Und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger möglich macht, die Anstalt zu sehen. Und ab wann gilt das? Also Genossen. Nach meiner Kenntnis gilt das ab sofort. Unverzüglich. Ich kann die Grenzen nicht mehr halten. Wir bluten jetzt den Mauerlauf, den Zermauerfall in seinem Lauf. Meine Damen und Herren, liebe Fernsehzuschauer, draußen an den Händgeräten, hier spielen sich unbeschreibliche Szenen ab. Deswegen beschreibe ich sie Ihnen kurz, denn ich bin ja Reporter, die Mauer ist offen und da kommen schon unsere ersten Brüder und Schwestern aus dem Osten, Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben. Ich denke wir machen mal rüber. Mensch, das ist total klasse. Wir sind drin. Im Fernsehen sah das alles irgendwie größer aus. Moderner. Ist halt ZDF, ist ein Staatsbetrieb. Jetzt wo Sie hier sind, was werden Sie als erstes machen? Bananen, Beate-Use, ein Biermann-Konzert? Biermann? Man hat mir eine bessere Welt versprochen. Ist das nicht toll, wie Sie hier entfangen worden sind? Unglaublich, dieser Jubel, diese Freiheit. Ausweise! Das ist doch jetzt nicht mehr notwendig. Herzmann, vor 5 Minuten war hier noch die Tödeszone. Da werde ich doch wohl einmal noch die leichte Ausweise kontrollieren dürfen. Dankeschön, das war freundlich von Ihnen. So, Sie sind eine nette Maria Marx, eine Genössin. Ja, aber jetzt bin ich Kabarettistin und ich nenne mich Nessi Tausendschön. Tausendschön? Naja, Kabarett lebt schon von Übertreibung, nicht wahr? Sind Sie Jürgen Becker, Beruf Kölner? Spaßvögel? Na, dann bringst du mich mal zum Lachen. Was passiert, wenn man den Sozialismus in der Wüste einführt? Passiert erst mal lange nichts und dann wird der Sand knapp. Lüstig, wenn Sie sind Mark Uwe Kling. Was machen Sie so beruflich? Ich bin Schriftsteller. Ich schreibe kapitalismuskritische Bücher, die sich total gut verkaufen. Dann wünsche ich Ihnen viel Spaß im Besten. Herzlich willkommen bei uns an. Wird Deutschland jetzt Ihre neue Heimat? Ja, also wenn wir ausreisen dürfen schon. Ich würde so schrecklich gern mal die zwei Türme vom Weltdrehcenter sehen. Uah, das geht nicht mehr. Aber Begrüßungsgeld kriegen wir ja schon noch. Ja, Investmark würde ich sagen. Die gibt es leider auch nicht mehr, es sei denn Sie wählen AfD. AfD? Sind wir jetzt hier noch 1989? Nein, das ist 2014. Ich habe mir gleich gedacht, dass das kein Auto ist oder eine Zeitmaschine. Aber in Zukunft gibt es doch keine Stasi mehr, oder? Naja, den Job macht nur jemand anders. Aber die Einheitsfront der alten Blockparteien, das ist doch Geschichte. Ja, naja, das nennt sich jetzt große Koalition. Da wäre noch nie jemand von den alten Ostkarton regiert. Je nachdem wie man es nimmt. Jetzt sagen Sie bloß noch, man muss auch überall Schlange stehen. Ja, fürs neueste Telefon, klar. Das ist ja alles wie früher. Ja, wenn alles so ist wie früher. Haben Sie aber versucht zu fliehen. Nö, wieso? Ja, wenn Sie nicht gerne gehen, sondern da drüben. Aber es gibt kein drüben mehr. Wieso? Ist das hier jetzt alles alternativlos? Im Prinzip ja. Dafür bin ich damals nicht auf die Straße gegangen, als ich sieben Jahre alt war. Hören Sie! Halt! Halt! Hören Sie, gemeinsam sind wir stark! Wir sind das Volk! Wir sind das Volk! Wir sind das Volk! Hören Sie doch auf, Herr von Wagner. Mein Gott, diese Wiedervereinigungsschmonzette. Das ist doch unerträglich. Wir sollten den Leuten lieber mal zeigen, wie man heute mit Menschen umgeht. Die Grenzen überwinden, um eine bessere Zukunft zu finden. Das wäre mal eine Sendung wert. Das machen wir jetzt auch. Sie nehmen jetzt den Zettel. Dann gehen Sie da rüber und dann lesen Sie das vor. Ich habe keine Ahnung, was ich da vorlese. Ja, das wusste Schabowski auch nicht. Okay. Und bitte. Und deshalb haben wir in der EU uns dazu entschlossen, eine Regelung zu treffen, die es jedem Flüchtling unmöglich machen soll, Europa zu betreten. Und ab wann gilt das? Herr Schausse, nach meiner Kenntnis gilt das sofort unverzüglich. Ah! This is Germany? Yes, Germany. Welcome. Come on over here. Come on. Hey! Was machen Sie denn da? Das kann ich Ihnen sagen, was ich mache. Ich verhafte diese Leute. Aber das sind doch auch nur Menschen, die nach einem besseren Leben suchen. Wieso werden die jetzt verhaftet? Richtig. Aber schauen Sie, das sind Syrer. Da greift nun mal Aufenthaltszahler. Und jetzt Paragraph 95. Unerlaubte Einreise. Illegale Republik, Zuflucht sozusagen. Stellen Sie jetzt mal Ihre Fragen. Ist es nicht unglaublich, wie Sie hier empfangen werden, dieser Jubel, diese Freiheit? Germany, thank you. Jetzt, wo Sie hier sind, was werden Sie als erstes machen? Bananen, Beate Use, ein Biermann-Konzert? Thank you. Das kann ich Ihnen genau sagen, was Sie machen. Dann geht es zurück in die Rückführungszentrale. Auf geht's. Move, move. Come on, here. Take your stuff. Over here. Move! Dabei hätte ich noch eine Frage gehabt. Wird Deutschland jetzt Ihre neue Heimat? Ja, muss ich gerade sagen, Heimat. Gerade hier in München. In München. Muss man ja sagen, die Mauer und die DDR, die waren ja zufällig. Während die Russen im Zweiten Weltkrieg ein bisschen weiter südlich rausgekommen. Sagen wir mal in Bayern. Dann hätten wir das gehabt. 40 Jahre lang eine Partei an der Macht. Sogar noch länger nicht. Aber die Christi-Soziale Union fußt ja auch nicht auf Karl Marx, sondern auf Apostel Paulus. Paulus ist 16.000 km durch Europa geritten. Er fiel nach einem epileptischen Anfall vom Pferd. Da war er drei Tage blind. Da hat er sich das alles ausgelassen. Da hat er gesagt, der Tod am Kreuz, das war vielleicht ein Opfertod. Ich, sagt Paulus, deute das jetzt um in einer Heilsmaschine aus Schuld und Sühne. Das heißt, du darfst sündigen. Du kannst es ja hinterher beichten. Daraus ist dann die katholische Sexualmoral entstanden. Jetzt gehen wir erst mal in den Puff, dann haben wir das schon mal aus dem Kopf. Paulus hat das Christentum erfunden und damit auch die CSU. Durch seine Heilsmaschine aus Schuld und Sühne brachte er die gesamte antike Götterwelt zum Einsturz. Eine enorme Leistung. Und dieses Prinzip, die Welt zu erklären mit Schuld und Sühne, also ein Duades Prinzip, haben letztlich alle Welterklärer übernommen. Joseph Beuys hat versucht, die ganze Welt zu erklären mit Kultur und Natur. Karl Marx und de Bois haben versucht, die ganze Welt zu erklären mit Männer und Frauen. Karl Marx hat versucht, die ganze Welt zu erklären mit Ausbeutern, Ausgebeuteten. Das hat dann Robert Lemke umgedichtet in Selbstständige und Angestellte. Und hat damit die soziale Demokratie gegründet. Er war ja eine SPD. Und Joseph Beuys die Grünen gegründet. Und Beuys hat dann den berühmten Satz gesagt, jeder Mensch ist ein Künstler. Jeder ist Bildhauer, jeder ist Maler. Aber jeder hat Talente, aus denen er erschöpfen kann. Und es geht darum, dass wir diese Talente finden, dass wir sie fördern, dass wir sie zusammenschweißen zu einer sozialen Plastik. Und wenn wir heute mal in ein Flüchtlingsheim gehen oder in eine Brennpunktschule, dann sehen wir doch, wie viele Chancen da vergeben werden, wie viele Kinder im Kern hochtalentiert sind, aber nie gefördert werden, weil sich keiner kümmern kann. Und wir sehen ja die Migranten immer als Problem. Dabei sind sie doch Teil der Lösung. Denn jetzt, wo sich die gebildeten Schichten mit der Vorpflanze und so zurückhalten, hängt die Zukunft unseres Landes davon ab, wie vieles von der Unterschicht an die Universität schaffen. Denn kaum ein Mensch ist dumm. Es kommt auf die Förderung an. Meistens. Eine Lehrerin stellte sich vor ihre Klasse und wollte das wissen. Zu Beginn des Schuljahres sagte sie, wer von euch hält sich selbst zu dumm, der soll aufstehen. Und alle blieben sitzen. Da haben wir es doch. Jetzt aber auch ran an den Speck, jetzt machen wir auch was draus. Ein schüchteres Mädchen. Die Lehrerin sagt, du hältst dich selbst zu dumm. Nein, sagt das Mädchen. Aber ich wollte nicht, dass sie so alleine da steht. Aber warum gelingt es uns, uns nicht die Talente zu finden und zu fördern? Ich könnte mir vorstellen, es liegt daran, dass wir uns immer noch an den Defiziten orientieren. Wenn ein Kind schlecht in Mathe ist, dann kriegt das Mathe-Förder, Mathe-Nachhilfe. Jeder Eltern spricht da. Ich kann das Wort Mathe nicht mehr hören. Warum sagen wir nicht einfach, wenn so ein Kind kein Talent in Mathe hat, dann lasst man irgendwann mit Mathe in Ruhe. Die vier grundrechten, artenreichen Austausch kommt schon in das Leben. Fördert man jetzt besser, wo es gut ist. Denn man merkt doch irgendwann, wo die Talente liegen. Dann kommt der Lehrer in die Klasse mit so einem Stapel Mathearbeit und sagt, Katastrophe, 60% von euch haben in Mathe eine 5. So viel sind wir doch gar nicht. Da weißt du doch Bescheid. Den fördert man besser woanders. Und das ist ja auch nicht schlimm. Denn guck mal, wenn so ein Kind kein Talent in Mathe hat, ja und, da kann es immer noch was bei der Bank werden. Apropos Bank. Ich war letztens in der Bank. Und zwar mit einem Känguru. Das ist nicht ungewöhnlich, weil ich wohne mit dem Känguru zusammen. Das Känguru ist Kommunist. Und es hat eine Anti-Terror-Organisation gegründet. Die Anti-Terror-Anschläge begeht gegen den Terror von Staatwirtschaft und Radio Energy Morning Show. Und einen Anti-Terror-Anschlag habe ich mal mitgeschrieben. Wenn ich mich kurz vorstellen darf, sagt das Känguru, streicht sich über seine nach hinten gegelten Haare. Ich bin Schatzmeister des Verbandes deutscher Floristen, der sogenannten Blumen Group. Sicher haben Sie schon von uns gehört. Welche Summe sollen wir denn für Sie anlegen, fragt der Bankberater. Eine halbe Million, sagt das Känguru. Oh, sagt der junge Mann und wird spürbar freundlicher. Ein stattliches Sümmchen. Ja, sagt das Känguru. Es ist mir durch ein paar Tricks gelungen. Unter uns Verbrechern brauche ich ja nicht zu heimlichen. Nein, natürlich nicht, sagt der junge Mann lächelnd. Es ist mir gelungen, einige Gelder vor der Steuer zu retten und in meine private Tasche umzuleiten. Ganz prima. Mein alter BWL-Professor, ein Typ, der sich seine Resthaare über die Glatze gegelt hat, sagt immer, man geht hinein und verlangt einmal waschen und anlegen, bitte. Ja, äh, wie sollen wir das Geld denn anlegen, fragt der Bankberater. Machen Sie das Portfolio ruhig so, wie ich meine Stakes mag, sagt das Känguru. Ah, sagt der Mann, well done. Nein, sagt das Känguru, blutig. Wie bitte? Sie verstehen mich schon, sagt das Känguru. Geld arbeitet nicht, Menschen arbeiten. Und je größer die Ausbeutung, desto größer die Rendite. Das ist doch klar. Ich will dritte Welt, 16 Stunden Tagekinderarbeit. Ich will Landmähen, Streubomben, Atomkraftwerke. Ich will Rohstoffe aus Krisenregionen, Öle aus Naturschutzgebieten. Spekulieren Sie mit Lebensmitteln, egal was. Ich weiß nicht, sagt der Mann, vielleicht sollten Sie mit meinem Vorgesetzten, der kennt sich da besser aus. Nein, nein, nein, sagt das Känguru. Sie schaffen das schon. Mir ist ja völlig egal, was Sie mit meinem Geld machen. Hauptsache, Sie machen mich reich. Nein, das trifft es nicht. Hauptsache, Sie machen mich noch reicher. Das ist natürlich mein Job, sagt der Mann. Aber ich will doch nichts anderes als all die anderen, die ihr Geld hier anlegen, sagt das Känguru. Nein, nein. Stört es Sie etwa, dass ich so offen bin? Sie sind mir ja ein Herzchen, sagt das Känguru. Wenn Sie Gutes tun wollen, hätten Sie nicht Banker werden dürfen. Nein, nein, ich will natürlich nichts Gutes tun, aber... Nein. Von mir aus, sagt das Känguru, ich kann es auch wie in Ihrer Werbung formulieren, suchen Sie mir bitte Firmen und Konzerne, die in den ärmsten Ländern der Welt wichtige Investitionen tätigen und mithelfen, diese Länder aufzubauen und den Menschen durch Perspektiven, durch Arbeitsplätze. Das Känguru fängt an zu lachen, wie die Infrastruktur und die Segnung und der Mordwirtschaft. Ein hysterischer Lachkrampf hinter das Känguru am Weitersprechen. Sie machen mir Angst, sagt der Mann. Das Känguru hört abrupt auf zu lachen. Sie wollen mein Geld nicht anlegen? fragt es. Seien Sie versichert, ich finde einen Schreibtischstäter, skrupellos wie ich, der keine moralischen Bedenken hat für mein Anklage... Anklagekapital... Anlagekapitalprovision einzustreichen. Und Sie haben anscheinend den falschen Beruf. Das Känguru steht betont langsam auf. Denkst du mal darüber nach? Guten Tag. Wir verlassen den verdutzten jungen Mann und die Bankfiliale. Und nun? frag ich. Tja, sagt das Känguru. Noch die Commerzbank da vorne. Dann machen wir Schluss für heute. Ah! Herrlich! Diese Seeluft, was? Das ist der salzige Duft der Freiheit, nicht wahr? Dieses ganz besondere... Moment mal, da winkt doch einer. Winkt doch einer! Wo? Da unten, da! Mann über Bord! Mann über Bord! Warten Sie! Ich glaube, der war gar nicht an Bord. Ich glaube, der hat gar kein All-you-can-eat-Bändchen. Können Sie nochmal winken? Tatsächlich, er hat keins. Falscher Alarm! Hätte mich auch gewundert, ich hab gar keinen schwarzen an Bord gesehen. Wobei, wir waren ja auch noch nicht im Maschinenraum. Ich versuche mal, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Hello! Do you speak English? Sie sprechen Deutsch umso besser. Brauchen Sie Hilfe? Wohin wollt's? In Europa! Kein Problem! 200 Kilometer in die Richtung schwimmen! Kann Sie gar nichts verfehlen! Bitte! Was wollen Sie? Asyl! Bei uns! Warum? Werden Sie verfolgt? Ich mein, schauen Sie, wir können ja nicht alle aufnehmen, die so im Meer herumschwimmen, ne? Ach, Sie sind allein! Na ja, aber schauen Sie, wenn wir Sie jetzt aufnehmen, nicht wahr, dann doktern wir doch nur an den Symptomen herum. Man muss doch die Ursachen Ihrer Flucht beseitigen, nicht wahr? Langfristig denken! Ja sicher, kurzfristig sieht's jetzt nicht gut aus für Sie. Aber Sie müssen sich auch mal in unsere Lage versetzen. Nein, nein, nein, Sie sollen nicht an Bord kommen, Sie sollen sich nur in unsere Lage versetzen. Natürlich braucht Deutschland Zuwanderung, aber eben Qualifizierte. Haben Sie einen Abschluss? Was? Professor, sowas können wir immer brauchen! Haben Sie ein Zeugnis? Na dann müssen Sie das das nächste Mal laminieren! Hören Sie! Was wären Sie denn gewesen? Professor für Philosophie! Toll! Oh, da können wir tiefer in der Diskussion. Herr Professor! Herr Professor! Ach, da sind Sie wieder! Herr Professor! Hören Sie, Sie als Betroffener und Experte, was würden Sie denn an unserer Stelle tun? Ja, das ist ja auch ein interessantes moralisches Dilemma, in dem wir stehen, finden Sie nicht? Ihr Recht auf Asyl steht unserem Recht auf Erholung und Urlaub ja irgendwie entgegen. Ja, ja, wir wissen, Asyl ist ein Grundrecht, aber ein sehr komplexes. Verstehen Sie, an Bord könnten wir Ihnen helfen, aber wir können Ihnen nicht an Bord helfen. Ja, schauen Sie, wenn wir Sie jetzt, wenn wir Ihnen helfen, dann wollen alle anderen, genau, genau, und das gefährdet ja die Akzeptanz in unserer Bevölkerung. Das wäre Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten und das können Sie nicht wollen. Also gerade angesichts unserer Geschichte. Ich muss, bin spät dran, ich habe noch Wasser geben lassen. Ja. Wissen Sie noch, Lampedusa vor einem Jahr über 360 ertrunken, da waren alle geschockt. Der Papst hat gesagt, es ist eine Schande. Und wenn es etwas gibt, womit sich die katholische Kirche auskennt, dann damit. Nein, die... Die Italiener haben ihre Aktion Mare Nostrum gestartet und mit ihrer Marine 150.000 Menschen aus dem Wasser gefischt. Und ganz Europa war dankbar und stolz, dass Italien das alles bezahlt hat. Jetzt wollte Italien nicht mehr oder konnte nicht mehr bezahlen, hat in Europa rumgefragt, könnt ihr uns ein bisschen helfen, hat sich keiner gemeldet. Nur Deutschland hat gesagt, ja, ja, wir würden schon, aber wir wollen nicht. Und dann hat Italien Mare Nostrum eingestellt. Europa hat gesagt, kein Problem, wir machen eine eigene Aktion mit unseren eigenen Grenzschützern von Frontex. Also gut, wir machen es mit weniger Ehrgeiz, weniger Boten dafür mit viel weniger Geld. Und wie benennt man eine Aktion, bei der es von allem weniger gibt? Genau. Frontex Plus. Hat auch einen anderen Namen. Triton, aber ich finde Frontex Plus besser, weil Frontex Plus hat sowas von Always Ultra. Ja, verstehen Sie, ein bisschen unbequem, aber zum abdichten reicht's. Was ist der Zweck von Frontex Plus? Abdichten, die See-Linie. Das hat unser Innenminister Demesier auch noch mal bestätigt. Er sagt, ja, Hauptzweck davon ist die Grenzkontrolle. Hat ihn gefragt, also wirklich jetzt hier, ist der Hauptzweck nicht, so ein paar Flüchtlinge aus Seenot zu retten. Dann hat das deutsche Innenministerium gesagt, nein, dafür hätte Frontex Plus weder das Mandat, noch die Ressourcen. Verstehen Sie, Flüchtlinge vom Ertrinken retten, das ist jetzt zu teuer. Italien hat gesagt, sie haben 114 Millionen bezahlt für Maranostrum in einem Jahr. 150.000 Menschen haben die damit gerettet. 150.000 Menschen. Ich rechne so ungern Menschenleben hoch, aber bei Geretteten machen wir mal eine Ausnahme. 114 Millionen, geteilt durch 150.000 gerettete Menschen. Macht, ich hab das schon mal für Sie vorbereitet, 760 Euro pro Menschenleben. Das ist zu teuer. Das ist in Europa, einem der reichsten Kontinente der Erde, und 114 Millionen sind nicht aufzutreiben in einem EU-Haushalt, der immerhin 115 Milliarden beinhaltet. Wissen Sie was, ich hab mal nachgeschaut. Das Europäische Parlament macht jeden Monat einen Ausflug. Ich weiß nicht, ob Sie das wussten, da ziehen alle Abgeordneten von Brüssel nach Straßburg mitsamt ihren Akten für eine Sitzungswoche. Ist ein Symbol für irgendwas, hat schon jeder vergessen, wofür. Ist einer der größten Wanderzirkusse der Welt. Der Europäische Rechnungshof hat das mal berechnet, was das alles kostet im Jahr. Und jetzt halten Sie sich fest, 114 Millionen Euro im Jahr. Verstehen Sie, das sind unsere europäischen Werte. Wir schicken Abgeordneten mit Lastwegen und Zügen durch Europa, aber Boote schicken, wenn Kinder ertrinken, das ist unbezahlbar. Vielen Dank. Liebe Spiegelredaktion, wir waren nicht immer einer Meinung in letzter Zeit. Aber es wäre doch mal Zeit für ein neues Cover. Nur mal als Vorschlag vielleicht. Oder ist das zu polemisch? Herr von Wanda! Habe ich das richtig verstanden? Deutschland ist sozusagen im Grundsatz gegen den Einsatz der Marine zur Rettung von Flüchtlingen. Ja, das ist ganz interessant. Demesier, der alte Christdemokrat, hat gesagt, ja, solche Aktionen wären nur Brücken für die Flüchtlinge nach Europa. Brücken sind ja was Furchtbares. Sagen Sie mal, was ist das für ein Furcht? Furchtbar. Sagen Sie, hatte der katholische Kirchentag dieses Jahr nicht das Motto mit Christus Brücken bauen? Ja, aber Demesier ist evangelisch. Und Sie sehen, Marine, die wird ja nur in äußerst Notfällen eingesetzt. Was genau sind eigentlich Notfälle? Ah ja, das hat die Bundeswehr versucht zu definieren in einem Werbevideo. Wir haben jetzt Ausschnitte davon da. Das ist nur kurz geschnitten von uns, ein bisschen kürzer, aber es ist das Originalvideo. Gucken Sie mal, die haben versucht, das zu definieren. Oh, friedlich im Supermarkt, Mama und Tochter unter Notfall. Heute keine Bananen. Oh mein Gott, wie furchtbar dieser Schmerz, dieser Trauer. Mama, wo sind die Bananen? Bananen kommen übers Meer, Schatz. Ach, das wusste ich nicht. Aber die Bananen sind bedroht. Von diesem schwarzen Mann hier. Sehen Sie? Oh mein Gott. Unser Wohlstand hängt ja wesentlich vom Handel über die Weltmeere ab. Wie gut, dass die deutsche Marine unterwegs ist mit ganz ganz vielen Schiffen und dann kommen die und dann schießen die ins Wasser. Ja, verstehen Sie? Ballern für Bananen. Ja, oder wie es offiziell heißt, ich glaube, der Handel erfordert sichere Seenwege. Selbstverständlich. Eine starke Marine schützt diese Seenwege. Ja, wunderbar. Also, nochmal ganz kurz, wenn wir... Wenn die Bananen alle sind, schicken wir die ganze Flotte. Und wenn Flüchtlinge ertrinken, dann schicken wir Blumen. Jetzt mal. Zeit für eine kleine Forderung. Ich fordere die Zusammenlegung von Thomas Middelhoff und Uli Hoeneß. Deutschland. Deutschland. Deutschland braucht Synergieeffekte. Der Monat November ist ja schon relativ weit fortgeschritten. Noch ist aber nicht klar, wer wird das Böse des Monats. Im Middelhoff, ich glaube, ihr nicht. Es ist ihm ja eher zu wünschen, dass er standesgemäß per Hubschrauber zu seiner Gefängniszelle geflogen wird. Heißer Anwärter im Rennen um das Böse des Monats, natürlich die FIFA. Also sowas wie der Islamische Staat unter den Sportverbänden. Weit abgeschlagen der Koala-Beer. Obwohl der in letzter Zeit sich ja von jedem dahergelaufenen Politiker sein korruptes Fell wuscheln lässt. Außenseiterchancen hat noch Wolf Biermann der elende Rest eines Liedermachers. Früher Regime Früher Regime-Kritiker, heute Regierungssänger, völlig chancenlos meiner Meinung nach, Bodo Ramelow, der sich doch tatsächlich erdreistet durch seine Ministerpräsidentschaft in Thüringen die zwei Drittel Mehrheit von Angela im Bundesrat kaputt machen zu wollen. Skandal. Wiedereinstieg und Topfavorit Wladimir Putin, der war vor kurzem im G20-Gipfel in Brisbane. Und dieses Foto wurde uns von den deutschen Medien präsentiert mit dem Hinweis, mein Gott, schauen Sie, was das ist. Kein Mensch will sich zu ihm an den Tisch setzen, er ist völlig ohne Freunde. Was nicht erzählt wurde, ist, dass hinter dem Kellner die Präsidentin in Brasilien sitzt. Frau Rousseff, die wahrscheinlich gerade einen kleinen Milliarden schweren Deal mit Putin in trockene Tücher wickelt. Das wurde uns von den Medien nicht erzählt, aber es passt halt einfach nicht ins Bild. Heißer Anwärter auf das Böse des Monats, auch Nazis, immer mehr dummdreiste Deutsche, spazieren über die Straße und stellen unverhohlen das Vakuum zwischen ihren Ohren zur Schau. Und weil führende Politiker und ja, auch die mentalen Gartenzwerge von der AfD immer wieder vor den Flüchtlingen warnen, steigt folgerichtig die Zahl der Anschläge auf deutsche Flüchtlingsheime schon jetzt. Gab es in diesem Jahr mehr Straftaten, Schmierereien, eingeworfene Fensterscheiben, Brandanschläge auf Flüchtlingsheime als in den Jahren 2012 und 2013 zusammen. Und am Wochenende ließen wieder 3000 dieser Hirnlosen ihrem Fremdenhass freien Lauf. Ich glaube, das letzte Mal, dass man in Hannover eine solche Anhäufung von engstirnigen Hohlköpfen gesehen hat, das war bei der Geburtstagsfeier von Carsten Marschmeier. Was? Was aber tun? Gegen Nazis? Ich bin der Meinung, laufen lassen. Und zwar weit. Ganz weit. Wie die Stadt Wunsiedel. Herrlich. Dort findet ja einmal im Jahr ein solcher ein übler Aufmarsch des braunen Mops statt. Und dieses Jahr hat sich der Initiative rechts gegen rechts gedacht, machen wir doch einen unfreiwilligen Händenlauf daraus. Also gab es für jeden Meter, den die Nazis marschiert sind, eine Spende, zugunsten einer Vereinigung, die Nazi-Aussteigern hilft. Und damit die Faschos auch lange durchhalten, gab es zwischendurch Marschverpflegung in Form von Bananen unter dem schönen Titel Mein Mampf. Und am Ende kamen 10.000 Euro zusammen. Nazis laufen gegen sich selbst. Wunderbar. Und wenn die noch die Kondition als Großväter gehabt hätten. Herr Otto. Herr Otto. Herr Otto. Ich bin hier wegen des Vertrages hier. Mir wurde ein femininer unterhaltsamer Wutausbruch zugesichert. Vernichtigkeiten wie Verträge ist bei uns hier von Wagner zuständig. Also ich habe über den wunderbaren französischen Schauspieler Jean Gabin gelesen, dass der immer Wutausbrüche in seinen Filmen hatte, weil in diese irre Mischung aus Sinnlichkeit und Eleganz und Unberechenbarkeit, das machte diesen Mann schier unwiderstehlich. Und wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin, habe ich mir auch einen Wutausbruch in diese Kabarett-Sendung hier hineingeschrieben. Was denken Sie eigentlich, wer Sie sind? Denken Sie, ich könnte Ihre armselige Situation ändern? Und all Ihre Erwartungen erfüllen? Ich kann auch nichts dafür, dass Sie kein Privatleben haben und dann Ihre Abende in Kabarett-Sendungen beim Fernsehen abhängen, um damit Ihre innere Leere zu füllen. Ich sage Ihnen eines. Ihr unverholener Hang zur Belustigung lässt Kabarettisten und Kabarettistinnen sich ohne Not zum Kasper machen! Oder zur Kasperse! Und dann erwarten Sie sich von diesen Künstlern, von diesen Kabarettisten, dass die sie für Sie künstlich ischofieren, dass die bissige Texte aufsagen, abrollen, dass die Politiker nachmachen und dass die lustige Lieder singen. Ich singe aber keine lustigen Lieder. Ich bin eine Kapazität für bodenständige Zerknuschungs-Lyrik. Ich bin eine Konifera auf dem Gebiet der depressiven Trauergesänge. Ich habe Hits geschrieben, wie lebt denn der alte Roland Koch noch? Das hat sich teilweise gereint, hat sich das. Und ich bin auch wütend. Ich bin wütend auf die Politik, auf die Politiker. Die Politiker, die sind für mich wie Tauben. Wenn sie unten sind, dann fressen sie uns aus den Händen und sind sie oben, dann bescheissen sie uns. So funktioniert es nämlich. Hören Sie aus mit dem Kraft! Das tut Ihnen Ohren weh! Das ist ein Gesinnungsapplaus! Ich bin auch sauer auf die Wirtschaft. Social Freezing. Haben Sie davon gehört? Da wird Schindluder getrieben mit dem Einfrieren von Eizellen auf Firmenkosten. Hallo? Da wird in die Familienplanung und Intimität junger Frauen eingegriffen. Social Freezing. Das sollte man A-Social Frosting nennen. Asoziales Schockfrosten sollte man das nennen. Jawohl! Friert Hirn ein! Friert mehr Hirn ein! Und zwar das die sich das ausgedacht haben bei Apple und Facebook. Jawohl! Und deshalb ist alles nur noch Kommerz, Herrschaften. Alles nur noch Kommerz. Und deshalb bin ich Wutburger. Und wenn wir nicht aufpassen, dann wird das auch bald kommerzialisiert. Dann können Sie nämlich im Burger King bald Wutburger kaufen. Hallo? Hallo? Ich hätte gern zwei Cheeseburger und fünf Wutburger mit viel Hack und Senf! Und Senf mit P.F. Und dann sitzen Sie da immer nur unten hier im Saal und draußen an den Fernsehern und wollen im Endeffekt auch immer nur wieder Harmonie, Friede, Freude, Eierkuchen. Peace, Joy and a Cake. That's what you want. Und dann fürs Lachen bezahlen müssen. Das ist für mich unterste Kante. Und ich hab auch gar keinen Bock mehr mich hier zu eschaufieren. Ich bin doch nicht der Schmickler! Oder der Kleine aus der Heute-Show! Das bin ich nicht! Und ich habe das Gefühl, ich hab das Gefühl, als wenn dieser Wutausbruch an dieser Stelle vollkommen unangemessen wäre. Ich kann doch nicht nur um der Formal bei irgendwas machen, was ich überhaupt nicht empfinde! Was ich überhaupt nicht fühle, tief in mir drin! Tief in mir drin! Fühl ich überhaupt keine Wut! Tief in mir drin! Da bin ich doch froh, dass Sie da sind und dass ich hier nicht die Kaspöse alleine machen muss! Da freu ich mich doch! Und das, das ist nämlich das, was hier fehlt in diesem unserem Lande. Die Freude! Die Freude fehlt, genau! Und Lob! Viel Lob! Man muss die Menschen mehr loben! Und vielleicht hören Sie mal auf mit dem Kraft! Wirklich! Sie sind ein ganz fantastisches Publikum! Sehen Sie, wie das funktioniert? Lob fördert die Durchblutung! Das belebt und motiviert! Sie sind ganz fantastisch! Und ich sag das nicht oft! Höchstens ein, zwei Mal am Abend! Der Baum will ich gutgetan! Mal Dampf ablassen! Gedenken Sie der Mauertoten? Ich bin Grenzschützer! Ich gedenke der Mauer! Grenzschützer! Also Kollege! Ich darf mich vorstellen! Frontex! Verstehen Sie, wir sind eine europäische Struktur zur Sicherung der Außengrenzen! Ich würde mal sagen, wir haben die Absicht, eine Mauer zu errichten! Eine Mauer bauen, da bin ich schon bei, aber wo? Kommen Sie! Ich zeige es Ihnen! Wir bauen eine Mauer! Rund um die Festung Europa! Und zwar in konzentrischen Kreisen! Beginnen wir doch im Mittelkreis in Deutschland! Hier, sehen Sie die Mauer? Nee, wo? Sollen Sie auch gar nicht sehen, die ist unsichtbar! Verstehen Sie aber sehr effektiv gegen Asylbewerber! Das ist die Drittstaatenregelung! Deutschland gewährt jedem Asyl! Er darf halt vorher kein anderes europäisches Land betreten haben! Hier, nur mal zum Spaß! Probieren Sie es mal! Das ist doch ganz einfach! Nicht wahr? Dann gehe ich einfach über Polen! Dann vielleicht Holland oder Italien? Nein! Das ist aber relativ schwierig, wenn man nicht gerade ein sehr, sehr gutes Cappapill zur Verfügung hat! Und wenn es einer trotzdem tut, dann wird er zurückgeschickt! Was heißt, Deutschland benutzt alle seine Nachbarn als Bufferzonen! Jawoll! Deutschland hat das Asylrecht und die anderen haben die Asylbewerber! Ja! Verstehen Sie? Und noch sicherer ist es natürlich, wenn die Flüchtlinge gar nicht SPC'n die europäischen Nachbarländer vortragen! Wie wollen Sie denn das machen? Mit Mauer Nummer 2! Der EU-Außengrenze! Verstehen Sie? Wir haben hier innen den Schengenraum! Und außen tausend sind Schark! Jawoll! Das war der Hintergedanke! Man stärkt die Außengrenzen, damit man sich innen frei machen kann! Freizügigkeit! Sie verstehen! FKK, das kenne ich! Aber... Mann, hält das Flüchtlinge fern! Nee, dafür brauchen wir Gesetze! Verstehen Sie? Es ist illegal, ohne die richtigen Papiere über die Grenzen hier zu kommen! Aber das kennen Sie ja von früher! Sie können doch bitte die DDR nicht mit der EU vergleichen! Da gibt es doch einen Unterschied! Selbstverständlich! Die DDR hat die Menschen gewaltsam gehindert, rauszukommen! Die EU hindert die Menschen gewaltsam reinzukommen! Und sind Ihre Grenzen dicht? Selbstverständlich! Dafür sorgen wir von Frontex! Aha! Ja, aber ich sehe gar keinen Wachturm! Entschuldigen Sie! Natürlich haben wir den! Der steht in Warschau! Eiferbibsch, das ist ja mein Jägerstand! Sehen Sie, da liegen wir auf der Lauer! Und haben die Grenze im Blick! Kammerbildkameras! Mit biometrischen Datenbanken! Mit Weltraumsatelliten! Verstehen Sie, da orten wir jedes Rebellen-Raumschiff! Flüchtlingsboot! Auf den Zentimeter genau! Verstehen Sie, wie sage ich immer? Humanität! Das muss man technisch in den Griff kriegen! Das klingt aber nicht billig! Ist es nicht! Bisher hat es uns eine Milliarde gekostet, aber wir wollen mehr! Bis zu 14 Milliarden! Woher kriegen Sie die Gnäde? Aber keine Sorge, die haben keinerlei demokratische Kontrolle über uns! Ach so, wie beim Politbüro! Aber! Sie haben doch gar keine Mauer! Entschuldigen Sie, wir haben einen Zaun! Zaun! Maschendrahtzaun! Maschendrahtzaun! Das hat meine Oma auch! Aber hat Ihre Oma auch! Das hier! Schauen Sie sich das Baby an! 6 Meter hoher Metallzaun! Ausmussgesicherte Sprühverrichtungen! Für Reizgas! Dann auch noch Anti-Sprung-Verrichtungen! Und der gute alte NATO-Trat! Das nenn ich einen Zaun! Jetzt verstehe ich, warum Sie mir gesagt haben, die Überlegenheit des Systems! Mit dem Zaun können wir die ganze Armee aufhalten! Das müssen wir auch! Eine Armee von Flüchtlingen! Die kommen aus den Bürgerkriegsländern! Die haben nichts mehr zu verlieren! Verstehen Sie, der Landweg nach Europa ist die letzte Chance! Den müssen wir dicht kriegen! In Marokko! In Griechenland! Bulgarien! Verstehen Sie? Dicht! Dicht! Dichter! Und wer macht das? Die EU! Unter der Führung von Deutschland, dem Land der Denker und Dichter! Das ist ja fantastisch! Das habe ich aber vor lauter Zäunen ganz vergessen! Was wird dann noch mal geschützt? Na, wir schützen das Asylrecht! Vor den Flüchtlingen! Sie müssen wissen, das Asylrecht ist sehr empfindlich! Deswegen soll das möglichst selten benutzt werden! Ich verstehe! Gut, die Landgrenze ist jetzt dicht! Aber dann kommen die doch alle übers Meer! Entfohlen! Die ersaufen ihn doch! Ja, ich weiß, das ist ein ernstes Problem! Es gibt schon Beschwerden von Touristen! Aber deswegen arbeiten wir an Mauer Nummer 3! Verstehen Sie, die Flüchtlinge sollen das Mittelmeer gar nicht erst erreichen! Wie wollen Sie denn das schon wieder machen? Indem wir mit diesen Ländern Mobilitätsabkommen abschließen! Klingt aber verdächtig nach Reisefreiheit! Die sollen einfach mobil machen gegen die Flüchtlinge! Und dann endet so eine Flüchtlingsreise eben nicht im Bed and Breakfast, sondern in einem libyschen Foltergefängnis! Ach, dann ist das eher ein Mortalitätsabkommen! Sehen Sie, Frontex ist in ganz Afrika unterwegs! Verstehen Sie, gegen Sahara Flüchtlinge! Hier gegen die Migration auf die Kanaren und Aktion Triton! Hier gegen die Lampedusa Flüchtlinge! Die deutsche Grenze wird in Sahara verteidigt! Ja! Sagen Sie mal, unter uns beiden Mauerschützen... Mauerschützern! Wie viele Tote gab es denn bei Ihnen, in der letzten Zeit zu beklagen? Ja, bisher 20.000, aber ganz ohne Schießbefehl! Wir, die DDR, sind 40 Jahre nur auf 800 Tote gebracht! Und wir waren faktisch ein Unrechtstaat! Und was sind Sie? Friedensnobelpreisträger! Herr von Wagen hat ihn! Herr von Wagen hat ihn! Die Mauerschützen! Die Mauerschützen und die verantwortlichen Politiker, die hat man doch damals vor Gericht gestellt! Da wäre es nicht einmal eine Zeit, die heutigen Politiker auch zur Verantwortung zu ziehen! Klar, aber wie? Das ist doch das christliche Abendland! Die Politik wird doch im Wesentlichen von christlichen Parteien gemacht! Und wovor fürchten sich Christen am meisten? Vor Satire und Fug! Vor dem jüngsten Gericht! Stellen Sie sich das doch vor! Merkel und Seehofer begehren Einlass ins Himmelreich! Was für ein Schauspiel! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Zum Aufruf kommt das Asylverfahren CDU-CSU gegen Himmelreich. Sie christlichen Parteien beantragen die Aufnahme in den Himmel. Sind die Vertreter der Parteien anwesend? Herr Seehofer? Wie er lebt und lebt! Und Herr Schabowski? Oh nein, das muss Merkel heißen! Frau Merkel, gut! Das sind die Vertreter der Partei. Die sind die Vertreter der Partei. Die sind die Vertreter der Partei. Frau Merkel, gut! Das Himmelreich vertritt wie immer Erzengel Jürgen und den Vorsatz führt Gott. Bitte erheben Sie sich! Olioben Setzen Sie sich! Setzen Sie sich! Ja ich warte noch auf Gott! Ich bin Gott. Aber Sie sind eine junge Frau. Na und? Setz dich hin, du Vollhorst. So, Sie wollen also ins Paradies. Sie wollen Asyl im Paradies. Und auf welche Gründe stützt sich Ihr Asylbegehren? Ach so, Moment mal. Wir sind seit über 50 Jahren christliche Parteien. Ich dachte, dieses Verfahren wäre eine reine Formalität. Werden Sie denn politisch verfolgt? Ja, ständig. Von Journalisten. Zum Teil bis aufs Klo. Und eines unserer angesehensten Mitglieder sitzt sogar in Landsberg im Gefängnis. Ist der Mann ein anerkannter Flüchtling? Der Mann ist Steuerflüchtling. Dann machen wir mal kurz einen Prozess. Da können wir hinterher noch ein Bier trinken. Also, es liegt keine politische Verfolgung vor. Ich beantrage Ablehnung des Asylgesuchens. Ja, Sie suchen hier im Himmel offensichtlich nur ein besseres Leben. Um mit Ihren Worten zu sprechen, Sie sind Wirtschaftsflüchtlinge. Ich bitte Sie, ich komme ja aus Bayern. Ich komme mich hier oben eigentlich nur verschlechtern. Wir von der christlich-sozialen Union... Stopp! Immer wenn Sie das Wort christlich in den Mund nehmen, kriegt irgendwo auf der Welt eine Nonne Gürtelrose. Jetzt hören Sie mal auf. Wir als christlich-demokratische Partei. Allein durch die Drittstaaten-Regelung machten Sie aus dem Gebot der Nächstenliebe das Gebot der Übernächstenliebe. Also, jetzt aber. Sehen Sie, mir liegen hier Zahlen vor. Deutschland tut sehr viel für seine Flüchtlinge. Niemand in Europa nimmt mehr auf als unser Land. Ich sage mal, christlicher als wir ist keiner. Ja, ich habe mir erlaubt, die Zahlen mal ins Verhältnis zur Bevölkerung und Wirtschaftskraft zu setzen. Beweisstück A, die Statistik des UNO-Flüchtlingswerkes. Danach sind Sie in Europa auf Platz 7. Und weltweit auf Platz 52. Da haben wir noch eins, Platz 52. Abgeschlagen hinter Schad und Äthiopien. Herzlichen Glückwunsch. Wir können ja nicht jeden aufnehmen. Das kann nur der Lieber nun. Außerdem muss ich sagen, dass die Regierung meines geschätzten Kollegen vor einigen Wochen im größten Flüchtlingslager der Welt Millionen von Flüchtlingen beherbergt hat. Eben, und mit Flüssigkeiten versorgt. Ich würde mal sagen, das Oktoberfest hat nichts mit Flüchtlingen zu tun. Aber mit Völkerverständigung. Sehen Sie, wenn zum Beispiel so ein Palästinenser in ein Bierzelt kommt und ruft Hamas, dann kriegt er ein Bier. Im selben Monat mussten im Reich in München Flüchtlinge ohne Deckel unter freiem Himmel übernachten. Na ja, das ist bedauerlich. Aber sehen Sie, man kann in München ja offensichtlich vom Boden essen. Und da kann man doch auch mal eine Nacht draufschlafen. Beweisstück B. In deutschen Lagern werden Flüchtlinge vor rechtsextremen Schlägern misshandelt. Einspruch, das war in Nordrhein-Westfalen. Das ist Ausland. Außerdem, man muss doch ehrlich zugeben, es hat sich sehr viel getan in unserem Land. Sehen Sie, in den 90er Jahren, da standen die Nazis vor den Unterkünften, jetzt arbeiten die drin. Das ist doch eine Integrationsleistung. Ach, hören Sie doch auf, sich rauszureden. Diese Zustände in Deutschland, das hat doch System. Aber ich bin nicht der ehrenamtliche, damit Sie dann wahren können vor der Flüchtlingsflut, die man eindämmen muss. Hören Sie mir auf damit. Im Jugoslawienkrieg haben Sie doppelt so viele Menschen untergebracht. Ohne Probleme, doppelt so viele Menschen. Sie haben leicht reden. Sie können hier oben einfach durchregieren. Wir hingehen. Wir müssen ja auf die Souveränen hören. Wo kommen wir denn überhaupt hin, dass wir uns hier rechtfertigen müssen? Wo kommen wir denn da hin? Wie sind Sie denn da hingekommen? Nach Deutschland. Sehen Sie, ein Flüchtling hat sein Leben riskiert, um hierher zu kommen. Was haben Sie getan für ein Leben in Deutschland? Das war doch eher die Leistung Ihrer Mutter. Sie sind auch hier eingewandert. Über den Geburtskanal. Ohne Papiere. Hören Sie mal. Ich habe 1989 schließlich eine ganze Diktatur niedergerungen. Sie waren in der Sauna. Ich sehe alles. Sie haben 30.000 ertrunkenen Flüchtlinge. Hatten wir da nicht eine Vorschrift? Ja, das könnte passen. Ein Spruch. Warum? Ich darf Sie auf den Wortlaut dieses Gesetzes hinweisen. Sie wollen J korrigieren? Ja. Sehen Sie, es heißt dort, du sollst nicht töten. Kein Sterbenswörtchen. Sehen Sie nicht, dass wir unschuldig sind. Darf ich Sie zitieren? Lieber nicht. Sie werden gegen jede weitere Zuwanderung in die Sozialsysteme kämpfen. Zitat bis zur letzten Patrone. Einspruch. Ich halte mich nie an das, was ich sage. Jetzt habe ich aber die Faxen dicke. Hiermit ergeht folgendes Urteil. Bitte erheben Sie sich. Ihr Asylbegehren wird abgelehnt. Sie bekommen aber eine letzte Chance. Wir setzen Sie auf die Warteliste, wenn Sie das im deutschen Fernsehen vorlesen. Das lese ich nicht. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Flüchtling ermöglicht, in Deutschland zu betreten. Ab wann gilt das? Nach meiner Kenntnis gilt das sofort unverzüglich. Na also, geht doch. Sie sind im deutschen Fernsehen. Aber Sie könnten doch nicht nach vorne gehen. Schauen Sie, die ersten syrischen Flüchtlinge sind schon da. Ich finde, wir haben genug über Flüchtlinge geredet. Nun wollen wir Ihnen einmal zuhören. Ich bin Ahmed Osman aus Homs, in Syrien. Ich bin Ahmed Osman aus Homs, Syrien. Vor 6 Monaten stand ich in Syrien. Ich war 3 Jahre außer Syrien. Ich war ein halbes Jahr im Gefängnis, 3 Jahre auf der Flucht. Und bin nun mit meinen 3 kleinen Kindern und meiner Frau in Deutschland. Danke Deutsche, dass Sie uns umarmt und aufnehmt. Wir haben eine Botschaft für die ganze Welt. Wir haben eine Botschaft für die ganze Welt. Wir haben eine Botschaft für die ganze Welt. Genug Blut, hört auf mit dem Krieg. Genug Blut, hört auf mit dem Krieg. Genug Blut, hört auf mit dem Krieg. Genug Blut, hört auf mit dem Krieg. Wir wünschen den deutschen Volk und bitten ihn, ihn zu schützen. Bitte Deutsche, bewahrt euren Frieden. Ja gut, Rabe, tajib. Hatta naarak, hatta naarak, hatta naarak. Jannah. Jannah, Jannah, Jannah. Jannah, ja wakamna. Jannah, Jannah, Jannah. Jannah, ja wakamna. Ja wakom, ja hbayem. Ja gut, Rabe, tajib. Ja wakom, ja hbayem. Ja gut, Rabe, tajib. Hatta naarak, Jannah, hatta naarak, Jannah. Petra, Petra, Petra, Petra, Petra… Das ist der syrische Flüchtlingschor Zuflucht. Vielen Dank, das war die Anstalt. Machen Sie die Tore auf.