Musik Deutschland. Corona-Land. Viele Krankenhäuser halbleer. Auch auf den Intensivstationen. Hat Deutschland überreagiert? Haben wir für eine Pandemie zu wenig Kranke und zu viele Betten? Kommen wir zu gut durch diese Krise? Was passiert wirklich in deutschen Krankenhäusern? Sir Isaac Newton will es genauer wissen. Er ist der Undercover-Patient. Musik Unser Geheimer Patient betritt unauffällig die Notaufnahme einer Privatklinik der Asrölios-Gruppe. Hallo. Ist da jemand? Hallo. Ich brauche dringend einen Arzt. Hallo. Das ist doch nicht zu fassen. Hier ist absolut niemand. Unglaublich. Hallo. Sie, hallo. Hallo. Sie. Ich bin ein Notfall. Karte. Ach so, ja. So. Es wäre jetzt immer noch ein Notfall. Woher wollen Sie das denn wissen? Ich bin 377 Jahre und Universalgelehrter. 377 Jahre? Dann wird es aber Zeit. Was? Wofür? Sie brauchen dringend eine neue Hüfte. Nein, absolut nicht. Die Meinige ist voll funktionsfähig. Allerdings habe ich hier in der Leistengegenden in der letzten Zeit etwas ... Hallo? Sie! Hey! Hey, da! Unverschämtheit. Hallo? Hey, hören Sie mal! Das gibt es ja nicht. Was denn noch? Entschuldigung, Sie können doch einen Notfall nicht so einfach wegschicken. Wenn Sie wüssten, was wir hier schon alles abgewiesen haben. Lungenleben, septischer Schock, Kleinhirnblutung und jetzt eben auch Sie. Mein Name ist Sir Isaac Newton. Ja? Sagen Sie mal, was schreiben Sie denn da? Wir sind verpflichtet, den Grund für die Abweisung des Patienten aufzunehmen. Das ist sehr ordentlich. Warum nutzen Sie die Zeit nicht, um ihn zu behandeln? Das ist sehr ordentlich. Warum nutzen Sie die Zeit nicht, um ihn zu behandeln? Wieso? Wir behandeln Sie doch. Schlecht. Halt! Bleiben Sie! Das ist doch nicht zu ... Hey, Sie! Das ist eine Unverschämtheit! Ich will sofort die Geschäftsführung sprechen. Der Manager! Gibt es denn in diesem Laden hier keinen Manager? Sie brauchen einen Manager? Sagen Sie das doch gleich. Ich dachte, Sie sind in der Notfall. Ich verstehe Sie nicht. Mein Name ist Dr. Klaus Frissenius. Ich habe hier die Geschäftsführung. Mein Name ist Sir Isaac Newton. Ich habe Blasensteine. Dann müssen Sie sehr starke Schmerzen haben. Ja, natürlich. Jetzt, wo Sie es sagen. Ganz besonders starke Schmerzen. Dann wären Sie bei Notfall. Ja, das will ich meinen. Dann sind wir voll. Moment, eine so große Privatklinik und schon voll? Sehen Sie, wir haben eine exklusive Notfallstation hier in Palma. Wozu die behandeln, die eh bald sterben? Was ist das hier? Die Klinik unter Palma? Wir kriegen hier für jede Notaufnahme 30 Euro von der Kasse erstattet. Egal welche Erste Hilfe wir leisten. Wissen Sie, was ich hier brauche, um meine Kosten zu decken? 130 Euro. Waren Sie? Brauchen Sie einen Taschenrechner? Ich habe im Alleingang die Analysis revolutioniert. Okay. Ist zu wenig, oder? Ich sehe hier ein Minusgeschäft. Wissen Sie, was ich alleine für Patienten wie Sie vorhalten muss? Das sind OP-Säle, das sind Rettungswegen, Spezialpersonal. Aber dafür bekommen Sie schließlich auch mein Steuergeld. Nein, ich werde hier pro Notfall bezahlt. Das ist ja grotesk. So, als ob man die Feuerwehr pro Brand bezahlen würde. Das ergebe ich ein monströses Minusgeschäft. Das habe ich versucht, Ihnen zu erklären. Doch, bei mir tut es das leider schon. Sagen Sie, könnten Sie diese Notfallstation nicht weniger verlustreich gestalten, indem Sie sie gleichmäßig auslasten? Ja, gute Idee. Sie rufen einfach das nächste Mal eine Stunde voran, bevor Sie Ihren Autounfall haben. Ich habe Blasensteine. Sie sehen immer so aus. Es tut mir wirklich leid, dass ich Sie mit meinen Schmerzen belaste. Das ist eine grundgütige Anstellung. Aber es gibt ja gute städtische Kliniken. Ach, und die müssen jeden Notfall aufnehmen. Ja, und Sie? Wir müssen Gewinne machen. Wir sind eine Privatklinik. Grundgütiger? Was? Um alles in der Welt ist das? Hallo, ist das hier die Notaufnahme? Ja. Weil ich glaube, ich brauche zwei neue Knie. Ja, offensichtlich. Herzlich willkommen in der Asrullius Klinik. Was? Moment, Moment. Das da darf rein? Zwei neue Knie und ob. Wissen Sie was? Setzen Sie sich schon mal, wenn Sie ... Also, in dem Fall, unsere VIP-Lounge ist barrierefrei. Gehen Sie schon mal kurz vor. Ich komme gleich nach. Ich muss noch einen Blasenstein ausleiten. Oh, goodness. Sie sollten Ihr Schild wechseln in Notaufnahme. Oh, die sind weg. So lange kann ich was erzählen. Kennen Sie Orly? Orly, das ist in der Nähe von Paris. Ungefähr zehn Kilometer. In Orly habe ich einen guten Kumpel, Bernat. In Orly gibt es einen Flughafen, einen riesigen Flughafen. Deshalb ist es laut in Orly. Ein Flugzeug, man kann sich kaum unterhalten. So laut ist es. Es gibt auch Vögel in Orly, aber ehrlich gesagt, die singen gar nicht. Gar nicht. Das ist so, weil der Vogel, wenn er weiß, das ist so laut, niemand wird mich hören können, dann singe ich gar nicht. Der macht sich gar nicht die Mühe. Zumindest die französischen Vögel. Bei denen ist es so. Ich finde es merkwürdig, dass es Vögel gibt, die in Orly sind. Wenn ich Vogel wäre, würde ich das gut hören. Ganz ehrlich, die Vögel, die in Orly wohnen, die haben einen Menschen. Es gibt etwas Neues in Orly. Der ganze Flughafen ist zu wegen Corona. Das heißt, seit einigen Wochen gar kein einziges Flugzeug. Bernat hat mich angerufen und mir gesagt, weißt du was, die Vögel, die singen wieder. Jeden Morgen, Bernat, er geht raus und er hört die Vögel. Er ist nicht allein. Seine Nachbarn, die machen mit. Die ganze Nachbarschaft, die ganze Gegend. Jeden Morgen gehen die raus und zusammen hören die die Vögel. Na gut, die wissen, bald ist es vorbei. Bald gibt es wieder den ganzen Wahnsinn da oben. Nicht nur die Flugzeuge, alles, die Hektik. Man nennt das die Lockerung. Ja, das muss sein, angeblich kann sein. Und dann werden die Vögel schweigen wieder. Aber Bernat, er wird das nie vergessen. Der Wunder von Orly. Währenddessen ist es unserem Undercover-Patienten Isaac Newton gelungen, über die Lüftungsschächte ins Krankenhaus zu gelangen. Aufgrund seiner perfekten Tarnung bleibt er unbemerkt. Wir wollen Ihre Blasensteine nicht. Sie können mich nicht sehen, ich bin Undercover. Herr Newton, bitte stehen Sie auf, wir brauchen jetzt jedes Bett. Für Corona-Patienten? Nein, wir haben das durch die Social Distancing-Maßnahmen noch gut unter Kontrolle. Jetzt öffnen wir die Betten wieder für andere Fälle. Für Blasensteine? Ich bin Universalgedä- Nein, ich verstehe es nicht. Wie geht moderne Medizin heute? Heutzutage sagt man, frage dich nicht, was dein Krankenhaus für dich tun kann. Fragen Sie sich lieber, was können Sie für Ihr Krankenhaus tun? Dann wollen wir das versuchen. Dann legen Sie sich frei. Was? Machen Sie sich hin. Warum nicht? Ich habe noch nie probiert, wie die sich anfühlen. Bitte. Das ist ja schon teuer genug. Kommos, was? Ja, das ist gut. Das ist gut so. Ja, das ist gut so. Da kann man noch mehr. Wie weit geht das noch so? Was fehlt uns denn? Vor allem fehltsam Geld. Nur 9% Rendite ist in diesem hochkompetitiven Hospital Benchmarking doch relativ insuffizient. Schrecklich. Und wenn Sie das jetzt noch mal formulieren würden für jemanden, der sich mit diesen Dingen nicht so gut auskennt wie ich? Dann würde ich sagen, ich bin kurz davor, von Konkurrenten geschluckt zu werden, wenn ich nicht genügend Rendite abwerfe mit diesem Asset hier, mit diesem Krankenhaus. Schluckbeschwerden also. Nun, dann wollen wir doch mal schauen, was ich für Sie tun kann. Sagen Sie mal, ist die noch original, die Hüfte? Was haben denn hier alle immer mit meiner Hüfte? Die ist noch tipptopp, sehen Sie. Ich möchte fast sagen Hip-Hop. Oh, da war eine kleine Unwucht. Da war gar keine Unwucht. Okay, wir könnten Ihnen auch ein Bein abnehmen. Was? Warum das denn? Vielleicht entwickeln Sie eine schwere Diabetes aufgrund von überhöhtem Alkoholkonsum. Kognak, oder? Ich meine, können Diabetiker nicht auch erst mal konservativ behandelt werden? Durch Wundpflege oder so? Das dauert so lange. Das kann ich mir dann schon nehmen für meine Beine. Ja, aber wir nicht. Das wird so wie auf meinem Grabstein stehen. Er starb zu hohen Pflegekosten. Nicht doch, ich habe ja noch nicht nein gesagt. Aber ist denn die Sterblichkeit bei Amputationen nicht deutlich höher? Nicht bei Krankenhäusern? Bein ab ist für Sie also in erster Linie nur lukrativer. Wollen Sie jetzt, dass es mir besser geht oder nicht? Warum telefonieren Sie denn die ganze Zeit? Ich habe überhaupt noch kein Personal gesehen. Die müssen hier aber irgendwo sein. In meiner Bilanz wimmelt es nur so von Ihnen. Tag, na, wie geht es uns denn heute? Fein. Na, die Daten sehen ja schon ganz gut aus. Ich bringe Ihnen nachher noch ein bisschen Tee, Pfefferminze oder Hibiskus. Wir sind gerade ein bisschen wenig auf Station. Vielleicht säubern Sie sich schon mal im Genitalbereich. Na? Läuft bei Ihnen, ja? Wissen Sie, was allein die Technik dafür kostet? Deswegen ist es eine Frage der Solidarität, dass sich bei der Wahl Ihres Leidens für etwas Profitables entscheidet. Was denn? Ich kann Ihnen zunehmend ja nicht niederkommen. Sind Sie wahnsinnig. Eine Geburtsstation. Da können Sie mir auch gleich Geld in den Hintern schieben und anzünden. Das ist weniger schmerzhaft. Sie reden ja im Fieber. Nein, Geburten sind abrechnungstechnisch schmerzhaft. Ich glaube, Sie brauchen dringend einen Hibiskustee. Was ich brauche, das sind bestimmte Krankheitsbilder, die entweder durch ein hohes Kostengewicht bei geringem Pflegeaufwand oder eben durch fließbandartige Massenbehandlungen Gewinne abwerfen. Aber man kann Babys doch nicht wie am Fließband produzieren. Was glauben Sie, was Kaiserschnitte sind? Aber ist es nicht ein Qualitätsmerkmal, dass man der Frau Zeit gibt? Genug Zeit eigentlich. Genug Zeit. All die Zeit, die sie nun mal braucht, um ihr Baby in Ruhe zu gebären. Oh nein, wollen Sie mich ruinieren? Es geht doch auch um die Auslastung. Aus den mit Kaiserschnitten lässt sich das viel besser terminieren. Der Professor muss doch auch mal auf dem Golfplatz. Ich weiß nicht, was Sie sich sonst noch an. Haben Sie vielleicht Interesse an einer Niere? Lassen Sie uns mal stecken. Das Geld von der Kasse deckt ja nicht mal die Kosten für die Menschen, die nicht genug Geld bekommen. Warten in diesem Lande Menschen länger auf Spenderorgane als in anderen Ländern? Spender identifizieren, Hirntod feststellen, die Händchen von den Angehörigen halten und alles nur miese zu machen. Kommen Sie, da würden Sie als Klinik doch auch den ein oder anderen Spender mal übersehen. Es tut mir leid, dazu fällt mir nichts mehr ein. Aber uns, das war ganz interessant. Wir hatten neulich eine Messe, die Medika oder wie die hieß. Ethik und Ökonomie in der Medizin unter der Leitung von Prof. Dr. Wilfried von Eif war das genau. Der hat folgende Frage gestellt, sehr spannend. Ist es ethisch vertretbar, Schmerzarme und mit kurzer Verweildauer verbundene Eingriffe nur gegen Zuzahlung zu ermöglichen? Ja. Mir reicht es jetzt. Ich will sofort den Chef sprechen. Sie sprechen doch mit dem Chefökonom. Aber nicht nur Isaac Newton. Auch Moritz Neumeier erkundet gerade die Lage der deutschen Krankenhäuser. Seine Frau ist schwanger und möchte gern in die Klinik. Ja, welche Klinik denn? Es gibt keine Klinik in der Scheißprovinz. Das ist auch klar. Wenn so eine Geburtsklinik dich mindestens 500 Braten im Jahr auf die Welt holt, dann musst du die halt dicht machen. Ja, ja. Okay, Entschuldigung. Ich werde in unserer Situation nicht mehr von dicht machen reden. Ich weiß. Alles, was ich sage, ist das bei unserem ersten Kind. Bei unserem ersten Kind bin ich fünf Kilometer gefahren. Das ging fix. Da war ich rechtzeitig zu Hause, um auch den Tatort zu Ende zu gucken. Ja, ich weiß. Du nicht, mein Liebling. Ich erinnere mich. Dieses System macht überhaupt keinen Sinn. Ich verstehe die Logik nicht. Das geht jedem so, der sich das erste Mal damit beschäftigt. Deswegen haben wir ja auch, vor allem für Gesundheitsekonomen, die frisch von der Uni kommen, einen wunderbaren Lärmfilm produziert. Setzen Sie sich, machen Sie sich gemütlich. Popcorn? Ja, so. Und jetzt hier. Film ab, Kinder. Fach- und Sachgeschichten. Heute mit einem Krankenhaus, Wiebke und Fridolin, einer großen Operation. Und natürlich mit dem Klaus und dem Elefanten. Fach- und Sachgeschichten. Heute mit einem Profit-Center, mit zwei Kostenfaktoren, fucking 15 Prozent Rendite und natürlich dem Case-Manager Klaus und seiner Cash-Cow. Das war Deutsch für Krankenhaus-Manager. Das ist ein Krankenhaus. Das ist eigentlich für die Kranken da. Aber in Deutschland kann man sich daran auch gesund stoßen. Als Aktionär oder Superreicher. Kurz als Mann. Ah ja, reiche Frauen gibt es natürlich auch. Nur nicht in der Pflege oder im Krankenhaus. Aber wie funktioniert das jetzt mit dem gesund stoßen? Das zeigen wir euch. In so einem Krankenhaus liegen viele Patienten, die nennt man Fälle. Hier zum Beispiel haben wir Blasensteine. Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen die Erlaubnis des Filmen gegeben zu haben. Sehr schmerzhaft. Das kann man hier schön sehen. Die Behandlung kostet ziemlich viel Geld. Frage, wo kommt das Geld dafür her? Von Mama und Papa. Die kennt ihr, das sind die, die eure Beiträge an die Krankengassen zahlen. Krankengassen, so wie die hier. Die zahlen für jeden Eingriff einen festgelegten Betrag. Den nennt man Fallpauschale. Schauen wir mal, wie viel sie dem Krankenhaus für seine Behandlung geben. Mit diesem Betrag müssen alle Ausgaben finanziert werden. Der Betrag ist pro Krankheit immer gleich. Egal, ob das ein einfacher Fall ist oder ein schwieriger. Manche Fälle sind grundsätzlich schwierig. Meistens sind das Sachen für Frauen. Also sowas wie Geburten und Kinderabteilung. Deswegen gibt es von denen immer weniger. Hier war doch vor einem halben Jahr eine Klinik. Ich bin doch nicht bescheuert, ich weiß das doch. Ja, damit haben sie nur Verlust gemacht. Um Gewinne zu machen, macht man als Krankenhaus deshalb eher was, was man besser planen und oft machen kann. Also Hüften oder Knie. Sind die Knie jetzt dran? Kann jemand bitte anfassen? Hey, weg da, das ist meine Hüfte. So, Kinder, ihr fragt euch jetzt sicher, warum geben die für uns nicht mehr Geld aus? Das liegt daran, weil die Krankenkassenbeiträge nicht steigen dürfen. Das sagt nicht ich, das sagt die Wirtschaft. Und da sagt die Politik natürlich. Wir dürfen die Wirtschaft nicht mit noch mehr Kosten belasten. Genau, was man dagegen darf, ist Pflegerinnen belasten mit noch mehr Arbeit. Weil das sind ja Frauen. In Deutschland kümmert sich eine Pflegerin um 13 Patienten. Das war früher Notstand und ist heute Normalbetrieb. Und ich zeige euch jetzt mal, warum das so ist. Das ging jetzt vielleicht ein bisschen schnell. Schauen wir uns das nochmal in Zeitlope an. So. Um zu sparen, haben die Krankenhäuser auch die Reinigungskräfte entlassen. Machen jetzt Fremdfirmen. Also dieselben Frauen, nur billiger. Diese Einsparungen reichen aber noch nicht. Die Krankenhäuser haben den Bundesländern für Gebäude oder so nicht mehr genug Geld. Fragt ihr euch natürlich, haben die Bundesländer nicht genug Geld? Nö, haben sie nicht mehr. Haben ja viel Geld verschenkt an die Reichen. Die Politik hat gesagt. Es ist sehr schwierig, Reichen mehr Geld wegzunehmen. Viel einfacher ist es hingegen, Krankenhäusern weniger Geld zu geben. Weil da arbeiten ja vor allem Frauen. Die Reichen haben also mehr Geld. Und die Krankenhäuser weniger Geld. Die werden dann verkauft an einen privaten Träger. Nee, gefressen werden die nicht. Fresenius heißen die. Oder Helius oder so. Und so ein Krankenhauskonzern, der muss Gewinne machen. So ein Pfleger oder eine Putzkraft, ja nicht unbedingt. So arbeiten dann da viele Frauen für 15% weniger. Damit für wenige 15% mehr Rendite übrig ist. Ich habe noch eine Variante. Eine Variante mit Captain Blau wäre. Ach, und wer spielt da den Patient? Nein, blöd, wieso? Und während unser Undercoverpatient Newton gezwungen war, einem fragwürdigen Leofilm mit einem miserablen Offsprecher zu lauschen, besuchen wir zwei Patienten, die auf ihre Weise versuchen, mit dem deutschen Gesundheitswesen klarzukommen. Oh, mein Arm. Was ist denn mit deinem Arm? Ich habe da so ein Ziehen. Das ist ein Arm. Das habe ich auch manchmal, das ist psychosomatisch. Ach, meinst du? Ja. Ach, Fridolin, ich habe gerade gewischt. Ja, vielleicht wann wischst du denn? Seit Corona. Wo würde es denn besser passen, dass ich verblute? Im Krankenhaus. Ich gehe nicht ins Krankenhaus, bist du wahnsinnig? Warum denn nicht, du bist doch gar nicht Risikogruppe. Wofür? Für Corona. Ich gehe nur in dringenden Fällen ins Krankenhaus. Ja, wie, und Arm ab ist nicht dringend oder was? Der andere ist da noch dran. Hoffentlich wird mein nächster Mann auch so witzig wie du. Es sterben jährlich weltweit 700.000 Menschen. An ab dem Arm? An den Folgen von Antibiotikaresistenzen, an multiresistenten Keimen. Das heißt, du verblutest lieber praktisch zu Hause, als dass du dich theoretisch im Krankenhaus bei einer OP mit irgendwelchen Keimen infiziert. Was heißt denn theoretisch, die Gefahr durch Corona, die ist genauso real wie die durch MRSA? MRSA? Was ist denn eine Sexpraktik? Na, herzlichen Glückwunsch. MRSA ist einer der gefährlichsten multiresistenten Keime, hervorgerufen durch den immensen Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft und der Humanmedizin, bekannt seit den 60er Jahren. Ja, aber dann hat man doch inzwischen sicher ein Mittel dagegen. Nee, weil die sind ja gerade immun gegen das Mittel dagegen, gegen Antibiotika, deswegen sind sie ja so gefährlich. Ja, wenn die Regierung wegen Corona-Restriktionen in allen Lebensbereichen durchdrücken kann, dann werden sie es doch wohl auch schaffen, die Antibiotika-Vergabe zu reduzieren. Wo willst du damit anfangen? Bei der Massentierhaltung. Die kannst du ja gleich komplett abschaffen. So viele Tiere auf engstem Raum zusammenbefercht, wie soll das gehen ohne massiven Einsatz von Antibiotika? Social Distancing, Abstand halten, formerly known as ökologische Nutztierhaltung. Ja, aber dann kostet auch das Fleisch viel mehr. Und was kostet Corona? Das kannst du auch gar nicht vergleichen. Warum denn nicht? Weil das eine ist eine Pandemie. Sagen Experten, zum Beispiel von der WHO, die sagen es ist eine stille und langsame Pandemie. Ach guck, und was machen die dagegen? Ja, es sind schon striktere Regeln geplant für Nutztierantibiotika-Vergabe. Für wann? Für 2022. Also the day after tomorrow. Also den Aktionsplan des Europarlaments, den gibt es ja auch erst seit 2011. Bei Corona können die das ganze Land innerhalb von Wochen in den Lockdown versetzen, und da brauchen die 11 Jahre. Ja, aber es ist ja auch ein Problem, Menschen zu vermitteln, dass sie mal ein bisschen auf soziale Kontakte verzichten müssen als auf billiges Grillfleisch. Ach, jetzt übertrat man nicht. Das ist ZDF. Das gucken auch normale Leute. Und was sagt die Klöckner zu der Menge der Antibiotika in der Landwirtschaft? Nicht akzeptabel. Dann sag es mir doch trotzdem. Nein, sie sagt nicht akzeptabel. Und was sagt Spahn? Der sagt das auch. Und die machen nichts? Ja, ich bin als Landwirtschaftsministerin sehr dankbar für Ihre Initiative in dieser Frage. Gut, dass gerade kein Publikum da ist, das nicht über deine Witze lacht. Das war gar kein Witz. Also weißt du, wenn wir Tiere mehr streicheln und weniger essen würden, dann hätten wir diesen ganzen Ärger mit zoonotischen Viren und multiresistenten Bakterien gar nicht. Ja, aber es geht ja auch nicht nur um Massentierhaltung. Es geht ja auch um kostenintensivere Studien für neue Antibiotika, Hygienepraktiken in den Krankenhäusern und um die Verschreibung von Antibiotika generell. Das ist doch ein Virus. Ja, aber damit ein Arzt weiß, ob es sich um ein Virus handelt oder um eine bakterielle Infektion. Dafür müsste viel mehr getestet werden. Wie bei Corona. Aber weißt du was? Ein Hausarzt hat nur an Materialkosten für einen einfachen Bluttest auf Bakterien. Ja klar. 1,24 Euro plus Personalkosten. Und was kriegt er dafür von der Krankenkasse zurück? 25 Cent. Also wenn die ständig testen würden, dann könnten die sich bei dir Grillfleisch nicht mehr leisten. Währenddessen versucht Isaac Newton, weitere Informationen zu sammeln. Dazu hat sich unser Undercover-Patient als Undercover-Pfleger verkleidet. Ehrlich jetzt? Woran haben Sie mich erkannt? Sie waren plötzlich so hüftsteif. Hören Sie? Sie sind immer noch da. Ich habe Ihnen doch schon bereits alles erklärt. Mumpitz, bisher hat mir niemand erklärt, wer auf die Idee kam, aus Krankenhäusern einen Profizenter zu machen. Weil Deutschland heute sonst Bankrott wäre. Schauen Sie allein mal die Ausgabenentwicklung der Krankenkassen an. In den vergangenen Jahren. Das war die reinste Kostenexplosion. Boom! Sie erzählen wie immer nur die Hälfte der Wahrheit. Wenn es etwas gab, dann allenfalls eine Kostenstagnation. Hier, die Ausgaben für das Gesundheitssystem sind über die Jahrzehnte praktisch konstant geblieben. Sie betragen im Verhältnis zur Wirtschaftskraft so um die 6,5%. Ja, im Verhältnis. Im Verhältnis zu Laschet wäre Jens Spahn kompetent. Aber ich würde ihn trotzdem niemals in meinem Krankenhaus anstellen. Schauen Sie sich doch mal die Kosten genauer an. Da geht es doch steil nach oben. Ja, Himmeln, nur weil Sie die 157 bei der Null ansetzen. Wenn man das in den richtigen Maßstab setzt, dann sieht man, dass es eine relativ moderate Kostenentwicklung war. Die entspricht übrigens auch genau der Entwicklung bei den Lohnkosten. Alles relativ normal. Und trotzdem spricht ja auch niemand von einer Lohnexplosion. Einmal meinen Gehaltszettel nicht. Sie wollen doch nicht bestreiten, wie verheerend sich die Krankenhauskosten entwickelt haben, bevor Gerhard Schröders Reformen endlich bei den Krankenhäusern für Wettbewerb gesorgt haben. Ach ja? Und so haben Sie sich entwickelt, nachdem Sie für Wettbewerb gesorgt haben. Das war natürlich vorhersehbar. Weil wenn Sie mit diesem Fallpauschalensystem mehr Geld einnehmen wollen, dann müssen Sie, und das hat man auch gemacht, vermehrt diese gut vergüteten OPs, die teurer machen. Wenn Sie gewusst haben, dass mit der Einführung des Fallpauschalensystems die Kosten ansteigen, warum haben Sie damals denn überall erzählt, der Wettbewerb würde zu weniger Kosten führen? Weil es sich so verdammt gut anhört. Außerdem hat das damals wirklich jeder geglaubt. Ja, gut, damals hat auch jeder geglaubt, Gerhard Schröder sei Sozialdemokrat. Ohne Gerhard Schröder läge der Kranke mann Europas heute noch im Bett. Nur dank seiner Reformen haben sich die Liegezeiten in deutschen Krankenhäusern drastisch reduziert. Darf ich auch noch mal? Hm? Ach so. Ah, das ist jetzt so ein technisches Gerät, das ist nur für Fachpersonal. Das würde ich jetzt ... Sie an, ein neuer Hüftpatient. Herzlich willkommen in der Asröliusklinik. Und so, schauen Sie mal, die Liegezeiten sind immer schon nach unten gegangen. Das hat mit Ihrer Reform überhaupt nichts zu tun. Für so eine Diagnose fehlt Ihnen jegliche ... Ach ja, ich darf mal ganz kurz zusammenfassen. Seit der Gesundheitsreform haben wir also weniger Betten, weniger Krankenhäuser und weniger Pfleger. Und trotzdem mehr Kosten. Ist das nicht seltsam? Nein, das ist ein medizinisches Wunder. Das lässt sich nicht erklären. Vielleicht wollten Sie gar nie Kosten sparen. Lautete die Botschaft damals nicht, dass man durch die Einführung der Fallpauschalen bei den Kliniken Gewinner und Verlierer produzieren soll? Von wem haben Sie den Satz? Vom Fachverband für medizinische Leihen? Das haben damals Beamte aus dem Gesundheitsministerium so erzählt. Ja, da lag ich ja gar nicht so falsch. Sie haben in der Zeit Schrift geschrieben für Privatkliniken. Was sollen die da sonst schreiben? Vielleicht, dass die öffentlichen Gelder demnächst direkt in die Kassen privater Krankenhauskonzerne wandern, statt in die Krankenversorgung. Aber das stimmt doch nicht. Die gehen gar nicht direkt. Die gehen über die Hüften der Patienten. Deswegen heißt sie auch Hüftgold. Über ein Drittel aller Kliniken sind bei uns schon privat. Die kommunalen Krankenhäuser müssen sich dann um den teuren Rest kümmern. Sie meinen Blasensteine? Schauen Sie mal. Die vier großen privaten Krankenhauskonzerne in Deutschland. Helios, Asclepios, die Rhön-Kliniken und Fresenius haben 2018 einen Gewinn von 1 Milliarde Euro erwirtschaftet. Mit diesem Geld hätte man 22.000 Pflegerinnen finanzieren können. Aber wir haben in einer breit angelegten Studie festgestellt, die gibt es gar nicht. Und da ist doch das Geld bei den Konzernen besser abgehoben. Aufgehoben. Ich wollte aufgehoben sagen. Aufgehoben. Besser aufgehoben. Derweil hat die Entbindung bei Moritz Neumeyer dramatisch an Fahrt aufgenommen. Ich kann schon nachvollziehen, dass Sie diese ganzen Kinderkliniken dichtmachen. Wir sind jetzt bei einer zweiten Klinik abgewiesen worden. Hier ist 30. Was soll ich denn deiner Meinung nach machen? Kinder sind scheiße teuer für Kliniken. Das weiß jeder, der mal versucht hat, so ein Kind einigermaßen human zu spritzen. Da brauchst du eine Menge Zeit. Und mehr Personal als für eine komplette Pandemie, wenn man ehrlich ist. Nein, nein, nein, nein. Ich habe unsere Kinder nicht mit einem Virus verglichen. Um Gottes Willen. Alles was ich sage ist, dass diese Dinger winzig klein sind. Arsch viel Kohlekosten. Das kann man in ein paar Jahren mutieren. Die einzige Möglichkeit, sich so ein Ding nicht einzufangen, ist Social Distancing. Dann fahre ich jetzt 100 in der Geschlosserin. Dann zahl du den Strafzettel. Das ist das siebte Kind. Wie dringend kann das sein? Wir kriegen das schon hin. Unterdessen regt sich Undercover-Patient Isaac Newton immer mehr auf. Ich rege mich immer mehr auf. Warum diesmal? Seit ich herausgefunden habe, wer hinter dieser diabolischen Idee steckt, Krankenhäuser in Profit-Center umzuwandeln. Aber da steckt niemand dahinter. Das ist die Arbeit gewesen vieler kluger, verschiedener Ideengeber. Ach, welche denn zum Beispiel? Das sind zu viele. Das Institut für Krankenhausmanagement an der Uni Münster. Wem gehörte denn das? Das gehörte dem Zentrum für Krankenhausmanagement, dem ZKM. Und wem gehörte denn das? Das gehörte der Bertelsmann Stiftung. Aha! Okay. Wir sind hier noch nicht fertig. Wer leitet denn dieses Institut ZKM? Das, äh, Prof. Dr. Wilfried von Eif. Ein Mann, der Industriemethoden auf Krankenhäuser anwenden will. Ja, mein großes Vorbild. Er hat herausgefunden, dass sich Unvereinbares doch vereinbaren lässt. Nämlich Qualitätssteigerung bei sinkenden Kosten. Das hört sich für mich eher nach einem Wunderheiler an. Wieso? Das war doch die Grundidee der Gesundheitsreform unter Gerhard Schröder. Und für diese Reform ist die Regierung ja auch gelobt worden. Von den Experten, zum Beispiel vom Gesundheitsmonitor. Wem gehörte denn dieser Gesundheitsmonitor? Der Bertelsmann Stiftung. Aha! Und dieser Wilfried von Eif? War der nicht auch Gutachter für die Hessische Landesregierung beim Umbau der Unikliniken Gießen und Marburg? Ja, da hat er sehr geholfen. Fein formuliert. Und seitdem gehören die Unikliniken den privaten Rhön-Kliniken. Ja, ja. Rund 40 Millionen Euro jährlich holen die da raus. Wie sie es machen. Sagen Sie, gehört dem Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken nicht auch eine gewisse Brigitte Mohn an? Ja. Eben die Brigitte Mohn, der quasi Bertelsmann gehört? Ja. Und sitzt diese Brigitte Mohn nicht auch im Vorstand der Bertelsmann Stiftung? Ja. Aha, und rät nicht, dieselbe Bertelsmann Stiftung immer wieder dazu, Kliniken abzustoßen, zu schließen. Kliniken, die dann häufig mal von den Rhön-Kliniken erworben werden? Nein. Sie streiten es ab? Scherz, natürlich machen die das. Aber sie sitzt doch nicht allein in diesem Aufsichtsrat. Richtig, richtig, richtig. Bei den Rhön-Kliniken. Gehörte dem nicht auch ein gewisser SPD-Gesundheitsexperte an? Sie meinen hier Karl Lauterbach? Richtig. Ja, und hat nicht Karl Lauterbach auch öfter mal gesagt, wir hätten zu viele Krankenhäuser? Gut, jedes zweite könnte weg. Ja, aber was hätte er denn anderes sagen sollen? Genau das hat er auch in der Studie Zukunftsfähige Krankenhausversorgung so gelesen. Genau, einer Studie von der Bertelsmann Stiftung. Dass wir zu viele Krankenhäuser haben, das sagt er nicht nur Bertelsmann, sondern auch die Medizin und Ökonomie von der Leopoldina. Vor allem sagt das der Gesundheitsexperte der Leopoldina, Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin. Ja, da sind sich die Experten eben einig. Sagen Sie, dieser Reinhard Busse gehört ja nicht auch zu den Autoren einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Die sagt, wir sollten zwei Drittel aller Kliniken schließen. Wie gesagt, da sind sich die Experten einig. Die sind sich nicht einig? Das ist ein und derselbe Experte. Ja, der sich mit sich selbst einig ist. Hören Sie, das ist doch keine Minderheitenmeinung hier. Das können Sie überall sehen. Neulich lief eine Dokumentation in der ARD mit dem wunderbaren Titel hier Krankenhäuser schließen, Leben retten. In der ARD um 20.15 Uhr. Genau an dem Tag, an dem die Studie der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht wurde. Das ist eben gutes Timing. Das nennt man in der Wissenschaft heutzutage das Heinsberg-Protokoll einhalten. Timing, so, so, so. Wir haben gesehen, dass es sich in dem Film um die Bertelsmann-Studie handelte. Und ein gewisser Reinhard Busse die Hauptrolle spielt. Und dass die Autorin bei der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht hat. Und arbeitet beim Science-Media-Center einem Kooperationspartner der Bertelsmann Stiftung. Wissen Sie was, ich rede lieber über Inhalte. Ja, und Fakt ist doch, dass wir in Deutschland viel zu viele Krankenhäuser mit viel zu vielen Betten haben. Ach, gemessen an was? Ja, was weiß ich, gucken Sie nach Dänemark, wie viele Betten die haben. Warum soll ich nach Dänemark gucken, wenn ich wissen will, wie viele Betten wir hier brauchen? Ja, weil die weniger Betten haben. Andere Länder gehen mit weniger Betten viel effizienter um. Meinen Sie, die Länder, die wegen Corona gerade kurz vor dem Zusammenbruch ihrer Krankenhäuser stehen, sind wir nicht im Moment gerade heilfroh über unsere zu vielen Betten? Ja, natürlich, ist ja aber auch ein Notfall jetzt. Ah, hat man Krankenhäuser nicht für den Notfall? Nein, weil sich der Notfall nicht rechnet. Das versuche ich Ihnen ja von Anfang an zu erklären. Das funktioniert also nicht. Sobald ein Notfall eintritt, nicht wahr, dann wird alles ausgesetzt. Fallpauschale, Bettenabbau, Pflegeschlüssel. Okay, ich gebe zu. Es sind keine einfachen Zeiten für uns derzeit. Wegen Corona haben wir jetzt wieder Kostendeckung. Sie behandeln die Krankenhäuser und die Krankenkassen bezahlen die Behandlung komplett. Stellen Sie sich das mal vor. Ja, das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen. Vor allem für die Zeit nach der Krise. Das brauchen Sie nicht. Wieso? Was soll das heißen? Ein geschätzter Kollege von mir, der Gesundheitsökonom Prof. Dr. Boris Augurski, hat das so gut ausgedrückt. Er hat gesagt, nach der Krise, wenn die Kommunen weniger Geld haben, oder gar kein Geld mehr haben, dann wird es mit den Krankenhausschließungen erst richtig losgehen. Sie meinen, den Augurski, der Vorstandsvorsitzender der Eugen Münch-Stiftung, ist die der Grinder der Rhön-Kliniken ins Leben gerufen hat und der auch an einer Studie der Erdelsmann-Stiftung beteiligt war? Ich weiß wirklich nicht, was Sie damit ausdrücken wollen. Hat Undercover-Patient seinen Meister gefunden? Hat er den Kampf um das Krankenhaus aufgegeben? Also so, wie unser Möchtegernvater Moritz Neumeyer. Ich rauche nur noch auf und dann komme ich doch auch. Wir haben uns das aufgegeben mit der Klinik, weil es hier keine scheiß Klinik gibt. Aber ich meine, hier ist ein Wald, da ist ein bisschen Moos. Das ist das siebte Kind, wie schwer kann das sein? Ich wollte das Kind überhaupt nicht. Aber sag ihr das nicht. Das ist doch wieder nur eine Person mehr, die zu Hause mich nervt. Papa, wollen wir spielen? Papa, kannst du mir was vorlesen? Ja, was? Die verficken Kinder aus Bullerbüchen. Hast du das mal gelesen? Ja, als Kind. Wir alle haben das als Kind gelesen und geliebt. Jetzt ist es nicht mehr so geil mit 32. Nichts passiert in diesem Scheißbuch. Hüter. Der eine Junge hat einen Hund. Manchmal ist Sommer. Halt deinen Maul, Lisa, wie wäre das? Mit welcher Arroganz schreibt ein sieben Jahre altes Mädchen-Tagebuch? Und immer wieder, immer wieder. Jetzt lese ich das zum sechsten Mal, habe ich das jetzt vorgelesen. Und jedes Mal hoffe ich darauf, dass ich dieses Kapitel nur vergessen habe, in dem die Nazis doch noch in Schweden einmarschieren. Einfach damit irgendwas passiert in diesem Scheißbuch. Der Nordhof ist leer, der Südhof auch. Keine Ahnung, wo die sind. Ich habe auch nicht nachgefragt. Lasse und Bosse sind im Widerstand. Nee, ich komme gleich. Wir kriegen unser Kind. Alles ist gut. Als wäre das unser Kind. Das ist ihr Kind, genau wie die anderen sechs Kinder. Die Hierarchie ist Mama, Papa. Und ich werde da nie rankommen. Natürlich versuche ich das. Natürlich reiche ich mir den Arsch dafür auf. Jeden Morgen stehe ich alleine auf mit diesen Kindern. Weil das nur fair ist. Weil meine Frau nachts andauernd irgendwelche Kinder stellt. Weil das anscheinend unser Hobby ist, welche zu machen. Natürlich versuche ich jeden Morgen zu dem geilsten Morgen zu machen, den diese Gnome jemals hätten erleben können. Und es ist völlig egal, was ich mache. Sobald sich Dietz' Schlafzimmer da oben öffnet, ist direkt so ein aller Kinder im Haus. Mama, Mama. Ich stehe da und denke, sie hat nichts gemacht. Ich habe dich angezogen. Und dann habe ich dir Frühstück gemacht. Und dann habe ich dir was anderes zum Frühstück gemacht. Und dann habe ich dich nochmal angezogen. Und dann habe ich Scheiße aus dem Gesicht deiner Schwester. Wie kommt Scheiße in das Gesicht deiner Schwester? Was ist los bei dir? Warum hauen wir ihn nicht? Wir hauen niemanden. Wir hauen niemanden bei uns. Nie wird jemand gehauen. Um Gottes Willen. Ich komme. Ist alles okay? Sollen wir vielleicht Musik hören? Das hat bei den meisten Kindern, bei den meisten Geburten, das war doch immer super. Lass uns einfach hören, Musik. Ich kenne die Freuden, Schulz. Die magst du doch auch. Was heißt denn jetzt, geh sterben? Ich dachte, wir machen das zusammen. Ziehen wir das hier durch, ey. Ich glaube, wir machen das zusammen. Ich glaube, wir machen das zusammen. Ich glaube, wir machen das zusammen. Ich glaube, wir machen das zusammen. Ich hab jeden Abend ein Date, ein Update, mit jemand, der mich versteht. Frisch desinfiziert, noch nicht resigniert, sink ich in die Kissen. Ich will alles wissen. Der Mensch braucht Struktur, das ist seine Natur. Das ist der Klang einer Stimme nur. Voller Präsenz spricht er von Inzidenz und Vulnerabilität, gibt mir Stabilität. Jetzt zeigt sich, wer gut mit sich selber kann. Was fängt man bloß mit all den Tagen an? Die Hände vom Waschen schon bunt. Die Bäuche vom Naschen schon rund. Doch dein guter Prognose, keine Zoonose, bleib ich gesund. Ich küsse nur noch den Hund. Er ist mein Impfstoff gegen Einsamkeit. Lockdown in mir, keine Hand weit und breit. Ich lausch seiner Stimme, sie wiegt mich in den Schlaf. Ich zähle nur noch Fälle und kein einziges Schaf. Man merkt erst, was fehlt, wenn man's nicht mehr hat. Die Zeugen Jehovas in der Innenstadt. Die Umkleideschlangen um den Schlusswerk auf Klangen. Das Warten am Gate, aber Heaven can't wait. Gestern Nacht hab ich ihn in meinem Traum gesehen. Und immun waren wir beide nicht. Verdopplungswarte, er und ich, ein Basenpaar. Heiße Blicke aus verhülltem Gesicht. Ein wilder Tanz auf 1,50 Distanz. Doch dann zogen düstere Wolken auf. Und plötzlich konnte ich ihn nicht mehr sehen. Montag ist Verschwörung statt im Raum. Doch am Morgen wird die Sonne im Osten. Auf erstehen. Ich trag meine Maske auch hier zu Haus. Dann seh ich im Spiegel nicht so traurig aus. Wenn das alles vorbei ist, wie wird es dann sein? Ich hoffe, er spricht für uns dann Hörbücher ein. Über Klaster und Raster und Polymerase. Sie sind meine Laster und meine Ekstase. Wann wird das sein? Und wie? Es gibt für nichts ne Garantie. Dieser Kalämie, das ist die Unfall-Erkürze. Virale Sinfonie. Nur ungern verabschieden wir uns von Katie Freudenschuss. Aber unser Undercover-Patient Newton hat uns ein finale Furioso versprochen. Auch wenn es jetzt noch nicht danach aussieht. Ja, ich würd sagen, dann beginnen wir. Jetzt, wenn wir schon mal hier sind. Wie Sie, die Damen und Herren von der Presse wissen, lasse ich mir bei meinen Entscheidungen gerne ... Zeit, die ich gerne nutze, um mich wissenschaftlich beraten zu lassen. Etwa von der Leopoldine. Aber die gibt's ja jetzt nicht mehr. Die hat sich aufgelöst. Ja, weil Sie alle rausgeworfen haben. Und ich bin universal gelehrter. Wie viel mehr Wissen brauchen Sie noch? Also gut, aufgrund einer Erklärung der neuen Leopoldiner verkündige ich nun, basierend auf den Hinweisen, eines Undercover-Mitarbeiters, den ich jetzt hier nicht namentlich nennen soll. Folgende Maßnahmen, die in Deutschland ab sofort gelten. Den Bundestag frag ich dann, wenn's mir zeitlich reinläuft. So, erstens eine Reform des Krankenhaussystems. Ja, das verdammte Fallpauschalensystem kommt jetzt erst mal auf den Mühen. Ja, das wär jetzt nicht so meine Wortwahl gewesen. Aber ich glaube, dass es für Patienten anscheinend doch besser ist, wenn man nicht mit ihnen Gewinn machen will. Zweitens, die öffentliche Hand kehrt zurück zur ordentlichen Finanzierung der Krankenhausinvestitionen. Drittens, die Bundesregierung. Ja, mach mal halblang, Isaac. Die Regierung bin immer noch ich. Dann kommen Sie halt mal in die Pötte. Drittens, die Bundesregierung schnürt ein Rettungspaket für alle Pflegekräfte. Und dann kommt der FZ, der da so hektisch winkt, mal wieder fragt, wo sollen die alle herkommen. Ja, würde ich sagen, nicht aus Polen. Sondern da machen wir jetzt mal anständige Berufsbedingungen und höhere Löhne. Davon gibt's oder dafür gibt's von mir 10 Mrd. Euro geradeaus. Ja, ich sehe den Herrn von der FZ da drüben. Und es sind ja meistens Herren, schon schwitzen. Keine Sorge, wir haben das solide gegenfinanziert. Wir haben auch alle Subventionen für den Flug- und Automobilsektor. So, jetzt glaube ich, brauchen wir für den Herrn von der FZ einen Arzt. Wenn vielleicht jemand dort mal, ja, vielen Dank. Und vergessen Sie nicht die Kackbratzen aus dem Beratersumpf. MacKinsey, Boston Consulting, Bertelsmann & Co. All diese Gesundheitsökonominnen werden ab sofort verpflichtet, in Krankenhäusern Regale einzuräumen. Das ist ein sehr schwieriger Job. Etwa an Beatmungsgeräten übersteigt bei weitem die Kompetenzen dieser ... Menschen. Das habe ich so nicht geschrieben. Ja, aber ich kann jetzt hier diese Berater nicht Arschgeigen nennen. Das können Sie natürlich nicht im Fernsehen. Viertens, in Anlehnung an Neuseeland, spenden alle Minister bis zu 20% ihres Gehalts bis zum Ende der Krise und bis weit darüber hinaus. Darf ich an dieser Stelle den Andi grüßen? Scheiße, der Nefton! Ja, so, dann wünsche ich dem Deutschen Gesundheitssystem von dieser Stelle aus gute Besserung. Ja, das war die Anstalt. Heute mit dem Alphonse, der Katy-Freudenschuss, der Wiebke und dem Fridolin von Das Geld liegt auf der Fenster, Bankmarie und dem Moritz Neumeyer. Tschüss!