Revolution
18. Deutscher Bundestag , Wirtschaftslobbyismus , Münchner Sicherheitskonferenz 2014 , Deutsche Bank , Asylanträge , Fernsehprogramm , Perspektiven von Depressionen , Aussterben der Gespräche und menschlicher Aktivitäten durch die Technik , Homophobie
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Anstalt analysiert und kritisiert die deutsche Politik und Gesellschaft durch absurde Szenarien und übertriebene Charaktere. Die Serie thematisiert insbesondere die Einflüsse von Lobbygruppen, die Fehlentwicklungen in der Flüchtlingspolitik, die Manipulation durch Medien und die zunehmende Entfremdung des Bürgers von politischen Prozessen. Sie stellt die Frage nach der Legitimität der aktuellen politischen Ordnung und die Rolle von Institutionen wie dem ZDF und der Deutschen Bank in Frage. Die Satire zeichnet ein düsteres Bild einer Gesellschaft, in der Profit und Macht über menschliche Werte und demokratische Prinzipien stehen.
Transkript 6.362 Wörter
0:04 Kommen Sie weg, lassen Sie mich durch. Was? Wie? Achso, hier. Das muss doch mal. Ich mach ja schon.
0:18 Sagen Sie mal, Herr von Wagner, möchte man bei einem Einbruch nicht eigentlich unentdeckt bleiben? Wir brechen ein Fernsehstudio ein. Entdeckt zu werden ist der Grund, warum wir hier sind. Herr Uthoff. So, da müssen wir... Was kostet eigentlich so eine Marx-Büste? Gott, wir sind zwei Minuten hier und Sie haben Karl Marx vom Sockel gestoßen. Herzlichen Glückwunsch daran, arbeitet in der FAZ seit 50 Jahren. Machen Sie mal nicht so, das ist nicht so, wie heißt der Spruch so schön? Das Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten. Oder muss es jetzt heißen, die Alte stürzt? Konzentrieren Sie sich. Was ist unser Plan? Ach das haben wir jetzt noch tausendmal durch. Ja bitte. Wir sind hier um die Anstalt zu besetzen und Missstände mit Mitteln der Satire sichtbar
1:02 zu machen. Na geht doch. Vielleicht wäre es dann gut, wenn uns die Leute auch sehen könnten. Dann machen wir doch einfach mal das Licht an
1:44 Sie ist Blücheklopfer, hohle Phrasen in den Wind gesprochen, sympathisch aber nutzlos. Das macht sie zum Peter Altmaier des deutschen Kabalettes. Wir sind drin, unser Plan hat perfekt funktioniert. Perfekt. Herr Pförtner hat zu Ihnen gesagt, grüß Gott Herr Pilzig. Warten Sie mal, das wollte ich immer schon mal machen. Was? Hier hat Urban Priol dem Karstadt-Investor Berggrün die Hosen runtergezogen. Und hier hat Erwin Pelz sich Goldman Sachs dem Erdboden gleichgemacht. Wissen Sie, dass der Kurs von Goldman Sachs seitdem um 30% gestiegen ist? Sollte man sagen, Satire kann nichts bewirken? Meine Herren, das ZDF fragt, wer wir eigentlich sind. Oh, okay. Sagen Sie ihn, wir sind hier, wir machen den Laden wieder flott.
2:48 Sagen Sie, wir sind der ADAC. Schlechtes Beispiel. Sagen Sie, sagen Sie ihnen, wir erklären diesen Sendeplatz hiermit für besetzt. Das ist gut. Ja, ja, ja. Sie sagen, Sie lassen es mal laufen, solange die Quote stimmt. Und solange ich hier bin, stimmt ja wenigstens eine Quote. Ja, das ist gut. Sagen Sie mal.
3:10 Wo ist eigentlich der Praktikant?
3:20 Unser Praktikant. Ja, ähm, ja, vielen Dank. Nico, das ist eine Plane und eine Kapuze. Ja, ich werde ungern erkannt. Ja, das ist die richtige Einstellung fürs Fernsehen. Gibt es denn schon irgendwelche Reaktionen auf unsere Besetzung im Internet? Ja, es gibt schon den ersten Verriss auf Spiegel Online. Mein Gott, sind die schnell. Ja, denen hat der Auftritt vom Egersdörfer nicht gefallen. Was? Der war doch noch gar nicht dran. Ja, ich weiß auch nicht.
4:09 Jetzt geht's los. Arsch hoch. Oder haben Sie schon mal gesehen, dass eine Revolution im Sitzen stattfindet? Und wie war's? Super! Nein! Ich fand's ganz toll. Spiegel Online fand's etwas zu belehrend. Sagen Sie mal, wo sind eigentlich die Transparente? Ah, da hat sich dankenswerterweise Nico drum gekümmert. Einen Moment. So! Ha! Ah! Nico! Das sollte heißen, nieder mit der Repression, nicht wieder mit der Depression. Was war eigentlich Ihr Einstellungskriterium für den Praktikanten? Akute Legasthenie?
4:49 Also wenn wir das damals in der DDR auch so gemacht hätten, dann wäre Angela Merkel heute Staatsratsvorsitzende. Und, was wäre der Unterschied?
5:00 Sie wäre Alleinherrscherin ohne Opposition. Nochmal, was wäre der Unterschied?
5:13 Nico, ja bitte. Der Vorspann wäre jetzt fertig. Auf Position und bitte. Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger. Werter Pöbel.
6:02 Wir, die Frontdemokratischer Partisanen. Kurz, die FD. Sollen wir es langlassen?
6:08 Sie haben uns nicht gewählt, wir sind aber trotzdem da. Ja, ein Gefühl, das Ihnen als Bürger bekannt vorkommen dürfte. Wir sind hier und haben diese Sendung besetzt, um Sie, liebe Bürger, mit einem Dokument vertraut zu machen, das hochbrisante Informationen enthält. Dieses Dokument trägt den Namen Grundgesetz. Ja. Kommen wir gleich zum wichtigsten Satz, Artikel 20, Absatz 2. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Das sind Sie gemeint. Danke. Sie sind der politische Souverän. Sie wählen Vertreter ins Parlament, diese bilden eine Regierung, diese regiert die Gesellschaft in ihrem Sinne. Nur kontrolliert von den Medien und der Justiz. Wir sind hier, um Ihnen zu sagen, nein, es ist die Wirtschaftslobby, die die Richtlinien der Politik bestimmt.
6:57 Da sind sie nicht meint! Die Regierung setzt diese Richtlinien dann nur noch im Parlament um und Parteien und Medien sorgen dann nur noch dafür, dass sie als Volk auch folgen.
7:09 Ja.
7:12 Es gibt nichts zu beschönigen. Die Reallöhne sinken. Vielen droht Altersarmut. Der Trend geht zum Drittjob. Und was sagt ihr Bundespräsident dazu? Zitat Joachim Gauck. Man müsse die Zweifel an der Marktwirtschaft schon ernst nehmen, Aber nicht um diesen Zweifeln zu folgen, sondern um ihnen zu begegnen. Das heißt, sollte es Missstände geben, die Sie verzweifeln lassen, beseitigen Sie nicht die Missstände, sondern Ihre Zweifel daran. Verstehen Sie, was dieser Mann Ihnen sagen möchte? Verstehen Sie das? Dieser Mann möchte Ihnen sagen, wenn Sie zu wenig zu fressen haben, dann ändern Sie doch einfach Ihre Einstellung zum Hunger.
7:59 Sehen Sie es? Ich habe es Ihnen gesagt. Kein Aufschrei. Das Volk interessiert sich nicht mal mehr für seine eigene Unterdrückung. Ja, ist ja auch kein Volk, das ist Publikum.
8:08 Was? Wo ist denn da der Unterschied? 24 Euro Eintritt. Herr von Wagner, so zynisch kenne ich Sie. Schluss, aus, cut! Freunde, das geht so nicht. Fünf Minuten Pause. Das braucht mehr Power. Traut euch mal was. Mehr Power? Okay, Sie hat recht. Sie hat wirklich recht. Wir müssen Sie mehr verächtlich machen. Die rücksichtslosen Banken, die die Regierung nur noch als bloßes Anhängsel ihrer eigenen Geschäfte betrachtet. Diese Regierung des organisierten Geldes ist inzwischen genauso gefährlich geworden wie die Regierung des organisierten Pöbels. Nie zuvor in unserer Geschichte waren diese Kräfte so geeint wie heute. Sie sind sich einig in ihrem Hass auf mich. Und ihr Hass ist mir sehr recht. Sagen Sie mal, wo nehmen Sie nur immer diese Leidenschaft her?
8:55 Lassen Sie mich raten, das war Castro. Nein, das war Roosevelt. Was? So einer war mal amerikanischer Präsident. Hatten die damals keine CIA? Nein, dafür eine Finanzkrise. Sie hatten da Massenarbeitslosigkeit und enorme Spaltung zwischen Arm und Reich. Fast so wie heute. Die reichsten 85 Menschen besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Und hatte Roosevelt eine Lösung dafür? Naja, krasse Umverteilung, also 90 Prozent Spitzensteuersatz. 90 Prozent? Ja, ja. Hat die Merkel nicht so etwas Ähnliches gefordert? Lass mich kurz überlegen. Fast Merkel möchte den Menschen wieder mehr in den Mittelpunkt stellen und öfter an die frische Luft. Schluss. Schluss mit diesem Politik-Präservativ aus der Uckermark. Wir nehmen uns Roosevelt zum Vorbild.
9:38 Das wird überhaupt unsere erste Forderung. 90 Prozent Spitzensteuer sein. Das ist gut. Gilt das auch für Alice Schwarzer? Ja, selbstverständlich. Gut. Ähm, warte ich. Gilt das dann auch für uns? Sie haben recht. 53 Prozent Spitzensteuer sein. Plus Vermögensteuer. Jetzt brauchen wir natürlich nur noch eine Ikone, die für diese politischen Forderungen steht. Hab ich schon. Wollen Sie mal auf. Ach dann ist der. Der ist noch durch. War der nicht im Dschungel? Okay. Na gut. Also ähm. Waren Sie? Waren Sie? Hier. Zweiter Vorschlag. Ich weiß mal. Geht es Ihnen noch gut? Ja was denn? 53 Prozent Spitzensteuersatz, Vermögenssteuer. Alles da bei Kohl. Nein, nein, nein, nein. Okay. Meinetwegen. Also letzter Vorschlag.
10:44 Ja, okay, so geht's. Wunderbar. Verdammt! Herr Uthoff, ich habe Ihnen gesagt, das ZDF dreht uns den Saft ab. Ja, Helmut Kohl. Das war zu radikal. Zu radikal? Das war eine Bimbus-Revolution bis hierher. Sie werden das Studio stürmen und uns foltern. Also, ich sag nichts. Ach, sollen Sie doch kommen? Ja, wir haben ein Idol, Helmut Kohl. Entschuldigung, ein Lichtschalter gekommen. Ah, okay. Gut, Gott sei Dank.
11:23 Moment, wo wollen Sie denn hin? Ja, T-Shirts drucken.
11:29 Keine schlechte Idee. Kohl wäre ja heute national fast so etwas wie ein Drückeberger. Denn seit dem letzten Wochenende, nach der Münchner Sicherheitskonferenz, gilt ein neues Credo. Von Deutschland soll nie wieder Zurückhaltung ausgehen. Gut so.
11:46 Rüsten wir also auch sprachlich um und benennen das Verteidigungsministerium um in Interventionsministerium. Verteidigt wird bei uns schon lange nichts mehr. Ziel ist es allein, neue Märkte für die deutschen Waffenproduzenten zu erschließen. Auf der Sicherheitskonferenz hat eine neue Troika des deutschen Geltungsbewusstseins ein Tänzchen aufs internationale Parkett hingelegt, das die Champagnerflaschen in den Büros der Rüstungsindustrie ejakuliert haben. Vor allem wegen der Jungfernrede der heiligen Ursula von der dauernden Empfängnis, die sich mehr Bundeswehreinsätze im Ausland wünscht. Eins ist klar, um in diesem Land das brutale Handwerk des Tötens als stinknormalen Beruf zu verharmlosen,
12:42 braucht es eine Frau der Verharmlosung durch eine Frau. Und was für einer. Erste Anfrage der Heeresleitung. Frau von der Leyen, unsere Truppenstärke ist zu gering. Antwort von der Leyen, geben Sie mir neun Monate.
13:05 An Ihrer Seite reitet Frank-Walter Steinmeier, ein Mann mit dem Charisma eines sedierten Uhus.
13:12 Und von historischem Bewusstsein seine beiden ersten Antrittsbesuche absolvierte er in Polen und Frankreich, also den Ländern, in denen wir Deutschen traditionell als Erste vorbeischauen.
13:24 Auch Steinmeier wünscht sich mehr Action in der Außenpolitik. Tolle Leistung, schon nach zwei Monaten vermisst man Guido Westerwelle. Von der Leyen und Steinmeier, das allein wäre ja schon genug rhetorische Potenz, um den Finger am nationalen Abzug zu lockern. Aber komplett wird das Trio Nationale natürlich nur durch ihn. Joachim Gauck, die moralische Knautschzone aus Rostock. Gauck hat auf der Konferenz die zukünftige Rolle Deutschlands in der Welt so klar und präzise formuliert, dass man sich wünscht, er würde ab sofort wieder das inhaltslose Zeug von früher absondern. Der angriffslustige Pfaffe will, dass wir Deutschen mehr in die internationale Ordnung investieren. Und sollte es hier irgendjemanden geben, der für die bewaffnete Sicherung von wirtschaftlichen Interessen
14:17 eine hübschere Formulierung findet, als in die internationale Ordnung zu investieren, dem spendiere ich ein Bier.
14:27 Dumm. Dumm nur, dass das deutsche Volk im Geschichtsunterricht besser aufgepasst hat als Gauk. Und deswegen wünscht sich eine Mehrheit der Deutschen nach einer aktuellen Umfrage dass internationale Konflikte nicht mit Waffen, sondern mit Geld und Diplomatie gelöst werden. Aber Gauck wäre nicht unsere oberste Stimmungskanone, würde er nicht versuchen, ein notwendiges Tötungsbewusstsein zu schaffen. Zitat Joachim Gauck. Ich muss wohl sehen, dass es bei uns, neben aufrichtigen Pazifisten, jene gibt, die Deutschlands historische Schuld benutzen, um dahinter Weltabgewandtheit oder Bequemlichkeit zu verstecken. So einfach geht Weltbild. Es gibt richtige Pazifisten und dann die Pazifisten, die schlicht zu faul zum Schießen sind.
15:19 Und sollte sich irgendjemand wundern, dass ein Mann Gottes so wenig von Pazifismus hält, so hat er es nicht gelesen. Das Joachim-Evangelium. In dem geschrieben steht, auch wenn dir niemand auf die linke Wange schlägt, so gehe hin, siehe, ob es was für dich zu holen gibt und schmeiß den Panzer an. Meine Damen und Herren, wir unterbrechen diese Besatzung aus aktuellem Anlass. Im Internet formiert sich Unmut und der Wunsch nach mehr Qualität im deutschen Fernsehen. Wir nehmen diese Forderung sehr ernst, können sie aber leider nicht erfüllen. Sorry, deswegen geht es jetzt weiter mit Unterhaltung. Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, hier zum ZDF Bürgercheck. Wir fragen Sie, haben Sie die richtigen Informationen?
16:33 Haben Sie die richtigen politischen Einstellungen? Passen Ihre Informationen zu den Einstellungen? Und wer sagt, dass man für politische Einstellungen überhaupt Informationen braucht? Und hier kommen unsere Kandidaten aus Schweinfurt. Unser Champion, der Josef.
16:57 Es gibt Menschen, die sind politikverdrossen. Der Josef ist schon einen Schritt weiter. Für die Jugend aus Rosenheim, der Jochen. Seine Schülerzeitung nennt ihn den schönsten Linken aller Zeiten. Und aus Leipzig die bezaubernde Susi. Sie hat schon mehrere politische Systeme ausprobiert. Toll, Susi, man sieht dir die ganzen Umbrüche gar nicht an.
17:38 Kommen wir nun also zu unserer Einstiegsfrage. Wer hat den Koalitionsvertrag gelesen? Das! Ich nicht.
17:46 Das! Ich auch nicht. Das ist richtig, den hat keine Sau gelesen. Hup! Natürlich, ich habe den gelesen. Die haben zum Beispiel, heimlich diesen Passus rausgenommen mit der militärischen Zurückhaltung Deutschlands. Jochen, das ist falsch. Nein, das ist richtig. Ja, aber dann wissen Sie mehr als der Moderator und das ist falsch. Nächste Frage. Nächste Frage, Josef. Ich würde nochmal Bundeswehr 100 nehmen. Wunderbar. Was meint Frau von der Leyen, wenn sie sagt, Gleichgültigkeit ist keine Option? Das ist mir total wurscht. 100 Punkte für Originalität. Welche Partei ist die des Pazifismus? Hup, das ist einfach, das ist die Linke. Ja, aber das ist zu einfach und deshalb falsch. Moment, wieso ist das falsch?
18:30 Ja, weil die Linke eine zu klare Alternative ist. Ja, aber es ist auch gut eine klare Alternative. Ja, aber dann funktioniert unser Spiel nicht mehr. Susi! Ich nehme die Kategorie, wer hat's erfunden? Für 100. Sehr gut. Wer hat den Mindestlohn erfunden? Det! Der SED. Originell aber, die steht nicht mehr zur Wahl. Von mir aus eben der SPD. Nein, die glaubt nur, sie hätte ihn erfunden. Die CDU. Nein, die hat die Ausnahmen vom Mindestlohn erfunden. Die Linke. Das ist richtig, aber irgendwie auch populistisch und deshalb falsch. Kommen wir nun zu unserem Bilderrätsel. Erstes Bilderrätsel. Welche politische Forderung wird hier konsequent umgesetzt? Bäh! Wer betrügt, der fliegt. Kommen wir zum nächsten Rätsel. Was denkt Landwirtschaftsminister Friedrich in diesem Moment?
19:50 Warum muss ich immer meine Rübe hinhalten? Er braucht Hilfe den Rettisch. Beinahe. Hub! Endlich ein abhörsicheres Handy. Jochen, das ist richtig. Das ist die erste richtige Antwort. Für Jochen. Großartig. Also, die Kategorie... Sie nehmen Demokratie 200. Was ist Demokratie? Död! Markthindernis. Sehr gut. Wir sammeln mal... Hubdemokratie ist die beste aller Regierungsformen. Kommen wir zur nächsten Frage. Moment, kann man das nicht debattieren? Jochen, Ihre Redezeit ist um. Was? Tut mir leid, bei uns bekommt die Opposition nur wenig Redezeit. Was ist da rum? Moment mal, die Fragen stelle immer noch ich. Wie war die Frage jetzt nochmal? Hab ich vergessen. Kommen wir zur Sonntagsfrage. Wen würden Sie wählen, wenn nächsten Sonntag Europawahl wäre?
20:56 Union, SPD, FDP, die Grünen oder die AfD? Du Haubentauche! Wie oft hab ich den schon gesagt? Ich geh nicht so weit, ich bin nicht wählen. Vollidiot. Dann Susi. Wen würdest du wählen? Da muss ich auch jetzt raten. Ich nehme mal die CDU. Das ist richtig! Hup! Moment, da fehlt eine Antwortmöglichkeit. Antwortmöglichkeit. Ich will die Linke wählen. Ja, das weiß ich, aber Sie wählen die Grünen. Was? Warum? Weil Sie dazugehören wollen. Gerne vom Wechsel reden, aber Angst vor Veränderungen. Nein, nein, ich will die Linke. Ich gebe Ihnen 500 Punkte, wenn Sie die Grünen wählen. Nein, ich will eine, nein, ich will eine wahre Regulierung der Finanzmärkte, wahren Pazifismus. Ich möchte... Ja, das will jeder, aber deswegen muss man nicht gleich so wählen. Außerdem fressen die Linken kleine Kinder. Moment, das stimmt nicht, das ist Populismus.
21:41 Bäh! Jetzt hat der Schorsch von der AfD, der hat die Sachs. Genau, und der Politprofi weiß nie, darf man die Partei wählen, die den eigenen Einstellungen entspricht. Warum denn nicht? Überlegen Sie, Jochen. Unter den Grünen ziehen wir in den Krieg. Die CDU beschließt den Atomausstieg und die Sozis ruinieren den Sozialstaat. Na, merken Sie was, Jochen? Oh Gott, das heißt, wenn ich die Linken... Das heißt, um meine Ziele zu erreichen, muss ich die FDP... Moment, ich sehe, was Sie hier versuchen. Sie versuchen, den Leuten Angst zu machen, eine echte demokratische Alternative zu wählen. Das war der ZDF-Bürgercheck. Ich hoffe, Sie haben die richtigen Einstellungen, denn eine Wahl haben Sie ohnehin nicht.
22:14 Hallo, ich bin Nico Semsrott und ich absolviere hier ein Praktikum in politischer Aufwiegelung.
22:41 Ja, ich habe eine phasenweise pessimistische PowerPoint-Präsentation vorbereitet. Das sind die, und zwar über die Chancen und Perspektiven von Depressionen im 21. Jahrhundert. Warum immer alles negativ sehen, man kann doch an sowas wie Depressionen auch mal positiv rangehen. gehen. Worum geht es in diesem Vortrag? Wollt ihr mehr sehen? Dann seht ihr hier jetzt mehr. Das ist deshalb so komisch, weil es gleich klingt, aber unterschiedlich geschrieben wird und das ist witzig. Deswegen wird der Witz so oft gemacht, weil er so gut ist. Worum geht es jetzt in diesem Vortrag. Im nächsten Bild sehen wir eine Tech-Cloud. Das heißt, je größer der Begriff, desto häufiger kommt das Thema im Laufe dieses Vortrags vor. Themen, um die es jetzt nicht gehen wird,
23:51 Minnegesang vor 1175. Es geht auch nicht um die Irawa, die Delfinpopulation im Mekong-Delta und auch nicht um Angstneurosen in Hannover, auch wenn das sicher hammerspannend wäre. Wer wegen eines dieser Themen eingeschaltet haben sollte, ist ein Trottel. Worauf beruht das Ganze? Klar, auf versteckten Botschaften. In diesem Wort steckt ja auch noch ein anderes drin. Ist ein Klassiker mittlerweile. Oder in diesem Wort. Wenn man genau hinguckt, sieht man es. Zurück zum eigentlichen Thema. Chancen und Perspektiven von Depressionen im 21. Jahrhundert. Mein Vorschlag ist die Einrichtung eines Depressionsfonds 13+. Was hat es mit diesem Depressionsfonds 13 plus auf sich? Als Kleinanleger steckt man dort sein Geld rein.
25:11 Und dieser Fonds investiert es wiederum ausschließlich in Unternehmen, die ihre Gewinne mit Depressiven machen. Warum ist das eine super Idee? Der moderne Mensch hat ein Können. und diesem Können stehen Anforderungen gegenüber.
25:30 Der moderne Mensch befindet sich in einem ständigen Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
25:41 Das sind jetzt Symbolbilder. Es geht gar nicht um die Person, wichtig war nur, dass da ein Unterschied zu sehen ist. In Bezug auf mein Leben, es gibt ein Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
25:55 Wichtig ist bei diesem Konflikt einfach nur, dass man immer mehr können soll, als man kann. Und das ist ja ein Spannungsfeld, was im 21. Jahrhundert alle Menschen teilen. Und das macht Depressionen im 21. Jahrhundert zu dem Wachstumsmarkt schlechthin. So gesehen gibt es drei Zielgruppen an verzweifelten Menschen in unterschiedlichen Graden. Es gibt die ein bisschen verzweifelten. Für diese Menschen hat die Wirtschaft Lösungen im Angebot, und zwar die Pharmabranche. Für die ein bisschen, für die ziemlich Verzweifelten ist es die Schönheitschirurgie und für die vollkommen Verzweifelten Seile, Waffen, Bahn etc.
26:39 Das heißt, abschließend können wir also zusammenfassen, Wachstumsprognose von Depressionen, sehr gut. Sehr gut, sehr gut.
27:05 Nico, da war schon sehr viel Schlimmes dabei, aber ich glaube, die Wirklichkeit hat uns bereits überholt. Das heißt, es ist noch schlimmer? Ja, ja. Haben Sie schon mal ein Praktikum gemacht bei der Deutschen Bank? Nee. Ich bin vielleicht misantrop, aber so weit geht mein Menschenhass dann auch nicht. Ja, verstehe. Schade. Schade. Hätte Ihnen gefallen.
27:30 Hätte Ihnen wirklich gefallen. Die Deutsche Bank hatte bis vor kurzem einen Fonds im Angebot, der hätte glatt von ihm sein können. Die haben 500 amerikanischen Rentnern Gesundheitsdaten abgekauft, die Deutsche Bank, und haben sich vorgestellt, was wäre denn, wenn diese Rentner Lebensversicherungen hätten. Nur hätten, nur vorgestellt. Und aus diesen imaginierten Lebensversicherungen haben sie dann einen Fonds entwickelt, da haben sie Geld anlegen können. Und das hat so funktioniert, wenn diese echten Menschen, diese echten Rentner, in Wirklichkeit früher gestorben sind, als das von der Deutschen Bank vorausberechnet worden ist, haben sie als Anleger eine höhere Rendite bekommen. Tja, Kompass Live 3.
28:10 Fragen Sie mal nach bei der Deutschen Bank, die reden jetzt nicht so gern drüber. Aber, nein, das ist ein wunderschöner Prospekt. Die haben vorne da so ein Segelboot vorne drauf. Ich habe mich immer gefragt, wem zur Hölle kann denn die Deutsche Bank Wetten auf tote Senioren angeboten haben? Und die Antwort ist Rentnern. Die haben das Rentnern ins Depot gelegt und dann hat die Deutsche Bank gesagt, Moment, Moment. Wir haben alle Anleger drauf hingewiesen, auf die Risiken dieser Anlageform. Und zwar umfassend. Und umfassend ist das richtige Wort. Der Verkaufsprospekt von Kompass Live 3 war 200 Seiten dick. Da standen alle so die größten Risiken drin. Und als größtes Risiko, das stand da wörtlich drin,
28:46 das größte Risiko wäre ein Durchbruch in der medizinischen Forschung oder verbesserte Behandlungsmethoden. Weil das das Ableben der Referenzpersonen verzögern könne. Das ist schon ein ganz schönes Risiko, wenn nicht so gestorben wird, wie gedacht. Jetzt habe ich auch endlich das mit dem Segelboot vorne drauf verstanden. Weißt du, in der griechischen Mythologie hat man geglaubt, die Toten werden mit dem Floß ins Totenreich hinübergesetzt. Deswegen hat mir ein Goldstück mitgegeben für den Fährmann. Wie man hört, hat die Deutsche Bank nun das Ruder übernommen.
29:21 Ich weiß, viele werden jetzt ausruhen, die Deutsche Bank ist kriminell. Das müssen wir, glaube ich, Vorsicht, das ist plattes Bankenbashing. Wir müssen das Differenzierte betrachten. Ich habe hier einfach mal ein paar aktuelle Geschäftsprozesse der Deutschen Bank aufgezählt. Und die wollte ich Ihnen einfach nur vorlesen, dass wir es mal ganz differenziert. Also wegen Steuerhinterziehung beim Handel mit CO2-Zertifikaten laufen Ermittlungsverfahren Unter anderem gegen Deutsche Bank-Chef Fitschen. Wegen Betrügereien mit hochriskanten Hypotheken muss die Bank 1,4 Milliarden locker machen. Wegen des Verdachts auf Prozessbetrug im Falkirch ermittelt die Staatsanwaltschaft. Wegen Betrugsverdacht wird gegen 150 Devisenhändler ermittelt.
29:56 Wegen Verdacht auf Manipulation des Zins, Easterfix drohen hohe Bußgelder. Wegen Manipulation am Libor musste die Bank 725 Millionen Buße zahlen. Wegen hochriskanter Wettgeschäfte, mit denen die Deutsche Bank auch deutsche Städte reuniert hat, sind allein in Italien noch 600 Verfahren anhängig. Sie kriegen einen Eindruck.
30:11 Wissen Sie was? Die Deutsche Bank ist im Prinzip wie ein Autohändler, der Ihnen ein Auto verkauft, ohne Bremsen und dann auf den Tod des Fahrers wettet. Und wenn Sie diesen Autohändler hinter Gitter bringen wollen, dann kauft er sich mit dem Geld, das er mit diesen krummen Geschäften gemacht hat, wieder frei. Verstehen Sie, Ihr Betrug, wenn Sie Trickbetrüger sind, muss nur so groß sein, dass es systemrelevant wird. Dann können Sie sich hinstellen und sagen, Gefängnis, ich bitte Sie, ich führe jetzt einen Kulturwandel durch und dann werde ich noch einen Ethikkurs besuchen. Als Leiter dieses Ethikkurses schlage ich mich selber vor. Das ist passiert bei der Deutschen Bank. Wer ist Vorstand geworden 2012 bei der Deutschen Bank?
30:56 Andrew Jane. Er war damit unter anderem auch mitverantwortlich für den Kulturwandel. So, Andrew Jane, den kennen Sie, der war Investmentbanker. Der Mann hat vorher für die Deutsche Bank in Amerika, was hat er gemacht? Also während der Finanzkrise, man kann nicht sagen, er hat Öl ins Feuer gegossen. Er hat mehr Kerosinbomber hineingesteuert.
31:16 Also wer glaubt, dass dieser Mann den Kulturwandel durchzieht, glaubt auch, dass Uli Hoeneß Steuerprüfer beim FC Bayern wird. Ich, bis Sie.
31:31 Jemand hat mal gesagt, Geld regiert die Welt. Und das ist das Schlimme. Denn wenn das stimmt, dann ist die Deutsche Bank Teil einer Regierung, die wir gar nicht mehr gewählt haben. Da kommst du demokratisch gar nicht mehr ran. Da musst du sie einfach lächerlich machen. Da musst du fragen, wem würden sie ihr Geld wirklich lieber anvertrauen? Einem Cracksüchtigen oder der Deutschen Bank? Sehen Sie allein, dass Sie kurz überlegen mussten. Zeig doch, wie schlimm es um diesen Verein gerade steht.
32:03 Ich werde diesen Schnurrbart nicht tragen. Hört auf, ringen Sie nicht so auf. Das sieht toll aus. Verstehe das auch nicht. Was hat denn das alles mit Sochi zu tun? Ich verstehe es nicht.
32:35 Ich war gerade voll im Rhythmus drin. Ich habe da mal eine Frage hier zum Text. An der Stelle hier starke, schnelle Athleten, sicher nicht alles heten und du mittendrin Putin. sag ich da jetzt putin oder putin das ist egal hauptsache ihr haut voll rein bei dein coming out was steht da putin es gibt einen ort wo ich sag putin nie mehr am herrenklo ich sag putin hol die fackel aus dass das ist also der beitrag der anstalt gegen sochi gegen die russische homo Ja, findet ihr das vielleicht witzig? Ja, ich finde das halt Pepp.
33:25 Das ist Kinderfasching! Raus!
33:31 Sie nicht! Sie nicht! Nein, nein, nein. Wenn es gegen Putin geht, dann machen alle einen auf Widerstand. Aber wo ist unser Song für Baden-Württemberg? Moment, Moment. Sie meinen schwäbische Village People? Ja, also so fünf tanzende Häuslebauer. In Baden-Württemberg haben fast 200.000 Menschen eine Petition unterzeichnet, die davor warnt, an Schulen Homosexualität als gesellschaftliche Normalität darzustellen. Ja, aber sie ist doch schon längst gesellschaftliche Normalität. Schauen Sie mal, in Deutschland sind 8% der Menschen homosexuell. Das ist, wenn Sie mal die CDU-Mitglieder nehmen, das sind 0,6%. Will dann die Petition sagen, CDU-Mitglieder sind nicht nur nicht normal, sondern pervers? Es ist gar noch schlimmer.
34:13 Die Petition behauptet, Aufklärung über Homosexualität würde so etwas wie Werbung für Homosexualität sein. Und das dürfe man in den Schulen nicht machen, weil der schwule Lebensstil zu gesundheitsgefährlich wäre. Wieso das denn? Na, weil schwule Jugendliche öfter Selbstmord begehen. Ja, aber das machen Sie doch nur, weil Sie unter dem gesellschaftlichen Druck stehen, als nicht als normal anerkannt zu werden. Und genau diesen Druck möchte die Petition aufrechterhalten. Das ist ja widerlich. Wisst ihr was? Das müssen wir fordern. Wir müssen eine neue Forderung. Aufklärungsdrohnen nach Baden-Württemberg. Das ist meine nächste Forderung.
34:49 In Nürnberg fährt ich fahr so gern mit dieser U-Bahn. Ich koste zwar einen Haufen Geld, aber ich geniesse das. Wenn du da an der Station angekommen bist, steigst du aus in die Fahrtrichtung und siehst diesen prächtigen, stolzen U-Bahn-Kapitee. Er wartet eine Weile, drückt das Knöpfle und dann gehen die Türen zu und er fährt weiter in die dunklen Finsternissen ein. Und seit einigen Jahren gibt es jetzt in Nürnberg die sogenannte Führerlose U-Bahn und da fahr ich auch wahnsinnig gern. Da kannst du ganz vorn, kannst du dich da hinhocken. Ist ja kein Vater und nix, ist bloß ein Scheim. Da siehst du auch die Gleise vor dir, die in der Unendlichkeit verschwinden. Und manchmal komm ich da hin, da stehen ein paar blöde Kinder da, die keinen Verstand haben.
35:45 und dann stelle ich mich hinter denen und ziehe den Rotz ein wenig nach auf. Und dann sind die sofort verschwunden und dann stehe ich von allein wie Kapitän Ahab in die immerwährende Dunkelheit ein. Und was ich mich jetzt frag, wenn da so ein lebendiger U-Bahn-Kapitän anfährt am Bahnsteig und am Nachbargleis kommt diese führerlose U-Bahn, was geht in dem vor? Wenn da irgendeine seelenlose Stimme Befehle gibt, die Türen wie mit Geisterhand auf und zu gehen. Was geht in dem echten U-Bahn-Fahrerkapitän vor? Gibt's eine infamere, gemeinere Art und Weise, als jemanden von seiner vollständigen Überflüssigkeit und Ersetzbarkeit in Kenntnis zu setzen hat? Was ich mich auch frage mit der Bibliothekarin, was geht denn der vor?
36:41 Früher bin ich in die Bibliothek gegangen, hab die Metamorphosen von MoVit ausgekläht. Da hat ich mich hultvoll gegrüßt. Und dann hat sie auf der letzten Seite einen Stempel reingemacht. Und dann haben wir uns verabschiedet. Und vier Wochen später bin ich wieder hin und hat sie mich hultvoll gegrüßt, hat nach dem Stempel geschaut und hat mich nochmal angelächelt. Und heut kannst du irgendwie diese scheiß ISP-Nummer über einen frigidenscanner schieben. Das war's. Und ich frage mich, was geht da in der Bibliothekarin vor, verdammt nochmal?
37:23 Und das müssen Sie sich eigentlich auch mal überlegen als Publikum. Glauben Sie, das geht ewig so weiter, dass Sie da hocken und dann klatschen und lachen? Irgendwann wird das gemessen und dann heißt es, oh, Sie sind unter der Lachsequenz, Sie klatschen so wenig. Und dann darfst du so eine Veranstaltung gar nicht mehr besuchen. Dann kannst du junge Talente an der Blockflöte hingehen. und dann hört's halt auf an die blöde Sau da hinten und dann hast du irgendwann einen Stuhl da hockst du da und dann misst dir dein Gewicht und dann stellt sich raus, der Brillenkobel ist eine fette Sau halt, der darf nicht mehr kommen halt, jetzt versitzt uns das Gestühl, der fette Hund und dann kannst du daheimbleiben und dann schickst dein Cyborg, der schaut sich das dann an,
38:12 Dein Roboter, der schaut es für dich an und der klatscht optimal, der lacht an die richtigen Stellen. Und dann am Abend kommt er nach Hause und dann kannst du dir ein Kabel in den Kopf reinstecken und mit dem Laptop verbinden und dann schaust du dir die Vorstellung daheim an. Und dann geh ich irgendwann einmal am Abend zur Tankstelle und möchte mir ein paar kippen, möchte ich mir kaufen. Und dann komm ich nach Hause und dann liegt der Cyborg auf der Schessel an. Und dann sag ich zu meiner Frau, du Entschuldigung, was macht ihr denn da? Und dann sagt sie, weißt du was, der liegt da. Und was das Schöne ist, er furzt nicht dabei. Er kann auch optimal küssen und braucht keine Pause, wie ich am Rülpsen.
38:55 Er versteht sich auch gut mit den Kindern. Das wollte ich da eigentlich schon seit einiger Zeit sagen. Wir haben keine Verbindung mehr für dich. Adieu. Überlegst das einmal, wenn der Totenreich Traum des Kapitals zu Ende geträumt ist. Wenn es überhaupt kein variables Kapital mehr braucht, wenn es überhaupt nichts mehr braucht, kein blöds Publikum, kein U-Bahn-Kapitän, keine Bibliothekarin, kein Spaß machen, wenn es das alles nimmer gibt. Was ist denn dann? Wofür gibt denn dann das Geld das Geld aus? Frisst dann das Geld die Schnitzel oder was? Oder das Geld geht in die Gneiben rein und kippt eine Runde aus. Und dann schäuft es sich mit der Cybox und die Drohnen schäuft es sich an oder was? Oder dann fang er irgendwann die Maschinen mit dem Geld zum Ficken an und eine neue Rasse entsteht.
39:46 Oder vielleicht ist es bloß so, dass die Drohnen ein wenig rumhocken und an sich rumwichsen. Und das Geld hockt in der Ecke und galt sie auf. Überlegen Sie sich das einmal.
40:17 Was machen Sie denn da? Wir haben doch gesagt, wir bleiben so lange hier, bis alle unsere Forderungen erfüllt sind. Was? Über Nacht? Das ist doch nicht das Dschungelcamp. Das wollte ich noch eine Forderung. Die Deutsche Bank ins Dschungelcamp, das wollte ich noch. Doch stellen Sie sich doch das mal vor. Der ganze Vorstand im Dschungel bei 40 Grad in Anzügen. Und dann auch vielleicht 70 Gramm Bohnen am Tag. Bohnen, nicht Bohni. Und dann müssen Sie ekelerregende Prüfungen machen. Sich im Dschungel sozial engagieren. Ja. Ja und dann, um den Horror für sie perfekt zu machen, wird das ganze moderiert von Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine.
41:04 Dschungelcamp und Wagenknecht, das guck ich alles gar nicht. Ich guck ja gar kein Fernsehen. Ich guck nicht mehr. Neulich hab ich Anne Will gesehen mit kürzeren Haaren und Brille. Hab ich gemerkt, nee, ist ja der Beckmann. Es ist zu viel. Dann habe ich mal den Frank Plasberg in echt getroffen. Ganz netter Mann eigentlich. Ich dachte, das ist doch Frank Plas. Ich sagte, ich heiße Plasberg mit Berg am Ende. Plasberg. Ich sage nicht Plas. Können Sie mal sehen, wie schnell ich immer wegschalte. Also ich finde, Politiker und Parteien sollten langsam mal Gebühren dafür zahlen, dass sie im Fernsehen Werbung für sich machen dürfen. Das ist doch abstrus. Das ist bizarr. Wir zahlen jeden Monat Geld dafür, dass Leute, die wir gar nicht sehen wollen,
41:50 im Fernsehen Sachen sagen, die wir gar nicht hören wollen, damit ihren eigenen Marktwert steigern, von dem wir uns nichts kaufen können. Nee, da guck ich doch kein Fernsehen mehr. Will doch so eine Andrea Nahles. Apropos, wer es schafft, dass die Nahles mal sympathisch rüberkommt, der kriegt ein Eis von mir. Also einmal habe ich sie sympathisch im Fernsehen gesehen, als sie im Bundestag gesungen hat. Da dachte ich, wenn der Schäuble jetzt noch Steppzimmer in der Augsburger Puppenkiste. Da ist ja wahr. Guck ich doch nicht mehr.
42:19 Nahles und Schwesig im Paket, das halte ich gar nicht an. Hier Elvis. Elvis galt immer als exzentrisch, weil er mit dem Revolver auf den Fernseher geschossen hat. Also für mich klingt das sehr vernünftig, wenn Sie mich fragen. Ich guck doch kein Fernsehen mehr. Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau. Guten Abend meine Damen und Herren. Auf diese Steine können Sie bauen. Brauchen wir noch eine Bank, die ewig so weitermacht? Oder eine Bank, die nicht nur verspricht, sondern auch hält? Früher haben Verstopfungen mich stark belastet. Da frag ich doch mal die Talkrunde Manuela Schwesig. Also Herr Jauch, das kann doch wohl nicht angehen, dass hier viele fleißige Menschen hart arbeiten.
42:57 Herr Kauder, wenn Sie mich bitte mal ausreden lassen. Ich hab Sie auch die ganze Zeit ausreden lassen. Da wird das alles ganz fein gehäckselt. Dann geben wir das in eine Schüssel, ein bisschen Salz, ein bisschen Pfeffer dazu. Die Vegetarier können natürlich das Fett weglassen und durch dünne Brühe ersetzen. Stadelzeit, wir sind so weit. Karim Joska, ich habe Ihre Frage jetzt nicht genau verstanden, auf Ihre Frage zurückzukommen. Die Ägypter sind immer für eine Überraschung gut. Schauen Sie dieser wunderbare Ring in der Krabbenfassung. Ich halte ihn eben mal in die Kamera. Sehen Sie, wie der blinkert? Wir haben noch 300 Stück. Rufen Sie an, bestellen Sie diesen. Dann sind Sie rübergegangen, haben das Messer genommen und einfach zugestochen.
43:33 Karglas repariert, Karglas tauscht aus. Herr Jauch, das kann doch wohl nicht angehen, dass hier viele fleißige Menschen hart arbeiten. Herr Kauder, wenn Sie mich bitte mal ausreden lassen. Ich habe Sie auch die ganze Zeit ausreden. Diese ganzen Affen hier, das sind alles meine Mitarbeiter. Und ich sichere deren Arbeitsplätze bis in die nächste Generation. Was sagt der Schimpanse dazu? Wo ich schorle, Seidebacher-Müsli. Lecker, lecker wegen der Verdauung. Seidebacher. Ja, probier, Scholz. Ich frag Sie zum letzten Mal. Ich frag Sie zum letzten Mal. Wo waren Sie gestern zwischen 22 und 23 Uhr? Musterhausküchen, Fachgeschäft. Ich schwöre, dass sich meine ganze Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen.
44:18 Schaden von ihm wenden. 4424442, ruf an. Reife Frauen warten auf dich. 4424442. Da kommt ein Tiefdruckgebiet von Osten, was uns ergiebigen Regen bringt, aber hier und da auch ganz freundliche Abschnitte aufweist. Was sagt Harald Glöckler zu dem Outfit? Also wenn Krawatten zum Halse raushängen, sind sie den meisten Fällen falsch gebunden. Blüpp bei einer Schießerei in Afghanistan, blüpp in Syrien bei einer Schießerei, blüpp bei einem Terroranschlag, blüpp bei einem Anschlag, blüpp ich begrüße Sie ganz herzlich zu hart aber fair, mein Name ist Frank Plass, blüpp. Gute Abend!
45:06 Herr von Wagner, Herr von Wagner, bitte. Können wir denn nicht ein anderes Thema machen? Nein, wir machen jetzt Syrien. Wir können gar nicht anders. Das ist eine der größten Flüchtlingskatastrophen seit Ruanda. 6 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Ich weiß, dass Syrien ein wichtiges Thema ist. Aber man fehlte da irgendwie das klare Feindbild. Außerdem, hat sich da nicht der Friedrich schon drum gekümmert? Hat nicht der Friedrich persönlich 10.000 Flüchtlinge vom Rollfeld abgeholt? Ja, und spätestens da waren die völlig traumatisiert. Glauben Sie, was heißt denn überhaupt gekümmert? Wir haben uns nicht gekümmert, wir kümmern uns einen Dreck, Herr Uthoff. Schauen Sie, wissen Sie, wer das war?
45:38 Der Libanon, der winzige Libanon, der hatte 4 Millionen Einwohner, und der hat 1 Million Flüchtlinge aufgenommen. Wir haben uns nur bereit erklärt, 10.000 Flüchtlinge aufzunehmen. Das ist unsere Barmherzigkeit. Und von diesen 10.000 sind bisher nur 3.000 in Deutschland angekommen. Warum eigentlich? Gucken Sie mal, diese ganzen Unterlagen für die syrischen Flüchtlinge, die Einreiserichtlinien. Haben Sie das mal gelesen? Ja, aber nur flüchtig.
46:09 Sie sollten das mal lesen. Da steht nämlich haargenau drin, wer, wann, wen in dieses Land kommen darf. Das sollten alle mal lesen. Das Lesen bringt immer nix. Wir müssen das zeigen, wir zeigen das mal. Vielleicht anhand wirklicher echter Fälle. Nico, du trägst mal die echten Fälle vor. So, und dann zeigen wir mal, wie das aussieht, wenn Barmherzigkeit mit guter deutscher Gründlichkeit exekutiert wird. Mahlzeit.
46:38 So, woher sind wir denn hier? Einen Fall Monira Ovega. Sie will ihre Tante nach Deutschland holen. Hat eine schwerbehinderte Tochter, die eine schwerbehinderte Tochter hat und bedroht sie von Heckenschützen. Prima, Schutzbedürftigkeit, das passt. Aber, oh, die sitzt ja noch in Syrien. Ja. Ja, um nach Deutschland einreisen zu dürfen, hätte sie bis zum 31. März 2013 in den Libanon fliehen müssen.
47:01 Das nächste Mal einfach übrigens früher fliehen.
47:07 So, Sie müssen Ihre Flucht schon ein bisschen mit unseren Öffnungszeiten koordinieren. Vielleicht können wir ja was über den Familiennachzug regeln. Wie sind Sie nochmal verwandt da? Also, Sie ist die Tante. Aha, schade. Familiennachzug nur bei Verwandtschaft ersten Grades. Ich nehme nicht an, dass die Tante die Mutter ist. Schade.
47:28 Immer diese Ärger mit der Verwandtschaft.
47:34 Der Nächster.
47:38 Sorry, das war die falsche Akte. Nazra Mahmoud, sie will ihren Bruder nach Deutschland holen. Schauen wir mal, er hat eine Familie mit krankem Kind, braucht Medikamente. Passt, fehlt nur noch die Verpflichtungserklärung. Die was? Viele kommen hier immer so unvorbereitet angeflohen. Um Verwandtschaft nachzuholen nach Deutschland, da muss man sich verpflichten, die Kosten zu übernehmen. Essen, Miete, Bekleidung. Wie all inklusiv plus all exklusiv. Ja, sie würde die Kosten übernehmen. Wo soll ich unterschreiben? Halt, halt, halt, nicht so schnell. Wir sind ja auf der Arbeit, nicht auf der Flucht.
48:18 Wir müssen jetzt erstmal eine Bonitätsprüfung durchführen. Ja, schauen, ob sie sich die ganzen Verwandten auch leisten können. Nicht wahr? Bruder plus Kinder, rechnen wir mal aus. Na, oh, müsste gut 3000 Euro im Monat verdienen. Oh, netto. Da hat sie sich was vorgenommen. Nicht bei ohne Einkommen. Das heißt, sie kann ihrem Bruder nicht helfen? Sehens, da geht's ihr, wie es uns geht. Der Nächster. So, wir nehmen da einen Doktor. Ahmad Kartabil, Lehrer, will seine Tochter nachholen. Die Mutter will er nachholen und er kommt für alle Kosten auf. Alle Kosten? So, wunderbar. Ja, wo ist das Problem? Sie hat keinen syrischen Pass. Ach, hat sie den verloren?
49:06 Ist ja recht, es klampert der vielleicht. Nee, sie ist Palästinenserin. Denen gibt Assad keinen syrischen Pass. Oh, tja, es tut mir leid. Ohne Staatsangehörigkeit kann man nicht fliehen.
49:17 Gibt es keine Ausnahmefälle, so im Härtefall? Da darf ich ganz kurz die Visastelle zitieren. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Syrien sind bedauerlich. Sie können aber keine außergewöhnliche Härte begründen. Ich habe da übrigens eine gute Nachricht. Die Kantine hat schon offen. Ja, wunderbar! Hier ist der Sohn Deserteur. Höchstalter für Nachzug, 16 Jahre. Und abgelehnt! Hier, die Tochter ist in Italien. Nur Flüchtling aus Anreinerstaaten. Und abgelehnt! Hier, die Mutter ist herzkrank. Maximal drei Prozent Schwerkranke. Und abgelehnt! Okay, der Mann ist Milliardär. Moment. Was ist das denn? Russischer Milliardär, Steuerflüchtling? Oh, mit Konten in der Schweiz. Ja, warum haben Sie das denn nicht gleich gesagt? Und?
50:06 Angenommen! Den holt der Genscher persönlich mit dem Flugzeug ab. Aber, aber Khodorkovsky ist doch schon in der Schweiz. Oh, scheiße. Was ich mich frage, warum so viele Menschen einfach nicht zu uns kommen wollen.