospektlügen, Millionen von deutschen Bürgern zu vergiften. Das ist eine völlig unzulässige Verallgemeinerung, ne? Oh ja, ich kann auch konkreter werden, wenn Sie das wollen. Kein Problem. So, jetzt hat's. So finde ich es viel besser. Was? Wieso finden Sie es jetzt so? Weil Sie offensichtlich verstanden haben, dass der sogenannte Diesel-Skandal nichts anderes ist, als ein VW-Skandal. Kommen Sie ruhig mit, ich erkläre das vielen Kunden immer wieder, nicht wahr? Ein paar Mitarbeiter eines einzigen Automobilkonzerns haben die Abgaswerte manipuliert und so die Kunden getäuscht. Und dafür erhalten diese nun die gerechte Strafe. Die Kunden? Ja. Nein, die Dieselbeträger, Betrüger von VW. Nur ein schwarzes Schaf in einer ansonsten rußfreien Herde. Wenn die anderen Autos so sauber sind, wie Sie immer sagen. Ich frage mich, warum sind die Abgaswolken in den Städten so groß? Das ist die Frage, die wir uns jetzt alles stellen müssen. Mit welchen Tricks schaffen es die Städte, die Abgaswerte nach oben zu manipulieren? Nein, das ist nicht die Frage. Ich kann es Ihnen sagen. Die stellen die Messgeräte immer an den Stellen auf, an denen hohe Feinstaubkonzentrationen entstehen. Wo sollen sie denn sonst aufstehen? Da, wo die Luft besser ist, nicht wahr? Zum Beispiel ... Aha, okay. Okay. Mhm. Schauen Sie das mit dem Feinstaub. Der Feinstaub ist ja nicht in erster Linie nur auf Diesel zurück. Da gibt es viele Faktoren, zum Beispiel Holzöfen, Reifenabrieb, da muss man richtig differenzieren. Richtig. Da muss man richtig differenzieren. Ja, das habe ich gerade falsch differenziert. Richtig. Mir geht es nämlich nicht um diesen Feinstaub, mir geht es um Stickoxide. Und wissen Sie was? Hauptverursacher Diesel-Fahrzeuge. Ach da, Stickoxide, da haben Sie jetzt wieder ein exotisches Gas gefunden, mit dem Sie den deutschen Diesel schaden können. Nein, nein, nein, der Diesel schadet den Deutschen. Die Chefs von Daimler, BMW, VW und Co. sind mitverantwortlich dafür, dass jedes Jahr in Deutschland 7000 Menschen durch Stickoxide getötet werden. Ach was ist denn da getötet? Ich bitte Sie, die sind ja nur vorzeitig gesto... also wir müssen ja alle früher oder... Noch früher. Es gibt ja auch natürliche Ursachen für Stickoxide. Ja, Blitze. Ja, und gegen die? Und gegen die protestieren Sie nicht? So jetzt hören Sie auf hier die ganze Zeit zu vernebeln, das ist doch Fakt ist doch, die deutschen Städte liegen bei den Stickoxiden über den Grenzwerten seit Jahren. Hauptverursacher Dieselfahrzeuge, die laut Behörden angeblich so sauber sind. Die sind doch nicht ganz sauber, die Behörden. Die haben nichts gewusst. Die haben nichts gewusst, diese Behörden über. Schauen Sie zum Beispiel, das Herr zum Beispiel ist Herr Zinke, der Chef des Kraftbau-Bundesamtes. Na, sieht so ein Mann aus, der etwas weiß. Nein. Das ist doch... Habt ihr auch erst... Der hat erst vor kurzem bestätigt, der hatte keine Ahnung, dass die Städte so etwas wie Abschalteinrichtungen überhaupt gibt. Ach so? Oder muss es eine andere Abschalteinrichtung gegeben haben? IN SEINEM KOPF! Denn die deutschen Behörden wussten seit 2003, dass die deutsche Automobilindustrie sowas wie Abschalteinrichtungen einsetzt. Ach, wo denn? Bei LKWs. Die waren nämlich auf der Straße, dreckig und im Labor sauber. Entdeckt hat das vom Umweltbundesamt Axel Friedrich. Ach, der tolle Herr Friedrich. Wo war der eigentlich all die Jahre, als VW illegale Abschalteinrichtungen benutzt hat? Im Ruhestand. Die Behörde hatten ihn aufs Alten Teil gesetzt. Aber hat er nicht mehr gut gesehen? Er hat so genau hingeschaut. Und das wird bei den Behörden offensichtlich nur gut gesehen. So, deswegen hatte er sich gedacht, da gehe ich mal zur deutschen Umwelthilfe. Und da haben die sich gefragt, wer steckt denn hinter diesen Stickoxid-Wolken und Sie da nicht nur VW, sondern Porsche, Fiat, Mercedes, Opel, Ford, nicht alle hatten Abschalteinrichtungen. Alle waren sauber im Labor und dreckig auf der Straße. Sag's mal, dieser Friedrich, das war ein schwieriger Mitarbeiter, was? Wo der hinkommt, da hersticke Luft. Das ist doch nicht nur der Friedrich. Das steht sogar im Bericht vom Verkehrsministerium von Alexander Dobrindt. Oh nein, das steht da nicht drin. Da steht drin, dass alle Abschalteinrichtungen benutzt haben, aber nur die von VW. War illegal. Was macht die anderen Abschalteinrichtungen denn dann legal? Schauen Sie, es ist doch ganz einfach. VW hatte seine Abschalteinrichtungen so manipuliert, dass das Auto merkt, Huch, ich bin auf dem Prüfstand. Da reduziere ich mal schnell meine Abgase. Und die anderen? Die haben ihre Wegen so produziert, dass das Auto merkt, Huch, ich bin auf der Straße. Da reduziere ich mal meine Abgasreinigung. Aber auf der Straße, da hauen die doch hinten genau denselben Dreck raus. Falsch, bei Mercedes kommt viel mehr raus. Schauen Sie, der Mercedes 180D zum Beispiel schafft es problemlos 13 Mal über den Grenzwert. Was? Ja, völlig legal, nur nicht bei VW. Moment, bloß weil die anderen anders betrügen, macht das doch noch nicht legal. Sieh mal mit Ihrem Betrug. Es geht hier um den Schutz des deutschen Motors. Verstehe, Umweltschutz bricht, äh, Motorschutz bricht Umweltschutz. Ganz richtig. Schauen Sie, Opel hat die Abschalteinrichtungen ja nur manipuliert, um den Motor zu schützen. Zum Beispiel bei extremen Bedingungen. Bei extremen Bedingungen. Ja, wenn es draußen mal kälter ist, als 17 Grad. Die deutsche Durchschnittstemperatur ist 9 Grad. Ja. Gitter, dann sieh die Abgasreinigung ja praktisch nie an. Doch, auf dem Prüfstand, hören Sie mir zu. Das ist doch nicht... Was passiert denn auf diesen Prüfständen? Was ist das? Können Sie mir das erklären? Schauen Sie sich das mal. Diese Prüfstände, was passiert da? Es ist ja nicht nur bei den Abgaswerten, das Sie mit der Realität nichts zu tun haben. Auch beim Benzinverbrauch, da liegen die Autos inzwischen auf der Straße bis zu 40% höher als im Labor. Was passiert denn da? Sie wollen es unbedingt wissen? Ich zeige es Ihnen. Schauen Sie, das zum Beispiel ist ein Prüflabor. In einem solchen Labor testen wir die Autos unter völlig realistischen Bedingungen auf ihren Verbrauch. Setzen Sie sich ruhig mal rein. Bei diesem Test handeln wir streng nach dem NEFTS. Dem was? Dem NEFTS. Dem neuen europäischen Fahrzyklus. Mit dieser Methode testen TÜV, DEKRA und Co. alle Automobile akribisch auf ihren Verbrauch. Dann teste ich jetzt mal Ihren Fahrzeug akribisch. Und zwar nicht! Was machen Sie denn da? Ich fahre auf die Straße. Frau NEFTS, viel Glück. Drücken Sie nicht so aufs Gas. Der NEFTS verlangt zunächst eine Beschleunigung auf 50 kmh. Okay, meinetwegen. Langsam, in 26 Sekunden. Was? Ich soll in 26 Sekunden auf 50 kmh beschleunigen? So will es der NEFTS. Okay. Weiter. Weiter. Das ist kein Wunder, dass das Ding nichts verbraucht. So fährt das Ding nicht. Das ist kein Wunder, dass das Ding nichts verbraucht. So fährt doch in Wahrheit kein Mensch. So, jetzt die Autobahnsimulation. Okay, wenigstens. 180. Nicht so schnell. 70, bitte. Auf der Autobahn? Ist das überhaupt erlaubt? Alle 70 fahren sehr wohl. Okay, meinetwegen. Und schneller wird es jetzt nicht mehr? Doch, jetzt. 120 kmh, bitte. Die Geschwindigkeit. Abbrechen! Das war doch nicht mal 10 Sekunden. Perfekt, genau so will es der NEFTS-Prüfzyklus. Was ist denn eigentlich dieses Gewuppel hier? Das ist ja schon ein bisschen ... Wir haben die Reifen extrem aufgepumpt, um den Verbrauch zu drosseln. Dadurch verlieren Sie natürlich auch Anhaftung. Ich fahre mal ein bisschen rechts ran. Wo sind denn die Außenspiegel? Abgebaut, zu viel Gewicht. Was? Ich glaube, mir wird ein bisschen heiß. Können wir nicht die Klimaanlage einstellen? Ausmontiert, zu viel Gewicht. Was? Ich glaube, ich möchte hier raus. Das geht nicht. Wir haben die Fugen abgeklebt. Die Luftwiederstand. Ich will hier raus. Was ist denn das hier? Die reinste Todesfalle. Entschuldigung, Sie wollten doch unbedingt mit einem Laborauto in die Wirklichkeit. So, Frau NEFTS, wie war denn der Verbrauch? Viel zu viel. Woran lag es denn? Hey, hey, hey! Entschuldigung, das ist ja wohl ... So machen Sie das. So machen Sie das. Aha, ich habe verstanden. So läuft das. Sie testen ein Fahrzeug, das es so nicht gibt, mit einer Fahrweise, die es so nicht gibt. Und erhalten einen Verbrauch, den es so auch nicht gibt. Wo ist das Problem? Ich rufe jetzt die Autosjournalisten an. Die haben ein Faxendicke. Da werden Sie jemanden erreichen. Das ist die Position eines unserer neuen Modelle. Und fahren in Patagonien durch unberührte Schneelandschaften. Okay, dann rufe ich meinen Bundestagsabgeordneten an. Ich glaube, da trinkt gerade Gin Tonic mit Matthias Wissmann, dem Chef Autolobby ist. Hören Sie, ich weiß gar nicht, warum Sie sich hier aufregen. Die Politik hat doch schon auf den VW-Skandal reagiert. Neue Grenzwerte, Updates und so ein Zeug. Das heißt, die Luft wird jetzt sauberer? Der Diesel wird legaler. Der Dobrindt räumt jetzt richtig auf. Toll, das heißt, der organisiert die Kriminalität. Das ist so typisch für Sie, nicht wahr? Das ist doch nicht typisch für mich. Da sagt sogar der Bericht vom Verkehrsmuseum unter Dobrindt. Da steht drin, dass alle Automarken bei diesem Psycoxid über den Grenzwerten liegen. Von 53 Autos. Das heißt, die fahren alle, fast alle, mit diesen Abschalteinrichtungen durch die Gegend, für die sie niemals eine Zulassung hätten kriegen dürfen. Das heißt, die sind alle praktisch alle illegal. Nein, die liegen nur alle unterschiedlich hoch über dem Grenzwert. Mein Gott, es ist ja nicht so schwer. Ich erkläre Ihnen mal das Dobrindtsche Dezimal, also Maximaldrecksystem. Schauen Sie mal, wie mache ich das? Kommen Sie mal, das ist gut. Stellen Sie sich mal vor, das hier unten wäre der Grenzwert. Da unten ist der Grenzwert? Da ist der Grenzwert. Dann gibt es drei verschiedene Gruppen. In der ersten Gruppe, da sind die Autos, die 200%, und zwar nur 200% über dem Grenzwert für Stickoxidität liegen. Und die sind unauffällig? Die sind unauffällig, absolut. Bei 200% über dem Grenzwert? Na ja, aber der wird ja auch bald angehoben. Schauen Sie, auf Druck von Deutschland verdoppelt die EU bald die Grenzwerte beim Stickoxid. Oh toll, bisher waren für den Menschen 80 mg Stickoxid absolut schädlich, aber dank Einsatz der Deutschen, da vertragen wir bald alle 160 mg. Sagen Sie mal, die Regierung tue nichts für die Bürger. Okay, diese zweite Gruppe, was? Die zweite Gruppe, da befinden sich die Fahrzeuge, die mehr als doppelt so viel Stickoxide verbrauchen. Aber nur unter 300%. Moment, was ja auch nach den zukünftigen Grenzwerten illegal ist, also, die ziehen wir jetzt aus dem Verkehr. Nein, die befinden sich in einer juristischen Übergangszone. Die schlagen wir jetzt der ersten Gruppe zu und dann sind sie auch wieder unauffällig. Warum? Weil das die Autos von BMW sind und Dobrins Bayern sauber bleiben. Hören Sie mal, ich, okay, das habe ich verstanden. Aber ich traue mich fast nicht zu fragen, aber was ist die dritte Gruppe? Tja, das ist die Gruppe derer, deren Fahrzeuge über 300% über dem Grenzwert liegen. Über dem Grenzwert? Oh, die hauen wir jetzt von der Straße? Nein, die bitten wir zum Gespräch. Und dann gibt es da noch die Schweine von VW, die unsere saubere Branche in den Dreck ziehen. Tja, diese Dreckskarren, die hauen wir jetzt von der Straße? Nein, die kriegen ein Update. Und nach dem Update, da sind die Autos dann ja sauber? Juristisch. Weil ja die illegale Abschalteinrichtung entfernt wurde. Aber die illegalen Abgase, was ist mit denen? Die sind dann nicht mehr illegal. Weil die Abschalteinrichtung entfernt wurde. Aber nach wie vor hauen die hinten genau denselben Dreck raus, wie vor dem Update. Wissen Sie, was ich mich bei Alexander Dobrindt schon frage? Sein Verlangen nach frischer Luft muss immens sein, wenn man bedenkt, wie tief im Arsch der Automobilindustrie er steckt. Ich habe es verstanden, alles für die Autoindustrie. Aber was kriegt der Bürger? Fahrverbote. Weil die Automobilindustrie bei den Abgaswerten mit dem Wissen der Behörden betrogen haben, darf ich mit meinem Diesel, den Sie mir vor einem halben Jahr verkauft haben, nicht mehr in die Innenstadt. Richtig. Wissen Sie, was Sie brauchen? Einen neuen Diesel. Gut, ich habe da ein Fahrzeug, das ganz das Richtige für Ise. Eine Euronorm 6. Damit kommen Sie in jede Innenstadt. Wissen Sie übrigens, warum die Euronorm 6 heißt? Weil die Euronormen immer noch 6-fach über dem Grenzwert liegen? Doch, nur auf der Straße. Hat ja eigentlich recht. Ich war das Einzige, was der Umwelt helfen würde. Oder man macht das Benzin einfach so teuer, dass die Leute sich das Fahren nicht mehr leisten können. Meister, Chefstudent, an deiner Zappsäule steht der Literpreisding 193,X. Kommauffahrtstoff. Nein, das ist richtig. Das ist unser Preis für faire Benzin. Was für Benzin? Ja, faire Benzin. Jedes Jahr entnimmt die Menschheit in einem Jahr so viel Energie, wie in einer Million Jahre entstanden ist. Das muss jemand bezahlen. Die Menschheit, aber nicht ich. Wir haben in dem Preis ein paar Folgekosten mit einberechnet. Zum Beispiel eine Havariepauschale für Umweltschäden. Dann haben wir hier eine Konfliktzulage für Militäransätze durch Rohstoffsicherung. Dann eine Halsabschneideaufschlag für Rohöl aus Saudi-Arabien. Dann haben wir noch eine Flüchtlingszulage für die ganzen humanitären Kosten. Flüchtling, die Gumme doch zu Fuß. Wollen Sie dann einmal ehrlich foltern? Dann muss ich mein Auto hier in Zahlung geben, von dem Geld in Kanister Benzin, und dann zu Fuß I'm walking. Also wollen Sie die Kosten von Benzin auf die Gesellschaft abwiegeln? Wenn es geht. Ja, selbstverständlich. Geht. Einwandfrei. Dann sind es 1,46 pro Liter. Geht doch. Eine Tankstelle war da, 1,44. Habe die Ehre. Vielen Dank. Das ist für euch irgendwie, oder? So zu schaffen, so richtig gut zu sein. Ich glaube, das ist eigentlich das Ziel im Leben, dass man überlegt, wie schafft man wirklich, gut zu leben? Und ich habe überlegt, wie macht man das? Natürlich geht es darum, die Welt ein bisschen besser zu machen. Wenn man nicht die Welt besser macht, dann wenigstens in seinem Umfeld klarzukommen und versuchen, guter Mensch zu sein und wertschätzend zu sein und hilfsbereit. Und vielleicht eines Tages Kinder zu machen, die die Welt in das strahlende Licht einer neuen Form von Menschlichkeit tauchen. Das ist kompletter Bullshit. Keine Sorge. Überhaupt nicht. Ich glaube, das Ziel des Lebens ist es einfach, fucking reich zu werden. Also richtig reich. Steinreich. Sodass du Leute mit Geld zuscheißen kannst. Und du denkst, den Porsche da vor mir, den ramme ich jetzt. Und dann steigt der Fahrer wutentbrannt aus seinem Auto und du wirst ihm ein Bündel Geld ins Gesicht. Und sagst, hier, kauf dir ein neues Auto, aber eins, das wirklich teuer ist. Aber vorher Tanz für mich. Das Gefühl ist doch einmalig. Das kann man doch mit Liebe gar nicht aufwiegen. Klar, Geld hilft nicht immer. Zum Beispiel, wenn einem das Kind aus dem Fenster fällt. Ist ein Stimmungskiller. Aber ich sag mal so, wenn einem das Kind aus dem Fenster fällt, wie scheiße ist es dann noch, zusätzlich arm zu sein? Und noch ein Trost, man ist ja nicht reich, weil einem das Kind aus dem Fenster gefallen ist. Es sei denn, man hat eine unfassbar hohe Lebensversicherung abgeschlossen. Zehn Millionen Euro ausschließlich für den Fall, dass das Kind aus dem Fenster fällt. Da denkt man natürlich zweimal drüber nach. Mach ich das Fenster auf Kipp? Ist ja ein Dilemma. Mir fällt es so schwer, gut zu sein. Wenn mich ein Obdachloser nach einem Euro fragt, denke ich immer, gebe ich ihn jetzt für ihn oder für mich, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen? Wär ich reich, könnte ich einfach sagen, kauft ihr ne neue Wohnung, aber vorher tanzt für mich. Das ist doch sympathisch. Aber trotzdem, mir schwören sich dann alle über Reiche. Denen geht es ja nur ums Geld. Es zählen ja auch innere Werte. Aber innere Werte hat man ja auch, wenn man reich ist. Reiche haben dein Leben und sind reich. Es ist immer noch mal besser. Da kriegt man ja sonst nichts weggenommen. Da kommt ja keiner ab in eine Million und sagt, so, jetzt müssen wir ihnen ein Bein abnehmen, sonst wird ihr Leben zu geil. Das Schönste am Reichsein sind Menschen, die nicht reich sind. Deswegen ist man ja reich. Wenn alle reich wären, ist ja niemand reich. Dann ist auch niemand arm. Man ist einfach nur so da. Ihr merkt, was das Problem ist. Niemand tanzt für mich. Neulich hat ein Bekannter zu mir gesagt, ich habe eine Putzfrau, aber ich bezahle die so gut, dass ich sie für mich bezahlen kann. Ich habe eine Putzfrau, aber ich bezahle die so gut, dafür würde ich es selber machen. Ich will so reich sein, dass ich meiner Putzfrau gar nichts zahle. Klassisches Putzpraktikum. Wie oft denkt man sich, für das Geld würde ich es nicht machen? Ich würde nicht in einer Uckermark für 8,50 Euro Schweinehälften zersägen. Ich bin lebenswert nicht so weit davon entfernt. Ich bin auch zersägt. Das sind ja Hälften. Ich hätte das T-Shirt nicht für 30 Cent genäht, aber so viel Alpha unterstütze ich natürlich. Was denn, hier alle Fair Trade unterwegs oder was? Ich will einfach richtig reich sein. Jetzt kommt das geilste am reich sein. Es ist legal. Reichtum ist das perfekte Verbrechen, weil es keins ist. Das ist fantastisch. Ich will so reich sein, dass alle sagen, toll, wie bescheiden der ist. Denn nur wer wirklich reich ist, kann bescheiden sein. Wenn man obdachlos ist, kann man gar nicht bescheiden sein. Dann kann man auch gar nicht arrogant sein. Wie soll das aussehen? Ich habe keine Wohnung und ihr nicht. Edge. Null Kontoführungsgebühren. Ich will fucking reich sein. Und dann habe ich eine Frau, die so schön ist, dass sich alle wundern, wie klug sie ist. Ich hatte jetzt noch einen moralischen Teil, aber ich will die Stimmung nicht verderben. Vielen Dank. Danke. Herzlöske. Herzlöske. Immer dieser. Herzlöske. Ja, das bin ich. Wer und Sie? Und wer sind Sie? Gott. Ach, sind Sie verwandt mit Karel, Gott? Den habe ich noch nie gehört. Ich wollte ein Mondbrötchen holen. Ich habe welche gekriegt. Dann war plötzlich ein gelber Engel. Der hat mir gesagt, ich müsste zum Müff. Jetzt stehe ich hier auch schon seit einer gefühlten ... Ewigkeit. Genau. Was ist das eigentlich, ein Müff? Der moralische Überwachungsverein. So was wie der TÜV nur mit Moral. Da werden Sie bei mir nichts finden. Ihre Hauptuntersuchung steht an. Gewicht? 80 Kilo. Der Wagen. Ach so, um die zwei Tonnen. Das ist doch nur, was hier steht. Das wächst doch nicht in der Natur. Und wird dann im Herbst in der SUV-Ernte vom Feld gepflückt. Sie brauchen 80 Tonnen Ressourcen, Metalle, Erze, Asphalt, bis Sie so ein Ding überhaupt bewegen können und Ihre 80 Kilogramm transportieren können. Ich schreibe 80 Tonnen Gesamtgewicht. Hören Sie mal, damit werden auch Lasten transportiert. Brötchen? Mit 430 PS. Nee, mit Mohnen. Ich schreibe mal Leistung. 430 PS für 240 Gramm Mohnenbrötchen. Hören Sie mal, mein SUV braucht so viel PS. Damit muss ja auch das Gewicht des Fahrzeugs bewegt werden. Sie transportieren hauptsächlich ein Auto mit dem Auto? Ja, der ist sehr effizient. Er braucht nur 11 Liter. Im Labor, 16 auf der Straße, 20 bei Ihrer Fahrweise. Sagen Sie mal, warum werden diese Dinger immer schwerer? Na ja, das ist... Ach nee, was ich noch fragen wollte, beim Verbrauch. Dieses 3-Liter-Auto, das hattet ihr doch mal. Wo ist das jetzt? Das wollte keiner haben. Hatte ja mit dem Auto auch nicht viel zu tun. Erkennen Sie das, wenn Sie was erschaffen, Oh ja. CO2-Ausstoß. Immer weniger, nicht wahr? 11 % weniger für alle PKW. Aber der Verkehr nimmt um 11 % wieder zu. Dann heißt es, hier oben kommt wieder genauso viel Dreck an. Warum brauchen Sie so schwere Dinger? Schauen Sie, es fahren auch andere schwere Fahrzeuge auf den Straßen. Wenn man mit denen mal einen Zusammenprall hat, dann möchte man nicht gleich nach oben. Sie verstehen. Nein. Sie bauen schwere Autos, um schwere Autos zu transportieren, die immer schwerer werden. Sie müssen geschützt werden vor immer schwerer werdenden Autos. Ja. Und dafür habe ich meinen Sohn geopfert. Sagen Sie, das Ding macht 250 Spitze nämlich an. Locker, könnte mehr. Ist ja weggedrosselt. Überhöhte Geschwindigkeit ist Unfallursache Nummer 1 in Deutschland. Sehen Sie da einen Zusammenhang? Moment mal, die Todeszahlen haben stark abgenommen. Um 214 Menschen habe ich letztes Jahr aus Deutschland zurückgerufen. Sie haben auf deutschen Straßen jeden Tag einen Terroranschlag. Mit 9 Toten, nur ohne Schweigeminute. Also hören Sie mal, noch mehr. Noch mehr Menschen leben ja von der Automobilindustrie. Über 800.000 Arbeitsplätze, 103 Mrd. Euro Export. Das wird die Toten aber freuen, dass sie nicht umsonst gestorben sind. Das ist eben der Preis der Mobilität. Kann man nix machen. Tempolimit. Nahezu 200 Studien sagen, mit einem allgemeinen Tempolimit auf der Autobahn 20% weniger Tote. Da sind aber keine deutschen Studien dabei, gell? Nein, weil das deutsche Verkehrsministerium seit 25 Jahren keine Studie mehr gemacht hat. Und der Letzte, der eine Studie gemacht hat, ist gefeuert worden. Er hat sich gefordert. Es gibt inzwischen in Deutschland eine Mehrheit für einen Tempolimit. Warum sind Deutschland das einzige Land ohne? Das stimmt nicht. Myanmar hat auch keine. Und Somalia. Und der Nordkorea. Und als letztes Land, und nicht zu vergessen, Afghanistan. Das ist ja bekanntermaßen ein sicheres Land. Wissen Sie, wer in Deutschland als allererster die Geschwindigkeitsbegrenzung auf allen Straßen aufgehoben hat? Die Nationalsozialisten. Freie Fahrt für freie Bürger. Ich habe mal gesagt, Autofahren entspricht dem natürlichen Drang des Menschen nach Freiheit. Ja, Adolf Hitler. Was ist das eigentlich für ein Freiheitsbegriff? Menschen, die wild um sich schlagen und schreien. Ich will aber machen, was ich will. Liegen normalerweise Heulen vom Süßigkeitenregal im Supermarkt. Supermarkt? Meine Frau wart hier seit Ewigkeiten auf die Brötchen. Kriege ich jetzt die moralische Plakette, damit ich weiterfahren kann, oder wie? Dann kann ich weiterhin auf Ihrem Recht 240 g Mohnbrötchen mit 250 kmh durch 430 PS mit einem 2-Tonner-3 km-Weit zu transportieren? Na sicher, sicher, sicher, sicher. Dann kann ich nichts mehr für Sie tun. Sagen Sie mal, wie wäre es denn, wenn ich Sesambrötchen besorgt hätte? Kriege ich jetzt die doofe Plakette, oder was? Ich muss doch weiterfahren. Sie werden so schnell nicht mehr fahren. Also gut, ich verspreche, so schnell werde ich nicht mehr fahren. Oh Gott. Ich muss doch nach Hause wegen dem ... Oh mein Gott. Was ist jetzt noch? Was ist das denn? Das ist ein Auffahrunfall mit mehreren Toten. Oh, das sieht doch nicht gut aus. Der schöne Wagen. Ach, das ist doch die Familie, die bei uns vor kurzem das Elektroauto gekauft hat. Hallo. Na? Sagen Sie, waren Sie zufrieden mit Ihrem Kauf? Ja, zehn Minuten lang schon. Aber dann ist dieser Wahnsinn, der in uns reinkrasst. Weil du Bremse musst. Ich sage immer, Bremse ist gefährlich. Ich habe bremsen müssen, weil dein Herrsohn wieder über die Straße gelaufen ist, ohne zu gucken. Musst du immer in dein Handy glotzen. Ich habe das scheiß Cars-Sharing-Car gesucht. Der war 30 bis 50 gefahren. Mein Gott, ich war 20 kmh drüber. Wie oft soll ich es euch noch in Steine meißeln? Bei Tempo 30, die Fußgänger beim Zusammenprall, kommen fast nie ums Leben. Bei Tempo 50 fast immer. Warum ist das so? Weil Energie ist gleich Masse mal Geschwindigkeit im Quadrat. Das ist eine Potenz. Potenz. Darüber musst du jetzt wieder lachen. Du bist doch auch tot. Ich auch. Tut mir leid. Jetzt, wo ich den schönen Dienstwagen habe mit 400 PS, da sterbe ich in der Kabel-Trommel. Diese Kabel-Trommel hat dich gerade zu deiner Riesenschüssel fahren wollen, weil du mit der hier ja keinen Parkplatz findest. Das ist doch ein Riesenschüssel. Jetzt bin ich wieder schuld. Schuld ist der Raser mit seinem Xenon-Ding. Wo ist der überhaupt? Der Raser ist tot. Sagen Sie mal, der Wagen da unten, das sieht genau aus wie meiner. Das ist Ihr Wagen. Kann ja nicht sein. Sie haben gesagt, der Fahrer ist tot. Ich bin tot? Oh mein Gott, meine Frau bringt mich um. Schauen Sie sich mal meine Karosserie an. Die ist doch tipptopp in Ordnung. Weil die Karosserie so steif ist, dass Sie den Elektrowagen als Ihre Knautschzone missbraucht haben. Und woran bin ich dann gestorben? Herzinfarkt, zu wenig Bewegung. Ich bitte Sie, ich mache 80.000 Kilometer im Jahr. Mit dem Auto! Können Sie sich überhaupt noch ein Leben jenseits des Autos vorstellen? Und mit was fahren wir denn? Ihr sollt nicht fahren, ihr sollt zu Fuß gehen. Wie oft soll ich das euch noch offenbaren? Zu Fuß floh das israelische Volk aus der Wüste. Zu Fuß ging Moses auf den Berg Sinai. Jesus salpt ihm die Füße. Wie viel Hinweise braucht ihr denn noch? Aber Jesus fuhr doch, gehen Himmel. Also ich bin gelaufen. Zum nächsten Auto! Wenn ihr ein Problem habt mit einem Auto, warum ist eure Lösung immer noch ein Auto? Ja, deswegen entwickeln wir doch jetzt selbstfahrende Elektrofahrzeuge. Wir müssen jetzt nur noch versuchen, einen Rollwiderstand zu machen. Wir müssen jetzt nur noch versuchen, einen Rollwiderstand kleiner zu kriegen. Ja, Rollwiderstand, kleiner Tipp. Setzen Sie da auch Schienen und koppeln Sie die Fahrzeuge zusammen. Was, was? Dann können wir ja gleich Straße bauen fahren. Eben! Hören Sie, hören Sie, hören Sie, stellen Sie sich das vor. Stellen Sie sich vor, 1930, die Autostadt LA. Sie hat eines der besten Nahverkehrssysteme der Welt. LA, Los Angeles und warum? Weil die fast alle Straßenbahnen gefahren sind. Aber die fahren ja gar nicht mehr. Weil die Automobilindustrie zusammen mit der Ölindustrie in vielen Städten Amerikas die Straßenbahnen aufgekauft und verschrottet haben. Jetzt, wo jede Stadt so schön ums Auto rumgebaut ist. Ich sehe, ihr braucht eine Vision. Stellt euch vor, ein Bürgermeister, eine Stadtautobahn, er reißt sie ab, er legt den Fluss darunter frei. Der Verkehr wird ersetzt durch einen Personennahverkehr. Dann der Fluss wird zur Erholungsoase und der PKW-Verkehr nimmt ab. Ach, wieder so eine Bibel-Kamelle. Jetzt, sagen Sie bloß, erlassen Sie mich raten, in dem gleichen ist der Bürgermeister, der war früher Chef eines Autokonzerns. Ja, war er! Chef von Hyundai und die Stadt ist toll. Schauen Sie sich das an! Wo soll ihn da parken? Okay, jetzt reicht's. Jetzt machen wir folgendes, folgende Gebote. Jetzt werden Sie erst mal Ihren Kleinen die Lust am Auto killen. Das hier wird den Kindern vorgelesen. Und zwar ab sofort. Ronny stirbt am SUV. Also, so was lasse ich meinem Sohn nicht vor. Mama, ich bin 32. Und für die Erwachsenen, die immer noch nichts vom Auto lassen können. Für die machen wir vorne auf die Autos oder noch besser, auf die Fahrerseite Schockbilder wie bei Zigaretten. Ich glaub, mir wird's schlecht. Machen Sie sich keine Sorgen. Dafür entwickeln wir sofort Stoffhöhlen in Daytoner Grau-Perlmodeffekt. Einwandfrei. Ich hab so Kopfschmerzen. Mein Gott, Sie müssen das anders machen. Entschuldigung, wer sind Sie jetzt? Thomas Gseler. Ich war bei der Titanic dabei damals. Ah, Titanic, erinnere mich. Schlimme Sache. Ich meine die Satirezeitschrift. Ich auch. Sie sind doch auch längst tot. Verkehr ist so ein Fall. Nietze. Stimmt. Schockbilder sind der falsche Weg. Man muss das Bild der Menschen zeigen, wenn sie in den Unfällen aussahen. Damit die Raser sehen, was sie mit ihren Maschinen anrichten. Im vorletzten Sommer waren meine Schwester Luzi und ihre Tochter Sophia auf dem Weg in die Sommerferien nach Usedom. Sie wollten dort reiten und baden. Auf der Autobahn überholten sie einen Lkw, wechselten also die Spur. Und ein Audi flog mit einer Geschwindigkeit von 200 und 180 Stundenkilometer in sie hinein und stieß das Auto von der Autobahn. Damals, meine Schwester Luzi starb an diesem Ort, auf diesem Acker, neben der Autobahn. Ihre Tochter Sophia starb im Hubschrauber auf dem Weg zum Krankenhaus. Sie war 14 Jahre alt. Gäbs auch in Deutschland ein Tempolimit, wäre die Geschwindigkeitsdifferenz viel kleiner, der Aufprall viel schwächer und der Unfall ist wahrscheinlich nicht tödlich gewesen. Und auch der Fahrer dieses sogenannten Gegnerautos müsste nicht damit zurecht kommen, zwei Tode verursacht zu haben. Seine Familie saß im Auto und sah diese sterben. Und so sind auch diese Menschen Opfer der deutschen Verkehrspolitik, die solche Rasereien nicht verbietet, sondern fördert. Ich habe in der FAZ damals einen Text geschrieben zu diesem Unfall und den speziellen deutschen Bedingungen seiner Möglichkeit und viele Zuschriften erhalten. Manche berichteten vom Rasertod auch ihrer Verwandten. Andere wussten von ganz nah wohnenden Europäern, die, wenn der Druck zu groß wird, zum Rasen nach Deutschland kommen und hier einen Tank leer sausen, weil es hier erlaubt ist. Und andere meinten, dass meine Verwandten doch besser und gefälligst hätten Landstraße oder Zug fahren sollen, anstatt eine deutsche Autobahn zu belästigen. Das sieht übrigens auch der Chefredakteur der Springer Tageszeitung Die Welt so Ulf Poschardt. Unter den Freunden des Tempolimits fänden sich diejenigen, die, Zitat, mit ihren armseligen Kisten schon heute auf der Überholspur auf Einhaltung der Richtgeschwindigkeit dringen, auch um ungeduldigere Menschen auf das eigene mittelmäßige Tempo einzubremsen. Ja, der gute alte Springerstiefel. Aber derlei Krittangus und Monster gebührt die deutsche Autolobby und zu beider Händen und zu beider Ohren ein Gedicht. Würden Raser ihre Spiele jedesgleichen machen und nicht jedes Jahr auch viele andere zuleichen machen, würde niemand etwas sagen, wenn sie da mit Minipimmel und gestreckten Maxiwagen fliegen Richtung Raserhimmel. Aber die, das Leben echten, können allen tödlich sein, weil sie gerne sterben möchten, aber gerne nicht allein. Das war die Anstalt. Heute mit Thomas Gseler, Carolin Ebner, Rolf Miller Vielen Dank.