Europäische Union
Ukraine-Krise , NATO , Einseitige Berichterstattung , EU-Wahl und -Wahlprogramm , Französische Politik, Feindbilder , EU-Politik , Gurkenverordnung , Griechenland-Krise , Wahrnehmung von Moslems in Deutschland , Krieg und Frieden
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Anstalt thematisiert die Ineffizienz und Manipulation innerhalb der Europäischen Union sowie die daraus resultierenden gesellschaftlichen Probleme. Die Satire kritisiert die Verwendung von absurden Vorschriften wie der Gurkenverordnung als Instrument der Stimmungsmache und die Konstruktion von Feindbildern zur Vereinfachung komplexer Probleme. Zudem wird der Einfluss von Lobbygruppen und die Tendenz zur Verunglimpfung anderer Kulturen und Nationen aufgezeigt. Insgesamt dient die Episode als eine scharfe Kritik an der politischen Landschaft und den Mechanismen, die zur Entfremdung und Verwirrung beitragen.
Transkript 5.938 Wörter
Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Meine Damen und Herren, herzlichen Willkommen aus der Besetzten Anstalt. Wir begrüßen zur Pressekonferenz die Union Europäischer Frontal-Anarchisten. Kurz, die UEFA. Bei unserer Aktion Satiriker für Europa haben wir uns die Führungsspieler aus dem europäischen Ausland eingeladen. Aus Frankreich, Alfons. Ich freue mich hier zu sein. Er sagt, ich freue mich hier zu sein. Und natürlich haben wir neben Frankreich und Deutschland natürlich auch einen Vertreter der dritten Führungsmacht in Europa eingeladen. Aus Bayern, Konstantin Wecker.
Ich werde jetzt gleich ein Lied für die einfachen Leute spielen gegen das Europa des großen Kapitals. Er sagt, er freue sich sehr hier zu sein. Denn vor allem für Länder wie Bayern bietet die EU doch zahlreiche wirtschaftliche Chancen. Wir kommen zu unserem ersten Punkt. Wenn wir uns nicht bewegen, vielleicht geht er dann von selbst. Ich kann euch sehen, hallo. Hallo, Abdelkarim. Die Tür ist zu. Ja. Aufmachen bitte. Wir haben im Moment keinen Lachkräftemangel. Was macht ihr denn da? Wir machen hier Kabarett gegen rechts. Und ich könnte den Willi singen. Nein, wir wollten doch Begeisterung wegen bei den Leuten. Für die europäische Idee. Ja, geil, bin ich dabei. Das muss von innen kommen.
Wenn sie von außen kommt, dann wirkt das eher wie eine Bedrohung. Wenn ich nicht rein darf, hole ich die anderen. Sie müssen ja einfach nur den Code eingeben. Und der lautet? LAMPEDUSA. Lampedusa, kann man drauf kommen? Ja, genau. Meine Damen und Herren. Bitte, hallo. Einen Stuhl bräuchte ich. Meine Damen und Herren, Europa. Das bedeutet 60 Jahre Frieden, Freiheit und vor allem das hier. Nichts symbolisiert Europa besser als die Gurke. Le Concombre. Die Gurke. Ja. Er sagt die Gurke. Und wie heißt das bei Ihnen? Im Bielefeld auch, die Gurke. Meine Damen und Herren, die Gurke ist das Sinnbild für den europäischen Regelungswahn.
Mit einer Regel aus dem Jahre 1989 legte die EU fest, dass eine Gurke der Handelsklasse extra maximal einen Krümmungsgrad von 10 mm auf 10 cm aufweisen darf. Also in Frankreich, das ist 10 cm. Mit dieser Gurke wird Stimmung gemacht gegen Europa. Föck Sie EU. Er sagt, Paris ist die Stadt der Liebe. Aber Fakt ist, die EU wollte die Gurkenverordnung gar nicht. Der Handel wollte sie, damit er sein Gemüse besser stapeln kann. Und was noch besser ist, 2009 hat die EU-Kommission die Gurkenkrümmungsverordnung abgeschafft. Seitdem betreibt der Handel sie freiwillig. Eine Verordnung, die sinnvoll ist, wurde also abgeschafft, weil man mit ihr Stimmung gegen die EU machen kann.
Und was hat das alles mit dem Kampf gegen den Rechtsradikalismus zu tun? Die Rumänen sind Gurken. Die Gurken Europas. Was Herr von Wagner sagen will, ist, die Gurken sind ein Scheinproblem, mit dem Stimmung gemacht wird. Genau wie mit der angeblichen Einwanderung in soziale Systeme. Es gab sogar ein europäisches Gesetz gegen Sozialtourismus. Mir liegen hier die Daten des bayerischen Sozialministeriums vor. Die offizielle Zahl der in Bayern des Sozialmissbrauchs verdächtigten Rumänen ist 12. 12, diese gerissenen Rumänen. Nur 12? Das bedeutet, dass die CSU fordert ein Gesetz für nur 12 Leute? Das wäre doch mal ein Slogan für die Europawahl. Die Europawahl muss sein eigenes Gesetz bekommen.
Wir möchten die CSU an dieser Stelle nicht in die rechte Ecke stellen. Da geht sie ja freiwillig hin. Nein, wir möchten aufstehen gegen diese Art des Populismus. Denn wenn man den Populisten ihre Lügen entreißt, was spricht dann noch wirklich gegen diese EU? Was macht der Lobbyisten, die mittlerweile ihre Gesetze in Brüssel selbst verfassen? Die Euro-Rettung durch die Träuger. Seitdem ist Südeuropa am Ende. Das EU-Parlament darf nicht mal eigene Gesetze vorschlagen. Ist das demokratisch? Das sind jetzt drei kleine Punkte. Wie wäre es denn damit? Wäre die EU ein Staat, der die Aufnahme in die EU beantragen würde, müsste der Antrag zurückgewiesen werden an demokratischer Substanz.
Moment, Moment. Entschuldigung. Also wirklich. Wer sagt denn sowas? Le Pen, Lucke? Martin Schulz, Präsident des EU-Parlamentes. Legen Sie das weg. Der Slogan unserer gemeinsamen Aktion lautet Europa solidarisch. Okay, das ist jetzt unglücklich getrennt. Das sollte anders sein. Das ist jetzt nach. Ich finde das zumindest ehrlich. Ganz ehrlich. Wir Franzosen pfeifen immer nach der deutschen Tante. Das muss heißen, wir tanzen nach der deutschen Pfeife. Ihr müsst uns immer verbessern. Nein, ihr müsst euch verbessern. Meine Herren, Mitsprache ist ja schön und gut. Aber am Ende muss jemand die Regie führen, damit wir alle einigen. Das ist demokratisch vielleicht. Hören Sie.
Ich werde jetzt einfach ein Friedenslied singen. Wir haben keinen Platz. Wir machen das so, wie wir das immer gemacht haben. Jeder macht seine Hausaufgaben. Alphonse, Sie machen Reformen. Vor allem, was Ihre Garderobe betrifft. Herr Wecker, Sie singen ein Lied hinter der Bühne. Und ich? Was Sie am besten können, Angst. Was mache ich denn? Was Sie am besten können, meckern. Meckern, großartige Idee. Ein satirischer Parforsritt. Haken wir Sie ab. Die wichtigsten innenpolitischen Themen der letzten Wochen. Gut, Angela Merkel, das personifizierte Sommerloch, arbeitet natürlich mit der Klugheit einer Physikerin. Sie weiß, je langsamer ich regiere, desto schneller vergeht um mich herum die Zeit.
Desto eher bin ich wieder Kanzlerin. Und die Außenpolitik ist ein schmierender Theater, bei dem inzwischen jeder mitmachen darf. Wenn ich das recht verstanden habe, hat ein Bürgermeister die Zeit, der gar keiner ist, OSZE-Mitglieder festgenommen, die gar keine sind, auf Einladung der ukrainischen Regierung, die zweifelhaft zustande gekommen ist, die aber ein Militär verfügt, das das Land nicht kontrolliert. Ich kann so nicht arbeiten. Hauptsache, man schmückt die Feindbilder aus. Feindbilder sind ja Dufte. Mit Feindbildern kann man sogar Weltmeere bewegen. Oder wussten Sie, dass Georgien am Atlantik liegt? Ich auch nicht.
Aber Steinmeier war jetzt da und arbeitet an einem NATO-Beitritt Georgiens. Ich erwarte den baldigen NATO-Eintritt von der Mongolei, Tatschikistans und Perus. Und natürlich auch Lichtenstein, weil irgendeiner muss den Quatscher bezahlen. Natürlich dreht Steinmeier damit an der Eskalationsschraube, stellt sich dann aber hin und sagt, er habe Verständnis für die Ängste der Bevölkerung vor einem Krieg. Jetzt hör mal zu, Bundesuhu. Du sollst kein Verständnis haben für Emotionen, die aufgrund falscher Politik entstehen. Du sollst richtige Politik machen. Aber Feindbilder sind natürlich wahnsinnig nützlich. Wenn man ein Feindbild hat, weiß man schon mal, wer an allem schuld ist.
Das ist gerade für uns Deutsche, die wir nie an irgendetwas schuld sind, ein grausartiges Gefühl. Das ist Feindbild zur Zeit Putin, der Gutmensch, der Sozialschmarotzer, der Schwude, der Langzeitarbeitslose, die Inflation und die EU. Wenn Sie ohne nachzudenken sich wirklich gut fühlen wollen, dann schaffen Sie sich am besten mehrere Feindbilder an. Wenn Sie also fest davon überzeugt sind, dass schwul-lesbische, arbeitslose EU-Freunde mit inflationärem Migrationshintergrund schuld an allem sind, dann fühlen Sie sich als aufrechter Mensch und nicht als das reaktionäre, hasserfüllte Arschloch, das Sie in Wirklichkeit sind.
Und wenn Sie jetzt sagen, toll, so ein Feindbild, das ist ja super praktisch. Wo kriege ich denn so was her? Ganz einfach. Feindbild malen ist der einfachste Kurs an der Volksunterdrückungshochschule. Ich zeige Ihnen mal, wie einfach es ist, sich ein Feindbild zu malen. Herr von Wagner? Ja? Ja, machen Sie mal auf. Wer kommt denn jetzt noch? Ah, der Russe steht vor der Tür. Ich mache mal auf, ja? Herr von Wagner, lesen Sie keine Zeitung? Wir müssen uns verteidigen. Wieso denn? Der sieht doch ganz friedlich aus. Vielleicht will er einfach nur mitmachen bei Europa. Ich rede mal mit ihm. Der lässt nicht mit sich reden. Er hat Putin geschickt.
Russische Soldaten erkennt man jetzt immer daran, dass sie keine Uniformen tragen. Ich rede einfach mit ihm. Ich will verstehen, was er will. Erst kommt das Verstehen, dann das Nachgeben. Und hast du nicht gesehen, liest Ihre Tochter nur noch Tolstoy. Also Krieg und Frieden ist ein herausragendes Werk der Weltliteratur. Ja, der Idiot auch. Okay, jetzt hören Sie auf. Herr von Wagner, ich mache mir ernsthaft Sorgen um Ihre Werte. Lassen Sie sich mal hier hin. Okay, ja. Ich habe wirklich Angst, Ihnen die Sicherheit dieser Anstalt weiter anzuvertrauen. Was ist das denn? Keine Sorge. Das ist ein Original Ivanometer aus dem Jahre 1962. Beginnen wir mit der Untersuchung. Herr von Wagner.
Ich zeige Ihnen jetzt ein Bild. Sagen Sie mir, wo ist der Unterschied? Ich sehe keinen. Aua! Da war das jetzt falsch? Links sehen wir friedfertige Bürger, die ein besetztes Regierungsgebäude befreien. Die gehören zu uns. Rechts sehen wir Gewaltberechtigung. Das ist ein besetztes Regierungsgebäude. Das ist ein besetztes Regierungsgebäude. Das ist ein besetztes Regierungsgebäude. Das ist ein besetztes Regierungsgebäude. Rechts sehen wir gewaltbereite Militaristen, die brutal ein Regierungsgebäude besetzen. Rechts sehen wir gewaltbereite Militaristen, die brutal ein Regierungsgebäude besetzen. Aber die machen doch beide dasselbe? Hören Sie mal!
Es kommt nicht drauf an, was man macht, sondern wo man es macht. Gut und böse ist doch keine Frage der Geografie. Ach nein? Noch ein Bild. Schauen Sie sich das an. Beobachten Sie die Entwicklung und sagen Sie mir, wo ist der Aggressor? Da! Falsch! Der Aggressor ist selbstverständlich hier. Was? Wo? Ich sehe den gar nicht. Na da! Der Krim, die brutal von Russland einverleibt worden ist. Aber das andere ist doch viel größer. Ja, aber die Krim wurde brutal annektiert, während sich die NATO? Friedlich erweitert hat. Und deshalb? Deshalb darf Russland das nicht als Aggression sehen, weil die anderen Länder sich ja nur aus Angst vor Russland freiwillig der NATO angeschlossen haben.
So freiwillig, wie sich die Krim Russland angeschlossen hat. Wieso denn? Putin hat doch nur wählen lassen, weil er gewusst hat, wie es ausgeht. Verstehe, wie in Bayern. Auf! Die Krim durfte sich nicht von der Ukraine unabhängig erklären. Das verstieß gegen das Völkerrecht. Schottland will sich doch auch in einem halben Jahr unabhängig erklären. Ist das dann auch verboten? Nein, das ist ein Notfall. Niemand darf gezwungen werden, ein englisches Essen zu essen. Ich habe mal gelesen, es gibt gar kein allgemeines Verbot gegen einseitige Unabhängigkeitserklärungen. Wer sagt sowas? Offensichtlich jemand, der von Völkerrecht nicht die geringste Ahnung hat.
Ja, der internationale Gerichtshof zum Kosovo. Kosovo und Krim kann man nicht vergleichen. Schauen Sie, Barack Obama hat es doch erklärt. Im Kosovo hat unter Aufsicht der UNO ein Referendum stattgefunden. Ach so, aber warum war ein Referendum im Kosovo okay und auf der Krim nicht? Weil es im Kosovo nie ein Referendum gegeben hat. Dann hat Obama an der Stelle gelogen? Ja, aber das so klingt es ein bisschen Amerikafeindlich. Entschuldigung, wie sollen wir es denn sonst ausdrücken? Jeder Kriegsgrund des Westens in den letzten Jahren im Nachhinein hat sich als Lüge entpuppt. Der Kosovo, Irak, Krieg I, Irak, Krieg II, zwei Massenvernichtungswaffen, hunderttausende von Toten.
Ganz ehrlich, wie sollen wir dem Westen überhaupt noch irgendetwas glauben? Sie müssen dran glauben. Aber wenn das alles bisher eine Erfindung war, dann sind doch auch unsere westlichen Werte nur eine Erfindung. Nein, nein, nein. Unsere westlichen Werte, also Abstimmungen, Lügen, Massenvernichtungswaffen. Genau. Die dürfen nicht in die Hände der falschen Leute geraten. Ah, und deswegen darf Putin nicht das Völkerrecht brechen. Oder lügen. Oder wählen lassen. Obwohl er es tut. Denn wenn die Bösen etwas Böses machen, ist es böse. Wenn die Guten etwas Böses machen, ist es gut. Und wir sind die Guten. Jetzt habe ich endlich diesen Film verstanden. Captain America 2.
Da wird jemand gefragt, wie kann ich die Guten von den Bösen unterscheiden? Und er sagt, wenn sie auf dich schießen, sind sie böse. Yes. Ihre Werte sind wieder vollkommen in Ordnung. Das fühlt sich gut an. Das ist eine Frau im Kopf. Sagen Sie, wie heißt eigentlich Putin-Versteher auf Englisch? Sympathy for the Devil. Ah, okay. Ein Supersong, Sympathy for the Devil. Ich habe da eine deutsche Version. Nein, nein, nein. Es ist so, dieser engagierten Leader im Kabarett, das hatte in den 80er Jahren durchaus seine Berechtigung. Heutzutage ist das eher ein bisschen... Pathetisch. Ja, zu pathetisch. Ein bisschen unmodern. Die Leute heutzutage, die wollen das ein bisschen mehr mit Ironie.
Ach, das ist praktisch Altbacken. Modernes Kabarett, das wäre was Schönes. Super. Der böse Russe. Putin-Bashing. Kalter Krieg. Ich finde das gut, dass der Russe der neue Bösewicht ist. Ist für mich als Moslem eine kleine Verschnaufpause. Ich finde das wirklich schön. Das ist ein ganz neues Gefühl. Ich kann mich in der Bahn einfach zurücklehnen und Leute beobachten. Weil wir Moslems auch mal gerne die Beobachterrolle haben. Und ich habe lieb, da war eine Frau ungefähr 30, eine schwarze, die saß da, schwarz darf man sagen, die war schwarz. Und hier ist eine ältere Deutsche, ungefähr 70, eingestiegen.
Und die ältere Deutsche hat zur schwarzen gesagt, sofort, ohne ihr Zeit zu geben, wenn man wissen würde, wie es bei uns abläuft, würde man jetzt aufstehen. Dann hat die schwarze geantwortet, bei uns würde man sie essen. Das ist schon gut. Darauf muss man erst mal kommen. Darauf muss man erst mal kommen. An der nächsten Haltestelle sind alle ausgestiegen. Das sah auch komisch aus. Eine schwarze ganz alleine im Zug. Wo fährt die wohl hin? Aber an den Anblick muss man sich gewöhnen. Immer mehr Afrikaner wollen nach Europa. The African Dream oder der europäische Eilfrau. Und wie man möchte. Ich habe es gestern gelesen.
Von Januar bis jetzt April haben 15.000 Afrikaner versucht, Lampedusa zu erreichen. Die Unterwasserziffer ist noch gar nicht mit drin. Und ab und zu mal passiert ein schlimmes Unglück. 350 Afrikaner ertrinken, dann wird es wenigstens von den Regierungen bedauert. Daran erkennt man einen modernen Staat. Sachen werden bedauert. Wir bedauern sehr das Unglück vor Lampedusa. Eigentlich müsste das heißen, dass wir nicht geholfen haben, obwohl wir gekonnt hätten. Ab und zu schafft es trotzdem der ein oder andere, bitte. Ab und zu schafft es trotzdem der ein oder andere Afrikaner nach Europa. Und die haben hier ganz neue Probleme. Ein amerikanischer Freund von mir zum Beispiel.
Der heißt Osama und wurde am 11. September geboren. Der hat am 11. September Geburtstag und der hat am Flughafen richtig Spaß. Ist eigentlich nichts Besonderes. Viele Araber heißen Osama. Und, man mag es gar nicht glauben, auch am 11. September werden Moslems geboren. Ich kann das bestätigen, wenn ich am Flughafen bin, immer ganz komische Situationen, wenn ich als Auto-Händler einen Wagen aus München abholen, mit dem Wagen nach Bielefeld fahren, durfte den Wagen noch eine Woche behalten. Ich habe direkt Ja gesagt. Köln, Bonn, Flughafen. Ich war ein bisschen aufgeregt. Erst auf Flug seit langem. Hallo, ich würde am liebsten ganz vorne sitzen, direkt hinter den Piloten.
Direkt die Alarmglocken an. Sie wollte sich nichts anmerken lassen. Wo ist Ihr Gepäck? Ich hab kein Gepäck. Und wann ist der Rückflug? Ich brauch keinen Rückflug. Nach jedem Satz von mir ist der Rückflug zurück. Wir haben den Herd angelassen. Da hatte ich eine Idee für einen Job, den nur ich machen kann. Wenn ein Pärchen das Flugzeug nur für sich haben möchte, kann das mich beauftragen. Rent a Muslim. Den Job gibt es natürlich leider nicht. Aber die Geschichte hat mir gezeigt, Terrorismus hat Deutschland verändert. Das merkt man vor allem an Hauptbahnhöfen. Da gibt es eine schöne Durchsage. Sicherheitshinweis. Bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt. Die gibt es in drei Sprachen.
Deutsch, Englisch, Französisch, aber nicht auf Arabisch. Ganz klarer Fall von Zielgruppe verfehlt. Stellt euch vor, die Durchsage gibt es auf Arabisch. Der Terrorist kommt. Motiviert mit Rollkoffer. Sein erster Fall, vielleicht sein letzter. Legt den hin. Durchsage kommt. Schade. Direkt der Sicherheit an Bahnhöfen. Es tut mir leid, aber das wird nicht gehen. Sie haben gesagt, ich soll Reformen machen. Ein bisschen sparen. Ja, ja, aber das ist ein Scheißspiel. Was? Warum? Das ist doch nur eine faule Ausrede, oder? Nein, nein. Gucken Sie mal. Diese Länder, Irland, Portugal und Griechenland, die sind gezwungen worden zu sparen. Und jetzt haben die so viele Schulden wie noch nie zuvor.
Können Sie mir das bitte erklären? Na selbstverständlich. Also, ich erkläre Ihnen das mal. Sie stellen sich jetzt hier hin. Sie sind jetzt mal ein Staat. Welcher Staat wollen Sie sein? Monaco. Wollen Sie jetzt mitspielen oder nicht? Sie sind ein hochverschuldeter Staat. Sagen wir mal, Sie sind Italien. Ja, warum bin ich hier? Gut. Und was bin ich? Sie sind Frankreich. Gut, ich probier's. Und was mache ich? Du machst, was ich dir sage. Also, ich muss Ihnen leider mitteilen, Sie haben eine Menge Schulden bei mir. Ja, ohne nichts und nur das. Schauen Sie mal. Das ist ja das einzige Geld, das ich überhaupt noch habe. Ja, passen Sie gut drauf auf.
Ich sag Ihnen jetzt, wie Sie von diesen Schulden wieder runterkommen. Ah, ohne wie? Sparen. Stupide. Ohne wo? Na, also bei den Ausgaben. Wie sag ich immer? Die Kosten sind immer das teuerste. Also, Löhne runter, Renten kürzen, Beamte raus und Kürzungen im Gesundheits- und Kulturbereich. Ah, Kultur, Theater. Signore Abdelkarim. Signore Abdelkarim, Sie sind Theater-Bersitzer. Ich muss Ihnen leider sagen, der Etat ist gekürzt. Endlich. Ich muss Ihnen sagen, der Etat ist gekürzt. Ich muss Ihnen sagen, der Etat ist gekürzt. Ich muss Ihnen sagen, der Etat ist gekürzt. Endlich. Herr Wecker. Also, ich hab da einen super italienischen Song, den könnte ich jetzt mal singen.
Herr Wecker, das Klavier ist gestrichen. Also, ich bin raus. Ich hätte nicht schöner sagen können. Hab ich Sie sehr gut gemacht. Sehr gute Arbeit, muss ich sagen. Hey, was willst du, Herr? Geld. Gearbeitet, ne? Gibt keine Arbeit. Und jetzt? Ich muss es sparen. Gut gemacht. Signore Abdelkarim, ich kriege noch Gesteuern von Ihnen. Das glaube ich nicht, mein Freund. Sie sind ein Verlustbetrieb. Keiner kann sich Karten leisten. Kohle her, für die Fixkosten. Aber nur etwas weniger. Na, na, na, na, na. Sie wollten doch sparen. Sag doch auch mal was, Francois. Lieberte, Egalite. Osterite. Sehr gut, gut gelernt. Mama, was soll das? Je mehr ich spare, desto mehr ich Schulden nicht habe.
Machen Sie sich mal keine Gedanken über Dinge, die Sie nicht verstehen. Machen Sie mehr mit, wie heißt das noch? Disziplin. Machen Sie mehr mit Disziplin. Ich habe keine Lust mehr, ich mache nicht mehr mit. Halt, halt, halt. Haben Sie nicht was vergessen? Sie haben noch Menge Schulden. Bei mir. Siehst du, das hat ich von vornherein schon gesagt. Scheißspiel. Jetzt habe ich es verstanden, Herr von Wagner. Sparpolitik führt zu noch mehr Schulden. Also ist jetzt einfach Schluss damit. Nein, jetzt ziehen wir die Sparpolitik erst recht durch. Die Medien sind völlig begeistert. Griechenland ist zurück an den Kapitalmärkten. Dann geht es den Bürgern also wieder besser.
Nein, den Bürgern geht es schlimmer als jemals zuvor. Wir haben einen Wirtschaftseinbruch von, sagen wir mal, minus 30 Prozent. Das gab es in Friedenszeiten in Griechenland eigentlich noch nicht. Es gibt eine schöne Geschichte. Ein alter Griecher hat mal gesagt, früher kamen die Deutschen mit Panzern und Schiffen und wir haben tapfer gekämpft. Jetzt kommen sie in Schlips und Kragen und wir sind ratlos. Aber hören Sie, das ist doch Wahnsinn. Im Süden, da verbluten die Länder und statt sich zu verbinden, machen wir einen Adalass. Man könnte fast sagen, es ist eine Tragödie. Der griechische Patient, der Krankenmann von Europa. Unser Chef, Shiro. Schwester, bitte, die Instrumente.
Sie brauchen keine Angst, aber Vertrauen, diese Maßnahmen sind nur zu Ihrem Besten. Gehen wir die Kürzungen noch mal durch. Gut, Krankenhäuser, 10.000 von Stellen gestrichen. Das könnte jetzt vielleicht ein bisschen wehtun. Wie geht es den Patienten? Sparpolitik führt zu Depressionen, Malaria und etlichen weiteren Krankheiten. Das muss jetzt wehtun, weil sonst das würde gar nicht wirken. Sollen die jetzt nur Klavier spielen? Wie sieht es mit den Selbstmordraten aus? Die waren einst die Niedrigsten in ganz Europa, jetzt sind sie um 40% gestiegen. Ich habe das Gefühl, sie wollen gar nicht gesund werden. Scheiß Kürzungen. Was tun wir gegen die Außengrenzen?
Was tun wir gegen die Arbeitslosigkeit? Leute entlassen, wir haben eine Jugendarbeitslosigkeit knapp bei 60%, Tendenz steigend. Gut, was soll ich ihnen jetzt noch abhacken, damit sie wieder auf eigene Beine stehen? Und wie sind die Zukunftsaussicht? Naja, 500.000 Kinder in Griechenland leben unter der Armutsgrenze. Griechische Familien geben ihre Kinder bei SOS-Kinderdörfern ab, weil sie sie nicht mehr ernähren können. Hören wir dazu nun einen Kommentar des stellvertretenden Chefredakteurs der Welt am Sonntag, Ulf Poschart. Was wir den Griechen zumuten, ist jenseits dessen, was man ihnen zumuten kann, aber es ist trotzdem ökonomisch richtig. Verstehen Sie, das ist Neoliberalismus.
Man begründet etwas, was nicht funktioniert, mit etwas, was nicht stimmt. Was sagt Angela Merkel dazu? Angela Merkel macht für diese Politik Werbung mit dem Slogan Gemeinsam erfolgreich in Europa. Das ist selbst mir zu zynisch. Wählern wird ja oft vorgeworfen, wir hätten kein Interesse mehr an Politik. Wenn man sich solche Wahlplakate anschaut, hat man das Gefühl, es sind nicht wir Wähler, die kein Interesse mehr haben an Politik. Mein Lieblingswerbesport von der CDU ist im Radio gelaufen. Kennen Sie den? Die Stimme von Julia Roberts spricht da. Und sagt dann, kennen Sie das? An manchen Tagen passiert nicht viel. Im Grunde gar nichts. Und dann geht es weiter. Können Sie CDU wählen?
Das ist ein toller Slogan, oder? CDU, weil ja sonst nichts passiert. Das ist fast so großartig, wie damals, als die CDU in Mecklenburg-Vorpommern geworben hat mit C wie Zukunft. Schauen wir uns dieses Wahlplakat kurz genauer an. Es zeigt eine Frau, die dieses Wahlplakat gar nicht antritt. Noch dazu steht sie für alles, bloß nicht für ein gemeinsames Europa. Und ihre Anhänger sind nachgewiesenermaßen diejenigen, die sich für Politik interessieren. Also mehr Protestwahl ist im Prinzip nicht möglich. Man kann Frau Merkel dieses Plakat eigentlich auch nicht vorwerfen. Politik zu machen für Menschen, die sich nicht für Politik interessieren. Das ist wie Essen kochen für Menschen ohne Geschmack.
Das stellen Sie auch nicht lange in die Küche. Und fertig. Kleinstmöglicher Aufwand für den größtmöglichen Effekt. Das ist das Prinzip McDonalds. Wir werden regiert vom großen M. Und der EU-Spitzenkandidat für die CDU heißt dann auch folgerichtig McAllister. Die CDU hat 10 Millionen Euro ausgegeben für dieses Slogan. Dann kommt da so etwas raus, dass er die Chancen für alle bringt. Super. Warum nicht so ein Bild von Angela Merkel, da so eine kleine Blume in der Hand, eine Biene da, da steht runter, schön ist es auf der Welt zu sein. Wissen Sie, was ich möchte? Ich fordere ein Gesetz, das alle Parteien verpflichtet, ihre Wahlplakate bis zur Hälfte mit Text zu bedrucken.
Und zwar in kleinen Schriftgrößen. Und dann gilt die Regel von Tabu. Beschreiben Sie Ihr Wahlprogramm gemeinsam und menschlos. Ich habe das Gefühl, es gibt eine Hoffnung, andere Parteien sind auch nicht viel besser, aber es gibt eine neue Hoffnung. Peter Tauber, der neue Generalsekretär der CDU. Er hat auf einem der letzten CDU-Parteitage auf Star Wars zitiert. Das wäre doch mal ein Wahlspot für die CDU, meine Damen und Herren. Stellen Sie sich vor, man sieht die europäische Flagge und drüber steht Krieg der Sterne. Ja, und dann sieht man Heiner Geissler, verkleidet als Meister Yoda, der auf die CDU deutet und sagt, wählen ihr sie müsst.
Schnitt Angela Merkel in einem Darth Vader-Kostüm Sie geht zum Parteivorsitzenden der AfD und sagt sie ihm, Ich bin deine Mutti, Luke. Ihr seid merkwürdig, die Deutschen. Gut, was Politik angeht, sind wir mittlerweile auch Franzosen sehr merkwürdig, muss man schon sagen, weil ich befürchte, Sie haben es mitbekommen, dass die Deutschen in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, Ich befürchte, Sie haben es mitbekommen, dass die Rechtsextremisten auch bei uns, vor allem bei uns mittlerweile, der Front National, die sind sehr erfolgreich, nicht überall in Frankreich, vor allem im Süden und im Osten.
Übrigens, bei euch, die Rechtsextremisten, die sind auch im Osten. Haben Sie eine Erklärung, ich glaube, die gucken eine Landkarte an und die sagen, rechts, rechts, rechts, und dann landen die. Warum sonst? Front National. Front National, die sind auch deshalb so gefährlich, weil mittlerweile, man erkennt die nicht mehr. Früher, das war einfach, die Rechtsextremisten in Frankreich, früher, die hast du erkannt, sogar auf der Straße, da wusste man, dass es ein Rechtsextremist ist, weil sonst, das wäre beim Hitlergruß dann runtergefallen.
Aber mittlerweile, es ist schlimm, es ist so, weil die Franzosen, die sind im Moment komplett unversehentlich, die haben keine Hoffnung mehr, die wissen gar nicht mehr, was man macht. Weil die Hoffnung, normalerweise bei uns, das war Hollande. Aber Hollande, ganz ehrlich, Hollande, man versteht überhaupt nicht, was er macht. Neulich, er hat doch Angela Merkel beim Elysée-Palast empfangen. Und er kam, und dann, oh, Angelika, schön, dass du hier bist, und dann hat er die Krücken weggenommen. Alle haben gesagt, was macht er jetzt? Ich stelle dir vor, wenn Schäubleue kommen, dann ist er die Rede. Hollande, das ist eine Katastrophe. Hollande, komplett eine Katastrophe.
Sagen Sie mir irgendwas, wofür Hollande, von der letzten Zeit, was er gemacht hat, was Sie noch in Erinnerung haben. Ja, ich weiß, was Sie meinen. Das fand ich gut übrigens, das mit dem Motorrolleur, das war schon, da muss man schon sagen, das war schon eine Aktion, worüber alle gesprochen. Stellen Sie sich vor, nicht irgendjemand, sondern der französische Präsident. Der fährt durch Paris, von einem Bodyguard auf dem Motor. Ein Bodyguard. Das ist der Typ, der die Atombombe hat. Nur ein Bodyguard.
Und dann trifft er sich mit seiner Geliebte, eine Schauspielerin, wow, 20 Jahre jünger, und trifft er sich in einer Wohnung, und gleichzeitig die Frau, die erfährt das und dann, boom, Nervenzusammenbruch, Trennung, etc. Das ist ein bisschen wie ein Theaterstück. Und dann am Ende kommt auch noch dabei raus, was die Frauen von hatten, das gehört der Corsica-Mafia. Sie müssen sich vorstellen, wenn das in Deutschland passiert wäre, das würde bedeuten, dass Angela Merkel würde sich so jede Woche rausschleichen ins Geheim von dem Kanzler. Sie wäre durch Berlin von ihrem Bodyguard sie auf dem Gepäck träge. Dann trifft sie sich in eine Wohnung mit Til Schweiger.
Und die Wohnung würde Uli Hoeneß gehören. Alphonse, vielleicht an dieser Stelle ein kleines positives Statement zum Thema Europa. Hier in die Kamera? Bei der EU, das ist für mich, dass wir 70 Jahre lang nicht von den Deutschen überfallen wurden. Das kann man auch positiv ausdrücken. Das ist ein Nobelpreisträger. Was soll denn das? Was haben Sie denn da? Das Assoziierungsabkommen. EU und Ukraine, haben Sie es gelesen? Überflogen. Na ja, war schwer zu lesen. Aus 10.000 Meter Höhe. Sie sind wie unsere Journalisten. Glauben Sie, was wird da schon drin stehen? Mehr Handel, mehr Demokratie. Das ist ein total tierischer Teil dieses Abkommens.
Paragraph 3, mehr Zusammenarbeit bei Kriegseinsätzen, gemeinsame Rüstungsprojekte und und und. Aber das hätte ja auch vielleicht erklären können, warum Russland so aggressiv reagiert. Hören Sie doch mal auf! Wenn Sie es noch von mir nicht glauben wollen, dann nehmen Sie eben die ehemalige Moskau-Korrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz. Also, wir, die Medien, hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen und das auch verkünden müssen, dass dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt. Verkünden müssen! Verstehen Sie? Verkünden müssen! Haben Sie aber nicht gemacht, weil das nicht ins Bild passt, von einer Friedensmacht EU, die vom bösen Ivan bedroht wird.
Na ja, jetzt behaupten Sie gleich noch, die deutsche Presse sei beim Thema Russland einseitig. Da bin ich nicht der Einzige. Hier, die Redaktionen werden von Leserbriefprotesten geradezu überschwemmt. Na ja, das sind ja auch alles völlig unabhängige Journalisten. Die lassen Sie Ihre Meinung nicht von den Lesern vorschreiben. Von den Lesern nicht? Bitte? Kennen Sie folgende Organisationen? Münchner Sicherheitskonferenz zum Beispiel oder trilaterale Kommission, The German Marshall Fund of the United States, Atlantische Initiative, Bundesakademie für Sicherheitspolitik, oder das Espeninstitut. Das kenne ich. Da kann man sich Ski allein. Wir haben jetzt nicht Zeit, alle einzeln zu erklären.
Ich würde das zusammenfassen. Darf ich zuspitzen? Ja, da warte ich schon lange drauf. Also, wir sagen mal so, all diese Organisationen haben auf sicherheitspolitische Fragen immer dieselben Antworten. Mehr Rüstung. Das sind sozusagen NATO-Versteher. In diesen Vereinigungen treffen sich Militärs, Wirtschaftsbosse und Politiker in diskreter Atmosphäre. Ah, transatlantische Swinger-Clubs. Toll! Kann ich da mitmachen? Nein, die nehmen nur einflussreiche Eliten. Ich habe eine Fernsehsendung, reicht das nicht? Nur wenn Sie das heute schon mal moderieren würden. Moment mal.
Der Cornelius, der Auslandschef der Süddeutschen Joffe, Herausgeber der Zeit und der Nonnenmacher von der FAZ, alles völlig unabhängige Geister. Ich sehe da überhaupt keine Verbindungen. Ich habe da mal was für Sie vorbereitet. Das ist ein ganz schön dichtes Netzwerk. Und jede dieser Linien steht also für die Verbindung eines Journalisten zu einem dieser Lobbyorganisationen? Jede Linie, ja. Na gut, die sind da nur um zu recherchieren. Nein, die recherchieren da nicht. Die sind da Mitglieder, Beiräte, Vorstände. Mein Gott, der Joffe ist aber viel unterwegs, was? Hat der überhaupt noch Zeit zum Schreiben? Das glauben Sie, warum die Zeit nur einmal wöchentlich erscheint.
Der Herausgeber der Zeit ist also bei mehreren Lobbyorganisationen. Aber das ist doch ein unabhängiger Journalist. Dann führt das nicht zu Interessenkonflikten. Da gibt es nur da, wo es verschiedene Interessen gibt. Ah, was ist das da eigentlich? Bundesakademie für Sicherheitspolitik? Klingt ein bisschen wie ein literarischer Salon mit Handfeuerwaffen. Ja, ungefähr. Es gehört dem Bund und soll ein umfassendes Verständnis schaffen für die sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland. Und der Cornelius und der Frankenberger, die sind voller Verständnis?
Die sitzen ja auch im Beirat von der Bundesakademie Moment mal, dieselbe Bundesregierung, die Sie als Journalisten kritisieren müssen? Ja, es gibt nur die eine. Gut, dass die BILD da nicht mitmacht, was? Ja, so. Hier, Kai Dickmann von der BILD-Zeitung ist natürlich... Was ist das, Taliban oder Vielmann? Nein, der sitzt natürlich hier im Vorstand von der Atlantikbrücke, nicht? Und die BILD-Zeitung selber, das ist sehr interessant. In den Unternehmensgrundsätzen steht drin, dass Sie als Journalist das transatlantische Bündnis unterstützen müssen. Das transatlantische Bündnis, das Sie als Journalisten auch kritisieren sollen? Es gibt nur das eine. Wer ist das denn da?
Oh, oh, das ist Jochen Bittner von der Zeit. Kenn ich nicht, mag ich nicht. Sie wissen noch die Rede vom Gauck bei der Mönchner Sicherheitskonferenz? Oh Gott, mehr Bundeswehreinsätze im Ausland. Ja, die ist vorbereitet worden von einem transatlantischen Think Tank German Marshall Fund of the United States. Und da war zufällig jemand dabei, Jochen Bittner von der Zeit. Aber er wird doch genügend Anstand besessen haben, sein Schreiben für Gauck zu trennen von seinem Schreiben für die Zeit. Das wäre schön. Nee, er hat nachdem Gauck seine Rede gehalten hat naja, positiv über Gaucks Rede berichtet, in der Zeit.
Moment mal, ein Journalist der Zeit arbeitet an einem Strategiepapier mit, das die Außenpolitik Deutschlands neu ausrichtet und schreibt dann hinterher wohlwollend über diese Strategie. Vergiss dabei leider nur zu erwähnen, dass man diese Strategie selber mitgebastet hat. Ist das denn nicht verboten? Ja, aber nicht bei uns. In der New York Times dürften Sie als Journalist sowas gar nicht. Und bei uns? Da heißt das Qualitätsjournalismus. Aber dann sind ja alle diese Zeitungen nur sowas wie die Lokalausgaben der NATO-Presse-Stelle. Das haben jetzt Sie gesagt. Aber Sie haben es schön gesagt. Wissen Sie was? Ich habe keinen Bock mehr auf diese Eliten, die sich immer an Eskalation aufgeilen.
Soll ich Ihnen auch sagen, ich habe eine schöne Geschichte gehört von einem britischen Weltkriegsveteran. Der erste Weltkrieg. Da hat man ihn gefragt, was fanden Sie am schlimmsten am ersten Weltkrieg? Da hat er gesagt, naja, das war so, nach den Jahren des Krieges haben die sich einfach an einen runden Tisch gesetzt und Frieden gemacht. Herr von Wacken, Herr von Wacken. Ja, Moitmann. Tun Sie nicht so überlich das. Was denn? Beruhigen Sie sich. Ich mache eine Lichterkette für den Frieden. Ganz alleine? Na ja, irgendjemand muss ja anfangen. Was denn? Was machen Sie da? Sie auch? Also ich habe gewusst, tief in Ihrem Inneren sind Sie ein Softy. Ach Quatsch.
Quatsch, aber alles, was Josef Joffe dazu bringt, ist nicht dabei. Irgendwie fehlt da etwas. Leute fehlen? Vielleicht. Ich finde auch, irgendwas fehlt. Vielleicht. Vielleicht ein bisschen Pathos. Ja, ein bisschen Pathos wäre ganz gut. An der Stelle wäre das mal gut. Wissen Sie was, weil man sonst immer alles wegkriegt. Vielleicht für Sie was ohne Ironie. Ohne Ironie. Und vielleicht was mit Musik. Ein Lied sogar. Aber wer soll das machen? Ja. Mei Willi, schon 40 Jahre ist es her, dass dich der Neonazi damals der Schlang hat. Aber jetzt ist wieder so viel los bei uns, dass ich dich schon wieder mal in deiner ewigen Ruhe stören möchte. Vielleicht bin ich ja zu hellhörig.
Vielleicht höre ich die fröhe Husten. Aber ich hab Angst, dass wir vor einem Krieg stehen, Willi. Die Zeichen stehen auf Eskalation. Und da hat wohl eine gewaltige Lobby ein gewaltiges finanzielles Interesse daran. Kaputt machen, wieder aufbauen, neue Märkte, neue Waffen, neue Särge, neues Geld. Das ist nun mal die Art, wie unser völlig krankes Wirtschaftssystem seine Krisen löst. Die Medien manipulieren, wie schon lange nicht mehr. Neue Feindbilder werden gebastelt und das Böse richtig und falsch wird uns wie eine bittere Medizin täglich eingeflüst. Unsere Regierung schert sich wie gewohnt einen Dreck um das, was wir wollen.
Denn wenn die mal alle Leute fragen würden, ob sie einen Krieg wollen, was glaubst du, Willi, was die antworten würden? Aber die fragen ja nicht die Leute. Sondern sie erklären uns, dass diesmal Deutschland statt am Hindukusch ist. Und die gute, alte Friedensbewegung anstatt endlich was auf die Füße zu stellen, zerfleischt sie sich wieder selber. Vor lauter Angst, einer Irrlehre zu verfallen, fällt sie irr ins Leere. Die Militaristen à la colère trommeln für den Krieg und die Linke rührt sich nicht vom Fleck und überlässt damit das Feld den Demagogen, den nationalen Sozialisten, offenen und verkappten Judenhassern, sondern auch von anderen Wölfen, die jetzt eimerweise Kreide fressen.
Anstatt die vielen Menschen, die sich zu Recht empören, mit guten und linken Argumenten zu unterstützen, verliert sich die Linke im Hoheitsanspruch der einzig wahren, richtigen Gesinnung. Und da verliert sich eben auch gern mal der Sinn. Aber Willi, wäre es nicht das allervernünftigste, jetzt auf die Straße zu rennen für Frieden, für eine gerechtere, würdigere Welt? Deutsche Waffen, deutsches Geld, für die ganze Welt, bei Heckler und Koch jedenfalls. Da knallen schon die Champagnerkorken an die Lüster. Ach Mensch, wir bräuchten wieder solche Leute wie dich, Willi. Echte Typen, voller Liebe und Verzweiflung.
Leute, die wie du einfach das Maul aufmachen und sich hinstellen und blären Holzmeilfaschist oder nie wieder Krieg. Die auf die Straße rennen, sich mit anderen unterhaken, revoltieren gegen diesen scheiß Militarismus. Ich mach weiter, Willi, wie versprochen. So wie du gesagt hast, man muss weiter kämpfen, auch wenn die ganze Welt dein Arsch offen hat. Eines gilt immer noch. Freiheit, Willi. Das heißt, keine Angst haben, vor nichts und nimmens. Oh, Alphonse, sind Sie auch Pazifist? Nein, ich bin Franzose. Aber am Ende mach ich sowieso, was die Deutschen wollen. Sogar Frieden. Apelkarim, Sie auch? Integration ist alles. Na dann. Was keiner wagt, das soll dir wagen.
Was keiner sagt, das sagt heraus. Was keiner denkt, das wagt zu denken. Was keiner anfängt, das führt aus. Wenn keiner ja sagt, sollt ihr's sagen. Wenn keiner nein sagt, sag doch nein. Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben. Wenn alle mit tun, steht allein. Wo alle loben, hart bedenken. Wo alle spotten, spottet nicht. Wenn alle geizen, wagt zu schenken. Wo alles dunkel ist, macht Licht. Macht Licht. Das war die Anstalt. Heute besetzt von Alphonse, Apelkarim und Konstantin Wecker. Wir kommen wieder am 27. Mai bis dahin. Bleiben Sie friedlich. Vielen Dank.
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