Ja, vielen herzlichen herzlichen Dank und ganz herzlich willkommen bei BELZIG QELZIG heute mit Bundesinnenminister Horst Seehofer und wir feiern hier heute das große Sommerfest der Demokratie. Sie haben die Schirmherrschaft übernommen. Vielen Dank. Ja, der die Sachen, Herr Bundesinnenminister, dann stoßen wir erst einmal an auf 29 Jahre Grundgesetz. 70, äh, 70 Jahre. Ja, 70 Jahre. Gut, ich wollte es halt mal kurz aus der Perspektive der Ostdeutschen betrachtet haben. Ja, äh, Herr Innenminister, 70 Jahre Grundgesetz. Sie sind auch vor kurzem 70 Jahre alt geworden. Frage, wer von Ihnen beiden ist noch diesen 7 Jahrzehnten in besserer Verfassung? Ach, wir sind beide in allerbester Verfassung, auch wenn wir beide nicht mehr ganz durchgängig ernst genommen werden. Ja, äh, ernste Frage, was müsste Ihrer Meinung nach als erste entscheidende Maßnahme passieren, um das Land vor dem wiedererstarkenden Rechtsextremismus zu beschützen? Mein Rücktritt. Schmarrn. Die wichtigste Maßnahme wäre es natürlich, zunächst einmal die Kanzlerin zu zitieren, die gesagt hat, wir müssen den Kampf gegen den Rechtsextremismus führen, und zwar schon von Anfang an. Von seinen Anfängen, ja. Jetzt, äh, Frage, wann beginnt für seinen Anfang und wann ist der Anfang für Sie auch mal zu Ende? Also da darf ich vielleicht einmal ganz kurz Hermann Hesse zitieren, der mal gesagt hat, jedem Anfang wohnt ein Zaudern inne. Ja, vor allem wenn es gegen rechts geht, gell? Ja, aber hören Sie mal, ich meine, wir können nur nicht mehr zaudern. Bei Neonazis ist eine Feindesliste gefunden worden mit 25.000 Namen, die haben 25.000 Menschen, die im Visier haben. Ja, da sehen Sie mal, wie viele radikale linke Verfassungseinde es in diesem Land noch gibt. Ja, aber, ja, aber, ich meine, wenn Sie, keiner von den 25.000 weiß Bescheid. Ja, das stimmt nicht, das stimmt nicht. Wir haben schon ein paar von denen benachrichtigt und informiert. Sie allerdings noch nicht. Stimmen Merkt ihr auch, wie sich die Stimmung in letzter Zeit verändert hat? Wie man jedes Wort, das man sagt, erstmal auf die Goldwaage legen muss? Man wird ja heutzutage ruckzuck ins rechte Lager gesteckt, nur weil man was fremdenfeindliches sagt. Sagt man wiederum was gegen fremdenfeindlichkeit, muss man damit rechnen erschossen zu werden. Da muss man tarieren. Deswegen versuche ich jetzt mal ganz ganz vorsichtig zu formulieren. Also ich habe nichts gegen Deutsche. Solange es nicht zu viel auf einem Haufen sind. Aber es gibt halt auch Stadtteile, da sieht man fast nur noch Deutsche auf der Straße. Neulich ist eine deutsche Familie einen Stock unter uns eingezogen und seitdem riecht es im Treppenhaus ständig nach Sauerkraut. Ich meine ab und zu wäre es ja okay. Ich gehe ja auch gerne mal zum Deutschen um die Ecke. Es geht doch nichts über einen saftigen Mettigel und dazu ein frisches Bananenweizen. Keine Frage, kochen können die. Die meisten sind ja auch anständige Leute. Die bauen prima Autos, räumen den Schnee vor ihrer Wohnung weg und können wirklich toll auf eins und drei klatschen. Gut mein Kind würde ich jetzt nicht unbedingt auf eine Schule schicken, auf die nur Deutsche gehen. Da gehen bei mir sofort die Alarmglocken an. Da suchen sich die Kids schnell mal falsche Freunde und ruckzuck nehmen sie sich schlechte Vorbilder wie Uli Höhn, Jan Ulrich oder Martin Winterkorn. Aber das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass alle Deutschen kriminell und asozial sind. Manche sind auch super Fußballer. Einige haben sogar in der deutschen Nationalmannschaft ganz hervorragende Arbeit geleistet, aber Hand aufs Herz, ich brauche Lothar Matthäus jetzt nicht unbedingt als Nachbarn. Aber noch mal, noch mal wirklich, also ich habe nichts gegen Deutsche. Wirklich, im Gegenteil. Ich habe sogar ein paar Sachsen in meinem Freundeskreis. In aller Regel sind das hoch anständige Leute. Viele gehen sogar arbeiten. Viel schwieriger finde ich ja die Bayern. Es gibt bayerische Clans, die leben seit Generationen in unserem Land, aber weigern sich vehement unsere Sprache zu lernen. Und dann zwingen sie auch noch ihre Frauen immer diese furchtbaren Dirndl zu tragen. Achtjährige Mädchen im Dirndl, kann mir doch keiner erzählen, dass die das freiwillig machen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir macht diese Volkstümelei Sorgen. Mittlerweile spiele ich sogar mit dem Gedanken aus Protest einfach mal SPD zu wählen. Nur um den großen Parteien da oben also richtig zu machen, das ist ja nicht so einfach, wie es euch geht. Ich habe mir gesagt, ich habe mir gesagt, ich habe mir gesagt, ich habe gesagt, ich habe gesagt, ich habe gesagt, ich habe gesagt, ich habe gesagt, doch, ich habe gesagt, nur um den großen Parteien da oben also richtig eins auszuwischen. Was ist denn aus den alten Werten geworden? Frage ich mich Meow vor der Nationalisierung des Abendlandes. Wisst ihr worauf ich immer noch stolz bin? Ich bin immer noch stolz darauf, nicht stolz auf dieses Land zu sein. Da seht ihr ja, wie gut ich mich integriert habe. Nämlich überhaupt nicht. Ich war schon immer Teil des Ganzen hier. Auf diesem A steht Made in Germany. Je suis Deutschland. Almanya Akbar. Und kann Spuren von Oliven und Anis enthalten. Dieses Land gehört nämlich uns. Uns allen. Dem zugewanderten Zeitarbeiter, der alleinerziehenden Studentin, dem körperbehinderten Pfadfinder der transsexuellen Kneipenschlägerin und ja, auch dem bio-deutschen Exenmann aus Landshut und Chemnitz. Auch der darf bleiben und seine Meinung frei äußern. Und es lohnt sich in unserem Land zu leben. Und da muss man für gewisse Werte eintreten. Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann dieses Land jederzeit verlassen. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen. Bevor ich es vergesse, eine Sache noch. Ich finde unser Pfadsystem ist eine ganz tolle Sache. Herr Pfälzig! Herr Pfälzig! Herr Pfälzig! Herr Pfälzig! Hallo, Herr Dr. Löhlein vom Innenministerium. Gut, dass Sie da sind. Sie, was ich mich frage, sollten wir unser Sommerfest der Demokratie vielleicht nicht doch besser kurzfristig absachen? Was? Wieso das denn? An so einem Tag, wo die Ursula von der Leyen durch ein Strudel von Affären über den Umweg eines Hinterzimmers in Brüssel gelandet ist, wird sich manche auch schon fragen, haben die einen Schlag, wieso feiern die heute Demokratie? Schauen Sie, das ist doch Tradition. Ich meine, was wäre Brüssel jemals anderes gewesen als ein Gnadenhof für abgehalfterte Politklepper. Apropos Tradition. Apropos Tradition, Herr Pfälzig. Seit wann ist unser Wappentier ein Bundeshai? Wieso ein Hai? Das ist doch keine Flosse. Nein, das ist eine Brücke. Eine Brücke zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland? Nein, eine Brücke übers Mittelmeer. Aktion Seebrücke. Noch nie gehört, die kämpfen für sichere Fluchtwege nach Europa. Und wir fanden das irgendwie recht zeitgemäß. Wir ... Wer wir? Ja, Erwin Pälzig und das Volk. Und welches Volk sollte das sein? Ja, also das Publikum. Ach, Ihr Volk? Ja. Jetzt hängen Sie das mal schön ab. Wir feiern hier 70 Jahre Grundgesetz. Und zwar im Innenministerium, da wird keine Politik gemacht. Ich war von Anfang an dagegen, jemandem wie Ihnen die Organisation unseres Sommerfestes für die Demokratie zu überlassen. Ich war selbst überrascht, was ein einziges Glas Bohle bei Ihrem Chef, dem Herrn Seehofer, alles bewirken kann. Aber wir haben Ihnen die Terrasse des Ministeriums ja nicht zur Verfügung gestellt. Sagen Sie mal, wo ist denn das Rednerpult? Das Pult, das ist gestrichen. Und woran soll sich Herr Gauck festhalten, wenn er von der Schönheit der Demokratiefase redet? Der Gauck ist auch gestrichen. Gestrichen von wem? Von Erwin Belzig und dem Volk. Wir fanden den Gauck mehrheitlich, wie soll ich sagen, vielleicht ein wenig zu seicht. Und stattdessen kommt nachher aber der Hesselhof David. Und der singt dann Looking for Freedom. Schauen Sie, das ist inhaltlich das Gleiche wie Gauck, nur vielleicht doch mit ein wenig mehr Pepp. Ich muss einfach fragen, Pepp? Ja, Pepp. Pepp, Rhythmus. Und wer sind die da? Das, das sind die, die das entschieden haben. Das ist das Volk. Und die kommen jetzt gleich alle hier rauf und feiern mit uns die Demokratie. Halt, halt, halt, halt! Umheblich! Setzen Sie sich wieder hin! Das können Sie doch nicht machen! Sind Sie wahnsinnig! Die können doch nicht alle mitfeiern! Ja, Verzeihung, wer, wenn nicht die? Ich meine, wir sind eine Demokratie. Wir sind eine repräsentative Demokratie. Ja, und? Das heißt, wir feiern für die. Ach so, naja, okay. Schließlich haben wir das ja auch alles bezahlt. Ja, mit dem Geld von denen. Nein, mit dem Geld der Sponsoren. Sagen Sie mal, die Sponsorenwand, wo ist die eigentlich oder ist die auch gestrichen? Nein, die ist nicht gestrichen, die steht da drüben. Was? Aber das ist doch die lustige Wurfbude, bei der die Feinde der Demokratie abgeräumt werden. Ja, also das Volk und ich, wir waren mehrheitlich der Meinung, dass die Liste der Demokratiegefährder teilweise identisch war mit der Liste der Sponsoren. Und dann haben wir das mal so ein wenig zusammengelegt, wegen dem Synergieeffekt, verstehen Sie? Sind Sie verrückt? Facebook und Twitter, zwei unserer Sponsoren? In einer Reihe mit Islamisten, Linksextremisten, Identitären und anderen Rechtsextremisten. Ja, also das Volk und ich waren mehrheitlich der Meinung, dass es sich bei Facebook um einen Steuersparextremisten handelt. Und hören Sie mal, überhaupt, diese ganzen sozialen Netzwerke sind auch eine Gefahr für die Demokratie, weil die größte Aufmerksamkeit bei denen erhalten nicht die besten Argumente, sondern die lautesten Idioten. Ach, wenn dem so wäre, warum hat mein Chef bei Twitter dann nur 10.000 Follower? Naja, vielleicht erschien ihm ja dieses neuartige Medium so ein wenig kurzatmig. Ja, deswegen hat er sich jetzt ja auch abgemeldet. Wie viele Tweets hat er denn so abgesetzt? Zwei. In einer Stunde? Nein, im Jahr. Das darf ja wohl nicht wahr sein. Ist das Stefan Kwant und Susanne Klatten, die BMW erben? Ja. Ist Ihnen klar, dass BMW 130.000 Arbeitsplätze sichert in diesem Land? Ja, das kann man ja wohl auch erwarten. Ich meine, die kassieren eine Milliarde Dividenden im Jahr. Und das ist ja auch nicht so ganz ohne. Schauen Sie, ich habe da was Interessantes gefunden. Zitat, Herr Dr. Löner. Wir müssen die Ballung wirtschaftlicher Macht, die aus der Akkumulation von Geld und Besitz und der Konzentration des Eigentums an den Produktionsmitteln in wenigen Händen folgt, aufheben. Natürlich kommen Sie mir jetzt mit Kevin Kühnert auch noch. Nein, das ist aus dem Programm der FDP. Schauen Sie mal, was war denn eigentlich? Was war denn eigentlich in Ihrer Bohle? Steckerapfel-Tee? Nein, das ist aus dem Programm der FDP von 1971. Ja, verrückt, oder? Damals fand die FDP, dass zu viel Kapitalkonzentration in wenigen Händen, dass es die Demokratie gefährdet. Heute ist die FDP weiter und weiß, es ist umgekehrt. Hören Sie mal, das ist das Schöne an dieser Demokratie, nicht wahr, dass Leute einen solchen Unsinn behaupten können und trotzdem die Verfassung dafür sorgt, dass das nicht umgesetzt wird. Indem sie eben zum Beispiel das Eigentum schützt. Artikel 14 Grundgesetz, Sie erinnern sich. Ja, ich erinnere mich aber auch an Artikel 15 und der erlaubt Enteignungen durchaus, hauptsach zum Wohl der Allgemeinheit. Ja, das ist eben der Teil der Verfassung, der verfassungswidrig ist. Ah ja. Gut, dann hätte ich hier aber auch noch einen Verfassungsfeind. So. Also hören Sie mal, Unfähigkeit ist doch kein Verstoß gegen das Grundgesetz. Okay, hören Sie mal. Sein Verkehrsministerium hat momentan um die 60 Enteignungsverfahren laufen. Oh mein Gott, diese Enteignungen sind doch was ganz anderes. Ja, was anderes, natürlich, das ist was anderes. Da geht es ja um Straßenbau, ja. Da kann man enteignen, ja. Aber da zum Beispiel nicht. Sind Sie verrückt? Bonovia ist unser größter Sponsor. Ja, ein Wohnungsbaukonzern, der macht seinen Reibach unter anderem auch mit ehemaligen Sozialwohnungen, die von uns bezahlt worden sind. Im letzten Jahr haben die 1 Milliarde Euro verdient, ja, auf Kosten der Miete. Ja, alles vom Grundgesetz gedeckt, nicht wahr? Artikel 14 Eigentumsgarantie, Sie erinnern sich. Ja, ich erinnere mich aber auch an Artikel 14 Absatz 2, Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch hat dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen. Wissen Sie noch? Ja, jetzt ist es aber so, dass die Allgemeinheit nicht ausschließlich aus Bonovia-Mietern besteht, verstehen Sie? Zu dieser Allgemeinheit, da gehören ja auch zum Beispiel Aktionäre. Es steht jedem Bonovia-Mieter frei, Bonovia-Aktien zu kaufen, um dann mit einer evtl. Dividende eine Mieterhöhung auszugleichen. Schauen Sie, wenn Sie schon, nicht wahr, die Verursacher dingfest machen wollen, dann aber bitte richtig. Ja, was wollen Sie mit der SPD? Hey, hören Sie auf, auf doten sollen wir nicht rumtrampeln. Na ja, natürlich. Jetzt kommt das Mitgefühl mit Ihren linken Kumpels, nicht wahr? Dabei waren die es doch, die damals 2004 in Berlin die öffentlichen Wohnungen privatisiert haben, verkauft haben an Immobilienkonzerne, die jetzt Profite machen, nicht wahr? Und diese Konzerne, die Ihrer Meinung nach die Demokratie gefährden. Ja, was? Was kann man denn da gewinnen? Wenn Sie alle Demokratiegefährder mit einem Schlag abräumen, dann gewinnen Sie ein kuscheliges Grundgesetzkissen. Mit Ihrem Lieblingsartikel, ne? Ja, da hätte ich schon einen im Auge. Ja, ich weiß auch genau welchen. Lassen Sie mich raten, Sie sind links jung, Sie treiben von Enteignung. Was, Artikel 15? Aber das wird nichts. Ich sag Ihnen auch, warum. Der ist noch originalverpackt. Noch nicht angewendet worden. Und ich werde dafür sorgen, dass das auch so bleibt, ja? Nee, nee, Artikel 14, Schutz des Eigentums, der ist mir wichtig. Auf den habe ich abgewählt. Warum wollen Sie denn Eigentums schützen? Sie haben doch gar keins. Wo wollen Sie das denn wissen? Na ja, wie ein Wohnungsbaukonzern sehen Sie nicht aus. Ja, aber ich habe Geld, über das ich frei verfügen kann. Ich zeige Ihnen mal mein Geschäftsmodell. Stellen Sie sich mal vor, Sie sind ein Vermieter. Brauche ich nicht, bin ich ja. Das ist jetzt Ihre Wohnung, ich bin der Mieter. Ich klingle jetzt an Ihrer Wohnung. Klingelingeling. Ihr müsst jetzt die Tür schon aufmachen. Ach so, hallo Mieter. Hallo, Herr Vermieter. Wow, schöne Bude. Nicht schlecht, nicht schlecht. Ich falle gleich mit der Tür ins Haus. Ich mache mir Sorgen um mein Eigentum. Wie Ihr Eigentum? Ja, um mein Geld. Ich habe festgestellt, ich werde schleichend enteignet durch steigende Lebenshaltungskosten. Deswegen sehe ich mich gezwungen, meine Miete um 20% zum 1. September zu kürzen. Wie bitte? Ist jetzt erstmal ein Schock für Sie. Aber kann ich Ihnen versichern, wir haben darauf verachtet, dass die Kürzungen sozial verträglich sind. Das heißt, es trifft wirklich nur Leute, die wirklich Wohnungen besitzen. Und langfristig profitieren sie natürlich. Aha, was habe ich denn davon, wenn die Miete sinkt? Ja, ich werde das gesparte Geld reinvestieren. Ah, in die Wohnung? Nein, in meine Klamotten. Ja, ich muss ja hier in diesem Szeneviertel international anschlussfähig bleiben. Das sind für mich notwendige Modernisierungsmaßnahmen. Und inwiefern profitiere ich davon? Ja, das kommt ja auch Ihrer Wohnung zugute, wenn der Mieter cool darin aussieht. Das ist eine Unverschämtheit. Ja, lassen Sie uns erstmal zum Thema Unverschämtheit beide Seiten hören, würde ich vorschlagen. Ich würde einfach sagen, ich melde Eigenbedarf an meinem Geld an. Und wenn ich mir das nicht leisten kann? Ja, da empfehle ich eigentlich Vermietern, immer Mieter zu werden. Dann geht man auf Nummer sicher. Es gibt kein Recht? Es gibt kein Recht. Außerdem in dieser Lage profitabel zur Vermietung. Wissen Sie, was Sie sind? Sie sind ein skrupelloser Mieter-Halm. Nein, die Aktionäre sind es. Die sitzen mir leider im Nacken. Aha, wer hat denn an Ihnen Anteile? Ja, meine Familienmitglieder. Die nehmen großen Anteil, vor allem meine Kinder, an meinem Geld, sodass es kaum noch reicht. Deswegen denke ich perspektivisch an eine Staffelkürzung. Alle drei Jahre würde ich um 300 Euro kürzen. Mein Ziel wäre es, in neun Jahren mietfrei zu wohnen. Alles andere lohnt sich für mich leider nicht. Dann kann ich es mir bald nicht mehr leisten, diese Wohnung zu vermieten. Ja, das ist leider so. Da hilft nur schauen, schauen, schauen, ob Sie einen Mieter finden, den Sie sich leisten können. Wissen Sie, was ich jetzt mache? Ich mache einen Volksentscheid, der Mieter und ihr Geld enteignet. Das mache ich, einen Volksentscheid. Sie werden es schon sehen. Na gut, das ist ja eigentlich Ihre Wohnung. Ich finde Volksentscheide eigentlich gut, aber immer nur, wenn rauskommt, was ich will. Und da habe ich so meine Zweifel. Also ich glaube jetzt nicht, dass alle Menschen gute Entscheidungen treffen, wirklich nicht. Beweisstück A, ich. Ich bin vor drei Jahren in eine Wohnung eingezogen. Letzten Monat kriege ich eine Stromrechnung über 2000 Euro. Da habe ich mir gedacht, okay, gut, kann nicht sein. Haben Sie sich vertan, erst mal weggeschmissen. Nee, ich habe mir gedacht, gebe Ihnen eine neue Chance. Wo eine erste Rechnung ist, ist auch meistens eine zweite und kam auch eine zweite. Wieder 2000 Euro habe ich angerufen. Kann ja nicht sein. 2000 Euro im Monat ist ein bisschen übertrieben. Ich habe ja jetzt keinen Teilchenbeschleuniger in der Küche stehen. Und da hat die Frau gesagt, Herr Reinhardt, das ist total richtig. Sie haben seit Ihrem Einzug noch nie Miete gezahlt. Und noch nie Strom. Und dann habe ich mir gedacht, oh, ja, Mensch, das ist ja ein Ding. Sag doch mal Bescheid. Und dann habe ich mir gedacht, nee, Sie müssen beim Anzug Strom anmelden. Da habe ich mir gedacht, krass, wann kriegt man das denn gesagt? Wann kommt das denn in der Schule dran? Und ich habe gedacht, ich habe ja immer Strom bekommen. Und dann habe ich mir gedacht, wow. Ich bin also wirklich jemand, der ist 34. Und wenn ein Problem in seinem Leben auftaucht, denkt er sich, wann kam das in der Schule dran? Das heißt, bin ich bereit, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen? Nein. Bin ich bereit, Verantwortung zu überleben für 83 Millionen Menschenleben? Auf jeden Fall. Beweisstück B. Es gibt immer noch Spam. So, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Es gibt immer noch Spam, weil es gibt immer noch Leute, die schreiben Spam-Mails und kaufen Adressen. Die geben Zeit aus und Geld, um Spam zu produzieren. Das heißt, es muss sich noch lohnen. Hier in diesem Moment, jetzt gerade, muss es jemand geben, der eine Mail bekommt und sich denkt, yes, der Prinz von Brunei hat mir geschrieben. Jackpot. Ja, wow. Wenn ich ihm 1000 Euro überweise, überweist er mir eine Million? Wow. Ganz schön bescheuert von dem Typen, aber das mache ich auf jeden Fall. Und es ist gar nicht so absurd. So, der Brexit ist durch eine Spam-Mail entstanden. Stand nur halt groß an einem Bus dran. Ja, das stand drauf. Wenn ihr für den Brexit seid, sparen wir 350 Millionen Pfund pro Woche. Sondern haben viele gedacht, wow, das klingt gut. Das klingt, wow, so groß an einem Bus. Das klingt plausibel. Ich könnte es jetzt nachprüfen, aber das steht echt groß auf diesem Bus. Wir werden bedroht durch Rechtspopulismus. Unsere Demokratie wird bedroht durch Rechtspopulismus. Deswegen sagen viele, ja, und deswegen brauchen wir mehr Demokratie. Aber ich will nicht mehr Demokratie. Ich will mehr Demokraten. Und vorerst kann man doch Politiker... ja. Und damit bin ich vielleicht alleine, aber ich glaube, dass Politiker Gesetze machen sollten. Ich finde es okay. Ich glaube an Arbeitsteilung. Politiker kümmern sich um Gesetze. Wenn du eine Bäckerin bist, super, back mir ein Brot. Du bist Schreiner, bau mir einen Tisch. Du machst Online-Marketing. Auch cool, ja. Warum nicht? Außerdem ist es doch schön, wenn Politikerinnen und Politiker Gesetze machen. Wenn die dann was verkacken, dann kann man sich über die aufregen. Wenn das Volk was falsch macht, muss ich mich über alle aufregen. Mega anstrengend. Ich bin zum Beispiel dafür, dass man Leute, die links auf der Rolltreppe stehen bleiben, tasert. Ihr seid das beste Argument gegen Volksentscheide. Aber trotzdem könnte es sein, dass ich damit nicht durchkomme. Das wäre doch schade für mich. Ich würde natürlich weiter tasern. Aber immer mit der Angst im Nacken. Herr Dr. Löhlein, kommen Sie mal mit. Ich habe gedacht, beim Sommerfest der Demokratie, da muss es ja auch eine Unterhaltung geben. Wir spielen mal ein Spiel. Und zwar erkennen Sie Autokratie. Autoritär, das kann ich. Man muss dann autoritäre Phänomene zuordnen. Hier sind die Phänomene und da sind die Staaten. Das sieht ja recht übersichtlich aus. Sind Sie bereit, können wir anfangen? Ja, selbstverständlich. Wo sind Gesetzgeber und Verwaltung nicht ausreichend getrennt? Das ist ja nicht so schwer in Polen. Sehr gut. Wo gibt es willkürliches Regierungshandeln zugunsten der Reichen? Grünwald. Nein. Kleiner Witz von natürlich in Ungarn. Ja, richtig. Wo gängelt die Regierung unbequeme Nichtregierungsorganisationen, also die Zivilgesellschaft? In Russland. Sehr gut, alle drei abgeräumt. Hervorragend. Ja, das war jetzt nicht so schwer. Ein bisschen wenig originell. Ja, da gebe ich Ihnen recht. Deswegen sollten wir das jetzt mal richtig originell machen. So. Was hat diese Flagge mit Gängelung der Zivilgesellschaft zu tun? Die Nichtregierungsorganisation ADAC, die sich ja schon seit sehr langer Zeit einsetzt für mehr Demokratie auf den Finanzmärkten, fairen Welthandel und auch höhere Unternehmenssteuern und vielleicht höhere Steuern für Gutverdiener, die war bislang gemeinnützig. Und der NGO ADAC ist dieses Jahr die Gemeinnützigkeit entzogen worden. Und das ist ein sehr großes Problem. Das führt die in den finanziellen Ruin womöglich. Damit kann man die praktisch erledigen. Zum Beispiel Spenden können steuerlich nicht mehr abgesetzt werden. Und ich würde sagen, das ist hier schon Gängelung der Zivilgesellschaft. Nein, das ist natürlich Unsinn, weil die Bundesregierung mit der ADAC-Entscheidung ja nichts zu tun hat. Nein, aber das Bundesministerium der Finanzen hat doch das Finanzamt Frankfurt erst überhaupt angewiesen, den Fall ADAC vor den Bundesfinanzhof zu bringen, um denen die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Ja, aber entschieden wurde eben von Richtern, unabhängigen Richtern. Verstehen Sie, Herr Petzig, Sie müssen schon ein bisschen auf die Trennung von Exekutive, Legislative und Judikative achten. Gewaltenteilung, Sie erinnern sich? Ja, ich erinnere mich sehr gut an Gewaltenteilung. Deswegen frage ich mich oft, warum werden hohe Richterposten meistens von Parteien und Politikern nach Parteien nähe des Kandidaten vergeben? Also ich meine Gewaltenteilung, das verstehe ich nicht. Und ich verstehe auch nicht, warum ist ein Verein wie ADAC nicht gemeinnützig, aber die Gesellschaft für Wehrtechnik schon. Das ist ein Verein der Rüstungslobby. Herr Dr. Lödl, an das erklären Sie mir mal. Das erklären Sie mir mal, bitte. Möchten Sie die offizielle Erklärung dafür hören? Ja, gerne, bitte. Ja, ich höre. Ich höre nichts. Ja, nichts, das ist die offizielle Erklärung. Ja, was? Schauen Sie, das Finanzministerium in Nordrhein-Westfalen hat gesagt, die Gründe, warum dieser Rüstungslobby für einen gemeinnützig ist, unterliegen dem Steuergeheimnis. Ach, dem Steuergeheimnis, hören Sie mal, naja, das ist schon ein wenig, also Willkür. Nein, es ist eben keine Willkür im Gottes Namen, das ist doch ganz einfach. Hier haben Sie es doch. Es ist ganz klar geregelt in Artikel 52 der Abgabenordnung. Gemeinnützig sind nur die Zwecke, die da drin aufgeführt sind. Wirklich? So? Das ist alles gemeinnützig? Ja. Volksbildung, Karneval, Fasching, was denn, Modellflug? Ja. Gemeinnützig und steuerbegünstig, das war übrigens auch die Förderung des Hundesports. Warum ist es gemeinnützig, einem Köter Sitz und Platz beizubringen, aber nicht der Einsatz vielleicht für eine gerechtere Gesellschaft? Weil das in Artikel 52 der Abgabenordnung eben nicht aufgeführt ist. Aber Attac, ja, betreibt Volksbildung und das ist nach Ihrer Verordnung, ist das gemeinnützig. Ja, aber nur solange sie wirkungslos bleibt, verstehen Sie? Laut, laut Bundes... Ja? Laut Bundesfinanzhof, nicht wahr? Organisiert Attac regelmäßig Kampagnen und mit denen sie sich in die Politik einmischen. Ja, aber entschuldigen Sie mal, das macht doch der Bund, der Steuerzahler und die Stiftung Familienunternehmen auch? Ja, aber laut Bundesfinanzhof, nicht wahr? mischt sich Attac zu sehr in die Tagespolitik ein. Ja, aber das machen doch der Bund, der Steuerzahler und die Stiftung Familienunternehmen auch? Ja, aber Attac mischt sich eben noch viel, viel mehr ein. Hören Sie mal, das ist doch Willkür. Jetzt vertrauen Sie mal darauf, dass die Leute, die diese Entscheidung getroffen haben, von Gemeinnützigkeit mehr verstehen als Sie und ich. Ja, ja, ich weiß schon, wenn Sie meinen. Die sind ja auch gewissermaßen betroffen. Wie betroffen? Naja, ich darf Ihnen mal ein paar Herrschaften vorstellen, zum Beispiel den Herrn Mellinghoff, das ist der Präsident des Bundesfinanzhofes. Er hat das Urteil gegen Attac nicht gefällt, aber er hat es später präsentiert und präsentiert und auch für Richtigkeiten. Dann hätten wir hier noch zum Beispiel ein Vertreter des Bundesministeriums der Finanzen, ein Abteilungsleiter, der Herr Sel Michael. Der hatte vom Schäuble wohl den Auftrag bekommen, dafür zu sorgen, dass Attac die Gemeinnützigkeit verliert. Der Sel ist inzwischen nicht mehr im Amt, sondern er hat einen Nachfolger, das ist der Herr Möllenbrock. Wir haben für sein Bild leider keine Foto-Rechte erhalten und da war ich wieder mal vor, dass bei ZDF so viele schwarze Balken herumliegen. So, diese drei. Ja, jetzt sagen Sie mir mal, inwiefern die wohl betroffen ist. Na ja, insofern, weil alle drei, also nicht gleichzeitig, aber immer zwei von denen waren oder sind Mitglied in einem Verein, der nennt sich Institut für Finanzen und Steuern. Was wollen Sie hier eigentlich konstruieren? Da sitzen noch ganz andere Kaliber drin, das machen wir immer so. Seit einiger Zeit, seit langer Zeit sitzt da immer der Präsident des Bundesfinanzhofes oder ein ranghohes Mitglied des Bundesfinanzministeriums im Vorstand dieses Vereins. Der eine ganz honorige Sache verfolgt, nicht wahr? Alles, was dieser Verein will, ist, den Dialog zu fördern zwischen Politik, Finanzen und Wirtschaft. Und deswegen ist dieser Verein nämlich auch gemeinnützig. Ach so, also die sitzen dann da so beieinander, einfach so aus Freude am Gespräch und wenn so, einfach so mal austauschen. Ja, genau. Schön wäre es natürlich schon, wenn am Ende des gemeinnützigen Gesprächs dann niedrigere Unternehmenssteuern rauskämen würden. Also jetzt, dass wir da keinen Bock reinbringen, ja. Also ein hohes Mitglied der Judikative und ein ranghohes Mitglied der Exekutive, die sind beide in einem Verein, der sich zum Beispiel für niedrigere Unternehmenssteuern einsetzt. Und die Institutionen dieser beiden Herren halten dann einen Verein wie ATAG, der genau das Gegenteil von dem will, für nicht gemeinnützig. Ja, und? Also, bei aller Liebe, aber da können wir schon mal auf ein paar schelmische Gedanken kommen. Kommen Sie... Kommen Sie, wohin Sie wollen. Ja. Kommen Sie, wohin Sie wollen, Herr Pellzig. Hauptsache, Sie kommen irgendwann mal auf die Idee Ihren Gästen. Ich war davon zu erzählen, dass wir schließlich in der besten Demokratie leben, die wir je hatten. Ja, so viele hatten wir ja auch noch nicht. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Gleichberechtigung. Warum erzählen Sie den Leuten nicht davon mal was? Nein, das mache ich nicht. Das machen andere. Ich bin der Männerbeauftragte. Harry Pressack mit zwei Ss geht hier um 70 Jahre Grundgesetz. Artikel 2 Absatz 2, die Gleichberechtigung. Und da sind wir schon beim Thema. Weil leider haben die Frauen und Männer in der letzten Zeit uns unsere mühsam ersessenden Privilegien und Vorteile massiv streitig gemacht. Überall, meine Herrschaften, lauern guten Frauen und ähnlicher Gleichstellungsmob, so dass wir die GZWVM, also die Gesellschaft zur Wahrung von Männerrechten, uns entschlossen haben. Überall, wo es nötig ist, Männerbeauftragte zu installieren. Zunächst einmal möchte ich natürlich klarstellen, dass ich persönlich überhaupt nichts gegen Frauen habe. Ich habe mich sogar von einer gebären lassen. Das war schon der erste Scherz. Das war schon der erste Scherz. Aber meine Herrschaften, und das Wort nutze ich ganz bewusst, mittlerweile gibt es sogar in Kabarett-Sendungen, und das war schon immer eine Männer-du-Männer, da gibt es in Kabarett-Sendungen eine Frauenquote von 8 bis 25 Prozent Frauen. Ja, auch in dieser Sendung, in der Anstalt, da wurde eine Quote von 16 Prozent Frauen gemessen. Das wurde über das Jahr gezählt. 16 Prozent Frauen, das ist eine Zumutung. Sollen uns jetzt schon die Frauen diktieren, was relevant und was wichtig ist? Sollen die Frauen uns vorgeben, was lustig ist? Nein, meine ich. Das sollen sie nicht. Sind wir schon so weit, bald wollen die auch noch die Hälfte der Welt. Dabei, Herrschaften, da müsst ihr nicht lachen. Es gibt auch mittlerweile schon Ehrentage genug für die Damen. Was haben wir da? Wir haben da die Miss Bikini, die Miss Wet T-Shirt oder der Muttertag. Und es gibt so viele traditionelle, schöne Ehrungen und Feierlichkeiten für die Damen, die man nur hätte pflegen müssen, wie beispielsweise die Wütfenverbrennung oder das Mutterkreuz. Herrschaften, was lacht ihr da? Da kommt nur diese versiffte, alte Kabarett-Schabra, und der Name ist offensichtlich angenommen und fordert mittlerweile männliche Suffixe in unserer schönen deutschen Muttersprache. Ich will Ihnen ein Beispiel geben, da werden Sie mit den Ohren schlackern. Normalerweise ist die männliche Form, die Stammform im Deutschen und die weibliche Endung, die wird angehängt. Normalerweise heißt es der Kabarettist, die Kabarettistin. Und nun, Herrschaften, nun wird die Tausendstündes umdrehen. Das Männliche Suffix soll angehängt werden und so hieß es dann, passen Sie auf, so hieß es dann die Kabarettistin, der Kabarettistinrich. Statt der Politiker hieß es der Politikerrinnerich. Sagen Sie mal, hat die noch alle Tassen im Schrank? Spint die? Wir Männer haben doch auch keinen Suffix zwischen den Beinbaumen, sondern einen soliden, kapitalen Zauberstab, mit dem wir die Welt zurecht seit Aberjahrtausenden gleichberechtigt dominieren. Wir Männer haben uns diese Rechte schwer ererbt. Wo kommen wir denn hin? Wo kommen wir hin, wenn es Politesseriche gibt und Frisöseriche? Und wenn ich zu Ihnen sagen muss, meine sehr verehrten Damen und Dameneriche, so, Herr Schwachsinn, aber dann verlange ich auch, dann verlange ich auch, dass die Margarine umgetauft wird in der Margar. Und die Bohrmaschine soll der Bohrmasch heißen und die Kantine soll Kant heißen. Kant soll sie heißen. Nein, Frau Tausendschön, Sie Fleischgewordenes bin ich so nicht. So nicht durch die sogenannte gläserne Decke, durch die Sie und Ihresgleichen dauernd geifern, zu uns Männer nach oben schauen, fühlen auch wir Männer uns sexuell belästigt. Und wissen Sie warum? Weil Sie uns dadurch permanent von unten unter die Hosenbeine schauen. Und das geht nicht. Vielen Dank, das war's von mir. Ich übergebe das Wort an Herr Wienerich Pell Siegerich. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hat ja Anklage erhoben gegen acht Rechtsterroristen, die in Berlin einen Bürgerkrieg anzetteln wollten. Die wollten also auf diese Weise gewaltsam den demokratischen Rechtsstaat zerstören. Was ist denn das für ein Bullshit über einen Straßenschlacht, Bürgerkrieg, das ist ja sowas von Retro. Es ist ja voll 20er Jahre, letztes Jahrhundert, ja wo sind die denn? Nein, also ich muss sagen, wenn ich ein Nazi wäre, der die Meinung vertritt, dass diese Demokratie endlich zur Hölle fahren soll, dann wäre ich mit der Ausgang eines Bürgerkriegs viel zu ungewiss. Wenn ich ein Nazi wäre, dann würde ich es ganz anders machen. Wenn ich ein Nazi wäre, der diese Demokratie zerstören will, dann würde ich einfach nur zuschauen und warten, bis diese Demokratie von ganz allein vor die Hunde geht. Wenn ich ein Nazi wäre, dann würde ich darauf vertrauen, auf die Algorithmen der sozialen Netzwerke und auf die sagenhafte Wirkung von maßgeschneiderte Propaganda und handfesten Lüchen. Wenn ich ein Nazi wäre, dann wäre ich mir sicher, dass es nicht aufhört. Noch niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte konnte sich die Primitivität und die Brutalität zu ungehindert und ungehemmt verbreiten und Anhänger finden. Wenn ich ein Nazi wäre, dann würde ich darauf vertrauen, dass in der digitalen Demokratie die Angst, der Hass, der Rassismus immer viel mehr Likes und Klicks und Followers finden als irgendeine Art von menschlicher Vernunft. Wenn ich ein Nazi wäre, dann würde ich darauf vertrauen, dass dieses scheißliberale Bürgertum viel zu träge und viel zu blöd ist, um die Meinungshoheit im Netz irgendwie wieder zurückzuerobern. Wenn ich ein Nazi wäre, dann wüsste ich, dass ich mich auf die große digitale Kompetenz der AfD verlassen kann. Wenn ich ein Nazi wäre, dann würde ich darauf vertrauen, dass so IT-Konzerne wie Facebook weiterhin durchkommen mit der Behauptung, wir sind doch nur eine neutrale Plattform, wir machen doch keine Kontente. Und dann würde ich ganz genüsslich zuschauen, wie genau diese Kontente in meinem Sinne arbeiten, jede Straßenschlacht überflüssig machen, wie diese Kontente allmählich alles zerstören, vergiften, bis keiner mehr mit keinem spricht und jeder jeden hasst. Ich würde genüsslich zuschauen, wie ausgerechnet die Programmierer im Silicon Valley, die doch nichts anderes wollen als eine gerechte Welt, wie genau die mit ihren geheimen Algorithmen irgendwann komplett allein entscheiden, was gedacht, gesagt und getan wird. Ich würde abwarten, in aller Ruhe abwarten, bis die Demokratie von ganz allein keine Mehrheit mehr findet. Wenn ich ein Nazi wäre, würde ich mir Zeit nehmen und zuschauen, wie alles in meinem Sinne läuft, ganz ohne Straßenschlacht. Und in der Zwischenzeit würde ich mich in meinen Garten legen. Ich würde den Blumen zuschauen, wie sie wachsen, und den Bäumen auch, wenn es länger dauert. Doch ich glaube, ich hätte Freude daran. Aber dann wäre ich wohl kein Nazi mehr. Ja, prima! Prima, Herr Pelzig, Sie sind ja eine echte Stimmungskanone. Mein Tipp, meiden Sie Kindergeburtstage. Sagen Sie mal, wie wollen Sie denn jetzt hier die Stimmung auf unserem Sommerfestet? Herr Pelzig, Sie sind ja eine echte Stimmungskanone. Mein Tipp, meiden Sie Kindergeburtstage. Sagen Sie mal, wie wollen Sie denn jetzt hier die Stimmung auf unserem Sommerfest der Demokratie noch retten? Ja, wir könnten wieder mal ein Spiel machen, Herr Dr. Löhlein. Kommen Sie runter, wir spielen was. Wissen Sie was, jetzt kommt vielleicht sogar der Höhepunkt des Abends. Wir spielen das große Spiel der Oligarchie. Ich weiß nicht, ob Sie es wussten, aber Oligarchie bedeutet, wenn ganz wenige das sagen haben. Gerade weil ich das weiß, würde ich es gerne mal spielen. Ja, das zeigt wieder, was für ein Unsinn Sie verzapfen, nicht wahr? Denn bei uns ist ja Demokratie, jeder hat eine Stimme. Ja, one man, one vote. Was zu beweisen wäre. Wir wollen es mal ausprobieren. Und dazu brauche ich zwei Mitspieler. Vielleicht können irgendwie zwei zufällig ausgewählte Bürger im Publikum... Ja, dann kommen Sie doch gerade her. Kommen Sie her, meine Herren. So, kommen Sie her. Und bevor wir mit dem Spiel beginnen, müssen wir natürlich erst mal per Losverfahren die ökonomische Ausgangslage von Ihnen beiden klären. Und ich bitte Sie darum, ein Los zu ziehen. Aber wozu denn? Bei uns zählt doch jede Stimme gleich. Ja, warten Sie es ab. So, dann wollen wir mal schauen. Was ist denn... Was haben Sie gezogen? Welches Los? 1800 Netto. Ja, da ändert sich bei mir gar nichts. Das ist nicht so wie jetzt als Kabarettist am Abend, sondern das haben Sie in Zukunft im Monat. Heilige Scheiße, kann man davon leben. Werden Sie wohl müssen. Was sind Sie denn laut los für einen Beruf? Krankenpfleger. Oh, Altenpfleger. Altenpfleger steht da. So, wie haben Sie es getroffen? Danke, ich komme zurecht. Gut, meine Herren, bevor wir mit dem Spiel beginnen, müssen wir noch eine Frage klären. Was sind Ihre Erwartungen? Bitte formulieren Sie Ihre Wünsche an unsere Demokratie. Ja, was schenkt man einem, der schon alles hat? Ach doch, wenn Leute links auf der Rolltreppe stehen. Dass man die dann einfach tasern darf. Ich fordere mehr Gleichheit. Konkret will ich so viel haben wie er. Du weißt doch gar nicht, wie viel ich habe. Dann lass uns doch tauschen. Auf gar keinen Fall. Ich fordere eine Angleichung der Lebensverhältnisse. Also guter Mann, dafür ist die Demokratie nun wirklich nicht zuständig. Moment, Herr Dr. Löner, es ist ein Auftrag des Grundgesetzes, gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen. Ja, Artikel 72, das Kleingedruckte. Beginnen wir also mit dem Spiel. Wir probieren es mit Runde 1. Hier können Sie Ihren Willen demokratisch einbringen, meine Herren. Hier ist Ihr Wahlzettel. Ah, das vornehmste Recht eines jeden Bürgers in der Demokratie, wenn er souverän zur Wahl schreitet. Wunderbar. So, bitteschön. Das hört sich an, als hätte seine Stimme mehr Gewicht als meine. Das täuscht. Haben Sie es auf Ihrem Los nicht gelesen? Sie kommen aus Köln-Kurweiler. Das ist ein armer Leute-Viertel und in solchen Vierteln geht nicht mal mehr die Hälfte der Leute zur Wahl. Im Gegensatz zur wohlhabenden Gegend. Da wählen doppelt so viele. Und die wählen nicht nur häufiger, wissen Sie was? Die wählen auch länger. Wieso länger? Ja, länger. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines wohlhabenden Menschen, eines Mannes in Starnberg, ist acht Jahre höher als die eines armen Teufels in Pirmasens. Na gut, ich finde, Leben in Pirmasens sollte bewusst so kurz wie möglich gehalten werden. Warum? Ich verstehe es einfach nicht. Warum wählen wir Leute wie du denn nicht? Ist doch kostenlos. Ja, vielleicht glaubt er ja, dass für ihn in der Demokratie gar nichts zu holen ist. Und deswegen kommen wir jetzt zur Runde 2. Sie wollen etwas verändern? Dann gestalten Sie doch die Politik selbst. Aber natürlich. In unserer Demokratie darf sich ja jeder auch zur Wahl stellen. Machen Sie das doch auch. Kandidieren Sie doch einfach zum Bundestag. Kommen Sie, ich habe schon alles vorbereitet für Ihren Wahlkampf. Hier können Sie in die Rolle des Kandidaten schlüpfen und in volksnaher Sprache können Sie für sich werben. Das heißt mit falschem Apostroph. Ja, das mache ich. Ich kandidiere. Ich brenne für meine Sache. Mehr Gleichheit für alle. Denn gegen Armut hilft nur Geld. Das ist schon mal ein super gutes Stichwort. Jetzt brauchen Sie bloß noch Geld. Wie Geld? Ja, das haben wir vergessen zu erwähnen, nicht wahr? Ja, genau, das müssen wir erwähnen. Der Wahlkampf eines Bundestagsabgeordneten muss ja praktisch aus eigener Tasche finanziert werden. Ich mache Ihnen eine tolle Kampagne. Für 30.000 bis 70.000 Euro kann man bei Ihnen wahnsinnig viel rausholen. Gerade bei Ihnen kann eine gute Fotografin richtig was rausholen. Wirklich. Ja, wie soll ich mir das denn leisten? Mein Gott, einmal nicht in Urlaub fahren. Schauen Sie, Philipp Amthor hat auch seinen Bundestagswahlkampf fast alleine bezahlt und hält das für sehr gerecht. Und ist ja auch Alpenpfleger. Nein, im Gegenteil, der bräuchte einen. Der ist Wirtschaftsanwalt. Aber schauen Sie, man muss ja kein Arbeiter sein, um sich für die Interessen der Armen einzusetzen. Schauen Sie Gerhard Schröder zum Beispiel. Der war Anwalt und der ein ganz schlechtes Beispiel. Ja, verstehe. Das ist also Demokratie. Ja, schon. Wohlhabende wählen Wohlhabende. Ja, und die Wohlhabenden haben wohl kein Interesse an meinen Anliegen. Ja, das dürfen Sie denen jetzt nicht übel nehmen. Ich meine, die haben ja gar keine Möglichkeit, in Kontakt mit Ihren Interessen zu treten. Ja, dann stelle ich den Kontakt einfach her. Das ist eine sehr gute Idee und wir kommen zu Runde drei. Wir probieren es mit Runde drei. Sie wollen Ihren Abgeordneten kontaktieren? Dann doi doi doi. Ich hätte gerne einen Termin bei meinem Abgeordneten. Haben Sie denn Arbeitsplätze? Worum geht es überhaupt? Ja, ich würde gerne ein Gesetz beeinflussen. Haben Sie Arbeitsplätze? Ja, meinen. Altenpfleger. Sind Sie organisiert? Ja, ich stehe jeden Morgen um sieben auf, räume die Wohnung auf, mache immer mein Bett. Guter Mann, ich meinte natürlich, sind Sie in einem Lobbyverband organisiert. Was weiß ich, im BDH, Bund der Habe-Nichtse oder was? Nein, nein. Wie wollen Sie ihn dann beeinflussen? Argumentativ. Was wollen Sie denn? Ich fordere eine Angleichung der Lebensverhältnisse, so wie es auch das Grundgesetz fordert. Schauen Sie, es gibt 6.000 Lobbyisten in Berlin, deren Anliegen Ihr Abgeordneter gerne in angenehmer Atmosphäre, Klammer auf, Riesling, Klammer zu zur Kenntnis nimmt. Herr Abgeordneter, das war wieder großartig. Sehen wir uns morgen in Borchardt, oder? Ja, ich würde sagen, wir machen es wie immer, oder? Gesetzentwurf schicke ich dann einfach per Mail. So machen wir es. Alles klar. Und er hat schon einen Termin, oder was? Gibt es in der Demokratie denn niemanden, der sich für meine Interessen interessiert? Keine Politikverdrossenheit, junger Mann. Geben Sie nicht auf. Eben. Und damit erreichen wir das Finale. Versuchen Sie, im Bundestag eine Mehrheit für Ihr Anliegen zu finden, dann wird es Gesetz. Ihr Einfluss ist der Hammer. Ja, schade. Keine Mehrheit gefunden, aber nehmen Sie es nicht persönlich. Der Bundestag entscheidet fast immer für die oberen 10%. Ich wusste, dass Sie von Ihrem Sozialpopulismus die Finger nicht lassen können. Das sage ich nicht ich. Das steht im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Wissenschaftlich belegt. Politische Entscheidungen fallen in Deutschland konsequent verzerrt zugunsten der Wohlhabenden. Ah, jetzt bin ich mal gespannt, ob er seine Interessen beim Gesetzgeber durchbringen wird. Großartig. Das bedeutet, ab heute dürfen Menschen, die in Deutschland auf der Rolltreppe links stehen, getasert werden. Das ist auch fantastisch. Wie sollen wir das Gesetz denn nennen? Was meinen Sie? Ich würde sagen, das Deutschland-bewegt-sich-Gesetz. Wunderbar. Und das war die Anspalt heute mit Nessi Tausend schön. Das war die Anspalt heute mit Nessi Tausend schön. Nektarios Blachopoulos, Phil Reiners und Frank-Matthus Babassar. Vielen Dank.