. . . . . . . . . . . Guten Abend. . . . . Guten Abend. Good evening und bonsoir. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Europa hat gewählt. Wir sprechen darüber. Heute mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, der Spitzenkandidatin der europäischen Christdemokraten EVP. Guten Abend, Frau von der Leyen. Guten Abend, Herr Illberger. Europa ist nach rechts gerüxt. Wo stehen Sie? Vielen Dank für diese Frage. Meine Position ist ganz glasklar. Ich warte ab, wo am Ende die Mehrheit steht. Dann stelle ich mich dazu. Das war ein ganz klares Bekenntnis zu ... was auch immer. Neben Ihnen steht der Wähler, den wir auch eingeladen haben. Guten Abend. Was sagen Sie als Wähler zu dem Rechtsruck? Mich hat das Ergebnis nicht überrascht. Interessant. Warum? Weil ich es so gewählt habe. Richtig. Deswegen haben wir Sie eingeladen. Warum haben Sie in diesem Ausmaß rechts gewählt? Kennen Sie einen Europapolitiker, der links ist? Natürlich. Jetzt nicht namentlich. Frau von der Leyen, Sie sind es nicht. Sie haben vor der Wahl angedeutet, sich von Rechten zur Kommissionspräsidentin wählen zu lassen. Unter anderem von Frau Meloni. Warum? Darf ich an dieser Stelle den Spitzenkandidaten meiner Partei Manfred Weber zitieren? Der hat gesagt, ich erlebe Meloni als eine Politikerin, die etwas in Europa erreichen will. Viele Menschen erleben Sie als Politikerin, die mit Meloni in Europa was erreichen will. Die Frage, wer steht wie weit und wo rechts? Schauen wir mal, werfen wir einen Blick ins Europaparlament auf die beiden großen Fraktionen rechts von der EVP. Da ist zunächst mal Frau Meloni, die die Vorsitzende der Partei der Europäischen Konservativen und Reformer, kurz EKR, ist. Noch weiter rechts befindet sich die Fraktion Identität und Demokratie, kurz ID. Ich wusste gar nicht, dass rechts von der CDU noch so viel Platz ist. Aber da sehen Sie es schon ganz deutlich. Georgia Meloni ist eine Vertreterin der Mitte. Weil ihre Grafik schon links mit rechts anfängt. Wir bilden hier nur den Wähler willen ab. Wo ist eigentlich diese berühmte CDU-Brandmauer gegen rechts? Schauen wir mal. Da, eine klare Kante gegen rechts. Wie wollen Sie mit Meloni zusammenarbeiten? Die sogenannte Brandmauer verläuft inzwischen rechts von rechts. Also rechts von Georgia Meloni. Aber das hat Jens Spanier gesagt. Gut, dann bauen wir das schnell mal um. Sie sehen, eine ganz klare Kante gegen rechts. Georgia Meloni ist für Sie also nicht rechts. Sie ist rechtskonservativ. Meloni regiert in Italien zusammen mit Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega. Die ist ja in der ID-Fraktion. Ihre Mauer hat ein Loch. Ebenfalls in der rechtsextremen IID ist die österreichische FPÖ und die niederländische Partei vor der Freiheit von Gerhard Wilders. Beide arbeiten auf nationaler Ebene mit Parteien aus ihrer EVP. Oh, jetzt ist die Mauer ein Sieb. Ich habe für eine Zusammenarbeit mit rechts zwei ganz glasklare Kriterien. Meine Partner sind für Europa gegen Putin und für die Rechtsstaatlichkeit. Rechtsstaatlichkeit ist auf Ihrer Seite der Brandmauer in der rechtskonservativen EKR-Fraktion. Aber auch die rechtsnationalistische PISS-Partei, die in Polen den Rechtsstaat untergraben hat. Ich möchte nicht mit der ganzen EKR-Fraktion zusammenarbeiten. Dann bauen wir vielleicht noch ein Ärgerchen. Toll, jetzt hat die Mauer noch einen Knick. Dann gibt es noch die Partei Reconquete von Eric Semour aus Frankreich. Die gibt sich noch rechtsradikaler als Marine Le Pen. Er gehört aber zur europäischen EKR-Fraktion. Moment, sehe ich das richtig? Der rechtskonservative rechtsextreme Semour ist weniger rechts als die ultrarechte rechtsradikale Le Pen. Warum? Eric Semour ist ein moderater Extremist. Dann bauen wir das eben um. Sieht für mich aus wie ein Carport. Für mich sieht es eher aus wie ein Wintergarten. Für mich ist das eine ganz klare Kante. Nennen Sie das klare Kante, weil sich der Architekt Ihrer Brandmauer mit Klan die Kante gegeben hat? In der rechtskonservativen EKR sitzt noch die ultrarechte spanische Vox-Partei, die aus der rechtskonservativen Partido Popular hervorgegangen ist. Die Allianz anstrebt mit rechtspopulistischen, rechtsnationalen, rechtskonservativen, rechtsextremen, rechtsmitrechtshalt. Das ist ja jetzt ein Brandladerin. Wo ist denn da jetzt die AfD? Die ist ja vor Kurzem aus der Idee rausgeflogen, weil sie der Idee zu rechts war. Und was gibt es da jetzt? Ein Knick, ein Loch, ein Tunnel, eine Schleuse, ein Kreisverkehr. Ich sehe da überhaupt keine Brandmauer. Sie missverstehen, dass die Brandmauer immer noch da drüben ist. Also noch mal, wir arbeiten nur mit Rechten, die für uns die Grundlage sind. Wir haben hier die Grundlage. Wir haben hier die Grundlage. Also noch mal, wir arbeiten nur mit Rechten, die für Europa gegen Putin und für die Rechtsstaatlichkeit sind. Und gegen Geflüchtete. Das ist ja ganz klar. Da bleibt nur noch eine Frage, Frau von der Leyen. Was ist mit dem bulgarischen EKR-Abgeordneten Angel Dziambatschki? Der hat vor zwei Jahren im Europaparlament den Hitlergruß gezeigt. Solang der Gruß für Europa, gegen Putin und für den Rechtsstaat war, ist das ... Schauen wir mal. Schwer zu sagen. Und jetzt schauen Sie mal, wie weit links Georgia Meloni steht. So, da können Sie jetzt schlecht sagen, ich arbeite mit Rechten zusammen. Tja, das ist die Frage, wie links kann rechts sein. Klären wir das doch einfach direkt mit ihr, mit der Wahlsiegerin, Georgia Meloni, Frau Präsidentin. Vielen, vielen Dank. Danke schön. Aber bitte ... Bitte, es heisst Il Presidente. Es ist schön, hier zu sein. Es ist nicht Italien, aber das wird schon noch. Herr Präsident, Herr Meloni. Kennen Sie diesen Mann? Das ist Olaf Scholz, euer Führer. Olaf Scholz ist doch kein Führer. Was ich meine ist, das ist ja offensichtlich Benito Mussolini der Duce, Ihr geistiger Führer. Diese Zeiten sind längst vorbei. Warum sammelt der Senatschef Ihrer Partei Mussolini-Büsten? Weil ich gesagt habe, Mussolini war ein guter Politiker. Vielleicht der beste von den letzten 50 Jahren. Das haben Sie gesagt? Wie distanzieren Sie sich jetzt von Mussolini? Faschismus ist für mich Geschichte. Warum entfernen Sie dann nicht die Fiamma Tricolore, das Symbol der Neofaschisten aus Ihrem Parteilogo? Das geht nicht, das habe ich als Parteizeichen wieder eingeführt. Sie distanzieren sich also nicht vom Faschismus? Ich habe mich doch distanziert von meiner alten neofaschistischen Partei, weil die sich zu sehr vom Faschismus distanziert hat. Sie haben mal gesagt, Sie hätten ein entspanntes Verhältnis zum Faschismus. Ich bin Post-Faschistin. Was genau ist das? Post-Faschist? Da denken manche an den schlecht gelaunten Mitarbeiter in der DHL-Paket-Annahme. Aber das wird es wohl nicht sein. Post heißt nach. Sie nennen sich nach Faschisten? Nein, wir nennen uns nach Faschisten. Das sind alle, die nach dem Faschismus geboren wurden. Dann wäre ich also auch Post-Faschist. Sie natürlich. Und auch hier der Kameramann, bitte stellen Sie dazu. Wie auch immer Sie Ihren Faschismus nennen, Ihre Politik trägt totalitäre Züge. Sie versuchen, die Kultur und die Medien zu kontrollieren. Alle Kanäle des öffentlich- rechtlichen Rundfunks Rai sind auf Regierungskurs gebracht worden. Die Journalisten dort streiken, weil es, wie Sie sagen, noch nie so viel Druck und Zensur gab. Sie dürfen sagen, dass es Zensur ist. Das ist Oppressefreiheit. Die populärsten Moderatorinnen sind weggemobbt worden. Ich habe ihnen lediglich die Chance gegeben, bei den Privaten wesentlich mehr Geld zu verdienen. Sie haben alle Nachrichtenschefs ausgetauscht und den Rai-Chef zum Rücktritt gezwungen. Ich wollte ihn zum Opernchef von Neapel machen. Napoli, kennen Sie Napoli, bellissima. Traumhaft in der Tat. Der Rai-Chef ist Covid-Leugner, der das Impfen mit dem deutschen Faschismus verglichen hat. Der deutsche Faschismus war ja auch furchtbar. Oder wollen Sie das beschreiten? Nein, natürlich nicht. Journalistenverbände fordern die EU-Kommission, auf einzugreifen, weil die Pressefreiheit in Italien bedroht ist. Unter anderem von den vielen Verleumdungsklagen der Politikerinnen gegen die Journalisten. Es könnte sogar noch schlimmer kommen. Die Journalisten könnten bei angeblich falscher Berichterstattung entweder ein Berufsverbot bekommen oder ins Gefängnis wandern. Das sind Angriffe auf Grundrechte. Manfred Weber, der Chef der ÖVP, hat gesagt, ich wäre pro Rechtsstaat. Aber Sie weigern sich auch, den Mindestlohn einzuführen. Verstößt das nicht auch gegen eine EU-Richtlinie? Manfred Weber hat gesagt, ich wäre pro Rechtsstaat. Sie planen eine Verfassungsreform, die dazu führen könnte, dass die Partei, die am meisten Stimmen bekommt, automatisch absolute Mehrheit im Parlament hat. Selbst wenn sie nur bei 20 % der Stimmen landet, hat nicht der Duce vor 100 Jahren mit einer ähnlichen Reform den Rechtsstaat stabilisiert? Manfred hätte das sicher gut gefallen. Was haben Sie noch auf die Zettel hier? Ausländische Museumsdirektoren werden ausgewechselt. Sie müssen italienische Sprachtests vorweisen. Fotovoltaik soll von den Feldern verschwinden. Künstliche Fleischalternativen aus dem Labor werden verboten. Der Gebrauch von Anglizismen soll bis zu 100'000 Euro bestraft werden. Frau Meloni, what the fuck? Wie kann es sein, dass Sie mit dieser Politik auf Europaebene als seriöse Partnerin gelten? Das ist wegen Italien. Wie wir hier so sprechen. So sprechen mit den Händen, die gute Küche und die Strande. Können Sie uns nichts übernehmen, nicht mal unseren Faschismus? Mache ich Faschismus auf eine sinnliche Art. All'Italiana. Sinnlicher Faschismus? Was heisst das? Ich hasse, aber mit viel Amor. Sie, Sie bauen uns in Italien! Echo! Bei uns in Italien schmeckt der Faschismus nach Sonne und Strand. Die Maare, das Sol. Faschismo leggero. Ihr Deutschen wollt immer alles machen direkt. Deswegen habt ihr an den Strand auch immer Sonnenbrande. Der Italiener weiss, dass er langsam braun werden muss. Eine gute braune Sauce muss er manchmal kochen. Der ganze Tag lang. Faschismo culinario. Faschismo culinario. Muss er ganz langsam machen. Eine schöne Pizza, Hitler, Stagioni. Prosciutto e meloni. Danach eine schöne Nazi macchiato. Jetzt hab ich tatsächlich keine Fragen mehr, sondern nur Hunger. Echo, echo! E capito! Echo capito! Grazie. Grazie. Ihr Deutschen wollt immer alles machen schnell und mit Gewalt. Wie eure brunzen, dummen AfD. In Italien machen wir Faschismus wie Essen. Ihr macht Faschismus wie Essessen. Faschismus wäre doch mal eure Kernkompetenz. Soll das heissen, die deutschen Nazis sind nicht mehr konkurrenzfähig? Was ist denn geworden aus euren Nazis? Ich höre, wie sie mit Mädchenfrisuren sagen. Ja, sie. Ich will diese Frisur immer reinmachen. Spänkchen. De ignoti ignoranti. Cepale questi cornuti. Klingt schon wieder lecker. Wo? Ihr könnt nicht locker sein. Bitte schaut euch an. Du bist ein Strumpf. Mach mal locker. Ich bin doch locker. Du bist so locker, als hättest du eine Grissini in deinem Popo. Apropos locker. Frau Meloni, Sie haben locker von heute auf morgen 170'000 Haushalten das Bürgergeld gestrichen. Da hab ich geschrieben an alle SMS. Morgen bis du bleibst. Das ist wahre Nähe zu dem Popolo, zu dem Volk. Sie wollen mit den sexuellen Partnern die Elternschaft entziehen. Vielleicht reicht ja auch eine Mama. Eine Mama ist genug. Viva la mama. Du musst kriegen, der Wähler mit den Gefühlen. Bei uns in Italien, Politiker heißen Giorgia und Silvio. Klingt nach drei Stunden Liebemacher an den Strand. Bei euch heißen Politiker Olaf und Uschi. Ich schweb mich alle. Frau Meloni, darf ich Giorgia sagen? Sie. Aber es geht doch schon noch ein bisschen um politische Inhalte. Oh, Silenzio, Strumpfe, Wasserlaube, Strumpfe. Ich spiel die Musik. Bella musica. Bei uns in Italien, Musiker heißen Eros und nicht Herbert. Selbst eure Nazis auf Sylt singen ihre Lieder zu Gigi D'Agostino. Und nicht Sutil Lindemann. Man muss den Leuten mit den süssen Zeugen kleben. Bei uns in Italien, Dolce und Duce, unterscheiden sich nur durch zwei winzige Buchstaben. La Duce Vita. Es gehört zu, muss man mal lachen und danach machen. Fascismo simpatico all' Italiana. Ich habe fertig. Danke schön. Guten Abend. Hallo. Vielen Dank. Danke sehr. Guten Abend. Ich weiß nicht, wie ihr Eindruck ist, aber für meinen Geschmack läuft die Sendung bis jetzt linear ab. Ich bin das gar nicht mehr gewohnt. Ich bin nur noch auf TikTok und Instagram. Die Sendung geht mir so langsam. Ich kann das nicht mehr. Deswegen muss ich diesen Auftritt auf meine Social-Media-Angewohnheiten anpassen. Wir machen ein Splitscreen. Ich bin auf der linken Seite. Auf der rechten Seite zeigen wir eine Teppichreinigung. Wenn es Ihnen bei mir zu langweilig wird, gucken Sie einfach rüber. Wenn es wieder geht, gucken Sie zu mir. Das ist ein ganz neuer Trend. Das ist so entspannt. Es ist ein ganz neuer Trend im Internet. Durch die sozialen Medien haben die Aufmerksamkeit sparen. Das ist ein ganz neuer Trend im Internet. Durch die sozialen Medien haben die Aufmerksamkeit sparen. Durch die sozialen Medien haben die Aufmerksamkeit sparen. So drastisch abgenommen, dass in den USA teilweise Lehrer und Lehrkräfte ihre Unterrichtsstunden im Splitscreen abhalten, damit die Schülerinnen dranbleiben. Hier sehen Sie, links wird die Englisch-Stunde abgehalten. Rechts läuft ein Spiel aus dem App-Store. Ich werde den Namen nicht sagen, weil ich kein Geld kriege. Es geht heutzutage nicht mehr um Geld, nicht mehr um Öl. Die wichtigste Ressource überhaupt ist Aufmerksamkeit. Darum geht es. Nur noch darum. Sie sollen einfach nur dranbleiben. Sie sollen einfach nur gucken. Das war's. Jetzt kommt auch nichts mehr. Es ist ja alles erfüllt. Geil. Sie sitzen jetzt zu Hause und denken sich, Maxi, hat die Nummer einen tieferen Sinn? Nein. Ich weiß, wir sind hier bei der Anstalt. Und es gibt immer die Hoffnung, gleich kommt da ein schlauer, satirischer Twist. Und ganz ehrlich, das hoffe ich auch. Weil ich jetzt so ... Ich weiß nicht, ob das in Zukunft überhaupt noch notwendig sein wird. Ein kabarettistischer Twist oder so. Die Associated Press hat ihre Journalistinnen angehalten, dass sie ihre Artikel unter 500 Zeichen halten sollen. Weil es sonst keiner mehr liest. Es wurde 2003 die Aufmerksamkeitsspanne gemessen. Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne war bei ungefähr zweieinhalb Minuten. Heute 47 Sekunden. Und da erwarten Sie jetzt von mir einen satirischen Twist zur EU-Wahl. Das ist ja völlig vergoldete Zeit. Das ist ja viel zu lange, da ist keine Zeit mehr dafür. Da schaue ich mir lieber so ein bisschen kinetischen Sand an. Das ist so entspannt, oder? Voll geil. Weil hier ist das Ding. Es geht nicht mehr um Verstehen oder Kapieren oder so. Es geht nur darum, dass Sie gucken. Sie gucken so ein Video. Dadurch wird Dopamin in Ihnen ausgeschüttet. Sie fühlen sich gut. Gucken noch ein Video. Der Algorithmus checkt das und bietet Ihnen immer weiter solche Videos an, die Sie stimulieren. Genauso werden wir von den sozialen Medien über die Kapitän-Dopamin-Zombies gemacht, denen alles zu anstrengen wird, was länger als 20 Sekunden dauert. Die Tech-Konzerne machen uns zu abhängigen, damit sie in Zukunft unsere Drogendealer sein können. Und was das jetzt alles mit der EU-Wahl zu tun hat, das könnte ich Ihnen erklären. Aber das dauert länger als 47 Sekunden. In diesem Sinne, weiter gucken. Danke für diesen Kommentar zur Europawahl. Das starke Abschneiden europakritischer Parteien kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es immer noch sehr viel Begeisterung gibt für Europa. Vor allem außerhalb von Europa. Auf dem Balkan stehen seit Jahren Beitrittskandidaten Schlange. Und dortieren sie auch unsere europäischen Werte. Die Frage ist also, wer wird Europäer? Wir schalten als Erstes zu einem besonders aussichtsreichen Kandidaten. Montenegro, Dobardin. Dobardin? Schön, oder? Das alles könnte bald Ihnen gehören. Eine wunderschöne Landschaft, zugegeben. Das sind auf jeden Fall EU-Qualitätskriterien. Nun leben solche Landschaften aber auch gerne mal Menschen. Erfüllt denn Ihre Gesellschaft auch EU-Standards? Auf jeden Fall. Olaf Scholz war gerade bei uns und so beeindruckt von unserem Ehrgeiz und der Geschwindigkeit unserer Reformen. Er sagt, kein Land schreitet aktuell entschlossen nach voran. Wann dürfen wir Sie also in der EU begrüßen? Nach 222 Jahren hat die FAZ errechnet, wenn das in dem Tempo weitergeht. Derzeit sind 35 Verhandlungskapiteln abgeschlossen. Na ja, so lange dauert eine sorgfältige Prüfung eben, wenn man nicht mehr Einwohner hat als Stuttgart. Aber komisch. Mit Polen und Kroatien haben Sie damals nur sechs, bzw. acht Jahre verhandelt. Haben Sie gesehen, wie die mit Geflüchteten umgehen? Illegale Pushbacks, Gewalt. Eben. Was tun Sie für uns? Seien Sie nicht so enttäuscht, wenn Sie in die EU beitreten. Wenn Sie bis dahin nicht ausgewandert sind, so bereits ein Viertel des Landes. Soll das heißen, wir kriegen nur Ihre Leute, aber die schönen Landschaften behalten Sie selbst. Oder die Russen. Die sind in Montenegro aktuell der größte Investor. Die Oligarchen fühlen sich hier wie zu Hause. Nicht Putin, nicht die Russen. Wir lassen Sie rein. Hallo? Hallo? Erst mal sind wir ja wohl dran. Sie sind seit 20 Jahren auf den EU-Beitritt. Interessant, aber bevor wir Sie aufnehmen können, wer sind Sie? Nordmazedonien. Schön, schön. Aber wo ungefähr ... Nordmazedonien. Formerly known as Mazedonien. Bald nennen wir uns so, wenn es noch lange dauert. Moment, ich erinnere mich. Ist die Umbenennung Ihres Landes in Nordmazedonien eine notwendige Voraussetzung für den EU-Beitritt? Seit wann müssen Staaten dafür ihren Namen ändern? Selbst schuld, wenn Sie so heißen wie die nördliche Provinz von Griechenland, Makedonien. Die Griechen fürchten, Sie könnten die für sich beanspruchen. Wir sind nur 2 Mio. gegen 10 Mio. hochgerüstete Griechen. Kein NATO-Land hat in den letzten Jahren mehr ausgegeben fürs Militär. Aber dafür haben Sie eine schöne Statue im Hintergrund. Ist das Alexander der Große? Das war Alexander der Große. Wir haben ihn umbenannt, um die Griechen nicht zu provozieren. Ah, in Nord-Alexander? Nein, in Krieger auf einem Pferd. Außerdem mussten wir uns wegen der Griechen eine neue Flagge zulegen, neue Autokennzeichen, neue Ausweispapiere. Dann steht Ihrem Beitritt sicher nichts mehr im Weg. Doch. Jetzt blockiert Bulgarien. Sie können uns als staatsbildendes Volk in unserer Verfassung anerkennen. Dann machen Sie das eben. Das sind 3.500 Leute. Das bleibt sicher nicht die letzte Forderung. Seit wann ist bulgarische Profilneurose ein Wert der EU? Die nicht, aber das Einstimmigkeitsprinzip. Bei wichtigen Fragen müssen alle Staaten zustimmen. Auch wenn Sie noch so klein sind. Sie werden das zu schätzen wissen, wenn Sie erst mal drin sind. Wenn. Wir haben wieder eine rechte Regierung. Aus Frust. So weit sind Sie gar nicht weg von der EU. Bleiben Sie also zuversichtlich. Denn das ist eines unserer wichtigsten Beitrittskriterien. Geduld. Schalten wir zu dem Kandidaten, der schon am längsten auf den Beitritt wartet. Die Türkei. Hallo Türkei, wie geht es Ihnen? Seit 1999 Beitrittskandidat. Sie glauben immer noch, dass Sie irgendwann mal reinkommen. Das nenne ich Funny Bones. Ich wünsche Ihnen deshalb Toi, Toi, Toi. Und wir schalten weiter nach Albanien. Seit zehn Jahren Beitrittskandidat. Albanien, Sie tun ja im Moment gerade eine Menge. Ja, voll gern. Wir nehmen euch alles ab, worauf ihr keinen Bock habt. Neulich war der Söder hier. Und die Bayern würden gerne Windräder aufstellen, weil ihr Land dafür zu schön ist. Dafür nehmen Sie uns die saubere Energie ab. Das ist dann wohl eine Wind-Wind-Situation. Und Meloni sollen wir die Geflüchteten aus dem Mittelmeer abnehmen. Und sie während des Asylverfahrens bei uns ins Lager sperren. Das ist ja eine gute Idee. Das ist eine gute Idee. Das ist eine gute Idee. Bei uns ins Lager sperren. Bis zu 18 Monaten. Verstößt die generelle Inhaftierung von Asylbewerbern nicht gegen EU-Recht? Na ja. Die EU-Kommissarin Johansen hat gesagt, es kann gar nicht gegen EU-Recht verstoßen, weil es ja außerhalb der EU umgesetzt wird in Albanien. Aber in diesen Gefängnissen soll ja italienisches Recht zur Anwendung kommen. Ach so. Dann sind unsere Lager ja schon in der EU. Und wann kommt der Rest Albaniens? Sie haben das falsch verstanden. Meloni will die Geflüchteten aus der EU nach Albanien bringen, damit sie außerhalb der EU EU-Recht unterlaufen kann. Und wenn Sie nun in der EU wären, wären die Geflüchteten ja nicht mehr außerhalb der EU. Und wozu brauchen wir dann noch Albanien? Soll das heißen, wir können gar nicht in die EU kommen? Dann kommen wir zum nächsten Kandidaten. Wo sind wir denn jetzt gelandet? Doberdan. Hier ist Süd-Nord-Malder-Vonien. Der Akzent kommt mir irgendwie bekannt vor. Wir erfüllen auch sehr viele EU-Kriterien. Wir haben super kreative Lösungen für Flüchtlinge. Instabile Verhältnisse, viel Nationalismus. Großbritannien, wollen Sie mich verarschen? No, no, no, no. Das ist doch die Thimse da bei Ihnen. Das? Nein, das ist die Mittelmeer. Und das ist Big Ben? Das ist die Koloss von Rodos. Sorry, aber wer einmal raus ist, ist raus. Bitte lasst uns wieder rein oder schickt uns wenigstens ein paar Eier. Bei uns sind die Regale schon wieder leer. Sorry, wir haben schon ein Charity-Projekt. Und zwar Bosnien Herzegowina. Guten Abend, Bosnien Herzegowina. Warum sind Sie zu zweit? Ich bin die Serbische Republik. Ich die Bosniakisch-Kroatische Föderation. Sie sind doch ein Staat. Ein Staat, aber mit zwei autonomen Teilrepubliken. Und mit drei konstitutiven Völkern. Serben, Bosniaken und Kroaten. Aber wir Serben sind die besten. Könnten Sie sich bitte auf einen Nationalismus einigen? Wir dürfen nicht. Uns wurde nach dem Bürgerkrieg eine Verfassung aufgezwungen, die dieses völkische Denken feststreibt. Von den USA und der EU. Na ja, sonst gehen wir vielleicht zu Putin. Aber Sie wollen doch schon in die EU. Ich will doch Serbien. Aber Serbien will doch auch in die EU. Fragen wir doch mal Serbien. Aber wenn Sie sich nicht beeilen, gibt es bald keinen mehr, der beitreten kann. Die Hälfte der Bevölkerung ist schon ausgewandert. Hallo, Serbien. Sie wollen doch in die EU. Oder zu den Chinesen oder zu Putin? First come, first serve. Aber euer Chef war eh gerade bei uns. Und er hat gesagt, kein Problem, Beitritt geht klar. Ich fürchte, Ihnen sagen zu müssen, dass Sie an einem Hochstapler aufgesessen sind. Aber das kann doch nicht sein. Der hat den höchsten serbischen Orden gekriegt. In Berlin kriegen nur große Staatsmänner? Ja, Sebastian Kurz, Viktor Orban, Wladimir Putin. Danke, danke. Ich glaube, dann geht das in Ordnung. Wie nahe fühlen Sie sich Europa? Sehr nahe. Seit Söder gesagt hat, in Berlin glauben manche Bayern sei der Balkan Deutschlands. Wegen der Korruption oder wegen der Fleischberge? Wenn das europäische Werte sind, wir haben beides. Was ist mit der sozialen Manipulation? Die EU-Kommission hat nix gesagt. Ihr Präsident Vucic war der nicht Propagandaminister unter Milosevic. Kontrolliert er nicht die Medien? Ein bisschen. Wie in Melon in Italien. Vielleicht ein bisschen mehr. Von 43 Tagen, 41 Abend füllende Auftritte mit ihm. Aber zweimal hatten wir Vucic frei. Was ist mit dem Kosovo? Den erkennt Serbien noch nicht als eigenständigen Staat an. So wie fünf EU-Mitglieder. Die abspalten Serbische Teilrepublik und destabilisieren Bosnien-Herzegowina. So wie EU-Mitglieder Kroatien. Die fordern eine eigene Teilrepublik für die kroatische Minderheit. Serbien ist ein Freund von Putin. So wie Ungarn. Wir passen gut in die EU. Was die negativen Eigenschaften betrifft, haben Sie positive Werte, die die EU voranbringen? Ja, eines der größten Lithium-Vorkommen Europas. Und nicht vergessen, wir halten euch die Geflüchteten vom Leib. Wir können es auch so machen. Putin bekommt das Lithium und ihr die Geflüchteten. Herzlich willkommen in der EU. Vielen Dank. Obwohl, jetzt mal so ganz unter uns gesagt, es kommen inzwischen kaum noch Migranten zu uns nach Serbien. Die meisten von denen, die doch da sind, sind da nicht absichtlich. Und zu denen sind wir auch nicht freundlich. Weil wir sind ein bisschen rassistisch. Wir wollen diese Leute nicht da haben. Die wollen auch überhaupt nicht da sein. Die wollen nach Österreich, nach Schweden oder nach Deutschland. Wir ja auch. Aber wir haben ein paar von diesen Leuten trotzdem behalten, die eine Balkanroute-Kampagne laufen hatte. Sebastian Kurz hat uns versprochen, wenn wir da dichtmachen, bekommen wir den EU-Beitritt, den Sieg beim Eurovision Song Contest und eine Sozialbauwohnung. Aber dann hat er auf einmal gesagt, er kann sich an nichts erinnern, was wir besprochen haben. Genauso wie alle seine Parteikollegen. Und wissen Sie, wir sind echt besorgt. Diese Jungs sind Anfang 30. Die haben gemeinsam mehr vergessen, als sie erlebt haben. Österreichische Regierung, wer sich erinnert, wissen Sie noch, wie diese Geschichte mit Sebastian Kurz damals ausgegangen ist? Am Ende hat Sebastian Kurz der ganzen Welt erzählt, er hätte die Balkanroute ganz alleine geschlossen. Soll ich Ihnen einmal verraten, wer die Balkanroute geschlossen hat? Der Balkan. Sebastian Kurz ist nicht einmal zur Eröffnung der Schließung gekommen. Wir sind mit der Gesamtsituation ehrlich unzufrieden. Auch diese Menschen, die wir wegen Sebastian Kurz am Balkan blockieren, sind unzufrieden. Die sagen zu uns immer, wir wollen nach Europa. Und wir stellen immer klar, Bruder, technisch gesehen bist du schon da. Und diese Leute, die sind dann immer ganz entsetzt. Wir teilen dieses Entsetzen. Wir sagen immer, wir glauben es ja selbst nicht, aber schaust du Karte, Europa. Wir haben unsere Experten alle schon mehrfach gebeten, die Kartografen, die Geografen, sogar die Geologen. Ich meine, keine Ahnung, warum die befragt wurden. Aber alle sind sich einig, Serbien liegt in Europa. Diese Leute fragen uns dann aber immer, die EU ist das aber nicht, oder? Und damit streuen die echt viel Salz in eine echt große Wunde. Und wir sagen, nein, die EU ist das nicht. Dann fragen uns diese Leute immer, wo die EU ist. Und dann zählen wir die EU-Staaten auf. Aber wir fangen bei der Osterweiterung an. Weil wir Arschlöcher sind. Und wir wollen das entsetzend in den Augen sehen, wenn wir sagen, Bulgarien und Rumänien. Nein, da sprechen nur alte Kränkungen aus mir. Das Thema EU ist bei uns ein wirklich sensibles, müssen Sie wissen. Weil einerseits wollen wir unbedingt dabei sein. Und andererseits werden unsere Kinder alle schwul. Früher war die USA ein schönes Ziel für die 5-10-Jahre-Spanung. Aber seit alle unsere Nachbarn damit mischen dürfen, nagt es an unserem Stolz. Ich will ganz offen zu Ihnen sein. Wir verstehen schon, dass wir nicht die attraktivsten Bewerber sind. Wegen Wirtschaft, Korruption, Image und alles. Aber waren diese Leute schon mal in Rumänien? Rumänien ist ein Ort, der so arm ist, dass die früher bei uns gegastgearbeitet haben. Verstehen Sie, was ich Ihnen sage? Sie galten bei uns das Sowohlhaben wie wir Leute bei Ihnen. Stellen Sie sich einmal vor, es kommt ein Club raus, der noch besser ist als die Europäische Union. Und wir alle dürfen da mitmachen. Die Serben, die Türken, Nordostmoldawonien. Aber Sie Deutschen nicht. Weil die sagen, Sie sind arm und uncool. Möchten Sie sich bei dieser Vorstellung nicht auch die Ordnung, Ihr Auge nicht zu verlieren, damit Sie die Schande nicht mehr sehen müssen? Es blieb uns also nichts anderes mehr übrig, als die EU zu unserem Feindbild zu machen. Vielen Dank. Europa hat gewählt. Frau von der Leyen, müssen Sie jetzt Ihren Kurs wechseln, um Missionspräsident hinzubleiben, brauchen Sie Sie. Sie haben genug dafür getan, um Sie zu überzeugen, dass Sie die Richtige sind für Sie. Frage Sie jetzt mich oder Sie? Ich frage Sie. Ich suche schon ganz lange Ihre Nähe. In Afrika, hier z.B. in Ägypten. Ich sehe den österreichischen Kanzler Nehammer, auch Sie, Frau Meloni. Warum diese Klassenfahrt zu einem Diktator El Sisi? Wir wollten Ihnen daran erinnern, wie wichtig unsere Partnerschaft gerade jetzt ist, wo in Gaza Millionen Menschen auf der Flucht sind. Meinen Sie die Partnerschaft zwischen Ihnen und Ihnen? Oder zwischen Ihnen und ihm? Zwischen uns und ihm. Schließlich entscheidet Sisi, ob die Flucht der Palästinenser in Rafah oder in Cairo endet. Oder porca miseria usula in Rom. Und ist Sisi der Richtige, um Menschen aufzuhalten? Sagen Sie? Sie. Sisi ist Profi in der Festhalte. In Ägypten sitzen 70.000 politische Gefangene in Gefängnis. Ich habe gesagt, wir haben ein gemeinsames strategisches Interesse an Wohlstand und Stabilität. Was ist ein strategisches Interesse an Wohlstand? Das ist uns egal, ob Sie arm sind oder nicht, solange Sie sich nicht kaufen lassen von Putin. Aber deswegen haben wir ihn ja. Stabilität ist uns ganz, ganz viel wert. Ungefähr 7,4 Mrd. Euro. So viel haben wir Sisi für Bildung, Gesundheit und Grenzsicherung versprochen. Hat er dafür auch zugesichert, die Waffen nicht gegen die Opposition einzusetzen? Er ist ein Tutsche mit Pyramiden, macht, was er will. Sie geben also Geld an eine Diktatur, vor der viele wegen Repressionen fliehen? Was kackst du mich an? Hast du wieder Grissini in deinem Popo? Lassen Sie meinen Grissini aus dem Spiel. Was soll ich machen mit den Pyramidenbauern? Zuletzt sind über das Mittelmeer auch Ägypter nach Italien geflohen. In zwei Jahren fast 30.000. Diese Zahl spricht für sich. Vor allem, wenn man sie nicht neben andere Zahlen stellt. Zum Beispiel den 9 Mio. Was denn für 9 Mio.? Das ist die Zahl von Migranten und Geflüchteten, die nach Ägypten gekommen sind. Aus dem Sudan, Syrien, Jemen, Libyen. Es könnten also noch mehr Menschen kommen, wenn Sisi die Küste nicht so konsequent kontrollieren würde. Wie kommt man denn überhaupt raus aus Ägypten? Über Libyen. Das Abkommen verhindert Migration nicht, sondern macht sie nur noch gefährlicher. Wer von der libyschen Küstenwache aufgegriffen wird, kommt in Haft oder verschwindet spurlos. Kann sie für sie noch mehr tun als das, was Sisi für sie tut? Wissen Sie, wie viele Flüchtlinge im Jahr von Libanon nach Zypern gekommen sind? Natürlich. 4.000. Der Zyperische Präsident Nikos Christodoulidis hat mich über die europäische Notlage informiert. Dann haben wir den Libanon um Hilfe gebeten. War dem Libanon nicht klar, dass er in Europa eine Notlage verursacht? Nein. Sie hatten Probleme, unsere Probleme nachzuvollziehen. Könnte das daran liegen, dass im kleinen Libanon 1,5 Mio. syrische Flüchtlinge leben? Sie hätte nicht gemerkt, dass da 4.000 fehlen. Vielleicht fehlt denen ein Duce. Sieht doch diese Anarchie! Tatsächlich. Ein dysfunktionaler Staat, der von einer korrupten Elite aus geraubt wird, während 3 Viertel der Bevölkerung in Armut lebt. In den letzten Jahren betrug die Inflation über 1.500 %. Ich habe es so formuliert. Libanon ist ein schönes, diverses und ganz lebendiges Land. Voller Energie und Potenzial. Divers heißt in dem Fall auch Hisbollah. Ist die nicht als Terrororganisation gelistet? Richtig, aber ich kann die Regierung eines Landes nicht für eine Terrorgruppe verantwortlich machen. Außer wenn sie an der Regierung ist, wie die Hisbollah im Libanon. Aber ich kann Sie beruhigen, im Moment gibt es keine Regierung. Wie viel Geld soll die Hisbollah-Verzeihung der Libanon von der EU bekommen? Eine Milliarde fürs Gesundheits- und Sozialsystem und für die Stabilität im Lande. Was, wenn das Geld in die falschen Hände kommt? In dem Fall in die der Regierung? Das ist nicht unsere Schuld. Das ist die Anarchie. Sind all diese Abkommen der notwendige Preis für Ihr Bündnis mit ihr? Nein, ich mache ja rechte Politik nicht nur für Rechte wie Sie, sondern auch für Linke wie ihn. Das ist Pedro Sanchez, der sozialistische Regierungschef von Spanien. Wir waren zusammen beim Präsidenten von Mauritanien. Der Deal war ein Schnäppchen. Nur 210 Mio. für Stabilität. Igitt, Igitt, Igitt, Ursula. Mit dieser linken Strumpf treibst du dich rum? Das war ein Notfall. Auf den Kanarischen Inseln sind dieses Jahr so viele gelandet wie noch nie. Ich habe gehört, die Bevölkerung begehrt auf. Kein Wunder, wenn da 16 Mio. im Jahr ankommen. Es gibt leider organisierte Kreise in den Heimatländern, die locken die Menschen mit unhaltbaren Versprechungen an. Reisebüros. Ich meine nicht Touristen, ich meine Geflüchtete. 40.000 Geflüchtete sind letztes Jahr auf die Kanaren gekommen. Deswegen bin ich nach Mauritanien. Aber kamen die Geflüchteten nicht immer aus Marokko? Nicht, seit wir ein Abkommen mit Marokko haben. Aber danach kamen die Boote doch aus dem Senegal. Bis wir ein Abkommen mit Senegal hatten. Dann kamen sie aus Mauritanien. Deshalb das Abkommen mit Pedro. Was macht ihr Abkommen mit dem Niger? Georgia, möchtest du vielleicht? Alles futsche wegen Putsche. Weil die Regierung im Niger gestürzt wurde, mit der sie ein Abkommen hatten, ist jetzt die Flüchtlingsroute Richtung Mittelmeer wieder offen. Das muss sie enttäuschen. Was wollen Sie dagegen tun? Ein Abkommen mit Tunesien. Mit einem Partner, den wir in der Europäischen Union sehr schätzen. Warum? Mal ihre Werte teilt? Oh, wegen der Lage. Lage, Lage, Lage. Der tunesische Präsident Said hat gesagt, Massenmigration sei der Versuch, feindlicher Mächte Nordafrika zu deislamisieren. Klingt für mich nicht nach EU, sondern mehr nach AfD. Nein, die AfD fürstet ja die Islamisierung des Abendlandes. Said dagegen die Deislamisierung des Morgenlandes. Und das ist ja das Gegenteil. Mach den nicht gerade zum Anti-Rassist, was? Immerhin ist er ein demokratisch gewählter Präsident. Der 2021 das Parlament ausgeschaltet hat, die Justiz dominiert und jeden inhaftiert, der ihn kritisiert. Wir haben ihm eine Milliarde zugesichert, auch für den Grenzschutz. Kurz nach ihrem Deal mit Tunesien wurden Tausende Migrantinnen von den Sicherheitskräften gewaltsam aufgegriffen, in Busse gezerrt, in der Wüste ausgesetzt. 14 Verschleppungsaktionen gab es mit Wissen der EU. Ich darf meine Sprecherin zitieren, die sagt, wir erwarten von unseren Partnern, dass sie die Menschenrechte von Geflüchteten respektieren. 29 Menschen sind in der Wüste verdurstet. Wichtig ist, dass sie im Mittelmeer nicht ertrinken. Warum überlässt die EU die Einhaltung der Menschenrechte auf die Verletzung von Menschenrechten? Hören Sie mir gut zu, Herr Ilberger. Wir tun das, damit nicht noch mehr Flüchtende gefährdet werden. Was ist das für eine Strumpfe? Der Reich hätte ihnen längst feuern lassen. Wäre es nicht besser, die Milliarden zu nehmen, um sichere Fluchtwege zu schaffen und Ankommende zu den Fachkräften auszubilden? Ist es nicht unglaublich, dass der Friedensnobelpreisträger EU Auftragsmörder beschäftigt, um die Menschenrechte zu entledigen? Giorgia, du hast recht. Wir gehen. Sie, Stronzo! Die EU hatte eine Wahl, und sie hat sich entschieden. Sie erinnern sich sicher an dieses Bild. Vor neun Jahren ertrank der Dreijährige Alan Kurdi vor der türkischen Küste. Seine Eltern wollten mit ihm nach Europa flüchten. Das Bild des Jungen ging damals um die ganze Welt. An dem Tag, an dem die EU den Flüchtlingsdeal mit Tunesien geschlossen hatte, brachte die tunesische Polizei Matilda Dossow und ihre sechsjährige Tochter Marie in die Wüste und setzten sie ohne einen Tropfen Wasser aus. Sie wurden von libyschen Grenzern gefunden, verdurstet. Sie haben die Möglichkeit, eine Bescheidung zu finden. Warum? Vielleicht, weil wir glauben, unsere Welt mit allen Mitteln vor denen zu schützen, die Zuflucht suchen, sei unser Recht und nicht rechtsextrem. Letztes Jahr hat die AfD im Bundestag beantragt, Asylbewerber in Drittstaaten außerhalb Europas zu bringen. Dort sollten sie für die Dauer ihres Verfahrens bleiben und auch bei einem positiven Bescheid im Drittstaat verbleiben. Die AfD setzt sich inzwischen auch im Grundsatzprogramm der CDU. Das ist die faktische Abschaffung des Asylrechts. Rechtsextrem ist jetzt Mainstream. Gute Nacht, Europa. Das war Ihre Wahl. Und das war die Anstalt heute mit Antonia von Romatowski. Malerina! Und Franzi Stettemauer! Copyright MDR 2021