Steuern
Steuergerechtigkeit , Steueroasen , Steuerflucht , Steuerumgehung der Großkonzerne, Transatlantisches Freihandelsabkommen , Operation Eikonal , Das Ende der Solidarität , Bundeswehr , Finanzprodukte
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Anstalt thematisiert die komplexe und oft illegale Steuervermeidung durch Großkonzerne und wohlhabende Privatpersonen. Die Satire entlarvt die Mechanismen, die hinter Steuervermeidung stehen, wie die Nutzung von Steueroasen, Briefkastenfirmen und komplexe Unternehmensstrukturen. Dabei werden die Rolle von internationalen Finanzinstitutionen und politischen Entscheidungsträgern kritisch beleuchtet, die diese Praktiken oft tolerieren oder aktiv fördern. Die Serie zeigt die Absurdität der politischen Rhetorik und die Auswirkungen von Steuerflucht auf die Gesellschaft, insbesondere im Kontext von Ungleichheit und sozialer Gerechtigkeit. Letztlich ist 'Die Anstalt' eine Kritik an der neoliberalen Wirtschaftspolitik und den damit verbundenen Machtstrukturen.
Transkript 6.160 Wörter
Die Anstalt, ZDF. Herr Uthoff, wie sehen Sie denn aus? Wir haben heute den Steuerprüfer im Haus. Ich weiß, deswegen wollte ich ihm zeigen, dass wir ein seriöses, aufstrebendes Satire-Startup sind. Wir sind eine unrentable Kavereglitsche. Nur Kosten, nur Aufwendungen, keine Gewinne und vor allem keine Steuern. Novalis hat gesagt, man solle dem Staat die Steuern zahlen, als ob man einer Geliebten einen Strauß Blumen schickt. Was nützt das, wenn dann das Luder ständig betrügt? Schauen Sie mal, was Sie da gemacht haben. Sie haben in unserer Steuererklärung eine Pendlerpauschale geltend gemacht für Ihren Weg zur Arbeitsstelle. Wir haben diese Sendung besetzt. Unser Weg zur Arbeitsstelle ist...
Oh, ich bin schon da! Aber der Weg vom Aufzug bis zur Rampe? Das sind niemals 20 Kilometer. Den Wert habe ich von Urban Brio immer noch. Schauen Sie mal, was soll das sein? Gage für Gaststars. 3 Millionen. Michael Mittermeier, Lady Gaga und Louis de Finet. Was ist, wenn man die sehen will? Dann mache ich... Nein, doch! Und die 100.000 Euro, die Sie für Fachbücher ausgegeben haben. Wo steht das? Was ist das? Oh, das sind Cashreserven. Für den Fall, dass die Hatz gegen uns solche Ausnase annimmt, dass wir ins Ausland flüchten müssen. Das ist die mit Abstand blödeste Begründung für Schwarzgeld, die ich in meinem Leben gehört habe.
Das könnte daher stammen, dass ich sie wortwörtlich von Ali Schwarzer geklaut habe. Ah, Siegmund von Treiber! Na, die Prüfung schon beendet? Ich bin mittendrin. Schauen Sie mal, was ich hinter der Bühne gefunden habe. Diesen sogenannten Herrn Hagi Butzko. Ja, Hagi Butzko, großartiger Künstler, Träger des Deutschen Kleinkunstpreises. Ja, sehr teuer. Sie haben aber Ihren Maximalbetrag für künstlerische Ausgaben bereits erschöpft. Ja? Ach, dann ist das gar kein Künstler. Was bin ich nicht? Nee, der Putz das Klo. Ach, das mache ich? Das sind haushaltsnahe Dienstleistungen. Was? Nö, Sie sind bei uns unter Hagi Putzklo geführt.
Ja, wenn die beiden Feingeisskomiker Ihren Wortwitz versprüht haben, komme ich und wische nochmal feucht durch. Das sind doch normalerweise Tätigkeiten für Leute, die aus Regionen kommen. Wo kommen Sie her? Gelsenkirchen. Ach so, gut, Wirtschaftsflüchtling. Dann passt das ja. Okay. Ach so, eine Frage hätte ich da noch. Da haben Sie 100.000 Euro angegeben für einen gewissen Herrn Mittermeier. Den will ich auch noch sehen. Ja. Super Herr Uthoff, und was jetzt? Soll ich mich hinstellen und den Mittermeier machen? Hey, ich bin's, der Michi. Die Geschichte der weiblichen Menstruation ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Er steht direkt hinter mir, oder? Das war schon klausig.
War nicht schlecht. Ich habe schlechtere Udo-Lindenberg-Parodien gesehen. Pass auf, ihr seid jetzt draußen. Ich würde nur fragen, Mittermeier 100.000 Euro, wo sind die restlichen 95.000? Was? Du kriegst nur 5.000? Die Geschichte der Gehaltsverhandlung der Anstalt ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Wo machst du das? Na, du musst lockerer werden. Du parodierst. Ja, lockerer werden. Locker. Locker, wie die Haftbedingung von Uli Höner ist. Von wegen locker. Die sind extrem verschärft worden. Das wüsste ich aber. Der hat zweimal Besuch vom Stoiber gekriegt. Das ist hart. Das musst du mir aushalten. Unglaublich. Was bei Ihnen hier wieder. Wahnsinn. Eine Kiste Chateuneuf du Pape.
5.000 Euro Bühnenrequisit. Shades of Grey. Fachliteratur. Das war meine Recherche. Ein Herringedeck im Moulin Rouge. Dienstlicher Anlass der Bewirtung. Programmbesprechung. Moment mal, da ist ja schließlich eine Unterschrift drauf. Das ist Lippenstift. Das heißt Tamara. Hauptsache kein Cent für dieses Gemeinwesen. Was haben Sie eigentlich gegen die Polizei? Gegen Gehwege? Gegen Fahrradwege? Gegen Straßenbeleuchtung? Ist das so ein Nachteil, dass man in Deutschland nachts ohne Waffe geht? Nachts ohne Waffe auf die Straße gehen und dabei noch was sehen kann? Das muss in Gelsenkirchen nicht unbedingt von Vorteil sein. Sie sind Steuerbetrüger allesamt. Moment mal.
Dürfen wir da vielleicht auch mal was dazu sagen? Na gut, hier kommen Sie wieder. Die wenigsten Ausreden der Steuersünder. 3, 2, 1, Bingo, Start. Sie terrorisieren die kleineren Betriebe doch nur, weil sie an die großen Konzerne nicht rankommen in ihren Steueroasen. Also ich muss mal ehrlich sagen, dass so mittelständische Unternehmen wie die Anshalt hart besteuert werden und ich sage Ihnen, Steuern, das hemmt die Innovationskraft. Na ich dachte, Ihnen ist schon seit Monaten nichts mehr eingefallen. Der Start verschwendet meine Steuern nur. Wenn Sie das machen würden, dann sag ich so. Wie, ist das alles? Nein, wir haben noch Rekordsteuererinnahmen. Bingo. Was soll das?
Kennen Sie Bullshit-Bingo? Nein. Sie haben es aber eben gewonnen. Sie haben alle gängigen Steuerklischees runtergebetet. Das hat mit Gesellschaftskritik nichts zu tun. Ich entziehe Ihnen mit die Steuerklasse Kabarettkultur. Ab jetzt rangieren Sie unter Blaskapelle. Das heißt keine Mehrwertsteuerbefreiung mehr. Deshalb liegt Ihre Steuerschuld jetzt bei ... Das ist ja mehr als das Geld, das wir ... Nicht haben. Es gibt ja auch Alternativen. Die Höness-Option. Schalke wird deutscher Meister. Nee, Knast. Oder Sozialstunden. Ja, das mache ich gerade. Ich kann mir das ja anrechnen lassen, oder? Kabarett im ZDF, das ist doch irgendwie Altenpflege. Oder wir machen einen Deal. Deal, hervorragend.
Machen wir. Sehr gerne. Wie sieht der aus? Sie entlarven alle gängigen Steuerklischees als Bullshit. Ich erlasse Ihnen die Nachzahlung. Machen wir gar kein Problem. Dafür fehlt uns Hintergrundwissen. Das macht nichts, ich habe hier was vorbereitet. Da, Akten. Machen Sie was draus, Kabarett. Wir sollen Kabarett machen mit Fakten. Herr von Wagner, das machen aber Sie. Ich bin raus, ich bin Komiker. Faxer Fakten. Sie schaffen das, sonst ersetze ich hier auch was ab. Diese Sendung. Ohne Sendung keine Gage. Dann machen wir... Verschwindet der Staat Steuergelder? Manchmal. Tut er es dauernd? Nein. Haben wir das Gefühl, dass er es dauernd tut? Oh, ja.
Dieses Gefühl verdanken wir dem Bund Deutscher Steuerzahler. Die Mitglieder, Unternehmer, leitende Angestellte, Selbstständige, vor allem kaum Arbeitnehmer. Der Zweck, unablässig das Bild eines gierigen, unfähigen Staates zu zeichnen, das unser sauer verdientes Geld in irgendwelchen sinnlosen Projekten verpulvert. Der Präsident, Rainer Holznagel. Ein Mann, der wie ein freundlicher, leicht beschränkter Papagei, die immer selben Wörter in jedes Mikrofon kräht. Steuerverschwendung! Steuerverschwendung! Gut so, Rainer, zeig's Ihnen. Damit will der Bund der Steuerzahler eine Einstellung in der Bevölkerung provozieren.
Wenn der Staat das Geld immer so unsinnig raushaut, ist vielleicht besser, kriegt nicht so viel davon. Deswegen fordert der Bund Deutscher Steuerzahler auch seit Jahren eine Absenkung der ach so hohen steuerlichen Belastungen. Gleichzeitig verschickt dieser Haufen wildgewordener Erbsenzähler Broschüren an Kommunen in Deutschland mit Tipps zum Sparen. Wie zum Beispiel dem Schließen von Hallenbädern. Wann im Gegenzug die Swimmingpools der Reichen für die sozial Schwachen geöffnet werden, stand in der Broschüre gar nicht drin. Die Wohlhabenden geben Tipps, wie die Armen noch besser sparen können. Wie nennt man sowas in unserem Land? Richtig, gemeinnützig.
Als gemeinnützig ist der Bund Deutscher Steuerzahler anerkannt, wenn aber einer Organisation wie ATTAK, die sich für eine Beschränkung der Finanzmärkte einsetzt, ist jetzt gerade eben vom Finanzamt Frankfurt die Gemeinnützigkeit entzogen worden. Begründung? Nützlich, ja, aber nicht gemeingenug. Nicht so wie die Konrad Adenauer, die Bertelsmann Stiftung oder andere Schützenvereine. Wir halten fest, in diesem Land, sich fürs Gemeinwohl einzusetzen, ist nicht gemeinnützig. Förderungswürdig bleiben aber weiterhin Parteipolitik, Firmenklientel, Lobbyismus und Rumschießen. Das Ende der Solidarität ist nahe. Und wo kann man das besser beobachten als beim Streik der Gewerkschaft der Lokführer?
Das ist aber auch eine Frechheit! Erst privatisiert man die ehemaligen Beamten und gibt ihnen ein Streikrecht. Und dann nutzen sie dieses aus und wenden es ab. Schockierend, oder? Und da fiel doch so mancher journalistischen Edelfeder vor Schreck der gerollte Geldschein aus der Nase. Denn da gab es plötzlich einen Streik, der etwas bewirkt. Nein, doch! Das Motto lautet natürlich Streik schon, aber nicht während der Arbeit und nicht während dem Urlaub. Ansonsten sehr, sehr gerne.
Wie weit ist der Begriff Solidarität in unserem Land heruntergekommen, wenn Menschen, die völlig zu Recht für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne ihre Arbeit niederlegen, sich von der von der Presse aufgehetzten Bevölkerung als Idioten beschimpfen lassen müssen? Hallo, Lokführer! Ich habe gelesen, dass ihr nach 20 Berufsjahren 1.750 Euro netto verdient. Wisst ihr was? Streikt mal schön weiter. Und zwar richtig, bis es kracht. Und nicht für 5% Lohnförderung, sondern für 25%. Durchhaltend. Ihr seid die Letzten eurer Art. Und wer wird in diesem Land gerufen, wenn die Arbeitgeber mit solchen Arbeitnehmern nicht mehr fertig werden? Richtig, die SPD.
Die Sammelbewegung zur Proletarier-Demütigung. Deswegen hat sich heute Andrea Nahles auch hingestellt und versprochen, dass sie bald für Ruhe sorgen wird. Und wie wird sie das machen? Durch ein Gesetz, das den kleinen Gewerkschaften das Streikgenick bricht. Plötzlich wird einem auch klar, dass es tatsächlich fälle bizarrer Steuerverschwendung in unserem Land gibt. Oder wie sonst, sollen wir das Gehalt für Frau Nahles nennen. Schauen Sie sich mal das an, der Steuerprüfer. Herr Treiber hat tatsächlich recht, das Argument mit den Rekordsteuereinnahmen ist kompletter Bullshit. Man steht in jeder Zeitung, Rekordsteuereinnahmen.
Aber in der Geschichte Deutschlands gab es in 58 von 64 Jahren Rekordsteuereinnahmen. Dann ist das gar nichts Besonderes. Nein, das hat auch mit Abknöpfen nichts zu tun. Weil in einem Staat, in dem die Wirtschaft wächst, wachsen normalerweise auch die Steuereinnahmen mit. Natürlich ist das völlig logisch. Bitte? Wie alt sind Sie? Das gehört wirklich nicht hier. Sagen wir es so, ich habe einen Rekordalter erreicht. Und nächstes Jahr? Da plane ich ein neues Rekordalter. Das heißt, Sie haben jedes Jahr ein Rekordjahr? Ach so. Aber wo kommt der Staat mit den Mehreinnahmen trotzdem nicht aus?
Bei einer wachsenden Wirtschaft wachsen auch die Ausgaben, die Ihr Staat tätigen muss, für Straßen, Netzausbau. Und das dritte Wort mit F, vielleicht wissen Sie das? Sie motzen Ihr Kind ja auch nicht an, weil es jedes Jahr größere Schuhe braucht. Da kennen Sie mich aber schlecht. Wir müssen einfach mehr Geld ausgeben für uns als Gemeinschaft. Die Frage ist nur, die Entscheidungen, für was wir Geld ausgeben, fallen unterschiedlich schnell aus. Die deutsche Bundesregierung hat gesagt, jetzt schicken wir Hilfe für Ebola. Ein Dreivierteljahr nach Ausbruch von Ebola. Als geheißen hat, Waffen schicken nach Syrien zum Kämpfen. Das kriegen wir schon in die Stimme ab. Alle Waffen.
Es ging schneller, eine deutsche Rapper zur Unterstützung von ISIS zu schicken als deutsche Ebola-Helfer. Man muss sich das mal reinziehen. Jetzt haben alle Angst vor Ebola. Jetzt ist Ebola in New York. Jetzt ist plötzlich Alarmstufe Rot in Texas. Da haben Sie schon zweimal Ebola zum Tode verurteilt. Bis Sie gemerkt haben, dass das gar kein Mensch ist. Das ist ein Virus. Du kannst ihn nicht aufhalten. 55% der Deutschen glauben, Ebola wird nach Deutschland kommen. Ich glaube, der Zombie-Virus wird kommen. Ohne Scheiß. Ich glaube an Zombies. Ich schaue The Walking Dead. Wer es nicht kennt. Das ist kein Spin-Off vom Musikanten-Stadl. Das ist die Horror-Serie. Die Untoten kommen zurück. Zombies.
Echte Zombies. Wenn die Zombies kommen, müssen wir uns alle gegenseitig helfen. Die Stadt München hat vor ein paar Tausend Flüchtlingen kapituliert. Drei Wochen vorher haben sie während des Oktoberfestes ca. 2 Mio. Saufzombies untergebracht. Das ist eine Unverschämtheit. Das ist eine Unverschämtheit. Da frage ich mich, welche herz- und hirnlosen Zombies haben das zu verantworten? Wie weit sind wir denn? Wenn die Zombies kommen, wird es unterteilt. Die einen sagen, wir müssen uns Hilfe suchen. Wir sind on the run. Die anderen sagen, ich warte auf Hilfe. Ich warte aufs Militär. Die Bundeswehr. Da müsste man fahren, fliegen und tanken. Das ist schwierig. Das ist schwierig. Da wird es schwierig.
Irgendjemand ist aufgefallen. Alle fordern Ersatzteile fürs Militär. Nur die von alleine. Die sagt immer noch, wir brauchen mehr Kitas für die Soldaten. Da hat der Taliban-Septor Angst gekriegt. Da ist er umgefallen. Aber sie sagt, wir brauchen mehr Kitas für die Soldaten, die sagen, wir brauchen mehr Kitas für die Soldaten. Manchmal würde ich mir wünschen, dass die Soldaten immer ein bisschen sauer sind. Wenn ihr irgendwo steht und sagt, mein Kind hat keinen Kita-Platz gekriegt. Jetzt bringe ich die um, du Terroristensau. Ein zuzufriedener Soldat im Kampfgebiet. Die werden unvorsichtig. Oh, ein Gänseblümchen. Das Gesetz wurde letzte Woche eingebracht, um die Bundeswehr attraktiver zu machen.
Der Schäuble hat gesagt, das geht nicht. Aktiv, attraktiv, anders. Anders deswegen, weil sie gesagt haben, wir werden die körperlichen Anforderungen herunterschrauben, dass auch andere junge Männer zum Militär gehen können. Wenn man das konsequent zu Ende denkt. Was ist da los? Ich kann nicht so schnell ziehen. Pass auf, ich muss ... Da kriegt das Wort paramilitärs eine ganz neue Bedeutung. Wenn wir Paralympics haben, müssen wir auch Kriege führen. Politisch korrekt, wir Gesunden dürfen uns mit dem Schrott in die ganzen guten Waffen. Weil alle glauben, unser Bundeswehr ist ein Schrotthafen. Und wir Kabarettisten, wir machen Witze und nummern. Und die Frage ist nur, was kommt dabei raus?
Je mehr wir schimpfen, desto mehr Geld kriegen die wieder für Waffen. Rüstungsetat, zweitgrößter Etat. Ist mir aufgefallen, kaum hieß es, wir brauchen wieder Rüstungsausgaben. Und wir Kabarettisten helfen mit. Je lustiger wir sind, desto mehr Waffen kaufen die. Vielleicht ist das eine Werbekampagne. Das ist abgefangen. Pass auf, halt, stopp. Hiermit ziehe ich mein Solo zurück. Es war lustig, aber für den Arsch. Das kann doch nicht sein. So einfach kann es nicht sein. Das bieten Menschen im Internet an. Sie müssen sich einen Namen ausdenken, 519 Dollar überweisen, dann haben Sie eine Briefkastenfirma. Unglaublich. Auf diese Weise werden 16 Billiarden Dollar in Steueroasen versteckt.
Das machen wir jetzt auch. Ich spiele jetzt jemanden, der keine Steuern zahlen möchte. Sie meinen, Sie spielen sich selbst vor 10 Minuten. Ja, und ich möchte mit den Cash-Reserven nichts mehr zu tun haben. Aber jederzeit darauf zurückgreifen können. Wir gründen eine Briefkastenfirma. Die UTOF Unlimited. U2. Geiler Name für Steuerhinterziehung. Wir gehen vor. Ich bleibe hier. Sie gehen in die Steueroase. Für mich als mein Strohmann. Strohmann pro bono, verstehe alles. Ist aber ganz schön kalt für eine Steueroase. Ja, es ist Delaware, USA. Durchschnittstemperatur 10 Grad. Ich dachte, ich gehe offshore. Sie sind doch offshore, weg vom Strand. Das ist völlig trostlos hier und so einsam.
Ach, machen Sie sich keine Sorgen. Ich habe Sie in einem Gebäude untergebracht, wo Sie sich mit 280.000 anderen Firmen den Briefkasten teilen. Ist aber nicht sehr hygienisch. Aber sehr ökonomisch. Hier. Was ist das? Das ist die Directors Declaration. Ah, meine Ernennungsurkunde. Mit diesem Schein werden Sie Direktor. Scheindirektor. Damit erklären Sie, dass Sie meinen Anweisungen folgen. Moment, ich dachte, ich bin hier der Direktor. Sie, ich zahle Sie nicht fürs Denken. Was ist das? The purpose of attorney. Moment, bleibe ich Geschäftsführer, obwohl ich offiziell nichts zu sagen habe. Und hier. Moment, was? Was ist das? Your resignation letter.
Moment, ich resigniere nicht, ich kämpfe bis zum Schluss. Damit bitten Sie um Ihren Rücktritt. Ich habe da noch gar nicht angefangen. Und das schreiben Sie jetzt. Okay, hier. Das Datum lassen wir noch offen. Moment, da können Sie mich ja auch im Nachhinein kündigen. Ich muss mich doch absichern vor solchen Offshore-Hallo-Dries wie Sie. Leute, die solche Papiere unterschreiben, den kann man doch nicht trauen. Auf gute Zusammenarbeit. Und was jetzt? Jetzt machen wir mit dieser relativ einfachen Konstruktion sehr komplizierte Geschäfte, um ein bisschen Steuern zu sparen. Moment. Sie versuchen doch, Ihr Gelder am Fiskus vorbei ins Ausland zu schaffen. Nein, ich mache ganz legale Geschäfte.
Mit Herrn von Wagner von der Uthoff Unlimited. Was für Geschäfte? Dienstleistungen. Herr von Wagner berät mich. Mach ich? Ja, los, beraten Sie mich. Ja, Herr Uthoff, wie trinken Sie Ihren Kaffee? Schwarz. Das muss ich reintun. Hervorragend. Hervorragend. Hervorragender Ratschlag. Dafür zahle ich Ihnen 7 Millionen Euro. Danke schön. Das ist Coffee Consulting. Wo ist das Geld jetzt? Bei mir nicht, ich habe nichts zu versteuern. Haben Sie das Geld? Was für Geld? Na, sein Geld. Das ist auf einem Schweizer Konto. Grüezi. Wer zum Teufel sind Sie jetzt? Ich bin der Mittermeier von der Credit Suisse. Heizen Sie mich nicht. Ich bin im Stresstest. Das ist jetzt das Geld von der Uthoff Unlimited.
Herr Mittermeier, ich kann mich doch auf das Bankgeheimnis verlassen. Wer hat Sie gefunden? Ja, fühlen sich nicht zu sicher. Bald ist Ihr doofes Bankgeheimnis genauso löchrig wie Ihr doover Käse. Bald? Bald? Ist bei uns in der Schweiz ein sehr, sehr, sehr dehnbarer Begriff? Okay, jetzt habe ich es verstanden. In der Schweiz vermehrt sich da Steuerfrei. Aber Sie kommen ja gar nicht mehr an das Geld ran. Natürlich, gar kein Problem. Ich zeige Ihnen das mal. So, da ist das Geld. Jetzt werden die Steuern fällig. Das glaube ich nicht. Jetzt mache ich ein Geschäft mit mir selbst. Ich nehme einen Kredit bei mir selbst auf. Und der ist ... Steuerfrei.
Das geht mir hier jetzt aber entschieden zu schnell. Herr Uthoff, wenn das so einfach darstellbar ist, dass selbst wir das schaffen, warum machen die Staaten da nichts gegen diese Steueroasen? Das ist doch ganz einfach. Diese Steueroasen können mit den Steuern machen, was sie wollen. Das sind ja völlig unabhängige, souveräne Staaten. Keine Ahnung von Erdkunde. Was? Naja, bayerisches Abitur. So, was haben wir hier? Die Kanalinseln, Bermudas, britische Jungen von Inseln, Cayman Islands. Das sind die großen Steueroasen. Fällt euch was auf? Ja, die sind ziemlich klein. Fast. Das sind sogenannte britische Übersee-Regionen. Die sehen aus wie eigenständige Staaten, sind es aber nicht.
Die Regierungen werden von der britischen Königin eingestellt. Das heißt faktisch, sie sind nicht. Faktisch gehören sie zu England. Moment, das heißt ja, dass Großbritannien, die so tun, als würden sie gegen Steueroasen vorgehen, selber Steueroasen betreiben? Warum? Da stelle mal uns mal ganz dumm und euch vor, ihr seid eine Regierung und wollt neoliberale Politik machen. Politik gegen die sozial schwachen Steuersenkung für Reiche. Für so eine Politik kriegen wir in der Bevölkerung niemals eine Mehrheit. Außer? Du schaffst irgendeinen Sachzwang, oder? Zum Beispiel? Steueroasen. In denen die Steuern viel niedriger sind als im eigenen Land. Da fließt dann das Geld hin?
Und eurer Bevölkerung sagt ihr, ihr müsst den Reichen die Steuern senken, weil die sonst mit der Kohle in eine Steueroase abhauen. Das nennt man Steuerwettbewerb. Ach, deswegen sind die Konzernsteuern in den letzten Jahren einfach, die haben sich halbiert? Dann ist die Politik ja gar nicht machtlos. Nein, Klaus, das ist nur eines von den vielen unverschämten Märchen. Und was machen wir jetzt? Ihr beiden macht jetzt Pause. Jetzt endlich! Und den anderen erzähle ich ein anderes Märchen. Liebe Kinder, habt ihr eigentlich schon mal von diesem Freihandelsabkommen gehört?
Jetzt, während wir so lustig hier bei Sam sitzen, verhandeln Vertreter der Europäischen Union mit Vertretern der USA hinter verschlossenen Türen darüber, dass alle Gesetze für Handel und Wirtschaft in Amerika und Europa dieselben sein sollen. Mit anderen Worten, Leute, die wir nicht kennen, treffen sich an Orten, die wir nicht sehen, um Sachen zu besprechen, von denen wir nichts erfahren, damit sie Dinge beschließen, die wir nicht wollen. Bislang... Bislang kanntet ihr das unter dem Begriff Lehrerkonferenz. Jetzt kann man natürlich sagen, ja dann ändern wir unsere Gesetze eben nicht. Das ist richtig.
Aber dann will das Freihandelsabkommen dafür sorgen, dass wenn ein Unternehmen in einem anderen Land weniger Gewinn macht als bei sich zu Hause, weil dieses andere Land seine Gesetze nicht geändert hat und noch Mindestlöhne gibt, Umweltschutz auflagen, Gewerbesteuern und Werbung mittels Schweiger, dann soll das Unternehmen das Land dafür verklagen dürfen. Und mal unter uns. Ein Land, in dem es Werbung mittels Schweiger gibt, sollte man verklagen dürfen. Diese Klagen... Diese Klagen werden aber nicht vor ordentlichen Gerichten verhandelt, sondern vor geheimen Schiedsgerichten mit nur drei Anwälten. Die spielen Schnick, Schnack, Schnuck.
Und wenn die sagen, dass ein Land einem Unternehmen den Verlust ersetzen muss, dann soll das Urteil bindend sein. Wenn du also noch eine Einnahmequelle suchst, werde Kondomhersteller und guck mal, ob der Vatikan sich weigert, dein Produkt zu verkaufen. Da fragt man sich natürlich, warum unsere Politiker da eigentlich mitmachen. Nun, das Freihandelsabkommen verspricht ein Wirtschaftswachstum von 0,5%. Stellt euch vor, Viagra macht Werbung mit dem Slogan, wir versprechen ein Wachstum von 0,5%. Na, das bringt doch Schwung in jede Ehe. Aber nicht nur das. Das Freihandelsabkommen bringt nicht nur ein Wachstum von 0,5%, sondern auch erst in 10 Jahren.
Stellt euch vor, Viagra macht Werbung mit dem Slogan, wir versprechen ein Wachstum von 0,5% in 10 Jahren. Gut, zu jeder guten Ehe gehört auch Geduld. Für die Ehe von Angela Merkel scheint es jedenfalls zu reichen. Denn die sagte, das Freihandelsabkommen ist ein Riesenschritt nach vorne, der uns auch neue Arbeitsplätze bringt. Man weiß zwar nicht, in welcher Realität sich unsere Bundeskanzlerin befindet, aber für sowas musste Christoph Daum mal eine Haarprobe abgeben. Denn das Blöde ist, es gibt bereits ein Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko. Und dazu liegen bereits Untersuchungsergebnisse vor.
Die haben ergeben, eine enorme Zunahme von Klagen von Unternehmen gegen Staaten, keinen Abbau von Arbeitslosigkeit. Riesengewirbel, das ist das, was wir hier sehen. Das ist das, was wir hier sehen. Mit dem Vorbild der USA gibt es von den USA keine Abbaus von Arbeitslosigkeit. Riesengewinne für Banken und Konzerne, aber keine Werbung mit Till Schweiger. Und wenn sie nicht gestorben sind, verhandeln sie noch morgen. Nicht gucken, Sie werden nie erraten, wer diese D-Tipps im Grunde, im Prinzip erfunden hat. Das war nämlich Deutschland. Im Jahr 1959 gegen Pakistan. Na ja, schauen Sie, die ganzen Unternehmen, die wollen Ihre Investitionen schützen, das viele Geld, das sie da reingesteckt hat.
Schauen Sie zum Beispiel Apple. Immer aus einer Garage, zum wertvollsten Unternehmen der Welt und alles ganz aus eigener Kraft. Ja, nicht ganz aus eigener Kraft. Das ist Blasphemie. Nicht alles ist Blasphemie, nur weil es Ihnen nicht passt. Hier, nehmen Sie mal, iPhone. Ja, Apple's großartigstes Produkt, wie Sie selber sagen. Hier, wunderbar, Kerntechnologien sind, was frage ich Sie, GPS, Internet, Multi-Touch-Display und irgendwas mit F, Mikrofestplatten. Alles staatliche Grundlagenforschung. Das ist steuerfinanziert. Ach, geben Sie mal her, da frage ich mal jemanden, der deutlich seriöser ist als Sie. Siri, wer hat dich erfunden? Ich, Siri, wurde von Apple in Kalifornien entwickelt.
Siri, was du wieder verschweigst, allein deine Grundlagen hat ein staatliches Projekt an der Universität Stanford gelegt. Leck mich am Arsch, du Klugscheißer. Sehr, sehr schön. Ich denke mal, der Mythos Steuern hemmen, Innovation hätte sich damit auch von selbst erledigt. Herr Treiber, wir brauchen das Selfie. Herr Treiber, wir haben gelesen, Konzernprüfer wie Sie bringen in der Gesellschaft jedes Jahr 13,8 Millionen Euro ein. Und weißt du was, er kostet nur 80.000. Was, aber das ist ja eine Rendite von 1.200 Prozent. Genau. 1.200 Prozent, die schafft sonst nur Crystal Meth. Naja, oder Comedy. Ja, im Zweifel ist voll das gleiche.
Herr Treiber, was wir sagen wollen, Sie sind eigentlich für diese Gesellschaft wertvoller als Apple. Eigentlich sollte man Sie anbeten. Sie sind ein Superstar. Ja, ja. Sie sind eine Treibersteuersausi. Ich will eine Prüfung von dir. Textman! Textman! Textman! Textman! Textman! Textman! Ja, ich kann dich teilen! Ja! Ich kann dich teilen! Ja! Ich kann dich teilen! Ja! Ich kann dich teilen! Stopp! Was, was? Nein, nein, nein, wir wollen mehr von Ihnen. Es wird nicht mehr Steuerprüfer geben. Warum, Treiber? Weil die Länder mich zu 100 Prozent bezahlen müssen. Sie dürfen aber nur 10 Prozent davon behalten, Herr Reske, den Landefinanzausgleich. Also zu uns nach Gelsenkirchen.
Es besteht also kein Anreiz mehr, Steuerprüfer einzustellen? Nein. Wissen wir, wie man das in Bayern nennt, dass es zu wenig Steuerprüfer gibt? Standortvorteil. Scheiße. Treiber! Treiber, bleib da! Treiber! Treiber! Na ja. Wenn meine Kollegen hier den Staat anbieten, muss man natürlich ehrlicherweise schon aufsagen, was der Staat mit unseren Steuergeldern noch macht. Zum Beispiel Geheimdienstoperationen bezahlen. Wer von Ihnen, ich wollte es nur mal wissen, wer von Ihnen weiß was über Operation Iconal? Handtuch. Oh, da haben wir unsere zwei, drei, okay, da haben wir unsere Geheimdienste. Gute Arbeit gleich. Das ist eine Zusammenarbeit gewesen vom BND und NSA.
Wie soll ich Ihnen das jetzt erklären? Also, Sie wissen, die amerikanische Regierung handelt streng nach dem Motto, in God we trust. Jeder andere wird überwacht. So, und jetzt, Operation Iconal, wie lief die ab? Wir haben ja in Deutschland, ich weiß nicht ob Sie das wissen, einen der größten Internetknoten, Punkte der Erde. Tatsächlich der Dezix heißt der. Das ist jetzt kein Knoten im Internet. Da hat nur jemand so einen Knoten, wo sich die Daten von allen Menschen auf dieser Erde bündeln. Und da hat man gedacht, warum in die Ferne schweifen, wenn die Daten sind so nah, dachte sich die NSA. Und dann haben die sozusagen den BND um Amtshilfe gebeten.
Und was sagt jetzt so ein deutscher Agent, wenn ihn ein amerikanischer Agent fragt, ob ich ihm eventuell bei hochsensiblen Daten helfe? Oh, zapftüß! Und so hat der BND, der NSA, geholfen, von 2004 bis 2008 Millionen von Daten, Telefonaten, E-Mails abzufangen. Und das alles an Kontrollgremien in Deutschland vorbei. Gut, mit Wissen wohl des Kanzleramts. Und damit auch des ehemaligen Kanzleramtsministers, Frank-Walter Steinheilig. Jetzt fragen Sie sich, sind auch Däumchen, die in der Welt verabschiedet sind? Nein. Und was ist das? Was ist das? Was ist das? Was ist das? Jetzt fragen Sie sich, sind auch Deutsche, ausspioniert worden?
Sag mal so, der BND hat gesagt, naja, er hätte einen Filter installiert, der alle Deutschen aus Aikonal herausfiltert. Gut, der BND hat allerdings auch das technische Know-How eines Mitfünfzigers, der sich YouTube-Videos ausdruckt. Es besteht also eine große Chance, dass Ihre Daten weitergeleitet worden sind an die NSA. Jetzt sagt der NSA, naja, wir halten uns an deutsche Gesetze. Mag sein, der BND kann das leider nicht überprüfen aufgrund von, so wörtlich, technischer Unterlegenheit.
Und dazu vielleicht ein ganz schöner Dialog aus dem NSA-Untersuchungsausschuss, den hat es wirklich so gegeben, es ist nicht erfunden, und zwar zwischen dem Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses und einer Frau, Dr. F. Das ist also die Frau, die beim BND für Datenschutz zuständig ist. Und das ging so, der Vorsitzende fragt, ob der BND das auch probiert? Ja. Zum Thema Datenschutz? Nein. Was sind Ihre technischen Fähigkeiten? Ich bin Juristin. Technische Aussagen muss ich glauben. Ich kann sie nicht überprüfen. Lassen Sie uns festhalten, Datenschutz ist beim BND Glaubenssache. Und deswegen können die mit unseren Daten auch machen, was sie wollen, weil das hält ja unter Religionsfreiheit.
Das ist leider kein Witz. Das glauben die wirklich. Der BND-Präsident Gerhard Schindler hat gesagt, wenn der BND Satellitendaten aus dem Ausland abfängt, fällt das nicht unter deutsche Gesetze. Weil, und das ist die wörtliche Begründung, weil die Daten werden ja nicht in Deutschland abgegriffen, sondern im Himmel. Frau Merkel hat mal gesagt, im Grunde gilt deutsches Recht. Das gilt auch weiterhin. Aber für ein BND reicht es, wenn sie so machen und sie stehen nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes. Wie hat das Kanzleramt reagiert?
Nun, Hans-Christian Ströbele hat eine direkte Frage an die Regierung gestellt und gesagt, ist es wahr, dass der BND Daten abgezapft und an die NSA weitergeleitet hat? Der Bundeskanzleramt hat wörtlich geantwortet, nein, der BND habe keine Telekommunikationsverkehre automatisiert an die NSA weitergeleitet. Vielen Dank für die Antwort. Der BND hat die Daten also nicht automatisiert weitergeleitet, sondern es hat jemand auf senden gedrückt. Und die Moral von der Geschichte, wer NSA sagt, muss auch BND sagen. Vielen Dank. Ups, da bin ich in der Steueroase. Wissen Sie, manchmal habe ich einfach keine Lust mehr. Da will ich was anderes machen.
Da möchte ich einen neuen Job anfangen, mich verwandeln, eine neue Karriere einschlagen, vielleicht als Berater. Dann berate ich Sie und sage Ihnen, wie Sie richtig reich werden. Hier, Sie zum Beispiel, 2. Reihe. Ja. Rainer, was machen Sie beruflich? Selbstständig. Schlechter Beruf. Schulen Sie um, machen Sie was mit Perspektive, werden Sie Financial Engineer, Finanzingenieur. Sie strukturieren Finanzprodukte und ein tolles neues Finanzprodukt, das ganz breit aufgestellt ist, das auf 3 Anlageklassen wird. Eine positive Wertentwicklung von Bier und Kartoffelchips, eine dadurch ausbreitende bierselige Untreue und dadurch eine verstärkte Nachfrage nach Single Wohnungen.
Es wettet also auf 3 Anlageklassen auf Fressen, Saufen und ... Daher auch der Name Ihres neuen Finanzprodukts, Triple Fun Anleihe. Und wenn ich das so ein bisschen gänigstisch darstelle, Triple Fun Anleihe, dann liegt das daran, dass ich BWL an einer Waldorf-Universität studiert habe. Und jetzt Finanzprodukte tanzen kann. Um sicherzustellen, dass Ihre Triple Fun Anleihe funktioniert, gründen Sie einen Puff Rainer. Das Innovative an Ihrem Puff alles umsonst. Das Bier, die Kartoffelchips, die Damen. Daher auch der Name Ihres Produktes, Easy Fuck. Sie dürfen allerdings nur verheiratete Männer rein, die unterschreiben müssen, dass Sie einer Zweitverwertung Ihrer Aktivitäten zustimmen.
Und dann schicken Sie einen Link mit der Aktivität des betreffenden Mannes mit einem Video davon an die Gattin des betreffenden Mannes, zusammen mit einem Link zu der ebenfalls von Ihnen neu gegründeten Scheidungskanzlei mit dem schönen Namen 1-2-3-FREI! Und die vermittelt sowohl die Scheidung als auch neue Wohnungen aus dem Immobilienbestand Ihrer ebenfalls neu gegründeten Immobilienfirma mit Sitz in Dresden und dem schönen Namen 2-Ralm-Dralm. So, alles klar, alles neu, alles wunderbar. Und um sicherzustellen, dass das Ganze auch richtig abgeht, verkaufen Sie Ihre Firma die Rechte daran, an Ihren Schwager in den, ich tanze was ganz, ganz Flaches, Niederlanden, genau.
So, jetzt zwei Konsequenzen. Erste Konsequenz, ab jetzt tragen alle Nutten orange Trikots. Das heizt den Umsatz nochmal an, weil alle Deutschen heimlich davon träumen, Holland mal so richtig. Konsequenz Nummer zwei, Niederlande, Niedrigsteuerland, keine Steuern mehr, mehr Fun, mehr Perspektiven. Sie strukturieren das Produkt nochmal um und verkaufen uns noch einen neuen Namen nach dem neuen italienischen Vorstandsvorsitzenden BBO-Bunga-Bunga-Obligationen. Und die Bunga-Bungler-Obligationen verkaufen sich wie geschnitten Brot.
Die Leute sind wild, sie schlagen sie tot, sie wollen sie alle haben, bis dann eines Tages die Nutten keine Lust mehr haben, weil sie in orange Trikots immer mit der Stadtreinigung verwechselt werden und auf den Weg zur Arbeit, den Park haken müssen und dann bricht ihr Produkt zusammen. Aber es kält sich komischerweise raus, dass alle Schulden bei zypriotischen Großbanken lagern, die aus irgendeinem Grunde das alles mit einem Discount an russische Oligarchen verkauft haben und das System relevant sind und gerettet werden müssen mit Geldern des IWF und der EZB. Und wessen Geld ist das dann? Nein, das ist nicht Ihr Geld. Seien Sie mal nicht überoptimistisch. So viel haben Sie gar nicht.
Nein, das ist auch nicht das Geld Ihrer Kinder, das ist das Geld Ihrer Ur-Ur-Ur-Enkel. Und wenn die Bevölkerungsentwicklung hier weiter so läuft, wie Tilo Sarrazin sich das wünscht, ist das sowieso ein türkisches Problem. Haben Sie einen Kaffee? Nein, ich habe ein Problem. Vor allem ein modisches. Bitte, ich bin Starbucks. Was sind Sie? Ich habe 40 Millionen Gewinn gemacht vor Steuern. Ich bin am Ende. 40 Millionen, wie konnte das passieren? Ich weiß nicht, ich habe getan, was ich konnte. Sie verkaufen überteuerte Plörre in Eimern ohne Service mit Warteschlangen. Und die Leute reißen mir das Zeug trotzdem aus der Hand? Das ist kein Grund, so viel Gewinn zu machen.
Das soll doch nicht wieder vorkommen. Ja, das wird es auch nicht. Ich zeige Ihnen mal, wie man als Konzern in Europa legal die Steuer umgeht. Wir machen mal aus Ihrem Gewinn von 40 Millionen einen Verlust von 60 Millionen. 60 Millionen Verlust sind Sie? Wahnsinnig! Das Geld ist ja noch da. Ist ja nur verreist. Ach, wohin? Nach Holland zu Ihrer Mutter. Ach, Mama! Ich wusste gar nicht, dass ich so sozial bin. Das ist Ihre Tochter. Von Ihren Mutterkonzernen. Diese ganzen deutschen Starbucks-Fialen gehören zur Mutter. Die klammert aber auch. Deswegen heißt sie auch Holding. Und der überweisen Sie jetzt Ihren ganz schönen Gewinn. Wofür ist denn das Geld? Damit Sie Ihren Namen nutzen können.
Das ist doch völlig unglaubwürdig. Das ist ja auch nicht so wahnsinnig aufwendig. Nicht Ihren Namen. Ihren Namen. Sie sind Starbucks. Was glauben Sie, was das gekostet hat? Was hat es denn gekostet? Nix. Das haben die aus Moby Dick geklaut. Wissen Sie, was die Figur Starbuck bei Moby Dick war im Roman? Steuermann. Und offiziell zahlen Sie jetzt horrende Lizenzgebühren, mit denen Sie diesen Namen nutzen können. An Ihre Mama Holding. Und so werden aus meinen vielen, vielen Gewinnen ganz, ganz viele ... Moment, Moment, Moment. Jetzt ist mein Geldjahr in Holland. Da kommt doch dann das holländische Finanzamt. Keine Sorge, die robben Sie nicht aus.
Gewinne aus Lizenzen, die sind da in Holland nahezu steuerfrei. Und deswegen habe ich mit 160 Filialen in Deutschland in den letzten Jahren 0 Cent Unternehmenssteuern bezahlt. Oh, jetzt will ich auch mal das Arschloch sein. So. Seit wann ist der Sohn von Wilhelm Teller ein Arschloch? Ich bin Apple. Wissen Sie was mein Erfolgsgeheimnis ist? Das weiß doch jeder, Steve Jobs. Das ist falsch, nein, das ist Katy Kearney. Wer ist das denn? Na ja, sagen wir mal so, das ist eine höhere Buchhalterin, Managerin, die gerne unerkannt bleiben möchte. Und was macht die? Na, sie macht Apple. Also mich zu einem irischen Unternehmen.
Das heißt, alles in Kalifornien statt, zusammengeschraubt wird, das Zeug in China. Ja, und deswegen bin ich zum Großteil ein irisches Unternehmen. Nein, doch, warum? Wegen Katy Kearney. Ich muss ja Unmenschliches leisten. Na, sie lebt in Irland. Irre. Ja, nein, sie ist Irin. Und sie sitzt in einer meiner Firmen, der Apple Operations International, als Vorstand. Ach, das ist eine Briefkassenfirma. Nein, die haben noch nicht mal einen Briefkasten. Wir haben nicht viel Platz, weil wir ja brauchen ein Konto, das groß genug ist, die ganzen Gewinner aus Europa, also fast alle, auf dieses Konto zu leiten. Und von da aus geht's dann in die Steueroasen. Ach, das gibt's doch nicht.
Ja, das ist eben der Trick. Mich gibt's gar nicht. Ach so, Moment mal. Den Amerikanern sagen Sie, ihr Sitz sei in Irland. Ja, und deswegen werde ich in Amerika nicht besteuert. Und den Iren sagen Sie, dass sie von den Offshore-Inseln gemanagt. Und deswegen werde ich in Irland nicht besteuert. Das nennt man doppelte Nichtbesteuerung. Haha. Die wertvollste Unternehmen in der Welt. Was ist denn in den letzten Jahren in Deutschland an Unternehmensteuern geflossen? Ich kann nicht genau sagen, 2011 waren es 201.493 Euro. Immerhin. Na ja, es war eine Steuerrückerstattung. Was? Können Sie sich das vorstellen? So, jetzt will ich auch mal das Arschloch sein. Was sind Sie? Amazon.
Moment mal, was geht es an denen auszusetzen? Die liefern doch recht pünktlich. Schon mal von Amazon eine Rechnung bekommen? Ja. Und was stand drauf? Fifty Shades of Grey. Haha, jetzt. Falsch du, Pinguin. Da stand drauf, Amazon, EU, Saar, Rüpletis, Luxemburg. Ist doch logisch. Das Buch wird geschrieben und gebunden in England. Gekauft und gelesen in Deutschland. Und deswegen versteuern wir die Einnahmen in der Mitte in Luxemburg. Dann zahlen Sie halt in Luxemburg Steuern. Mach ich auch. Ein Prozent fast. Super Deal. Das ist nie mehr lustig. Weißt du, irgendwelche anonymen Reiche und Konzerne, die klauen den europäischen Staatsfonds jedes Jahr eine Billion Euro Steuergelder.
Mit einem Bruchteil davon. Da könnte man ja tatsächlich schon die Krisen in den Krisenländern in südeuropäischen Ländern, da könnte man die Krise beenden. Aber nein, wir sagen ja, das ist Demokratie. Da müssen die Millionen leiden, damit ein paar wenige Milliarden machen können. Das ist das Problem, indem man sich mit Steueroasen selbst bescheißt. Deswegen müsste man es im Grunde gar nicht mehr Steueroasen nennen. Eigentlich müsste man es Steuerkloaken nennen. Aber jetzt ist das ja alles vorbei. Denn jetzt wird aufgeräumt. Die EU-Kommission räumt jetzt auf. Mit Jean-Claude Juncker aus Luxemburg. Fangen Sie mal, Amazon, mit wem haben Sie diesen perversen 1%-Deal eigentlich ausgehandelt damals?
Mit dem Verwaltungschef Jean-Claude Juncker aus Luxemburg. Jetzt erzählen Sie wenigstens keinen Bullshit mehr. Und damit sind Sie wieder mehrwertsteuerbefreit. Was denn? Die Analyse ist doch da. Was setzen Sie hier rum? Jetzt müssen Sie aktiv werden. Wie will man denn jetzt Leute mit der rechten Konzernbesteuerung mobilisieren? Ich hatte da zumindest mal ein Transparent gemacht. Wollen Sie es sehen? Schauen wir es doch mal an. Gemeinsame. Konsolidierte. Körperschaftssteuer. Bemessungsgrundlage. Jetzt. Gut zugegeben. Ist ein bisschen sperrig. Jetzt geht es nicht auf. Das kann nicht funktionieren.
Aber wenn ihr Konzerne wie Starbucks richtig reintreten wollt, dann müsst ihr das über die Kunden machen. Aktion. Auf Facebook, auf Twitter. Handys raus. Filmen. Kids. ZDF. Lebende. Ihr da draußen. Ihr geht jetzt ab. Ihr da draußen. Ihr geht jetzt alle in einen Starbucks-Laden. Dann geht ihr zu dem Cappuccinosepen und sagt, hey Barista, du gibst mir jetzt einen Windig Frappuccino. Mit Haselnussdressing und Schoko-Streusel. Dann nimmst du ihn und dann trinkst du. Der schmeckt nicht. Da sind keine Steuern drin. Dann nimmst du ihn. Alles wird gefilmt. Du nimmst ihn und du kippst in dir diesen Eiskaffee über den Kopf. Du stellst den Film dann auf Facebook, Twitter. Hashtag Starbucket-Challenge.
Ich nominiere die Zuschauer der Anstalt. Und ich nominiere Klaus von Wagner. Und ich nominiere Michael Mittermeier. Ich nominiere Chen Mayer. Und ich nominiere H.G. Buschauer. Und ich nominiere Michael Mittermeier. Ich nominiere Chen Mayer. Und ich nominiere Max Utro. Männer für die Steuer! Ja!
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