Okay, okay, okay, okay. Hey, Klaus, bleib mal bitte stehen jetzt, wir sind in 10 Sekunden auf Sendung. Okay, okay. Ach so, und Klaus, dir ist schon klar, Max ist heute nicht da. Was? Ja wie, was? Ist das ein Problem? Nö, eine Frage nur, wer ist nochmal verantwortlich für den Vorsprung? Und? Live aus München, der 17. größten Stadt Europas. Hier ist Wagner's Anstalt, Late Night. Thema heute, rechte Netzwerke. Zu Gast, Politaufsteiger Björn Böcke. Und hier ist ihr Gastgeber, Klaus von Wagner. Wunderschön, wunderschöne guten Abend. Meine Damen und Herren, herzlich willkommen hier zu Wagner's Anstalt, Late Night. Herzlich willkommen, vielen Dank. Nicht doch. Vielen Dank, meine Damen und Herren. Herzlich willkommen. Schönen guten Abend. Schönen guten Abend. Meine Damen und Herren, sind Sie bereit für eine Sendung voller politischer Satire? Ja? Nein. Ein Jahr habe ich gehört, das ist schön, dass Sie bereit sind, ich kann es Ihnen leider nicht bieten. Weil wenn Sie sich mal die politische Welt anschauen im Moment und dann bedenken, Satire arbeitet mit Übertreibung. Was genau soll ich da jetzt noch dazu erfinden? Thüringen! Meine Damen und Herren, der Wind bläst so heftig, jetzt hat sogar die Karrenbauer weggeweht. Sie tritt nicht an als Kanzlerkandidatin. Die Nachfolger laufen sich schon warm, keine Sorge. Wir sind für diese Sendung in Zukunft sehr gut vorbereitet. Schauen Sie mal. Ich werde heute beweisen, dass ich die bessere Parteivorsitzende bin. Das war übrigens der echte März. Es geht derzeit in unserer Demokratie ums Ganze. Wissen Sie woran ich das gemerkt habe? Ich habe vor ein paar Tagen Markus Söder reden hören und habe ein paar Mal gedacht, ja, stimmt. Und wenn Sie als Satiriker eine Rede von Markus Söder sehen und sagen, ja, stimmt, dann stimmt was nicht. Und es stimmt einfach was nicht, wenn ein FDP-Mann, Thomas, ja, kennen Sie nicht, sich, obwohl er nur 5% der Stimme hatte, von Rechtsextrem von paar Tage zum Ministerpräsident von Thüringen machen lässt. Gut, ich muss zugeben, dass ein Hochleistungsträger mit minimalem Aufwand das Maximale für sich selbst rauszuholen versucht und dabei den größtmöglichen gesellschaftlichen Schaden anrichtet. Das ist die beste Zusammenfassung von FDP-Politik, die ich seit langem gehört habe. FDP-Witz, muss sein. Okay, okay, ja, ja, ich will fair sein. FDP und CDU hatten einen guten Grund für ihr Verhalten in Thüringen. Sie wollten Thüringen schützen vor Rot-Rot-Grün. Ich habe mir das mal angeschaut, die gehen auch zu weit. Also diese Forderungen, die wollen in Thüringen mehr Schulsozialarbeiter. Ein drittes beitragsfreies Kita-Jahr. Ein ausgeglichener Haushalt, meine Damen und Herren. Das ist die hässliche Fratze des Kommunismus, meine Damen und Herren. Das spüren Sie. Gut, die FDP hat das ja alles nicht mit Absicht gemacht. Christian Lindner hat das erklärt. Er hat gesagt, wörtlich, das wäre gewesen nur eine unfallweise zustandegekommene Zusammenarbeit. Eine unfallweise zustandegekommene Zusammenarbeit. Eine unfallweise zustandegekommene Zusammenarbeit. Lustig, das haben viele Deutsche nach dem Krieg ja auch behauptet. Und viele haben ja gesagt, dass die FDP mit den Rechten paktiert. Das wäre ein Tabubruch. Ich sage Quatsch. Das war gelebte liberale Tradition. 1924, viele ZDF-Zuschauer werden sich erinnern. Die NSDAP war damals verboten. Hitler im Knast. Was passiert in Thüringen? 1924, ein Mann, der Liberale. Richard, den kennen Sie auch nicht. Er holt die Heimatlosen Nazis aus der Versenkung und lässt sich von ihnen zum Ministerpräsidenten wählen. 1933, Hitler braucht noch ein paar Stimmchen für sein Ermächtigungsgesetz, um die Demokratie abzuschaffen. Wer ist zur Stelle? Die Liberalen. Und wo konnten die armen, hungrigen, alten Nazis nach dem Krieg Unterschlupf finden? Im Naumann-Kreis bei der FDP. Was lernen wir daraus, meine Damen und Herren? Wenn Sie in Deutschland mal eine Panne haben, rufen Sie einfach die Gelben Engel. Sie kommen sofort. Sie haben so eine Hotline. Wir haben eine wunderbare Sendung für Sie vorbereitet. Musik wie immer von Sarah Hartenberg ohne Band, meine Damen und Herren. Hau rein, hau in die Tassen. Sarah, ich weiß nicht, wie du das machst, was du aus dem alten Piano immer rausholst. Ja, Klaus, kann man nicht lernen. Das kann man nicht lernen. Da hast du recht. Meine Damen und Herren, viele haben zu mir gesagt, mach es nicht. Meine Redakteurin Uta hat gesagt, mach es nicht. Meine Mutter hat gesagt, mach es nicht. Mein Chefredakteur hat zu mir gesagt, wer ist zur Hölle, sind Sie ja eigentlich. Und ich habe gesagt, mach es nicht. Uta hat gesagt, mach es nicht. Mein Chefredakteur hat zu mir gesagt, wer ist zur Hölle, sind Sie ja eigentlich. Und ich habe mir gedacht, Klaus Joachim von Wagner. Ich rede mich gerne voll im Namen an. Nur um Verwechslungen auszuschließen. Ich habe gesagt, ich kann es. Ich mache es. Ich mache das, meine Damen und Herren. Woran andere Fernsehmacher bisher gescheitert sind. Und zwar mit rechten Reden, ohne auf die Schnauze zu fallen. Ja, meine Damen und Herren, Zeit für meine neue Rubrik. Das ist mein Wunschpult. Wagner will es wissen. Den Vorspann habe ich übrigens selbst gemacht. Heute mit meinem Gast, dem Kifferhäuser Königsmacher der AfD. Hier ist Björn Böcke. Ich bin immer für einen Spaß zu haben, aber gleich vorweg. Mein Name wird seit Jahren verballhorned. Es heißt Bernd Böcke. Gut. Vielen Dank. Wie immer Sie wollen, guten Abend, Herr Böcke. Stopp. Was denn, Uta, meine strenge Redakteurin, die immer darauf achtet, dass ich richtig mit Rechten rede. Was habe ich falsch gemacht? Ich habe erst guten Abend gesagt. Du musst ihn eigentlich ausgrenzen. In der Begrüßung. Ja, sicher. Sonst helft es dir nicht, auf eine Ebene mit den anderen Gästen. Jetzt hör mal, wie sich das anhört. Hallo, hier haben wir einen Imker. Deinen Faschisten. Guten Abend. Okay, guter Punkt. Bernd Böcke, Abend. Wirklich? Ein normales Guten wäre zu viel gewesen. Das ist wieder typisch öffentlich-rechtliches Zwangsfernsehen. Da wird man als Mensch zweiter Kanzlerin, als Mensch zweiter Kanzlerin, nur weil man einmal sagt, was ist. Und was ist? Abend. Genau das habe ich doch gesagt. Aha. Was kommt als nächstes? Ein Kinderchor, der mich als Patrioten-Sau verunglimpft? Der Kinderchor war eine klare Satire. Was? Jetzt macht er sich zum Opfer. Dann hätte man besser guten Abend gesagt. Du darfst dich einfach nicht auf die Kanzlerin drücken. Nein, du darfst dich nicht auf seine Themen einlassen. Gespräch besteht ja aus dem Austausch von Meinungen. Ach, jetzt wollen Sie doch meine Meinung austauschen. Weil sie dir nicht passt, oder was? Das ist ja wie mit der deutschen Bevölkerung. Die wird ja auch ausgetauscht. Was? Ja, selbstverständlich. Bevölkerungsaustausch? Was denn? Ich habe gar nicht mitbekommen, dass wir ausgetauscht werden. Ist das doch erst mal interessant? Klaus. Was? Wir sprechen hier von nichts Geringerem als dem Volkstod durch Bevölkerungsaustausch. Das ist das Zitat, warum man ihn laut Gericht Faschist nennen darf. Soll ich ihn jetzt Faschist nennen? Ist das gut fürs Gespräch? Nennen Sie mich doch einfach die letzte Verteidigungslinie der deutschen Kultur. Herr Böcke. Herr Böcke, jetzt reißen wir uns mal ein bisschen zusammen. Was ist denn für Sie überhaupt die deutsche Kultur? Danke für die Fragen. Ich würde sagen, die deutsche Kultur ist die Kultur der Deutschen. Ja, das habe ich jetzt erst mitbekommen, dass das Quatsch ist. Jetzt kommen Sie mit Blablabla und die deutsche Kultur ist allen anderen überlegen. Keineswegs. Ich bin für Pluralismus. Sie doch auch, oder nicht? Nein, nein. Ja. Uta, können Sie kurz ... Kann ich auch für Pluralismus sein, wenn er auch für Pluralismus ist? Aber er ist doch nur für Ethnopluralismus. Geht das auch auf Deutsch? Auf Deutsch sehr gerne. Ethnopluralismus heißt, ich bin für andere Kulturen in anderen Ländern. Quatsch. Ethnopluralismus heißt, Ausländer raus für Leute mit Abitur. Es wäre doch schön, wenn diese anderen Kulturen erhalten bleiben, oder? Ja. Und deswegen soll man nichts vermischen. Das ist wie beim Kochen. Wenn man jetzt alle Zutaten der Welt in einen Kochtopf tut, was kommt dann raus? Eine braune Suppe? Sehen Sie. Und gegen die bin ich ja. Deswegen darf man Kulturen nicht vermischen. Uta. Klaus. Man kann Kulturen nicht einfach trennen wie Zutaten. Entschuldigung. Kultur entsteht durch Vermischungen. Die deutsche Wurst ist eine Erfindung aus Ägypten. Erst in Deutschland gelangte die Wurst zu ihrer vollen Blüte. Wieder Antisemitismus. Schade, dass man mit Ihnen gar kein sachliches Gespräch führen kann. Da kommt direkt wieder die Nazi-Keule. Das kenne ich schon von Ihren Kollegen. Da wurden meine Parteifreunde gefragt, ob ein Zitat von Hitler stammt oder von mir. Das ist doch geschmacklos. Wissen Sie, was ich eher geschmacklos finde? Dass man Schwierigkeiten hat, herauszufinden, ob ein Satz von Ihnen stammt oder Herrn Hitler. Vielen Dank. Mit anderen Kollegen machen Sie das doch nicht. Okay. Gleiches Recht für alle. Dann machen wir das mit Ihnen auch. Zitat. Nach dem Krieg haben Türken Deutschland mit aufgebaut. Wer hat es gesagt? Hitler oder Claudia Roth? Ich bin gerade traurig. Wir müssen so lange über Ihre Hitler-Obsession reden. Wir schaffen es nicht, über Themen zu reden, denen die Menschen unter die Nägel brennen. Die Frage ist doch, bist du reinrassig oder gehörst du abgeknallt? Jetzt würde ich ihn doch gerne ausgrenzen. Ich rede vom Bundesparteitagsantrag der AfD zur Regulierung der Wolfspopulation. Den kenne ich. Den kennst du nicht. Die AfD will die Wolfspopulation regulieren und nur die reinrassigen Wölfe schütten. Entschuldigen Sie, ich dachte wirklich Sie meinen Menschen. Man wird sich noch mal entschuldigen dürfen. Klaus, dass du dich gerade fragst, ob er Menschen abknallen will oder Wölfe. Das will er doch. Das ist die Strategie der Selbstverharmlosung. Die AfD will die Grenzen des Sagbaren verschieben. Das war nicht so gemeint. Irgendwann lassen sie dieses war nicht so gemeint weg. Genau deshalb wollte ich nicht, dass du ihn einlätst. Du kannst doch jetzt nicht gehen. Was mache ich ohne dich? Du musst dich einfach nur fragen, was würde Tom Buro machen? Sich entschuldigen? Nein, dann machst du genau das Gegenteil davon. Was ist denn ... Entschuldigung. Das ist nicht so einfach. Was ist denn das Gegenteil von sich bei Rechten für einen Kinderchor zu entschuldigen? Die Rechten mit einem Oma-Chor beleidigen? Tom Buro hat getan, was man machen musste, wenn eine ganze Generation von deutschen Omas beschimpft wird. Das ist interessant, dass Sie so in die Omas reinschauen können. Wissen Sie wirklich, dass die sich alle beleidigt gefühlt haben und dann haben Sie mit denen gesprochen? Das muss ich nicht. Ich weiß die deutschen Omas in dieser Sache geschlossen hinter mir. Das ist sehr interessant. Das ist ein Punkt, wo ich Ihnen recht geben würde, Herr Böcke. Die Omas stehen tatsächlich hinter Ihnen. Meine Damen. Applaus Musik Die Händer darf man singen, sie sind Schweine Nur Oma bleibt alleine Sie Tier zu nennen ist der Super-Gau Seid versichert, Oma ist ne coole Sau Uns beleidigt nur, wenn Anno-Hüme hetzern Und rechte Dummschwetzer Sich vor uns werfen, mit Protest geschreit Und so tun, als wären sie Oma vor die Zeit Sagt dem Buro-Mann nach Oma, mitzumachen Die Bedingung keine Sprachen Der Spaß ist jedoch dann ganz schnell vorbei Benutzt man uns für echte Heuchelei Applaus Musik Applaus Musik Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Das waren doch keine normalen Omas. Das waren die Omas gegen rechts, ein Verein von Frauen, die sich gegen Altersarmut und Rassismus einsetzen. Für dieses entartete Kinderlied musste der deutsche hart arbeitende Steuerzahler Gebühren zahlen. Als sie gehört haben, es geht gegen Bernböcke, haben sie gesagt, sie machen es umsonst. Applaus Applaus Applaus Applaus Ich frage mich, woher kommt all der Hass? Sie spalten dieses Land. Sie spalten dieses Land mit Sätzen wie, wir werden leider ein paar Volksteile verlieren, die zu schwach oder nicht willens sind, es wird ein Remigrationsprojekt notwendig sein, bei dem man nicht um eine Politik der Wohltemperierten grausam kommt. Halt! Stopp! Wer sind Sie? Das ist meine Pressesprecherin. Ich muss das Interview hier leider abbrechen. Nein, nein, nein. Warum? Sie haben aus seinem Buch zitiert, das war nicht abgesprochen. Alle anderen kommen in Late Shows, damit Sie ihre Bücher vorstellen können. Wir können gerne ein neues Interview ausmachen, aber bitte mit Fokus auf Inhaltliches. Wölfe zum Beispiel. Sie bleiben sitzen. Wir machen das nicht, dass Sie sich als Opfer inszenieren. Ich werde gehen. Ich werde dieses Gespräch verlassen. Dann werden Sie sehen, wie das so ist. Im Fernsehen, im ZDF. Von einem Millionenpublikum. Das ging ja schneller als gedacht. Haben Sie alles vorbereitet? Ich habe die Fragen, die die Kollegen im Landtag gestellt haben. Sehr gut, im Landtag. Aber da berichtet ja keiner von. In so einem Rahmen ist es knackiger. Dann stellen wir die Fragen. Wie viele Nichtdeutsche sind an staatlichen Bühnen in Baden-Württemberg beschäftigt? Welche Frauen im gebärfähigen Alter mit welcher Nationalität leben in Sachsen? Wie viele Homosexuelle gibt es in Thüringen? Fragen kostet nicht, sage ich immer. Ist so mein Humor. Gewöhnen Sie sich dran. Wäre auch mal eine schöne Sendung im ZDF. Böcke willst wissen. An der Stelle hätte ich Applaus erwartet. Das ist ein typisches Kabarettpublikum. Keine Sorge, gleich kommt wieder was Doofes gegen rechts. Sie klatschen erst, wenn ich gehe. Hallo, ich bin es wieder. Ich bin live. Ich wollte mit euch reden über ein ernstes Thema. Wenn euch das auch wichtig ist, ich möchte darüber sprechen, ob man mit Rechten reden soll oder nicht. Bei mir ist es so, ich rede nicht mit Rechten. Im Grunde habe ich noch nie mit Rechten geredet. Doch, ich habe es versucht. Aber immer, wenn ich mit Rechten geredet habe, haben die gesagt, die seien nicht rechts. Wie steht man dann da? Wie ein Idiot. Das ist voll peinlich. Ich habe mich entschuldigt. Das ist mir zu heikel. Deswegen rede ich nicht mit Rechten. Es bringt auch nichts. Es bringt echt nichts. Das sagen auch viele, auch in den Medien. Ich habe da einen Beitrag zugesehen. Das kann ich bestätigen. Es bringt wirklich nichts. Das ist ein bisschen so wie beim Heinz. Da kannst du auch nichts machen. Der ist ja voll schwul. Da kann nichts dafür. Aber ich rede ihn nicht um. Das soll ein anderer machen. Das tat mir aber schon auch leid. Da kam dieser Typ voll der Achmed. Der hat den Heinz beschimpft, obwohl er nichts dafür kann. Der Typ war total homophob. Wahrscheinlich war er selber schwul und musste das unterdrücken wegen seiner Religion. Aber das kann einem auch leid tun. Ausländer und Schwule, das ist eine Zeit, wo es die Rechten so stark werden. Da will ich mich einbringen. Wenn ihr auch etwas tun wollt, schreibt es mir in die Kommentare. Ich will etwas tun. Ich will mich einbringen, auch als Frau. Ich bin ja auch Feministin. Ich bin voll für einen femininen Feminismus. Und die Petra, die versteht das ja nicht. Die Petra ist voll die E-Monster. Total unweiblich. Ich war ja baff. Die Petra findet die gut. Mit der rede ich nicht mehr. Das kam mir immer schon bei ihr komisch vor. Die hat immer ganz viel relativiert. Zum Beispiel Gewalt hat die relativiert. Autos anzünden hat sie gesagt. Das sei nur Gewalt gegen Autos. Und nicht gegen das Leben von Menschen. Als wäre das ein Unterschied. Mein Auto ist mein Leben. Ich glaube auch, Leute, die nur Autos anzünden, machen das eh bloß, weil keiner drin sitzt. Sonst würden sie sich gar nicht trauen. Ich will mich da einbringen. Ich habe mir auch etwas überlegt. Ich bin gespannt, wie ihr das findet. Ich mache jetzt Satire. Ich weiß, das ist nicht so einfach. Man muss da eine Nische finden. Die sind gleichzeitig auch voll mainstream. Da habe ich aber etwas gefunden. Da hat mich Heinz draufgebracht. Der musste immer über mich lachen. Er hat fast geheult. Aber gelacht hat er. Jedenfalls hat er immer etwas von Realsatire geredet. Wenn mich jemand fragt, was ich mache. Realsatire. Ich finde es wichtig, die Leute zum Lachen zu bringen. Damit man vergessen kann, was so schlimm ist in der Welt. Ich glaube auch, wenn man über die Rechten lachen kann, dann sind die gar nicht mehr so schlimm. Dann hat man doch was erreicht. Was meint ihr? Schreibt es mir in die Kommentare. Stopp, Ota. Klaus, ich bin mitten in meinem Solo. Ich erkenne dich nicht, meine Redakteurin. Wir haben doch ausgemacht, wir machen diese Nummer nicht. Unsere eigenen Rassismen, die in uns schlummern, das ist viel zu hart für so eine Sendung. Wir sind eine Leltshow. Wir brauchen klare Feindbilder nach außen. Was sind die Neonazis? Okay, Klaus, dann mach eine Tafelnummer. Yes! Ich dachte, sie sagt Schnee. Meine Damen und Herren, wir haben bei Wagner's Late Night ein rechtes Terrornetzwerk aufgedeckt. Ein rechtes Terrornetzwerk. Oh, den höre ich denn da? Hallo. Hallo. Wer sind Sie denn? Hallo, ich bin der Bedenkenträger. Ich bringe juristische Bedenken. Haben Sie auch Bedenken für mich? Ja. Die Recherche ist von der Tat, sie ist gar nicht von Ihnen. Ja, aber ich habe das abgemalt und investigativ auf so eine Tafel geklebt. Guck mal, ich habe das gemalt. Ich habe diese Figur, diesen Franco A. Das geht auch nicht, da habe ich auch Bedenken. Was denn? Das sind nur mutmaßliche Tatverdächtige. Da muss man die Namen unkenntlich machen und die Nachnamen unkenntlich machen. Okay, dann erkläre ich das rechte Netzwerk eben so. Franco A. ist befreundet mit Maximilian D. Der verkehrt mit Andries. Der ist gemeinsam in Chatgruppen mit Marco G. Heik, J, Jan, Hendrik H. Und gemeinsam warten Sie eigentlich auf den Tag X. Du verstehst das doch keine Sau. Sie bringt es aber auch nicht so spritzig rüber. Das liegt doch nicht an mir, das liegt an diesen Abkürzungen. Andreas Bahler, Gudrun Enzlin, den kennt man noch nach 40 Jahren. Wie hieß der rechtsradikale Lübcke-Mörder von letztem Jahr? D, K, K, G? Der hieß Stefan E. E wie Einzelfall. Genau, von wegen Einzelfall. In Deutschland gibt es Dutzende rechtsextreme Soldaten und Polizisten, die Terroranschläge planen, Todeslisten führen und Waffen sammeln. Angeführt wird das Ganze von einem Mann namens Hannibal, der Leiter eines Netzwerks namens UNITA für Elite-Soldaten. So eine Art linke Ding für Sniper oder wie das heißt. Ich sehe hier ein rechtes Netzwerk von Terroristen. Wenn Sie vom deutschen Recht als Terrorist anerkannt werden wollen, müssen Sie 1. eine kriminelle Vereinigung bilden, 2. eine Serie von Verbrechen begehen und 3. politische Ziele durchsetzen wollen. Das kann ich beim besten Willen nicht sehen. Ich sehe nur unpolitische Einzelbuchstaben. Genau deswegen wird Rechtsterrorismus in Deutschland immer unterschätzt und übersehen. Das werde ich ändern. Mit meiner neuen Rubrik, die ich nenne Wagner weiß was. Den Vorspann habe ich selbst gemacht. Beginnen wir unseren Ausflug in rechte Terrornetzwerke mit Franco A., einem deutschen Soldaten. Oder? Beginnen wir mit David B., einem syrischen Flüchtling. Fällt Ihnen was auf? Nein, ich helfe Ihnen. Vergleichen Sie mal die wesentlichen Gesichtsmerkmale. Ja! Jetzt sehen Sie es. Es handelt sich um ein und dieselbe Person. Franco A. hat sich in einem deutschen Asylbewerberheim offiziell als syrischer Flüchtling registrieren lassen unter dem Namen David Benjamin. Und halten Sie sich fest, er hat tatsächlich Asyl erhalten. Er hatte auch einen wirklich guten Fluchtgrund. Er kommt aus Offenbach. Sein Plan, als Flüchtling Anschläge auf deutsche Politiker verüben, um den Hass auf Migranten zu schüren. Entschuldigung. Ich weiß gar nicht, warum Sie das thematisieren. Er ist ja geschnappt worden. Das heißt ja, der deutsche Sicherheitsapparat funktioniert. Ja, nicht der deutsche, sondern der Sicherheitsapparat in Österreich. Geschnappt hatte nämlich erst die österreichische Polizei, weil er eine Wehrmachtspistole auf dem behinderten Klo am Wiener Flughafen versteckt hatte. Aber in Deutschland war er bis dahin vollkommen unauffällig. Ja, ich habe auch den Eindruck, man muss immer erst in Österreich einmarschieren, bevor die Deutschen merken, dass man wirklich rechts ist. Das ist tatsächlich ... Die Experten vom MAD haben überhaupt nichts mitbekommen. Okay, das würde viel erklären. Aber ich meine, den Militärischen Abschirmdienst, MAD ... Ja, das Logo haben die übrigens selbst gemacht. Der MAD soll eigentlich heimliche Demokratiefeinde innerhalb der Bundeswehr aufspüren. Gut, bei Franco A. konnten sie nix finden. Der hat seine rechtsextreme Gesinnung ja nicht versteckt, sondern veröffentlicht. An der Uni. Er hat eine rechtsextreme Masterarbeit geschrieben, Das ist eine politische Wandel- und Subversionsstrategie. Heutzutage wird man schnell in die rechte Ecke gesteckt. Franco A. schreibt darin, dass Einwanderung die Ursache des Genozids der heutigen Völker Westeuropas ist und dass daran die Juden schuld seien. Und jetzt ... Ich mache Mittag. Die Bundeswehr hat Franco A. natürlich sofort fristlos befragt. Und ich muss zugeben, er hatte eine plausible Erklärung für die Arbeit. Überlastung. Er hat einfach nicht genügend Zeit gehabt, um sich von den rechtsextremen Zitaten in seiner Arbeit zu distanzieren. So ist das in dieser schnellliebigen Zeit, oder? Man hat kaum noch Zeit. Die einen finden keine Zeit mehr für Sport, die anderen nicht mehr, um sich von rechtsextremen Zitaten zu distanzieren. Das war gar nicht rechtsextrem, sondern nur eine, Zitat, akademische Schlechtleistung. So ist das immer mit diesen verdammten Deadlines. Hätte Hitler bei meinem Kampf nicht so einen strengen Abgabetermin gehabt, wäre ja auch die Bergpredigt rausgekommen. Deswegen ist die Bundeswehr mit der Einschuldzuschätzung gekommen, dass bei Franco A. eine rechtsextreme Gesinnung auszuschließen ist. Franco A. hat ein Hakenkreuz in sein G36-Gewehr geritzt. Ja, ich bitte Sie. Das könnte ja auch vom Vorgänger sein. Oder von seinem Vorgesetzten. Oder es waren Kinder. Franco A. hatte politische Ziele im wahrsten Sinne des Wortes. Heiko Maas, Claudia Roth und Annette Kahane waren in der antirassistischen Amadeo-Stiftung. Er hatte Listen mit ihren Adressen. Ein Gewehr mit Zielfernrohr. Er plante offensichtlich eine Serie von Anschlägen auf Politiker. Vielleicht plante er auch einen Jagdausflug. Sie sehen ja jetzt überall Terror. Und die 1000-Schuss-Munition und die 50 Bundeswehr-Sprengkörper waren sicher auch für die Jagd, was man eben so braucht zum Rehe-Sprengen. Ich weise Sie darauf hin, dass der Oberlandesgericht Frankfurt keine Terroranklage zugelassen hat. Weil man nur die Patronen gefunden hat und nicht die Gewehre. Vielleicht handelte es sich bei Franco A. einfach um einen passionierten Patronsammler. Gott sei Dank gibt es ja noch den Bundesgerichtshof an dieser Stelle. Der hat jetzt eine Terroranklage zugelassen. Sie haben nämlich das gefunden, wonach das Frankfurter Gericht monatelang vergeblich gesucht hatte. Das ist ein Band von Mein Kampf im Regal. Die kritische oder die unkritische Edition? Die kritische natürlich. Ich meine die unkritische. Nein, die kritische halt. Ganz sicher scheinen Sie mir da nicht zu sein. Ja, selbst wenn wir ihn jetzt mal ganz großzügig als Neonazi anerkennen. Danke. Einer macht ja noch keine terroristische Vereinigung. Ja, aber erst bei der Bundeswehr. Nein, ich meine, das habe ich doch nicht. Nein, so wollte ich das noch. Nein. Nein, nein, nein. Nein, so meine ich das nicht. Der MAD sagt, es gibt über 500 rechtsextreme Soldaten innerhalb der Bundeswehr. Das waren ja früher bei der Wehrmacht viel mehr. Die Zahlen zeigen doch dann eindeutig in eine positive Richtung. Maximilian T. ist einer dieser 500. Dieser Mann ist Offizier bei der Bundeswehr, aber es scheint ihn nicht auszulassen. Er arbeitet neben seinem Job bei der Bundeswehr noch im Bundestag. Er ist tatsächlich Mitarbeiter bei einem Bundestagsabgeordneten namens Jan Nollte. Nein, das hatten wir doch gesagt. Keine vollständigen Namen. Abkürzen. Okay, nur kurz. Ja, von der AfD. Maximilian T. ist also offensichtlich Teil einer rechten Vereinigung. Ja, wir würden jetzt nicht so weit gehen, die AfD als Terrororganisation einzustufen. Die können ja auch gar nicht untertauchen. Alexander Gauland mit seinem Sakko. Okay, gut. Maximilian T., nochmal, Bundestagsmitarbeiter. Der AfD plant zusammen mit seinem Kumpel Franco Anschläge auf Politiker. Das ist der erste politische Terrorist mit dem Hausausweis fürs Parlament. In seiner Einwand, die Ermittlungen gegen ihn wegen Terrorismusverdacht wurden eingestellt. Kleine Frage. Konnte er denn alle Verdachtsmomente ausrollen? Ja, er hat sein Smartphone gelöscht. Die kennen manchmal alle Tricks. Außerdem, für eine Anklage gegen eine terroristische Vereinigung braucht man mindestens drei Beschuldigte. Sie haben ja jetzt nicht mal mehr zwei Verdächtige. Matthias F., auch in der Gruppe um Franco A., zuständig dafür, die Munition zu bunkern. Student. Hat sich öfter mal politisch motiviert gezeigt, indem er so Sachen gesagt hat, in Chats wie, dass Hitler sehr hart für die deutsche Ednie gekämpft hätte. Erstmal muss man sagen, Ednie, aha, der hat studiert. Der sagt nicht Rasse. A la Bonheur. Und dann muss man auch mal sagen, das ist ja eine private Äußerung, die gar keine Rückschlüsse auf seine wahre Gesinnung zulässt. Aber auf die Gesinnung des Richters? Was sind das für Ansprüche? Wenn einer einmal al-Aqba ruft, ist er sofort Teil eines islamistischen Terrornetzwerkes. Aber wenn ein Terrorist Heil Hitler schreibt, dann hat er gerade viel um die Ohren. Was ist das? Was sind das für Bedenken? Ach so. Wissen Sie, was mir an Ihrem Netzwerk fehlt? Nein, was? Das Netz. Hier ist es doch. Schauen Sie sich das an. Eine Chatgruppe? Was kommt denn als nächstes? Der E-Mail-Verteile Ihres Kindergartens? Mit Hilfe dieser Chatgruppen haben sich über 100 Soldaten und Polizisten Rechtsextremer Natur vernetzt. In der Mitte dieses Netzwerkes die Spinne, bei der Bundeswehr, Deckname Hannibal. Das sind doch diese Prepper. Die decken sich mit Dosenravioli ein und warten auf den Tag X, bis die Ordnung zusammenbricht. Das ist doch harmlos. Harmlos? Wenn das wirklich nur Prepper wären, warum versorgt Hannibal dann die Mitglieder des Netzwerkes? Zum Beispiel mit geheimen Bundeswehrinformationen über Flüchtlingsrouten. Sie sehen es dann aber auch immer so negativ. Vielleicht wollen die einfach willkommen heißen. Was ist Munition? Salutschüsse. Es war scharfe Munition und schwere Waffen. Die hat man nicht gefunden. Bei einem Leiter dieser Chatgruppen, Marco G. Er ist SEK-Polizist. Marco G. ist auch bekennendes AfD-Mitglied. Interessanterweise hat er mal einen Schießwettbewerb gewonnen. Der Pokal war benannt nach dem Opfer eines NSU-Mordes. Schießwettbewerb? Das war also ein Sportschütze. Das wäre plausibel. Was machen wir jetzt mit den 200 Leichensäcken? Ach ja, das weiß ich doch. Die Aussage habe ich vorliegen. Das war gedacht als wasserdichte Hülle für Schlafsäcke, weil es billiger ist. Klar, die Situation kennt man auch. Kinder, wir fahren ins Zeltlager. Papa hat schon mal die Leichensäcke. Herrgott, das ist ein ganz klarer Rechtsterrorist. Das Kabarett reicht, aber nicht für das Gericht in Schwerin. Die haben ihn nur wegen unerlaubtem Waffenbesitz verurteilt. Okay, letzter Versuch. Wir haben hier noch ... Ich nenne ihn Hj, abgekürzt. Und Jan-Henrik H. Die beiden wird jetzt wenigstens wegen Terrorverdacht ermittelt. Auch um Marco G. um dieses Netzwerk. Aber das sind ja nur zwei. Ja, das ist natürlich so. Die haben Beweise gefunden bei Ihnen. Bei Wortdrohungen gegen Kommunalpolitiker. Ja, aber das Stichwort ist ja dann anonym. Das BKA hat Beweise gefunden. Bei den beiden hat man nämlich gefunden einen Grundriss. Von einer Wohnung. Dieser Grundriss war angefertigt worden von der Polizei, um einen bedrohten Kommunalpolitiker zu schützen. Aber wie kommt denn der Grundriss von der Polizei zu diesen Verdächtigen? Das ist eine Frage. Weil der Weg so kurz ist. Weil der Terrorverdächtige ist ja bei der Polizei. Und bei der AfD. Als Terrorist oder Polizist? Weiß nicht, vielleicht bei ist. Bei der AfD ist er zuständig für Sicherheit. Und privat da verwaltet er Todeslisten. Todeslisten? Stand das da drüber? Nein, nicht direkt jetzt. Dann sind es ja erst mal nur Listen. Die Polizisten sollten am Tag X gefangen genommen und liquidiert werden. Das muss doch reichen für eine erfolgreiche Terroranklage. Nee, es sind doch nur zwei. Sie haben ja den weggenommen. Marco G., der gehört auch noch dazu. Nein, der nimmt doch beim Prozess nur als Zeugeteil. Aber warum? Sonst wären es drei. Ja, außerdem wäre es ja auch mal hilfreich, muss ich ganz ehrlich mal sagen, für die Anerkennung als Terrorist, wenn man mal einen Anschlag vorweisen könnte, einen erfolgreichen. Hören Sie, seit 1970 gab es über 250 Tote durch rechtsextremen Terror. Man könnte ja auch sagen, 250 Tote mit 250 Einzeltätern. Mit jeweils einem Toten. Das sind doch keine Terroristen, das sind Einzeltäter. Die Rechtsterroristen sind per Definition Einzeltäter, die scheinbar unverbunden gemeinsam zuschlagen. Weil sie sind verbunden durch eine gemeinsame Ideologie. Aber da kann ich ja nichts für, dass sich diese rechtsextremistischen Gewalttäter nicht an unsere Terrorregeln halten. Aber Mar hat doch für die RAF auch bei uns extra die Terrorregeln geändert. Ja, sicher. Aber wenn man die jetzt nochmal ändern würde, das wären ja dann auf einmal total viele. Das können Sie doch nicht wollen. Musik mit Sarah Hartenberg, meine Damen und Herren. Applaus Das ist ein düsterer D-Moll-Akkord. D-Moll ist die Tonart von Mozart's Requiem. Oder Schubert's Der Tod und das Mädchen. Ganz viele Gewitterszenen in der Oper sind auch geschrieben worden in D-Moll. Wenn dieser Akkord jetzt wenigstens aufsteigend aufgebaut wäre. Hört ihr, da gibt's noch so einen kleinen Hoffnungsschimmer. Aber rückwärts, da schwingt noch was Teuflisches mit. Und das ist nichts anderes als A, F, D. So einfach. In Ostritz, das ist eine kleine Stadt in Sachsen, fand letztes Jahr ein Rechtsrock-Festival statt. Das gefiel den Ostritzern gar nicht. Deswegen haben die sich vorher zusammengetan und haben überlegt, was können wir dagegen tun. Sie hatten eine großartige Idee. Und Sie haben das auch tatsächlich durchgezogen. Die Ostritzer haben am Tag vor dem Rechtsrock-Festival die gesamten Biervorräte der Stadt aufgekauft und haben die Nazis aufs Trockene gesetzt. Ist das nicht schön? Ich fand das so inspirierend. Und mir wurde klar, jeder kann etwas tun gegen Rechtsextremismus. Hier kommt mein Beitrag. Es kann sein, dass meine Aktion nicht ganz so wirkungsvoll ist wie die der Ostritzer. Was aber nur daran liegt, dass man mir an dem Abend, als ich dieses Lied geschrieben habe, die Biervorräte vorher nicht weggenommen hat. Leider weht in unserer bunten Welt ein brauner Wind, weil hier ein paar Männer sehr frustriert und zornig sind. Was sind die Kerle nutzlos, denkt mancher ohne Mut. Ich hingegen glaube, sie sind durchaus zu was gut. Bist auch du ein aufrecht deutscher, starker junger Mann? Schreitest du mit Gleichgesinnten oft im Marsch voran? Fragst du dich, wie man in Deutschland Ordnung schaffen kann? Dann hör nur zu, ich biete dir was Tolles an. Hilf mir beim Umzug, nächsten Sonntag um 2. Hilf mir beim Umzug, komm und sei auch mit dabei. Dein rechter Arm ist nach dem Umzug so sehr abgeschlafft, dass er nun den Hitlergruß leider nicht mehr schafft. Du bist bei Pegida und Pro Chem nicht sehr aktiv. Doch ich biete dir was an, das sinnvoll ist und konstruktiv. Am Mittwoch gibt's schon wieder einen Umzug hier ums Eck. Ich verspreche dir diesen Job, den nimmt dir keiner weg. Und ich frag auch Frauen mit dem Herz am rechten Fleck. Wollt ihr unser deutsches Land befreien von Schmutz und Dreck? Beim Säubern meiner Wohnung hilft euch auch ein Kamerad. Er hat sogar eine Glatze, Meisterpropper steht parat. Hilf mir beim Umzug, nächsten Sonntag um 2. Hilf mir beim Umzug, komm und sei auch mit dabei. Und denkst du, diesem Vibe gehört die Fresse mal poliert? Polier lieber die Fenster. Du bist sicher talentiert. Danke schön. Sarah Hakenberg. Großartig. Danke. Ja. Hu. Okay. Meine Damen und Herren. Kommen wir nun zum ernsten Teil der Sendung. Das ist der erste Teil der Sendung. Am 2. Juni 2019 wird der Regierungspräsident von Kassel Walter Lübcke erschossen. Rechtsextremist Stefan E. Nach dem Wechsel seines Strafverteidigers fällt ihm ein interessantes Detail ein. Er war es doch nicht. Sein rechtsextremer Kumpel Markus H. Beide waren bekannte Neonazis. Hätte der Verfassungsschutz den Mord verhindern können? Ich habe den Verdacht, er hätte es verhindern können. Deswegen habe ich heute Abend einen speziellen Gast eingeladen. Ihr Name ist Iris P. Sie ist eine ranghohe Mitarbeiterin des hessischen Verfassungsschutzes. Und ihr war eine Sache sehr wichtig. Sie hat gesagt, sie möchte, dass das Gespräch unter vier Augen stattfindet. Sie ist heute hier bei Wagner wills wissen. Den Vorspann habe ich selbst gemacht. Frau P. Zwei den Behörden, bekannte Rechtsextreme, morden mutmaßlich in Deutschland einen Politiker. Unter den Augen des Verfassungsschutzes, der es geschehen lässt. Ist das für Sie ein Unding oder ein ganz normaler Montag? Der Mord war an einem Sonntag, da ist keiner im Büro. Ist das nicht so, dass sich Geschichte wiederholt? Hat der Verfassungsschutz aus dem NSU nichts gelernt? Wir haben konsequent reagiert und 2012 im Bund den Verfassungsschutzpräsidenten mit einem fähigeren Mann ausgetauscht. Mit wem? Hans-Georg Maaßen. Weil er der Rechtsextremen Szene näher war. Wir haben einen internen Prüfbericht verfasst. Mit unserem Wissen über die Neonazi-Szene in Hessen. Deren Teil war Stefan E. auch. Und diesen Prüfbericht haben Sie dem NSU-Untersuchungsausschuss in Hessen zukommen lassen? Ja, so könnte man das sagen. Ja, aber Sie haben diesen Prüfbericht kommentarlos unter 2000 Akten versteckt. Sucht, sucht, sucht, sucht! Was steht denn nun in diesem Bericht über Stefan E.? Sie müssen mir schon zuhören, wenn ich was sage. Haben Sie bisher was gesagt? Ja, ich sagte interner Prüfbericht. Der ist also geheim? Ja, vorübergehend. Bis was vorüber ist? 120 Jahre. Wir schützen alles, was Rückschlüsse auf unsere Arbeitsweise zulässt. Die schützen offensichtlich so kriminelle Sachen, dass sie sich schützen müssen, wenn sie schon 50 Jahre tot sind. Es geht hier ums Staatswohl. Da müssen andere Interessen hinten anstehen. Das Interesse von Menschen nicht von Rechtsextremen erschossen zu werden. Nach dem Lübcke-Mord haben wir die Veröffentlichung auf 30 Jahre runtergesetzt. Dann sinkt die Wartefrist. Wer würde sich freiwillig für die Aufklärung zur Verfügung stellen? Sie als Bürger wissen gar nicht alles. Dafür gibt es gewählte Vertreter im Parlament. Die können im Untersuchungsausschuss in den Bericht schauen. Die wissen dann alles über Stefan E.? Das ist schwierig zu sagen, weil da viel geschwärzt ist. Scherz! Natürlich kann man die Aufhebung der Schwerzung beantragen. Dann können die Parlamentarier das lesen? Ja, aber die dürften mit niemandem drüber sprechen. Scherz! Wie soll man den Verfassungsschutz kontrollieren? Gar nicht. Scherz! Es gibt immer noch die freie Presse. Der Journalist Dirk Laabs hat bei uns angefragt zu dem Thema. Dann haben wir ihm zügig und ordnungsgemäß Einblick gegeben. Was heißt zügig? Nach 8 Jahren. Und was heißt ordnungsgemäß? Der hat uns verklagt. Und was steht jetzt drin in diesem Bericht über Stefan E.? Das mussten wir gar nicht sagen. Was mussten Sie dann sagen? Wie oft der Name Stefan E. drin steht. Wie oft steht der Name Stefan E. drin? Elfmal. Sie hatten Stefan E. doch im Visier? Ja. Da haben wir angefangen, ihn nicht mehr zu beobachten. Der war für uns abgekühlt. Abgekühlt? Er war Neonazi, 7-mal rechtskräftig verurteilt wegen schwerer Körperverletzung. Er versuchte im Totschlag Anschlag mit einer Rohrbombe auf ein Flüchtlingsheim. Was macht der, wenn er erhitzt ist? Überfällt er Polen? Überlassen Sie diese Einschätzung bitte den Profis. Das mache ich interessanterweise. Der hat an seinem eigenen Verfassungsschutzpräsident bemerkt, Stefan E. wäre brandgefährlich. Aber das war 2010. Danach hat er sich 5 Jahre lang sehr unauffällig verhalten. Dann haben wir gemäß unseren Vorschriften seine Akte... ... Geht das schon wieder los? Sie haben wieder Akten geschreddert. Es ist doch alles anders. Die werden jetzt intern gelöscht. Also die Akte ist weg? Nein, die ist noch da. Die Akte ist noch da? Ja, an einem sicheren Ort. Gut, dass die Akte an einem sicheren Ort ist und nicht etwa Walter Lübcke. Wer hat denn jetzt diese Akte? Was hat zwei Daumen, ein Auge und die Akte von Stefan E.? Keine Ahnung. Kein Scherz. Sie haben die Akte? Sie, Iris B.? Ja. Das verstehe ich nicht. Sie haben die Akte seit 2015. Weil er als ungefährlich geil sei. Zum selben Zeitpunkt hat der NSU-Untersuchungsausschuss festgestellt, er könnte doch gefährlich sein. Der NSU-Untersuchungsausschuss beraumt eine Befragung zu Stefan E. Eine Kollegin von Ihnen wird gefragt, ob eine Akte existiere. Sie sagt, das könne sie nicht sagen. Die wusste das ja nicht. Weil die Akte bei Ihnen ist? Ja. Wer darf die lesen? Ich und mein Chef. Wir haben für diese Informationen sehr hart gearbeitet. Gehen wir doch nicht einfach so raus. Wissen Sie, wie Stefan E. an die Mordwaffe gelangt ist? Ja. Aber das sage ich Ihnen nicht. Pass mal auf, er über seinen Komplizen Markus H. Die zuständige Behörde hat Markus H. den Neonazi verweigert. Dann hat er geklagt vor einem Gericht. Das Gericht hat ihren Verfassungsschuss gefragt, ob etwas gegen Markus H. vorliegt. Dann hat der Verfassungsschuss gesagt, nein. Ja, gegen ihn lag ja auch nichts vor. Nur eben meine Akte. Sie schon wieder? Wegen Ihnen hat der Neonazi Markus H. seinen Waffenschein, der Neonazi Stefan E. seine Mordwaffe bekommen. Nur, dass das eben keine Neonazis mehr waren. Der Stefan E. hat sich sogar demokratisch engagiert. Was machen die beiden denn auf einer Neonazi-Demo in Chemnitz 2018? Demonstrieren würde ich sagen. Von wem haben Sie denn das Foto? Von der Anti-Frau. Das hätten Sie von uns auch haben können. Aber in besserer Auflösung. Aber ich wollte es gleich haben und nicht jahrelang klagen. Sehen Sie, alles, was wir wissen, über Rechtsextreme Netzwerke haben wir im Grunde von der Antifa. Die machen ihren Job ehrenamtlich. Die machen ihren Job und kriegen von Ihnen dafür nichts. Doch, ein Kapitel im Verfassungsschutzbericht. Vielen Dank für dieses Gespräch, Iris P. Meine Damen und Herren, ich weiß jetzt wirklich was. Und zwar, dass wir für einen wirksamen Schutz gegen Rechtsterror die Antifa deutlich besser ausstatten müssen. Mehr Personal, mehr Geld und Verbeamtung, meine Damen und Herren. Das war die Anstalt heute mit Sonja Klink. Uta Köberleck. Tee Reiners. Und Sarah Hartenberg. Ohne Band. Dafür mit den Omas. Gegen rechts. Das nächste Mal ist Max wieder dabei. Bleiben Sie bei uns. Max ist wieder dabei. Bleiben Sie demokratisch. Vielen Dank.