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Die ANTIFAnstalt 100

Diese Sendung thematisiert die 100. Folge der Anstalt sowie die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und die dortigen hohen Umfragewerte für die AfD . Für diese Sendung war ein Auftritt von Danger Dan und Igor Levit mit Dans Lied Keine Angst geplant. Dieser Auftritt wurde durch die ZDF-Intendanz verhindert. Begründet wird dies mit einem Gewaltaufruf im Text des Liedes. In der Sendung wird dies thematisiert und die Entscheidung des ZDF kritisiert.

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Anstalt thematisiert die Bedrohung der deutschen Demokratie durch rechtsextreme Tendenzen und die wachsende Popularität der AfD. Die Satire kritisiert die Instrumentalisierung des Grundgesetzes und die Forderung nach staatlichen Eingriffen zur Bekämpfung von Extremismus. Dabei werden historische Bezüge zur Weimarer Republik herangezogen, um die Gefahren von Manipulationen und dem Scheitern demokratischer Strukturen zu verdeutlichen. Die Sendung wirft Fragen nach der Verantwortung der Bürger und der Rolle des Staates angesichts von gesellschaftlichen Herausforderungen auf und thematisiert die Notwendigkeit der Stärkung der Zivilgesellschaft.

Beschreibung ZDF

Zur 100. Jubiläumsfolge haben sich bei Maike Kühl, Max Uthoff und Claus von Wagner unter anderem Christian Tramitz, Lutz van der Horst, Gisa Flake, Julia Gámez Martin und Die Sterne angekündigt.

Transkript 9.091 Wörter

0:00 Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Herzlich willkommen zur 100. Anstalt. Jetzt Abend, dann beginnen wir. Seit 99 Sendungen liefert Deutschlands seriöseste Satiresendung kompromisslose Aufflärung. Mit Analplaks den Enddarm vorsichtig nachweiten. Messerscharfe politische Analyse und erstklassiges Qualitätsfernsehen. Hören Sie mal. I came in love. Während andere Satiriker längst in der Sommerpause chillen, macht die Anstalt unermüdlich weiter. Also, lassen Sie uns feiern im ZDF. Hier ist die 100. Ausgabe der Anstalt. Bimmelra, Bammelra, bumm, bumm, bumm. Vielen Dank. Bitte beruhigen Sie sich. Vielen Dank. Danke schön. Bitte. Herzlich willkommen zu unserer Pressekonferenz anlässlich der hundertsten Sendung der Anstalt.

1:23 Oder wie ich sie nenne, die letzte Anstalt. Hallo, Christian Tramitz von der hessischen Umschau. Ja, Herr Uthoff, letzte Anstalt. Ich nehme an, Sie ziehen sich altersbedingt zurück. Was ist es, Hüfte oder Knie? Gisa Flake von der Hörweg, ganz, ganz, ganz großer Fan, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen. Ich glaube, der Herr Uthoff meint, die Anstalt ist die letzte Sendung, die man überhaupt noch im deutschen Fernsehen schauen kann. Also, ja, Applaus.

1:54 Ich weiß, die Frage ging jetzt nicht an mich, aber ich persönlich fände es natürlich schade, wenn es die letzte Sendung wäre. Denn ich fühle mich ja im Gegensatz zu meinen Kollegen noch recht frisch. Und für mich ist es ja auch erst die 28. Sendung. Ja, danke Frau Kühl. Wenn ich dann ganz kurz, der Herr Uthoff meint natürlich die letzte Anstalt vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt. Nein, meint der Uthoff nicht. Die AfD in Sachsen-Anhalt plant nach dem Wahlsieg sofort den Rundfunkstaatsvertrag zu kündigen. Zitat, um der woken, antideutschen und manipulativen Beeinflussung den Stecker zu ziehen. Glauben Sie ernsthaft, dass wir da weiter senden werden? Naja, das betrifft jetzt erstmal die Kollegen von der ARD.

2:42 ZDF sendet doch, oder? Naja, es kommen halt dann irgendwann keine Gebührengelder aus Sachsen-Anhalt mehr. Und wenn das ZDF dann sparen muss, dann ist unsere nicht ganz billige Sendung vielleicht nicht unbedingt diejenige, die... Das interessiert mich, Entschuldigung, Lutz van der ZDF, hallo.

3:00 Gehen Sie davon aus, dass sich das ZDF dann nur noch auf die wichtigen Satiresendungen konzentrieren wird? Also zum Beispiel auf die, die wöchentlich am Freitagabend im Schnitt also mehr als 4,4 Millionen Zuschauer erreichen und mittlerweile schon bei 561 Sendungen stehen?

3:21 Herr van der Hoz, wenn Sie hier die Heute-Show meinen, dann muss ich Ihnen wirklich sagen, dass ich durchaus gewillt wäre, meine satirischen Fähigkeiten auch dort zur Verfügung zu machen. Ich werde die Herren hier schlapp machen. Danke Frau Kühl, das für diese solidarische Offenheit. Ja, meine Damen und Herren, Sie haben bereits gemerkt, die AfD hat es geschafft, auch Unfrieden bei uns zu stiften. Wir sollten eigentlich hier gemeinsam aufstehen gegen diesen schweren Eingriff in die Rundfunkfreiheit. Wir können heute deswegen auch nicht so tun, als wäre das eine normale Sendung, ein normales Sendungsjubiläum, bei dem wir alle rumsitzen und uns gegenseitig erzählen, wie schön das alles war. War es nicht?

3:55 Und bei dem wir uns höchstens über die ein oder andere harmlose Panne aus 99 Sendungen austauschen. Meine Lieblingspanne war ja, als Herr Uthorfs Hut versehentlich Feuer gefangen hat und Sie, Herr von Wagner, ihn todesmutig mit dem Forbes-Magazin auf den Kopf geschlagen haben. Matz ab. Okay. Und woher haben die Ihr Wissen? Dort hinten drauf. Recherche und Schätzungen. Ihr Hut brennt.

4:39 Frau Kühl, warum haben Sie damals nichts in der Nommen? Wollten Sie den Herrn Uthorf vielleicht brennen sehen? Nee, ich war doch damals noch überhaupt nicht dabei. war das überhaupt eine panne oder war das eine gesetzte pointe das weiß ich nicht seit dem schlag auf den kopf kann ich mich an nichts mehr erinnern meine damen und ich möchte wenn sie mir verzeihen jetzt nicht über brennende hüte sprechen sondern über vielleicht bald brennende bücher denn wenn ich sehe was die afd in sachsen anhalt so alles vor hat entschuldigung wann erscheint ihr buch nein ich habe mich das missverstanden ich schreibe gar kein buch im moment sie haben gesagt dass ein Bucher von Ihnen erscheint. Ich werde kein Buch schreiben. Und ich werde es

5:21 trotzdem lesen. Es gibt aber kein Buch. Es gibt kein Buch. Es gibt aber ein Wahlprogramm der AfD und das sollten wirklich alle mal gelesen haben. Gut, haben Sie gerade im ZDF dazu aufgehoffen, das AfD-Wahlprogramm zu lesen? Nein, ich wollte das, damit Sie wissen, was da alles drinsteht, egal wo Sie das aufschlagen. Eines schlimmer als der andere. Die Antifa soll zum Beispiel zur Terrororganisationen erklärt und bekämpft werden, während Rechtsextremisten, solange sie keinen gewaltsamen Umsturzplan vom Verfassungsschutz praktisch nicht mehr beobachtet werden sollen, damit sie ungestört die freiheitlich-demokratische Grundordnung abschaffen können. Das steht da drin. Achso, haben Sie gerade im ZDF die Antifa als nicht-terroristische Vereinigung

6:04 bezeichnet. Ich meine, wollen Sie es gleich zurücknehmen oder wollen Sie es auf einen Shitstorm worten? Ich würde die Antifa, also Menschen, die sich gegen Faschismus einsetzen, ja eher als hilfreich bezeichnen. Im Mordfall des CDU-Politikers Walter Lübcke hätte man zum Beispiel ohne die sehr gründlichen Recherchen der Antifa gar nicht rausgefunden, dass der Täter noch lange in rechtsextremen Szenen aktiv war und für die AfD Wahlkampf gemacht hat. Entschuldigung, Sie haben Ihrer Sendung ja den Titel gegeben Anti-Fun-Stalt. Ist das jetzt eine Anspielung auf Anti-Fa oder auf Anti-Fun? Also mit U, Englisch für Fun. Weil so richtig lustig ist das ja meistens nicht hier. Also ganz im Gegensatz zu anderen sehr erfolgreichen Anfassungsverstand mal sagen.

6:57 Vielen, vielen Dank, Herr van der Horst.

7:02 Ich persönlich finde es zunächst nur bedingt witzig, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt zum Beispiel die Abschaffung der Inklusion fordert, die Abschaffung der Schulpflicht, die Einführung einer Arbeitspflicht für Asylbewerber und dauerhafte Sonderklassen nur für Flüchtlingskinder, damit deutsche Kinder durch gemeinsamen Unterricht, wie es heißt, mit Menschen aus fremden Kulturen nicht gestört werden. Was alles nicht nur gegen die Verfassung, sondern auch gegen das Völkerrecht verstößt. Und ach, wussten Sie doch, die AfD möchte das Waffenrecht liberalisieren. Weil in Sachsen-Anhalt die AfD-Mitglieder nämlich derzeit die Waffenerlaubnis entzogen kommt, weil der Landesverband als gesichert rechtsextrem gilt.

7:38 Aber wenn die AfD regiert, dann sollen die ihre Knarren wiederkriegen. Das freut dann natürlich auch die ganzen privaten Bürgerwehren, die laut AfD durch die Nachbarschaft patrouillieren sollen, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Also meine Damen und Herren, wenn das eine normale Partei ist, dann ist das Bergheim der perfekte Ort für einen Schulausflug.

8:09 Herr von Wagner, wenn Sie so leidenschaftlich werden, dann kann ich mich als weibliche Zuschauerin manchmal kaum zurückhalten. Geht's Ihnen da genauso, Frau Kühl?

8:22 Nein.

8:25 Das war sehr lustig, Frau Kühl. Sie sollten vielleicht auch immer ein Buch schreiben wie der Herr von Wagner. Ich schreibe aber gar kein Buch. Schade. Warum eigentlich nicht? Ich meine, das wäre doch jetzt die letzte Gelegenheit, Herr von Wagner. Wenn sich die AfD durchsetzt, dann drohen jedem, der Deutschland, Zitat, als historisch-kulturelles Gebilde verunglimpft, drei Jahre Gefängnis. Na, hätten Sie im Knast noch Zeit, ein zweites Buch zu schreiben? Sie tausend, sasser Sie! Ich schreibe gar kein Buch! Entschuldigung, die AfD liegt ja in Sachsen-Anhalt in den Umfragen ganz weit vorne. Ihr Spitzenkandidat, der hat ja sogar das Wahlziel 45% plus X ausgerufen. Die Quote der Anstalt liegt im Schnitt bei 10 Prozent.

9:05 Deshalb Frage an alle, was haben Sie falsch gemacht? Und haben Sie denn nichts gelernt aus dem Erfolg anderer erfolgreicher ZDF-Satire-Formate? Ja, aber da muss ich schon mal sagen, Sie sind doch sehr erfolgreich. Ich meine, schauen Sie sich mal an, wie viele Kollegen und Kolleginnen Ihnen Glückwünsche zugesendet haben. Mats ab.

9:22 Glückwunsch, Anstalt. Also ich hoffe auf ganz viele weitere Sendungen. Ihr seid so wertvoll und so wichtig für Deutschland. Hundertste Sendung Anstalt, wo man fragt sich, wie konnte es so weit kommen? Das ist ja so ein Schwellenwert. Jetzt könnt ihr langsam professionell werden. Ihr habt doch alles erreicht, oder? Kohle ist weg, Merkel ist weg. Das Zecke-Diener-Gulasch im Bordbistro der Deutschen Bahn eingestellt. Mehr kannst du nicht erreichen. 100 Folgen und der Kapitalismus ist jetzt immer noch nicht so richtig überwunden. Ach, das ist gegen den Kapitalismus? Ich dachte, das geht darum, dass man möglichst viel Merch verkauft, wo Anstalt draufsteht. Das ist ein Volkshochschulkurs für Lastenradfahrerinnen. Das ist Fernsehen für Menschen, die bei Arte unterfordert sind.

10:05 Ich würde sagen, das ist 10% Kabarett, 90% Gruppentherapie. 100 Jahre die Anstalt. Äh, Tage. Äh, Folgen. Kam mir länger vor. Herr Merz, Sie wollten doch den Leuten von der Anstalt auch Ihre Glückwünsche aussprechen, nicht? Warum eigentlich? Warum nicht? Weil Sie hässlich sind. Es ist ein ganz übles Gerücht, das sich hartnäckig hält, dass durch den millionenfachen Einsatz von Perücken in der Anstalt es zu einem bundesweiten Perückennotstand gekommen ist. Also dem ist nicht so. Ich hatte schon eine Traumrolle, das war Bernd Höcke. Ja. Das Gespräch besteht ja aus dem Austausch von Meinungen. Ach, jetzt wollen Sie doch meine Meinung austauschen. Das ist doch... Ja, ich sage herzlichen Glückwunsch zu dieser fantastischen Sendung und bei

10:52 manchen Folgen habe ich wirklich gedacht, jetzt habt ihr die Welt verändert. Man muss eben mit dem leben was ist und Neues aus der Anstalt ist eben und wenn Dinge eben sind, dann muss man damit auch umgehen und dann muss ich eben sagen ja dann herzlichen Glückwunsch zur 100. Ausgabe. Alles Gute, feiert schön, aber dass das noch mal 100 Ausgaben so weitergeht, da sind wir uns wohl einig. Das kann so nicht sein. Trotzdem, Party on.

11:33 Vielen Dank, die Kolleginnen haben sich ja da offensichtlich sehr viel Mühe gegeben. Ich würde aber lieber wieder reden über das leider sehr erfolgreiche Wahlprogramm der AfD. Und das ist doch kühl, Moment, der Herr von Wagner weicht der Fragen über die Anstalt immer ganz gerne aus. Deswegen frage ich Sie, wer passt eigentlich auf die Kinder, während Sie die Anstalt machen? Na, ich? Die ganze Zeit. Und zwar auf beide. Also ich finde, wir sollten ja nicht über meine Kinder reden, sondern darüber, dass die AfD ein Kinderwillkommensgeld einführen will. Aber nicht für alle deutschen Kinder, nur für deutsche Kinder, die einen deutschen Vater oder eine deutsche Mutter haben. Ach ja und ich vermute mal, wer sein Kind Hermann, Eva oder Adolf nennt, der bekommt

12:20 noch einen Jahresvorrat brauner Windeln obendrauf. Und wir sollten über die Tatsache reden, dass die AfD in Sachsen-Anhalt die 200 führenden Stellen in Behörden und Ministerien mit eigenen Gefolgsleuten besetzen will. Zitat, wenn ihr das gelingt, dann hat die Partei das gesamte Bundesland weitgehend im Griff und das schreibt die FAZ. Herr Udorff, Sie zitieren die FAZ, müssen Sie jetzt doch Sorgen um Ihre Gesundheit machen oder was? Machen Sie sich lieber mal Sorgen darüber, dass die AfD jetzt begonnen hat, Kaderschmieden für künftiges Verwaltungspersonal aufzubauen. Zum Beispiel die Schwarz-Rot-Gold-Akademie. Und man sucht in rechtsextremen Burschenschaften nach Juristen, mit denen man nach der Machtübernahme diese AfD-Fantasie von einer Abschiebeoffensive

13:00 auch gegen rechtliche Widerstände durchsetzen kann. Laut einer Umfrage unter Menschen mit Migrationsgeschichte überlegen, ungefähr 80 Prozent Sachsen-Anhalt zu verlassen, wenn die AfD gewinnt. Und da frage ich mich ernsthaft, wo bleibt eigentlich der Aufschrei? Nun, hier die Mandy Müller vom Volksboden. Wieso Aufschrei? Ich meine, die Migranten setzen ja nur freiwillig die AfD-Politik um. Bitte? Sachsen-Anhalt ist ein Modellversuch für autoritäres Regieren. Ein Labor, in dem man schon mal ausprobiert, wie viel faschistischen Umbau ein Bundesland aushält, bevor der demokratische Rauchmelder den Geist aufgibt. Nun, aber wenn die AfD verfassungswidrig wäre, wäre sie dann nicht längst verboten?

13:39 Geile Frage und ich dachte, Sie fragen nie. Ist das die Fanpost, die die Anstalt nach jeder Sendung bekommt? Von mir? Oder sind das vielleicht Uthoffs gesammelte Versprecher? Nein, nein, nein. Das ist das neue Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Hier hat ein Team aus JuristInnen, aus RechtsextremismusforscherInnen und Verfassungsrechtlern penibel geprüft, ob die AfD verboten werden kann. Ja, aber ist das nicht bezeichnet, dass Sie zu Ihrer hundertsten Sendung lieber ein verfassungsrechtliches Seminar geben wollen als eine Jubiläumsfeier? Also ich meine, wann haben Sie denn eigentlich beschlossen, also Satire im ZDF anderen Satiresendungen zu überlassen, die das ja auch unglaublich witzig machen?

14:24 Naja, also wir haben in der letzten Sendung die Wirtschaftsministerin Reiche pupsend die Biotreppe runterfallen lassen. Ja. Ganz tot ist die Satire noch nicht. Ja, um auf das bisher umfangreichste und wissenschaftlich anspruchsvollste Gutachten zurückzukommen zur AfD, Das sind jetzt rund 1500 Seiten. Entschuldigung, wer soll das alles lesen? Naja, hören Sie mal, Sie, Sie Sonntagsbürger, das sollte eigentlich jeder von uns lesen. Da geht es um die Zukunft unserer Demokratie. Genau. Haben Sie es gelesen?

14:51 Das tut doch jetzt überhaupt nicht zur Sache. Ja, außerdem macht sowas bei uns immer der Herr von Wagner. Das ist so gegeben sehr viel Material. Aber deswegen ist es ja auch so viel aussagekräftiger als das Gutachten vom Verfassungsschutz. Die Juristen hier haben nämlich nicht nur Aussagen der Bundes-AfD ausgewertet, sondern eben auch von den Landesverbänden. Programme durchgeschaut, 7700 Parlamentsdokumente, Reden, 2,9 Millionen Social-Media-Beiträge und 55.000 Pressemitteilungen. Ja, das habe ich jetzt gehört. Aber sagen Sie mal, dass die AfD demokratiefeindlich ist, das ist ja jetzt keine neue Entschuldigung. Ich meine, gibt es bei Ihnen denn nichts Neues? 100. Sendung aus der Anstalt. Naja, vielleicht eine bisher unveröffentlichte Perücke.

15:34 Nein, aber ich kann Ihnen sagen, was neu ist, Laut Bundesverfassungsgericht reicht es, um eine Partei zu verbieten, wenn sie eine Säule, der drei Säulen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verletzt. Laut diesem Gutachten verletzt die AfD zwei, nämlich die Menschenwürde und das Demokratieprinzip. Ich frage uns alle, worauf warten wir noch? Moment mal, so ein Parteiverbot, ist das nicht auch demokratiefeindlich? Ich meine, die AfD könnte ja auch anfangen, einfach zu versuchen, andere Parteien zu verbieten. Ja, ja, ja, das kann sie. Wenn Sie mir 1500 Seiten demokratieverachtende Sprüche von der SPD bringen, dann lese ich die auch gerne. Bei der CDU helfe ich.

16:32 Moment, wo verletzt denn bitte die AfD die Menschenwürde? Jetzt mal konkret.

16:37 AfD-Politiker fordern Kopftuchverbote nur für Muslime in allen öffentlichen Einrichtungen, Muzinverbote, den Ausschluss geduldeter von Schwangerschaftsvorsorge und Impfschutz. Ja, Geflüchtete sollen keine Weihnachtsmärkte oder Konzerte mehr besuchen dürfen. Also das ist doch die schiere Verletzung der für unsere Demokratie elementaren Rechtsgleichheit. Nun, aber der Parteitag von der AfD, der verlief total demokratisch? Ja, weil Journalisten darüber berichten, als wären das ganz normale Positionen und gar nicht mehr dazu sagen, dass diese Forderungen verfassungswidrig sind. Die AfD droht offen, politische Gegner systematisch zu kriminalisieren und in den Knast zu stecken. Zitat, Stefan Brandner, AfD, Bundestagsabgeordneter.

17:21 Wir klären auf, klagen an und schicken die alte Fuchtel in den Knast. Einen Moment, wen meint damit alte Fuchtel? Moment, Moment, kommt gleich. Macht bei der Bundestagswahl den Wahlzettel zum Haftbefehl gegen die Fuchtel aus dem Kanzleramt. Ah, also mehrs. Naja, im Grunde alle. Annalena Baerbock, Robert Habeck, Nancy Faeser und Olaf Scholz in einer Zelle. Da gehören sie nämlich hin für diese Politik. Auch das ein Zitat von einem AfD-Bundestagsabgeordneten. Und schon allein deswegen gehört die AfD verboten, genau wie die NPD. No, Fake News. Die NPD ist gar nicht verboten worden. Ja, aber nur weil sie damals zu bedeutungslos war, um die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu gefährden. Anders als die AfD heute.

18:18 Wollen Sie jetzt ernsthaft die AfD mit der NPD gleichsetzen, ne? Nein, natürlich nicht. Nein, nein, das Gutachten sagt, die kann man nicht gleichsetzen. Die AfD ist nämlich rassistischer. Zitat, für praktisch alle rassistisch geprägten Forderungen der NPD gibt es bei der AfD Entsprechungen. Teilweise geht die AfD sogar über Forderungen der NPD hinaus. Oft ist sie sehr viel konkreter. Entschuldigung, aber ist die AfD inzwischen nicht viel zu groß, um sie zu verbieten? Das ist ein sehr gutes Argument. Jetzt schauen wir nochmal ganz kurz nach im Grundgesetz. Schauen Sie mal, Artikel 277, ja, da steht es ja drin, eine Partei mit verfassungswidrigen Zielen darf nicht verboten werden, wenn sie in Umfragen über 25 Prozent kommt.

18:58 Ach nee, steht da gar nicht drin. Aber mit einem Verbot verschwindet doch die Gesinnung der AfD-Wähler nicht. Aber damit verhindert man, dass diese Gesinnung an die Macht kommt.

19:13 Ja.

19:16 Also Gerüchten zufolge haben Sie die Stimmung jetzt völlig in den Keller gefahren und wissen nicht, wie Sie da wieder rauskommen sollen. Also ganz im Gegensatz zu anderen Satire-Shows, bei denen sowas überhaupt nicht passieren würde. Diese Unterstellung ist groß fest. Das wissen wir ganz genau und deswegen hier aus Hamburg endlich bei uns in der Anstalt. Die grandiose Band, die Sterne mit dem Song, ich hab nichts gemacht, außer weiter aus ihrem neuen Album, Wenn es Liebe ist. Yes! Schein geraffnet und Ordner kreiert, den Müll rausgetragen und Bilder geziert. Ich war gerade heraus, hab in Rätseln gesprochen, den ersten Schritt gemacht und lang gesoffen. Ich hab heruntergeladen und nach oben geschaut.

20:23 Ich hab die Hütte vollgemacht und die Bunte versaut. Ich hab zitiert und die Zitate wieder unkenntlich gemacht. Dass das nie wieder vorkommt, ist jetzt auch nicht gesagt. Soweit jedenfalls meine Erinnerung. Denn der Zweifel ist mein treuer Begleiter. Schöne Grüße von Amnesia. Doch ich hab nichts gemacht Ich habe gut investiert und Verluste generiert Ich hab Substanzen probiert und die Wolken dressiert Ich hab die 80er Jahre mit Idioten verbracht Nur keine Witze über Schwächere gemacht Ich war geerdet und ich bin abgehoben Ich hab die Wahrheit gesagt genau und gelogen Die Musik, die es gab, war nicht immer wirklich gut Ich wollte bessere machen, bevor es jemand anders tut Was weiß ich denn schon, sagt ihr doch mal, ob die Party nicht doch auch geil war.

21:30 Schöne Grüße von Deliria, doch ich hab nichts gemacht. Außer weiter, außer weiter, geb ich jetzt die Schuld dafür. Erst war's die Jugend, dann war's das Alter. Schöne Grüße von Demenzia, doch ich hab nichts gemacht. Ich hab nichts gemacht. Außer weiter, außer weiter. Macht außer weiter. Ich habe nichts gemacht außer weiter. So fühle ich mich nach 100 Sendungen auch. Herr von Wagner, wo gehen Sie denn jetzt hin? Ja, ich kopiere jetzt das Gutachten 250 Mal, damit das auch alle lesen können. Nee, nee, nee, das machen wir später. Wir müssen jetzt erstmal die Wahl in Sachsen-Anhalt gewinnen. Das ist eine gute Idee. Aber wer ist wir? Ja, wir. Die Demokraten. Ah, das ist ja gut. Also die Christdemokraten.

23:46 Die was? Die Christdemokraten.

23:51 Die Christdemokraten. Ja, mein Gott, das ist die einzig ernstzunehmende Konkurrenz zur AfD. Frau Kühl, Sie wissen schon, dass wir hier in der Anstalt einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der CDU haben. Und den haben Sie mit Ihrem Arbeitsvertrag auch unterschrieben. Den habe ich nicht unterschrieben. Hier steht, im Auftrag von Wagner.

24:15 Das war beim ZDF Sommerfest, da waren Sie besoffen. Das tut doch jetzt überhaupt nichts zur Sache, Herr von Wagner. Wenn die Faschisten vor der Tür stehen, dann müssen wir alle zusammenstehen. Wir müssen uns versammeln hinter einem Hoffnungsträger. Einem Hoffnungsträger, der überall anschlussfähig ist, auf den sich alle Demokraten notfalls einigen können, um die AfD darin zu hindern, an die Macht zu kommen.

24:37 Frau Kühl, Sie meinen noch nie etwa. Doch, den meine ich. Die letzte Patrone der Demokratie.

25:05 Hakuna Matata. Ja. Frau Kühl, ich wusste nicht, dass wir mit Platzpatronen arbeiten werden. Frau Wacker, das ist ein Spitzenwahlkämpfer. Ja, ich weiß, dass das ein Spitzenwahlkämpfer ist für die AfD. Ja, jetzt müssen wir ihn halt nur noch dazu bringen, dass er zur Abwechslung auch mal Leute für die eigene Partei gewinnt. Und wie soll man das machen? Mit ganz ausgeklügelten und modernen Wahlkampfmethoden. Tick-Tock oder? Nee, Tok-Tock. Herein? Haustür-Wahlkampf. Haustür-Wahlkampf mit Friedrich Merz. Das ist wie Icky-Mail beim ZDF-Morgenmagazin. Sie wissen, dass ich Sie hören kann. Und warum war Eike Immel im Morgenmagazin? Herr Merz, schauen Sie mal, ich habe Ihnen da was Schönes vorbereitet, ja einen Haustür-Wahlkampf-Simulator,

25:53 an dem üben wir drei Hübschen jetzt einfach mal den Haustür-Wahlkampf, wenn Sie sich hier mal hinstellen. Ihnen ist klar wie das funktioniert, oder? Ja, Sie verstehen. Schlingeln und dann überzeugen Sie einfach mit Ihrem... Aha, ja mit Ihrem... Sie überzeugen mit Ihrem... Scham! Scham! Ja, der Scham muss heute mal die Seite wechseln. Ja. Bitte bitte, an keiner Haustüre länger stehen bleiben als fünf Minuten, wir müssen möglichst viele Wähler erreichen. Also gut. Uhrenvergleich. Ja, bei mir ist es jetzt… Nein, ich meinte Uhrenvergleich, ich habe eine Rolex. Und Sie? Wie dem auch sei, dann wollen wir mal. Schauen wir mal, was ist denn das für ein Haus? Hier scheinen ja offensichtlich mehrere Parteien, Familien übereinander zu wohnen.

26:49 Interessantes Konzept, finde ich. Klingeln hilft. Ja, bitte. Guten Tag, guten Tag, Frau. Das ist ja auch egal. Ich bin's, Sie kennen mich. Nein. Ich bin's, Ihr Reformkanzler, der gerade dabei ist, das Land wieder flott zu machen wie Nachbars Lumpi. Darf ich Sie vielleicht von unserem CDU-Wahlpositionen überzeugen? Sie dürfen künftig länger arbeiten, dafür wird Ihr Kündigungsschutz eingeschränkt. Die Rente kommt später und dafür werden die Beiträge steigen. Sie werden steuerlich entlastet, aber diese Entlastungen werden durch die steigenden Beiträge komplett aufgefressen. Sie dürfen sie nicht mehr telefonisch krankschreiben, lernen dafür in überfüllten Wartezimmern jede Menge neue Krankheiten kennen.

27:38 Na, was sagen Sie? Bin ich Ihr Mann?

27:56 Arschloch.

28:07 Was glauben Sie? War das eine Stimme?

28:11 Herr Merz, das war schon sehr... das war. Ja, aber vielleicht versuchen Sie beim nächsten Mal, die Wählerin oder den Wähler nicht so zu überfahren. Sie müssen ja erstmal ein bisschen Beziehung aufbauen, sonst können sie ja ihre Inhalte gar nicht an den Mann oder die Frau bringen. Die AfD macht das leider sehr geschickt. In manchen Orten ist sie offenbar die einzige Partei, die noch Präsenz zeigt. Die machen das dann auf Dorffesten, da weiß ich nicht, da verteilen die dann Bratwürste oder Ballons. Verstehen Sie Herr Merz, die Bratwurst, die dient quasi als Türöffner. Ich verstehe. Die Wurst ist kaputt. Vielleicht versuchen Sie es mal mit aufblasen. Alles klar.

29:06 Achso, ich verstehe Sie.

29:20 Arschloch.

29:25 Ich habe das, ich muss gestehen, ich habe das Konzept doch noch nicht ganz verstanden und ich glaube die Wählerin auch nicht. Sie können jetzt auch nicht erwarten, dass Sie mit einer Bratwurst so kurz vor der Wahl das ganze Vertrauen wieder gewinnen, das jahrelang verspielt worden ist, zum Beispiel dadurch, dass die Zivilgesellschaft vernachlässigt wurde. Ah, und wo bekomme ich jetzt auf die Schnelle so eine Zivilgesellschaft her? Ihnen ist aber schon klar, was in der Zivilgesellschaft ist, oder? Ja. Okay, also das sind Vereine, NGOs, Jugendtreffs, soziokulturelle Zentren, Orte, an denen man Demokratie leben, erleben kann, dass es vielleicht ein sicherer Hafen ist, ja, für Menschen, die, weiß ich nicht, von rechtsextremistischem Rassismus betroffen sind, also das sind so

30:12 Orte, die muss man langfristig fördern. Sind das nicht vor allem sichere Häfen für Leute, die mich eher doof finden? Ja, aber das sind vor allem auch Leute, die die AfD noch viel doofer finden als sie. Also dann geht es ja nicht um Parteipolitik, sondern es geht um die Demokratie als Ganzes. Sie müssen diese Orte des Austausches erhalten oder erst schaffen. Auf jeden Fall nicht Förderprogramme wie Demokratie leben einfach beschneiden. Ja, wissen Sie, wenn Menschen sich beteiligen können, wenn sie sich sozial wirksam fühlen, dann werden diese Menschen glücklich und dann... Ach, verstehe. Glückliche Menschen wählen mich. Naja, zumindest weniger AfD. Ich verstehe. Guten Tag, ich möchte Sie glücklich machen.

31:01 Vorsicht, Freundchen, ja, ich bin eh schon scheiße drauf.

31:06 Was mache ich denn jetzt? Jetzt müssen Sie ihm sagen, dass er scheiße drauf ist, weil er AfD wählt. Nee, nee, nee, nee, Fräulein, das stimmt nicht. Ich wähle die AfD, weil ich unzufrieden bin. Ja, aber wenn Sie die AfD wählen, dann werden Sie laut Studien noch unzufriedener. Man hat mal versucht, das zu beziffern. Ein AfD-Wähler bräuchte 2500 Euro mehr im Monat, um sich wieder so zufrieden zu fühlen wie vor der Wahl. Und ich kann Sie da rausholen. Wählen Sie mich, dann bekommen Sie von mir gute Laune im Wert von 2500 Euro pro Woche.

31:38 Echt? Geil. Na, sehe ich da ein Lächeln in Ihrem regen Gesicht? Kann ich mir das auch direkt auszahlen lassen? Wenn Sie mich wählen, hören Sie, das ist ja ein fantastischer Kniff. Das wäre kein Kniff, das wäre gemäß §108b Strafgesetzbuch Wählerbestechung. Der Spahn nennt sowas immer Kniff. Kollege, Kollege, was ist denn jetzt? Wo bleibt die Kohle? Sind Sie verrückt? Das wäre Wählerbestechung. Nehmen Sie lieber das hier. Mein Buch. Mehr Kapitalismus wagen. Und das soll jetzt gute Laune machen oder was? Nein, das macht 1495. Sind Albetrüger und deshalb wähle ich die AfD. Arschloch. Er hat mein Buch nicht bezahlt. Super. Schon wieder ein AfD Wähler. Sie wollten doch die AfD halbieren. Sie haben vollkommen recht. Gute Frau Friedrich, konzentrier dich.

32:46 Ja bitte. Ja. Guten Tag, ich möchte Sie halbieren. Ja. Betrifft sich aber gut. Ich möchte Sie nämlich gerne vier teilen. Euch Flitzpiepen sind wir Bürger doch scheißegal. Herr Merz, Sie müssen jetzt klar machen, was dieser Staat alles für Sie tut. Hören Sie, wissen Sie eigentlich, was der Staat für Sie tut? Dieter! Was hat denn der Staat bisher für uns gemacht? Nüscht! Der Dieter sagt nüscht. und was tun sie für den Staat? Dieter! Was haben wir für einen Staat gemacht? Ja noch! Herr Dieter sagt ja noch. Hören Sie, dieses Volk ist unregierbar. Kann ich ein anderes haben? Nein, nein, nein, nein. Sie müssen sich jetzt endlich einmal damit auseinandersetzen, dass 89 Prozent der AfD-Wählerschaft tatsächlich bei Umfragen der Meinung ist,

33:47 dass sie schon genug für den Staat tun. Hier, 56 Prozent von Ihnen sagen sogar, Der Staat müsste mehr für Sie tun. Das ist deutlich mehr als bei anderen Parteien. Diese Unzufriedenheit, die müssen Sie jetzt mal adressieren. Also gut. Hören Sie zu, gute Frau. Wie sagte schon John F. Kennedy, frage dich nicht, was dein Friedrich für dich tun kann. Frage dich, was du für den Friedrich tun kannst. Dieter! Der Fritze fragt, ob wir was für ihn tun können.

34:15 Ne.

34:21 Interessant. Also das bestätigt unsere Forschungsergebnisse. Sehen Sie, die AfD-Wählerschaft, das sind oft narzisstische Wähler mit überzogenem Anspruchsdenken. Na, na, na, das ist ja wohl eine haltlose Unterstellung. Was soll denn das? Mir steht einfach mehr zu als den anderen. Ja, mir auch. Dem Dieter auch. Das ist doch Quatsch. Das geht mir so auf den Sack, dass man glaubt, was Besseres zu sein, nur weil man das Glück hatte, dass die Eltern hier in dem richtigen Land gepoppt haben, Dieter. Und dass man daraus Schlussfolger hat, dass man sich gegenüber allen anderen wie ein Arschloch verhalten kann, weil man ja so viel weiter wäre, wenn man die Fremden nicht wehren. Herr von Wagner, ganz kurz, Sie wissen schon, dass ich eine Schauspielerin bin

35:00 und Sie mir den Text geschrieben haben, damit wir dem Merz zeigen, wie man sich an einer Hausführe. Sorry, richtig, richtig, sehr, sehr gut gespielt. Vielen Dank.

35:11 Herr Merz, ich hoffe, vielen Dank. Aber es war einfach so glaubhaft. Herr Merz, ich hoffe aber Sie haben etwas aus meinem Verhalten gelernt. Ja, ich muss die Leute mehr anbrüllen. Herr von Wagner, Sie haben sehr toll gemacht jetzt. Wobei, da einige Leute schon, bestimmt könnte er einige erreichen. Hier, 35% der Ostdeutschen sagen, sie wollen nur eine Partei. 15% wollen sogar einen starken Führer haben. Führer? Ja. Da bin ich raus, danke. Hören Sie, wenn sich so viele Demokraten eine Diktatur wünschen, nicht wahr, dann muss ich Ihnen doch entgegenkommen. Sonst wäre es doch nicht demokratisch, oder? Aufmachen! Sofort aufmachen! Hier spricht Ihr Führer! Hallo! Dieter! Er ist wieder da. Sie sind also unser starker Mann?

36:21 Der bin ich. Ich mache was Sie wollen, wenn Sie nicht die AfD wählen. Ja, dann hüpfen Sie auf einem Bein. Bitte? Auf einem Bein hüpfen.

36:35 Wählen Sie mich jetzt? Nee, das hat mich nicht überzeugt. Können Sie einen Hut?

36:42 Das war okay. Jetzt mal Ententanz. Wie bitte? Ja, Ententanz. Hören Sie, ich bin Ihr Regierungsoberhaupt, ja?

36:52 Ententanz.

36:58 So, wählen Sie mich jetzt? Nein, das ist ja komplett würdelos. Ach, Jesus. Aber hören Sie, ich kann auch autoritär, verstehen Sie? Ich bin doch gerade dabei, das Informationsfreiheitsgesetz zu beschränken, damit die Skandale meiner Kollegen nicht mehr ans Licht kommen. Außerdem baue ich das Förderprogramm Demokratie Leben um, damit sich linke NGOs nicht wieder mit ihren klugen Ideen in meine Politik einmischen können. Das ist doch was. Hallo? Hallo? Herzlichen Glückwunsch Herr Merz, Sie haben alles falsch gemacht, was Sie falsch machen konnten. Die AfD-Wähler, die haben jetzt gelernt, und zwar durch Sie, dass Sie durch die Wahl der AfD Macht über den Kanzler ausüben können. Dann sagen Sie mir doch, wie ich es machen soll.

37:52 Es ist doch nicht so schwer. Sie müssen zuhören, bevor Sie widersprechen. Sie müssen aufklären, aber nicht belehren. Haltung beziehen, aber nicht moralisieren. Sie müssen Position diskutieren, aber nicht übernehmen. Sie müssen sich klar abgrenzen, aber eben nicht verurteilen. Widersprechen, aber nicht provozieren. Empathisch sein, ohne die eigene Haltung aufzugeben. Ist doch nicht so schwer, haben Sie das verstanden?

38:13 Ja, jetzt habe ich es kapiert.

38:18 Dann?

38:26 Arschloch.

38:38 So, nein, so wird das nichts mit dem Wahlsieg. Und schauen Sie nach Sachsen-Anhalt, die AfD steht inzwischen bei 41%. Sie meinen, so wird mein Haustürwahlkampf nicht erfolgreich, nein? Das war ja auch eine Simulation. Das ist typisch für dieses Land, hier wird zu viel simuliert. Kommen Sie mal, es ist doch folgendes, das BSW, wenn das mit der AfD zusammengeht, Dann haben die eine Regierungsmehrheit und dann muss die CDU aus der Opposition auszuschauen. Und Sie meinen, dass Sarah Wagenknecht mit Rechtsextremen koalieren würde, nur um der CDU und mir eins auszuwischen? Wenn Sarah Wagenknecht Ihnen damit eins auswischen kann, würde sie auf Wolfgang Kubicki heiraten.

39:17 Aber es gibt eine Chance, wenn das BSW nicht in den Landtag kommt. Dann gibt es eine Chance für eine Regierungskoalition aus CDU, SPD und Linken. Die gibt es nicht. Sie wissen, dass wir nicht mit den Linken koalieren. Sie können doch Sachsen-Anhalt nicht den Rechten überlassen. Na, hören Sie, das wäre einerseits schade, andererseits Sachsen-Anhalt. Sie können doch nicht einfach der AfD diesen Sieg gönnen, bloß weil Sie quasi nicht über Ihren eigenen Schatten springen können. Hören Sie, die CDU macht es nun mal nicht mit jedem, ja? Wir sind ja nicht die SPD. Ja, aber vielleicht lernen Sie doch mal die Linken ein bisschen kennen. Das ist doch schön, mal ein bisschen was über sich zu erfahren.

39:58 Glauben Sie mir, je mehr die Linken über mich erfahren, desto weniger mögen sie. Ich habe eine Kleinigkeit vorbereitet. Weil manchmal ist es doch ganz schön, wenn man sich quasi von den Ideen des politischen Gegners, naja, verführen lässt.

40:12 Oh Gott, die rote Heidi. Nein, bleiben Sie, bleiben Sie hier, kommen Sie. Sie müssen ja nicht gleich koalieren, nicht? Sie können ja erst mal ein bisschen kuscheln.

40:23 Nein, nein, nein, komm Sie, einfach nur mal probieren. Ich bleib ja auch ganz nah bei Ihnen. Ich brauche Sie da gar nicht, Herr von Wagner. Ich habe schon oft in meinem Leben gehört, dass ich einen Schlag habe bei jungen Frauen.

40:40 Aha, wer sagt Ihnen sowas? Na, ich. Setzen Sie sich jetzt mal da hin und versuchen Sie ein ganz lockeres, vielleicht mal sympathisches Gespräch zu führen. Ich glaube an Sie.

40:54 Guten Abend, Frau Reichenbeck. Ich darf vielleicht mit einem Kompliment beginnen. Ich finde Ihre Tattoos beeindruckend. Ich hatte früher selbst mal eins. Einen Anker von Huppapuppa.

41:08 War ein bisschen verschwommen.

41:13 Tja, ich genieße es gerade sehr, überraschenderweise hier mit Ihnen zu sitzen, weil ich mich nicht daran erinnern kann, dass Sie mal über einen so langen Zeitraum nichts gesagt haben.

41:24 Das war wieder typisch von Ihnen, Herr Merz. Das geht ja schon gut los, das haben Sie gern, wenn Frauen Ihnen nicht gegenüber sitzen, lächeln und die Klappe halten, damit Sie uns und unsere Töchter schön für Ihren rassistischen Stadtbildkram benutzen können. aber wir, wir haben mal eine eigene Meinung, dann wollen Sie uns mundtot machen. Und das ist das verdammte Problem und Sie haben es bis heute nicht verstanden, aber ich sage es Ihnen und den Menschen da draußen in diesem Land, leistet Widerstand gegen den Faschismus hier im Land auf die Barrikaden. Frau Reicheneck, es ist leider so, ich glaube, wenn Sie gegen den Faschismus aufstehen wollen, dann müssen Sie bei ihm leider sitzen bleiben.

41:54 Wie soll ich denn mit einem Rassisten gegen Faschismus kämpfen? Ja, toll. Keine Minute hier und schon bin ich ein Fascho, ja? Also, Herr Merz, die Frau Reicheneck, das muss man ganz klar sagen, hat sie nie Faschist genannt. Wahrscheinlich denkt sie, ich mache faschistische Politik. Das habe ich auch nie gesagt. Aber ihr Parteichef, Luigi Partisano. Partisano. Das heißt Parmigiano und da steht er doch.

42:16 Partisano hat sich entschuldigt und sorry, es ist echt viel verlangt, mit einer Partei zusammenzuarbeiten, die sich in Brüssel zusammen mit Rechtsextremisten in WhatsApp-Gruppen abschricht und Stück für Stück das Asylrecht abschafft. Und warum soll ich mit einer Partei koalieren, die Antisemitismus in ihren Reihen duldet? Ja, also da muss ich auch fragen, wie sieht es mit Antisemitismus aus in ihren Reihen? Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden hat Jüdinnen und Juden aufgefordert, nicht die Linke zu wählen, weil sie mit ihrer übertriebenen Israel-Kritik Antisemitismus den Weg ebnen. Und beim letzten Parteitag haben 30% einem Antrag zugestimmt, in dem kein Existenzrecht für Israel enthalten war.

42:52 Aber im Endantrag war eine Mehrheit für das Existenzrecht. Wenn Sie, dass sowas in Ihrer Partei überhaupt kontrovers diskutiert wird, entfernen Sie erstmal diese Extremisten aus Ihren Reihen. Dann entfernen Sie erstmal Jens Spahn aus Ihren Reihen. das würde mich interessieren muss ich schon frage warum jetzt hier in sparen wie viel zeit haben sie davon wagen also gut über jens sparen können wir reden das ist doch die erste gemeinsamkeit sie können bei jens sparen bleiben das ist ein anfang das schreiben wir gleich mal in ihren kuschelvertrag jetzt würde ich sagen das war ein holpriger start aber wir kommen vorwärts darf ich was zu trinken anbringen? Ja für mich gerne ein Clubmate. Ich bin heute etwas müde, haben Sie

43:35 vielleicht gemerkt, deswegen spreche ich heute auch so langsam. Ja hab ich gemerkt. Für mich etwas, das schnell müde macht. Vielleicht einen Cabernet aus dem Barrique habe ich da. Sehr gerne. So, das ist doch die nächste Gemeinsamkeit, die Sie haben. Also Sie trinken gerne Wein, die ausgebaut sind im Barrique und Sie gehen gerne auf die Barrique. Und mit solchen Witzen bekommt man 100 Sendungen im ZDF, ja? Ich weiß auch nicht wie das ging. Ich weiß auch überhaupt nicht, nicht, was diese Verkupplungsaktion hier soll. Wir haben doch beim letzten Parteitag recht deutlich gesagt, dass wir zur Not auch die CDU in Sachsen-Anhalt stützen. Ja, aber wir wollen uns nun mal nicht von Ihnen stützen lassen. Wie stellen Sie sich das überhaupt vor, dass

44:14 die Linke demnächst in Sachsen-Anhalt zusammen mit der CDU irreguläre Migration auf Null bringt? Oder dass die CDU für eine Vermögensteuer ist? Ja, das ist natürlich, vielleicht können Wir bringen die Vermögensteuer auf Null für irreguläre Migranten. Nein, das stimmen wir denen nicht zu. Wir stimmen den Linken nie zu. Auf keinen Fall, in keinem Punkt. Unser Entgegenkommen besteht darin, dass die Linke der CDU zustimmen darf. Und zwar in jedem Fall, in jedem Punkt. Ja, aber sehen Sie doch, in der CDU gibt es doch mittlerweile Stimmen, die sich quasi gegen diese Unvereinbarkeitsgeschichte richten. Zum Beispiel hier, Mario Vogt ist der Ministerpräsident aus Thüringen. Und er sagt ganz klar hier, die Linke arbeite anders als die AfD nicht auf einen Systemsturz hin.

45:00 Tut sie nicht? Tun wir nicht. Tun sie nicht. Und CDU-Familienministerin Karin Prien sagt, die Linke sei keine Gefahr für die liberale Demokratie. Hören Sie mal, das sehe ich anders, Herr von Wagner. Diese Linken wollen Enteignungen von Immobiliengesellschaften, nicht wahr? Milliardäre abschaffen, Privatflugzeuge verbieten. Gut, aber Privatflugzeuge sind jetzt doch für diese Landtagswahl relativ egal. Was ist mit meiner Diamond DA62? Ich meine, ob in Deutschland Privatflugzeuge verboten werden, das entscheidet sich nicht in Sachsen-Anhalt. Aber vielleicht könnten wir Privatflugzeuge über Sachsen-Anhalt verbieten. Wie soll ich denn ohne Privatflugzeug nach Sachsen-Anhalt kommen? Es geht jedoch nicht um Privatschätze, sondern um zu verhindern, dass hier ein als gesichert rechtsextrem geltender Landesvorhand der AfD an die Macht kommt.

45:43 Erinnern Sie sich doch einfach mal an Gustav Stresemann. Sie meinen den ehemaligen Reichskanzler der Weimarer Republik? Ja, genau der. Das war eine Art historischer Kollege von Ihnen. Er war auch so ein konservativer Knochen wie Sie. Und der hat trotzdem erkannt, dass das, was die Nazis haben, schlimmer ist als jede linke Umverteilung. Und wissen Sie, was Stresemann in seiner letzten Rede im Reichstag 1929 gesagt hat? Wie soll ich ohne Privatflugzeug nach Sachsen-Anhalt kommen? Nein, hat er nicht. Er hat gesagt, ich sehe nur, dass wir mit den Linken gehen müssen, weil Teile von rechts in Deutschland verrückt geworden sind. Und deswegen gehen Sie mit der Linken. Frau Reichenig, ganz ehrlich, ich spüre da gar nichts.

46:27 Sieht doch jetzt jeder, dass wir hier eine Zweckbeziehung eingehen. Ja, aber was gäbe es für einen schöneren Zweck als den Kampf gegen den Rassismus und gegen den Faschismus. Ich meine, schauen Sie, Sie müssen einfach allen Leuten klar machen, Sie haben sich gefunden. Trotz aller Unterschiede. Ganz im Geiste Gustav Stresemanns. Sagen Sie, was ist mit Stresemann nach dieser Rede eigentlich passiert? Hm? Er ist tot umgefallen.

46:56 Na gut. Versuchen wir es eben mal. Was für Musik hören Sie denn gerne? Ich höre gerne was Klassisches. Von Igor Levit oder so. Und Sie? Ich eher was Politisches. Wissen Sie, was ich jetzt richtig geil fände? Danger Dan.

48:35 Ja, wie Sie hören, hören Sie nichts. Das liegt nicht an technischen Problemen, sondern an politischen. Ja. Das ZDF hat Danger Dan, der heute seinen neuen Song bei uns vorstellen wollte, zusammen mit Igor Levit. zwei Tage vor der Aufzeichnung wieder ausgeladen, weil er gegen die Programmrichtlinie verstöße. Wir hatten übrigens die Erlaubnis, ihn auftreten zu lassen. Dem ZDF lagen seit Wochen die Texte des Liedes vor. Ich frage mich nur, was sich an der Programmrichtlinie in den letzten drei Wochen verändert hat. Also ich habe jetzt hier das offizielle Statement des ZDF für die Ausladung. Das haben wir erst vor kurzem bekommen. Ich lese das jetzt einfach vor. Darin wird erklärt, wie das ZDF das Ganze sieht.

49:18 Der Text des Liedes kann als Aufruf zur Gewalt verstanden werden. Ein solcher Aufruf stunde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des ZDF. Im Zuge der Sendungsvorbereitung ergab die intensive redaktionelle Bewertung, dass dieser Widerspruch im Anschluss an die mehr als siebenminütige Live-Performance auf der Bühne nicht aufzulösen war. Vor diesem Hintergrund hat sich das ZDF dazu entschieden, sich zeitnah dokumentarisch-journalistisch mit dem Lied von Danger Dan zu befassen und an einer anderen Stelle im Programm aufzuarbeiten. Wir machen das jetzt hier schon mal. Aber um das an dieser Stelle gleich mal klarzustellen, wir sind nicht das ZDF. Wir teilen auch nicht die Einschätzung des ZDF.

50:00 Das heißt, wir sind im ZDF gegen das ZDF. Das klingt nach unentschieden, aber machen wir uns nichts vor. Wir haben in Wahrheit verloren. Ja, wir sind zwar die Leiter der Anstalt, aber nicht die Leiter der Anstalt. Kurz zur Erläuterung. Die ZDF-Programmrichtlinien sind Regeln, die der ZDF-Fernsehrat aufgestellt hat und mit denen sich das ZDF dazu verpflichtet, unter anderem Menschenwürde, demokratische Vielfalt und körperliche Unversehrtheit zu achten. Ja, dann muss der Song, das werden Sie sich denken, von Danger Dan ja so krass sein, wenn er gegen diese Werte verstößt. Also mich würde an Ihrer Stelle jetzt wahnsinnig interessieren, was in dem Text steht. Leider, leider darf Danger Dan ihn ja nicht singen

50:57 Aber wir dürfen uns journalistisch damit auseinandersetzen Ja, ich würde sagen, ich fange damit an Keine Sorge, Kollege, ich kann das, denn ich habe Kommunikationswissenschaft studiert Was denn?

51:09 Wir können darauf warten, dass Sie in den Parlamenten und auf der Straße erstarken, bevor wir Sie bekämpfen Und wir warten, warten, warten, das ist erstmal bequemer Es geht uns trotzdem an den Kragen, nur halt etwas später Was hier gemeint ist, ist recht klar. Danger Dan formuliert hier seine Angst, dass wir zu lange warten und die Rechten so weit erstarken lassen, dass wir sie nicht mehr stoppen können. Und deswegen fordert er, antifaschistische Strukturen aufzubauen, mit denen sich die Menschen gegen rechte Gewalt wehren können. Zum Beispiel, redet mit Bars und Kneipen, fragt, ob die für einen Abend Räumlichkeiten für eine Party gegen Nazis haben, ladet Freunde ein, macht ein Festival, do it yourself,

51:46 eintritt frei, sammelt auf Spendenbasis Geld. Party machen. Ich denke, das ist gerade noch von den Programmrichtlinien gedeckt. Aber jetzt sagt er natürlich auch an dieser Stelle, helft eurer Lokalzeitung mit Informationen, wenn sie nicht schon von selbst dahinter kommen, dass es Probleme gibt mit Nazis in der Stadt. Vielleicht wird dann sogar die Staatsanwaltschaft wach. Das war fürs ZDF auch noch unproblematisch, obwohl ich als Anwalt die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften grundsätzlich problematisch sehe. Jetzt wollen wir aber mal nicht so tun, als wäre das Lied komplett harmlos. Das wäre ja Rufschädigung von Danger Dan. Natürlich hat das Lied auch Stellen, über die man länger diskutieren kann.

52:24 Ich zitiere, früher nannte man sowas Outing-Aktionen. Es hingen Flyer und Plakate in den Vierteln, wo sie wohnen, mit Fotos und Funktionen mit Namen und Adressen. Niemand will ein Nazi-Schwein als seinen Nachbarn. Das könnte Doxing sein, unerlaubte Veröffentlichung von persönlichen Daten. Das wäre strafbar. Wie fänden wir das umgekehrt, wenn Rechte in einem Song aufrufen, Linke beim Arbeitgeber anzuzeigen? Das sollen sie ruhig machen, dann weiß das ZDF endlich, wo ich politisch stehe.

52:56 Nächste diskussionswürdige Stelle. Nehmt es selber in die Hand, die sehen gefährlich aus, aber wir legen sie lang. Klingt erstmal schwierig, aber legen sie lang. Schauen wir nach, die erste Bedeutung laut Duden ist, sich zum Ausruhen, Entspannen, Schlafen, Hinlegen. und die zweite zu bodenstürzt dann ist wohl das gemeint denn die nächsten zeilen lauten koordiniert euch fangt an zu trainieren wenn ihr zusammen kämpft dann kann es funktionieren da geht es ja wohl um gewalt dann kommt nämlich schon am ersten tag wenn ihr die party macht besteht die möglichkeit dass es vor der türe kracht also plant immer mit der konfrontation habt überraschungen dabei, wenn sie kommen. Ich finde, das ist eher die kreative Vorbereitung einer Notwehrsituation.

53:50 Dann können wir ja auch jeden Taekwondo-Verein dicht machen. Also, ist das ein Aufruf zu Gewalt? Wenn das ein Aufruf zur Gewalt ist, was ist dann mit Kabarett-Klassikern, wie zum Beispiel Kreisler? Geben wir Tauben vergiften im Park. Ein Verstoß gegen die ZDF-Tierschutzrichtlinie? Wurde Bob Marley eigentlich je verhaftet für I Shot the Sheriff? Oder The Cure für Killing an Arab? Moment, jetzt müssen wir kurz ernsthaft werden. Das geht jetzt nämlich um die letzten vier Zeilen von dem neuen Song von Danger Dead. Und die haben wir also auch lange und breit diskutiert. Ich lese die jetzt mal kurz vor. Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrammt. Ich lasse ihn jetzt mal einfach im Raum, den Elefant.

54:33 Ist eh klar, was zu tun ist. Ich sage nichts mehr dazu. Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maya und Nanook. Und das sind ja offensichtlich nicht die Hauptfiguren eines TKKG-Buchs, sondern vier Menschen, die wegen gefährlicher Körperverletzung an Nazis angeklagt und teilweise schon verurteilt sind. Also nur, dass wir das mal sagen, wir sind mit dem ZDF einer Meinung, die Anstalt verurteilt grundsätzlich jede Gewalt. Ja, Moment, Moment, Moment. Aber Danger Dan singt ja lediglich, ich sag nichts mehr dazu. Und deswegen wird er vom ZDF zensiert? Er singt auch, jeder weiß, was zu tun ist und liebe Grüße an. Also jetzt mal ehrlich, man könnte das schon als Aufruf verstehen. Zu was? Ja, zu Selbstjustiz und zu Gewalt.

55:14 Und das ist ja nicht das Mittel unserer Wahl. Auch wenn ich das in der Zusammenarbeit mit Ihnen beiden manchmal bedauere. Okay, ich sehe das auch so. Jetzt ist es wirklich so, der Satz, wir wollen keine Selbstjustiz. Der ist ein Satz, der sich in München ganz selbstverständlich sagt. Aber in manchen Gegenden Ostdeutschlands eben nicht mehr, weil da ein Klima der Angst und Einschüchterung durch Rechtsextreme herrscht. Das hat uns nicht nur Danger Dan erzählt, sondern auch Aktivisten der Initiative Polylux und die Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuß. In Eisenach haben Polizei und Behörden jahrelang weggeschaut, als militante Kampfsportgruppen wie Knockout 51 Jagd auf Migranten und Linke gemacht haben und Nazis nachts patrouilliert sind.

55:52 Richtig ermittelt hat man erst, als linke Aktivisten sich gewehrt haben. Und das ist genau die spannende Frage. Was passiert, wenn der Staat sein Gewaltmonopol nicht durchsetzt und Menschen ungeschützt sind vor Nazis? Wer springt da ein? Und was würden wir da tun? Und ich weiß es auch nicht. Ich weiß nur, wie wichtig diese Debatte ist. Und deswegen hätten wir uns sehr gewünscht, dass der Künstler bei uns auftreten darf. Wir hätten es als öffentlich-rechtliche Pflicht angesehen, das Lied zu präsentieren und danach zu diskutieren.

56:49 Also jetzt mal, wir verstehen, dass es diese Programmlichtlinie gibt und dass man über den Song geteilter Meinung sein kann. Aber ganz ehrlich, wir empfinden die Entscheidung vom ZDF in einer Zeit, in der rechtsextreme Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik mal wieder einen Höchststand erreicht hat, einfach als mutlos. Wie heißt denn eigentlich der Song, den Danger Dan bei uns gespielt hätte? Keine Angst.

57:29 Sie wirken ratlos, mutlos, verzweifelt. Ist das heutzutage in allen öffentlichen Versammlungen so? Die Antwort ist doch ganz einfach. Man muss Feuer mit Feuer bekämpfen. Die wirksamste Maßnahme gegen den Faschismus besteht darin, subversive Bewegungen gänzlich zu verbieten. Was haben Sie da gerade über Faschismus gesagt? Und ganz ehrlich, was machen Sie in unserer Sendung? Wir kommen aus der Vergangenheit. Aus dem Widerstand gegen den Faschismus. und wir wollen wissen, ob unser Leiden und Kämpfen für eine bessere Zukunft Früchte getragen hat. Naja, das... Ja, setzen Sie sich doch.

58:11 Wir möchten einfach nur wissen, ob Deutschland aus seiner Geschichte gelernt hat. Ja, also das kann man so, würde ich... Nicht grundsätzlich haben Sie aus der... Doch, doch, ja, Geschichte. Wer sind Sie jetzt genau? Ich dachte, Sie hätten aus der Geschichte gelernt. Offenbar nicht. Darf ich vorstellen. Das ist Karl Löwenstein. Und das ist Karl Stützel. Ja, Herr Löwenstein und Stützel, wer kennt die nicht? Sie zum Beispiel, Herr von Wagner? Das stimmt gar nicht. Dann erklären Sie uns doch mal, wer genau das ist. Klar. Das ist das Herr Stützel und das ist Herr Löwenstein.

58:52 Ich würde sagen, die Namen sind schon mal korrekt. Nur falsch rum. Okay. Ich bin Karl Löwenstein, ein jüdischer Jurist aus München, der 1933 in die USA geflohen ist. Na, jetzt sind wir nicht zu bescheiden. Du giltst ja sein deiner geistigen Väter der wehrhaften Demokratie. Das ist ganz interessant. Löwenstein gilt ja als geistiger Vater der wehrhaften Demokratie. Falsch! Militant! Das Konzept heißt Militant Democracy. Ah, Militant. Haben Sie das gehört, Herr von Wagner? Von diesen linken Antifaschisten könnten Sie sich mal eine Scheibe abschneiden. Ja, das ist auch schon mal falsch. Ich war damals Liberaler von der Deutschen Demokratischen Partei. Und ich war bei der Bayerischen Volkspartei.

59:28 Und Sie haben gegen Nazis gekämpft. Wie hieß denn Ihre Kampftruppe? Die Trachtifa? Die Antifa hieß damals bayerische Landesregierung. Ich war nämlich bayerischer Innenminister von 1924 bis 1933. Und was für einer. Ich habe gegen Hitler ein Auftrittsverbot verhängt. Ich habe Nazi-Versammlungen verboten, die Uniformen verboten. Mir haben die Nazis ins Gefängnis geschmissen. Dieser militante Freiheitsgeist hat sich doch hoffentlich bei den bayerischen konservativen bis heute erhalten oder es gibt es gibt in bayern durchaus konservative politiker die legen bisweilen auch einen militanten freiheitsführer an den tag oft wenn es ums autofahren geht also mehr so freie fahrt für freie bürger also haft gibt es auch allerdings

1:00:18 eher gegen klimaaktivisten gegen naturfreunde aber nicht gegen nazis weil es keine mehr gibt Natürlich, weil Sie aus unserer schmerzhaften Geschichte gelernt haben. Oder? Also es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Es gibt keine Nazis mehr, aber sehr viele, die nicht so genannt werden wollen. Ah, Klassenkasper, was? Na ja, dann spucken Sie es schon mal aus. Wie viele sind es denn? Also im Moment stehen die Rechtsextremen deutschlandweit in Umfragen bei 28 Prozent. 28 prozent ist ja wie damals kreiskurste fix hergenommen dafür habe ich mich foltern lassen ihr habt ja wohl einen arsch hoffen was der hochverehrte kollege stützel sagen will wir können unsere nazis mit einer weltwirtschaftskrise der spanischen grippe und einem verlorenen weltkrieg

1:01:11 begründen was waren denn ihre existenzbedrohlichen krisen das aus gegen paraguay im 16 finale Vorsicht Freunde oder ich mache Ihnen ganz kurzen Prozess. Also wir können unsere Nazis begründen mit Gaskrise. Corona? Also Wiedervereinigung müsste man... Sie wollen uns gerade erklären, Deutschland ist nach rechts gerückt, nicht weil es Gebiete verloren, sondern dazugewonnen hat? Jetzt muss man aber vielleicht zu unserer Verteidigung sagen, wir haben ja nicht nur Gebiete dazugewonnen. Ja auf den Gebieten, da leben ja auch Leute. Also und dann gab es da noch ganz ganz viele Geflüchtete, nicht? Ah, da wo die meisten Geflüchteten sind, sind es die meisten Rechten oder was? Nein, wir haben die meisten Rechte da wo die wenigsten Geflüchteten sind, fragen Sie mich bitte nicht warum.

1:02:00 Na gut, also Sie haben die Rechten wieder groß werden lassen. Glückwunsch! Schlimm genug! Jetzt ist aber die wichtige Frage, wie kriegen Sie sie wieder klein? Also große Teile der Öffentlichkeit und der Politik, die wollen sie quasi inhaltlich stellen oder wegregieren. Ich bin schon ausgerastet. Das ist nicht mein Niveau. Dann mag es nicht. Man kann Faschisten nicht argumentativ stellen. Das habe ich alles in meinem Aufsatz von 1937 schon längst erläutert, den Sie alle im Unterricht mehrmals gelesen haben. Mehrmals? Jetzt nicht. Wie oft denn? so keinmals. Warum kennen wir denn diesen Aufsatz nicht? Ich weiß nicht. Ja der wurde nie ins Deutsche übersetzt. Sie wollen sagen, das wegweisende Werk des deutschen Erfinders der

1:03:13 militanten Demokratie ist bis heute nicht auf Deutsch erschienen. Komm halt doch mal. Na also, geht doch. Ja das muss man sich auch leisten können. Demokratie abschaffen oder die Juden vernichten und dann den wegweisenden Texte eines vertriebenen jüdischen Autors nicht übersetzen. Der versucht hat zu zeigen, wie die deutsche Demokratie sich schützen kann. Wissen Sie was? Gut, gut. Wir haben ja Zeit. Dann lese ich Ihnen den jetzt von vorne bis hinten vor. Jawohl. Den ganzen Aufsatz? Den ganzen Aufsatz. Also wir haben 2026. Die Aufmerksamkeitsspanne ist nicht mehr das, was Sie mal waren. jetzt wo sie es sagen ich sehe es. okay. gut dann machen wir eben die zusammenfassung. der faschismus ist keine weltanschauung. der faschismus ist eine

1:04:10 methode. eine methode der emotionalisierung mit dem alleinigen ziel der machtergreifung. das heißt die rechtsextremen setzen gar nicht auf argumente sondern auf aggressive affekte. dagegen kommt eine demokratie doch gar nicht an mit ihren mitteln. rationalität hat keine chance gegen Ressentiments. Da hilft nur eine Repression. Exakt. Oder haben Sie die rechtlichen Instrumente der militanten Demokratie aus der Verfassung geworfen? Nein, nein, nein, die sind in der Verfassung drin. Wir können zum Beispiel Parteien verbieten. Und Gegner an der Demokratie Grundrechte entziehen. Ja, und verfassungsfeindliche Landesregierungen entmachten. Aber ohne Antrag von Bundesregierung, Bundesrat oder Bundestag können diese Instrumente nicht aktiviert werden.

1:05:01 Und überall hat da die CDU die Mehrheit. Was ist ein bisschen... Die CDU hat einfach nicht die Eier, die Rechtsextremen zu verbieten. Ruhm Sie mal bitte und zeigen Sie Ihre Eier! Was? Was? Was soll ich? Kommen Sie mal bitte her und stellen Sie sich vor. Da vorne. Danke, Robert. Guten Abend.

1:05:25 Ja, mein Name ist Robert Lehr. Ich war CDU-Innenminister unter Adenauer. Die Rechtsextreme Sozialistische Reichspartei hat bei der Landtagswahl in Niedersachsen 1951 mancherorts Wahlergebnisse von über 30 Prozent erreicht. Als diese Nazi-Partei die Regierung als Verbrecherbande beschimpft hat, ja, da ist mir der Geduldsfaden gerissen. Gegen den anhaltenden Widerstand des SPD-Ministerpräsidenten und Kanzler Adenauer habe ich erreicht, dass die Bundesregierung am Ende den Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt hat. Anderthalb Jahre später wurde die SRP verboten, weil sie das Vertrauen zur Demokratie von Grund auf erschüttern wollte. Anderen Parteien die Daseinsberechtigung abgesprochen hat

1:06:17 und ihnen vorgeworfen hat, das deutsche Volk an fremde Mächte zu verraten.

1:06:24 Robert, danke.

1:06:33 Entschuldigung, ich will keine allzu große Sache draus machen. Aber in der Heute-Show hätten wir in den Text noch 5 Punkten eingebaut. Ja danke, wir haben es verstanden. Moment, Moment. That's the spirit. Wir brauchen doch viel mehr Entertainment. Wir brauchen Emotionen. Ich war lang genug in Amerika und die wissen wie es geht. Wir haben sogar aus den verfassungsrechtlichen Schriften der Gründerväter ein Musicals Musical gemacht. Hamilton. Wie soll das in Deutsch klingen? Ihr Steinmeier das Musical oder was?

1:07:08 Sie haben recht. Scholz. Der König der Drögen. Merz, der Miserable? Nein! Wir machen ein Musical über die verfassungsrechtlichen Möglichkeiten der Militantendemokratie! So und jetzt zack, zack auf die Position bitte. Es geht los. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Was? Moment, aber ich kann nicht singen. Ich kann nicht tanzen. Ich kann beides nicht. Und ich bin keine professionelle Rapperin, aber für die Demokratie muss man mal seinen Arsch hochkriegen und aus der Komfortzone raus. Five, six, seven, eight! Wir haben nur noch diesen einen Schuss, maximal noch den einen Schuss. Und wenn wir es jetzt nicht packen, die Fasch zu sein zu sacken, dann ist mit der Demokratie bald Schluss. Wollen wir die Freiheit hier im Land schützen, dann müssen wir das Grundgesetz benutzen.

1:08:00 Wenn die Rechte das Recht gegen uns richtet, sind wir zum Lautsein verpflichtet, sonst wird das Recht selbst schnell vernichtet. Freiheitsfeinden gaben wir die Freiheit zum Siegen, sahen die Republik von Weimar in wahren Trümmern liegen. Sie nutzten das System, um das System zu zerstören, weil wir nicht glauben wollten, dass sie wirklich meinen, was wir hören. Diesen Fehler dürfen wir nie wieder wiederholen. Verfassungsweinde handeln, es sind nicht nur Parolen. Das Parteiverbot, Artikel 21 steht bereit. Demokraten aller Länder, es ist allerhöchste Zeit. Und wer die Freiheit missbraucht, wie die faschistischen Knechte, dem droht Artikel 18, Entzug der Bürgerrechte. Das sind die Waffen unserer Demokratie.

1:08:36 Wir geben nicht auf, nein, wir kämpfen für sie. Und aus Grundrechte sind auch die Länder verpflichtet. Und jedes Bundesland, das diese Pflichten nicht verrichtet, trifft Artikel 37 Bundeszwang. Greift ihr uns an, fackeln wir nicht lang. Fangt endlich an zu prüfen, wir verlangen nicht viel. Unsere Rechte, unsere Freiheit, es steht viel auf dem Spiel. Es ist fünf vor zwölf, wann steht ihr endlich auf? Ihr nehmt sonst den Tod der Demokratie in Kauf. Wir haben nur noch diesen einen Schuss, maximal noch den einen Schuss. Und wenn wir es jetzt nicht packen, die Faschus einzusacken, dann ist mit der Demokratie bald Schluss. Wir haben nur noch diesen einen Schuss, maximal noch den einen Schuss. Und wenn wir es jetzt nicht packen, die Faschus einzusacken, dann ist mit der Demokratiewahl, mit der Demokratiewahl Schluss.