Computerlog buchte Enterprise Sternzeit 22.15. Commander Kirk. Die Enterprise wurde von der Sternenflotte auf die Erde zurückbeordert, um die neuen Atmosphärentriebwerke zu testen. Hochkonzentriert überwache ich den Eintritt in die Erdatmosphäre. Roter Alarm! Schutzschild auf Maximum! Captain! Die Plasmareles der Schildgeneratoren sind vollkommen ausgefallen! Oh mein Gott! Was ist los, Katy? Mein iPhone hat nur noch 19 Prozent! Mr. Chekhov, sind Sie sicher, dass das die Erde ist? Jaja, ich hab auf Google Maps Erde eingegeben. Und dann hab ich gedrückt und voila! Sie sind nicht, Mr. Chekhov. Was will der Franzose? Wo ist der Russe? Ein Opfer der Sanktionen. Captain, Sie können mich Alphonse nennen. Sag mal, Captain, welcher Knopf ist noch mal für den Milch-Schaum? Gott! Schauen Sie die Koordinatner und dann navigieren Sie uns zum Teufel hier raus. Zum Befehl, Captain. Hallo, Siri. Wie steuert man so ein Schiff? Ich bin ein Gerät von Apple. Das Wort steuern ist mir nicht bekannt. Ah, da sind sie ja! Mr. Spock! Mr. Spock! Ja, Captain? Was zum Henker ist hier los? Nun, wir durchqueren ein volatiles Feld mit extrem aufgeladenen negativen Gasblasen, die mit positronisch aufgeladenen Gravitationsfeldlinien interferieren. Oder vielleicht auch umgekehrt. Klingonisch ist es aber so. Computer, ich brauche eine visuelle Darstellung der Erde auf den Schirm. Das ist doch nicht die Erde. Doch, doch, doch, doch, Captain. Guck mal, ich sehe die Mauer. Also die Mauer zu Mexiko. Wo ist Florida? Wo ist Amsterdam? Hamburg liegt unter Wasser. Ich dachte immer, Hamburg wäre unabsteigbar. Ich bekomme kein Signal aus Berlin, obwohl da erst vor zwei Tagen ein Flughafen eröffnet wurde. Bringen Sie uns in einen höheren Orbit. Mr. Spock, haben Sie dafür vielleicht eine allgemeinverständliche Erklärung? Nun, Captain, offensichtlich scheint sich das Worst-Case-Szenario der Klimakatastrophe verwirklich zu haben. Das Worst-Case-Szenario? Ich habe einen Kadetten der Sternenflotten Akademie unter meine Fittiche genommen, der Ihnen das vielleicht besser erklären könnte. Fenrich Harald, bitte. Captain, das Abschmelzen... Das Abschmelzen der Polkappen und das Verschwinden von Florida wird noch ein bisschen dauern. Aber durch den Anstieg des Meeresspiegels sind weite Teile von Norddeutschland, die Niederlanden und Dänemark bereits überflutet. Hamburg und Amsterdam haben große Probleme und können nicht gehalten werden. 13 Millionen Menschen in Europa haben ihre Heimat verloren, in Indonesien 200 Millionen. Durch den Temperaturanstieg ist ein Drittel der Erdoberfläche unbewohnbar. Und die Hitze zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit hat dazu geführt, dass die Tropen, also von Brasilien über Afrika bis nach Thailand, Indonesien und Vietnam zu einer Todeszone geworden sind. Über welches Jahr reden wir hier? Captain, 2100. Diese Klimakatastrophe, wer ist dafür verantwortlich? Die Klingonen? Die Vulkanier? Captain, meine Spezies wäre niemals so unvernünftig, über Jahrmillionen entstandenen Kohlenstoff in nur 200 Jahren in die Luft zu blasen. Auf diese Idee kommen nur Menschen. Verdammt, wir müssen diesen Klimawandel irgendwie aufhalten. Mr. Spock, wann war der letzte Zeitpunkt, zu dem man den Ausstoß von CO2 noch sinnvoll hätte reduzieren können? Nach meinen bescheidenen Berechnungen im Jahr 2018, Captain. Sie haben den Mann gehört. Mr. Scott, bereiten Sie die Enterprise vor auf einen Zeitsprung. Mr. Alphonse, neue Koordinaten, Erde, 2018. Beeilen Sie sich, sonst kommen wir mit dem Raumschiff nicht mehr in die Innenstadt. Wir brauchen keine blaue Umweltplakette. Wir haben Warpantrieb. Sehr richtig, Scotty. Energie. Die Erde. Endliche Weiten. Das sind die Abenteuer der Menschheit im 21. Jahrhundert. Viele Lichtjahre von einer nachhaltigen Nutzung der Erde entfernt. Der Kohlenstoffdioxidgehalt der Atmosphäre dringt dabei in Bereiche vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Weil ich das nicht sehen kann. Also, wo sind wir, Mr. Alphonse? Ich hab keine Ahnung, wie ich es geschafft habe. Das ist die Erde 2018. Yes! Herzlichen Glückwunsch. Schadensbericht für Enric Harald. Also, es sieht danach aus, als ob der Meeresspiegel sich doppelt so schnell erhöht, als erwartet. Die letzten drei Sommer waren die wärmsten aller Zeiten mit Temperaturen über 50 Grad in Asien. Ähm, ziemliche Rekord-Hurrikane über Atlantik und verheerende Dürren in Ostafrika. Kohlen-Dioxid-Gehalt zum ersten Mal über 400 Parts per Million und der 124. Feinstaub-Alarm. Wo? In Stuttgart. Verdammt, die Menschen sind also gewahrt. Welche Maßnahmen haben Sie bereits implementiert? Im Pariser Klimaabkommen 2015 haben sich alle Staaten auf das Ziel verpflichtet, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Zwei Grad Erderwärmung. Was bedeutet das, Mr. Spock? Nun, weite Teile Bangladesches und Miami würden überflutet. Es ist das offizielle Ziel der Politik, Miami und Bangladesch zu überfluten? Das ist korrekt, Captain. Lieutenant Uhura, auf den Schirm. Allein um dieses Minimalziel zu erreichen, sind alle darüber eingekommen, den CO2-Ausstoß ab dem Jahr 2050 auf Null zu senken, weltweit, Captain. Moment, die Menschen wollen ab 2050 reisen, essen, heizen, sich fortbewegen, ohne CO2 dabei zu emittieren? Herzlichen Glückwunsch, das ist die größte Aufgabe, vor der sich die Menschheit je gestellt hat. Was wird da bisher gemacht? Nun, wie es für Ihre Spezies typisch ist, gar nichts. Das stimmt nicht. Die Regierung in Deutschland hat dem Klimawandel im Koalitionsvertrag ein komplettes Kapitel gewidmet. Na also, es geht doch um Mr. Spock. Was steht da drin? Sinngemäß steht da, man will den Klimawandel auf später verschieben. Verdammt noch mal! Wie können denn die Politiker die andauernden Diskussionen in den Medien ständig ignorieren? Welche Diskussionen, Captain? Von 143 politischen Talkshows im Jahr 2017 widmete sich eine einzige der Klimakatastrophe. Das Thema scheint die Menschen nicht so brennend zu interessieren. Okay, ich hab genug gehört. Beamen Sie mich eine dieser Zeitgenossen an Bord. Energie. Geil! Diese 3D-Effekte wären auch immer besser. Sag mal, Alter, was ist denn hier im Popcorn drin? Ich komm mir echt vor, als wäre ich mitten auf einem echten Raumschiff. Und jetzt, und jetzt kommt Mr. Spock auf mich zu und nimmt mir die 3D-Brille ab. Entschuldigen Sie bitte die Störung. Wir mussten Sie auf das Raumschiff beamen, um die Menschheit zu retten. Das klingt ja wie eine schlecht geschriebene Enterprise-Folge. Enterprise? Star Trek, nicht Star Wars, mein ich. Herr Gott, noch mal, das ist ein Riesenunterschied. Entschuldigen Sie, wenn wir Sie tatsächlich stören. Wir wundern uns einfach nur, warum die Menschen so phlegmatisch sind gegenüber der großen Klimakatastrophe. Klimakatastrophe? Die Menschheit schon ganz andere Katastrophen überlebt. The Day After Tomorrow, Armageddon. Am Ende kommt da immer Bruce Willis und... Laut einen Deich. Sollten nicht gerade Sie sich angesichts eines steigenden Meeresspiegels große Sorgen machen? Ich sag ja immer, es gibt kein schlechtes Klima. Ich sag ja immer, es gibt kein schlechtes Klima. Es gibt nur umpassende Kleidung. Sagen Sie mal, was passiert eigentlich, wenn ich hier drauf drücke? Nein! Ups. Schadensbericht. Ich höre gerade... Er hat Stuttgart zerstört. Na ja dann. Das dürfte zumindest die Luftqualität verbessert haben. Sagen Sie mal, wir haben Sie hier raufgebeen, weil wir eine Frage haben. Wir wundern uns einfach. Warum haben die Menschen keine Angst vor der Klimakatastrophe? Sie fragen mich, ob ich existenzielle Sorgen spüre. Ob ich existenzielle Sorgen habe? Sie fragen mich, ob ich existenzielle Sorgen habe? Existenziell, ja. Das höre ich Ihnen. Das hier. Gucken Sie mal. Das ist meine existenzielle Sorge. Wissen Sie, was das ist? Das ist der Stimmzettel zur Abstimmung über die GroKo. Der ist echt. Den habe ich mir nicht kopiert. Ich bin Sozi. Ich bin Genosse. Das ist Wahnsinn. In HD. Ich habe mir das nicht ausgesucht. Ich komme aus Bochum. Da bekommt man das Parteibuch schon bei der Geburt. Noch vor dem Klaps auf dem Po. Ich bin 50 Jahre alt. Ich bin der älteste Juso Bochums. Ich habe jetzt hier die Wahl, Leute. Wissen Sie, wie es mir geht? Ich gehöre zu einer aussterbenden Gruppe. Ich stehe auf der roten Liste. Schaut euch das mal an. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Der Heimatminister Horst. Wissen Sie, wie das klingt? Das klingt wie Bob, der Baumeister. Schauf mal das. Das ist nicht lustig. Wenn ich Nein stimme, gibt es Neuwahlen. Dann sitzen vielleicht noch mehr Rechtevollforsten im Parlament. Dann wird die SPD noch kleiner. Noch kleiner. Ich weiß, von was ich rede. Es geht ums Eingemachte und die Partei. Sein oder nicht sein. Oder wie es im Klingonischen Original heißt. Pach Pa, Pach Pe. Dabei war das so einfach. Diese Wahl war so einfach. Wir hatten so eine einfache Wahl. Das hatten andere Leute nicht. Die Amerikaner hatten die Wahl zwischen Clinton und Trump. Die Türken hatten die Wahl zwischen Erdogan und Erdogan. Und wir hatten die Wahl zwischen Merkel und Schulz. Um es ging zu... Also zwischen der Mutti aus der Uckermark und dem dicken Onkel aus Würselen. Jetzt mal ehrlich hier. Würselen ist ein kleiner Ort bei Aachen. Würselen ist kein Ort. Das ist ein Verb. Das ist eine Tätigkeit. Würselen ist so... Kennt ihr, wenn man was sucht? Und beim Suchen vergesst ihr, was ihr finden wolltet. Was machst du da? Lass mich in Ruhe. Ich bin am Würselen. Warum ausgerechnet Martin Schulz? Martin Schulz war der Erlöser der SPD. Das war der Obi-Wan Kenobi. Der Sozialdemokrat. Die Rückkehr der Sozi-Ritter. Möge der Bart mit dir sein. Warum? Warum ausgerechnet Martin Schulz? Warum war Martin Schulz eine solche Lichtgestalt für die SPD? Ganz einfach. Neben Andrea Nahles wirkt jeder wie der Dalai Lama. Das ist ganz einfach. Das ist furchtbar. Bei Star Trek geht es darum, dass Lebewesen, die nichts miteinander zu tun haben, zusammenkommen und etwas auf die Kette kriegen. Egal, wer das ist. Schwarz oder weiß. Mann oder Frau. Christ oder Moslem. Klingone oder Bayer. Egal. Das ist wie hier. Menschen kommen zusammen und es entsteht etwas Positives. Genau wie hier. Mir ist das egal, ob man das Kabarett nennt. Oder Comedy. Oder man geht ins Theater oder aufs Konzert. Hauptsache, Menschen kommen zusammen und haben Spaß. Das definiert uns als Kultur. Das dürfen wir auf keinen Fall aufgeben. Egal, was für schlimme Sachen da draußen aus passieren. Wir müssen auf jeden Fall immer zusammenkommen und Spaß haben. Wenn wir aufhören zusammenzukommen und Spaß zu haben, dann haben die Arschlöcher gewonnen. Das will ich nicht. Das möchte ich nicht. Außerdem brauche ich das Geld. Das war ein schöner öffentlich-rechtlicher Gesinnungsapplaus. Aber das ist das Problem, was wir Komiker haben. Wir haben jetzt eine Vorbildfunktion. Da werde ich von der Presse gefragt. Herr Bender, worum geht es in Ihrem Programm? Worum soll es gehen? Es geht um einen kleinen adipösen Komiker über 50, der seine Miete bezahlen muss. Warum lachst du jetzt wegen dem Adipös oder wegen dem Gag? Ich bin irritiert. Haben Sie denn keine Botschaft? Nein, ich habe keine Botschaft. Ich bin nicht die Schweiz. Ich bin das Nordkorea unter den Comedians. Ich habe keine Botschaft. Ich will die Leute mitnehmen aus Ihrem Programm. Ihre Jacken! Zieht euch warm an, es wird kalt draußen. Faszinierend, Captain. Er hat Angst vor dem Frieren und macht sich Sorgen um eine Partei, die in vier Jahren in der CDU aufgegangen sein wird. Vielleicht kann man ihm klarmachen, dass die Menschheit noch zu retten ist, wenn sie sofort handelt. Vielleicht mit hoffnungsvollen Beispielen. Gute Idee, Captain. Hören Sie zu, wenn Sie nichts unternehmen, dann wird es bald Gegenden auf der Welt geben, die so heiß sind, dass die Menschen bei lebendigem Leib gekocht werden. Sehr hoffnungsvoll, Spock. Das ist die Wahrheit, Captain. Mit der Wahrheit kann ich umgehen. In echt? Wenn die Menschheit keine Anstrengungen unternimmt gegen die Klimakatastrophe, wird die Erdbeuerung hungrig. Die Kunst besteht darin, zur anderen Hälfte zu gehören. Wenn der Permafrostboden taut, werden Billionen Tonnen CO2 und Methan frei. Die Erde erwärmt sich um 5-6 Grad. Weite Teile der Erde werden unbewohnbar. Ich komme aus Bochum. Das macht bei mir keinen Unterschied. Wie können Sie angesichts dieser Fakten so gelassen bleiben? Ich habe gehört, es gibt Wissenschaftler, die sagen, die Menschheit hätte mit der Erderwärmung überhaupt nichts zu tun. 90,9 % aller seriösen Wissenschaftler sind sich einig, dass die Klimakatastrophe Menschen gemacht ist. Und sich aus wie ein seriöser Wissenschaftler. Das reicht, Spock. Lassen Sie es. Es hat keinen Sinn, mehr Informationen zu füttern. Der Mensch ist kein Roboter, der richtig handelt, wenn ihm nur die richtigen Informationen zur Verfügung stellt. Sie müssen sich den menschlichen Geist so vorstellen wie einen Reiter auf einem Elefanten. Der Elefant sucht sich eine Banane. Das reicht mir jetzt. Star Trek ist mir zu linksversifft moralisch. Da lobe ich mir Star Wars. Da gibt es wenigstens Action. Kann ich bitte wieder zurück und meinen Film zu Ende gucken? Ja, beamen Sie ihn runter. Geil. Einmal Metropolis Kino Bochum, Reihe 7, Platz 14. Ja, von wegen. Zur Strafe beamen Sie ihn in eine Kabarett-Sendung. Nein! Nein. Nein, nein. Mr. Spock, bitte sagen Sie jetzt nichts. Ich weiß, die Unlogik Ihrer Spezies ist faszinierend, Captain. Nein, Captain. In dem Fall tödlich. Jetzt malen Sie den Teufel doch nicht an die Wand. Ich sehe keinen logischen Grund dafür, die Wände der Enterprise mit irdischen Religionsmotiven zu verzieren. Das war ein Sprachbild. Okay, vergessen Sie es. Dazu ist mein Gehirn nicht in der Lage. Offensichtlich stößt hier die menschliche Logik an Ihre Grenzen. Es gibt noch etwas, was stärker ist als Logik, Spock. Geld. Wie meinen Sie das, Captain? Unsere Datenbank zeigt mir, der amerikanische Ölmilliarder Charles Cock hat über 100 Millionen Dollar investiert, um den Klimawandel in Zweifel zu ziehen. Offensichtlich mit Erfolg. Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Klimaleugner als in Amerika, nahezu die Hälfte der Bevölkerung. Erst verpestet man die Luft und dann erstickt man die Argumente? Ja. 900 Millionen Dollar flossen wohl jährlich in neoliberale Thinktanks. Sie machten gegen Klimaschutz mobil, weil sie staatliche Eingriffe in die Wirtschaft fürchteten. Sie würden lieber untergehen, als sich vom Staat retten zu lassen. Die Organisationen heißen Carto Institute, Manhattan Institute, Heritage Foundation. Interessant. Alle aus dem Netzwerk der Mont Pelerin Society. Woher wissen Sie das? Nun, ich habe eine Schwäche für Satiresendungen des 21. Jahrhunderts. Was? Ein Witz, Captain. Offensichtlich, aber ein schlechter. Mein Faser macht bessere Witze und ist auf Lähmen eingestellt. Was werden Sie nun tun, Captain? Ich weiß es nicht. Deutschland gilt als Vorreiter im Klimaschutz. Sie haben sogar eine politische Führerin, die Klimakanzlerin genannt wird. Vielleicht kann sie uns helfen. Ich gebe zu bedenken, dass auch in Deutschland die Klimaleugner organisiert sind. Mit der AfD sitzt eine Partei im Parlament, die behauptet, dass die Ergebnisse nicht beweisen lassen. Ist da was dran? Nein, die Thesen der AfD basieren darauf, dass sie Modellrechnungen nicht lesen können. Alles klar, uns läuft die Zeit davon. Reden Sie mit dieser Klimakanzlerin. Sie ist unsere letzte Hoffnung. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob sie unser Anliegen auch verstehen wird. Da bin ich voller Hoffnung, voller Optimismus, Captain. Sie ist Physikerin. Und sie steht seit Jahren einer Partei vor, die von Männern dominiert wird. Sie kennt sich also aus mit Trägermasse. Energie! Spock an Enterprise. Scotty, überprüfen Sie die Daten. Ich sollte in Berlin ins Kanzleramt, befinde mich aber offensichtlich in einer arktischen Eislandschaft. Bitte melden, Scotty. Seltsam. Diese Gletscher sind aus Pappel. So, der Lichtdubel. Sehr gut, sehr gut. So, machen Sie einen Schritt nach hinten. Encore, encore. Voilà, bleiben Sie so. So ist gut. Bleiben Sie so. Diese Aufforderung entbehrt jeglicher Logik. Darf ich Sie fragen, was Sie da machen? Wegen den Neuwahlen. Ein Spot. Ein Werbespot. Ein Imagefilm. Und zwar die Klimakanzlerin. Sie sind ein guter Lichtdubel. Die Größe und die Haltung. So, machen Sie jetzt die typische Handbewegung. Was heißt das? Das ist vulkanisch und bedeutet, leben Sie lang und in Frieden. Oh, merde. Was heißt das? Sie sind ein sehr guter Lichtdubel. Wer hat mir so ein Trottel als Lichtdubel gegeben? Hallo? Es kommt ja schon. Es kommt ja schon. Ein Moment. Hallo. Angela. Alphonse. Alphonse. Angela. Meine Liebe. Du siehst fantastisch aus. Du bist jung. Als wärst du eingefroren. Oh, wie schön. Also jetzt, was machen wir diesen blöden Spot? Wo willst du mich haben? Guck mal, in Grönland. Da, wo alles begann, mit dir als Klimakanzlerin. So, alle, alle, alle. Du bist jung. Das ist 2007. Bereit und bitte. Und was soll ich jetzt sagen? Angela, du sagst das, was du immer gesagt hast. Auf Klimagipfel. Alle, alle, alle. Bei der Bekämpfung des Klimawandels liegen sehr entscheidende Jahre vor uns. Ja, Angela. Du bist heiß, Angela. Du spürst das, Angela. Die Pullen, die Rohre, die verschmelzen. Du bist so richtig heiß. Alle, alle, alle. Gib mir die Klimakanzlerin. Komm, komm, komm. Wir nehmen die jüngsten Berichte der Sachverständigengruppe über Klimaänderungen zur Kenntnis und sind darüber besorgt. Ja, besorgs mir. Besorgs mir. Du bist... Entschuldigung, bleib hier. Aber ich muss dann... So richtig. Angela, Angela. Du machst mich Angst. Paris 2015, den Klimagipfel. Es geht um die Grundlagen des Lebens der Generationen, die nach uns kommen. Wir wissen, wir müssen heute handeln. Herr Angela, weißt du was? Ich hab alles im Kasten. Du bist so... So, der Arktis, der kann jetzt weg. Super, also das hast du so gut gemacht. Angela, ich muss jetzt weg. Weil ich hab so einen heftigen Job jetzt. Was musst du machen? Ich muss Andrea Nahles Sympathie wirken lassen. Mon Dieu. So. Also gut, dann haben wir da... Hallo. Hallo. Entschuldigung. Entschuldigung. Was wird das hier? Ein Interview oder eine Pyjama-Party? Mein Name ist Spock. Ich bin von der Enterprise. Die Zeitschrift kenn ich gar nicht. Na, kommen Sie mal rein. So. Was kann ich für Sie tun? Nun, wir haben den Eindruck, dass zu wenig gegen die Klimakatastrophe gehandelt ist. Ach, Pappalapapp. Ich hab eben gerade einen wunderschönen Videofilm gegen die Klimakatastrophe gedreht. Ich handele sehr viel. Jetzt spitzen Sie mal die Ohren. So. Und zwar habe ich zum Beispiel 2013 eine schon beschlossene EU-Richtlinie zum Treibstoffverbrauch höchstpersönlich gestoppt. Mit dieser Richtlinie sollten die CO2-Ausstoße auf den europäischen Straßen gesenkt werden. Mit einem schrecklichen Ergebnis für die heimische Artenvielfalt. Eine prächtige Gattung aus Deutschland wäre quasi durch diese Richtlinie jämmerlich verdurstet. Wir dürfen mit der Automobilindustrie nicht so umgehen, als hätten wir noch eine zweite im Koffer raus. Und was ist mit der Braunkohle? Sie ist schließlich für ein Drittel aller Energieemissionen in Deutschland verantwortlich. Eine unglaubliche Belastung für die Atmosphäre. Ich kümmere mich sehr wohl um die Atmosphäre bei den Braunkohlebetreibern in der Lausitz. Sehen Sie, deswegen habe ich einen Kompromiss verhandelt, die sogenannte Kohlereserve. Verzeihen Sie, war nicht eine Kohleabgabe geplant? Ja, aber das hätte ja bedeuten, dass schmutzige Kohlekraftwerke extra bezahlen müssen. Und was bedeutet Kohlereserve? Das bedeutet, dass schmutzige Kohlekraftwerke eine Belohnung bekommen, wenn sie länger laufen als Reserve. Der Kompromiss besteht also darin, das Gegenteil zu tun von dem, was vorher geplant war. Ja, natürlich. Ich mache gerade eine unangenehme Erfahrung, Frau Merkel. Sie ist damit verbunden, Ihren Argumenten zuzuhören. Erst wenn der letzte Kohleflöz geschlossen und der letzte Tagebau verschwunden, dann werdet Ihr merken, dass man von frischer Luft nicht leben kann. Aber sagen Sie nicht immer, dass Deutschland Vorreiter beim Klimaschutz sei? Ja, das sind wir auch. Gegenüber 1990 haben wir den CO2-Ausstoß um 25% gesenkt. Dagegen schauen sich mal die Chinesen an, die alten Schmutzfinken. Die deutsche Industrie hat teile ihrer Produktion nach China verlagert. Nur deshalb konnten hier die Emotionen gesenkt werden. Sehen Sie, das ist doch ganz normal. Deutschland liefert schmutzige Fabriken nach China. China liefert billige Waren nach Deutschland. Das ist im Prinzip eine Win-win-Situation, vor allem auch für die Umwelt. Aber nicht für die in China. Das ist eindeutig Deutschland. Ein weiteres Drittel des CO2-Ausstoßes ging zurück nur aufgrund des Wirtschaftseinbruchs wegen der Finanzkrise. Da machen Sie sich mal keine Sorgen. Wir arbeiten daran, dass sich so eine Finanzkrise jederzeit wiederholen kann. Und nochmal CO2 ... Noch einen Teil CO2 haben Sie eingespart, allein weil die DDR-Wirtschaft zusammengebracht hat. Sehen Sie, ich bin bereit, eine ganze Industrie über die Wuppa springen zu lassen. Nur für Mutti Erde. Die Wende war Ihr Werk? Nun, Historiker schreiben, Sie waren beim Mauerfall in der Sauna. Das klingt mir eher wie ein Beitrag zur Erwärmung Ihres Südpols. Entschuldigen Sie, lassen Sie meinen Südpol daraus. Das ist eine Unverschämtheit. Diesen Begriff würde ich eher für Ihre Klimapolitik anwenden. Jedes Jahr subventionieren Sie klimaschädliche Branchen in Höhe von 50 Milliarden Euro. 11 Milliarden allein für die Flugzeugindustrie. 8 Milliarden das Diesel-Privileg. Kein Wunder, dass die deutschen Emissionen jedes Jahr stabil bei 900 Millionen Tonnen CO2 liegen. Das ist es doch, was die Leute wollen, Stabilität. Verstehen Sie? Die Leute wollen billig fliegen. Die haben sich ihren Diesel gekauft. 16 Jahre Kanzleramt. Sowas halten Sie nicht, Sie müssen den Leuten die Wahrheit sagen, Frau Merkel, über den Zustand des Planeten. Ein großer Mann hat einmal gesagt, es ist keine Lüge, die Wahrheit für sich zu behalten. Das ist ein Zitat von Mr. Spock. Von wem? Sie haben leicht reden. Sie können leicht daher, ich habe einen Amtseid geschworen, Schaden abzuwenden von der deutschen Wirtschaft. Wissen Sie, was dieser Mr. Spock noch gesagt hat? Das Wohl von vielen. Es wiegt schwerer als das Wohl von wenigen. Wenige haben manchmal mehr zu sagen. Faszinierend. Dann sind Sie also der Reiter und die Wirtschaft ist der Elefant. Ich muss also mit dem Elefanten sprechen. Gut, dass Sie es sagen. Holen Sie mal den Altmaier rein. Wegen des Wirtschaftsressorts. Vielen Dank. Wir sind fertig. Leben Sie lang und in Frieden. Da kennen Sie die CSU aber schlecht. Gut. Wir sind fertig. Ich soll jetzt als Franzose über das Klima reden. Ich als Franzose. Das ist ein bisschen merkwürdig. Wie Sie alle wissen, die Franzosen haben nichts mit der Natur, mit der Umwelt. Zum Beispiel ich. Ich wohnte als Kind in Paris. Ich war ein echter Pariser. Ich ging fast nie in den Wald. Nur wenn wir einen Kühlschrank entsorgen mussten. Der Franzose hat wirklich nichts mit der Natur. Obwohl. Da bin ich auch ziemlich froh. Ich war ein kleines Kind. Als ich 9 war, ist mir etwas passiert. Ich wohnte wie gesagt in Paris. Ich hatte Asthma. Der Arzt hat gesagt, der Junge kann nicht in Paris bleiben. Die Luft ist zu schlecht. Er muss aufs Land. Ich war schockiert. Ich dachte, was aufs Land? Aber meine Eltern haben mich in einem Bauernhof geschickt. In der Provence. Es gab nichts. Die Telefonnummer war die 15. Dann kam ich an. Es gab einen Traktor und eine Familie. Zum Glück gab es einen Fernseher. Da konnte ich eine Serie gucken. Das war ein alter Farbfernseher. Also zwei Farben. Schwarz und weiß. Ich konnte gucken. Tagsüber, der Opa von dem Bauernhof, Augustin, war total nett zu mir. Er hat mir beigebracht, Traktor zu fahren. Mit 9 bin ich Traktor gefahren. Da war ich total stolz. Er hat mir zuerst erklärt, wie das geht. Dann hat er gesagt, ich darf meine 1. Runde um den Hof fahren. Ich habe es gemacht. Er hat gesagt, Alphonse, das war sehr gut. Für die 2. Runde probier mal, um die Hühnere rumzufahren. Der Traktor von Augustin, hat mir gesagt, ich fuhre so schnell, wie ich konnte. Er hat einen Trick gefunden. In dem Traktor gab es eine Klappe. Sie machte immer so. Er hat gesehen, wenn die Klappe aufbleibt, ist der Traktor schneller. Deshalb hat er mit einem Draht so gebastelt, dass die Klappe immer aufblieb. Dafür hat er viel mehr gefallen als sonst. Aber der war schneller. Heute macht das keiner mehr, denn es gibt dafür Software-Lösungen. Hallo. Aber Augustin war manchmal ein bisschen merkwürdig. Gerade abends. Weißt du, was er gemacht hat? Er hat nicht einmal mit mir Fernsehen geguckt, sondern stattdessen. Er ging jeden Abend nach draußen. Dort guckte er die Sterne an. Er saß auf seinem Stuhl, ich durfte auch nicht da ran. Ich guckte die Sterne an. Von mir aus soll er machen, aber ich guck lieber meine Serie. Eines Abends, ich guckte die Serie und auf einmal blenden sie ein. Morgen ist es die letzte Folge. Ich war schockiert. Das machte schon Spaß, das anzugucken. Schade, dass es bald vorbei ist. Aber ich dachte mir, danach kommt auch was anderes. Trotzdem. Ich war ein bisschen unruhig. Und Augustin? Der war draußen. Augustin? Darf ich? Ich habe nur eine Frage. Augustin, warum guckst du immer jeden Abend die Sterne an? Und Augustin sagte mir, Alphonse, wenn ich die Sterne angucke, das ist das Universum, dann frage ich mich, was ist los mit den Menschen? So intelligent, dass er auf den Mond fliegen kann, aber zu doof, um aufzuhören, die Erde kaputt zu machen. Was ist los mit diesen Menschen? Aber Augustin, Augustin, ich bin mir sicher, der Mensch wird aber die Erde reparieren. Alphonse, er wird erst was machen, wenn es zu spät ist. Und zu spät ist zu spät. Wie ein altes französisches Sprichwort sagt, wenn du dabei bist, ein Vorname auszusuchen, ist es zu spät, den Kondom überzuziehen. Und dann guckte Augustin nochmal die Sterne und sagte, Alphonse mit den Menschen wird es nicht gut gehen. In dem Moment wusste ich, dass die Sterne oben die gucken uns an. Und die sagen sich, schade, dass es bald vorbei ist mit den Menschen, das macht der Spaß, die anzugucken. Aber gut, bald kommt auch was anderes. Hey, hey, das war mein bester Part heute Nachmittag. Was machen Sie mit Ihrem Blau auf meinem Green? Mein Name ist Spock, von der Enterprise. Enterprise, ach, auch ein Unternehmer. Herzlich willkommen, was kann ich für Sie tun? Wir sorgen uns darum, dass die Wirtschaft zu wenig gegen die Klimakatastrophe handelt. Ach was, das machen wir doch schon seit Jahren. Nach meinen Informationen handeln Sie gerade nicht. Doch wir handeln sehr intensiv mit CO2. Sehen Sie, der CO2-Emissionshandel ist einer der wichtigsten Bausteine der europäischen Klimapolitik. Faszinierend. Um die Umwelt zu schützen, machen Sie also direkt zur Handelswaren? Ja, Sie haben es verstanden, das ist moderner Klimaschutz. Sehen Sie, der ETS, der europäische Emissionshandel ist, ich mache Ihnen das mal vielleicht ein bisschen deutlich, stellen Sie sich mal vor. Spock, was, nein, ach, Sie müssen verstehen, Sie sollen sich vorstellen, hören Sie, jetzt gehen Sie von meinem Grin runter, Himmel. Sie sollen sich nur was vorstellen, Sie sind ein Fabrikbesitzer, ein CO2-Verursacher, ich bin die EU. Hier habe ich Emissionszertifikate, die Ihnen erlauben, CO2 auszustoßen. Wissen Sie, früher als die Umwelt noch umsonst war, da war einfach jeder so sein Dreck in den Himmelblasen. Ich verstehe. Aber dann verkaufen Sie mir diese CO2-Zertifikate und dann darf ich danach einfach so die Luft verpesten. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Sehen Sie, die Emissionszertifikate sind natürlich nicht unendlich. Es gibt da quasi eine natürliche Obergrenze für den CO2-Ausstoß. Wenn Sie als Fabrik mehr ausstoßen wollen, als Ihnen laut Papieren gegeben ist, dann müssen Sie eine Strafe bezahlen. Eingegieren Sie mich, wenn Sie sich irren. Aber durch diesen CO2- Emissionshandel wird der Dreck doch nicht weniger. Doch, doch, aber langfristig. Sehen Sie, wenn Sie für jede Tonne CO2 bezahlen müssen, dann haben Sie irgendwann einen Anreiz, CO2 einzusparen. Ah, und wenn ich CO2 einspare, dann habe ich ein Zertifikat zu viel. Was mache ich dann mit diesem Zertifikat? Ja, das machen Sie zu Geld. Das verkloppen Sie an der Börse für Leute, die eben mehr Dreck machen wollen, als Sie können. Und dann kriegt der das. Entschuldigen Sie, aber der Dreck ist ja jetzt nicht weg. Den macht nur jemand Anderer. Ja, und der hat Sie auch noch dafür bezahlt. Ist das nicht toll? Das ist der Mark. Faszinierend. Ja, wunderschön. Mega. Sie versuchen also Ihre ökologischen Probleme mit derselben Logik zu lösen, mit der Sie entstanden sind. Wir versuchen, wir lösen sie. Die EU gibt immer weniger CO2-Zertifikate aus. Dadurch wird immer weniger CO2 freigesetzt. Ah, und dadurch steigt dann der Preis für die Zertifikate. Richtig, es wird teurer, die Umwelt zu belasten und Sie haben einen Anreiz, CO2 einzusparen. Interessant. Nun ist es aber doch so, dass in Wirklichkeit trotz Emissionshandel der CO2-Ausstoß praktisch nicht geringer geworden ist. Also, das Modell funktioniert. Dann muss was mit der Wirklichkeit nicht in Ordnung sein. Lassen Sie mich vielleicht kurz darstellen, wie es in Wirklichkeit gelaufen ist. Muss das sein? Ich fürchte ja. Ich bin jetzt die EU. Brüssel, Jahr 2005. Und der Emissionshandel beginnt. Ich gebe also zum ersten Mal Verschmutzungsrechte aus. Können Sie sich zufällig daran erinnern, für wie viele Tonnen die wir haben? Ich glaube, über ein außergewöhnlich gutes Gehör zu verfügen, aber ich habe Sie nicht verstanden. 2,15 Milliarden Tonnen. Richtig. Das ist mehr, als alle europäischen Anlagen in einem Jahr verbrauchen würden. Diese Zertifikate müssen sehr teuer für Sie gewesen sein. Ich bin wirklich ganz ohr. Die waren für lau, die hat man uns geschenkt. Richtig. War nicht die ursprüngliche Idee, dass CO2 etwas kostet? Ja, schon, aber dann hätte ja am Anfang niemand mitgemacht. Als wir angefangen haben, mit den Zertifikaten zu handeln, da sind ja dann auch tatsächlich Kosten entstanden. Nur nicht Ihnen. Den Preis für die Zertifikate haben Sie ja auf die Stromkunden abgewählt. Den Preis für geschenkte Zertifikate. Auf den Zertifikaten stand ja ein hoher Wert drauf. Und diesen höheren Wert, den Sie niemals bezahlt haben, haben Sie dann auf die Kunden umgelegt. Auf die Kunden umgelegt. Und sich so allein in Deutschland einen zusätzlichen Gewinn von 30 Milliarden Euro verschafft. Können Sie nicht langsam mal anfangen zu nuscheln? Es ist doch kein Verbrechen, mit Umweltschutz ein bisschen Gewinn zu machen. Nun ist es ja so, dass die imitierenden Anlagen von Beginn des Emissionshandels deutlich mehr CO2 ausgestoßen haben, als je zuvor. Ja, natürlich, wenn man uns mit diesen Zertifikaten bewirft, dann geht irgendwann der Anreiz, aber wir sind ja dabei, nicht aus diesen Marktzertifikaten jetzt zu entziehen, damit der CO2-Ausstoß sinkt. Ja, aber nur bis zum Jahr 2030. Bis dahin findet praktisch kein Klimaschutz statt. Ja, im Prinzip nicht hier, aber woanders. Sehen Sie, wenn Sie zum Beispiel nachweisen können, dass Sie Geld ausgeben für jemand anders, der am anderen Ende des Planeten Dreck einspart, dann kriegen Sie eine Gutschrift, eine Art Bonusdreck. Interessant. Sollte also jemand in der Ukraine sich dazu entschließen, seine klimaschädliche Kühlmittelproduktion herunterzufahren, die er vorher extra deswegen heraufgefahren hat, dann wird ein Zertifikat frei und das bekommen dann Sie, um in Europa die Luft mehr zu verpesten. Ja. Und wenn in Honduras ein Wald angelegt wird und örtliche Bauern betrieben werden, dann bekommen Sie auch ein CO2-Zertifikat, nicht wahr? Ja. Sehen Sie, irgendjemand muss ja mal Opfer bringen für diesen Klimaschutz. Nun hat sich aber herausgestellt, dass 75% dieser Klimaprojekte für den Klimaschutz völlig wertlos sind. Sagen Sie, was soll das Ganze? Weil sonst keiner das Gefühl hat, dass wir was für das Klima machen. Aber dieses ganze System entbehrt jeglicher Logik. Es kommt mir fast so vor, als hätte sich jemand von der Mont Pelerin Society das ausgedacht. Lustig, dass Sie das sagen. Das ist wirklich lustig. Es stimmt, nur ein Zufall, aber es war tatsächlich Ronald Cross, Mitglied der Mont Pelerin Society. Er hat dafür sogar den Wirtschaftsnovellpreis bekommen. Na, jetzt macht das Ganze allerdings wieder Sinn. Sie sollten übrigens ein bisschen in die Knie gehen. Das ergibt dann ja mal wirklich Sinn. Wobei man ja sagen muss, dass nicht jeder den Klimawandel doof findet. Der Golfspieler Donald Trump zum Beispiel, der findet den Klimawandel nicht doof. Der glaubt da einfach gar nicht dran. Der hält den Klimawandel tatsächlich für eine Erfindung der Chinesen. Das wäre die erste Erfindung, wo die keine Patentrechte verletzt haben. Und die haltbarste Erfindung, die sie je gemacht haben. Alles andere ist ja immer noch drei Tage lang. Aber das ist die erste Erfindung, alles andere ist ja immer noch drei Tage kaputt, oder? Aber der Klimawandel hält. Peking, der Klimawandel sitzt. Dank drei Wettertaff. Und die Jungs vom Konservativen Kreis der CDU, die finden den Klimawandel auch nicht doof. Nein, die finden den toll. Die fordern schon seit Jahren ein Ende der moralischen Erpressung durch den Klimawandel. Die behaupten ernsthaft, im Abschmelzen des polaren Eises und Anstieg des Meeresspiegels sind durchaus positive Chancen zu sehen. Aber gluck, gluck, weg waren sie. Und Deutschland hat endlich mal eine Westküste. Und manche Sätze ergeben endlich Sinn. Sie kennen diesen Fußballerspruch. Ohne Holland fahren wir zu WM. Stimmt. Und zwar für immer. Und wissen Sie, was den Meeresspiegel so richtig in die Höhe treibt? Freihandel. Freihandel wissen Sie, das ist diese wahnsinnig tolle Idee, um die Welt zu schicken. Am besten natürlich in rußspeiernden Dreckschleudern quer über alle Weltmeere. Die Befürworter von Freihandel sagen natürlich immer, das bringt für alle mehr Wohlstand. Weil dann ja jeder macht, was er am besten kann. Also Franzosenkäse, Italiener Pizza, Deutsche Weltkrieg. Und weil dann jeder das macht, was er am besten und somit am billigsten kann, profitieren auch alle. Sie berufen sich dabei, diese Befürworter, David Ricardo, angesehener Ökonom, leider schon tot, hat aber gute Arbeit hinterlassen. Und der hat das klassische Freihandelsbeispiel gebracht. Es stammt aus der Zeit kurz nach der Industrialisierung. Da hat er gesprochen von England und Portugal. Er hat gesagt, England hat Webstühle, also Tuch, und Portugal hat Wein. England hat kein Wein, Portugal hat kein Tuch. Wenn die beide Handel betreiben, dann profitieren auch beide. Weil dann hat Portugal auch Tuch und England hat auch Wein. Sie haben leider vergessen, den Briten zu sagen, dass man Rotwein nicht kalt trinkt. Aber ich meine, wenn der Rotwein kalt ist, schmeckt er nicht so gut, passt er besser zum Essen. Und auf dieses Beispiel berufen sich alle Freihandelsbefürworter. Sie vergessen dabei nur eine Sache. Sie vergessen nämlich, dass David Ricardo gesagt hat, Freihandel bringt nur so lange mehr Wohlstand für alle, solange Kapital unbeweglich ist. Also solange England und Portugal die Weinberge nicht abkaufen kann. Weil dann würden alle Gewinner aus den Weinbergen in England landen und Portugal stünde dumm da. Das heißt, Freihandel bringt nur so lange mehr Wohlstand für alle, solange Kapital unbeweglich ist und das eine Land dem anderen die Ressourcen nicht abkaufen kann. Aber das ist doch genau das, was heute passiert. Und was mit diesen einklagbaren Eigentumsrechen in den aktuellen Freihandelsverträgen verstärkt wird. Das heißt, so wie Freihandel heute läuft, bringt er eben nicht mehr Wohlstand für alle. Und dem, was David Ricardo gesagt hat. Aber wissen Sie, das weiß ja wieder keiner. Obwohl Sie wissen das ja jetzt. Und wenn Sie das jetzt total oft weiter erzählen würden, ein Träumchen. Soll ich Ihnen mal ein richtig tolles Beispiel für Freihandel nennen? Glauben Sie mir, Sie wollen das hören. Es ist so großartig, es stammt aus der EU. Deutschland liefert innerhalb der EU an Großbritannien jedes Jahr 1,5 Millionen Kilo Kartoffeln. Und Großbritannien liefert uns dafür, wollen Sie raten? 1,5 Millionen Kilo Kartoffeln. Nicht Fisch und Chips, sondern Chips and Chips. Null zu null für den Kapitalismus. Hätte genauso gut andersrum ausgehen können. Also, lebt lang und in Frieden und den Schwimmunterricht nicht vergessen. Computerlogbuch der Enterprise. Erster Offizier Spock. Die Menschen zeigen keinerlei Einsicht. Unablässig bewegen Sie sich fort in kraftstoffverbrauchenden motorisierten Sitzgruppen. Um sich Produkte zu kaufen, für die es keinen erkennbaren Nutzen gibt. Kaum ist der Frost beendet, sieht man Männer um Feuerstellen stehen. Auf denen Scheiben totes Tier, das unter unglaublicher Verschwendung von Ressourcen großgezogen worden ist, zur Nahrung verbrannt wird. Die Menschen, die hier gewesen, vom Königspinguin bis zur Nacktmulle, zeigen bei Gefahr ein intelligenteres Verhalten. Die ... Hey, was soll das denn jetzt? Bitte? Was machen Sie denn da? Normalerweise motzen Sie doch immer hier nur über die Politik und über die Industrie. Immer schön feste drauf, auf die da oben. Aber doch nicht auf mich. Ich bin auch keiner von denen da oben. Nee, wirklich nicht, Schatz. Da wo du bist, ist eigentlich nie oben. Meine Mann! Ich kann noch gar nichts dafür für dieses Klimatingenskirchen da. Fahren Sie etwa kein Auto, essen Sie kein Fleisch. Ach, kommen Sie, das macht doch nun wirklich jeder. Genau, das ist das Problem. Jede Heizung, jedes Auto, jedes Stück Fleisch verursacht klimaschädliches CO2. Ja, aber ich muss doch was essen. Ich mach doch mein Fleisch. Was soll ich denn sonst essen? Tofu? Oder Gemüse? Oder Obst? Oder Kartoffeln? Schatz, ich glaube, du reitest dich da gerade in was rein. Also, mein Schnitzel macht den Klimawandel auf jeden Fall nicht mehr fett. Nö, den nicht. Das hier ist der ökologische Fußabdruck Ihres Schnitzels. Was? Mein Schnitzel hat einen Fußabdruck? Ich will sofort den Chef sprechen. Die Herstellung jedes Schnitzels produziert klimaschädliches CO2 in Höhe von 2,7 Kilogramm. Deswegen esse ich auch gar kein Fleisch mehr. Und fahre kein Auto. Ach ja, toll. Aber mit mir mitfahren zur Anstalt. Einmal Bochum, München hin und zurück. Gerne. Das macht 300 Kilogramm CO2. Und was soll ich jetzt damit behalten? Was soll ich jetzt damit behalten? Was soll ich jetzt damit behalten? Damit behalten oder was? Da muss doch echt eine intelligentere Lösung geben, oder? Ja, genau. Dann muss man das eben verbrennen. Das ist Asche. Hören Sie, die Menschheit hat jetzt bis zum Jahr 2050 noch Zeit, ein paar Gigatonnen CO2 auszustoßen. Aber dann ist die Atmosphäre voll. Moment mal, wie voll. Sie tun ja so, als sei die Atmosphäre so eine Art Badewanne, die oben überlaufen kann. Ich meine, der Himmel, der ist doch nach oben offen, oder? Ich meine, der Himmel, der ist doch nach oben offen, oder? Da kommt doch noch sehr viel Raum. Also Weltraum sozusagen. Verstehen Sie? Faszinierend. Hören Sie zu, lassen Sie es nicht so einfach wie möglich sagen. Alles, was Ihnen jetzt noch hilft, ist radikaler Verzicht. Sie müssen verzichten beim Autofahren, beim Heizen und beim Fleischkonsum. Ich will aber keinen Einschnitt. Ich will Aufschnitt. Sie wollen das mit dem Fliegen. Wie? Aber wir wollten doch nach Bali fliegen und am Strand nochmal heiraten. Genau. Was wollten wir? Eine Fernreise nach Bali für zwei Personen? Bitte. Das entspricht dem Gegenwert von acht Tonnen CO2. Wo sollen wir das denn hin liefern? Moment, Moment, Moment. Also wir haben eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Bochum-Wimmelhausen. Da haben wir nun wirklich echt keinen Platzverkehr. Kann das nicht irgendwer anders nehmen? Sie müssen sich der Natur übergeben. Das kostet Sie natürlich etwas. Was denn? Ihre Lebensgrundlage. Moment, heißt das, dann gibt es später auch keine neuen Star Wars Filme mehr? Nein. Na gut, da gucke ich eben die alten nochmal. Spock on Enterprise. Trotz bildlicher Darstellung, keinerlei Einsichtsfähigkeit bei den Humanoiden. Ich schlage vor, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt zur Erde zurückkehren, in dem die Dringlichkeit des Handelns erkennbar sein müsste. Scotty, beamen Sie mich zurück auf die Erde ins Jahr 2100. Willst du, Hannes Bender, mich, Annie Hartmann, zur Frau nehmen nochmal? Also ich habe mir Bali irgendwie romantischer vorgestellt. Ich muss sagen, ich bin doch auch erstaunt, wie viel, so 50 Zentimeter mehr ausmachen. Was du nicht sagst. Meinst du, wir sind vielleicht doch schuld an der Überschwemmung? Es gibt doch immer mal wieder einen feuchten Sommer. Und was drehen wir jetzt für einen Spot, Alphonse? Also das ist der Spot für den 147. Das ist der Klimagipfel. Wo positioniere ich mich? Wo sind denn jetzt die Eisberge? Angela, du schwimmst gerade drin. Das heißt, mein ganzes Engagement für den Klimawandel und sowas, alles für die Katze? Das kann man auf keinen Fall sagen. Du hast dich so oft auf den Klima eingeredert, dass er sich nicht wandern soll. Wenn er es trotzdem macht, bist du nicht schuld. Seiden Sie, Frau Merkel, glauben Sie immer noch, dass Sie Ihre Klimaziele erreichen können? Ja, ich bin positiv, dass Deutschland bis zum Jahr 2150 seinen CO2-Ausschuss radikal reduzieren wird. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sich dann ein Großteil der deutschen Industrie unterhalb des Meeresspiegels befindet. Ich habe es euch doch immer gesagt. Jahrelang habe ich vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Niemand hat mir zugehört. Naja, das lag daran, dass Ihre Sendung im ZDF auch immer so spät kam. Das liegt nur daran, weil die, die vor mir kamen, immer überzogen haben. Das war die Anstalt. Heute mit Anni Hartmann, Dennis Bender, Alfons und Harald Lesch. Vielen Dank.