Die Iranstalt
Frau-Leben-Freiheit, Deutschland-Quiz: Iran-Deutschland, Iran-Atomabkommen; deutsche Außenpolitik seit 1914, inklusive Dschihad, Antizionismus, Radio Zeesen (Nazi-Propaganda auf Arabisch), Hans-Dietrich Genscher , Frank-Walter Steinmeier .
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die 'Anstalt'-Folgen thematisieren die komplexe und oft widersprüchliche Reaktion westlicher Politik, insbesondere Deutschlands, auf die Proteste im Iran und die damit verbundenen Herausforderungen. Im Zentrum steht die Kritik an der Oberflächlichkeit politischer Aussagen, der historischen Verantwortung Deutschlands in Bezug auf den Iran und die Instrumentalisierung religiöser Narrative. Die Episoden beleuchten die Debatte um das iranische Atomprogramm, die Rolle von Sanktionen und die Notwendigkeit, die Menschenrechtslage im Iran zu thematisieren. Insgesamt dient die Satire dazu, politische Fehlentscheidungen und Schweigen zu kritisieren und die Notwendigkeit einer ehrlichen und konsequenten Haltung zu betonen.
Transkript 6.134 Wörter
Ja, was machen wir denn jetzt zum Iran? Ich könnte mir aus Solidarität mit den Frauen in Iran die Haare schneiden lassen. Dann halt ein bisschen wenig Solidarität, ne? Dann rasieren Sie sich halt. Ja, das hilft den iranischen Frauen jetzt auch nicht, wenn er aussieht wie 12. Mensch, die Caro hat die Außenministerin interviewt. Ja, Joko und Klaas haben ihre Instagram-Accounts an iranische AktivistInnen verschenkt. Das war gut. So was müssen wir auch machen. Haben Sie einen Instagram-Account, Herr Uthoff? Nein. Wozu braucht man denn so was? Haben Sie denn Beziehungen zum Außenministerium? Ja, ich habe mal Heiko Maas beleidigt. Mensch, wir müssen doch auch irgendwas zu bieten haben.
Ja, okay, dann machen wir halt eine Tafelnummer. Ja, ich stelle mich an die Tafel und erkläre der Außenministerin mal, wie feministische Außenpolitik wirklich funktioniert. Okay, obwohl Frau Baerbock das mit ziemlicher Sicherheit schon weiß, wollen Sie ihr das trotzdem noch mal erklären? Das, naja, wenn sie es nicht richtig macht, dann... Oh, Himmel. Ich weiß was, ich weiß was, ich habe eine Idee. Wir verschenken die Moderation dieser Sendung. Das heißt, wir bieten eine Plattform für Menschen, die hier leben, damit die die Stimme erheben für Menschen, die im Iran gegen das Regime ausharren müssen. Das war richtig gut. Ja, ich mag, wo sie herkommen. Aber das hieß ja quasi, uns zu ersetzen.
Ich habe da nichts dagegen, cool damit. Plus müssten wir dann halt, was weiß ich, mindestens zwei iranischstämmige Satirikerinnen finden. Die müssten dann auch das einlösen, was unser sehr anspruchsvolles Publikum von uns erwartet. Also ich meine, politische Analyse, Niveau. Ja, auch optisch, das muss man auch schon machen. Ja, ich meine, wo sollen denn die herkommen? Gute Abend. Guten Abend und willkommen bei der Anstalt. Bei der Anstalt Foshomadi. Salam wa Foshomadi be Moasehseh. Vielen, vielen Dank.
Mein Name ist Enissa Amani und wenn Sie mir erlauben, sie mir erlauben, möchte ich damit einsteigen, ganz ehrlich und offen zuzugeben, dass ich ein bisschen Angst hatte, heute Abend herzukommen. Und das nicht nur, weil ich ein großer Fan dieser Sendung bin und auch ihrem Anspruch gerecht werden will, auch weil ich gehört habe, der Max fragt jeden nach Geld. Aber vor allem mein Hauptgrund war, dass ich Angst hatte, sie mit dem Thema Iran zu ermüden. Weil ich weiß, wie das ist, wenn man von Themen und oft sogar manchmal von sehr ernsten Themen müde wird.
Themen, bei denen man sich eigentlich schämt, müde geworden zu sein, weil sie für andere im eben gleichen Moment Leben oder Tod bedeuten können. Und ich spreche nicht mal von den ignoranten Menschen, die irgendwie wegschauen, sondern ich spreche von gutmütigen Menschen, Menschen mit Herz und Liebe und Verstand, die mitfühlen und die bei bestimmten Bildern einen Krampf im Herz bekommen, die verstehen, dass wir als Menschen Verantwortung füreinander haben. Und aber auch diese Menschen sind manchmal müde und sind manchmal so belastet und fühlen eine Mischung aus Scham für die eigenen Privilegien und auch großer Hilflosigkeit.
Und selbst als Betroffene haben wir Tage, wo wir müde sind, hinzusehen und drüber zu sprechen. Aber was bleibt uns übrig? Wir müssen hinsehen, wir müssen drüber sprechen, im Hier und im Jetzt. Und deswegen habe ich dann letztendlich irgendwie meine Angst überwunden herzukommen. Und außerdem habe ich Max zuerst nach Geld gefragt. Ein Applaus für meine Kollegin, Herr Bahraman. Hallo, mein Name ist Negoha Amidi und ich bin Stand-up-Comedian. Ich bin 2005 mit meinen Eltern aus dem Iran nach Deutschland geflohen und jetzt sehe ich schon fragende Gesichter. Wart ihr Wirtschaftsflüchtlinge oder politische Flüchtlinge? Seid ihr aus Angst oder aus Hunger?
Und meine Mutter hat da ihre eigene Definition. Meine Mutter sagt immer, wissen Sie, wie fanden denn das aus Kopftücheln nicht so gut stehen? Wie war denn Fashion-Flüchtlinge? Das stimmt, meine Mutter hat alles in ihrem Leben aufgegeben, nur damit ich selbst entscheiden kann, ob ich ein Kopftuch tragen möchte oder nicht, ob ich auf dieser Bühne stehen möchte oder nicht. Und dafür bin ich ihr so, so, so dankbar. Denn was ich jetzt gerade hier mache, wäre in meiner Heimat Iran eine Straftat.
Ja, ich dürfte jetzt nicht hier stehen und sprechen, während wir hier gerade in der Freiheit stehen, gehen in meiner Heimat mutige Menschen, Frauen, queere Menschen, Männer auf die Straßen und kämpfen für die ganz normalen Menschenrechte, die für jeden auf dieser Welt selbstverständlich sein sollten. Und das ist das, was ich jetzt gerade hier mache. Und natürlich hoffen diese Menschen auf Hilfe von außen, gerade aus Deutschland. Um was soll ich sagen? Da konnten sie echt lange drauf warten. Im September nach der Tötung von Gina Amini, kein Wort vom Bundeskanzler, aber bei der UN-Versammlung, da hat Olaf Scholz eine wundervolle Rede gehalten, vor Präsident Raisi.
Für alle, die dies nicht wissen, der ist verantwortlich für die Töte von China Amini. Und das ist das, was ich jetzt hier mache. Vor Präsident Raisi. Für alle, die dies nicht wissen, der ist verantwortlich für Tausende Tote bei dem Massenhinrichtung 1988. Da hat Scholz wirklich eine tolle Rede gehalten und die Gewalt im Iran angesprochen. Ach so, nee. Das Thema Iran wurde einfach unter einem Perser Teppich gekehrt. Im Oktober, nachdem über 200 Menschen getötet worden waren, immer noch kein Wort von Olaf Scholz. Tausende Menschen haben ihn angeschrieben und Druck gemacht. Und dann kam am 31. Oktober endlich eine wundervolle, ergreifende Botschaft von Herrn Scholz, also ein 5-Zeiler.
Hat uns iranischstämmige Personen natürlich auf einer emotionalen und poetischen und politischen Ebene so sehr berührt, dass wir uns doch leicht übergeben mussten. Er schrieb von unverhältnismäßiger Gewalt gegen friedliche Demonstranten, als gäbe es eine verhältnismäßige. Und dass viele Menschen ums Leben gekommen wären, als wäre ihre Ermordung auf offener Straße ein Verkehrsunfall. Also wenn irgendwas ein Unfall war, dann definitiv dieser Tweet. Und wir alle dachten uns, oh, Olaf, hättest du doch einfach lieber geschwiegen. Na ja, nee, ich will oder wir sollen ihm keinen Vorwurf machen.
Wissen Sie, wie viel Arbeit es ist, Arbeit es ist, einen 5-Zeiler zu verpassen, also für die Pressesprecherin, diesen 5-Zeiler Korrektur zu lesen, also für die Pressesprecherin, diesen Text zu kopieren und auf Twitter einzufügen und dann auf Senden zu drücken, also für die Pressesprecherin? Also haben wieder Tausende Menschen, die nicht dafür bezahlt werden, Olaf Scholz angeschrieben und Druck gemacht. Und dann am Samstag die riesen Überraschungen. Eine Videobotschaft, da hat sich Scholz nach 8 Wochen endlich an die Seite des iranischen Volkes gestellt und von der Regierung ein Ende der Gewalt gefordert.
Er hat wirklich ein starkes Statement abgegeben, und da war ich stolz auf meinen Bundeskanzler, also auf seine Pressesprecherin. Ach nee, wissen Sie, auch wen ich wirklich stolz war? Auf die Tausende Menschen, die in ihrer Freizeit wochenlang an dieser Botschaft gearbeitet haben. Und jetzt kommen hoffentlich auch die richtigen Sanktionen. Viele werden jetzt sagen, hey, aber die EU hat doch schon Sanktionen verhängt. Ja, das stimmt. Bis jetzt gibt es Sanktionen gegen 11 Personen und 4 Organisationen. Eine davon ist die Sittenpolizei. Die Konten der Sittenpolizei wurden eingefroren. Für alle, die diese Info nicht haben. Die Sittenpolizisten im Iran sind Menschen, die nicht viel verdienen.
Ironisch ist auch die aktuelle Berichterstattung im Iran. Denn die iranischen Medien versuchen, mit aller Kraft Fake News zu verbreiten Angeblich sind es nur wenige hundert Menschen, die auf die Straßen gehen. Wegen der hundert wenigen Menschen sperrt die Regierung den Internetzugang von 80 Millionen. Und trotzdem erreichen uns die Bilder und Nachrichten. Und wir wissen, dass das Regime mittlerweile mindestens 300 Menschen getötet hat. Nur für unser Verständnis über 300 unschuldige Menschen getötet. Nur zu beweisen, dass sie Gina Amini nicht getötet haben. Vielen Dank. Vielen Dank.
Wenn man dir gerade so zuhört bei deinen großartigen Worten, dann fragt man sich, also mir ging die ganze Zeit durch den Kopf, warum hat Deutschland so lange gar nichts gesagt? Das ist echt eine gute Frage. Aber vielleicht ist es ja auch deren Kultur. Und wir können das nicht so nachvollziehen. Aber ich merke, wir haben sehr, sehr viele Fragen. Und wie klärt man Fragen in Deutschland am allerbesten? Mit einem Quiz. Herzlich willkommen zum Deutschland Quiz. Meine Damen und Herren, herzlich willkommen. Uns ist es gelungen, für die heutige Sendung zwei Männer aus Deutschland in die Anstalt zu holen. Und deswegen an dieser Stelle großen Applaus. Und ich hoffe, ich spreche das hier richtig aus.
Klaus Wagner und Max von Udoff. Herzlich willkommen. Bevor wir anfangen, Herr Udoff, was verbindet Sie mit dem Iran? Ich war noch nie da. Ich auch nicht. Na dann, toi toi toi. Frage 1. Welches Land in Europa hat nach der Revolution von 1979 der größte Handelspartner des Irans und hat damit den Repressionsapparat des Regimes sogar mitfinanziert? Das war Deutschland. Richtig. Frage 2. Nach der Revolution hat Rumänien eine religiöse Terrorherrschaft errichtet. Wer nahm als erster NATO-Staat Anfang der 80er-Jahre trotzdem wieder Beziehungen mit dem Regime auf? Auch Deutschland. Wieder richtig. Hier sehen wir Hans-Dietrich Genscher 1984 beim Staatsbesuch. 3. Frage.
Bei den Mykonos-Morden von 1992 lässt der Iran den Generalsekretär der kurdischen Partei in Berlin ermorden. Die Regierung welchen Landes wusste, dass die Staatsführung des Iran hinter dem Terrorakt steckt und hat die EU trotzdem auf einen Kuschelkurs mit dem Regime eingeschworen? Darf ich jemanden anrufen? Jesus. Bitte. Sorry. Der hat mich einfach weggedrückt. Es ist Deutschland. Richtig. Wie hieß der zuständige Staatsminister im Kanzleramt, der den Auftraggeber der Mykonos-Morde, den iranischen Geheimdienstchef noch nach der Tat persönlich empfangen hat? Das ist die Frage. Das ist die Frage. Das ist die Frage.
Wie hieß der zuständige Staatsminister, der den Auftraggeber den iranischen Geheimdienstchef noch nach der Tat persönlich empfangen hat? Deutsch. Deutschmann. Das lasse ich gerade noch so gelten. Er hieß aber Schmiedbauer. Das ist die Frage. Was verstand der damalige Außenminister Klaus Kinkel unter kritischem Dialog mit den Mullahs? Er hat Schwäbisch mit Ihnen gespitzt. Er hat Schwäbisch mit Ihnen gespitzt. Er hat Schwäbisch mit Ihnen gespitzt. Wo hat andere Frage? Fast.
Kinkel hat, obwohl Iran den Mord am Israelsen Ministerpräsidenten Rabbin als gerechte Strafe Gottes bezeichnet hat, den iranischen Außenminister Velayati eingeladen, um über das unterschiedliche Verständnis von Menschenrechten zu diskutieren. Das habe ichate. Wie springt man ins Jahr 2009? Wie springt man ins Jahr 2009? Je nachdem welches deutsche Unternehmen lieferte die Überwachungstechnik mit deren Hilfe das iranische Regime politische Gegner überwachen ließ, aufspürte, um sie dann zu foltern. Technik, Deutschland, Schweinerei, Siemens. Wahnsinn! Sogar mit Rechenbild! Siemens, Nokia, um genau zu sein. Überraschende Zwischenfrage.
Was machen die Macher der Anstalt, um den Menschen im Iran direkt bei ihrem Fest zu helfen? Ich glaube, da hat der Herr von Wagner was vorbereitet. Da müssen wir leider passen. Dann sagen wir es Ihnen. Sie blenden einen Link ein. Da klicken die lieben Zuschauerinnen und Zuschauer drauf und landen dann auf einer Anleitung, wie Sie quasi Internetzugang für die Menschen im Iran bereitstellen können. Das Ganze ist übrigens anonym, sicher und komplett verschlüsselt. Das ist so cool, dass wir das machen. Wie erfahren die Leute im Iran das? Das kann ich ja hier auf Persisch gerade mal übersetzen.
Also, alle Zuschauer, wir wünschen Ihnen, dass Sie uns an dieser Stelle unterstützen und das Internet für die Menschen im Iran wieder aufbauen können. Genau. Nächste Frage. Welches Land stellte sich bis 2012 gegen die Sanktionen für den Iran? Deutschland. Richtig. Das ist immer Deutschland, oder? Ja. Und der Bundespräsident welchen Landes gratulierte dem Mullah-Regime 2019 zum 40-jährigen Bestehen trotz Frauenunterdrückung und Massenhinrichtungen? Österreich. Fast. Deutschland. Und zwar Frank-Walter Steinmeier gratulierte mit den Worten Herzliche Glückwünsche auch im Namen meiner Landsleute. Ja, aber Moment mal, Hallo! Wir in der Deutschen Botschaft, wir haben ja daraus gelernt.
2020 haben wir dann kein Telegramm zum Nationalfeiertag verschickt. Da haben wir darauf verzichtet. Und mit verzichten meine ich, dass wir dann versehentlich doch eins verschickt haben. Ja, und wer sind Sie eigentlich? Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft in Teheran. Ach, das ist ja super. Da können Sie uns ja vielleicht erklären, warum sich Deutschland gegenüber dem iranischen Regime so lange zurückgehalten hat. Um das Wiener Atomabkommen von 2015 nicht zu gefährden. Da dürfte Deutschland nämlich zum ersten Mal mit den Großmächten an einem Tisch verhandeln. Ach so, und ich dachte es geht um die internationale Sicherheit. Ja auch. Entschuldigen Sie bitte, ich hab wirklich wenig Zeit.
Mein neuer Chef kommt gleich. Also vielleicht mal grob in einem Satz. Ja, das Abkommen sieht vor, dass der Westen seine Sanktionen zurückfährt. Wie der Handel mit Iran treibt und der Iran dafür keine Atombombe baut. Ach so, das klingt ja eigentlich sehr einfach. Nein, so einfach ist das eben nicht, Herr Botschafter. Lassen Sie mich das als Chef der Verwaltung hier sagen und aus langjähriger Erfahrung. Sie können das Atomabkommen mit dem Iran nicht einfach folgenlos beiseitewischen. Auch dann nicht, wenn Sie, wie Sie jetzt neunmal betont haben, der Vertreter einer neuen feministischen Außenpolitik sein wollen. Herr Kollege. Frau Kollegin. Willkommen.
Ja, da gehören Sie aber genau wegen dieser neuen feministischen Außenpolitik. Nicht wahr? Muss jetzt Schluss sein mit den Handelsbeziehungen, mit diesem toxisch männlichen Muellerregime. Nicht wahr? Sie sehen doch, was da draußen auf den Straßen los ist, nicht wahr? Und deswegen sage ich Ihnen, mit mir wird es kein Atomabkommen geben. Gut, ist das Ihr letztes Wort, Herr Botschafter? Ja. Oder? Okay, dann melde ich das jetzt mal dem Botschafter in Israel. Bitte. Gut, gut, gut. Sehr mutig von Ihnen, Herr Botschafter. Bitte? Nein, nein, dass Sie die Mullahs jetzt Ihre Atomwaffe da bauen lassen. Noch dazu, wo man ja deren Einstellung gegenüber Israel durchaus kennt.
Ach, Sie wollen doch an dem Abkommen festhalten. Sehr weise Entscheidung, Herr Botschafter. Ja, nein, nein. Hören Sie, ich will einfach als deutscher Botschafter nicht, dass Israel vom Iran mit Atomwaffen bedroht wird. Braucht es jetzt dafür ein Abkommen oder nicht? Ja. Nein. Nehmen wir an, ich rufe jetzt Israel an. Und sage Ihnen, dass ein solches Abkommen aus unserer Sicht... Richtig wäre. Halt jetzt doch. Vielleicht sollte ich einfach Israel anrufen und fragen, was es will. Na, Israel hält das Abkommen für falsch. Ja, dann bitte, dann machen wir das, was der Israel will. Na klar, Sie sind der Botschafter. Ja, nicht?
Allerdings sind Sie sich sicher, dass Israel da einen objektiven Blick auf die Sache hat. Ich meine, schließlich werden Sie vom Iran bedroht. Könnte es nicht sein, dass Israel da den Iran gegenüber zu misstrauisch ist? Ach, zu misstrauisch. Und das nur, weil Irans oberster Führer Khamenei regelmäßig twittert, dass er Israel eliminieren will und das wortwörtlich Endlösung nennt. Und weil der Iran schon früher bei seinen Atomanlagen gelogen hat. Was übrigens als Verstoß gegen den NVV gewertet werden kann. Was? Ein Verstoß gegen den NVV? Also, das ist ja kein Wunder, nicht wahr? Dass man da diplomatisch dann reagieren muss.
Das ist ja schließlich nicht irgendetwas, so ein Verstoß gegen den Nordhessischen Verkehrsverbund? Nuklearer Nichtverbreitungsvertrag. Ihnen, Herr Botschafter, selbstverständlich besser bekannt als Atomwaffensperrvertrag. Selbstverständlich. Aber sagen Sie, wenn Iran schon Mitglied eines Atomwaffensperrvertrags ist, warum dann noch ein Atomabkommen? Ja, damit Deutschland weiterhin Milliardengeschäfte mit dem Iran machen kann. Ja, sehen Sie, das müssen wir, um die Bombe zu verhindern, leider in Kauf nehmen.
Aber sehen Sie, es war doch nicht der Iran, der gegen die Bestimmung des Abkommens zunächst verstoßen hat, war es doch Donald Trump, der diesen Meilenstein der Diplomatie, an dem Deutschland durchaus seinen Anteil hatte, einfach weggeworfen hat wie einen alten Socken. Moment, wobei der Iran kurz nach Unterzeichnung des Abkommens Trägerraketen getestet und damit ein paar Löcher an diese Socke geschossen hat. Das Abkommen durchlöchert. Trägerraketen waren in diesem Abkommen doch gar nicht verboten. Was? Wieso denn nicht? Sie können doch nicht einem Land die zivile Nutzung von Raketen verbieten. Wann nutzt man denn Trägerraketen zivil? Zu Silvester. Ja, Sie, ich bin nicht sehr sicher.
Ich glaube, ich bin doch eher gegen ein Atomabkommen. Natürlich, Sie sind der Botschaft. Und einer Meinung mit Donald Trump. Nein, ich weigere mich. Hören Sie, dieses Atomabkommen mit dem Iran damals, das war ein historisches Abkommen. Aber trotzdem wurde in diesem Abkommen doch offensichtlich die Benutzung von Trägerraketen genehmigt. Stand denn in diesem Vertrag überhaupt irgendetwas drin, was den Iran am Bau einer Atombombe hinderte? Selbstverständlich. Wir haben dem Iran verboten, das wichtigste Teil der Atombombe überhaupt zu bauen. Welches Teil ist das? Der Teil mit dem Atom.
Schauen Sie, Herr Botschafter, um eine militärische Nutzung zu unterbinden, waren wir sehr streng, was die Urananreichung betraf. Sie brauchen mal eine Atombombe zu bauen, da brauchen Sie, was ja angereichert war, bis zu 90%. Wir haben dem Iran, was haben wir ihm erlaubt? Hier gerade mal 3,67%, um seine Atomkraftwerke überhaupt am Laufen zu halten. Und hat der Iran sich daran gehalten? Nein. Richtig. Was denn jetzt? Netanyahu hat 2018 öffentlich erklärt, dass der Iran bei seinem Atomprogramm gelogen hat. Hatte Netanyahu denn damals neue Beweise, Frau Kollegin? Nö. Aber sehr große Buchstaben. Der Iran hat gelogen. Ach, mein Gott, die sind ja riesig. Das überzeugt mich auch.
Wie Donald Trump damals. Und dann hat der Iran begonnen, Uran auf 20% anzureichern. 20%, aber haben Sie nicht gesagt, dass für den Betrieb eines Atomkraftwerkes 3,67% ausreicht? Ja, aber da sind ja ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen. Im letzten Jahr haben Sie dann auf 60% angereichert. 60%, obwohl Sie nur 3% dürfen. Wie mixen Ihre Cocktails? Kein Wunder, dass da Alkohol verboten ist. Der NVV gibt dem Iran nun mal das unveräußerliche Recht auf ein ziviles Atomprogramm. Aber wenn Sie offensichtlich doch nicht damit umgehen können. Sehen Sie, die zivile Nutzung von Atomenergie, ist ein latentes militärisches Proliferationsrisiko inherent.
Er meint, vom Atomkraftwerk zur Atombombe ist es nicht so ein großer Schritt. Sagen Sie, wer hat Ihnen die Atomkraftwerke hingestellt? Deutschland. 1974 hat man einen Vertrag über den Bau des ersten iranischen Atomkraftwerks abgeschlossen. Das ist insofern richtig. Deutschland hat dieses dann doch niemals gebraucht. Aber nur weil Deutschland so hohe Preise verlangt hat. Sehen Sie, das ist nun mal wertebasierte Außenpolitik. Sagen Sie mal, die Atombombe bauen wir denen nicht auch. Nein, selbstverständlich nicht, Herr Botschafter. Gott sei Dank. Das können die schon alleine. Bitte, ist das bestätigt? Ja, durch Mohammed Eslami. Das ist sicher, hat er gesagt. Ah, Eslami.
Das ist also einer von diesen mutigen... Wo ist denn blau an? Nein, das ist der Chef der iranischen Atomenergiebehörde. Das heißt, der Iran baut die Atombombe doch nicht? Nein, natürlich nicht. Wer sagt das? Mohammed Eslami. Aber er hat gesagt, Sie bauen sie. Nein, er hat gesagt, Sie können die Bombe bauen. Sie sind Botschafter. Sonst wären Sie noch unglücklich in Ihrem Job. Jetzt bin ich schon. Sagen Sie dieser Eslami. Können wir den trauen? Ja, den kennen wir. Der wurde bereits 2008 von der UNO sanktioniert. Ah, weswegen denn? Vielleicht, weil er ein geheimes Nuklearwaffenprogramm des Irans geleitet hat. Wie kann denn so ein Mann Chef der Energiebehörde werden?
Christian Lindner ist auch Finanzminister. Also nicht mal die IAEU kann sicher sagen, dass der Iran sein Atomprogramm rein zivil nutzt. Was? Dem misstraut sogar die IAEU? Die IAEU? Die internationale Atomenergieorganisation misstraute dem Iran. Deswegen hat sie Kameras anbringen lassen in Atomanlagen. Von denen im Juni aber mehrere abgeschaltet wurden. 80% sind immerhin noch aktiv, Frau Kollegin. Warum haben die die Kameras denn abgeschaltet? Um Strom zu sparen? Ist ja eigentlich vorbildlich. Ja, ja. Wann sagen Sie eben eigentlich, dass das Abkommen nur noch bis 2025 gültig ist? Was? Da hat man ja nicht so sehr in die Zukunft gedacht.
Deswegen habe ich Ihnen auch gesagt, das ist ein historisches Abkommen und kein futuristisches. Und ab 2030 darf der Iran dann wieder Uran anreichern und könnte damit eine Bombe bauen? Wie bitte? Ist das wahr? Es gibt ja aber immerhin noch den Atomwaffenschmerrvertrag. Ja, aber gegen den, der Iran ja schon verstoßen hat. Ja, ja, ja. Sehen Sie, 2025 ist jetzt nicht gleich alles vorbei. Es gibt ja bis 2040 immerhin noch Transparenzmaßnahmen. Ah, und ab 2040? Ja, ab 2040. Da würde ich wegen der Iran ja nicht meine gleich Israel zerstören. Hey, nein, nein. Es ist jetzt auch nicht so, dass da irgendwo im Iran eine Uhr steht, auf der runtergezählt wird bis zur Vernichtung Israels.
Meinen Sie so eine hier? Was? Wo steht die? Diese Uhr steht tatsächlich am Palästinaplatz in Tehran. Hier steht, wie lange Israel maximal noch existiert. Hier steht die Anzahl der Tage und left before destruction auf Israel. Sind Sie auf Null? 2040. Und das hat Irans oberster Machthaber Khamenei persönlich so prophezeit. Ja, und das muss stimmen. Hat ja schließlich ein Mann gesagt. Entschuldigung, hat ein religiöser Führer prophezeit. Verrückte gibt es. Das kann einem schon mal ein bisschen Angst machen, oder? Wussten Sie eigentlich, was für verrückte Ängste es gibt? Xanthophobie zum Beispiel. Die Angst vor der Farbe gelb. Dischophobie ist die Angst vor Porzellan-Geschirr.
Gynophobie, so nennt man die Angst vor Frauen. Oder umgangssprachlich auch Religion. In keinem anderen Thema sind sich Weltreligionen so verwandt wie bei der Angst vor Frauen. Fürchtet euch nicht, nur bei der Frau. Da seid bitte verdammt vorsichtig. Wirklich alle Religionen haben diese Angst weit dafür, dass Frauen unterdrückt, verhüllt, an der Abtreibung gehindert, als Witwen verbrannt oder hinter den Herd gesperrt werden. Die Religion als spiritueller Keuschheitsgürtel. Rostet nicht, riecht nicht, kostet nichts. Gut, außer die Frau. Begründet wird diese Angst dann meistens mit der Unreinheit der Frau. Mit unserer sexuellen Verführungskraft. Der weibliche Frauenkörper als Wurzel allen Übel.
Oh, der Nippel des Grauens. Aus theologischer Sicht sind wir so was wie Freddy Krüger mit Scheide. Was ist das denn bitte für ein sexistisches Frauenbild, das allein unser Körper eine solche Provokation darstellt? Und das ist ja das Problem bei fast allen Religionen. Die haben als Hauptthema immer untenrum. Immer untenrum. Unerlaubter Sex ist bei den Religionen ein größeres Thema als bei Julian Reichelt. Im Iran gibt es ganze Ministerien, die sich darüber unterhalten, was eine Frau tragen soll, damit die Männer nicht so viel an Sex denken. Oder hier in den Bischofskonferenzen. Da fahren Männer in seltsamer Kleidung mit einer Limousine vor, singen komische Lieder und quatschen über Sex.
Das sind doch keine ernstzunehmenden Gremien, das sind Junggesellen-Abschiede. Das vermittelt doch auch ein extrem jämmerliches Männerbild. Als hätten sich Männer plötzlich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle, nur weil man ein Kopftuch verrutscht. Als würden sie kollektiv ausrasten, nur weil sie mal ein paar Haare sehen. Funktioniert anscheinend auch nur bei Haaren auf dem Kopf, oder? Haare an den Beinen sind da, glaube ich, weniger gefährlich. Und warum gelten diese meisten religiösen Dresscodes eigentlich nur für Frauen? Warum nicht für Thomas Gottschalk?
Und wenn es wirklich so ist, dass der Mann sich beim Anblick einer Frau nicht beherrschen kann, ist es dann wirklich die Schuld der Frau? Oder vielleicht ein Konstruktionsfehler von ganz oben? Und steht das da alles wirklich so geschrieben? Ich meine, die lateinische Version der Bibel, das ist eine Übersetzung der Übersetzung. Da wurde aus der jungen Frau Maria auch mal eben die jungen Frau Maria. Da ist einfach über Jahrhunderte immer so eine angstbesetzte männliche Autokorrektur drüber gerutscht. Ich meine, bitte, wir alle kennen das Problem mit Autokorrektur. Sie kennen das, das ist doch so furchtbar. Ich schreibe neulich meinem Mann, Schatz, wir brauchen auch noch Haferflocken.
Was kommt bei ihm an? Fuck, jetzt habe ich auch noch Gondokokken. Immer untenrum! Auch in der katholischen Kirche fascht immer noch ein Frauenbild von Dr. Ötker-Werbung aus den 50ern. Und Frauen, die für ein höheres Kirchenamt brennen, die haben keine Chance. Obwohl die katholische Kirche doch den Frauen, die brennen, durchaus lange was abgewinnen konnte. Das wird dann gerne damit begründet, dass Jesus ja auch keine Frauen zu Apostelinnen gemacht hat. So what? Jesus hatte auch keine millionenschweren Immobilien Und Jesus hatte auch keinen steuerfinanzierten Kirchentag. Also ich persönlich glaube nicht, dass die Welt ohne Religion unbedingt eine bessere wäre.
Was ich aber glaube, ist, dass ohne Religion eine Menge Entschuldigungen wegfallen würden, warum eine Frau nicht gleichberechtigt sein sollte. Und wenn ich Gott bin, dann würde ich mich nicht für einen Frauenbild bewegen. Und wenn ich Gott bin, dann würde ich mich nicht für eine Frau nicht gleichberechtigt sein. Und wenn ich Gott eines Tages tatsächlich mal begegne, dann werde ich ihr auf jeden Fall eine Menge Fragen stellen. Leute, noch bin ich ja nicht da oben, sondern untenrum. Vielen Dank. Also ich persönlich glaube ja schon, dass die Welt ohne Religion unbedingt eine bessere wäre.
Aber Herr Utthof, Ihnen ist schon klar, dass es sich bei dem Protest im Iran jetzt nicht gegen Religion per se handelt. Ja, es gibt unter den Menschen, die sich einen Regimewechsel wünschen, auch gläubige Muslime. Genau, es geht um den politischen Missbrauch dieser Religion durch Extremisten. Ja, da geht es nicht um Religion. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich bin ja sehr froh, dass zum Beispiel bei Islamismus, Fanatismus, dem Jihad, Kampf gegen Ungläubigen, dass das ein Aspekt der Iran-Deutschland-Geschichte ist, für das wir Deutsche mal wenigstens nichts können. Herr von Wagner, Jihad made in Germany, haben Sie zu lange an der Dattel gelutscht?
Mit diesem Jihad haben wir nichts zu tun, wir Deutschen. Super, halten Sie das! Das entspricht genau der Rolle, die ich für diese Tafelnummer auf den Leib gezimmert habe. Welche Rolle denn? Die des Ahnungslosen Deutschen. Kommen Sie mal mit, wir gehen ein bisschen zurück in der Geschichte. Wir gehen jetzt so in ein Jahr, da waren Sie, glaube ich, so ein kleiner Junge, 1914. Wenn Sie das hier herausgeben, gucken Sie sich das an. Der Jihad, was ist das? Gemeindeblatt vom IS? Nein, das ist eine Wochenzeitung aus Deutschland. Wann liest man die freiwillig, wenn man mit dem Fokus durch ist? Das ist 1914.
Die muss man lesen, wenn man einer von tausenden muslimischen Kriegsgefangenen ist in einem deutschen Kriegsgefangenenlager im Ersten Weltkrieg. Da sitzt man z.B. in einem Lager südlich von Berlin, wo dann auch die allererste Moschee in Deutschland errichtet. Ah, da mussten die dann drin glauben. Da war der Islam ja damals Teil von Deutschland. Zumindest, wenn man als Muslim bereit war, für Deutschland Feinde umzubringen. Das Interessante ist, mit diesem Blatt, da hat man versucht, die muslimischen Gefangenen dazu zu bringen, auf deutscher Seite in den Krieg einzusteigen. Man hat auch das hier verteilt. Das war noch vor Boris Johnson. Aus Berlin hat man das verteilt. Überall im Nahen Osten.
Interessant in der arabischen Welt. Verantwortlich für diese Propaganda war er hier. Hören Sie mal, das ist doch ein Nuller und kein Deutscher. Das war Max von Oppenheim. Spitzname Abu Jihad. Der Mann war der deutsche Orient. Der wollte aus dem Islam eine Art politische Kriegswaffe schmieden. Interessant ist, das hat er versucht mit Denkschriften. Denkschrift betreffend die Revolutionierung der islamischen Gebiete unserer Feinde. Klingt tatsächlich ziemlich deutsch. Attentate und Anschläge sind zu erlassen. Sie wollen mir nicht wirklich ernsthaft sagen, dass ein Deutscher den Jihad erfunden hat?
Er wollte die Feinde Deutschlands damals schwächen, indem er in ihren Kolonien, Frankreich, Großbritannien, Russland, Italien, in den Kolonien versucht hat, muslimische Aufstände zu provozieren. Weil er Deutscher ist, hat er sich gedacht, die gehen alle in die Bibliothek, leihen sein Buch aus und machen Jihad. Man hat Dutzende von Lese-Sälen. Um dieses Gedankengut quasi zu verbreiten. Es gab sogar im Auswärtigen Amt eine eigene Propaganda-Abteilung dafür. Chef war er hier und er war seine rechte Hand. Das ist aber jetzt Müller. Das ist Kaiser Wilhelm. Zugegeben, er hat sich in Schale geworfen.
Weil er hat sich in Konstantinopel 1898 damals zum Freund aller 300 Millionen auf der Erde lebenden Mohammedaner erklärt. Das war vor Facebook. Sie wissen schon, dass ein christlicher Kaiser nicht die Muslime zum Jihad aufrufen kann, auch wenn er sich eine muslimische Batschkapp auf den Kopf setzt. Deswegen hat er es den türkischen Sultan machen lassen. Hier sieht man, in Konstantinopel wird 1914 im November der Krieg gegen die Ungläubigen ausgerufen. Da waren wir unter Kaiser Wilhelm Moslems. Ja, es war ein spezieller Jihad. Der galt allen Ungläubigen, außer den Verbündeten der Türkei, also Deutschland und Österreich. Gemeister Schnitzel sind ja nicht wirklich halal, oder?
Wiener Schnitzel mit dem richtigen Kalb. Vielleicht darum geht es jetzt doch nicht. Deutschland hat dann quasi Agenten in den Nahen Osten geschickt. Die muslimischen Einhaben haben die Lust auf einen Aufstand reinzufachen. Warum habe ich davon noch nie was gehört? Weil es nicht funktioniert hat. Die Muslime hatten einfach keinen Bock auf Jihad. Außer ein paar in Iran. Das ist aber jetzt ein Deutscher, das erkenne sogar ich. Das ist richtig, das ist Wilhelm Wasmus. Wilhelm Wasmus war deutscher Konsul und Geheimnager. Er hatte einen blutigen Aufstand im Iran gegen die Besatzung der Briten.
Aber dann hat der deutsche Jihad eigentlich nur den Iranern dabei geholfen, sich gegen das verhasstische britische Kolonialregime zu wehren. Es war also nicht alles schlecht am deutschen Jihad. Als würde ich jetzt nicht sagen. Dieses Gedankengut hat dazu geführt, dass im Osmanischen Reich der Hass auf christliche Minderheiten quasi seinen Anteil an einem Völkermord an den Armenier, Assyrianen und Griechen. Aber der deutsche Jihad hat doch nicht gemeint. Da sollten doch nur ein paar Ungläubige Franzosen, Russen und Briten getötet werden. Das mit den Armeniern hat Deutschland wahrscheinlich gar nicht gewusst.
Guck mal, unser einziges Ziel ist es, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, und das hat man vollweg 1915. Wir haben also in der Geschichte Deutschlands und Irans jahrzehntelang ein brutales Mullerregime mit unseren Geschäften finanziert. Wir haben also denen auch noch diplomatisch möglichst sanfters Händchen gehalten und ihnen auch noch den Gedanken des Jihad nahegebracht. Herr von Wagner, könnte ich nicht zur Entspannung mal wieder die USA spielen? Aber jetzt reicht es wirklich. Sie wissen schon, dass es einen fundamentalen Unterschied gibt zwischen dem Antisemitismus der Nazis und dem Antizionismus im Nahen Osten.
Da sind zwei völlig verschiedene Paar Springerstiefel. Manchmal spielen Sie diese Rolle so toll. Wir gehen wieder zurück in der Geschichte. Wir sind so am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. In der islamischen Welt, da sind die Juden eine beliebte, aber zumindest geduldige Minderheit. Das ändert sich in den 30er Jahren recht schlagartig unter anderem unter ihm hier. Ryan Gosling war mal ein Muslim? Der sieht echt aus wie Ryan Gosling. Das ist der Mufti von Jerusalem, Amin el-Husseini, damals das geistige Oberhaupt der Palästinenser. Als 1937 der Plan aufkam für eine Zwei-Staaten-Lösung, da hat er die Menschen, die diesen Plan gut fanden, verfolgen lassen, umbringen lassen.
Muslime, Briten, Juden. Wenigstens war er kein Deutscher. Das ist richtig. Das waren die deutschen Nazis, die ihn gerne mit Geld, Waffen und Ideologie versorgt haben. Was ist das, Adolf Hitler mein Jihad? Islam und Judentum. Eine der ersten islamistischen Schriften. Das sind die jüdischen Ressentiments. Die wurden zum Dreh- und Angelpunkt einer neuen Glaubensrichtung. Juden wurden zum großen Feind erklärt. Wer hat das geschrieben? Wahrscheinlich er. Verteilt wurde es unter den Nazis und in Ägypten von der Muslimbrüderschaft. Wer ist das? Der Opa von Attila Hildmann. Das ist Hassan el-Banna. Der hat die Muslimbrüderschaft in Cairo gegründet und aufgebaut.
Jetzt erzählt sie mir gleich, dass dabei auch die Nazis im Spiel waren. Wahrscheinlich die Landesgruppe Ägypten der NSDAP. Sie sollen den unwissenden Deutschen spielen. Genau so war es. So hieß der Club. Der Vorsitzende von diesem NSDAP-Club war Alfred Hess. Der Bruder des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess. Wollen Sie jetzt alles erklären oder darf ich? Diese Kairoer Nazis haben die Muslimbrüderschaft nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch ideologisch unterfüttert. Sie haben sie eingeladen zu Vorträgen über die Judenfrage. Islamisten, die Nachhilfe in Antisemitismus brauchen. Das ist so, als ob jemand Wolfgang Kubicki Sexismus erklärt.
In Ägypten hat dann die Muslimbrüderschaft Stimmung gemacht. Gegen die Juden. So wurden sie zu einer großen Massenbewegung. Was macht denn der Mufti jetzt in Berlin? Der wurde DJ vom Führer. Das muss ich vielleicht erklären. Er wurde 1941 Star-Moderator. Er ist der erste, der in der Welt in der Welt in der Welt in der Welt ist. Er wurde 1941 Star-Moderator von Radiozesen. Damals eines der modernsten Propagandasender, die die Nazis auf die Beine stellen konnten. Für die Nahen und Mittleren Osten. Da haben sie Personal reingebuttert. Das konnte man hier überall empfangen. Was lief da im Frühstücksradio Morgenland? Die größten Hits des Judenhasses des 17. und 19. Jahrhunderts? Ganz genau.
Gegen Ende des Krieges achtete das diese Hetze aus in einem offenen Mordaufruf von Juden. Klingt mir mehr nach einem Nischensender. Dieser Sender hatte leider einen riesigen Erfolg. In Bagdad kam es zu einem großen Massaker an Juden. Eines der ersten dieser Art in dieser Region. Und mitverantwortlich dafür laut einer britischen Untersuchungskommission Radiozesen. Was war denn dann, als für die Nazis 45 Sendeschluss war? Der Muff die ja wieder. Der wurde von den Nazis in allererste Minute ausgeflogen. Dann wurde dieser Kriegsverbrecher von der Arabischen Liga zum Sprecher der Palästinenser gemacht. Und 1948 zieht er dann mit alten Nazis aus Wehrmacht SS in den Krieg gegen Israel.
Was hat denn das alles mit dem Iran zu tun? Das habe ich natürlich hier. Ayatollah Khomeini. So hölzern habe ich den gar nicht an Erinnerung. So, da ist sie. Jetzt erzähle ich sie mir gleich, dass Ayatollah Khomeini Radiozesen am Volksempfänger gehört hat. Nein, das wäre eine zu gute Schlussprobe, um wahr zu sein. Ayatollah Khomeini hat Radiozesen gehört an einem britischen Radioempfänger. Und unter Ayatollah Khomeini wurde aus Iran einem Land, das eine Freundschaft mit Israel gepflegt hat, ein Land, dessen Führungselite sich auf die Fahnen geschrieben hat, Israel zu vernichten. Herr von Wagner, zu diesem Zeitpunkt würde es mich schon entspannen, wenn ich mal Katar spielen könnte.
Das können wir machen. Das können wir machen. Herr Uthoff, das können wir machen. Pass auf. Und zwar können wir das machen. Herr Uthoff, warten Sie. Ich wollte noch zeigen, wie Deutschland Katar geholfen hat, dass wir das machen. Also was bleibt uns übrig? Was bleibt mir übrig, wenn ich weiß, dass meine Cousinen und Cousins jeden Tag im Iran zum Verhör mitgenommen werden können und jede Minute ohne Rechtsgrundlage verurteilt und heimlich ermordet werden können? Was bleibt? Wegschauen, verdrängen und irgendwann an der Scham ersticken und dann im Grab hinein von den nächsten Generationen zu hören, warum habt ihr nichts getan? Warum habt ihr weggeschaut? Was bleibt?
Wir können anerkennen, dass man eben nicht sagen kann, es hat nichts mit mir zu tun. Nichts, was irgendwo auf der Welt passiert, ist unabhängig von dem, was wir hier machen. Und ja, ich will leben, wir wollen alle leben. Aber ich kann auch versuchen, stetig und wenig zu wachsen, auch wenn ich dazwischen mal einen Tag müde werde. Im 13. Jahrhundert schrieb der iranische Dichter Saadi ein Gedicht, das übrigens in New York bei den Vereinten Nationen an der Wand hängt. Und ich habe es an dieser Stelle mal ein bisschen freier übersetzt. Das Gedicht geht wie folgt. Die Menschen sind in der Welt, die mit ihrer Erkrankung aus einer Perle entstunden.
Leidet nur ein Glied in dieser Welt, die anderen Glieder, die es in Aufruhr hält. Und dir, der dich das Leid der Menschen nicht berührt, geziemt ist nicht, dass dir der Name Mensch gebührt. Also, was bleibt? Wir müssen hinsehen. Das sind Niloufar Hamedi und Ella Hamamadi. Zwei Journalistinnen, die maßgeblich daran beteiligt waren, über den Tod von Gina Ameni zu berichten. Sie sind verhaftet worden. Das iranische Regime wird von ihr verhaftet. Sie sind verhaftet worden. Das iranische Regime wird von ihr verhaftet. Sie sind verhaftet worden. Das iranische Regime wirft ihnen vor, CIA-Agentinnen zu sein. Und auf Spionage steht im Iran die Todesstrafe. Das ist Salman Yassin.
Ein kurdischer Rap-House-Kermanshah. Er ist im Oktober bei den Protesten in Teheran von den Sicherheitskräften festgenommen wurden, während seiner Haftweihe schwerer Folter ausgesetzt. Das sind die iranischen LGBTI-Aktivistinnen Sahra Sidiri Hamadani. Sie und eine weitere Frau Elham Rubdar wurden wegen ihrer Geschlechtsidentität aufgrund von Verdorbenheit auf Erden zum Tode verurteilt. Das ist Muhammad Rubadlu. Er ist 22 Jahre alt und wurde nach einem Unfall mit einem Fahrzeug des Regimes verhaftet und die Korruption auf Erden angeklagt. Er hat keinen Anwalt und ihm droht die Todesstrafe. Das ist Sohail Khoshtel.
Er ist 17 Jahre alt und wurde von der Islamischen Republik verhaftet, weil er sich für Menschenrechte stark gemacht hat. Noch ihm droht wegen Verdorbenheit auf Erden die Todesstrafe. Und wenn Sie jetzt denken, das alles bringt doch nichts, denn der einzige Weg, diese Hinrichtung zu stoppen, ist, wenn westliche Regierungen ihre Stimmen heben. Also schaut hin und bleibt laut. Sohail Khoshtel Sohail Khoshtel Sohail Khoshtel Erden Erden Erden Erden Erden Erden Erden Herr Verbeiger, wir haben was vergessen. Was denn? Na das Abo und die Glocke. Dann war das hier alles ganz umsonst? Ich fürchte ja. Aber vielleicht wissen unsere Zuschauer ja auch selbst, wo sie abonnieren können.
Dass sie jetzt noch zwei weitere Videos gucken können. Stimmt. Unsere Zuschauer sind ja sehr klug.
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