Musik Es ist wieder soweit. Hier ist Ich Bin Rassist, holt mich hier raus. Herzlich willkommen zu Ihrem Rassismus in Ihrem ZDF. Wie gewohnt schwarz-weiß, aber in Farbe. Wir haben für Sie wieder einen bunten Strauß an spannenden Dschungelprüfungen vorbereitet. Aber was wäre diese Sendung ohne Sie, liebe Zuschauer? Denn ohne Ihre vielen kleinen alltäglichen Gesten der Diskriminierung würde es diese Sendung, ach was, den ganzen Rassismus ja gar nicht geben. Und dann wären Schwarze nicht, wo Sie seit Jahren sind. In der feuchten Wohnung, auf dem schlechten Job, im Visier der Polizei. Sie halten das für übertrieben. Ich weiß, wovon ich rede. Denn ich bin nicht Claus von Wagner. Und ich bin nicht Max Uthoff. Aber das ist trotzdem Die Anstalt. Mein Name ist Kokomuse Beni. Ich bin Simon Piers und hier sind unsere weißen Kandidaten. Es ist uns gelungen, gleich vier Kartoffeln in den Urwald zu locken. Kartoffeln? Darf man das noch sagen, Koko? Früher haben wir ja Bleichgesichter gesagt. Aber das finden Sie, glaube ich, heute etwas beleidigend. Vier Weißeuropäer im Dschungel ihrer Vorurteile. Sie wollen beweisen, wir Weißen sind gar nicht so rassistisch, wie es sich für uns Schwarze anfühlt. Dazu haben wir vier spannende Rassismus-Typen eingeladen. Rassismus? Also das tut wirklich weh. Also der Vorwurf. Ich sage schon nicht mehr Mohrenkopf. Aber jetzt auch noch Zigeuner Schnitzel. Irgendwann kommt ja auch mein Wortschatz an seine natürlichen Grenzen. Wo soll das denn noch hinführen? Wer nicht mehr Zigeuner Schnitzel sagen kann, was kann ich denn überhaupt noch sagen? Rassist? Ich? Das geht ja gar nicht. Allein schon aus beruflichem Gründen. Ich bin ja Kabarettist. Ich bin ja der Aufklärung verpflichtet. Auch der von Menschen mit Hautfarbe. Für mich sind alle Menschen zahlende Zuschauer. Auch Sie. Rassistisch? Ich? Also bitte, das kann man mir wirklich nicht vorwerfen. Ich beschäftige mich mit dem Afrikaner ja schon seit damals. Hamburg. König der Löwen. Das hat mich dermaßen mitgerissen. Diese Farben, diese Exotik, wie sich diese schwarzen Körper wild zu den mysteriösen Klängen Afrikas bewegen. Diese Kultur ist so vielfältig. Und natürlich Tiere aufstelzen. Großartig. Also ich sag ja immer, ich sehe keine Hautfarbe, ich sehe den Afrikaner. Rassist? Aber natürlich. Heutzutage geht man vermutlich schon als Rassist, wenn man der Meinung ist, dass über die Moderation einer Sendung Qualität und nicht Hautfarbe entscheiden sollte. Aber bitte, reden wir ruhig über Rassismus. Spalten wir unsere Gesellschaft ruhig weiter. Nur zu. Das kann sich ja unser Einer gar nicht vorstellen, wie das ist, tagtäglich mit Rassismus Vorwürfen konfrontiert zu werden. Schrecklich. Wir müssen uns ja nur mit rassistischen Mikroaggressionen rumschlagen. Und genau darum geht es bei der ersten Challenge für unsere Kandidaten. Ich bin gespannt, wer die Herausforderung annimmt. Mikroaggressionen? Wenn ich sowas höre, bekomme ich Makroaggressionen. Ich finde, man kann aus seinen Verletzungen auch eine Religion machen. Also beim Thema Rassismus geht es aber auch um die Gefühle der anderen. Und für die bin ich ja auch ein anderer. Deshalb geht es bei dem Thema auch mal um mich. Ich habe einfach Angst, dass wenn ich mich dazu sehr reinsteige, dass dann auch meine Gefühle verletzt werden könnten. Ich möchte den am liebsten in den Arm nehmen und einfach mal ganz, ganz feste drücken. Den Afrikaner. Um zu zeigen, ich sehe dich. In Afrika habe ich auch meine Liebe zum Trommeln entdeckt. Der Afrikaner, der kann ja trommeln. Der trommelt, der. Da trommelt aber auch wirklich jeder Muskel mit. Aber auch wirklich jeder. Noch mal zurück zur Challenge. Wer macht es denn jetzt? Rassismus kenne ich natürlich. Also jetzt vom Hören sagen. Künstlerisch wäre das für mich natürlich eine Herausforderung. Wisst ihr was? Ich mache es. Sei vorsichtig. Toi, toi, toi. Gelingt es dem Kandidaten, die ersten Punkte zu sammeln, die ihn und seine Mitstreiter am Ende aus dem Sumpf ihrer Vorurteile führen. Ah, Jan Posenauer wurde von der Gruppe für die erste Challenge nominiert. Nee, Til Reiners. Oh, sorry. Ich verwechsel die immer. Für mich sehen die alle gleich aus. Wie auch immer. Herr Posenauer, Sie brauchen jetzt für die Challenge einen deutschen Namen. Müller. Tim Müller. Sie heißen Tim Müller und bewerben sich um einen Job. Bei Mikroaggression dachte ich an Mückenstiche, Blutegel oder so. Aber Bewerbungsgespräch? Wann kommt denn der Personalchef? Ich bin der Personalchef. Ja klar, Sie sind der Personalchef. Sie bewerben sich also für den Job als Zerspanungsmechaniker. Das ist ja jetzt schon ein unrealistisches Setting. Also, dass wir jetzt nicht nur hier, sondern auch so. Ich verstehe Sie nicht, Herr Müller. Spreche ich das richtig? Müller, Tim Müller. Woher kommen Sie denn? Wie? Ja, aus Berlin. Ich meine ursprünglich. Äh, wie? Geldern. Ja, ich meine so richtig. Ja, also ich bin in Duisburg geboren. Und die Eltern? Ja, auch in NRW irgendwo. Ist ja jetzt egal, was spielt das denn für eine Rolle? Ach, ich finde es einfach interessant, so wie Sie aussehen. Da kann man ja schon mal nachfragen. Ja, okay, also wegen des Jobs jetzt noch. Ja, ich sehe ja, dass Sie Müller heißen. Ja. Schwierig. Müller, da denkt man ja sofort an Müllermilch und die spenden an die Nazis. Das ist ja nur ein Gerücht. Ja gut, die Leute reden nun mal drüber. Oder an Gerd Müller. Ja, das war ja der Bomber der Nation. Aha, da haben Sie also ein sehr unverkrampftes Verhältnis zum Thema bombardieren. Das war ja eh klar. Sie stammen ja auch von der Nazis ab. Nein. Also ja, schon, wie alle halt. Aber meine Großeltern waren jetzt nicht übertrieben dafür. Aber auch nicht übertrieben gegen Nazis. Ja gut, aber das ist ja jetzt überhaupt nicht relevant. Wir hatten halt schon mal so jemanden wie Sie hier bei uns. Ja, können wir jetzt vielleicht einfach mal über meine berufliche Qualifikation reden? Nicht über mein Aussehen oder meine Herkunft? Was ist denn los hier? Das war klar. Der ewige Deutsche. Höflich, nett, aber wenn man einmal kritisch nachfragt, will er gleich Polen überfallen. Dabei war die Challenge noch gar nicht beendet. Sie suchen also eine Wohnung, Herr Müller. Müller. Müller. Müller. Egal, wir wissen ja, wer gemeint ist. Ist aber schon ein ungewöhnlicher Name. Woher kommen Sie denn? Ich wohne in Berlin, aufgewachsen in Duisburg. Meine Eltern auch NRW. Meine Großeltern waren Mitläufer. Entschuldigung, Entschuldigung. Ah, ist auch egal. Die Wohnung ist leider schon vergeben. Wie, aber ich hatte ja einen Besichtigungstermin. Ich bin erst mal durch die halbe Stadt jetzt gefahren. Ja, aber dieses aufbrausende, polternde, das hätte hier eh nicht hingepasst. Ist gar nichts gegen Sie persönlich. Es ist nur mal Ihre Kultur. Ich verstehe das schon. Aber dieses Laute. Ich bin doch mal ein Schlaut. Tja, der Weiße in Stresssituation. Da kommt dann schnell der kleine Adolf durch. Und abends machen Sie doch dann bestimmt Fackelmärsche, oder? Nein. Nur weil ich ein Weißer Deutscher bin, kriege ich hier keine Wohnung. Ja, nein. Wir haben nun mal bei uns im Gebäudekomplex schon zwei Personen aus Ihrem kaukasischen Kulturkreis. Wir von der Schwarze Wohnen müssen da einfach auf eine gesunde Mischung achten. Und bei zu vielen von Ihnen kippt das nun mal. Sie verstehen das doch sicherlich. Ja, Müller. Ja und? Wie lief's? Sag's schon. Äh. Die haben mich überhaupt nicht als Individuum wahrgenommen. Ich meine, für normale Leute, das ist ja vielleicht normal. Aber für mich als Künstler, das ist natürlich doppelt hart. Ja, vorher soll das auch wissen. Weiße Deutsche haben historisch nur einmal die Erfahrung gemacht, dass ein Schwarzer ihnen sagt, was sie tun müssen. Roberto Blanco, ein bisschen Spaß muss sein. Das passt doch gar nicht zu unserer Kultur, zum Spaß gezwungen zu werden. Aber du darfst dir das nicht aufgeben, gell? Du musst den dritten Teil der Challenge wenigstens versuchen, Till. Nächste Station, erstes Date. Ja, ich bin also dein Date. Ach so. Wie ach so? Ja, auf den Fotos sahst du nicht ganz so weiß aus. Ja, aber das ist ja jetzt erst mal eine ganz normale Hautfarbe. Na ja, normal ist ja schon eher Vanille oder ja Eiterweiß. Aber wie sagt man jetzt politisch korrekt? Leichenblass, Kreideblass? Woher kommst du denn? Ja, aus Braunau am Inn. Ich bin eigentlich Österreicher und ich glaube, weiße sind die Herrenrasse. Zufrieden? Du, total cool. Ich habe überhaupt nichts gegen Rassismus und ich habe auch gar kein Problem damit, irgendwie so andere Kulturen kennenzulernen. Aber mit so einem Weißen hatte ich jetzt noch nie was. Weißt du, ich will einfach nur ein ganz normales Gespräch führen mit dir. Das muss doch möglich sein. Für dich normal oder für mich normal? Ja, ich bin ja normal. Komm mal her. Ja? Komm mal her, näher. Ich habe das noch nie angefasst. Das fühlt sich so an wie Katzenhaar, Algen. Ja, das ist doch nichts für das erste Date. Was machst du denn? Komisch ist das. Ihr Deutschen seid ja immer so ein bisschen exakt, so genau. Ihr habt auch immer so einen Stock im Arsch. Warum? Ich bin auch mega locker. Kannst du mir mal sagen, wie viel Mehrwertsteuer das Glas Wasser da hat? Ja, klar. Es ist natürlich die Frage, handelt es sich darum, inhäusig genossenes Wasser oder ein aushäusig genossenes Wasser. Inhäusig immer, kannst du eigentlich immer rechnen, 19% Mehrwertsteuer, beziehungsweise jetzt bis zum 31.12., natürlich 16%, auswärts 7% beziehungsweise 5%, jetzt warst du natürlich völlig so recht. Was ist mit dem Heilwasser? Das ist ohne Mehrwertsteuer. Scheint mit dem Konkurrenzkampf in unserer Gesellschaft einfach nicht gewachsen zu sein. Privilegien bedingte Hypersensibilität im Ertragen von Unwill nicht besonders geschult. Aber man kann Til Reiners auch nicht verallgemeinern. Ja, zum Glück. Das bedeutet noch keine Punkte fürs Team. Leider, leider. Mein Til, da hatten wir halt schon gemerkt, dass du dich nie so richtig mit fremden Kulturen beschäftigt hast, gell? Also ich trommel ja aktiv in der Volkshochschule Gärmering. Da sind wir inzwischen eine richtige große African Community. Die Britta, die Anke, die Karin und natürlich unser Afrikaner, der Brian. Der kocht für die ganze Gruppe. Aber die Challenge war auch nicht fair. Man muss doch noch fragen dürfen, wo jemand herkommt. Ich frag oft Leute, wo die herkommen. Aus Interesse. Und dann? Wir hatten eben keinen Linken zur Challenge schicken dürfen. Ich wäre mit unserem faschistischen Erbe viel entspannter umgegangen. Kommen wir zur Gruppen-Challenge. Vergangenheitsbewältigung. Ihr müsst dieses Schild abmontieren. Okay, das ist alles. Gibt es gar nicht so diese ekelhaften Tiere oder so? Okay. Kriegen wir einen Schraubenzieher oder Hammer? Das ist also das Problem, dass wir in Deutschland haben. Wirklich? Ein Straßenname? Nicht ein... Mehrere. Entschuldigung. Wismannstraße. Gibt es zum Beispiel in Neukölln, Nürnberg, Delmenhorst? Und? Was soll da sein? Ich war ein Verkehrsminister, der für seine Autolobbyismus zum Dank eine Straße bekommen hat. Passt doch. Nicht Matthias Wismann, Hermann Wismann. Ah, Hermann Wismann. Der geleistet. Er führte im Auftrag vom Bismarck ab 1888 einen Terrorkrieg zur Eroberung Ostafrikas. Ach so, ja, dann... Sorry, nochmal. Ich versuche wirklich, Verantwortung zu übernehmen als Deutscher. Man kann doch nicht jedes Verbrechen, was den deutschen Namen verübt wurde, kennen, oder? Das wird ja auch schnell unübersichtlich. Das ist mir dann auch zu viel. Wismann gilt als Pionier des Maschinengewehrmassakers. Seine Privatarmee vernichtet die ganze Dörfer. Allein Tausende starben am Nyassasee. Da war ich schon mal trommeln mit Brian. Und warum? Weil ich trommeln mag. Und aus Respekt vor der Kultur. Warum die Morde an den Einheimischen? Auch aus Respekt. Er wollte der deutschen Kolonialherrschaft Respekt verschaffen. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Er hat das ja nur getan, damit man in Zukunft auf Gewalt gegen Schwarze verzichten kann. Erzählen Sie das mal den... Die Massaker waren laut Wismann notwendig, um die Afrikaner zu nützlichen Mitgliedern der Menschheit zu machen. Und als Leichen sind sie natürlich besonders nützlich. Ist das die Botschaft dieses Straßennamens? Das ist ja schon wirklich furchtbar. Warum hängt er denn da? Weil die Nazis ihn aufgehängt haben. Also das Schild. Und was hindert Sie als weiße Demokraten seit Jahren, diese Schilde abzuhängen? Vielleicht Ihr Rassismus? Das ist doch kein Rassismus. Wir kannten den doch gar nicht. Wenn man die eigenen Rassisten aktiv vergessen hat, das ist doch dann eher antirassistisch, oder? In Berlin wurden die Anwohner 2005 darüber informiert. Wollten aber trotzdem weiterhin in der Wismannstraße wohnen bleiben. Ich verstehe das, wenn man in Berlin erstmal eine Wohnung gefunden hat. Die meisten Befragungen gehen so aus. Überall. Und jetzt? Ach komm, weg damit. Stopp, stopp, stopp, stopp. Der bleibt da schön hängen. Die Anwohner haben entschieden und wir sind nun mal Demokraten, ja? Demokratie lebt ja von Transparenz. Wie wäre es dann, wenn wir die Straße einfach rassistische Massenmörderstraße nennen? Nee, nee, nee, nee, das geht nicht. Das ist viel zu lang. Kann man sich aber gut merken. Ich wohne in der rassistischen Massenmörderstraße 17B. Hab ich mir jetzt schon gemerkt. Also ich glaube, Peterstraße, die wäre doch schön und vor allen Dingen kurz. Die hat übrigens auch Düsseldorf, Völklingen und Wittingen. Karl Peters eroberte mit Betrug und Gewalt Deutsch-Ostafrika. Der Reichskommissar errichtete einen Terrorregime am Kilimanjaro. Da war ich ja auch schon mal mit der Jane-Bee trommeln. Weil er übrigens wahllos Menschen aufknüpfte, gab man ihm den netten Beinamen Hänge-Peters. Er wurde schließlich entlassen wegen Pflichtverletzungen. Jetzt wird die Diskussion deutlich differenzierter, nicht wahr? Es war nämlich auch nicht so, dass man sich als Weißer in den Kolonien alles erlauben konnte. Da gab es schon Regeln. Richtig. Peters hätte die Hinrichtung seiner schwarzen Geliebten nach dem Gouverneur melden müssen. Gut, die meisten Petersstraßen wurden ja bereits umbenannt. Ja, in Berlin heißt die Petersallee seit 1986 Petersallee. Aber nach dem CDU-Stadtverordneten Hans Peters. Das ist doch eine pragmatische Lösung, wenn man Rücksicht auf die Gefühle der Anwohner nimmt. Mei, schau her. Da ist er, dem Machi-Machi-Alle. Machi-Machi. Das ist so ein Heli. Und das heißt Wasserwasser. Es soll an den Machi-Machi-Aufstand 1905 gegen die deutsche Kolonialherrschaft im heutigen Tansani erinnern. Die deutschen Besatzer verwüsteten dabei ganze Landstriche. Bis zu 300.000 Menschen, ein Drittel der Bevölkerung kam durch den Krieg und die Hungerkatastrophe ums Leben. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Bei dem Konflikt starben ja auch 15 Deutsche. Jetzt sage ich Ihnen mal, was das ist. Diese Umbenennung hier, nicht wahr? Das ist Kolonialismus. Hier werden nämlich den deutschen Uranwohnern neue fremde Namen aufgedrückt. Das ist nicht Ihr Ernst. Hätte ich es sonst vor kurzem in der Welt so geschrieben? Ich halte das schlichtweg für Rassismus gegen Weiße. Ich bin gegen jeden Rassismus, egal ob gegen Schwarze oder Weiße. Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße, weil Rassismus immer mit Macht und Privilegien einhergeht. Machen Sie es sich da nicht ein bisschen zu einfach? Was meinen Sie? Die Weißen waren in der Lage, Millionen zu versklaven, zu töten und Schwarze haben nicht mal genug Einfluss, rassistische Straßenschilder umzubenennen. Ich würde sagen, dass diese Umbenennung eine Volksumerziehung ist, die die Anwohner direkt in die Arme der AfD treibt. Also wenn der Antirassismus zu einem Rechtsruck in diesem Land führt, dann kann ich da nicht mitmachen. Es ist also rechts Straßenschilder von Rassisten, die von Nazis aufgestellt wurden, abzubauen? Ja, das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, nicht wahr? Weil die Peters schon nicht mehr nach dem bösen Nazi-Peters heißt. Ich hab da die Lettu-Vorbeck-Straße gesehen, die gibt's aber eigentlich nicht mehr, oder? Gibt's zum Beispiel in Gladbach, Radolfzell, Cuxhaven. Lettu-Vorbeck, war der nicht in Namibia? Namibia, mei, das ist ja so ein umwerfendes Land. Was hatten die Deutschen dann da noch mal zu suchen? Trommeln natürlich. Ne, sie mussten die Kolonie in den Westen errichten. Also ich war schockiert, was wir da kulturell zerstört haben. Da gab es in einer Gaststätte in Lüderitz rheinischen Sauerbraten vom Knu. Und da ist mir erst einmal bewusst geworden, was der Kolonialismus zerstört hat. Jeder weiß doch, dass Sauerbraten vom Pferd gemacht wird. Wie sollen die Menschen denn da jemals auf unseren Lebensstandard kommen, wenn wir unser Wissen nicht mit ihnen haben? Hier, dieser Lettu-Vorbeck war beteiligt am Völkermord von 100.000 Herero und Nama. Man hat sie in die Wüste getrieben, bis sie verdurstet sind oder sie wurden einfach in ein Konzentrationslager gesteckt. So viel Wissen! Das muss aber jetzt mal Punkte geben. Verstehe ich natürlich, dass die Herero nicht wollen, dass so jemand hier geehrt wird. Die haben auch leicht reden. Die sind ja nicht von so einer Herero. Ich meine, die wohnen ja nicht da. Tun sie nicht. Und die ganze Rennerei, Verträge, Versicherungen, Führerschein, alles umschreiben. Die Herero, die wissen ja gar nicht, was Entkolonialisierung für eine Arbeit macht. Und bis man mal allen Freunden erklärt hat, dass man jetzt in einer anderen Straße wohnt, aber trotzdem noch im gleichen Haus. Was kostet? In Bremen wurde den Anwohnern angeboten, die Kosten für die Umbenennung zu übernehmen. Sie wollten trotzdem nicht. Halten wir fest. Sie wollen den Antirassismus nicht mal, wenn er umsonst ist. Also was ist? Nehmen Sie jetzt die Machi-Machi-Straße. Aber es gibt doch in Berlin schon eine Straße, die seit langer, langer Zeit an die Schwarzen erinnert. Wie können Sie denn ernsthaft die Schwarze ins Spiel bringen? Ja, was? Da kommen in Berlin Mitte die Schwarzen mal ganz prominent vor? Dann ist das auch wieder nicht recht. So, Leute, so kommen wir hier nie raus! Doch, wegen Ruhestörungen. Mohren. Das ist doch eine Sammelbezeichnung. Sind doch alle mit gemeint. Können Sie doch alle mit identifizieren? Das ist eine Beleidigung. Das kommt von Griechisch. Moros, töricht, dumm. Nein, nein. Das kommt aus dem Lateinischen. Vielleicht könnte das mal irgendjemand den Schwarzen erklären. Was warum Schwarz nicht dumm heißt? Sie sind echt ein Idiot. Also ich muss doch sehr bitten, ja? Idiot kommt von Griechisch. Idiota und heißt Privatperson. Dann könnten wir die Mohrenstraße ja auch in Idiotenstraße umbenennen. Können Sie uns vielleicht auf den Namen einigen, von denen sich auch Nicht-Philologen nicht beleidigt fühlen? Also dann bestimmen jetzt die Beleidigten ganz alleine, wovon sie sich beleidigt fühlen, oder? Wer denn sonst etwa wir, die nachfahren von Sklavenhaltern? Was haben die Deutschen denn mit Sklavenhandel zu tun? Der Kurfürst von Brandenburg hat im 17. Jahrhundert Tausende von Afrikanern versklavt. Dann ist die Mohrenstraße eben ein Mahnmal gegen den Sklavenhandel. Man kann doch nicht alle dunklen Flecken der Geschichte einfach auslöschen. Ja, stimmt. Warum haben wir eigentlich Hitlerallee umbenannt? Hallo, ihr Lieben! Herr Simon, ja, neigen Sie zu Ikonoklasmus. Nein, nein, ich gehe regelmäßig zur Vorsorge. Dann sind Sie der perfekte Kandidat für unsere nächste Challenge. Ikonoklasmus heißt Denkmalsturz. Gewinnen Sie Punkte für Ihr Team. Und wie soll ich das machen? Hiermit. Reißen Sie kolonialistische Vordenker von Ihrem Sockel. Nicht so schüchtern. Die gibt es doch nur in England Ah! Wer sind Sie denn? Imaduel Kant. Ich könnte Ihnen helfen bei Ihrer Challenge. Wenn ich vom Sockel steige, haben Sie schon mal einen Punkt. Aber wollen Sie wollen Sie denn kein Denkmal bleiben? Beständig ist nur die Unbeständigkeit. Außerdem haben mir die Tauben wirklich lange genug auf den Kopf gekackt. Nein, das können Sie nicht machen! Sie sind der Vater der Aufklärung und doch kein Rassist! Ich darf mich ganz kurz selbst zitieren. Die Menschheit ist in ihrer Vollkommenheit. In der Rasse der Weißen. Die Gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die N***** sind weit tiefer und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften. Aber das das ist Ihnen doch sicher nur so rausgerutscht. Im Eifer des Disput. Das verbitte ich mir. Ich habe jahrelang an dieser Einteilung gearbeitet. Das war eine Pionierleistung der modernen Rassekunde. Aber sind wir uns nicht einig, dass diese Anthropologie nur ein kleines Nebenwerk war im Vergleich zu ihrer herausragenden Moralphilosophie? Aber den kategorischen Imperativ wollte doch keine Sau hören. Bei dem Rassezeug. Da war noch 20 Jahre lang die Hörsäle voll. Ha, der reinste Straßenfeger. Kommen Sie. Nein, nein, nein, nein! Aber damals haben alle so gedacht wie Sie. Ach, von wegen. Georg Forster zum Beispiel hat meine Einteilungen höherer und niederer Rassen schlichtweg abgelehnt. Das gab richtig Zoff damals. Aber das war Nobody. Alexander von Humboldt hat sich strikt gegen die Sklaverei ausgesprochen. Humboldt war Rumtreiber. Ja, aber er kannte sich wenigstens aus. Ich bin aus dem Ollen Königsberg nie rausgekommen. Meine Arbeit beruhte doch eigentlich nur auf der Lektüre von Reiseberichten von irgendwelcher Kolonialisten. Andere Literatur gab es damals eben nicht. Ach nein, vielleicht hätte ich ja die Schriften des deutschen Schwarzen Anton Wilhelm Amo lesen können, der seit 1737 Philosophieprofessor in Halle war. Oder vielleicht gleich die Autobiografie des Sklaven Equinao. Dann hätte meine Rassenlehre ganz anders gelautet. Hätte, hätte, Sklavenkette. Ich meine Ihr Hauptwerk, der kategorische Imperativ, das ist doch die schärfste Waffe gegen den Rassismus. Und meine Rassenkunde lieferte die beste Begründung dafür. Sie übertreiben. Na ja, ich zitiere mich nochmal selbst. Die schwarze Hautfarbe der Afrikaner ist der deutlichste Beweis für Ihre Geistige um Nacht. In Gottes Namen gut, dann kommen Sie halt runter. Halt! Das könnte Ihnen so passen. Wer sind Sie denn? Ich bin Karl Marx, der berühmte Philosoph. Und wenn jemand von seinem Socken steigen muss, dann ja wohl ich. Sie ein Philosoph, ich bitte Sie, gehen Sie erstmal zum Friseur. Ich habe gelebt. Das werde ich mir nicht vorwerfen lassen, von einem bürgerlichen Lackaffen, der sein Leben nicht mal aus der Originalverpackung geholt hat. Ich als Revolutionär fordere mein Andecken zu beschädigen. Schoßen Sie mich vom Sockel. Ich bin Rassist. Nee, jetzt nicht auch noch Karl Marx. Aber ich bin doch hier der Rassist. Aber ich bin schlimmer, ich war ja nach Ihnen dran. Was? Ich habe 20 Jahre lang Rassismus als Wissenschaft verkauft. Ich habe den schwarzen Schwiegersohn als Abkömmling eines Gorillas bezeichnet und Lassalle als jüdischen *** beschimpft. Ich habe also Rassismus und Antisemitismus miteinander verknüpft. Dagegen ist Ihre Rassenkunde super lahm. Das waren doch nur private Bemerkungen. Ich meine Briefe. Ich habe meinen Rassismus veröffentlicht. Typisch. Viel Geschrei um nichts. Ich habe mich noch in den 50ern für Rassendiskriminierung eingesetzt. Wer sind Sie denn? Hannah Arendts. Philosophin. Eine Frau. Schweigen Sie! Und hören Sie zu. Die afrikanische Rasse pflegt eine katastrophenhafte Einförmigkeit ihrer Existenz. Ist ohne Vernunft, Empfindungen und auch ohne jede Kultur. Der damalige Rassenbegriff entspringt aus dem Entsetzen vor Wesen, die wie der Mensch noch Tier zu sein schienen. Die Überbevölkerung durch schwarze Stämme weckte den Wunsch nach, und jetzt hören Sie gut zu, systematischer Ausrottung ganzer Rassen. Wow! Die Schwarzen sind selbst schuld an Ihrem Rassismus? Meine Fresse! Da wäre ich nicht drauf gekommen. Männer! Wer stößt mich vom Sockel? Na, hier ist ja nicht viel passiert. Die stehen ja alle noch. Die Weißen können sich eben nicht trennen. Oder kürzer, sie können keinen Kapitalismus haben ohne Rassismus. Hab ich das gesagt? Nein. Das war Malcolm X. Der war überschätzt. Obwohl der ja auch immerhin Antisemit war. Kommen wir zur nächsten Herausforderung für unsere Kandidaten. Wie kannst du denn in dieser Situation daran erinnern, dass Malcolm X Antisemit war? Ich hab nur geraten. Immer dieser Tugend-Furor. Bald wird es noch Beauftragte geben, die bei Film und Fernsehen darauf achten, dass keine Klischees über Schwarze verbreitet werden. Die sind doch in Wirklichkeit ganz anders. Mit ihren schwarzen, maskulinen Körpern, die sich in der Sonne vom Öl der Kokosnuss glänzend zum Rhythmus der Dschembe bewegen. Ich brauche eine Challenge. Egal welche. Kein Problem. Die haben wir jetzt. Sie müssen nun versuchen, jemanden davon zu überzeugen, dass dieses Land ein Problem mit Rassismus hat. Wenn das nicht klappt, haben Sie eins. Aber nicht irgendjemand, sondern unseren Star-Gast, Bundesinnenminister Horst Seehofer. Herr Seehofer! Da hab ich mir auch gedacht, was kommt als nächstes? Soll ich Beatrix von Storch davon überzeugen, Flüchtlinge aufzunehmen, oder was? Herr Seehofer, warum weigern Sie sich, untersuchen zu lassen, ob die Polizei Racial Profiling betreibt? Das brauche ich nicht, untersuchen zu lassen. Das macht die Polizei schon deswegen nicht, weil es verboten ist. Toll. Ist aber dann nicht auch die Steuerfahndung unnötig, weil Steuerhinterziehung ist auch verboten? Das eine sag ich Ihnen gleich. Mit Logik kommen Sie bei mir nicht weiter. Das sind genau diese haltlosen Unterstellungen gegen die Polizei, die die Krawalle in Stuttgart erst provoziert haben. Aber laut unzähligen Berichten werden Schwarzer häufiger kontrolliert. Das kann doch nur eine seriöse, wissenschaftliche Untersuchung klären. Und wann kommt die? Gar nicht. Glauben Sie, dass ich aufgrund von haltlosen Unterstellungen eine Untersuchung in Auftrag gebe? Dann bilden sich Schwarze immer nur ein, dass sie völlig grundlos kontrolliert werden. Woher nehmen Sie denn die Idee, dass das ohne Grund passiert? Ich habe ja grundsätzlich schon Verständnis dafür, dass man einen Schwarzen Körper abtastet. Ich meine, wann hat man schon mal die Gelegenheit? Der Grund für die Kontrollen liegt doch in der Hautfarbe. Das wäre ja Rasterfahndung. Jetzt hören Sie mal, ich bin doch kein Rassist, nur weil Schwarze Männer häufiger Drogen verkaufen. Das lese ich auch immer. Deswegen verstehe ich folgende Grafik nicht. Das sind alle 300.000 Verdächtigen aus dem Bereich Rauschgiftkriminalität, die die Polizei erfassen konnte. Sodom und Gomorra, ich möchte gar nicht wissen, wie viele Schwarze darunter sind. Das sind die hier, dieser ganz kleine, winzige Ausschnitt. Ich habe doch klar gesagt, dass ich es nicht wissen will. Außerdem stimmt die Zahl wahrscheinlich eh nicht. Das ist wahrscheinlich eh nicht von mir. Doch, vom BKA. Veröffentlich hat es der Online-Blog Volksverpetzer. Danach sind nur 1,2% der Rauschgiftverdächtigen Afrikaner. Aber bei denen ist die Dunkelziffer auch besonders hoch. Der Afrikaner, der braucht gar keine Drogen. Der hat immer ein Lächeln im Gesicht, der nichts besitzt. Manchmal wünsche ich auch, ich hätte nichts. Um auch mal diese Zufriedenheit des Afrikaners zu spüren. Das haben wir ja völlig verlernt in unserer Überflussgesellschaft. Obwohl ein bisschen kenne ich das natürlich vom Fasten. Wenn man nach Wochen mal wieder in so eine gescheite Leberkiste mitbeißt. Dieses Glücksgefühl. So was Schönes. Die Kriminalität der Schwarzen hat doch eine ganz andere Stufe. Da sind ja häufig Dealer dabei. Sollen wir die vielleicht nicht mehr verfolgen? Mit Personenkontrollen an öffentlichen Plätzen findet man doch nur die kleinen Kiffer. Die haben oft ein paar Krümel dabei. Zu 80% sind das einfach nur Konsumenten. Für mich ist das trotzdem ganz klar Kriminalität. Diese willkürlichen Personenkontrollen dienen doch nur dazu, Schwarze zu kriminalisieren. Die sind nicht willkürlich. Die sind kontrolliert vor allem in gefährlichen Gebieten. Laut Innenministerium NRW liegen diese gefährlichen Gebiete ganz zufällig an Orten mit hohem Migrationsanteil. Was kann ich dafür, wenn da besonders viele Kriminelle leben? Da leben viele, die zu Kriminellen gemacht werden. Denn ihre gefährlichen Gebiete sind auch definiert als Orte, in denen Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis leben. Wir suchen da ganz neutral nach Straftätern jeder Art. Was ist daran rassistisch? Straftaten kann man durch Personenkontrollen in diesen Gebieten aufklären. Mord und Totschlag hat man ja selten im Rucksack. Sogar er hat es verstanden. Das sind alles Delikte, die die Berliner Polizei bei ihren neutralen Kontrollen aufgedeckt haben. Bei den Erhilfefilmen eine Krümel Rauschrift, bei den anderen Verstößen gegen die Aufenthaltsbestimmung. Was kann denn die Polizei dafür, dass ich immer im Besitz einer gültigen Aufenthaltserlaubnis bin und der schwarze Dealer nicht? Sie ermitteln auf eine Art und Weise und an Orten, die schwarze Personen kriminalisiert. Das ist racial profiling. Das ist es nicht, weil es eben verboten ist. Wenn wir kein racial profiling machen, warum lässt dann Polizeipräsident Lutz in Stuttgart die Stammbäume von Tatverdächtigen recherchieren? Die Täter sahen halt nicht aus wie echte Deutsche. Warum kontrollieren Sie da nicht einfach die Pässe? Wir müssen doch wissen, ob es wirklich Deutsche sind. Damit wir wissen, ob wir diese Fälle aufbauschen oder herunterspielen müssen. Wie sehen denn echte Deutsche aus? So wie natürlich der Stuttgarter Polizeipräsident, der Herr Lutz. Der trägt ja auch den Schnurrbart seines Großvaters auf. Das ist ja so ein Stammbaum fürs Gesicht. Da können wir ja auch mal gucken, was in der Genetik falsch gelaufen ist, dass er Rassist geworden ist. Das hat ja nichts mit Rassismus zu tun, wenn man nachschaut, ob Deutsches Blut in den Adern von Kriminellen fließt. Aber das ist doch die Definition von Rassismus. Himmel her Gott, was würden Sie denn erst zu den Zuständen in den USA sagen? Ja, das ist schlimm. Ein Mensch gefesselt an Händen und Füßen wird misshandelt und in seiner Zelle verbrannt. Sehen Sie, das ist schlimm. In einem anderen Fall ist eine Person of Color auf ein Polizeiauto zugerannt und wurde von vier Polizisten erschossen. Hören Sie auf, weiterzuerzählen. Das geht mir dermaßen aufs Gemüt. Politische Gegner und Opferanwälte halten Drohbriefe und abgefragt wurden die Daten bei Polizeicomputern. Schauen Sie, in so einem Fall würde ich sofort eine Studie veranlassen. Wo ist denn der letzte Fall passiert? Frankfurt am Main. Das sind alles Fälle, die in Deutschland passieren. Achten Sie auf die korrekte Sprachregelung Einzählfehle. Nein. Seit 1990 sind 159 nicht weiße Menschen in Polizeigewahrsam gestorben. Woher haben Sie denn diese Zahl? Haben Sie da aus Versehen was ermittelt? Die Mühe machen sich Aktivisten. Aktivismus bringt uns nicht weiter. Ja, und hinterher wird immer behauptet, die Menschen seien mit Messern bewaffnet gewesen. Aber oft gibt es gar keine Untersuchungen dazu. Da wird immer gesagt, die Polizei handelt aus Notwehr. Glauben Sie mir, junger Mann, der deutsche Polizist ist mit dem Überstreifen der Uniform in einer Notwehrsituation. Ja, genau. Und oft müssen die Angehörigen darum kämpfen, dass überhaupt eine Untersuchung gemacht wird. Ja, wenn die Justiz da genau hinschauen würde, das würde doch das Ansehen von der Polizei beschädigen. Zephix, jetzt hören Sie doch einmal auf, die deutsche Polizei grundsätzlich unter Generalverdacht zu stellen. Wollen Sie den etwa, dass der deutsche Polizist sich fühlt wie ein Schwarzer am Hauptbahnhof? Da. Jetzt hat er es zugegeben. Also gut. Dann gibt es vielleicht ein kleines bisschen Rassismus in der deutschen Polizei. Aber so schlimm wie in Amerika ist es nicht. Also, das ist jetzt aber schon ein Punkt, oder? Sagen wir einen halben Punkt. Aber noch ist es nicht gelungen, den strukturellen Rassismus in der Gesellschaft kenntlich zu machen. Da hilft nur noch ein radikaler Perspektivwechsel, der unseren Kandidaten vor Augen führt, was es bedeutet, als schwarze Person in einer weißen Welt zu leben. Die weiße Hochkultur besteht ja auch daraus, in einem Völkerkundemuseum Hela-Ware von der Polizei. In dem Völkerkundemuseum Hela-Ware von hingemetzelten Stämmen in Glasvitrinen zu bewundern. Zeit etwas zurückzugeben. Werfen wir doch einmal einen Blick auf die Welt der Weißen. In unserer Ausstellung Das weiße Europa, die Bare der Menschheit. Dann betrachten wir einige frisch geraubte Kulturgüter mit dem Blick des Ethnologen. Zum Beispiel ein Rauschgefäß primitiver Strandvölker. Oder man bewundert überreste ritueller Menschenopfer. Auch zu sehen der Schädel von Helmut Kohl, einem germanischen Stammesführer. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken, wie ein Rundgang durch die Seele unseres neu eröffneten Völkerkundemuseums zeigt. Philipp Simon präsentiert uns im ersten Raum skurrile Riten der Eingeborenen im Alpenraum, was für normale Augen aussieht, schmerzt sich bei näherer Betrachtung als ein Ballstanz. Das Männchen schlägt sich dabei selbst auf Schenkel und ins Gesicht, um Aufmerksamkeit zu erregen. Nee, oder? Doch. Juhu! Yee! Kostbarstes Artefakt dieses Raumes ist eine flache Schale Dieses Kultobjekt ehrt den Sieger eines Ballspiels. Durch Gruppenpsychose und Verkleidung glauben die Eingeborenen selbst Sieger des Spiels zu sein. Bisher ist noch nicht geklärt, warum das Spiel Wettbewerb heißt und warum die Silberschale Wanderpokal, wenn gleich doch eh immer dieselbe Mannschaft gewinnt. Bizarre! Im nächsten Raum präsentiert Mitarbeiterin Maike Kühlmoser das Sterbe Ritus der Weissen. Die entwurzelten Menschen der Weissen Rasse werden für ihre letzten 20 Lebensjahre in ein Zimmer gesperrt, von Fremden gepflegt und warten auf den Tod, damit sie ihre Angehörigen nicht an deren Sterblichkeit erinnern. Hören wir jetzt die letzten Worte dieser Sterbezeremonie. Na, ich kann grad net! Dann werden sie verbrannt und in ein Gefäss geschüttet. Ist das meine Oma? Ja! Das ist eine kleine Überraschung von uns. Aus Respekt vor ihrer Kultur wollten wir nur echte Exponate ausstellen. Das ist unethisch! Na, immerhin behandeln wir ihre Toten nicht so wie damals die Weissen die der Herrero. Da musste dann z.B. die Urgroßmutter den Schädel ihres Mannes auskochen, der dann als Exponat in eins ihrer Museen gelangte. Bis heute lagern in Berlin 5000 solcher Schädel und werden nicht zurückgegeben. Da kann einem der Appetit vergeben. Perfekt! Denn jetzt geht es um Essgewohnheiten. Das weiße Urvolk isst gerne vergorene Milch, die Mittelsenzymen, die man aus den geschnittenen Mägen geschlachteter Jungkälber gewinnt, verdaulich gemacht wird. Grundsätzlich gilt, je ranziger das Lebensmittel ist, umso schmackhafter erscheint es den Eingeborenen. Im 3. Teil der Ausstellung zeigt Till Reiners den schwarzen Museumsbesuchern, was es heißt, als Weißer zu leiden. Der Weiße ist davon überzeugt, die Spitze der menschlichen Evolution darzustellen. Dieser Glaube sitzt so tief, dass es ihm nicht selbst auffällt. Weißt man ihn auf seine Privilegiertheit hin, zeigt sich eine für ihn typische Reaktion. Schauen wir uns mal an, wie der Weiße reagiert, wenn er für einen Tag wie eine schwarze Person repräsentiert wird. Wow! Das ist natürlich schwarzer Jesus. Okay, er hat es gewagt, aber warum nicht? Spüren Sie es? So ist sie, die Weiße Ignoranz. Jesus als POC darzustellen, ist natürlich nicht gewagt, sondern einfach Tatsache. In seiner Arroganz kann sich der Weiße einen schwarzen Jesus nicht einmal vorstellen. Ja gut, aber das ist jetzt hier schon natürlich ein bisschen Fiktion, oder? Also ich meine jetzt so eine schwarze Sprecherin oder hier. Das sind ja jetzt auch nur Schwarze. Sieht man das? Hier. Also wirklich, ich muss sagen, das ist jetzt schon ein bisschen zu viel. Und uns ist es zu wenig. Nur zwei Prozent der Menschen, die in den Medien arbeiten, haben Migrationshintergrund. Moment, da muss ich jetzt hier mal sagen, ich bin Anti-Rassist, aber man kann es mit dem Anti-Rassismus auch übertreiben. Oder hier, versklavte Weiße, das ist doch geschmacklos. Sind versklavte Schwarze mehr nach ihrem Geschmack? Soll ich mich jetzt schlecht fühlen, weil meine Vorfahren nicht angekettet wurden, oder was? Da haben wir sie, die Weiße Zerbrechlichkeit. Wenn er auf die eigene Ignoranz hingewiesen wird, da kullern beim zarten Weißen Gemüt dicke Tränen über die Wangen. Das grundsätzliche Wesen des Weißen zeigt sich, wenn man sich anschaut, wie er seine Arbeit unter seinesgleichen organisiert. In diesem Teil zeigt sich die einzigartige Fähigkeit der Weißen, maximalen Profit mit größtmöglicher Ausbeutung zu kombinieren. Der Schlachthof. Das kostbarste Artefakt in der Mitte des Raumes heißt Schlachtbank und stellt einen modernen Sklavenbetrieb dar, der diesmal unter dem Regime des sogenannten Bergvertrages steht. Raffiniert. Diesmal gibt es keine Ketten. Die unsichtbare Hand des Marktes fesselt die Sklaven durch Hungerlöhne an ihren Arbeitsplatz. Durch die Vertragskonstruktion muss der Sklavenhalter selbst nicht mehr unter seiner Verantwortung leiden, weil diese zu Sub-Sklavenhaltern abgeschoben wird. Das wirkt. Hier sehen wir einen der reichsten Sklavenhalter Deutschlands beim Gute-Laune-Haben. Und das bleibt auch so. Aus der Portokasse werden weitere Komplizen bezahlt, die dankbar bescheinigen, wie wenig Verantwortung die Verantwortlichen tragen. Und jetzt nehmen wir alle geraubten Exponate, Meisterschalen, Schädel und hübsche Bilder von Gerhard Richter, Picasso, Andy Warhol und bringen sie ins Völkerkund im Museum nach Nairobi. Was? Das kann sie doch nicht machen. Doch. Das können sie doch auch. Keine Sorge. Die Schwarzen schauen sich das an. So 500 Jahre lang. Und dann diskutieren wir über eine eventuelle Rückgabe. Natürlich nur als Leihgabe. Schauen wir mal, ob dieser Perspektivwechsel bei unseren Kandidaten was bewirkt hat. Ja hoffentlich. Sonst kommen sie ja nicht hier raus. Die nächste Challenge wäre dann ein Jahr als schwarze Person in weißen Polizei gewahrsam. Polizei? Na, na. Dann hab ich's halt jetzt verstanden. Ich bin positive Rassistin und dann finde ich den Afrikaner halt aber jetzt nicht mehr so toll. Ja, also ja. Ich hab's auch verstanden. Also ich als Weißer genieße Privilegien. Aber ich werde sie ab sofort nicht mehr so genießen. Ich gestehe, Ihnen zu Straßen umzubenennen. Hauptsache, in den Straßen treiben sich keine schwarzen Dealer rum. Ich gestehe, ich, der immer dachte, Rassismus. Ich doch nicht. Verstehe jetzt, ich bin Rassist. Rassismus ist ein System von Privilegien. Und ich als Weißer profitiere davon. Ich hab so unfassbar viele Strategien entwickelt, wie ich Rassismus verharmlosen kann. Zum Beispiel, bei uns ist das ja gar nicht so schlimm mit dem Rassismus wie in Amerika. Aber was bedeutet das überhaupt? Wenn unser Rassismus nicht so schlimm ist, ist er dann besser? Kommt der qualitativ beste Rassismus aus Deutschland? Ich trag Verantwortung. Ich entschuldige mich für meine fehlende Anerkennung eines existenziellen, strukturellen Rassismus und meine fehlende Bereitschaft, etwas zu verändern. Ich bin das Problem. Das ist schön. Das muss ich dem Brian erzählen. Jetzt müsst ihr uns aber hier rauslassen. Erst, wenn die Schulden bezahlt sind. Wieso denn? Er hat sich doch entschuldigt. Aber nie bezahlt. Ich hab ja in Afrika ein Patenkind, die Sarah. Aber ich nenne sie lieber Malika. Der überweis ich monatlich 30 Euro. Und dann schreibt sie mir, was sie so macht in ihrem Afrika. Und dann hab ich ihr ein Video geschickt, wie ich trommle. Und? Seitdem überweist mein Patenkind mir 30 Euro. Ich fürchte, ihre Bemühungen werden nicht reichen. Für den Völkermord an Herrera und Nama, Sklaverei, das Raubkot in den Völkerkunde-Museen. Das macht dann insgesamt nämlich ... Meist ist teuer. Aber mit dem Geld könnte man doch so viel Gutes tun. Ich sehe, wir sind uns also einig. Wenn das so teuer ist, dann bleiben wir lieber Rassisten. Das war zu erwarten. Und das war die Anstalt. Heute mit Koko Museveni. Simon Piers. Und vier Rassisten.