Folge 2 51 Min. Archiviert

Rente und Ukraine-Krise

Ukraine-Krise , Rentenpaket , Private Altersvorsorge , Betriebliche Altersvorsorge , Deutsche Rentenversicherung , Das Alter , Rentenreform , Lage der Politik , Stress im Alltag

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Episode 'Rente und Ukraine-Krise' von 'Die Anstalt' analysiert die komplexen Zusammenhänge zwischen dem demografischen Wandel, der Rentenreform und der Finanzindustrie. Sie kritisiert die Instrumentalisierung von Instituten und Experten zur Förderung der Privatisierung der Altersvorsorge und zur Kürzung der gesetzlichen Rente. Die Satire legt offen, wie politische Interessen durch finanzielle Anreize und manipulative Propaganda verzerrt werden können. Die Episode thematisiert die Rolle internationaler Einmischung, insbesondere im Kontext der Ukraine-Krise, und stellt die Sinnlosigkeit von zirkulären Debatten über die Zukunft des Rentensystems dar. Letztlich zeigt sie die Frustration und den Zynismus der Bürger gegenüber einer Politik, die ihre Interessen ignoriert.

Transkript 6.595 Wörter

0:35 Barrikade! Wie sind Sie denn an die Barrikaden vorbeigekommen? Ich habe den Aufzug genommen. Das kommt davon, wenn man eine Barrikade barrierefrei machen soll, Herr Timoschenko. Was genau machen Sie hier eigentlich? Was machen Sie hier eigentlich? Was genau machen Sie hier eigentlich? Machen Sie Paralympics oder ist das sieben Tage, sieben Zöpfe oder was soll das werden? Wie sieht es denn aus? Wir machen Revolution! Hören Sie auf, Sie machen sich nur wieder mit dem Volk gemein. Ja, was sich bewährt hat bei Volksaufständen. Da ist man einmal kurz vor... Sagen Sie mal, warum steht denn da was Kurillisches auf dem Transparent? Solidarität mit der Ukraine!

2:22 Jetzt wird es Zeit, das Feuer der Revolution auch in die Herzen unserer Bürger zu tragen und diese korrupten Eliten hinweg zu fegen. Und das machen Sie, indem Sie ein Musical miserabel aufführen?

2:34 Schauen Sie, Sie müssen den versteinerten Verhältnissen nur Ihre eigene Melodie vorspielen, um Sie zum Tanzen zu bringen. Hübsch. Andrew Lloyd Webber? Karl Marx. Und wer sind die da? Alles kampfbereite Rebellen, darf ich vorstellen, Genosse Pussy. Dabei, dabei. Ja. Genosse Pussy. Pussy. Ja, genau.

3:03 Wer ist der Typ im rechten Sektor da drüben? Wir wollen es lieber nicht so genau wissen. Aber er hat uns die Waffen besorgt. I've been looking for freedom. Schluss? Sagen Sie mal, haben Sie vergessen, wir sind hier? Nein, wir sind die Besetzer der Anstalt. Richtig, die Aktion fanatischer Demokraten. Kurz, A, F, wir sollten es lang lassen. Wir sind hier, um politische Hintergründe sachlich zu erklären. Lassen Sie mich raten, er ist hier für die gute Laune verantwortlich. Herr Utthoff, Sie werden es nicht schaffen, diesmal unser revolutionäres Feuer zu ersticken. Glauben Sie ernsthaft, dass man heutzutage noch etwas Wichtiges wie Revolutionen Amateuren wie Ihnen überlässt? Wir sind keine Amateure, wir machen das ehrenamtlich.

3:53 Was? Ehrenamtlich? Ohne Kohle? Das war aber anders abgesprochen. Was hat er gesagt? Sie können gehen. Herr von Wagner, Revolutionen in der Ukraine werden heute von Profis organisiert. Hier, von dem da zum Beispiel. Vitali Klitschko, das ist mal ein Revolutionär. Ach, haben Sie den schon mal frei reden hören? Seien Sie nicht unfair, er hat sein Leben lang Mundschutz getragen.

4:35 Ich meine, er kann nicht mal richtig ukrainisch, möchte aber da Präsident werden. Kommen Sie, als Bürger wäre ich auch froh, ich würde nicht jedes Wort verstehen von dem, was Gauck sagt. Vergessen Sie, vergessen Sie, vergessen Sie diese Marionette der Konrad-Adenauer-Stiftung. Nein, der wirkliche Profi steht rechts davon. John McCain, ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat, hier im Dezember auf dem Maidan. McCain, was macht der da? Pommes?

5:02 Der Mann arbeitet mit seiner Stiftung schon seit langem daran, den Ukrainern eine marktkonforme Demokratie schmackhaft zu machen. Ja, ja, und dann müssen sie sich übergeben. Ja, an den Westen. Die Amerikaner haben insgesamt 5 Milliarden Dollar in den Umsturz in der Ukraine investiert. Ja, ja, sagt Putin. Nein, Victoria Nuland. Fuck you. Fuck die EU. Schauen Sie da, war sie im Dezember auf dem Maidan, die stellvertretende US-Außenministerin. Gucken Sie sich das an. Die Amerikaner als Brötchengeber der ukrainischen Revolution. Stellen Sie sich das mal umgekehrt vor. Putin fährt zu den Besetzern der Occupy Wall Street, verteilt Soljanka Milliarden von Dollar und stellt sich dann hin und sagt, Mr. President, tear down this Wall Street.

5:50 Okay, jetzt haben wir schön etabliert, dass die Bösen sind die Amerikaner. Aber die Russen dürfen einfach so ein souveränes Land überfallen. Jetzt werden sie mir am Ende noch erklären, die Russen, die haben da nur Fasching gefeiert. Russenmontag auf der Krim.

6:11 Weißt du, einfach so mit Militäruniformen aus dem Faschingsgeschäft. Der Putin fasst der Ukraine von hinten an die Schulter. Wissen Sie, was ich Ihnen sage? Die Russen, was die gemacht haben, das war Völkerrechtsverletzung. Der amerikanische Außenminister John Kerry hat das wunderbar gesagt. Er hat gesagt, man überfällt kein Land unter falschem Vorwand, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. Darf ich diesen Satz vielleicht nochmal hören? Ja, ja, sehr gerne. Also man überfällt kein Land unter falschem Vorwand, um seine eigenen Interessen durch... Fuck you.

6:55 Die Sprache der Diplomatie, leicht beschädigt in Zeiten der Propaganda. Wenn die Zeichen auf Krieg stehen, dann hört man am besten den Feindsender. Also alles das, was der russische Geheimdienst so offenbart. Frei von der imperialistischen Lippe weg, schwafeln da westliche Regierungsmitglieder darüber, wie sie sich so die Zukunft in der Ukraine vorstellen. Oder wer wirklich auf dem Maidan geschossen hat, das kriegen die deutschen Medien in der Regel nicht so mit, weil die mit ihrem Kurzwellenradio so sehr damit beschäftigt sind, Nachrichten zu suchen, die ihre Vorurteile über den bösen Putin bestätigen. Und so schießen Hitler-Vergleiche ins Kraut wie Krokusse in den Hundehaufen. Bei allen Nazi-Vergleichen gilt aber immer, nicht alles, was hinkt, ist Josef Goebbels.

7:46 Selbstverständlich ist allerdings Frank Steinmeier, unser neuer Bundesaußenwalter, der beste deutsche Außenminister seit Guido Westerwelle.

7:57 Steinmeier, ein Vier-Sterne-Diplomat, hatte ja schon auf der Münchner Sicherheitskonferenz dem demokratisch gewählten Präsidenten der Ukraine befehligt. der möchte gefälligst alle Forderungen der Demonstranten auf dem Maidan anerkennen. Gut, das hat Tradition in unserem Land. Jede Protestbewegung, die nicht bei drei auf dem Baum ist, wird von uns anerkannt. Das heizt den Konflikt an und ist gut für unseren Waffenexport. Peinliche Sache eigentlich. Die deutsche Außenpolitik leidet seit Jahren an verfrühter Eskalation. Aber was für eine Wirkung Bundesaußenmaier Frankenstein hat. Da haren die Monate lang in bitterer Kälte aus. Irgendwann fallen Schüsse, es fließt Blut. Aber erst, als die Gefahr droht, Steinmeier könnte eine Rede halten.

8:44 Zack, setzen sich alle an den Verhandlungstisch und unterschreiben. Frank-Walter Steinmeier hat den Vertrag auch unterschrieben. Der Mann unterschreibt alles. Möchtet ihr nicht wissen, wie viele Zeitschriften-Abos der schon zu Hause hat? Und so schüttelt er begeistert die Hände der Nazis aus der Svoboda-Partei und wundert sich, dass der Vertrag schon eine Stunde später von diesem lichtscheuen Gesindel gebrochen worden ist. Ich glaube, das ist ein Fall für das Guinness-Buch der Rekorde. Fünf Wochen nach der Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik sitzen Nazis in der ukrainischen Regierung. Noch nie konnte man so schön beobachten, wie es aussieht, wenn der Westen ein Land als neue globalisierte Shopping-Mall instrumentalisiert.

9:33 Der IWF hatte Janukowitsch mehrere Milliarden geboten, aber eben nur unter der Voraussetzung, dass der die Gaspreise um marktübliche 40% erhöht. Und das konnte selbst ein gieriger Trottel wie er nicht akzeptieren. Und schon lief die internationale PR auf Hochtouren. Das werden Sie jetzt nicht verwechseln. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Verschwörungspraxis. Da frieren die Demonstranten monatelang sich am Mai dann den Arsch ab. Und was werden sie dafür bekommen? Höhere Gaspreise. Tja, liebe Ukrainer, das sind sie, die Nebenkosten der Freiheit. Ich wollte hier ja eigentlich Putin verteidigen. Dafür, dass der Mann auch Interessen haben darf. Dafür, dass man mal ausflippen kann, wenn die NATO einem trotz ihrer Versprechen immer näher auf den Pelz rückt.

10:31 Aber dann habe ich gesehen, dass sein Kumpel, der lupenreine Gerhard Schröder, ihn verteidigt. Mit der großartigen Argumentation, er hätte damals ja Serbien auch völkerrechtswidrig gebombt. Und deswegen sollte man jetzt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen. Klar, Schröder kam dem Völkerrecht immer schon mit dem erhobenen Mittelfinger. Und jetzt muss ich meine Meinung wieder ändern. Denn wenn uns die Geschichte eins gelehrt hat, dann das. Wenn Gerhard Schröder etwas richtig findet, dann kann es falscher nicht sein. Und deswegen hat die Idee... Entschuldigung, Entschuldigung, ich bin mitten in meinem Solo. Oh, Verzeihung, Herr Uthoff, wir finden es natürlich auch alle sehr formidabel, wie Sie hier den satirischen Stuck an die bürgerlichen Decke der Verhältnisse meißeln.

11:22 Man meißelt keinen Stuck. Sehen Sie, genau das meine ich. Schluss mit diesen fein zesilierten Wortgelanden. Wir wollen endlich Köpfe rollen sehen. Warum nicht? Wir haben ja eine Guillotine hier. Oh, ich kann kein Blut sehen. Machen Sie nichts draus. Wir haben eine von der Gesellschaft für humanes Köpfen.

11:41 Also, jetzt möchte ich ein paar Vorschläge. Na, wer soll es denn sein? Ja, was wird ihm vorgeworfen? Er hat sein Volk unterdrückt. Ja, genau. Ja, aber er ist von diesem Volk gewählt worden. Das hat die OSZD auch gesagt. Ja, kommen Sie, wenn Sie jeden demokratisch gewählten Vertreter, wer von seinem Volk nicht gemocht wird, beseitigen, dann müssen die Hessen schon wieder wählen.

12:11 Wie lautet die Anklage? Er ist ein korrupter Oligarch mit einer herrlichen Villa in Großburg-Wedel. Ja, wir haben jetzt gerade freigesprochen worden. Und er hat uns den Gauck eingebrochen. Gauck! Gauck! Gauck! Gauck! Und was ist der Grund? Na ja, Gauck hat sich in Griechenland selbst schuldig gesprochen. Moralisch, aber nicht rechtlich. Und warum? Das war billiger. Sagen Sie mal, können Sie sich bitte mal entscheiden. Blüh! Blüh! No, Bert! Blüh! Bitte vielmals um Verzeihung, aber das ist ein Kabarett-Reflex aus den 80er Jahren. Dann köpfen wir den Friedrich! Wo soll denn da die Strafe sein? Sein Kopf hat er doch nie benutzt. Mist! Dann die Merkel vielleicht. MERKEL! MERKEL! MERKEL! Das ist Ihre erste gute Idee.

13:13 Aber warum? Was hat die denn in letzter Zeit gemacht? Weiß ich gar nicht. Das würde mich auch interessieren. Was tut die eigentlich hauptberuht? Ja, keine Ahnung. Herr Fergabria? Gabriel! Gabriel! Gucken Sie! Der passt doch gar nicht auf die Guillotine! Dann nehmen wir den elektrischen Stuhl! Ja! Ja! Mit Windkraftenergie! Moment, die Stromtrassen sind doch noch gar nicht fertig! Wegen dem Seehofer! Seehofer! Seehofer! Moment, stopp! Nein, den Seehofer können wir nicht auf die Guillotine legen. Der dreht sich so schnell, da erwischen wir bloß die Zehennägel.

13:48 Die Schande der SPD! Ja! Der ist in der SPD. Ich dachte mir an den Edati. Edati! Edati! Da bin ich grundsätzlich ganz bei Ihnen, aber schauen Sie, strafrechtlich werden wir dem Mann wahrscheinlich nichts vorwerfen können. Pfui! Winkeladvokat! Paragrafenficker! Maxi Uthoff ist homosexuell! Homosexuell! Da habe ich einen Vorschlag für Sie. Wie wäre es mit Uli Hoeneß? Der Mann hat soviel geleistet.

14:32 Außerdem hat er sich gleich am ersten Prozestag selber hingerichtet. Egal, dann köpfen wir ihn nochmal. Moment, aber warum denn? Er ist doch immerhin schuld daran, dass die Bundesliga so langweilig geworden ist. Genau! Den kaufen wir uns. Uli! Uli! Uli! Uli! Uli! Leute, den können wir uns doch gar nicht leisten.

15:07 27 Millionen, das wird täglich mehr.

15:14 Ja, Lünsch-Justiz.

15:18 Das ist sowas von erfrischend. Ich komme mir vor wie 68. Dabei bin ich schon über 70. Ich finde das großartig, dass man mit 70 überhaupt noch da ist. Das wäre doch vor 100 Jahren gar nicht denkbar gewesen. Guck mal, vor 100 Jahren, da war die Lebenserwartung des Durchschnittsmens so bei 55. Und jetzt liegen wir im Schnitt bei 86. Im Schnitt, also da ist noch Luft drin. Alte sind inzwischen viel länger haltbar. Es gibt Alte, die sind fitter als ihre Kinder. Ich kann Ihnen sagen, wir haben in Deutschland Altenheime. Da finden Elternabende statt. Das Altersheimziehen ist ja das zweite untrügliche Zeichen dafür, dass einer alt wird. Das erste untrügliche Zeichen allerdings ist, wenn er sich eine Gummimatte mit Saugnöpfen

16:30 in die Dusche legt. Mein Hausarzt meint sogar daran kann man medizinisch das biologische Alter eines Menschen ermessen. Wenn man sich also eine Gummimatte mit Saugnäpfen in die Dusche legt, dann ist man 70. Wenn man aus Versehen die Saugnäpfe nach oben legt, ist man 80. 90 ist man, wenn man mit der festgesaugten Matte an den Füßen durch das Haus läuft und ruft Mutti, diese neuen Hausschuhe passen einfach nicht. Passiert aber nur den Leuten in Altersheimen, die sind nicht mehr aktiv, die denken den ganzen Tag an den Tod. Bitte, wenn man so wie ich über 70 ist, da steht der Tod noch nicht vor der Tür, aber er sucht sich denn doch schon mal einen Parkplatz. Und da ist es schön für Für alle die, die in der Fußgängerzone wohnen.

17:38 Der sicherste Weg, dem Tod zu entgehen, ist der Weg zum Arzt. Da rennen alle hin. Ich sage Ihnen, wenn Sie so über 70 sind, da werden Sie von Ihrem Hausarzt öfter abgetastet als vom eigenen Partner. Und dann lungern die in den Wartezimmern rum. Von morgens bis abends. Nicht als Untersuchung, Check-up, Vorsorge. Die Vorsorge ist überhaupt so ein Thema. Mein Freundeskreis. wir bestehen so aus acht Personen, von denen waren ja in der letzten Woche alleine sieben bei der Vorsorge. Einer bei Darm, zwei bei Prostata, zwei bei Brustkrebs und zwei bei Gebärmutter und das sind alles Männer.

18:17 Keiner weiß, keiner von denen weiß doch, ob die Vorsorge wirklich was bringt. Darum werden ja auch alte Leute besonders gerne zu irgendwelchen sinnlosen, völlig überflüssigen Operationen überredet. Das führt allerdings dann auch wieder gleich zur Überbelastung der Ärzte. Und aus diesem Grunde wird ja oftmals irgendetwas im frisch operierten Patienten vergessen. Mal ne Zange, mal n Tupfer, mal ne Klammer.

18:50 Die haben jetzt im Rheinland den reiner Gaulmund operiert. Seitdem vermissen die so ne kleine koreanische OP-Schwestern. Ich gehe nicht mehr zum Arzt. Herr Busse, sagt Ihnen das etwas? Nicht schon wieder Geburtsdacht hin. Nein, gucken Sie mal da. Ach, mein Rentenpaket, das rechts im Bild. Sie müssen auch Post bekommen haben. Ja, haben wir. Wisst ihr, was da drin war? Da war meine Renteninfo drin. So, und was steht da drin? Da steht drin, meine Rente ist tot. Und jemand hat sie umgebracht. Sie wissen nicht zufällig, wer das gewesen sein könnte? Blü, blü. No, wer blü. Irgendwann muss ich damit zum Arzt. Blüm, hat er doch überhaupt kein Motiv. Aber es gibt da einen Verdächtigen. Interessant. Herr Busse, warum haben Sie die Rente der Jungen umgebracht?

20:15 Das war so mehr Tötung auf Verlangen, Herr Busse. Bild am Sonntag, Süddeutsche Zeitung. Fokus, alle sind sich einig. Die Alten haben die Rente umgebracht. Sie sind Teil von den Alten. Wollen Sie das leugnen? Wenn Sie gestehen, erlassen wir Ihnen die letzten Lebensjahre. Also die gehören eh schon nicht mehr mir. Ich bin Kassenpatient. Und Sie werden immer älter? Ja, obwohl Sie wissen, dass das die Rente unbezahlbar macht. Herr Busse, warum sind Sie so viele und wir so wenige? Entschuldigen Sie, wir sind hier beim ZDF.

20:49 Okay, lenken Sie nicht mit Fakten von unserer Meinung ab. Also, wo waren Sie vor acht Jahren, sagen wir gegen 14 Uhr? In Rente? Ach, sehr verdächtig. Sagt Ihnen dieses Schiff etwas? Das ist die AIDA. Sie wurden mehrfach an Bord gesehen. Ja, darauf habe ich gearbeitet. Ich bin da aufgetreten, um meine Rente aufzufrischen. Aha. Gibt es dafür Zeugen? Das ist schwierig. Die einen leben nicht mehr und die anderen hielten mich für Rudi Carell.

21:28 Herr Busse, waren Sie 2013 wählen? Ja, selbstverständlich. Ah, bei dieser Wahl war ein Drittel der Wähler über 60 Jahre. Hat Ihre Generation damit nicht diese Wahl über Gebühr beeinflusst? Was kann ich denn dafür, wenn die Jungen nicht wollen gehen? Ist es nicht so, dass die Bundesregierung mit dem Rentenpaket sie quasi für ihre Stimme belohnen möchte? Sie wollen doch wohl nicht sagen, das ist eine Bestechung im Nachhinein, so was wie die Pille danach. Jetzt bin ich aber endgültig leid. Warum sitze ich hier eigentlich auf der Anklagebank? Was? Sie, wie viele Kinder haben Sie in die Welt gesetzt? Ich, ich, das tut jetzt gar nichts zu sein. 1. 1? Mit 36? Sie haben es doch richtig krachen lassen.

22:12 Und Sie? Was haben Sie denn so in die Rentenkarte angezahlt? Das war nichts. Kein Cent, der ist nämlich Anwalt und in die Anwaltskammer kriegt da so eine extra Vorsorge. Jetzt lenken Sie mal nicht von den Fakten ab. Interpol hat ausgerechnet, Ihr Rentengeschenk kostet uns 160 Milliarden Euro. Aber nur wenn man es auf 15 Jahre hochrechnet. Ja und, aber das zahlen schließlich die Jungen. Nein, nein, das zahlen alle Beitragszahler von 18 bis 65. Also zahlen es alle Arbeitnehmer. Nein, die Rentner zahlen es ja auch, weil sie kriegen ja weniger Rentenerhöhung. Sagen Sie mal, wo genau werden wir jetzt beschissen? Ich weiß nicht. Brauchen Sie mich noch? Sie! Sie bleiben so lange hier, bis Sie schuldig sind.

23:02 Stopp! Wir müssen Ihnen was gestehen. Wir haben diesen Generationenkonflikt nur vorgespielt. so viel Spaß macht. Schauen Sie doch an, das alte Wrack. Und gegenüber der Jochen Busse. Schauen Sie, wir mögen uns eigentlich sehr, sehr gerne und dieser Krieg der Generation, das ist nur eine Erfindung der Presse. Ich weiß, es ist schwer, sich von Meinungen zu verabschieden, bloß weil die Fakten nicht dazu stimmen. Aber es ist, schauen Sie, mir fällt es ja auch schwer, mich vom Generationenkonflikt zu verabschieden. Vor allem dann, wenn ich vor so einem Zebrastreifen stehe, weißt du? Und dann so ein Rentner, einem 56K-Modem gleich, über die Straße schlurft. Dann sitzt so ein kleiner Fokusredakteur auf meiner rechten Schulter und sagt, tu's für

24:02 die Rente. Ich tue es dann natürlich nicht. Meistens. Nein, wirklich, ich tue es nicht. Aber ich müsste es eigentlich tun, wegen den Lohnnebenkosten. Hat man mir jedenfalls gesagt, Ende der 80er Jahre fing das an, oh Gott, die Lohnnebenkosten. Ich hatte als Jugendlicher mehr Angst vor den steigenden Lohnnebenkosten als vor einem Atomkrieg. Man hat ja auf uns eingeprügelt, die Alten, die leben viel zu lange. Nicht umsonst, Ende der 80er Jahre, einer der berühmtesten Filme hieß wie, stirb langsam. Der Plot war ja klar, wenn die Rentenbeiträge steigen, dann steigen und explodieren die Lohnnebenkosten und eure Arbeitsplätze werden vaporisiert. Jippe, jay, jay, Schweinebacken. Aber kurz bevor uns die Rentner überrollen konnten, da hat die Politik das hier entdeckt.

24:51 Die Rentenformel. Hier, guck mal, vielleicht, wenn es jemand lösen mag, jetzt. Richtig, da kommt Null raus, vollkommen richtig. Und warum? Das liegt an diesen ganzen Faktoren hier, diesen Dämpfungsfaktoren. Damit hat die Politik die Rente, sagen wir mal, um 25 Prozent gesenkt. So, haben Sie den Aufschrei in der Bevölkerung gehört? Nein, deswegen heißen die auch Dämpfungsfaktoren. So, meine Damen und Herren, da hat die Politik und alle, da haben sie die Rente, das war glaube ich die größte Rentenkürzung in der Geschichte von Deutschland. Warum hat man es gemacht? Aus Angst vor dem demografischen Wandel. Der demografische Wandel, das hat man ja immer gesagt, immer weniger Junge müssen immer mehr Ältere durchfüttern.

25:41 Die Zahlen waren ja konkret, die Prognosen waren klar. Die jungen Leute, also die Jugendlichen, also der halbiert sich die Zahl, die Zahl der Rentner verdreifacht sich. Die Katastrophe. Das Schöne an der Katastrophe ist, die hat schon stattgefunden. Von 1900 bis ins Jahr 2000. Von 1900 bis ins Jahr 2000 hat sich die Zahl der Jugendlichen verdoppelt und die Zahl der Rentner verdreifacht. Und was haben wir in der Zeit gemacht? Unsere Sozialsysteme ausgebaut und unseren Lebensstandard gesteigert. Sie werden fragen, wie ist das möglich? Die Wirtschaftskraft von Deutschland. Ich zeige Ihnen das mal ganz kurz. Das hier ist ungefähr die Wirtschaftskraft von Deutschland im Jahre 1950. So, das waren goldene Zeiten, da mussten wir von diesem Kuchen nur 14% an die Rentner abgeben.

26:22 So, heute müssen wir über 30% an die Rentner abgeben. Das wäre ein Problem, wenn wir glauben, dass der Kuchen immer gleich groß geblieben ist. Ist er nicht. Der Kuchen hat sich dank moderner Technik und meiner netten Assistentin hier... Das ist das Verhältnis, meine Damen und Herren.

26:43 Vielen Dank.

26:47 Das, meine Damen und Herren, ist der Kuchen, den wir verteilen können. Und trotzdem erzählen sie uns immer, oh, wir müssen jetzt aber den Gürtel enger machen. Und jetzt sagen Sie zu Recht, wenn so viel Kuchen da ist zum Verteilen, was ist da mit meiner Rente? Kleine Geschichte. Stellen Sie sich vor, ein Arbeitgeber, der lädt jedes Jahr zur Geburtstagsparty ein. Jedes Jahr backt er einen immer größeren Kuchen. Und Sie kommen an und kriegen aber immer ein kleineres Stück. Und Sie fragen ihn, warum? Und er sagt zu Ihnen, weil wir sonst alle verhungern. Und deutet auf so einen alten Mann in der Ecke, dem nehmen Sie natürlich sofort das Kuchenstück weg, weil Sie haben ja Angst zu verhungern. Und vor lauter Generationen-Konflikt mit diesem Rentner in der Ecke kommen Sie gar nicht mehr dazu, zu überlegen, wer in dieser Geschichte eigentlich am meisten vom Kuchen zurückbehalten hat.

27:30 Der Arbeitgeber. Aber das dürfen Sie nicht so laut sagen, weil sonst kommt jemand und sagt, wenn der Kuchen spricht, haben die Krümelpause.

27:50 Sie müssen rein, alle weg, keiner mehr da. Das ist gut. Entschuldigung, dass ich mich hier so heimlich in die Sendung schleiche, aber ich muss Sie wirklich warnen, das ist sehr, sehr gefährlich, was der Herr von Wagner hier gerade mit Ihnen gemacht hat. Er hat versucht, Angst zu nehmen, Angst vor der demografischen Katastrophe. Aber Angst, liebe Leute, ist der größte Motivator, was aus sich zu machen. Angst im Nacken, das ist Ansporn, das ist das ganz gerade Signal. Leute, gebt Gas, beißt immer mehr ab, als ihr kauen könnt. Haut die anderen ruhig weg und scheißt auf die Nachhaltigkeit. Wer viele Fische fangen will, der muss auch mal mit Dynamit angeln. Gebt niemals auf, ein deutscher Hahn kämpft bis zum Grill.

28:28 Das ist das Positive an der Angst. Jawohl.

28:33 Sie merken schon, ich bin der erste neoliberale Kabarettist Deutschlands. Deswegen musste ich mich auch hier in dieser Torte in die Anstalt schmuggeln, um mir Zugang zu verschaffen zu dieser linken Spinnerbande hier, die immer meint, alles kritisch hinterfragen zu müssen. Die Rentenformel erklärte ihn. Ist der wahnsinnig geworden? Oder was ist viel zu kompliziert? Damit sollten Sie sich überhaupt nicht auseinandersetzen. Ich sage immer, zu viel Wissen ist auch eine Behinderung. Ja, wenn man zu viel weiß, landet man irgendwann sechs Wochen auf dem Flughafen in Moskau. Überhaupt nicht gut. Wobei... Entschuldigung. Ganz ehrlich, Snowden, der Typ, auch vollkommen überbewertet. Alles, was der weiß, hat er auch nur aus dem Internet. Aber, nee. Hinterfragen Sie

29:18 nicht immer alles. Lassen Sie doch andere Ihre Probleme lösen. Vertrauen Sie einfach mal. Auch unsere Regierung. Merkel wird's schon richten. Ich habe riesen Vertrauen zu ihr. Wirklich. Wie Themen ihr abperlen die lebt uns das doch vor oder da gibt es überhaupt keine probleme pressekonferenz souveräne statement von ihr und anschließend schwitzt immer so direkt ab mit pressesprecher referenten alle im schlepptau und dann sagt sie immer sofort irgendwas zu denen das hört man dann aber nie und dafür ist richtig geil wenn sie sagt ja das unsere stellungnahme zur nsa affäre und dann stampft sie immer so weg und und dann stelle ich mir vor wie sie zum seibat sagt na steffen und playstation zocken wenn ich das sehe da weiß ich die wird all ihre probleme lösen und das ist

29:56 auch gut so, denn ich mein, Sie haben ja schon genug mit Ihren eigenen Herausforderungen zu kämpfen. Schauen Sie mal, was mittlerweile von Ihnen verlangt wird. Einen ganzen Tag versuchen Sie mit begrenzten Ressourcen mehrere Dinge gleichzeitig in Bewegung zu halten und durch vorausschauendes Handeln irgendwie zu kontrollieren. Nun ist das Problem an komplexen Herausforderungen wie dieser hier, dass es eben, ja ja, vielen Dank, das Problem an komplexen Herausforderungen ist, dass es eben immer mehrere Lösungswege gibt. Ja wo es mehrere Lösungswege müssen sich eh schon permanent entscheiden, wann müssen sie eingreifen, wann wieder loslassen, um eben alles zeitgleich in besagter Bewegung zu halten. Das heißt, sie sind eh komplett

30:37 überfordert. Ich mein, Berufsleben ist eh ein tägliches Auf und Ab, aber immer wieder, da kreist doch die Frage über ihren Köpfen, menschen sie eigentlich noch Herr ihrer gesamten Prozesse oder werden sie längst von den anderen nur noch so mit durchgezogen. Ja, gerade auch, natürlich durchgezogen, aber natürlich auch, weil sie sich bei dieser ganzen Informationsflut viel zu oft in Kleinigkeiten verzetteln. Das Gefühl haben sie würden gar nicht vorankommen. Sie scheinbar nur um die eigene Achse drehen. Auch weil sie sich bei der Implementierung neuer Prozesse ja oftmals viel zu ungelenk... na werden natürlich Fehler gemacht, die sich viel zu ungelenk verhalten.

31:26 Hinzu kommt mittlerweile natürlich mächtig viel sozialer Druck. Ich meine wie oft befinden sich in irgendeinem machtpolitischen Geplänkel. Teilweise auch mit dem eigenen Chef. Ein Chef, bei dem Sie hinter seinem Rücken sowieso schon die ganze Zeit denken, Mensch, benutzt der wirklich beide Gehirnhälften? Wie der diesen Laden hier führt. Permanent herrscht absolutes Chaos im Büro, andauernd klingelt das Telefon. Sie sind froh, wenn Sie irgendwie noch eine Hand auf der Tastatur haben, um wenigstens so ein bisschen im Internet zu recherchieren. Kurzum, es wird eh alles immer immer hektischer, immer schneller, immer wahnsinniger und da wollen Sie noch Sachen kritisch hinterfragen? Ich sag Ihnen eins, lassen Sie die Finger davon.

32:30 Sind Sie hier reingekommen? Ja. Kundschaft. Ach, eine trojanische Torte, clever. Wir haben diese Sendung nicht besetzt, damit Männer mit ihren Bällen spielen. Das ist mir doch egal. Haben Sie eigentlich schon mal an Ihre Zukunft gedacht? Altersvorsorge? Sie kriegen nicht einen müden Rentenpunkt für Ihre Besetzung hier. Ja, da wären die Gesichter lang, wo die Gedanken kurz sind.

33:02 Das ist schon hart. Aber ich habe da was für Sie. Privatvorsorge. Wie wäre es mit einer Betriebsrente? Betriebsrente, die steht doch auch im neuen Koalitionsvertrag. Und Sie haben die große Chance, einer der Ersten zu sein. komm ich erkläre das mal, ist das der Wahnsinn. Wie machen wir das am besten? Vielleicht im kleinen Rollenspiel, pass mal auf Betriebsrente, Privatvorsorge.

33:26 Herr Sieber, ich würde sagen in so einem kleinen Spiel, Sie sind der Sparer. Ja wie kommen Sie jetzt da drauf? Nur so geraten. Und Herr von Wagner, Sie sind der Staat. Etat se moi, Mutti bin ich. Und Herr Busse ist Rentner. Also irgendwas muss an mir sein. Aber Herr Busse, Sie sind nicht irgendein Rentner, Sie sind Herr Sieber in 40 Jahren. Mein Gott, ich habe mich aber echt nicht gut gehalten. Ist ja auch kein Wunder bei dem Ausgangsgesicht.

34:06 Was bin ich denn? Herr Uthoff, Sie sind der Betrieb und bieten ab jetzt eine Betriebsrente an. Kostet das was? Nein, keinen Cent. Sie erlauben einfach nur mir, mit Ihren Mitarbeitern Verträge abfließen zu dürfen. Weil's nicht mein Chef geht, wirkt das seriöser. Alles klar. So, machen wir mal anfangen, Herr Sieber. Ja? Was wollen Sie denn zurücklegen, alter Schwabe? Wie ich Sie kenne, würde ich mal sagen... Maximaler Betrag, oder? Das ist jetzt aber ein übles Klischee, du. Ja, ich kann nicht haben. Für Herrn Sieber. 4% vom Gehalt monatlich, 40 Jahre lang. Und jetzt kommt der Clou. Der Staat hilft auch noch mit. Dank Mutti, da sparen Sie. Zahlen Sie weniger Steuern und weniger Sozialabgaben. Herr Sieber, ist Ihnen nicht gut?

34:55 Nein, also fürs Alter vorsorgen und dann noch Steuern sparen. Da kriege ich einen Orgasmus. Aber es kommt noch besser. Ich packe auch noch was oben drauf. Und zwar Zins und Zinseszins. Ich halte es nicht aus. Sehen Sie, wie überlegen die Privatvorsorge? Gucken Sie mal, Norbert Blüden. Oh! Ah, er ist schon weg. Oh, beruhig, beruhig. Ihr Geld, das arbeite ich jetzt für Sie.

35:27 Es ist so weit. Ich gehe jetzt in Rettung.

35:35 Hä? Also das kommt mir denn doch ziemlich wenig vor. Das ist ja viel weniger, als ich einzahlt habe. Das täuscht aus der zeitlichen Distanz. Moment, das will ich mal in Zeitlupe sehen.

35:52 Wuuuuh, not bad blue.

36:02 Halt Herr Wupps, Sie nehmen ja von jedem monatlichen Beitrag 20 % für sich selber in ihre eigene Tasche. Das ist Diebstahl. Nein, das sind Provision und Gebühren. Und was ist mit den versprochenen Überschüssen? Das sind freiwillige Leistungen. Aber Sie haben es doch versprochen. Ich habe nicht versprochen. Und was ist mit den garantierten Zinsen? Wie hoch sind die? Ja, die sind so um und bei Prozent. Was? Das habe ich jetzt nicht verstanden. Ja, das sind so ungefähr 1,5 Prozent. Was? 1,5 Prozent? Das langt ja nicht mal für Altersarmut. Das ist immer noch mehr als ich hier habe. Als hätte da noch einer was weggenommen. Moment! Zeitlupe! ...

37:04 ... Sie stecken hier mit dem Bobb unter einer Decke! Ach was! Die Rente musste eben besteuert werden! Aber Sie haben doch gesagt, dass Sie fördern die betriebliche Altersvorsorge! Ja, die Vorsorge schon, aber nicht die Rente!

37:19 Sie greifen in den Klingelbeutel! Leute, beim Rausgehen, Hauptsache man hat gesehen, dass Sie vorher gespendet haben. Na, also das ist jetzt reine Polemik, aber absolut richtig, ja. Was soll das jetzt? Was ist das? Na ja, das sind jetzt Beiträge, Krankenkasse, Pflegeversicherung. Die müssen Sie auch zahlen, anteilig auch für Ihren Chef. Deswegen heißt es ja auch Betriebsrente. Das ist ja totaler Beschiss. Der Arbeitnehmer wird doppelt ausgenommen und der Arbeitgeber ist fein raus. Da wäre ich doch mit der gesetzlichen Rente viel besser bedient gewesen. Das ist reine Polemik, aber absolut richtig.

38:00 Mit Ihnen habe ich keine Zukunft. Also Zukunft, ich bitte Sie. Wer braucht denn heutzutage noch eine Zukunft, Leute? Wir haben noch die Große Koalition. Da brauchst du doch keine Zukunft mehr. Was haben wir denn da in der Großen Koalition? Eine inhaltlich völlig ausgebrannte CDU, die sich im Glanze eines grauen Hosenanzugs vor sich hin verwelkt. Verbunden mit einer völlig depressiven, illusionslosen SPD, die sich vom Sabber des großen Vorsitzenden Sigmar Gabriel ernährt und dabei den Ausverkauf aller politischen Inhalte, die diese Partei jemals hatte, sich selber als Erfolg verkauft. Da sind wir angekommen. Wir haben keine Erwartungen mehr an diese Regierung und selbst das können sie nicht erfüllen.

38:39 Und das ist der Unterschied zur Ukraine. Das ist der Unterschied zur Ukraine, dort hat das Volk das schon gemerkt. Und wenn jetzt Egon Bahr hinsteht und sagt, ja, es geht in der internationalen Politik nie um Menschenrecht und Demokratie, es geht immer um die Interessen von einzelnen Staaten, dann sage ich Einspruch, Herr Bahr. Es geht um die Interessen derer, die sich die Staaten inzwischen einverleibt haben. Wenn man eine Demokratie exportieren will, dann braucht man sie erstmal selber. Und da sieht es bei uns ja auch nicht so gut aus. Gucken Sie mal hin, im Fall von Erne Dati und Hans-Peter Friedrich. Ich weiß nicht, ob Sie sich an den noch erinnern können. Das war mal unser Innenminister.

39:14 Der musste zurücktreten und das ist ein Treppenwitz der Geschichte. Ausgerechnet, weil er mal was gewusst hat.

39:21 Und dann hat er es blöderweise noch weitererzählt und Geheimnisverrat vertrieben. Die Demokratie ist verkommen inzwischen zum Selbstbedienungsladen für Industrie und Politik, wo sich jeder in feudal herrschaftlicher Geste all das herausnimmt, was ihm gerade so in Kram passt. Und da ist der Uli Hoeneß noch gar nicht mitgerechnet, Leute. So weit sind wir gekommen. An der Spitze eine Kanzlerin, eine politische Speckmade. Jetzt wird noch härter gleich, keine Angst. Die sich in der Macht eingepuppt hat inzwischen und die sich gar nicht mehr für das Klein-Klein interessiert, was sie mit dieser Macht anstellen könnte. Ich kritische ja gar nicht, dass sie Kanzlerin ist. Ich finde nur, sie können sich mehr für Politik interessieren.

39:58 Das wäre doch... Sie erfährt neuerdings alles aus der Presse. Fall Edati, das habe ich erst aus der Presse erfahren. Ukraine habe ich auch erst aus der Presse erfahren. Ich denke, beruhigend, immerhin Zeitung liest sie noch. Ich habe früher Regierungen dafür kritisiert, dass sie das Falsche wollten. Inzwischen muss ich feststellen, diese Regierung will gar nichts mehr. Flächendeckender Mindestlohn, das ist uns versprochen worden. Was kommt raus? Er kommt nicht jetzt und er kommt nicht überall. Das würden Sie zu Ihrer Frau sagen, Schatz, ich liebe dich, nur nicht jetzt und nicht immer. Aber sonst kommen wir doch gut miteinander klar, oder?

40:46 Und die wirklich wichtigen Themen, die werden unter den Teppich gekehrt. Das No-Spy-Abkommen, Leute, das wird unter den Teppich gekehrt, das verläuft im Sande. Während gleichzeitig in Geheimverhandlungen das große, die großen Abkommen, die werden dann in Geheimverhandlungen. Da kommen inzwischen amerikanische Produkte demnächst bei uns auf den Markt. Da ist Gen-Meiß und Dreck dagegen, sage ich Ihnen. In Amerika gelten Produkte als Lebensmittel, die sind bei uns im Hausbau verboten. Ja, und dann könnte ich am Ende kotzen, um auf die Ukraine zurückzukommen, wenn diese Bundesregierung es tatsächlich in Kauf nimmt, dass in Europa ein Krieg losgeht, dass Menschen sterben werden für Demokratie und Freiheit und es eigentlich nur um die Interessen von großen Konzernen am Ende geht.

41:27 Da könnte ich kotzen am Ende. Und dann glaube ich doch, dass die Große Koalition die richtige zur rechten Zeit ist. Deutschland ist aus der Krise als Sieger hervorgegangen, das haben wir überall gelesen. Und deshalb bin ich überzeugt, dass Sie alles daran setzen werden, dass sich diese Krise wiederholt. Wir sind auf einem guten Weg und Frau Merkel wird Sie am Ende rausreden können. Sie wird sagen, von meiner Kanzlerschaft habe ich leider auch erst aus der Presse erfahren. Gute Nacht.

41:57 Herr Uthoff, ich habe Ihnen das jetzt tausendmal erklärt, der Fall ist doch ganz klar. Also wir haben eine gute gesetzliche Rente, dann Demografielüge, Rente wird gekürzt, alle müssen privat vorsorgen. Wer hat am meisten davon? Menschen wie Wopp. Der Fall ist doch gelöst. Ja, das klingt völlig plausibel. Aber ich habe es immer noch nicht verstanden. Okay, aber versetzen wir uns vielleicht mal, rekonstruieren wir den Tatergang und versetzen uns in die Lage des Täters. Wer wollen Sie sein? Ich sage mal die Deutsche Bank, die DWS von der Deutschen Bank, der Deutsche Herold von der Deutschen Bank, die Allianz, vielleicht die AXA oder die Gota-Versicherung, die Argo-Versicherung, die Viktoria-Versicherung oder die AWD.

42:35 Ich bin alle. Das habe ich mir gedacht. Herzlichen Glückwunsch, Herr Ottoff, Sie sind die Privatversicherung. So, wir stellen uns mal vor, äh, 90er Jahre, Anfang, Lebensversicherung, läuft nicht mehr so, was machen Sie? Na, dann brauche ich ein neues Produkt. Private Altersvorsorge. Gut, jetzt ist die gesetzliche Rente nur noch so gut, dass niemand privat vorsorgen möchte. Na, dann muss ich die Rente eben schlechtreden. Ja, aber das können Sie nicht selber machen. Ah, dann nehme ich mir ein paar unabhängige Experten. Wunderbar, ich gebe Ihnen zum Beispiel, äh, Meinhard Miegel, so, und Kurt Biedenkopf. Was soll ich denn mit den CDU-Pappnasen? Ach, Sie machen aus Ihnen die deutschen Rentenexperten.

43:11 Indem Sie sie ein Institut aufmachen lassen. Das IWG in Bonn, das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft. IWG, ich werde gewinnen. Ja.

43:21 Noch nicht gleich, aber wir sind kurz davor. Jetzt müssen Sie erst mal dafür sorgen, dass die IWG auch zu Ergebnissen kommt, die Ihnen passt. Kein Problem, Ihnen stecke ich so viel Geld in den Arsch, dass oben das Richtige rauskommt. Nein, nein, nein. So direkt können Sie das nicht machen. Dann schalte ich ein Institut dazwischen. Ah, das ist besser. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge, DEA, wird finanziert von der Deutschen Bank, der DWS und dem Herold. Also von uns. Ja. Und was kriegen die raus? Ja, die kriegen jetzt raus, halten sich fest, die gesetzliche Rente ist zu teuer und wir müssen mehr Privatvorsorge. Yes. Und zwar da, da, da, da, da, da, da, da, da. Ich muss an alle denken.

44:00 Sehr gut.

44:03 Jetzt ist es nur so, die gesetzliche Rente ist immer noch zu hoch. Ja, und Menschen wie Norbert Blüm weigern sich, sie komplett zu demontieren. Die Sau. Ja, was machen Sie also? Dann gehe ich zu seinem Chef. Jawohl, bloß Kohl hat nach 16 Jahren keinen Bock mehr auf Veränderung. Dann brauche ich einen neuen. Ja, wir haben 98, Wechselstimmung und wer möchte? Ha, Gerhard Schröder. Ja. Moin, der hat doch einen Kumpel, der Maschmeyer. Ja. Der arbeitet doch für uns, den kenne ich, der macht alles. Wunderbar. Carsten Maschmeyer von der AWD. So, jetzt haben Sie nur ein Problem. Schröder steht was im Weg. Ah, seine Frau. Nein! Oskar Lafontaine. So, der mag Ihre Privatvorsorge überhaupt nicht. Die Sau!

44:48 Sie haben ja noch den Maschmeier. Dann gehe ich zu dem hin und sage Maschi Baby. Du machst jetzt mal in vielen Zeitungen eine Anzeige. Steht drin, der nächste Kanzler muss ein Niedersachse werden. Yes! Es funktioniert. Schröder wird Kanzler. Er montiert den Lafontaine ab. Und ist jetzt so dankbar, dass er alles macht, was Sie ihm sagen. Aber wie sorge ich denn dafür, dass die Leute auch wirklich privat vorsorgen? Sie lassen Schröder einfach die gesetzliche Rente kürzen. Die Privatvorsorge wird staatlich gefördert und wir sagen, wir machen sowas wie Riester-Rente. Ah, die reinste Ölquelle. Ja, aber wir bohren noch tiefer, Herr Uthoff. Wie wäre es, wir lassen den Schröder eine Expertenkommission einsetzen,

45:26 um zu gucken, ob wir nicht noch eine Rentenreform brauchen. Ich sag mal, diese Expertenkommission heißt vielleicht Rürup-Kommission. Aha, da stecken wir lauter unabhängige Experten rein. Ja, sehr gut. Ich gebe Ihnen zum Beispiel Professor Bert Rürup. Großartig. Der sitzt auch im Vorstand der AXA und bei der Gotha-Averse. Ja, sehr schön. Und er ist Vorstandsvorsitzender von Meinheimer Research Institute for Economics of Aging. Das ausschließlich von uns bezahlt wird. Mir gefällt, wie Sie denken. Sehr schön. Ich habe noch den Herrn Raffelhüschen für Sie. Der ist ja noch viel unabhängiger. Der sitzt auch bei der Ergo und bei der Viktoria. Ah, sehr schön. So, Ergebnis, die Rürup-Kommission kommt zu dem Ergebnis, die Rente muss um 25% runter.

46:10 Was macht Schröder? Die Rente um 25% runter. Das heißt, mehr Umsatz für Sie. Ah, wie schön. Ich habe leider ein kleines schlechtes Gewissen. Was, Sie? Ja. Schauen Sie, diese Männer haben so hart gearbeitet, die gesetzliche Rente zu kastrieren. Kann ich Ihnen nicht einen kleinen Obolus zukommen lassen? Okay. Millionen in Vortragshonoraren. Ach, schön. Aber so eine Million ist ja irgendwie auch ziemlich schnell weg. Und dann wartet nur noch eine gekürzte Rente. Machen Sie sich keine Sorgen. Schauen Sie sich mal an. Hier, Professor, also Beamte, also Pension. Dann haben wir hier Jurist, also Anwaltskammer. Kennen Sie ja. Hier, Politiker, auch Pension. Dann haben wir hier Politiker, auch Pension.

46:46 Auch Pension. Und er hier, der hat die Ferris.

46:51 Das heißt, alle, die daran gearbeitet haben, die Rente zu ruinieren, sind auf diese Rente überhaupt nicht angewiesen. Jetzt haben Sie es. Das ist ein Skandal. Das schreit nach einer Revolution. Ja, auf die Barrikaden für eine gute gesetzliche Rente. Verstehen Sie, die alle einzahlen. Beamte, Politiker, sogar Sie, Herr Ottos. Was? Was? Ja, was? Ja, ja, ja. Lass uns alles schwenken. Halt, moin, moin, moin. Warum jetzt bitte die ukrainische Fahne? Das ist nicht die ukrainische Fahne, das ist die Fahne der deutschen Rentenversicherung. Ah, sehr schön. Rentenmörder, Rentenmörder, Rentenmörder. Ah! Der Rentner! Ist die Guillotine bereit? Ja! Die Revolution kommt ins Rollen! Moment! Moment! Moment! Moment! Moment!

47:40 Wir brauchen noch einen charismatischen Anführer für unsere Sache! Vielleicht jemandem, der dem kleinen Bürger auf der Straße auf Augenhöhe begegnen kann? Ja! Nusschen nehmen wir da! Ich weiß nicht genau!

48:16 Also ich stets mache! Oh super! Blüm! Blüm! Moment, Moment! Ein Politiker als Revolutionsführer! Das ist doch irgendwie das Ende.

48:30 Also, ich hab 20 Jahre, bin ich im Kabarett, hab ich auf die Fresse bekommen, wegen der Rente. Und jetzt schlage ich zurück den Eifnetal! Das ist doch schlimmer als die Guillotine! Nix Guillotine! Rentenversicherung die Beine amputiert und jetzt sagt er, sie könnte nicht mehr laufen. Ihr habt gesagt, die Rentenversicherung sei zu teuer. Ihr habt ja nicht gemerkt, mit der Privatvorsorge müsst ihr noch viel mehr Geld für die Alterssicherung bezahlen. Man hat gesagt, die Rentenversicherung wäre nicht effektiv. Ja, mein Gott, die Rentenversicherung braucht für die Verwaltungskosten nur 1,5 Prozent ihrer Einnahmen. Die Privatversicherung 20 Prozent und noch mehr. Pfui! Ihr müsst doch die ganzen Brückerkolonnen, die Werbung und die Aktionäre mitbezahlen.

49:38 Und jetzt sage ich noch was. Man sagt, die Rente sei nicht sicher. Über 100 Jahre. Die Rentenversicherung hat alle Katastrophen, alle Krisen dieses Jahrhunderts überlebt. Währungsreformen, zwei Weltkriege, das kann man nicht von der Privatversicherung sagen. Ihre Geschichte ist die Geschichte bebrochener Versprechen. Nein! Das ist die Wahrheit! Das ist die Wahrheit! Eine Frage!

50:15 Sie, als alter Herz-Jesu-Marxist, könnten Sie uns übersetzen, was auf diesem Plakat eigentlich steht?

50:24 Da steht, das habt ihr doch mit Absicht gemacht. Da steht, die Rente ist sicher. Die Anstalt heute besetzt!