Coronavirus – Homeoffice Edition
COVID-19-Pandemie , Videotelefonie , „Flatten the curve“, deutsches/italienisches Gesundheitssystem, Christian Drosten , Wolfgang Wodarg
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Episode 'Coronavirus – Homeoffice Edition' von 'Die Anstalt' analysiert die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie durch eine satirische Linse. Sie kritisiert die unstrukturierte digitale Kommunikation, die willkürliche Entscheidungsfindung von Politikern und die Tendenz zur Symbolpolitik. Die Sendung thematisiert den Verlust von Kontrolle und soziale Isolation im Homeoffice sowie die Schwächen des Gesundheitssystems. Durch absurde Übertreibungen und kulturelle Referenzen wird die Absurdität der Situation und die Schwierigkeit, die Krise zu verstehen, verdeutlicht. Die Episode wirft zudem Fragen nach der Rolle von Experten und der Legitimität von Solidaritätsaktionen auf.
Transkript 6.290 Wörter
Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, zu unserer 50. Sendung von Die Anstalt, unsere Jubiläums-Sendung. Sorry, Homeoffice-Koller. Meine Damen und Herren, sagen wir doch, wie es ist. Sie wissen, wir sind eine Sendung, die basiert auf Zuschauern, auf dem Zusammenspiel von Künstlerinnen und Künstlern auf der Bühne und zugegebenermaßen häufig auf fragwürdigen Perücken. Heute haben wir keine Zuschauer, kein Zusammenspiel, keine Bühne, keine Perücken. Aber es gibt da draußen eine Menge toller Künstlerinnen und Künstler, die Zeit haben. Hallo, ich kann Sie nicht hören. Ich habe zu Ihnen auch noch gar nichts gesagt, Herr Uthoff. Ah, jetzt höre ich Sie.
Herr von Wagner, was ich Sie schon länger fragen wollte. Sie müssen Ihre Kamera aktivieren. Wieso? Ich sehe Sie sehr gut. Ja, aber ich sehe Sie nicht. Sie müssen auf den Knopf drücken. Was? Welchen Knopf? Hier sind Tausende. Mit der Kamera, den. Den roten? Nein, auf keinen Fall den roten. Ah, jetzt sehe ich Sie. Oh mein Gott. Sie sehen furchtbar aus. Menschen, die im Schlafanzug Homeoffice machen, haben die Kontrolle über ihr Leben verloren. Also zunächst mal ist das nicht mein Schlafanzug. Nur die Hose. Sagen Sie mal, sind das Ihre Hamsterkäufe dahinter Ihnen? Sagen wir es so, mein Weinkeller reicht für zwei Pandemien.
Ihnen ist schon klar, dass Friseurbesuche bis vor kurzem noch erlaubt waren. In manchen Fällen sogar geboten. Ja, aber ich habe Verantwortung und ich weiß einfach nicht, ob ich ansteckend bin und deswegen. Sie zeigen doch keinerlei Symptome außer mangelnder Hygiene. Entschuldigung, man kann auch ansteckend sein, ohne Hygiene, ohne Symptome. Was ist denn dann eigentlich ein klares Zeichen für eine Infektion? Keine Ahnung, wenn der DAX 3000 Punkte verliert. Hey Jungs, ich gucke gerade ZDF. Was machten ihr da? Naja, sowas wie eine Sendung. Das sieht aber nicht so aus. Ja, ich weiß. Hallo Caro. Hi. Was macht denn die Kübelkuss in unserer Sendung?
Sie wissen schon, dass sie sie noch hören kann, ja? Stößchen. Außerdem wollten wir sowas machen, so ein Zusammenspiel in der Isolation. Wir hatten gedacht, gemeinsam einsam. Ja, so eine Art offener Conference Call, wo sich alle Künstler, die Zeit haben, dazuschalten können im Prinzip, was beitragen können. Hey, echt? Kann ich da auch? Herr Schafroth, kann ich Ihnen helfen? Hallo Maxi. Hallo Caro. Habt ihr vielleicht was dagegen, wenn ich noch ein paar andere Kollegen herrufe? Ich bin wahnsinnig einsam. Also so war das hier aber nicht gedacht. Ah, toll. Okay, dann mache ich das jetzt. Hallo Lanzleute. Maxi sagte mir, es gibt noch eine Auftrittsmöglichkeit hier.
Hören Sie mal, Sie haben doch eine eigene Sendung, Abdelkarim. Die ist abgelaufen im Internet-Stream von RTL 2, bitte. Ich habe keine Sendung und keine Auftritte. Du hast wegen einer Sendung. Aber dafür gibt es ja diese Sendung. Danke Anstalt. Moment, ja Gäste, schön und gut, aber das muss doch geordnet ablaufen. Sie können doch hier nicht einfach die Grenzen aufmachen. Ja, ich dachte eben, es wäre ein schönes Symbol. Schon, aber ich finde, in der Sendung sind noch zu wenige Frauen. Das finde ich auch Sarah, mehr Frauenpower. Ja, hat mich jemand gerufen? Nein. Doch ich. Hallo Ile. Ja, Frau Lager, jetzt tun sie doch was. Was werden die einer mehr? Wo ist denn da die Struktur?
Ich meine, was soll ich denn tun? Ich meine, wir haben zwei komplette Sendungen geschrieben, jedes Thema ist dank dieses Virus ja vollkommen Makulatur. Deswegen wird das hier so eine Art lockere Jam-Session. Im Prinzip. Das heißt, man kann auch Musik machen? Ihr wollt nicht wirklich das singen. Muss man jetzt mal singen, weil, also ich hätte eine Rede vorbereitet für den Nockerberg und die Pointen. Es muss jetzt halt alles einfach mal dargeboten werden, weil es ist nicht unbedingt haltbar. Sie können hier doch jetzt keine Rede halten. Das dauert höchstens eine gute halbe Stunde. Was? Wenn er eine Rede halten darf, dann will ich aber auch was sagen. Ich habe was zum Thema Virologen.
Ich hätte was zum Thema Facetime mit den Eltern und Künstlerunterstützung. Okay, bitte bitte nicht alle hier so wild durcheinander. Wir können das ja später so geordnet, hintereinander. Und Wagner, jetzt tun sie doch was. Was denn? Ja, was weiß ich? Brücken sie halt irgendeinen Knopf. Gott sei Dank. Das war knapp. Mein Gott, was war das denn? Also ich habe mir das jetzt alles angehört. Irgendwann ganz ehrlich, wen soll ich heute ersetzen? Danke, Herr Reiners. Das ist jetzt bei dieser Sendung nicht nötig. Allerdings, Herr Uthoff, muss ich Ihnen sagen, der Reiners in der letzten Sendung, klasse. Ja, ja, das hat man mir auch mehrfach erzählt. Danke, Herr Reiners.
Sie haben die Firewall aktiviert. Jetzt können Sie plötzlich Technik. Nee, kann er nicht. Oh mein Gott, ist es schön Sie zu sehen. Andere Menschen treffen. Sowas kennt man nur noch aus dem Film, oder? Ich habe gestern Filme in Netflix geguckt. Ich musste ausmachen. Die Handlung war mir zu spannend. Da haben sich Leute im Restaurant getroffen und per Handschlag begrüßt. Ich dachte, sind die irre? Sind die wahnsinnig? Und dann ein paar sogar mit Küsschen. Das war mir zu viel. Das fehlt mir wirklich, ins Restaurant gehen, in eine Kneipe. Oh mein Gott, wissen Sie, ich bin Kölnerin.
Für mich ist das lebenswichtig, das Gefühl zu haben in einer vollen Kneipe zu stehen, sich durch die Menschen zu quetschen, dann am Tresen nach dem Kellner zu winken. Das ist doch die Lebensfreude. Ich habe sogar gestern, weil es mir so gefehlt hat, alle meine Sofakissen genommen und in der Küche so aufgestellt, als wären es andere Menschen. Ich habe mir ein Parkour gebaut, damit ich mich zum Kühlschrank durch andere Menschen durchquetschen musste. Und dann habe ich sogar vier Bier lang gewartet, bis ich richtig, richtig pinkeln musste. Und dann habe ich mit all meinen Stofftieren die Schlange vorm Damenklo nachgebaut.
Aber es ist wichtig, wir müssen zu Hause bleiben, wir müssen die Risikogruppen schützen. Deswegen treffe ich auch meine Eltern nicht mehr. Das fällt mir total schwer. Ich würde sie sehr, sehr gerne wieder sehen, im richtigen Leben, live vor mir sehen. Denn ich kann nicht mehr mit denen skypen. Ich flippe aus. Haben Sie schon mal mit Ihren Eltern geskypt? Wie kann man das aushalten? Kein normaler Mensch kann das aushalten. Bei meinen Eltern ist es so, hallo, hallo, na, äh, wie geht das denn hier? Wo muss ich denn da raufdrücken? Äh, wie geht es euch? Gut, wir sind auch noch gesund. Da wird man wahnsinnig. Aber schön finde ich ja, wie sozial die Menschen plötzlich sind.
Man hilft sich, es wird sich viel Gedanken gemacht um die Künstlerszene, um alle Selbstständigen. Und deswegen vielleicht eine kleine Anregung an unsere vielen Radiostationen. Spielt doch mal, anstatt diese großen amerikanischen Stars, einfach mal ein paar deutsche Musiker, die ihr sonst nicht im Radio spielt, damit die wenigstens ein bisschen GEMA abbekommen. Das wäre doch eine gute Sache. Und ich muss sagen, ich tue auch meinen Beitrag. Ja, das mache ich bei uns in der Familie. Da gibt es nämlich viele Leute, die Homeoffice machen, eigentlich alle außer mir. Ich kann kein Homeoffice machen, deswegen habe ich die Kinderbetreuung übernommen. Und das macht einen Spaß, Leute.
Ich wusste gar nicht. Ich habe ja nicht so viel mit Kindern sonst zu tun. Aber ich habe es nicht gewusst, wie dumm Kinder sind. Die sind ja strunzen. Allein, wie die suchen. Wie die Sachen suchen. Das ist ja total irre. Die sagen, wo ist meine Jacke? Und ich sage, im Schrank. Nein, da ist sie nicht. Doch guck nach. Ich habe nachgeguckt, da ist sie nicht. Jetzt guck doch nach. Und dann mache ich den Schrank auf. Und da ist sie drin. Ich sehe sie doch. Caro! Ja? Wo ist meine Hose? Caro Kebekus, meine Damen und Herren. Herr von Wagner, bitte bemühen Sie sich nicht. Überlassen Sie so etwas einfach den Profis. So, was machen wir jetzt? Normalität aufrechterhalten.
Deswegen habe ich mir gedacht, wissen Sie was? Ich rolle einfach schon mal die Tafel rein. Was ist das denn? Man sieht hier, wie zwei Städte in Amerika 1918 auf den Ausbruch der spanischen Grippe reagiert haben. Moment, moment, moment. Bei einer Tafelnummer muss man immer erst mal die Rollen verteilen. Also gut, meinetwegen, Sie sind Philadelphia. Was machen Sie da? Ich spiele einen Frischkäse. Nein, nein. Sie sind die Millionenstadt Philadelphia in den USA. Und wie lege ich die an? Sie müssen improvisieren. Eine Grippewelle ist in Philadelphia angekommen. Hochgefährlich, hoch ansteckend. Was machen Sie? Normalität aufrechterhalten. 1918, was braucht man da?
Erster Weltkrieg ist vor der Party. Stimmung, wir machen eine Parade für die Soldaten, die am ersten Weltkrieg teilgenommen haben. Ach, was ich mit 200.000 Leuten. Ja, das ist nicht witzig. Das machen Sie nämlich tatsächlich. Mache ich nicht. Doch, machen Sie doch. 72 Stunden später sind Ihre Krankenhäuser gnadenlos überfüllt. Die Seuche bereitet sich aus. In einem Monat sterben 10.000 Menschen. Und wer sind Sie? Ich bin selbstverständlich St. Louis. Ich mache das Gegenteil von Ihnen. Schon zwei Tage nach dem ersten Grippefall schließe ich rechtzeitig Großveranstaltungen, öffentliche Einrichtungen.
Die Grippe breitet sich viel langsamer aus und fordert viel weniger Opfer, auch weil die Krankenhäuser noch mitkommen. Ja, Herr von Wagner, das haben ja jetzt alle kapiert. Die war flatten the curve. Aber Sie sind schon weiter. Warum machen wir denn nicht lift the line? Nein, das heißt raise the line. Sag ich noch. Schauen Sie mal. Das sind die verfügbaren Krankenbetten in Deutschland. Alles, was darüber hinausgeht, ist Italien. Und wenn wir die Linie jetzt anheben würden, dann würden ja viel weniger Menschen sterben. Ja, Kapazitäten aufbauen ist eine super Idee. Aber wir haben ja den Krankenhausbetten in den letzten Jahren abgebaut. Auch die Intensivbetten.
Ja, die Bertelsmann Stiftung hat sogar vor kurzem empfohlen, die Hälfte aller Kliniken zu schließen. Dann wären wir heute hier. Ja, Moment, das ist ein Argument jetzt für mich. Wer ist denn bei dieser Nummer jetzt auf welcher Seite? Das spielt doch im Moment überhaupt keine Rolle mehr. Jetzt geht es um Mathematik. Wenn die Krankenhäuser alles freiräumen, dann gibt es 14.000 freie Intensivbetten. Das ist Platz für, warten Sie mal, ich rechne das mal aus, für 2.000 Corona-Patienten. Aha. Haben Sie wieder Läsch geguckt? Nein, das habe ich ganz alleine ausgeregt. Mhm. Nein, Herr Erthoff, ich finde es ja gut, wenn Sie Läsch gucken.
Denn dann wissen Sie ja jetzt, wenn 5% aller Infizierten Intensivpflege brauchen, sind die Krankenhäuser bei 40.000 Neuinfizierten am Tag voll. Ja gut, aber das, das dauert ja noch. Haben Sie Läsch mal wieder nicht zu Ende geguckt? Wieso? Weil er auch gesagt hat, dann haben wir noch bis Samstag. Samstag? Nächste Woche? Nein, bis Samstag dieser Woche. Herr von Wagner, wo sind denn eigentlich die heiteren Gäste, wenn man sie mal braucht? Warten Sie mal, ich habe Kartalkarten. Oh, hier, wie wäre es mit Marco? Ja, der macht doch immer so lustige Sachen mit einem Känguru, oder? Sie meinen, die Känguru chroniken Sie Barnause? Ja, ja, ja. Kamen Sie nicht gerade ins Kino? Ja.
Also kurz, man könnte sagen, das war der schlechteste Termin für einen Filmstart seit ... Ja, seit dem Zweiten Weltkrieg, würde ich sagen. Weil jetzt leider niemand mehr den Film sehen kann, habe ich beschlossen, ich werde ihn einfach für euch nachspielen. Ding-Dong. Hallo. Äh, hallo. Ich bin gerade gegenüber eingezogen, wollte mir Eierkuchen backen, und da ist es mir aufgefallen, als ich vergessen habe, Eier zu kaufen. Ich kann Ihnen leider nicht helfen, ich kann nicht aufmachen, ich bin in präventiver Quarantäne. Ja, ich habe bei der Gelegenheit natürlich das Drehbuch aktualisiert. Was soll das heißen, präventive Quarantäne? Sie machen Ferien auf Sarkotan? Social Distancing.
Es gibt eine Kontaktsperre. Schon mal was davon gehört? Äh, okay. Tschüss. Tschüss. Ja, es ist jetzt nur noch ein relativ kurzer Film. Obwohl mir fehlt noch was ein. Ding-Dong. Was denn noch? Aber die Kontaktsperre gilt doch nur für Gruppen, die größer sind als zwei Personen. Wir sind doch nur zwei Personen. Ja, sicher ist sicher. Aber wir könnten tauschen. Wie, was tauschen? Ich habe Klopapier. Na sagen Sie das doch gleich. Äh. Wie konnte es nur so weit kommen? Na, ich habe die Problemkette mal nachgezeichnet. Tiere essen. Langstreckenflüge. Karnevalssitzungen. Abrischi-Partys. Das stand interessanterweise eh schon alles auf meiner Liste von Dingen, die ich verbieten würde.
Und wie komme ich jetzt aus der ganzen Scheiße wieder raus? Ich habe da so eine Idee. Ich habe so eine Idee. Wahnsinn, ich habe ein kleines Transpy gemalt. Nein, nee, sorry. Besser so. Richtig Forderung. Aber so lange wird die Krise ja nicht werden. Denn Söder und Spahn haben ja rechtzeitig den Ernst der Lage erkannt. Nicht wahr? Genau. Ganz im Gegensatz zu anderen. Warte mal, ich habe hier ein Zitat in meiner Datenbank. Wo habe ich es denn? Hier. Zitat. Zitat. Wichtig ist, dass wir das richtig einordnen. An der Grippe sterben bis zu 20.000 Patienten im Jahr. Der Verlauf bei Corona ist deutlich milder. Wer sagt denn so was? Ein gewisser Jens Spahn. Tagesschau, 22. Januar. Ja, gut, gut.
Im Nachhinein ist man immer schlauer. Damals konnte man noch nicht wissen, wie gefährlich das Virus ist. Woher wusste Spahn denn dann schon, wie ungefährlich das Virus ist? Das ist eine gute Frage. Zur selben Zeit hat China die Region Wuhan abgeriegelt und 5 Mio. Menschen in Quarantäne geschickt. Ja gut, aber das Auswärtige Amt hat zu der Zeit ja doch gesagt, das Risiko für Deutsche Reisende in Wuhan wird als moderat eingeschätzt. Ja, gut, das war es auch, weil man ja nicht mehr reinkam. Dumm war nur, dass die noch zu uns kommen konnten. Was? Ja, man hat es nicht für nötig gehalten, Passagiere aus China bei der Einreise zu untersuchen. Zum Beispiel mal, crazy idea, Fieber messen.
Das ist ja auch viel zu ungenau, hat das Robert-Koch-Institut gesagt. Die deutschen Behörden haben da viel genauer gearbeitet. Verdachtsfälle mussten auf einer Karte angeben, wo sie sich aufhalten und versichern, dass sie 2 Wochen Menschen meiden. Ah, und das ist genauer als Fieber messen. Das weiß man nicht, wird ja nicht kontrolliert. Immerhin hat der Spahn dann aber am 30. Januar ja alle Flüge nach China untersagt. Nein, nein, das war erstens die Lufthansa selber am 17. März weiter Flieger aus China und anderen Hochrisikogebieten gelandet. Moment mal, hatte die Weltgesundheitsorganisation Corona nicht schon 6 Wochen vorher zum internationalen Notfall erklärt? Ja, ja, ja, am 30. Januar.
Diese Info ist damals aber, laut Zitat, damals ist die Info, Zitat, nicht so richtig durchgesickert. Das hat Prof. Drosten bei Ilna letzte Woche gesagt. Nicht so richtig durchgesickert. Ich meine, es ist ja nur die Weltgesundheitsorganisation und kein hochgefährlicher Virus. Ja, aber Spahn, der hat schon an diesem Tag gewarnt. Ja, vor übertriebener Sorge, denn Corona sei nicht schlimmer als die Grippe. 20 Tage später hat die WHO dann offiziell festgestellt, Corona ist 10-mal gefährlicher als die Grippe. In Italien gab es zu dem Zeitpunkt auch schon erste Tote und ganze Gemeinden sind abgeriegelt worden.
Ja, ja, ja, aber da hat der Spahn ja sofort drauf reagiert und keine allgemeinen Reisebeschränkungen erlassen. Ja, und deswegen auch keinen Grund, um Großveranstaltungen generell abzusagen. Hello! Ja, wer konnte denn damals auch ahnen, dass sich das Virus so gern verkleidet? Und Karneval hatten wir ja schon wegen Hanau nicht abgesagt. Dann konnten wir ihn ja schlecht wegen Corona absagen. Der Spahn hat aber darauf an 26. Februar erklärt, jetzt ist die Epidemie ausgebrochen. Ja, zufälligerweise am Aschermittwoch. Am Aschermittwoch ist eben alles vorbei. Ja, oder es geht eben erst richtig los.
In Nordrhein-Westfalen hat man einen Mann positiv getestet, der sich überraschung im Karneval infiziert hatte. Sie wollen also sagen, Philadelphia hat 10 Tage nach Ausbruch eine Parade gemacht mit 200.000 Leuten und wir haben 20 Tage nach Ausbruch einen Karneval gemacht mit 2 Millionen Leuten. Aber jetzt feiern doch alle Spahn und Söder, weil sie auf Kurs St. Louis sind. Natürlich, Probleme im Keim zu ersticken, das kann jeder. Aber abwarten, bis es fast zu spät ist, das ist die wahre Herausforderung. Da wäre jetzt ein Lacher ganz gut. Unsere Kanzlerin sagt, die Lage ist ernst. Und das stimmt. Wenn die Lage ist, erkenne ich daran, dass ich Spahn und Söder plötzlich akzeptabel finde.
Soweit hat Corona mich schon gebracht. Während wir uns gestern noch über den x-ten rassistischen Anschlagschockier zeigten, diesmal in Hanau, hat jetzt ein Virus die ganze Welt im Griff. Gut, was haben Rassismus und der Virus gemeinsam? Beides ist eine Seuche. Unser bestes Mittel gegen diese Seuche ist Solidarität. Rassismus ist ein Virus im Gedanken und Corona ein Fleisch und Blut. Es gibt allerdings eine entscheidende Differenz. Corona macht keinen Unterschied zwischen den Menschen. Ein anderer schöner Nebeneffekt ist, dass der Virus mehr für die Umwelt getan hat als alle Gretas dieser Welt zusammen. In Peking gibt es kein Smog mehr. Viel Flieger entdecken die Videokonferenz.
In Venedig wird das Wasser in den Kanälen klar. Man soll sogar Delfine in der Spree gesichtet haben. Das ist ein Virus für die Menschen. Warum habe ich nicht früher darauf gekommen? Oder die Forscher schauen in den Mikroskop und plötzlich steht da Greetings von Greta. Veranstaltungen abgesagt hat einen Riesenvorteil. Es gibt auch bei Gott jede Menge Veranstaltungen, die kein Mensch braucht. Gänse, Gänse, Gänse, jetzt nicht mehr. Oder der CDU-Sonderparteitag zur Wahl des neuen Vorsitzenden, der sich übernimmt. Was qualifiziert ihr eigentlich? Was müsst ihr für den Job mitbringen? Wahrscheinlich reicht Vorhaut.
Die gegenwärtige Situation hat mir und vielen anderen Berufsgruppen die Arbeitsgrundlage entzogen. Allein die Vielzahl derer, die davon getroffen sind, lässt mich daran glauben, dass wir erkennen werden, dass wir uns aus dieser Lage herausführen können. Halten wir zusammen, bleiben wir auf Abstand. Das ist das Paradox zur Krise. Distanz ist die neue Nähe. Danke, fertig. Herr von Wagner, zugegeben Söder und Spahn haben vielleicht etwas spät reagiert. Aber dafür gibt es ja immer noch Führungspersönlichkeiten wie Sebastian Kurz. Und das vor dem TV-Kameras. Ja, gebückt wäre ja auch nicht im Bild. Kann man mal machen. Kurz hat Tirol und Kärnten rechtzeitig und konsequent abgewiegelt.
Das ist Führungsstärke. Am 1. März sind isländische Urlauber, die sich in einer Abrischiba in Ischgl infiziert hatten, positiv getestet worden. Und keine zwei Wochen später hat er kurz durchgegriffen. Wie hat Österreich denn reagiert auf die Nachricht aus Island? Sehr, aber sie haben gesagt, wir waren es nicht. Es war der Italiener, der auch im Flugzeug saß. Beeindruckend. Am 5. März haben dann die Isländer Ischgl zum Risikoort erklärt. Gut, aber die Österreicher haben das konsequent an die Gäste weitergegeben? Den Virus, ja. Dafür haben sie sogar extra noch Busse zum Skifahren in Ischgl einreisen lassen. Die wirklich guten Skifahrer weichen dem Virus ja eh aus. Slalom.
An dem Tag, an dem die Busse kamen, wird dann auch noch der Barkeeper, der Abrischiba, kitzelhaft positiv getestet. Moment, der Barkeeper hatte einen norwegischen Namen. Das ist typisch Norweger. Ja, er kam aber aus Deutschland. Und hat es vorher von einem Gast eingefangen. So sind sie halt, diese Gäste. Aber dann haben die Österreicher knallhart reagiert. Der Landessanitätsdirektor von Tirol hat wörtlich gesagt, pass auf, das lohnt sich, eine Übertragung des Virus auf Gäste der Abrischiba ist aus medizinischer Sicht eher unwahrscheinlich. Ja, weil im Kitzloch hatten die Barkeeper Trillerpfeifen. Um die Gäste wahrscheinlich auf 2 m Sicherheitsabstand zu halten.
Das waren keine Trillerpfeifen, das waren Tröpfchenbeschleuniger. Dann war das Kitzloch also weniger Abrischi, sondern mehr. Prä-Corona. Ja, 15 Kontaktpersonen, diese Sparmanns, sind dann positiv getestet worden. Aber dann hat man das Gebiet doch konsequent dichtgemacht. Nein, nur die Abrischilokale. Konsequent. Ja, konsequent hat man die Lifte noch 3 Tage weiterlaufen lassen. Dann erst hat man das gesamte Tal unter Quarantäne gestellt. Knallhart, denn dann darf man ja 2 Wochen nicht raus. Ja, außer in Österreich. Die haben einfach alle Touristen noch rausreißen lassen. Aber doch nicht mit dem Virus. Natürlich. Sagen Sie, wenn man das Virus in ganz Europa verteilt, kann man das nicht.
Sebastian Kurz hat doch gesagt, alle, die da arbeiten, haben ihr Bestes gegeben. Ja, das haben sie auch. Jagertee und Covid-19. Bei Abrischi sollte ja grundsätzlich gelten, stay the fuck home. Ah, Abdulkarim. Hallo, ich bin zu Hause in Duisburg. Ich bin in der Rumänien, Türkei, Marokko ausgewandert. Übrigens geblieben sind 3 Deutsche. Wir leben schon in komischen Seiten. Keiner gibt sich mehr die Hand. Sogar die Ghetto-Faust ist verboten. Leute, ganz ehrlich, wer hätte gedacht, dass der Begriff Ellenbogengesellschaft meist für Rücksicht und Verantwortung steht? Verantwortung, darum geht es. Warum? Wer hat da wem ins Gehirn geschissen?
Ich bin durch die ganze Langeweile ein bisschen durchgedreht. Ich habe gestern damit angefangen, mir Schulterhaare rauszureißen. Aber lasst uns lieber die guten Nachrichten betonen. Es gibt endlich keine Kontrolleure im Zug. Ich kann endlich sagen, für mehr gute Nachrichten bleibt einfach zu Hause. Haltet Abstand. Abstand halten ist für mich ganz einfach. Ich rufe einmal Allahu Akbar und alle sind weg. Aber ich weiß auch, vielen anderen Menschen fällt Social Distancing schwer. Und für die habe ich einen Tipp. Esst Sucuk, das ist türkische Knoblauchwurst mit Knoblauch und Knoblauch. Ich weiß, dass ich in die Klubs nicht reinkomme. Dass ich sogar draußen nicht reinkomme. Das wäre echt hart.
Abschließend würde ich gerne mit einer guten Nachricht. Jeder kann was tun, helft euch. Als das Ganze losging, habe ich einen Freund gesehen. Er muss arbeiten, seine Frau muss arbeiten. Er wollte wirklich seinen 7-jährigen Sohn zu den Großeltern schicken. Ich habe ihn dann angeschaut und gesagt, dann fahre ich hin zur Schwiegermutter. Ihr merkt, es gibt immer eine Lösung. Wir schaffen das. Herr Uthoff, kommen Sie mal. Warum reden wir eigentlich so wenig darüber, dass die Lage in Italien deshalb so schlimm ist? Weil Italien im Gesundheitsbereich radikal art kürzen müssen, und zwar auf Druck der EU. Ich habe gelesen, die sterben nur deshalb so oft, weil sie so alt sind. Was? Warten Sie mal.
Vor der Finanzkrise hat man in Italien pro Kopf für die Krankenversorger noch genauso viel ausgegeben wie Deutschland. Heute ein Drittel weniger. Das Personal ist völlig überlastet und die Versorgung zusammenbricht. Schuldenabbau tötet. Italien kann halt nicht beides haben. Gesunde Staatsfinanzen und gesunde Bürger. Italien hatte mal so viele Krankenhausbetten pro Kopf wie Deutschland, nämlich 10 pro 1.000 Einwohner. Jetzt sind es nur noch 3. Im Süden findet das Leben eben mehr auf der Straße statt. Da gibt es kein Leben mehr auf der Straße. Die Zeitungen quellen über vor Todesanzeigen. Aber jetzt in der Not. Ja, mit Grenzschließungen, ohne Ankündigung.
Bedeutet das eigentlich, dass Italien keine Schutzkleidung mehr bekommt und keine Beatmungsgeräte? Doch, doch, natürlich. Aus China und aus Russland. Das ist ja unglaublich, wie weit Putin geht, um die EU zu destabilisieren. Und was ist mit Pflegekräften? Die kommen aus Kuba. Der Land hat Unterstützung angeboten. Sagen Sie mal, wie nennt man eigentlich die, die einem erst das Krankenhaus ruinieren und dann die im Notfall die Beatmung verweigern? Friedensnobelpreisträger? Was machen Sie da eigentlich? Ich? Ich mache mir noch einen Chianti auf. Aus Solidarität. Alleine trinken, aus Solidarität. Die Siener, die singen gemeinsam bei offenem Fenster über ihre Stadt. Das ist Solidarität.
Kein Wunder, die Siener, die haben schließlich ein Lied über die eigene Stadt. Wenn wir Deutschen das Fenster aufmachen, was kommt da raus? Ruhe da unten. Wir haben doch auch Lieder. Atemlos durch die Nacht. Im Sperrbezirk. 1, 2, 3, 4. Corona hat ein Telefon. Auch ich hab Ihre Nummer schon. Unter 11 und 6 und 11 und 7 wird der Rachen abgeliehen. Herr von Wagner, bitte. Überlassen Sie die Musik doch einfach den Profis. Hallo, hier ist der Reinhold. Ich bin in Brandenburg in Sibirien. Ich bin auf dem Balkon und verlasse ihn auch nicht. Sonst kommt die Balkonpolizei. Ich singe jetzt ein Lied, um mich aufzuwärmen. Es gibt Städte, wo was los ist. Es gibt Städte, wo richtig was los ist.
Und es gibt Berlin. Corona Berlin. In Quarantäne ist der Berliner Bär. Es kostet nix mehr bei Sanifair. Berlin. Die Cafés sind zu und das Adlon platt. Das ist der Shutdown in der großen Stadt. Berlin. Think of me. Wir trafen Menschen und wir küssten sie. Die Parks sind leer und die Bäume blühen. Das ist der Frühling in Corona Berlin. Berlin. Die Pokeball-Läden und das Berghain-Dicht. Die sind alle nicht kriegswichtig. Berlin. Halleluja Berlin. Ich sing für dich Berlin. Wann komm ich wieder dahin? Ich bin in Brandenburg. Ich steh hier im Homeoffice stundenlang. Verruckelte Bilder und kein Empfang. Das ist Brandenburg. Sagt der Ronny zu der Ramona. Ich hab... Küsst mich. Weiter machen.
Ich weiß, wie man dieses Corona loshält. Wie denn? Indem man es nicht so kritisch sieht. Wie dieser Doktor hier. Dr. Wolfgang Woderak. Die Friseursalons sind jetzt endgültig geschlossen. Woderak hält den potentiell tödlichen Virus für ungefährlich. Ist der Mann dafür qualifiziert? Ja. Er ist pensionierter Lungenarzt. Lungenarzt. Kriegen wir die jedes Jahr? Ja. Er war ja noch Bundestagsabgeordneter für die SPD. Okay. Also ein Experte für Minderheitenmeinungen. Er ist sehr differenziert. Der hält das alles für Panikmache. Die Pandemie. Eine ganz normale Grippewelle. Aber in Corona sind in Deutschland schon über 100 Menschen beteiligt. Ja, aber an der Grippe schon 200.
Und darüber spricht niemand, sagt er. Die Grippesaison ist schon vorbei. Und da gibt es Medikamente für Corona nicht. Die Corona-Toten kommen ja noch. Und wenn wir nichts dagegen tun, das wären Zehntausende. Das sagt er nicht. Denn wenn er das sagen würde, dann würden die Leute ja zu Recht Panik kriegen. Er kann das nicht als Panikmache entlarven, sagt er. Okay. Was sagt er noch alles? Coronaviren gibt es schon lange, die sind harmlos. Ja, aber es geht doch jetzt um ganz Neues. Und zwar sehr gefährliches Coronavirus. Ja, aber wenn er das sagt, kann er es nicht als Panikmache entlarven, verstehe.
Es gibt nur so viele Corona-Tote, die ganzen Toten in Italien, 800 pro Tag, die gibt es nur, weil es so viele Beerdigungen gibt. Richtig, die würden eigentlich gar nicht auffallen, sagt er. Aha, okay. Wo hat er denn seine wissenschaftlichen Erkenntnisse veröffentlicht? Moment, die Zeitschrift heißt YouTube. Verstehe, und seine Veröffentlichungen sind dann natürlich auch dementsprechend wissenschaftlich beurteilt. Also peer-reviewed. Oh ja, er hat eine riesige Peer-Group. Das wurde alles millionenfach geliked. Okay, er hat also nie dazu geforscht, ja? Das ist ein Mann der Praxis, der war im Gesundheitsamt. Und hat da wirklich Einmaliges geleistet, z.B. Gerd Postel in seinem Amt eingestellt.
Moment mal, Gerd Postel, war das nicht dieser Postpote, der sich als Arzt ausgegeben hat? Genau der. Einmaliger Herr Wodak, der diese weltweite Hysterie quasi im Alleingang entlarvt, hat sich derzeit befindet auf einer Corona-Party in einem Berliner Club, schätze ich. Er hat sich nach Griechenland zurückgezogen, wahrscheinlich auf eine einsame Insel. Na dann würde ich sagen, ja, mach's. Das war's für heute. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Copyright WDR 2020 Copyright WDR 2021 Copyright WDR 2021 Copyright WDR 2021 Ohne Worte. Ich finde Worte ja eigentlich ganz gut. Frau Bosetti, ganz digital, wie ich sehe. Ich habe gerade einen Brief geschrieben. Einen Brief?
Ja, ich habe mir irgendwie gedacht, ehe ich in der Isolation komplett wahnsinnig werde, fange ich an, mal wieder Briefe zu schreiben, so als ganz neue Form der Kommunikation. Ich habe hier einen Brief an Christian Drosten geschrieben. Den kennen Sie wahrscheinlich auch, diesen Virologen. Ich habe mir gedacht, den könnte ich einfach mal vorlesen. Sie sagen mir dann, ob ich den abschicken soll oder nicht. Der geht folgendermaßen. Lieber Herr Drosten, ich schreibe Ihnen, um Ihnen Machtmissbrauch vorzuschlagen. Nein, nicht vorzuwerfen, vorzuschlagen. Ich bin dafür. Unsere Gesellschaft scheint sich auf nichts einigen zu können, aber Christian Drosten ist ein cooler Typ.
Die Politik hört auf Sie, halb Twitter macht Ihnen Heiratsanträge und Leute zahlen für Ihren Podcast beim NDR gerne ihre GEZ-Gebühren. Was haben Sie nur mit den Menschen gemacht? Also schon klar, Sie haben Ahnung von dem, worüber Sie reden, aber das kann so nun wirklich nicht sein. Seit wann hören die Leute denn auf Experten? Gerade noch hat sich das Land in politischen Debatten zerfleischt und dann kommt so ein Virologe mit Bilbo Beutlin Charme und er fragt, wird das der neue Kanzler? Wieso sollte er, dachte ich zuerst, er ist noch nicht mal Politiker. Aber dann dachte ich, doch, genau das sollten Sie tun.
Also nicht unbedingt Kanzler werden, aber Ihre Macht schamlos ausnutzen für die gute Sache. Ich war ja kurzzeitig so naiv zu glauben, dass so eine Krise, die zur Abwechslung auch mal uns betrifft, unser Empathievermögen stärken würde. Dass wir uns hineinversetzen könnten in Menschen aus echten Krisengebieten. Aber, Überraschung, wir sind nur mit uns selbst beschäftigt. Und wir wollen, dass uns jemand sagt, wie wir durch die Krise kommen. Und da dachte ich, Sie könnten doch mal zwischen die echten Fakten einfach so ein paar fachfremde Fake-News einstreuen, die die Welt verbessern. Sowas wie, das Virus befällt vor allem Rassistinnen und Rassisten.
Da würden bestimmt einige ihre Gesinnung überdenken. Oder wenn wir jetzt nicht anfangen, Flüchtlingslager zu evakuieren, wird unser Toilettenpapier zum Leben erwachen und uns alle erwürgen. Die Leute würden Ihnen alles glauben, Herr Drosten. Sie haben ein kleines bisschen Weltherrschaft. Machen Sie was draus. Mit freundlichen Grüßen, Ihre Sarah Bosetti. Da sind wir mal, Herr Uthoff, eine Frage. Wenn man die Miete nicht mehr zahlen kann, wird man dann auf die Straße gesetzt, auf der man sich jetzt im Grunde nicht mehr aufhalten darf? Gute Frage. Wenn man als Vermieter kein Klopapier mehr hat, aber in der vermieteten Wohnung ist noch eins, kann man dann Eigenbedarf anmelden? Das ist auch gut.
Sorry, ich weiß auch nicht, aber da hat noch jemand geklingelt. Ich bin gleich wieder da. Das gibt es doch nicht um die Uhrzeit. Herr zum Henker kann das sein. Hallo? Das ist eine Überraschung. Herr Uthoff, das ist ein Riesenzufall. Was um alles in der Welt machen Sie denn hier? Ich liefere Pizza aus. Das ist eine systemrelevante Risikodienstleistung. Da hätte ich mir mehr Wertschätzung erwartet. Ich habe Ihnen doch wirklich erklärt, dass wir keinen Raum haben für eine längere Festtagsrede. Woher haben Sie überhaupt meine persönliche Adresse? Ich stehe doch gar nicht im Telefonbuch. Telefonbuch? Ich habe Google Maps HD. Ich kann im 4K-Auflösung bei Uthoffs durchs Dachfenster schauen.
Außerdem ist Bayern das Land des Kurzen Dienstwegs. Ich habe einen Spätzl, der spätselt bei der Telekom herum. Und der hat mir einmalig, das soll ich auch sagen, einmalig die Bewegungsdaten zu Ihrer Mobilfunknummer übermittelt. Seitdem beobachte ich Sie so ein bisschen. Das geht schon länger. Ich finde, Sie sollten im Garten nicht so viel in der Sonne rumliegen. Sie überholen noch die Christine Lagarde. Ich bin nicht konform da drüben auf den Stuhl. Herr Schafroth, ich kann ja wirklich verstehen, dass Sie Sendezeit unterzuckert sind. Aber wenn es dann vielleicht einen neuen Termin für Ihre Nockerberg-Rede gibt, dann ... Es geht doch jetzt gar nicht um die Rede. Es ist doch zweitrangig.
Jetzt geht es doch mehr ums Miteinander. Dass wir in der Krise aufeinander zugehen. Dass wir auch offen bleiben. Wir vom Pizzadienst zum Allgäuer Lieferdienst. Und ab 250 Euro nach München, Bogenhausen, Grünwald. Die sind ja 100 km. Da sind wir doch nicht so. Und Sie haben ja die Trüffel, die auch mit Käse ran. 256,60 können Sie paypollen. Aber Sie sind ja Feinschmecker. Der Uthoff ist ein Konne-Sorte-Schachtelfood. Entschuldigung, Sie liefern mir eine Pizza für 256 Euro und fordern ein bisschen mehr Zusammenarbeit in der Krise. Das ist doch der Markt. Ich mache doch nicht den Preis. Ich folge doch nur dem Markt wie ein Schäfchen. Ich finde, als Künstler muss man auf mehreren Beinen stehen.
Da muss man windig sein. Ohne Grund dürfen die Leute nicht mehr vor die Tür. Da habe ich mir überlegt, ich vermiete jetzt Online-Hunde. Was sind denn Online-Hunde? Ich vermiete Hunde online. Also über meine Dog-Sharing-App. Da kann man den Hund entsperren. Man kann mit dem Hund flanieren, sich verlustieren. Dann sollte man ihn unbeschädigt nach Möglichkeit wieder zurück in die DHL-Packstation zum Refilling stellen. Solche Sachen. Ich möchte, dass es den Leuten in diesem Land trotz der Krise gut geht. Darum sage ich Ihnen auch, nehmen Sie mal Auszeit. Setzen Sie sich einfach mal hin. Stecken Sie die Füße in die desinfizierte Hydromassage. Die ist oben in der Schublade. Da ist das Publikum.
Ich spüre es. Ich würde das Publikum nur ausleihen. Es ist okay. Aber nur, wenn Sie danach wieder abhauen. Sie müssen ja nix machen. Sie müssen nur beim Essen diese Söder-Maske aufsetzen. Ist die auch desinfiziert? An den Söder-Kopf müssen Sie es nicht desinfizieren. Der hat eine Anti-Haft-Beschichtung. Außerdem hat der Söder auf seinem Weg nach oben alle eliminiert. Ich glaube nicht, dass sich irgendeine Lebensform freiwillig dahin heftet. Fangen wir an. Sind Sie bereit? Freistaat und auch liebes Restdeutschland. Das ist mir auch wichtig. Herzlich willkommen hier auf dem Nockherberg im ZDF. Eine Premiere. Hallo, mein Name ist Corona. Meine Freunde nennen mich auch Koroni oder Kuwili.
Ich bin seit ein paar Wochen die erfolgreichste Influencerin der ganzen Welt. Ich bin in 184 Ländern zeitgleich viral gegangen. Meine Follower sind exponentiell am Steigen. Es werden täglich immer mehr. Das hat keine Influencerin vor mir jemals geschafft. Das ist ein krasser Erfolg. Wie kam es dazu? Die Sache ist so. Ich habe eine Ausbildung gemacht zur Pandemikerin. Ich war über einen Studentenaustausch als Laborassistentin in Wuhan. Da kam mir die Idee zur Influencerin. Die Leute haben immer gesagt, ich habe etwas Ansteckendes. Dass ich so etwas machen sollte. Ich habe es ausprobiert. Es hat geklappt. Ich bin zurzeit überall. In jeder Sendung. Ich war bei Markus Lanz.
Ich war bei Mayerud Illner. Ich war bei Anne Will. Ich war in der Sportschau. Ich war in der Nebensendung. Ich war in der Obersendung. Ich kenne alle oben. Ich hatte Kontakt mit allen, die oben sind. Das ist ein Hype. Ich wollte den Leuten eine kritische und systemrelevante Pandemie näherbringen. Ich finde, das ist ein wichtiges Thema. Ich hätte nie gedacht, dass es so einschlägt. Man spricht von historischen Ausmaßen. Was noch zu mir? Den Aufruf, den ich heute starten möchte. Mir ist eine Sache aufgefallen. Ein großer Erfolg bringt auch Neider auf den Spielplan. Und Hader und Trolle. Ich werde in der letzten Zeit gebashed. Und meine Follower auch. Ich finde das total krass.
So ein Typ aus Frankreich, der heißt Macron. Der hat mir den Krieg erklärt. Ich finde, Entschuldigung, ein kritischer Moment erreicht für mich. Ich wollte keinen Krieg. Ich bin nur Corona. Ich habe in der letzten Zeit vermehrt von Desinfektionsangriffen auf öffentlicher Straße gehört. Ich wollte mich heute dafür einsetzen. Unter dem Hashtag Je suis Corona. Ich möchte euch um Solidarität bitten. Corona ist eine Pandemie. Das ist etwas, was alle betrifft. Eine Pandemie kann dein ganzes Bewusstsein ändern. Eine Pandemie kann deinen ganzen Alltag ändern. Deshalb bitte schreibt unter den Hashtag Je suis Corona. Was eure Erfahrungen sind mit Pandemie. Und wie es euren Alltag verändert hat.
Einfach zusammen gegen Hass, Hetze und Wut. Weil meine Follower sind total nette Leute. Die sitzen nur draußen im Garten und machen Picknick. Das finde ich gemein. Das finde ich nicht in Ordnung. Je suis Corona. Hashtag unzertrennbar. Hashtag wir sind mehr. Danke. Ideal bei da. Herr von Wagner. Wir sind jetzt am Ende der Sendezeit. Können wir den Leuten etwas Positives mitgeben? Positiv klingt komisch in diesen Zeiten. Ich meine was Solidarisches. Auf Lesbos hat ein Selbsthilfe-Team von Geflüchteten damit begonnen, Corona-Schutzmasken herzustellen. Die besorgen sich Tücher aus dem Internet. Afghanische Näherinnen produzieren unter widrigsten Umständen bis zu 1000 Schutzmasken pro Tag.
Auch für die Bevölkerung von Lesbos. Die Geflüchteten im Elendslager von Moria, die mit Rehengas und Rechtsextremen empfangen worden sind, sind auch für die Bevölkerung auf Lesbos. Ist so eine Form von Solidarität überhaupt zulässig? Nur in Elendsgebieten. Bei uns kriegen ja nicht mal die Pflegekräfte genügend Schutzmasken. Warum eigentlich nicht? Gibt es unter denen zu wenig Solidarität, um das durchzusetzen?
Aktuell gibt es eine Petition an Jens Spahn, die unter anderem Schutzkleidung und ein Einstiegsgehalt von 4000 Euro fordert Das ist gut, aber bisher hat unsere Regierung die Situation der Pflegekräfte nicht zu verbessern, indem man Leute aus dem Balkan anwirbt, denen es noch schlechter geht. Wir luxen dem Balkan dringend benötigte Pflegekräfte ab, um den Betrieb in unseren Krankenhäusern aufrechtzuerhalten. Die Zahlen sind furchtbar. 14.000 medizinische Fachkräfte aus Bosnien, 8.000 aus Serbien und über 2.700 aus dem kleinen Kosovo. Das ist unsere Solidarität. Solidarität kommt schließlich auch aus dem Lateinischen und bedeutet die Fähigkeit, sich deutschen Interessen unterzuordnen.
Nicht positiv genug, oder? Wie wäre es, wenn wir Solidarität so leben? Wir klatschen alle um 20 Uhr bei offenem Fenster, aber nur, wenn die Pflegekräfte die Kraft des Applauses direkt auf ihre Miete umlegen können. Ja, genau so machen wir es, Herr von Wagner. Herr Uthoff? Sagen Sie, haben Sie irgendwas an Ihren Einstellungen geändert? Nee, wieso? Ich bin immer noch links. Ah. Herr Uthoff, Sie sehen auf einmal so sympathisch aus. Nee. Ja, ist vielleicht die Uhrzeit. Tja, Herr von Wagner, ich finde, die Sendung hatte doch ein bisschen gewissen, oder? Ja, Herr Uthoff, da sollten wir uns doch mal über Ihre Ansprüche an die eigene Arbeit unterhalten, oder? Was meinen Sie denn, Herr von Wagner?
Ja, der Sendung hat doch schon ein bisschen gefehlt, Herr Uthoff. Ja, was? Ja, Struktur vielleicht oder ein paar solide Gags oder mal eine halbwegs durchdachte Analyse der derzeitigen Situation. Jetzt mal demokratisch gedacht. Ich meine, haben Sie erwähnt, dass die Kontaktsperre überall gilt? Nur nicht am Arbeitsplatz? Nicht zum Untergang? Ja, ja, okay, stimmt. Aber sonst war es ganz gut, oder? Der Til Reyners hätte der Sendung vielleicht noch gut getan. Oder, Herr Uthoff? Ja, da haben Sie wie immer Recht, Herr von Wagner. Na dann, gute Nacht. Gute Nacht. Copyright MDR 2021
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