. Applaus Guten Tag. Bonjour. Kann ich etwas für Sie tun? Oui. Ich möchte gerne ... Ein Freund von mir möchte gerne die Sehenswürdigkeiten von Deutschland kennenlernen. Das ist eine sehr gute Frage. Das ist eine sehr gute Frage. Ich möchte gerne die Sehenswürdigkeiten von Deutschland kennenlernen. Dann kann ich Ihnen ein bisschen ein bisschen was sagen. Aber klar, wer möchte das nicht? Neuschwanstein, den Nationalpark Sächsische Schweiz, den Kölner Dom. Ich hätte da ein paar schöne Angebote von Thomas Cook reisen oder Tui. Sieht sehr schön aus. Aber ... Ich habe gesehen ... Mein Freund! Mein Freund. Er hat gesehen Ihre Plakat in sechs Tagen durch die Bums-Republik ... Nein, Bums-Republik. Bums-Republik Deutschland. Ah, in dem Fall hätte ich ein paar schöne Angebote von Thomas Cook und Tui. Voilà! Schauen Sie hier, Neuschwanstein, der Nationalpark Sächsische Schweiz, die Kölner Domina. Alles dabei. C'est ça! Ich habe eine Frage. Sie meinen Ihren Freund? Exakt, mein Freund. Er hat eine Frage. Ich möchte wissen, ist das wirklich legal in Deutschland? Für Geld ver l'amour? Krak, krak. Sie meinen, Sex in Deutschland zu kaufen? Gar kein Problem. Wirklich wahr. Ich dachte, man wird direkt angezeigt, wenn man sagt, lecke Eier. Das kommt ganz darauf an, wen Sie dazu auffordern. Also, das heißt Frauen. Sie sind für Sie so eine Art Sehenswürdigkeit für, was sagen die Frauen dazu? Was sagt der Eiffeltürm dazu, wenn er jeden Tag von Fremden bestiegen wird? Ich verstehe die Frage nicht. Eben. Geschlechtsverkehr zu kaufen ist in Deutschland völlig legal. Bon. En France, wenn Sie erwischt werden als Freier, Sie müssen zahlen 1.500 Euro Straff. Dieses Sexkaufverbot führt dazu, dass Frauen in diesen Ländern nicht mehr als Reiseziel im Angebot sind. Deswegen ist Deutschland inzwischen so interessant für Sie. Nein, nein, nein. Was die Zahl der Prostituierten pro Einwohner betrifft, belegen wir Deutschen einen Spitzenplatz in Europa. Mon Dieu! Ich habe nicht gewusst, dass die Deutschen so horny. So was? Horny, nein. Horny! Spitz wie Nachbars Lumpi. Welches Nachbar? Statistisch hat schon jeder vierte deutsche Mann mal für Sex bezahlt. Das ist völlig normal. Kegelklub, Junggesellen, Abschied, nicht wahr? Der Ausflug der Führungskräfte als Betriebsausflug ins Bordel. Seit Prostitution bei uns Legalis kommt zusätzlich halb Europa zu uns. Aloha. Die Welt zu Gast bei Freier. Schöner Slogan. Den sollte ich mir auf ein Plaket haben. Schauen Sie. Schon 2014 hat eine thailändische Zeitung getitelt. Die Manni ist noch so ein Bordello auf Europa. Die sind ganz schön sauer, weil wir ihnen die Sex-Touristen ausspannen. Es ist nach altiger Reise um die elbe Welt zu reisen. Eben, eben. Kommen Sie mit dem Bus zu uns über die Grenze. Wo kann man so entspannen wie bei uns? Ich weiß nicht. Vielleicht Amsterdam? Da haben Sie gerade ein Rotlicht-Viertel. Das sind allein die Bordelle, die wir im Angebot haben. Das ist alles rotlicht. Es gibt 2.253 Bordelle in Deutschland. Und das sind nur die Gemeldeten. Beim Netzausbau hinken wir hinterher, aber unsere Puffabdeckung ist weltklasse. Ich verstehe. Mein Freund ist sehr neugierig. Welches Etablissement würden Sie empfehlen? Ich empfehle immer den Kölner Kultursamstag. Frühmorgens beichten im Kölner Dom, einem der größten Gotteshäuser der Welt. Und abends ins Pascha, dem größten Laufhaus Europas, damit Sie wissen, wofür Sie gebeichtet haben. In dem Pascha sind sogar schon die Black Foes aufgetreten. Oh, la, la. C'est quoi? Das Pascha macht gerne niedrigschwellige Angebote. Es ist ein soziales Unternehmen. Da haben Rentner eben freien Eintritt. Wollen Sie hier? Rentner, so lange wollte ich nicht bleiben. Ich reise gleich morgen weiter. Ich reise in den Schwarzwald. Ah, berühmt für seine Uhren. Steht auch hier da. Buluseuhren.com, kaufmisch.com, ladies.de. Ich muss noch einmal fragen, ist das wirklich alles legal? Ich kann ja sehen, ob Sie sind rasiert, Ihr Gewicht, ob Sie tragen Nippelklemme. Eine exakte Produktbeschreibung erleichtert dem Kunden die Wahl. Ist ja ganz entscheidend, je nachdem, was Ihr Baguette so froh macht. Mein Baguette? Ich meine, das Baguette Ihres Freundes. Ah, je comprends. Sagen Sie, welches Tete à tête bevorzugen Sie? Lassen Sie mich raten. In Ihrem Fall wahrscheinlich Tete à Baguette, französisch. Ah, non, französisch kenne ich. Ich kenne meinen Freund schon. Was können Sie mit dem Frauenkörper einmal um die ganze Welt? Welche Stellungen gibt es da? Was ist das? Englisch? Italienisch? Spanisch? Indisch? Albanisch? Deutsch? Das Angebot ist grenzenlos. Bordelle, Laufhäuser, Eskort, Straßenstrich. Aber ist dieser Grenzverkehr, dieser Straßenverkehr, nicht etwas riskant? Bieten Sie eine Reiseschützversicherung? Natürlich, wir haben eine Kondompflicht. Kondompflicht? Wie wird das überprüft? Stichprobe? Sie haben mich überzeugt. Ich möchte das kaufen. Ich kaufe einmal die Bömsrepublik die Tür für meinen Freund und für mich. Also ein Ticket. Haha, ein Ticket. Ich wünsche Ihnen den Puff Europas. Merci beaucoup. Wow. Sie kritisieren hier die Liberalisierung der Sexarbeit in Deutschland? Sie sind? Das ist eine Frage vom Berufsverband für sexuelle Dienstleistungen. Mir gefällt Ihr Wording nicht. Der Puff Europas ist ein abwertender Begriff. Was kommt als nächstes? Fickfabrik, Bumsbude, Beischlafbaracke? Die UN-Sonderbeauftragte für Gewalt gegen Frauen, Frau Rem Al-Salem, hat Deutschland als zuhälter Staat beschrieben. Gefällt Ihnen das besser? Wie man das Verkehrsgebäude, das man in diesem Land Frauenkörper gegen Geld bekommen kann, ist das eigentliche Problem. Ich kann mir denken, dass den Männern Gratissex lieber wäre. Sex ist eine Berührung, eine intime Begegnung zwischen zwei Personen, die von beiden Seiten gewollt wird, z.B. in einer Partnerschaft. Sie meinen diese Beziehungen, in denen die Frau neben Gratissex auch noch Gratiskeharbeit liefert? Haben Sie ein Problem damit, wenn die Frauen selbst aus ihrem Körper Kapital schlagen? Meines Wissens kassieren v.a. die Bordellbetreiber und Zuhälter ab. Ich gender in dem Fall mal nicht. Was bleibt der Prostituierten? Wir sprechen hier von Sexarbeiterinnen. Harte Arbeit ist den Freiern vorzuspielen. Sie wären sexuell begehrenswert. Sie sprechen wie jemand aus dem letzten Jahrtausend. Da sah Sexarbeit noch so aus. Ganz ehrlich, ich kann da nicht viel erkennen. Sie fand versteckt statt. Sie war zwar nicht verboten, galt aber als sittenwidrig. Großbordelle waren verboten. Obwohl sie überwiegend Deutsche waren, hatten die Sexarbeiter keinen Zugang zur Sozialversicherung. Arbeitsverträge waren nichtig, steuerpflichtig waren sie trotzdem. Das ist ein tolles Geschäft. Der Mann entleert sich im Geheimen, und die Prostituierte füllt damit das deutsche Staatszettel. Was haben Sie gesagt? Deshalb sind wir so dankbar für seine Reform. Dieser Satz ist zum ersten und letzten Mal in dieser Sendung gefallen. Haben wir uns verstanden? Gut, dann sage ich, Gerhard Schröder hat die Sexarbeit aus der Schmuddelecke geholt. Gerhard Schröder ist doch die Schmuddelecke. Wenn sich einer mit unappetitlichen Kontakten auskennt, 2002 kam dann das Prostitutionsgesetz. Sexarbeit wurde nun endlich vollständig rechtlich anerkannt. Damals ging man davon aus, dass Frauen den Job alle freiwillig machen. Aber was sonst? Bordelle waren nun Gewerbebetriebe. Die Frauen hatten Zugang zur Sozialversicherung, hatten rechtskräftige Verträge und rechtlichen Anspruch auf Bezahlung durch ihre Freier. Wie viele Prostituierte können sich aktuell mit den Prostituierten regieren? Das weiß keiner so genau. Die einen sagen 90.000, die anderen sagen 250.000. Vielleicht sind es noch mehr. Wieso gibt es keine genaue Zahl? Das ist offiziell. Weil sich nur 32.000 offiziell angemeldet haben. Auch aus Angst, als Prostituierte registriert zu werden. Das klappt super mit der Normalisierung. Und die sind jetzt alle sozialversichert? Nicht alle, aber aktuell sind das immer ... Sie meinen 50 wie 100 minus 50, 50? Ja, aber die sind jetzt alle sozialversichert. Wir nennen sie liebevoll 50 Shades of Gert. Mit den 50 versorgen Sie ja nicht mal das VW-Management. Die Reform war also ein Flop, ja? Nein, die moderne Sexarbeiterin ist ja nicht angestellt, sondern sie arbeitet als Solo-Selbstständige, indem sie sich zum Beispiel ein Zimmer im Bordell mietet. Sie kann sich das absichern und ihren Arbeitsplatz auch noch anmieten. Was kostet denn das? Das ist überschaubar. Das sind so 150 Euro pro Zimmer. Das geht ja. Also pro Tag. Das sind 4.500 Euro im Monat. So viel kostet ein Luxus-Apartment aus. Das ist gehobener Standard. Die Zimmer sind von innen abschließbar und von außen nicht einsehbar. Notfallknopf und Sanitätszugang inklusive. Warum? Dazu kommen die Werbekosten fürs Internet und die Miete für einen Schlafraum. Es ist schließlich verboten, am Arbeitsplatz zu wohnen. Da kommt eine Menge zusammen. Wie bezahlt die Frau das? Wenn wir von 50 Euro pro Kunde ausgehen, bräuchte sie mindestens 6 Freier am Tag. 6 Freier am Tag, nur um die Fixkosten zu decken? Und erst ab dem 7. verdient sie dann selbst? Nein, dann kommt erst mal der Freund dran. Die Familie braucht zu Hause vielleicht auch noch Geld. Ihr bleibt fast nichts übrig. Das klingt nicht so attraktiv. Für viele Osteuropäer schon. Nach der EU-Osterweiterung 2007 strömten Zehntausende Arbeitskräfte, weiblich und jung aus Rumänien, Bulgarien, Ungarn, auf den deutschen Sexmarkt. Deswegen heißt das Arbeitnehmer Freizügigkeit. Sagen Sie, die arbeiten alle in deutschen Bordellen? Ja, wo auch sonst. In den meisten europäischen Ländern sind ja Bordellen. In den einen sogar Sexkauf durch Freier, in anderen die Prostitution im Allgemeinen. Nur sehr wenige Länder haben die Prostitution legalisiert. Und Deutschland hat das sehr konsequent gemacht. Das heißt ja, dass das, was wir für normal halten, im Grunde die Ausnahme ist. Sagen Sie, die jungen Osteuropäerinnen, hatten die denn die richtigen Qualifikationen, um sich am deutschen Sexarbeitsmarkt durchzusetzen? Ja, sicher. Sie hatten kaum Deutschkenntnisse, keine Berufsausbildung und null Auslandserfahrung. Inzwischen kommen über 80 % der Sexarbeiterinnen aus dem Ausland. Osteuropa, Afrika, Südamerika. Man geht davon aus, dass sich das Angebot seit der Legalisierung verdreifacht hat. Weil das Angebot immer weiter steigt, müssen die Frauen sich immer billiger anbieten. Gab es nicht sogar Flatrate-Bordelle, die sagen dann und dann, all you can fuck? Aber um diesen Missständen zu begegnen, gab es 2017 ein neues Gesetz, das Prostituierten-Schutzgesetz. Da gab es endlich so was wie Mindestlöhne oder Mietendeckel für die Bordellräume. Nö, da gab es eine Kondompflicht. Außerdem müssen sich die Sexarbeiterinnen registrieren lassen und regelmäßig zu einer Gesundheitsberatung gehen. Ja, ja, ja. Es gab vor Kurzem eine offizielle Untersuchung im Auftrag der Regierungen über die Auswirkungen des Gesetzes. Ergebnis, 80 % der Sexarbeiterinnen sind krankenversichert. 25 % haben einen Hochschulabschluss. Die meisten sind Deutsch und machen den Job im Nebenerwerb. Nur 3 % wurden durch Gewalt in die Prostitution gezwungen. Und 70 % fühlen sich damit wohl. Weit über 80 % kommen aus dem Ausland, sind aber überwiegend Deutsche. Die meisten haben keine Qualifikation, aber 25 % haben einen Hochschulabschluss. Du brauchst jeden Tag mindestens sechs Freier für die Fixkosten. Aber 70 % fühlen sich in dem Beruf wohl. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ. Solange wir keine repräsentativen Studien haben, wäre es unseriös, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Die Ergebnisse dieser Studie sind die Grundlage für eine bald anstehende Reform. Es gibt weltweit keine repräsentative Studie. Da können Sie lange warten. Weil der Großteil der Sexarbeit sich im Dunkelfeld abspielt. Die Branche ist also zu unseriös, um seriöse Aussagen darüber zu machen, wie unseriös sie ist. Sie und ihr Verband repräsentieren auch nicht Armutsprostitution. Warum wollen Sie nur über Missstände sprechen? Dann reden wir über Vorzeigebordelle, wie das Paradise bei Stuttgart. Das Paradise! Das war ein Vorzeigebetrieb. Mit Frauenbeauftragter, mit eigener Gynäkologin. Das hätte Ihnen gefallen. Der Modellbetreiber war so sauber, der saß sogar bei Günther Jauch. Bis die Hells Angels dem Großbordell Frauen zuführten. Das ist keine Ausnahme. Polizistinnen, Sozialarbeiterinnen, Richterinnen sagen, dass die meisten Frauen nicht freiwillig in diesem Gewerbe arbeiten. Ich bin für legale, selbstbestimmte Sexarbeit. Aber gegen Zwangsprostitution muss man strikt trennen. Sonst wird saubere Sexarbeit stigmatisiert. Aber das kann man doch nicht trennen. Warum ist der saubere Bordellbetreiber im Wegen-Menschen-Handel? Der Bordellbetreiber muss ja die ganzen Zimmer vollkriegen. Dann sind die jungen Frauen aus Osteuropa nicht freiwillig nach Deutschland geströmt. Die brauchen im Vorfeld jemanden, der sie über die Berufschancen in Deutschland informiert. Sie meinen jemand, der sie mit falschen Versprechungen nach Deutschland lockt, sich als Freund ausgibt, der sie dann im Bordell anschaffen lässt. Deswegen nennt das BKA diese Methode auch Loverboy-Methode. Das gilt als Zwangsprostitution. Was hat dieser seriöse Bordellbetreiber mit den unseriösen Freunden der Sexarbeitenden zu tun? Der seriöse Bordellbetreiber gilt ja nur als seriös, weil er mit unseriösen Zuhältern zusammenarbeitet, die sich nie im Bordell blicken lassen, aber dafür sorgen, dass der seriöse Bordellbetreiber eine unseriöse Miete finanziert. Das alles hinter der Fassade legaler Prostitution. Ich finde, Sie stigmatisieren selbstbestimmte Sexarbeiterinnen als Opfer. Und ich finde, Prostitution klingt eher so. Diese Jahre, in denen ich in dieser Arbeit war, waren sehr schwer für mich. Ich verstehe. Jede Frau in dieser Arbeit, egal, wer sie ist, macht das nicht, weil sie will. Niemand wollte nicht im Tag 20 Minuten schlafen mit. Und dann zum Ende, die weiß nicht, was ist die Liebe. Weil ich sag, vor diesen vielen Jahren habe ich gearbeitet. Knacks. Vielleicht sollte man den ganzen Laden einfach dichtmachen, weil legale Prostitution viel zu oft illegalen Menschenhandel fördert. Das ist eine radikale Einzelmeinung. Das lassen Sie schön bleiben. Das hier sind alle internationalen Abkommen und Beschlüsse. Von UN bis EU, Europaparlament. Ich war seit 1949, die die Abschaffung der Prostitution fordern. Vielleicht sollten wir die einfach mal umsetzen. Ach so. Ach, Sie setzen aufs Völkerrecht. Dann bleibt für uns alles beim Alten. Hallo. Ihr seht richtig, Leute, ich bin es. Der absolute Alttraum eines weiblichen Körpers. Direkt bei euch im Fernsehen. Und ihr habt es auch noch finanziert. Ob ihr wollt oder nicht, ich stehe hier. Ich bin dick. Ich habe keine Spanx, kein Osempic, nicht auf die Erd. Ich hab nicht mal einen BH an. Ihr könnt nichts dagegen tun. Das Schlimmste ist, die Männer, die mir jetzt schon in die DMs leiden, mit Hassnachrichten und Wahlvergleichen ... Wobei, es ist ein sensibles Thema aktuell. Mit diesen Männern will ich nicht mal schlafen. Und ich bin aufgewachsen. Ohne Leute im Fernsehen, die ausschauen wie ich. Ohne Hauptfiguren im Filmen, die ausschauen wie ich. Ich bin aufgewachsen. Ich bin aufgewachsen mit Bravo-Girl-Tipps. Wie man sich schlank ermogelt. Wie man es schafft, dass die Eltern nicht checken, dass man aufgehört hat zu essen. Ich bin aufgewachsen mit Brigitte-Diäten. Und Skandalüberschriften über Zellulite. Zellulite ist erfunden worden, um uns Cremes zu verkaufen. Zellulite gibt es nicht. Das ist wie weibliches Bindegewebe ausschaut. Da ist der CEO eines Morgens wach geworden. Und hat sich gedacht, Jungs, Jungs, wisst ihr, was wir ab heute richtig ekelhaft finden? Weibliches Bindegewebe. Und die Jungs haben gesagt, jaaa! Das Gewebe muss weg! Das Gewebe muss weg! Stellt euch vor, die machen das als nächstes mit Bauchnabeln. Dann kaufen wir uns alle so perfekt angepasste Stoppsel. Für 350 Euro. Nur damit Hans-Peters keine Bauchnabeln mehr sehen müssen. Mit Nippeln haben die das auch schon gemacht. Man dachte mal kurz für ein paar Jahre, dick sein ist jetzt okay. Aber grad rasen wir wieder massiv auf die 0er-Jahre zu. Pro Anaphoren heißen jetzt Skinny Toc. Und Reformapilates ist das neue Zumba. Und Kim Kardashian ist ... Gut, Kim Kardashian ist immer noch Kim Kardashian. Aber dann wird sich Sorgen gemacht um meine Gesundheit. Ich check sie, bis heute die psychische Krankheit mit der höchsten Sterberate ist. Obwohl euch meine Gesundheit scheißt, egal ist. Sonst würdet ihr mich nicht beleidigen. Und ich check auch, dass dünnt sein Inn ist. Es kommt mit so vielen Features, es ist so toll. Man muss Klamotten nicht online kaufen, man kann BHs haben, die mir passt. Wenn man den Intimbereich rasiert, muss man nicht die Brüste unter die Achsen klemmen. Wenn man mich hässlich meint und man hat total panische Angst davor, so auszusehen wie ich. Und auch viele, viele mehr. Well done, ihr seid pretty im Bikini, das ist Bauchbeine dünn. Meine Mama hat Größe 34, 36. Meine Mama ist blond und hat blaue Augen. Und es muss ihr unglaublich peinlich gewesen sein, so ein dickes Kind zu haben. Stell dir vor, du bist Barbie. Aber dein Kind ist Karlshorn vom Dach. Was bringt dir dein Eismatscher Latte, wenn dein Kind aussieht wie der Becher? Frauen müssen in den meisten Fällen entweder schön sein, nach aktuellem Standard, oder sie verschwinden. Aber ich stehe hier, Hans-Peter, und du musst mir zuhören. Obwohl du mich nicht sexy findest. Und mit dem Geld, das du mir durch deine Rundfunkgebühren bezahlst, kaufe ich mir keine scheiß Spritzer oder Spanx. Ich kaufe mir ein Eis. Eis holen wir gleich, aber du wolltest noch umschulen. Wir müssen noch zu dieser Berufsmessung. Ah, ja, geil. Der Stand schaut auch interessant aus. Hallo. Sie sind also interessiert an einer Laufbahn im Laufhaus? Das ist doch nicht dein Ernst, Theresa. Kannst du mir kurz erklären, dass es keine gute Idee ist, als Prostituierte zu arbeiten? Wir sprechen hier von Sexarbeit, weil das in Deutschland eine ganz normale Arbeit ist, der viele Frauen nachgehen. Aber wenn das so eine normale Arbeit ist, gibt es dann auch Schülerpraktika zum Reinschnuppern? Das wäre ja illegal. Ja, scheint dann doch keine so normale Arbeit zu sein, oder? Doch, doch, völlig normal. Also, ich meine, Sie würden auch nicht ernsthaft zu einer Karriere in der FDP raten. Sie meinen einfach nicht ganz so normal wie jetzt Friseurin oder so. Wieso? Es gibt in Deutschland etwa so viele Sexarbeiterinnen wie Frauen im Friseurhandwerk. Haben Sie denn Erfahrung mit Sexarbeit? Ähm, ich werde öfter mal als GEZ-Hude bezeichnet. Aber sonst nicht. Das ist sehr gut. Keine Erfahrung ist gut. Ja, viele Kunden bevorzugen es, wenn sie noch ganz neu im Job sind. Klar, für normalen Sex ohne Machtgefälle könnten die ja auch einfach zu Hause bleiben. Kann man sich die Kunden denn aussuchen? Also, wir sagen immer, wenn Sie in einem Bordell arbeiten möchten, dann sollten Sie sich schon bei jedem zweiten Mann, den Sie im Alltag sehen, vorstellen können, dass er nackt auf Ihnen liegt und in Sie eindringt. Nee, nee, guck ruhig hin. Hier, eins, zwei. Eins, zwei. Eins, zwei. Gut, gut. Wenn man sich das teuer bezahlen lassen kann, was verdient man denn da? Das variiert. Laut Sexkaufportalen kommt man auf 180 Euro pro Stunde. Branchen, üblich im Bordell, sind eher 50 Euro pro Kunde. Auf der Straße sind das auch schon mal 40 oder 10 Euro. 10? Das ist ein Döner. Wie schaut denn da der Arbeitsplatz aus? Da haben wir eine unglaubliche Bandbreite. Das geht vom Zimmer im Luxushotel bis hin zur Verrichtungsbox. Verrichtungsbox? Verrichtungsbox, hier schauen Sie mal. Diese hier haben wir in Berlin auf der Kurfürstenstraße stehen. Wir haben hier bei uns aber auch ein Modell. Schade, das ist jetzt leider besetzt. Was verrichtet man da drin? Das Geschäft. Das Geschäft oder das ... Geschäft. Beides. Das Büro ist also ein Plums-Klo. Bums-Klo. Du arbeitest da, wo andere scheißen. Entspannen. Gibt es denn Aufstiegsmöglichkeiten? Ruhig. Gibt es denn Aufstiegsmöglichkeiten? Hochschlafen können Sie sich bei uns eher nicht. Siehst du, das geht ja sonst in jedem normalen Beruf. Ah, na. Es ist so. Ich sage ja nur, das ist doch nicht ... Das ist doch nicht normal. Man kann nicht aufsteigen. Und man kann nur schwer aussteigen. Moment, wir sprechen lieber von Umsteigen. Und dafür gibt es viele Anlaufstellen. Gibt es das in anderen normalen Berufen auch? Ausstiegsprogramme für Ingenieure oder Architekten? Nennen Sie sich dann auch Überlebende? Das machen viele Prostituierte, die den Ausstieg geschafft haben, nämlich schon. Umstieg, bitte. Die leiden unter Suizidgedanken, Depressionen, Essstörungen. Viele halten diesen Beruf nur aus mit Hilfe von Schmerzmitteln, Psychopharmaka oder Drogen. Ja, gut. Aber das ist bei Grundschullehrerinnen auch so. Okay. Aber es ist doch saugefährlich. Also, wenn ich mir jetzt vorstelle, da drin nachts mit einem fremden Mann alleine. Uah! Ja, aber laut Arbeitsschutzstatistik zählt Sexarbeit nicht zu den Top Ten der gefährlichsten Berufe. Echt nicht? Nee, nee. Also, Mord ist ja kein Arbeitsunfall. Mord? Ja, gut, Sie haben natürlich schon ein höheres Risiko, ermordet zu werden als der Durchschnitt der Frauen. Äh, das verunsichert mich ein bisschen. Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Der Staat hat ein besonderes Auge auf die Sicherheit der Sexarbeiterinnen. Seit 2017 haben wir das Prostituiertenschutzgesetz. Ja, und welcher andere Job hat das? Gibt es auch ein Autohändlerschutzgesetz? Mhm, das nennt sich Dienstwagenprivileg. Ähm... ... ... ... ... ... ... Wenn das Gesetz ja aber nicht vor Mord schützt, wovor schützt es mich denn dann? Es ist natürlich schon ein herausfordernder Job. Ich meine, bei fünf bis zehn Männern. In der Woche? Äh, täglich. Also, das geht an so einem Körper natürlich nicht spurlos vorüber. Diese regelmäßige Penetration, da sollte ich Sie vielleicht doch über ein paar Nebenwirkungen aufklären. Das sind Unterleibsschmerzen, Hüftschäden, Geschlechtskrankheiten. Und das ist ja nur die Deformation, professionell bei vaginalem Verkehr. Dazu kommt ja auch noch ein geschwächtes Immunsystem durch die regelmäßigen Einläufe. Was für Einläufe genau? Na, um den Stuhlgang für den Analverkehr zu regulieren. Hier, da haben wir zerstörte Darmflora, entzündeter Magen wegen häufigen Erbrechen und erzwungenem Sperma schlucken, überdehntes Kiefergelenk und ab und zu natürlich auch Schwangerschaft. Aber dann kriegt man Mutterschutz? Nein, dann kommen die Kunden wieder. Aber das ist ja so. Das ist ja so. Nein, dann kommen die Kunden die schwangere Sexarbeiterin bevorzugen. Langsam klingt das gar nicht mehr normal, finde ich. Das muss man psychisch natürlich schon wegstecken können. Da hilft aber Dissoziation. Sie müssen sich einfach von ihren körperlichen Empfindungen abtrennen. In dieser Studie steht, 90% der Sexarbeiterinnen berichten von körperlicher Gewalt. Und hier steht, Prostitution ist traumatisierender, als in den Krieg zu ziehen. Ja, und Krieg ist ja jetzt mal komplett gar nicht möglich. Ja, und Krieg ist ja jetzt mal komplett gar nicht möglich. Und hier steht, Prostitution ist traumatisierender, als in den Krieg zu ziehen. Ja, und Krieg ist ja jetzt mal komplett gar nicht möglich. Und hier steht, Prostitution ist traumatisierender, als in den Krieg zu ziehen. Ja, und Krieg ist ja jetzt mal komplett gar nicht normal. Hallo? Wir haben 2026? Okay, das stimmt. Also, wenn das jetzt aber der Alltag ist, trotz prostituierten Schutzgesetzen, wo, vor, und wie, schützt mich dieses Gesetz denn dann? Ja, indem es Sie dazu anleitet, sich selbst zu schützen. Na ja, toll, und was macht Vater Staat? Meine Güte, Herr Merz, Sie haben aber lange gebraucht. Ich rate dringend davon ab, beim Inder etwas zu bestellen, bei dem in Klammern scharf dahinter steht. Herr Merz schließt Ihnen jetzt aus dem Leitfaden zur gesundheitlichen Beratung nach § 10 des Prostituierten-Schutzgesetzes. Aber sehr gerne. Mit Tipps und Tricks für Sexarbeiterinnen. Ja, und nicht nur, sondern auch für Sexarbeiter. Wir beginnen mit Tipps zur Penishygiene. Nein! Stopp! Du hast recht, dieser Job interessiert mich nicht. Wir gehen. Moment, das interessiert mich jetzt aber. Den Penis mit lauwarmem Wasser bei zurückgezogener Vorhaut einmal pro Tag gründlich zu waschen reicht völlig aus. Bitte, das betrifft mich doch überhaupt nicht. Aber für mich gut zu wissen. Hier, das ist vielleicht was für Sie. Mund- und Rachenhygiene. Zitat. Trotz Kondompflicht bieten prostituierte Oralverkehr meist ungeschützt ab. Mega interessant. Danke, Herr Bundeskanzler. Es ist hilfreich, die Luftfeuchtigkeit am Arbeitsplatz zu erhöhen und reichlich Flüssigkeit zu trinken, damit Mund- und Nasenschleimhaut nicht austrocknen. Bei trockenem Rachen oder Schmerzen hilft es, mit Salbei-Tee zu gurgeln. Meine Oma gurgelt immer mit Salbei-Tee. Ich bin noch nicht fertig. Soll Analverkehr ins Angebot aufgenommen werden, können die Prostituierten mit Analplax den Enddarm vorsichtig nach und nach weiten, um Verletzungen und Fissuren zu vermeiden. Das ist ein offizielles Schreiben des Familienministeriums? Ja, das ist es. Die Bundesregierung rät zu Buttplax? Klar, ganz normaler Job. Es geht hier um Sicherheit am Arbeitsplatz. Ja, deswegen kommen jetzt noch einige wichtige Tipps zu Ihrer Sicherheit. Den Kunden oder die Kundin ablehnen, wenn Prostituierte kein gutes Gefühl haben. Wieso? Wegen ... Nicht im Dunkeln stehen. Weil ... Ah, ah, ah, ah! Tragen Sie keine langen Ketten oder Schals. Hä? Türöffnung checken, Autonummer merken, im Notfall Schuhe ausziehen und entgegen der Fahrtrichtung weglaufen. Respekt, da haben wir wirklich an alles gedacht. Sie geben also Tipps für einen Beruf, in dem einem der Arsch aufgerissen wird, in dem man gewirkt werden könnte, in dem man jederzeit vor seinen Kunden fliehen können muss? Und? Interesse? Dann bleibe ich lieber Geh-Z-Hude. Ich auch. Und? Interesse? Interesse? Interesse? Interesse? Interesse? Interesse? Interesse? Interesse? Interesse? Applaus Wow. Ich weiß, es war jetzt viel. Ähm, das war viel. Ja, das war viel. Ähm, ja. Ich muss vor allem sagen, ich find's auch so schon extrem schwer, Männer zu treffen, die man sich ausgesucht hat. Ähm ... Kurz dazu, ich war letztens auf einem Date und ich hab keine bessere Überleitung gefunden. Es tut mir leid. Ähm, ich war auf einem Date. Vielen Dank für den Applaus. Oh mein Gott, danke schön für mich. Applaus Ich war vor kurzem auf einem Date mit einem Jäger. Hab ich nicht oft? Also nie, ehrlich gesagt. Ich wusste nicht mal, dass es Jäger wirklich gibt. Für mich waren das immer so ein bisschen Farbewesen. Haben wir Jäger hier heute Abend? Schießen wir in die Luft? Ah gut, okay. Es gibt sogar einen. Oh mein Gott! Mit ihm war ich tatsächlich ... Nein, ich verspare. Sein Eheprost ist einfach neben ihm. Nee, aber es war voll krass. Ich wusste nicht mal, dass es Jäger war. Ich hab das im Laufe des Dates rausgefunden. Ich hab ihn gefragt, wie war dein Tag? Und er war so, heute Morgen hab ich einen Reh erlegt. Wo ich auch sofort dachte, what the fuck. Der hat einfach ein Tier getötet. Das ist ja gar nicht okay. What the fuck. Ist ja gar nicht in Ordnung. Und dann hab ich mir den Gedanken darum, dass ich den Kopf ziehen lasse und war so, boah krass. Der hat ein Tier getötet heute Morgen. Der hat ein Tier ermordet heute Morgen. Krass. Und ich hab gemerkt, es hat richtig was mit mir gemacht, Leute. Ich fand's richtig, richtig heiß. Ich fand's so heiß und ich hab mich so dafür verurteilt. Ich war so, Anna, was ist dein scheiß Problem? Warum findest du das heiß? Was ist los bei dir? Und ich bin ehrlich, ich geb nicht nur mir die Schuld. Meine Prioritäten haben sich verändert. Es ist einfach so, scheiß auf Excel. Kannst du holen? Und wie schnell? Willst du mich gleich holen? Aber krass, oder? Der hat einfach ein Reh abgestochen und ist noch auf den Dild gegangen. Klassischer Stecher, so kennt man sie. Und weil er Jäger war, hatte ich aber auch die ganze Zeit diesen Gedanken im Kopf. Oh, how cute. Er könnte mich töten und er tut's nicht. Süß. Den Gedanken hab ich sowieso bei jedem Mann, mit dem ich auf ein Date gehe, immer. Aber bei ihm war der Gedanke lauter, weil ich wusste, das ist ja ein Jäger. Das heißt, er hat ja eine Auswahl an Waffen. Und das heißt, da muss ich ja auch immer wieder aktiv entscheiden gegen den Femizid. Und das ist viel für einen Mann. Frisch alle Männer, halt dein Maul. Halt dein Maul. Aber er war Feminist und deswegen hat er mich nicht getötet. Wir haben so ein kleines Sexspielchen im Bett gemacht. Er ist so, ah, fang mich, ich bin die Beute. Oh, deine Flinte war so lang, ich bin verwundet. Er hat mich dann nur noch Bambi genannt, ganz komisch. Und ich hab mich aber auch geschämt, weil ich hab gemerkt, krass, er weiß so viel über Natur. Er ist Jäger, er weiß so viel über Natur. Ich weiß nichts über Natur. Alles, was ich über Natur gelernt habe, hab ich in der Grundschule gelernt. Haben wir alle gemacht, ne? Fühl ich auch gut, dass die Grundschule an dem Punkt meinte, ja, reicht. Rückblickend auch perverses Prozedere. Wir sammeln Blätter von einem Baum und kleben sie auf ein Produkt aus totem Baum. Wer braucht weh zu überleben, bitte? Das machen Kinder. Ist ja nicht okay. Und obwohl wir so unterschiedlich waren, ich bin sofort abgeholt. Und zwar mit meiner ultimativen Flirt-Taktik. Und meine ultimative Flirt-Taktik ist, ich bin manchmal aus Versehen extrem charmant. Das ist mir da auch gelungen. Weil als er meinte, ich hab ein Reh erlegt, war meine Antwort, oh, ein Reh, das ist wild. Hat er mir sofort einen Antrag gemacht, völlig zurecht. Nächste Woche ist die Hochzeit. Ihr seid alle eingeladen. Wir sehen uns da. Vielen, vielen Dank. Vielen Dank. Frau Kühl, Sie sehen so blass aus. Setzt Ihnen die heutige Sendung sehr zu? Ich habe gerade vom Bundeskanzler Tipps für sexuelle Dienstleistungen bekommen. Okay, da brauchen wir mehrere Termine, würde ich sagen. Aber Sie sehen auch nicht gerade glücklich aus, Herr Uthoff. Ja, wie sollte ich auch. Das ist die Realisierung des Sexkaufs. Damit befinden wir uns in Gesellschaft von sehr zwielichtigen Typen. Sie meinen so was wie Carsten Maschmeyer? Schlimmer, Julia Klöckner. Oh, interessant. Die CDU. Oh, oh. Toro Beer. Also das ist ernst. Das schauen wir uns dann mal genauer an. Sie sind sich mal mit der Union einig, wenn es um Prostitutionsverbot geht, ja? Schauen Sie, die Union will das nordische Modell einführen. Das heißt, der Kauf von Sex ist verboten, aber nicht die Prostituierte macht sie strafbar, sondern der Freier. Und ich weiß, dass dieses Modell nicht der Weisheit letzter Schluss ist und dass es trotzdem Probleme geben wird. Aber im Grunde finde ich es, verglichen mit dem, was wir haben, richtig. Leider. Haben Sie Angst, dass Sie zu dem werden, was Sie eigentlich verurteilen? Also dass Sie quasi mit dem Feindbild verschmelzen? Ich will kein CDU-Kapitän sein. Meine Güte, das gibt es doch nicht. Reden wir seit 30 Minuten über das Leid von Frauen. Worüber weint der Mann? Über sich. Jetzt reiß nicht mal am Riemen, Herr Uthoff. Frau Kühl, er ist doch gerade dabei, sich zu öffnen. Bitte nicht. Herr Uthoff, das nordische Modell, das möchte auch den Frauen Bleibeperspektiven eröffnen. Und Sie bei einem beruflichen Neuanfang unterstützen. Das kostet viel Geld. Und ich nehme jetzt mal nicht an, dann ist es ja gar nicht so schlimm. Doch, Herr Uthoff. Frau Kühl, behutsam. SPD, Grüne und Linke wollen das nordische Modell nicht. Wollen das nicht? Nein. Weil es die Frauen in Hinterzimmer treibt, in denen sie den Freiern schutzlos ausgeliefert sind. Wo sind denn die Frauen jetzt? In Hinterzimmern, in denen sie den Freiern schutzlos ausgeliefert sind. Interessant. Diese Gruppen wollen einen Zustand in der Zukunft verhindern, der aber in der Gegenwart bereits existiert. Das ist PR. Progressive Realitätsverleugnung. Ja, PR durch gute Öffentlichkeitsarbeit. Der Berufsverband für sexuelle Dienstleistungen hat gemeinsam mit dem deutschen Journalistenverband eine Handreichung herausgegeben, in denen JournalistInnen erklärt wird, wie sie über Sexarbeit schreiben sollen. Aber sollten JournalistInnen kritisch hinterfragen, statt mit ihnen zusammenzuarbeiten? Das klingt nach fehlender Abgrenzung. Ich muss durchaus zugeben, in dieser Handreichung stehen Dinge, auf die werden JournalistInnen von selbst wahrscheinlich nie gekommen. Zum Beispiel? Ich zitiere, Sexarbeit ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Süß, oder? Klingt wie ein Spruch aus dem Glückskeks. Schlimm, ich wäre trotzdem gern auf der Seite der Linken. Herr Uthoff, da habe ich gute Nachrichten. Das ist ja ursprünglich eine linke Idee. Das wurde z.B. in Frankreich oder in Schweden vor allem von linken Parteien vorangetrieben. Sei Sie es doch nur, damit es mir besser geht. Herr Uthoff, das würde ich nie tun, glauben Sie mir. Ich habe Ihnen ja auch noch nicht erzählt, wer in Deutschland gegen dieses Modell ist. Der Frauenrat. Die Wehr, die Frauen. Die Diakonie. Der Juristinnenbund. Amnesty International. Frau Kühlfrock, wie muss das denn sein? Ein bisschen noch. Die AIDS-Hilfe. Erklären Sie mir das doch lieber mal. Das sind doch progressive Gruppierungen, die Sie aufzählen. Die haben doch sicher eine gute Begründung, oder? Sie sagen alle, dass das Verbot die Frauen in den Untergrund treibt, wo sie von der Polizei nicht gefunden und geschützt werden können. Aber wenn die Frauen im Untergrund sind, wie finden die freier Sie dann? Werbeanzeigen. Und die Polizei findet diese Werbeanzeigen nicht? Nee, das gelingt anscheinend nur Genies wie Freiern. Probieren wir doch bitte mal was aus. All diese Gruppierungen, stellen Sie sich beide bitte mal vor. Diese Gruppierungen wären hier mit Ihnen im Raum. Was macht das mit Ihnen? Versuchen Sie diese Gefühle bitte mal zu verbalisieren. Lieber Juristinnenbund, Ihr sagt, der Artikel 1 Grundgesetz würde verletzt, wenn eine Frau sich nicht freiwillig prostituieren darf. Aber der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat geurteilt, dass das Sexkaufverbot in Frankreich kein Verstoß gegen die Menschenwürde ist, wenn damit Menschenhandel bekämpft werden kann. Darüber hinaus kommt ein aktueller Artikel von Juristinnen, erschienen im Harvard International Law Journal zu folgendem Ergebnis. Die Legalisierung der Prostitutionen müsse man als Verbrechen gegen die Menschlichkeit werten. Und liebe Diakonie, Ihr sagt, es sei grundsätzlich richtig, Prostitution zu legalisieren. Man müsse aber die weit verbreitete Zwangsprostitution konsequent bekämpfen. Doch genau das ist doch bei der jetzigen Rechtslage fast unmöglich. Weil eben Zwangsprostituierte aus Angst nicht gegen ihre peiniger Aussagen. Ohne eine Verschärfung der Gesetze wird sich das doch nicht ändern. Bitte wenigstens darauf einigen, dass wir eine Gesellschaft anstreben, in der sich Frauen nicht prostituieren müssen, um ihre Existenz zu sichern. Frau Kühl, ich nehme da... Frau Kühl, ich nehme da immer so viel Wut bei Ihnen wahr. Natürlich ist da Wut. Was glauben Sie denn? Ich meine, das darf doch wohl nicht wahr sein. Wir diskutieren in unserer Gesellschaft gerade, wie wir Frauen besser vor sexueller digitalisierter Gewalt schützen können. Wir diskutieren, ob Catcalling strafbar sein soll. Ob beim Sex wirklich nur ein Ja, ein Ja bedeutet. Und auf der anderen Seite, da sehen wir einfach weg, wenn tausende migrantische Frauen aus blanker Not sich in diesem Land prostituieren müssen und zu Heltern und Freiern ausgeliefert sind. Solange das so normalisiert alles in unserer Gesellschaft ist, gibt es einfach kein Unrechtsbewusstsein wirklich dafür, was da für Schicksale in den Bordellen drin sitzen. Und deswegen ist ein Punkt, den ich wahnsinnig wichtig finde, ist, dass wir die Nachfrage angehen müssen. Nicht nur durch Verbote, sondern auch durch breite Aufklärung in der Gesellschaft, durch Aufklärung darüber, was ist Prostitution, was sind auch die Ursachen von Prostitution. Wisst ihr eigentlich, dass die meisten Menschen oder die Masse der Menschen, die dort sind und die ihr in Anspruch nehmen für eine Junggesellenparty, in der Kindheit schon viele Gewalt- und Missbrauchserfahrungen gemacht haben und dass die euch eigentlich nur so ertragen können? 1,2 Millionen Freier täglich. Warum sprechen wir hier eigentlich nicht über die? Oder mit ihnen? Ich meine, viele von denen kennen wir doch. Das sind unsere Kollegen, das sind unsere Therapeuten, das sind unsere Zuschauer, das sind unsere Ehemänner. Das sind unsere Söhne, das sind unsere Väter, das sind unsere Brüder. Lassen Sie uns doch über die sprechen, die überzeugt sind, sie hätten einen Anspruch auf den weiblichen Körper. Oder lassen wir sie doch einfach mal selbst zu Wort kommen. Hier kommen Zitate aus den Freierforen. Und glauben Sie mir, wir haben noch die relativ Harmlosen rausgesucht. Das klingt jetzt etwas gemein. Aber die Gute ist ohne Brille blind. Einfach die Brille abnehmen, dann sieht sie nicht, dass du das montierte Gummi wieder abstreifst. Blank rein und damit 50 Euro gespart. Hey Leute, gibt es jemanden unter uns hier, der sich am 9.3. eine Junkie-Dame teilen will? Sie ist mit Spaß dabei, spricht kein Deutsch und kein Englisch. Ich bin schon fünfmal drüber, jetzt könnt ihr nacharbeiten. Die Schriftstellerin Margrit Durat schrieb 1987, man muss die Männer sehr lieben. Sehr, sehr. Sehr lieben, um sie lieben zu können. Sonst ist es nicht möglich. Sonst kann man sie nicht ertragen. Aber hey, boys will be boys. Kann man nichts machen, oder? Schließlich müsst ihr ja irgendwo hin mit euren Trieben. Ihr wollt ganze Zivilisationen wegbomben. Ihr wollt die Welt mit Robotern fluten. Ihr wollt den Mars besiedeln. Aber bei euren Trieben, da denkt ihr, nee, also, keine Ahnung, ich bin jetzt total überfordert. Also, da weiß ich jetzt wirklich nicht, wohin wir haben mit. Ihr wollt die Welt regieren, aber dieses winzige, verschrumpelte Stückchen Fleisch, das bekommt ihr nicht in den Griff. Boys will be boys. Klar, nur logisch, dass ihr nach so einem Tag mit der Familie denkt, oh ja, jetzt hab ich richtig Bock auf eine geile Frau. Die Frauen kennen das. Wir denken nach so einem Tag mit der Familie auch oft, oh ja, jetzt hab ich richtig Bock auf einen intelligenten Mann. Ist halt schwer zu finden. Ja. Da würd ich mal sagen, ihr habt es da leichter. Kurz noch ins Laufhaus? Oder doch lieber ein schneller Abstecher zum Straßenstrich? Eine kurze harte Nummer auf den Rücksitz? Verdammt, die Kindersitze stören. Ganz ehrlich, wenn du als Familienvater noch die Energie hast, abends ins Bordell zu gehen, hast du definitiv zu wenig im Haushalt getan. Ja. Aber was soll's? Was soll's? Boys will be boys. Diese bescheuerte Vorstellung, dass ihr ein Recht auf Sex habt. Nur aufgrund eures Geschlechts. Ein Recht auf sexuelle Dienstleistungen, nur weil ihr Ronny seid. Die Stimme des Jungs von Boris besitzt mindestens 10.000 Nervenenden. 10.000! Und trotzdem halten wir unseren Scheiß zusammen. Und euren noch dazu. Mein Tipp. Wenn du Sex willst, hol ihn dir nicht von einer Frau für Geld. Versuch's doch mal mit Freundlichkeit. Und wenn du willst, dass eine Frau dich richtig geil findet, dann saug doch einfach mal die Küche. Manchmal reicht es schon, wenn du einfach kein Arschloch bist. Dort hat dir zwei Hände gegeben. Ja, nutze sie weise. Und falls du unbedingt jemanden erniedrigen willst, guck dir dabei einfach im Spiegel zu. Und ja, bitte, wenn dich das anmacht. Gar kein Problem. Nein. Wenn dich das anmacht, kannst du dich auch gerne dafür bezahlen. Ab jetzt wird wieder an die Hände gespuckt. Selbstliebe würde ich dringend empfehlen. Denn ihr macht es uns im Moment verdammt schwer, euch zu lieben. Das war die Anstalt. Heute mit Matthias Wenger. Anna Lucia und Theresa Weikel. Copyright WDR 2021