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Bundestagswahl 2017

Wahlberichterstattung zur Bundestagswahl 2017 mit fiktivem Wahlerfolg der AfD , Wahlergebnis aus Sicht der CSU , Elefantenrunde , Zweckoptimismus von Politikern, Wahlkampfstrategien, Erstarken populistischer / rechtspopulistischer Tendenzen, Gründe für Donald Trumps Wahlerfolg zum US-Präsidenten , wachsende Ungleichheit bei der Wohlstandsverteilung, zunehmende Wahrnehmung von Politikern als unehrlich, Wahlverhalten der „Abgehängten“, Kompetenzen der einzelnen Parteien, fehlendes Wahlrecht einiger Ausländergruppen in Deutschland

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die 'Anstalt' analysiert die Dynamik der deutschen Politik vor der Bundestagswahl 2017, indem sie den Populismus, die Instrumentalisierung von Ängsten und die mangelnde politische Kompetenz der Parteien kritisiert. Die Satire beleuchtet die Auswirkungen von Themen wie Migration, Armut und Ungleichheit auf die Wahlverhalten der Wähler und zeigt die Versuche, diese Probleme durch einfache, oft pauschale Aussagen zu vereinfachen. Ein zentrales Thema ist die fehlende politische Integration von Ausländern und die Manipulation der öffentlichen Meinung durch gezielte Rhetorik. Die Sendung stellt die Frage nach der Verantwortung der Politik und die Glaubwürdigkeit der politischen Institutionen.

Transkript 7.387 Wörter

Heute Nacht dreht sich alles um eine Entscheidung. Wer kann Kanzler? Sie? Sie? Oder doch sie? Eine historische Wahlnacht. Jetzt hat der Wähler das Wort. Die Wahl ihres Lebens. Die Bundestagswahl 2017 im ZDF. Herzlich willkommen an diesem historischen 28. September 2017. Ich bin Rolf Dieter. Und ich bin Dieter Rolf. In wenigen Minuten schließen die Wahllokale. Wissen wir endlich, mit wem Angela Merkel in Zukunft regiert? Wird sie allein regieren können? Oder regiert sie wieder allein mit der SPD? Ja. Wir nutzen doch die wenigen Minuten, die uns noch bleiben, bis zur Hochrechnung, um den Wahlkampf ein bisschen Revue passieren zu lassen.

Meine Damen und Herren, bei uns ist der Wahlkampfexperte Alfred Dorfer. Guten Abend. Herr Dorfer, Sie sind ja von der Agentur alt und matt. Herr Dorfer, Angela Merkel hat ja im Wahlkampf auf ihr internationales Renommee gesetzt. War das eine vernünftige Entscheidung? Ja. Die New York Times hat sie als Leading of the Free World bezeichnet. Und daher war die Kampagne ein bisschen on the top. Man sieht, es fehlt ein bisschen das Fire, wie man so sagt. Und da wurde dann versucht, gegenzusteuern. Komm, einmal noch. Das war nicht wirklich funktioniert, weil die Wähler gemerkt haben, dass da doch kein Argument dahinter steckt. Ja, das Folgeplakat war schon etwas von Verzweiflung geprägt.

Hier, das letzte Mal versprochen. Sagen Sie, Herr Dorfer, wie beurteilen Sie im Nachhinein die Wahlkampfstrategie der Grünen? Ja, die hatten Probleme mit Clearness of the Message. Hier sieht man das genau. Na ja, Vermögensteuer jetzt scheint mir relativ klar. Ja, aber sehen Sie dieses kleine Sternchen hier? Die Aussage ist, Vermögensteuer jetzt nicht. Ja, aber da ist noch einmal ein kleines Sternchen. Und wenn doch, dann nur unter der Bedingung, dass sie keinen trifft. Ah, jetzt habe ich es verstanden. Die AfD, Herr Dorfer, hatte sich im Laufe der Kampagne als Opfer der Medien inszeniert und davon gesprochen, dass sie nie ausreden dürfe.

Ja, das wurde geschickt ausgenützt und das Plakat war wirklich hilarious. Ausreden für Deutschland. AfD, jetzt natürlich. Sehr geschickt. Die SPD hat es ein bisschen schwieriger, als man gemerkt hat, man kann sich am Minister zum Mittagessen mieten. Stichwort Rent as Sozi. Ja, da hat man auf Verteidigungsoffensive umgeschaltet. Mit diesem schönen Claim hier sind wir zu teuer, bist du zu arm. Daraufhin haben ja 100.000 SPD-Mitglieder öffentlich ihr Parteibuch verbrannt, um auf die soziale Kälte in diesem Satz hinzubeißen. Da wurde blitzartig reagiert mit Sigmar Gabriel's Key Visual hier. The Walking Dead. Und sofort war menschliche Wärme spürbar. Ja, das fand ich auch ganz wunderbar.

Ja, aber nur deshalb, weil Sie als Einziger nicht wussten, dass The Walking Dead eine Serie über Hirntote Zombies ist. Jetzt finde ich es noch besser. Abschließende Frage, Herr Dorfer, war das klug von der SPD bis heute zum Wahltag nicht zu sagen, wer Kanzlerkandidat ist? Das war eigentlich ganz genau wurscht. Weil bei Sigmar Gabriel weiß man, dass er werbetechnisch unverkäuflich ist sozusagen. Und Martin Schulz mit seinem Bart, der letzte Kanzler in Deutschland, der einen Bart hatte, war ... Österreicher. Vielen Dank, Herr Dorfer. Danke für diese Einschätzung. Meine Damen und Herren, ich höre uns liegt eine erste Hochrechnung vor. Tja, da gebe ich sofort ab an Dieter Rolf.

Spannend, das ist jetzt die erste Hochrechnung. Die CDU kommt auf. 28 Prozent, das ist ein Minus von 10 Prozent, meine Damen und Herren. Die SPD kommt auf. Minus 14,5 Prozent, das wäre ein Minus von 40 Prozent. Moment, Dieter Rolf, liegt da ein Grafikfehler vor? Nein, das ist offensichtlich das Ergebnis der vereinfachten Wahlzettel, die man gedruckt hatte, um auch politikferne Wähler wieder zurück an die Wahlohne zu bekommen. Man konnte als Bürger also auch abstimmen unter der Rubrik Egal, Hauptsache nicht die SPD. So, dann schauen wir mal weiter. Die Linken kommen auf. 5,5 Prozent. Die Grünen auf. Die Grünen kommen auf. 5 Prozent, kommen auf 5 Prozent.

Und jetzt die FDP kommt auf nichts, das war zu erwarten. Jetzt wird es natürlich spannend, meine Damen und Herren. Schafft die AfD den Sprung über die 38-Prozent-Hürde? 38 Prozent für die AfD, das ist unglaublich. Wie ist das zu erklären, Dieter Rolf? Ich frage mal ganz direkt, stecken da die Russen dahinter? Dafür gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinerlei Informationen. Deswegen würde ich an dieser Stelle ganz klar sagen, ja. Also doch, was bedeutet das jetzt für mögliche Koalitionen? Na ja, man könnte die Zusammenarbeit mit Russland auf andere Füße stellen. Meinte im Bundestag. Ach so, ja. Schauen wir uns doch mal die Koalitionsmöglichkeiten an.

Wir haben hier die CDU-SPD zusammen, also die CDU 28 Prozent. Jetzt müssen wir die SPD dazu bzw. abziehen. 13,5 Prozent, das reicht nicht mehr ganz für eine große Koalition. Allerdings, die SPD hatte sich ja explizit eine rot-rot-grüne Koalition offen gehalten. Allerdings nur unter der Voraussetzung, das ist ganz interessant, dass es für so eine Koalition keine Mehrheit mehr gibt. Zumindest diese Strategie scheint aufgegangen zu sein. Rechnen wir trotzdem noch mal rot-rot-grün zusammen. Also wir haben hier die Grünen 5,5 Prozent. Die Linken kommen auf 5,5 Prozent. Jetzt müssen wir die SPD abziehen. Und dann wären also Linke und Grüne auch nicht mehr im Deutschen Bundestag vertreten.

Vielen Dank, Dieter Rolf, für diese erste Hochrechnung. Meine Damen und Herren, wir haben eine erste Live-Schalte zu den Wahlparties. Ich schalte gleich mal zu meinem Kollegen Dieter Rolf. Der befindet sich jetzt bei der AfD im Hindenburghaus. Ist da die Stimmung recht ausgelassen? Ich kann Sie schwer verstehen. Ich habe Ihre Frage nicht verstanden, weil hinter mir ist die Stimmung noch sehr ausgelassen, die man eigentlich auch hinter mir sehen können müsste. Ich frage mich sowieso, warum Reporter immer wieder in so überfüllte und heiße Räume geschickt werden, nur um zu berichten, ob man auch schon eh sehen kann, wenn nicht, dass die Stimmung ausgelassen ist.

Vielen Dank für dieses erste Stimmungsbild. Mir scheint, da ist die Stimmung recht ausgelassen. Schalten wir gleich rüber zur CDU ins Merkel-Mausoleum. Da scheint mir die Stimmung nicht ganz so ausgelassen, oder? Täusche ich mich. Nein. Gleich weiter zur SPD in die Sigmar-Gabriel-Siegishalle. Wie ist denn da die Stimmung? Ja, ich würde gerne berichten, wie die Stimmung ist, aber hier ist keine. Also hier ist überhaupt keiner. Seitdem die Wahlergebnisse bekannt geworden sind, hat sich das sehr schnell gelehrt. Ich sehe auch hier die SPD-Parteispitze. Ich sehe niemanden mehr. Wir gucken vielleicht mal raus, hier draußen auch, bis vor eben noch die Anhänger der SPD. Niemand mehr zu sehen.

Oh, vielleicht mal ganz kurz. Können wir das sehen hier? Das ist ein Grablicht und offensichtlich ein Statement von Martin Schulz für die Presse. Ich lese das mal kurz vor. Das Ergebnis der SPD ist respektabel verglichen mit. Ja, und dann steht da nichts mehr. Danke, Dieter Rohl, für diese Momentaufnahmen. In unserem Studio sind jetzt die Vertreter der Parteien, also die Vertreter, die so unwichtig sind für die Parteien, dass sie um diese Uhrzeit schon vor die Kameras gelassen werden. An meiner Seite Uta Kobernick. Sie ist die Bundesbeauftragte der AfD für Hassmails. Meine erste Frage an Sie, Frau Kobernick. 38 %? Das war wohl nichts. Medienhure. Wie bitte?

Ich habe nur noch fertiggeschrieben. Was war denn Ihre Frage? Ach so, 38 %, Frau Kobernick. Einige Ihrer Parteikollegen hatten 39 % prognostiziert. Da frage ich mal ganz direkt, wie groß ist die Enttäuschung? Wir haben die CDU überholt. Wir sind die Partei, die die Regierung stellt. Frauke Petry wird Bundeskanzlerin. Björn Höcke wird Propagandamemi-Regierungs-Sprecher. Ja, man kann sich natürlich alles schönreden. Kommen wir zur SPD, Herr Dorfer. Ich möchte mich zuerst bei allen Wählern bedanken. Wenn ich da ganz kurz einhaken darf. Sie haben keine mehr. Richtig. Sie sind ja Wahlkampfexperte der SPD. Gewesen.

Aber lassen Sie es mich so sagen, wir haben den Markenkern der SPD verteidigen können. Was genau ist der Markenkern der SPD? Angela Merkel. Ja. Der letzte Munde, Michael Altinger. Sie sind Fraktionsvorsitzender der CSU in Strunzen-Öd. Herr Altinger, was sagt die CSU-Basis zu dieser verheerenden Niederlage? Ich verstehe gar nicht, was Sie uns unterstellen wollen. Die CSU kommt in Bayern auf über 25 Prozent. Das sind 25 Prozent weniger als beim letzten Mal? Ach so. Ja, aber immerhin. Man muss das schon auch mal so sehen. Ist das nicht so, Herr Altinger, dass in der Vergangenheit eklatante Fehler gemacht worden sind? Ja, aber dafür übernehmen wir keine Verantwortung.

Denn die CSU lebt in der Gegenwart. Physikalisch geht das überhaupt gar nicht. Meine Damen und Herren, liebe Wählerinnen und Wähler, wir dürfen jetzt den Sand nicht in den Kopf stecken. Die Devise muss weiter lauten, jetzt nach rechts. Jetzt erst recht. Nach rechts. Wobei wir natürlich die Entwicklung von Anfang an von der Basis aus Strunzen-Öd beobachtet haben. Schauen Sie, was ist denn alles passiert im Jahr 2017? Sicher, es war richtig, diesmal wieder die Merkel einzuladen zum Parteitag. Es war richtig, ihr diesmal von vornherein den einzigen Stehplatz im Saal anzubieten. Aber dass mir dann auch noch erlaubt hat, die Bayernhymne zu singen, im Dirndl mit drei Gebirgsschützen.

Das war der Anfang vom Ende, meine Damen und Herren. Was war noch 2017? In Frankreich und in der Türkei wurde die Todesstrafe wieder eingeführt. Bei uns in Bayern darfst du in der Schule anhängen, da besteht doch eindeutig Nachholbedarf. Da wundert mich so ein Ergebnis in keinster Weise. Aber die SPD bei minus 14,5%, das tröstet, das ist balsam. Die SPD haben ernsthaft darüber nachgedacht, den Wähler mit einem Streik auf ihre Seite zu zwingen. Die SPD ist eben der Lufthansa-Pilot der Politik. Abgehoben, aber selten. Entschuldigung.

Aber die ganze Misere hat erst einen Anfang genommen, als der Erdogan sämtliche Schleusen für die Flüchtlinge geöffnet hat und der Seehofer gemeint hat, das ist die deutsche österreichische Grenze. Aber doch nicht mit einer Maut. Die Vignette hat ja am Afrikaner gar nichts. Das ist wie ein österreichischer Briefwahlumschlag. Das ist nicht diskriminierend gemeint. Ich kenne viele Afrikaner, die sind inzwischen so gut integriert, dass du ihnen nicht einmal mehr die Hautfarbe ansiehst. Und an diesen Leuten hat die Vignette nicht gepappt. Der Afrikaner schwitzt dich sofort runter. Und dann war er wieder nicht registriert.

Da bringt das überhaupt nichts, dass der Seehofer bis zuletzt die Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen hochgehalten hat. Wir sind ja bis jetzt nicht einmal bei der Hälfte. Wie sollen wir bis zum Jahresende noch 200.000 Flüchtlinge auftreiben? Minister Herrmann hat ja schon ganz verzweifelt angerufen beim Roberto Blanco. Ob er vielleicht noch irgendjemand kennt. Schauen Sie, bei uns im Strunzened kommt die CSU nach wie vor auf knapp 90%. Weil man bei uns immer noch meint, für die AfD muss man Sachse sein. Aber das ist kein ... Nein! Das muss jetzt auch bitte unter uns bleiben. Das wird auch jetzt nicht aufgezeichnet. Nein, nein, nein. Wir sind live. Ach so.

Gut, dann möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, Strunzened ist der letzte Ort, an dem die Demokratie noch so funktioniert, dass alle das Gleiche wählen. Und deshalb würde ich fordern für Strunzened die Atombombe. Kein Schmarrn, bitte. Dieser kleine hässliche Zwerg in Nordkorea hat sie. Und wir nicht. Dieser Hundskrüppel darf damit. Meine Damen und Herren, ich fordere die Weltgemeinschaft auf, die Atombombe ist only safe in Strunzened. Denn wir halten es mit ihr wie mit der Demokratie. Wir sind stolz, sie zu haben. Aber wir benutzen sie nicht. Vielen Dank, Herr Altinger, für diese... Vielen Dank.

Dieter Rolf, gibt es denn schon erste Erkenntnisse über diese erdrutschartigen Gewinne der AfD? Es ist vielleicht noch ein bisschen früh an diesem Wahlabend. Aber wir können uns schon mal die Wählerwanderungen anschauen. So. Ja, da sieht man doch recht eindeutig. Die AfD kommt ja tatsächlich Wähler aus ganz verschiedenen Lagern, aus verschiedenen politischen Lagern dazugewinnen. Die AfD ist also sozusagen die Partei für alle, die ihre politische Heimat verloren haben. Ja, man kann auch sagen, die AfD ist jetzt die Partei der politischen Flüchtlinge. Die AfD ist jetzt die Partei der politischen Flüchtlinge.

Als Beispiel nur, einige von der CDU sind da herübergewandert in der Hoffnung auf niedrigere Steuern und damit in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Also quasi Wirtschaftsflüchtlinge? Ja. Aber die Union hatte doch im Wahljahr versucht, durch eine schärfere Law-and-Order-Politik eine Brücke zu bauen zur AfD. Das ist ganz interessant. Diese Brücke hat es tatsächlich gegeben. Allerdings war man schlichtweg überrascht, wie viele Unionswälder diese Brücke benutzt haben. Umso mehr. Die AfD hat ja auch erstaunlich viele SPD-Wähler aufgenommen. Ja, dazu war sie geradezu verpflichtet. Weil Sozialdemokraten werden ja innerhalb der SPD seit Jahren systematisch verfolgt.

Sagen Sie, wo wir bei der SPD sind, SPD-Volkspartei müssen wir uns nicht langsam verabschieden von diesem Begriff. Das ist doch ein ganz besonderer Begriff. SPD-Volkspartei müssen wir uns nicht langsam verabschieden von diesem Begriff. Angesichts dieser großen Wählerwanderung. Ich würde sogar von einer Völkerwanderung sprechen. Um nicht zu sagen, von einem Völkersprint. Das müssen Sie jetzt, glaube ich, kurz erklären, Dieter Rolf. Das ist ganz interessant. Das Politbarometer hat zum allererst die Geschwindigkeit gemessen mit der Wähler, die SPD verlassen haben. Und man kam auf satte 25 Stundenkilometer. Man könnte quasi auch sagen, da rennt. Vielen Dank, Dieter Rolf.

Wir wissen also jetzt, wer die AfD gewählt hat. Wir wissen aber noch nicht, warum. Bei uns im Studio ist jetzt jemand, der vielleicht ein bisschen Licht ins Dunkel bringen kann. Frau Meli Kijak. Sie ist Publizistin, Schriftstellerin. Und sie hat einen Hintergrund als Kolumnistin für Zeit Online. Frau Kijak, zugespitzt gefragt, ist der Erfolg der AfD heute Abend nicht auch auf Menschen wie Sie zurückzuführen? Bitte? Nun, Sie sind intellektuell erfolgreich, streitbar, eine Frau. Sie heißen Kijak. Und Ihre Kolumne heißt Deutschstunde. Ist das nicht ein bisschen viel?

Könnte das nicht Ressentiments in der deutschen Bevölkerung hervorrufen, die dann heute Abend von der AfD erfolgreich abgeschöpft wurden? Mit anderen Worten, ich bin jetzt schuld an der AfD. Vielen Dank, eine klare Analyse. Wie ich höre, meine Damen und Herren, die Live-Schalte steht. Die Vorsitzende der AfD betritt jetzt die Räume im Hindenburg-Saal und gibt ein erstes Statement ab. Wir schalten gleich mal rüber. Vielen Dank. Liebe Freunde, liebe Mitstreiter, liebe Frauen, der Mitstreiter und Freunde, liebe Schreiten und Mitfreunde, unterbrechen Sie mich nicht sauernd. Was für ein siegreicher Tag, an dem die AfD gesiegt hat, wie wohl bisher noch keine AfD gesiegt hat.

All denen, die uns immer zugerufen haben, könnten Sie ihren Wahlstand vielleicht nicht direkt vor der Behindertenschulette aufbauen. Den sage ich heute ausdrücklich, Wahrheit und Mut sind nur drei Seiten einer Medaille. Sie kennen mich, ich bin immer eine Frau der klaren Worte gewesen. Und als solche freue ich mich heute über diesen Sieg passfaktischer Argumentation zugerate, über die entartete etablierten Parteien von den Kommunisten in der Union bis zu den kontradiktatorischen Gender-Touristen der Grünen. Lassen Sie mich hier gleich die wichtigsten Punkte der ersten 100 Tage unserer Regierung insinuieren.

Wir werden als Zeichen des guten Willens zunächst von einer Strafverfolgung gegen Agela Merkel absehen. Im Rahmen einer verbesserten Grenzsicherung werden Bertels von Storch und Alexander Gauland von heute an mit Doppelflinte an der bayerischen österreichischen Grenze patrouillieren. Wir werden uns für das humboldsche Bildungsideal einsetzen, sobald wir herausgefunden haben, wer dieser Humboldt eigentlich war. Ab sofort geht wieder die Wehrpflicht. Zur Kostensenkung gelten als wehrfähig. Insbesondere hat es Vierempfänger, Rentner, sowie Sahra Wagenknecht. Liebe Freunde, ich glaube, an einem solchen Tag gibt es vieles, für das man dankbar sein kann.

Ich danke vor allem der Pinocchio-Presse, weil sie es durch ihre Berichterstattung im letzten Jahr geschafft haben, dass sich vieles Spießbürger der Mittelschicht durch ihr Kreuzbar der AfD für Rebellen gehalten haben. Ich danke den Tausenden AfD-Wählern aus prekären Verhältnissen dafür, dass sie sich nicht die Mühe gemacht haben, mal in unser Parteiprogramm zu schauen, wer weiß, wie diese Wahl sonst ausgegangen wäre. Ich bedanke mich für die Glückwünsche, besonders bei Viktor Orban, Butto Strauß und Kim Jong Un. Ich bin sehr glücklich heute Abend, denn wenn die Zukunft der Demokratie ein winziges Flämmchen der Hoffnung ignoriert, dann habe ich Mut für das Wachsen des deutschen Volkes.

Oder andersrum. Danke schön. Ja, meine Damen und Herren, das waren doch versöhnliche Töne. Zumindest verwirrend. Vielleicht nicht ganz menschenfeindlich. Das ist vielleicht ein Anfang. Ich höre, wir schalten jetzt zu der Linken. Mal schauen, wie die Linke auf diesen Wahlerfolg der AfD. Ich sehe mit einer Liedermacherin wie originell. Wenn man aus Schaden klug wird, wozu dann Bildungspolitik? Oder deswegen? Warum lernen wir in Mathematik, womit wir später rechnen können? Haben Sie das vorhin gesehen? Bei Frauke Petri haben Sie genau hingeschaut. Ich habe ganz genau hingeschaut. Ein super Haarschnitt. Nein, wirklich, das ist ein feiner Kurzhaarschnitt.

Ich habe echt auch überlegt, ob ich mir die Haare abschneide. Ich rede über Haare. Meine Güte, der musste mich jahrelang anplustern lassen mit Witzen über die Frisur von Angela Merkel und Burt. Und sollte das jeweils als inhaltliche Kritik an ihr verstehen. Mit mir nicht. Frauke Petri hat eine super Frisur. Toller Haarschnitt, hübsche Frau. Man soll sich von den Rechten nicht die Themen wegnehmen lassen. Und jetzt auch noch die Frisur. Und mir nicht. Super Haarschnitt. Und jetzt was Inhaltliches. Lasst uns über Armut sprechen. Wo hört sie auf? Wo fängt sie an? Ist sie innen oder außen? Ist sie vorne oder hinten, wenn es vorne und hinten nicht reicht?

Wenn es nicht reicht um dies, wenn es nicht reicht um das, wenn es nicht reicht um ... reicht um ... reicht um ... reicht um ... Lasst uns über Armut sprechen. Nein, darüber spricht man nicht. Man spricht nicht über Geld. Man spricht höchstens von der Währung und ob der Kurs hält. Halt auch du den Kurs, mein Freund. Halt drauf, sonst wird es gefährlich. Bei Geld hört die Freundschaft auf. Man fängt manche Freundschaft doch erst an. Da liegt er vor mir, der Lottoschein. Ich lasse mich hier nicht verwirren. Ich trage ganz stolz die sechs Richtigen ein. Ich behalte mir vor, mich zu irren. Manchmal muss man sich entscheiden. Aus dem Bauch und ganz spontan. Manchmal muss man sich entscheiden.

Und hat es längst getan. Ein Kandidat spricht in die Kameras. Die blinken und zurren und sirren. Er sagt, er stünde für dies und er stünde für das. Und behält sich doch vor, sich zu irren. Manchmal muss man sich entscheiden. Wirft man eine Münze oder steckt man sie in den Wahlkampf? Um ein Amt zu bekleiden, braucht es Kleingeld. Und natürlich ein bisschen Demokratie. Da liegt er vor mir, dieser Lottoschein, dieser Stimmzettel. Und mir schwirren in Kopf Kandidaten und Parteien. Ich behalte mir vor, mich zu irren. Du schaust auf den Zettel, worum ging es noch mal? Was gilt es hier jetzt zu vermeiden? Hat man eine echte oder nur die Wahl? Ja, da muss man sich entscheiden.

Für alle Zuschauer, die jetzt erst zugeschaltet haben, Sie sehen den Wahlabend 2017 im ZDF. Die AfD hat heute Abend völlig überraschend die Wahl gewonnen. Man fühlt sich ein bisschen erinnert, dass sie die Wahl gewonnen haben. Aber es ist nicht die Wahl, die sie gewonnen hat. Es ist nicht die Wahl, die sie gewonnen hat. Man fühlt sich ein bisschen erinnert an die Zeit vor einem Jahr, als Donald Trump völlig überraschend gewonnen hatte. Völlig überraschend. Jetzt werden Sie mir gleich erklären, dass Sie wissen, warum Donald Trump gewählt worden ist. Lassen Sie mich raten, wahrscheinlich waren die Amerikaner schuld. Ja.

Richtig, aber die Frage ist doch, warum werden Populisten wie Petri oder Trump gewählt? Ja, interessante Frage, gutes Stichwort. Schauen wir doch mal in die USA. In den letzten 40 Jahren sind dort die Löhne stagniert. Die Hälfte der Amerikaner hat Schwierigkeiten, 400 Dollar aufzurufen für einen überraschenden Arztbesuch. Auch die Lebenserwartung sinkt. Nur weil die Politiker die Arbeiter jahrzehntelang ignoriert haben, müssen die nicht gleich Frauke Petri wählen. Sie meinen Trump? Richtig. Mussten Sie vielleicht schon, denn für die Arbeiter waren die Sozialdemokraten keine richtige Alternative mehr. Die US-Demokraten. Die US-Demokraten, richtig.

Für die Arbeiter war das so, denn die US-Demokraten haben die Arbeiter im Stich gelassen. Die haben sich mit Trump revanchiert. Schauen wir uns das Stimmverhalten der Geringverdiener an. Wähler mit weniger als 50.000 Dollar. Das ist eine hochinteressante Theorie. Vielleicht nur einen ganz glitze, kleinen Harten hat. Sie ist absoluter Bockmist. Denn hier sieht man ganz eindeutig, die Mehrheit der Geringverdiener für die Demokraten, für Obama gestimmt. Die sind jetzt rübergewonnert zu den Republikanern. Das waren wahrscheinlich die weißen Geringverdiener. Moment, da steht schon die Frage, warum einige Rassisten vor vier Jahren Obama gewählt haben.

Weil die wollen, dass die Schwarzen die Drecksarbeit machen. Und Präsident, das ist ja ein echter Scheißjob. Interessante Theorie. Schauen wir uns mal an, wo Hillary Clinton verloren hat. Pennsylvania, Ohio, Michigan und Wisconsin. Das sind doch alles Seegrundstücke. Da wohnen sicher die Besserverdiener. Nein, da wohnen die Geringverdiener. Das ist der so genannte Rust Belt. Man hat da viele Stahlkonzerne, Automobilkonzerne etc. In den letzten 20 Jahren hat man viel Industrie verloren. Dort hat man nun einen Populisten gewählt. Das könnte eine Erklärung sein für den Wahlausgang heute Abend. Zeigen Sie mal eine Region in Deutschland, die ihre Industrie verloren hat.

Die unter Abwanderung leidet, wo es kaum nur noch Billigjobs gibt. Und die Leute deswegen, Frau Gebetrich, ziehen mein Argument zurück. Aber diese Region ist ja hier ... Diese Region ist ja hier auf der Karte gar nicht drauf. Richtig, die ist zu weit rechts. Trotzdem, warum Trump? Hat sich Hillary Clinton vielleicht nicht genug um die Arbeiter gekümmert? Doch, doch, sie hat das gemacht, was eine gute Sozialdemokratin macht. US-Demokratin. US-Demokratin, richtig. Sie hat sich zu den Arbeitern herunter gebeugt und gesagt, na, das ist die Globalisierung, da kann ich nichts machen. Sie schafft nun mal keine Arbeitsplätze. Ja, aber im Wegschaffen ist sie gar nicht so schlecht.

Schauen wir uns das mal als Beispiel an. NAFTA, Freihandelsabkommen, USA, Kanada und Mexiko, damals unterschrieben vom US-Demokraten Bill Clinton. Das sollte ja pro Jahr 200.000 Arbeitsplätze bringen. Ja, es hat dann eine Million Arbeitsplätze gebracht, allerdings ins Ausland. Das ist eben Freihandel, dafür sind aber auch die Preise und die Einkommen noch schneller gesunken als die Preise. Weil ihre Arbeit eben nichts mehr wert war. Nein, weil die Arbeiter keine höheren Löhne durchsetzen konnten, weil die Firmen ja relativ einfach ins noch billigere, weil noch gewerkschaftsfreiere Mexiko überwechseln konnten.

Na ja, was hängt der Stahlarbeiter auch so an seinem Beruf, nur weil er ihn gelernt und jahrzehntelang ausgeübt hat, nicht wahr? Außerdem, was hätte die Politik denn tun sollen, etwa unrentable Industrien retten? Schauen wir doch mal zurück. 1977, Sie erinnern sich die Stahlkrise. Hier ist Youngstown, Ohio. Die Arbeiter und die Gemeinden haben gedacht, Mensch, wir haben hier marode Stahlwerke, lass sie uns doch selbst übernehmen, lass sie uns modernisieren. Machbarkeitsstudien wurden gemacht. Und dann fehlte nur noch eins, ein Kredit der amerikanischen Regierung. Allerdings haben sie diesen Kredit nicht bekommen. Warum?

Weil die Regierung gesagt hat, das wäre ein Eingriff in die freie Marktwirtschaft. Das ist eine unflose Region zu schaffen, in der der Hass auf das System immer weiter anschwüllt, bis man Frauke Petry glaubt, dass alles besser wird, wenn nur die Ausländer weg sind. Sie meinen Donald Trump. Was hab ich gesagt? Aber auf der anderen Seite zeigen Sie mir ein Stahlwerk in Arbeitnehmerhand, das profitabel arbeitet. Gerne. Schauen wir doch mal nach Spanien. Mondragon, ein Mischkonzern, Autos, Maschinen, etc. Das ist ein Arbeitnehmerhand eines der modernsten Industriewerke. Welthunderttausend Beschäftigte. Die Chefs dürfen maximal das 8-fache eines normalen Arbeiters verdienen.

Sie erinnern sich damals bei Winterkorn. Da war es das 400-fache. Aber das ist ein wunderbarer Konzern, wo viele aus dem Rust Belt jetzt hinfahren und sich weinend erklären lassen, wie es hätte besser laufen können, wenn Ihre Politik zu Hause das gewollt hätte. Gut, wir haben gelernt, im Rust Belt lief es nicht ganz so gut. Da haben Sie vollkommen recht. Allerdings nicht für die Arbeiter. Hier unten die grüne Linie des Durchschnittseinkommens. Der Arbeiter allerdings für die Topverdiener. Die gingen weit nach oben, die z.B. in der Finanzbranche tätig waren. Bis dann zur Finanzkrise. Gut, so eine Finanzkrise, die kommt halt, nicht wahr? Da kann die Politik ja gar nichts machen.

Interessanterweise, diese Finanzkrise war von der Politik gemacht. Bill Clinton hat ein Kabinett gebildet aus Millionären und Bankern. Hier können wir mal kurz zuschauen, bei der Unterzeichnung dieser Deregulierung. Sehen Sie, auch gucken wir, wie er guckt, hat er gut gemacht. Sind Sie alle sehr zufrieden, dass die Banken im Grunde machen konnten, was sie wollten. Ein Präsident der Bosse, sagen Sie, waren da die Wähler, die ihn als Demokraten gewählt haben. Nicht ein bisschen verwirrt? Nein, überhaupt nicht. Weil, Gerhard Clinton hat Ihnen ganz klar erklärt, das, was für die Banken gut ist, ist auch gut für unser Land. Bis dann eben die Finanzkrise kam.

Na gut, dann hat man den Bankern natürlich dasselbe gesagt, was man den Stahlarbeitern gesagt hat. Wir können euch jetzt kein Geld geben. Das wäre ja ein Eingriff in die freie Marktwirtschaft. Ihr seid halt unproduktiv. Lernt halt mal was Neues. Nein. Danke, Dieter Rolf. Wir wissen also jetzt, es scheint Gründe zu geben, warum Populisten gewählt werden. Die entscheidende Frage ist also, könnte das vielleicht auch für den Wahlausgang heute Abend eine Erklärung abgeben? Ja, wer weiß, vielleicht fragen wir doch mal einfach nach. Wir sind jetzt verbunden mit Herrn und Frau Schuster. Frau Schuster arbeitet als Friseurin in Ostberlin. Herr Schuster ist Beamter. Beide haben die AfD gewählt.

Können Sie uns hören? Ich sehe Sie so, ja. Ach so, ja. Erste Frage, Frau Schuster, wie sollen wir Sie nennen? Sie haben zur Auswahl Abgehängte oder Globalisierungsverlierer? Hören Sie mal, Freundchen, ja. Verlierer, die gibt es ja eher im Spiel. Aber mir hat nie jemand gesagt, dass ein Spiel losgeht oder mir die Regeln erklärt. Ich bin hier eher Opfer. Und wo es Opfer gibt, da gibt es Täter. Was meinen Sie, soll ich Sie Täter nennen? Frau Schuster, nach einer neuen Studie nehmen vor allem ältere und weniger Gebildete die Globalisierung als Bedrohung wahr. Moment mal, haben Sie eben gesagt, meine Alte ist dumm? Diese Gewaltbereitschaft unter den Abgehängten erscheint mir erschreckend.

Ich nenne Ihnen mein revolutionäres Potenzial. Nicht wahr, Tigerchen? Sagen Sie, machen Sie es sich mit Ihrer Globalisierungskritik nicht ein bisschen zu einfach? Ich habe doch gar nichts gesagt. Was ich meine, ist Ihre Globalisierungskritik nicht eigentlich postfaktisch? Sie wissen, was das ist? Ja, das ist, wenn Sie auf Fakten bestehen und Ihren Kindern gleichzeitig Globuli geben. Das ist es nämlich, das ist es. Entschuldigung. Ja, Moment. Ich habe auch mal gesagt... Entschuldigung. Da möchte ich doch mal sagen, bei mir wirkt die Homöopathie... Gut, also... Typisch, mit Globalisierungsgegnern kann man einfach nicht diskutieren. Jetzt hören Sie mal, Freundchen, ja?

Ich bin Friseuse, 8,50 die Stunde. Meine Rente können Sie sich vorstellen, ja? Aber das ist nicht wegen der Globalisierung. Nee, ich stehe nicht in Konkurrenz zu einem Friseur in Bangladesch. Ich verdiene einfach zu wenig Geld. Und das liegt daran, weil die Politik nämlich ja keinen höheren Mindestlohn will. Moment, da muss ich kurz einhaken. Die AfD wollte zuerst überhaupt keinen Mindestlohn, jetzt nur Zähne knirschen. Ist denn die AfD die richtige Partei für Sie, Frau Schuster? Ich habe die Linke gewählt. Aber da sind Sie nicht zu mir ins Wohnzimmer geschaltet. Ja, jetzt habe ich die AfD gewählt und jetzt bin ich in Fernsehen. Ich will alle grüßen, die mich kennen und lieben.

Hallo Huwe, hallo Katrin, hallo Horst. Ist schon gut, ist gut, Tigerchen. Frau Schuster, wenn ich noch mal fragen darf, Sie sagen also, es wäre politisch möglich, für die AfD die Rente etwas zu verändern. Es wird aber nicht gemacht. Deswegen wählen Sie aus Protest die AfD. Da sehe ich ja noch eine gewisse Parallele zu den USA. Ja, und da möchte ich an dieser Stelle jetzt mal Richard Rorty zitieren. Für unsere Zuschauer vielleicht ganz kurz. Richard Rorty, das ist ein ... Dieter Rolf? Richard Rorty, das ist ein ... Mann. Richtig. Er hat schon vor 20 Jahren den Trump vorhergesagt. Ach so, ein Verschwörungstheoretiker aus dem Internet. Nein, ein Philosoph aus Stanford, du Fazke.

Muss man nicht kennen als Fernsehjournalist. Na gut, aber ich lese jetzt mal was von ihm, weil das würde sich jetzt ein paar Zuschauer kosten. Aber ich lese mal. Du, jetzt nicht Tigerchen, ist wichtig. Achtung. Gewerkschaftliche und nicht organisiert ungelernte Arbeiter werden früher oder später erkennen, dass ihre Regierung nicht einmal versucht, etwas gegen sinkende Löhne oder den Verlust von Arbeitsplätzen zu tun. Sind Sie noch bei mir? Gut. Also, ein ansehnlicher Teil der Wählerschaft wird zu dem Schluss kommen, dass das System gescheitert ist und wird nach dem starken Mann suchen, den es wählen kann. Zitat Ende. Oh, das wird dem starken Mann kann für Deutschland nicht gelten. Nicht wahr?

Petri ist ja eine Frau. Vielen Dank. Das sind sehr spannende Einblicke in das Leben des Prekariats. Herr Schuster, nun sind Sie ja als Beamter sozial abgesichert und haben trotzdem die AfD gewählt. Ich nehme an aus Solidarität zu Ihrer Lebensgefährtin. Nö, ich hab einfach was geben Muslime. Entschuldigung, Herr Schuster, das sagt man nicht. Jetzt schon. Vielen Dank, Herr und Frau Schuster. Vielen Dank an die Schuster. Rassismus hatten wir bisher gar nicht als möglichen Grund für den Wahlerfolg der Populisten auf dem Plan. Vielleicht, weil er uns beide nicht betrifft. Richtig. Was wissen wir bisher? Die AfD hat 38 Prozent, Petri wird wahrscheinlich Bundeskanzlerin.

Aber wir sind bei der Frage nach dem Warum trotz Ihres tollen Touchscreens, Dieter Rolf. Ja, gutes Stichwort. Schauen wir uns doch mal die Kompetenzwerte der Parteien an. Wem trauen die Wähler also was zu? Also wem trauen sie zum Beispiel zu, die soziale Ungerechtigkeit, die die eigene Politik mitverursacht hat, erfolglos zu bekämpfen? Und da sagen tatsächlich 100 Prozent SPD. Au, eine völlige Kompetenz beim Thema Scheingerechtigkeiten. Was, welche Kompetenz traut der Wähler denn der Union zu? Richtig interessant, hier Flüchtlingsverdrängung.

80 Prozent trauen der Union zu, am ehesten Flüchtlinge so unsichtbar ertrinken zu lassen, dass es das eigene christliche Gewissen nicht allzu sehr belastet. Und traut... Traut irgendeiner der Linken? Ich meine, was traut man der Linken zu? Schauen wir doch mal nach. Durchsetzungsunfähigkeit trauen die Linke zu. Die Wähler glauben, die Linke kann am besten sozialdemokratische Positionen so vehement formulieren, dass sie am Ende keine Minderheit finden. Wollte ich gerade sagen, keine Mehrheit finden. Na ja. Und kommen wir zum Wahlsieger, AfD. Welche Kompetenz wird der AfD zugetraut? Das ist sehr, sehr interessant. Schauen wir mal, 85 Prozent Frustableitung.

Also 85 Prozent der Wähler der AfD trauen ja am ehesten zu Muslime und Gender Mainstreaming für persönliches Unwohlsein verantwortlich zu machen. Persönliches Unwohlsein, das sind dann so Dinge wie unsichere Arbeitsplätze. Einseitige Migräne, schwerer Stuhlgang und braune Flecken im Rasen. Danke, Dieter Rolf. Vielen Dank. Damit sind wir noch keinen Schritt weiter. Bei uns im Studio immer noch Meli Kijak. Sie erinnern sich? Publizistin, intellektuelle Schriftstellerin, Kolumnistin bei der Zeit online. Und deswegen geht meine nächste Frage an Sie. Als Mann, Herr Dorfer. Ganz provokant gefragt, wie geht es Ihnen? Ganz gut, danke.

Sagen Sie, Herr Dorfer, Sie sind ja Österreicher und haben es damit in der letzten Zeit auch nicht leicht gehabt. Nein, wir haben in Österreich Flüchtlingsprobleme, über das keiner spricht, das mich sehr berührt. 29.000 junge Deutsche kommen Jahr für Jahr zu uns nach Österreich, um zu studieren. Weil sie zu Hause den Numerus Clausus nicht geschafft haben. Wir nennen sie zärtlich Intelligenzflüchtling. Sie sind sprachlich kaum integriert, sprechen vom Kartoffel oder seinem Scheißdreck. Wir füttern die durch um unsere Steuergelder, bilden sie aus und gehen in die Heimat zurück. Also wenn Sie in ein paar Jahren einen schlechten Arzt haben. Grüße aus Österreich.

Es ist schön, wenn die anderen immer die Dämlichen sehen. In Wien nennt man das Russenluster. Ein Zeichen für das Bleibende im Wohnen. Die Lampen machen wir später. Das bleibt so, wie ein einrichtungstechnisches Vorurteil. So eine Art geistiges Pompei. Der Holländer ist dämlich, der Ungar ist rechts, der Österreicher ist korrupt. Aber ein gedankliches Professorium. Da denke ich später drüber nach oder gar nicht. Man fühlt sich besser als. Und das ist wichtig. Diese Humorpolizisten und Gralshüter des Anstands haben natürlich Wirkung. Die haben keine Zeit, sich zu überlegen, was ist rückschrittlich oder fortschrittlich. Weil sie andere Realitäten haben. Wie zahle ich meine Mitte?

Und weil sich all diejenigen nicht beschimpfen lassen wollen, führe Ängste als rechtsradikale oder dumpfe Mongos. Und dann in der Wahlzelle reagieren. Deshalb ist diese Anstandselite mitverantwortlich an den Brexits, Trumps und AfDs dieser Welt. Und jetzt werden die aufgeklärten sagen, mehr können sie heute nicht mehr sagen. Dieses halb-belesene, das steht in der freien Presse ganz anders. Die freie Presse, da sehe ich die Gesichter leuchten. Das erinnert mich an eine Situation, die kennen Sie, wenn Sie Kinder haben. Es ist Weihnachten, das Kind ist 4, 5, 6, und durch den Christbaum strahlt das Kind. Ohne Ironie, ein bewegender Moment. Das Kind glaubt ans Christkind.

Du, das Vater, weißt natürlich, den Baum hast du besorgt, den Bauern runtergehandelt. Also hast du geglaubt. Und jetzt stehst du ergriffen vor der Frage, sage ich es ihm oder warte ich noch ein Jahr? Und vor derselben Frage stehe ich jetzt mit Ihnen und der freien Presse. Ich glaube, ich warte noch ein Jahr. Bleibt nun das Internet als demokratisches Medium. Im alten Griechenland war man der Ansicht, dass jeder Mensch zwei Seiten hat, eine öffentliche, politische und eine private. Die Privatpersonen hießen Idiotes. Und wer sich politisch betätigte, musste die Privatperson hinter sich lassen.

Man war nämlich der Überzeugung, wenn das Idiotische die Öffentlichkeit bestimmt, dann ist der Untergang eingeläutet. Und es klingt wie eine Prophezeiung von Facebook und Internet vor. Weil dann wird Demokratie zum Demokratismus. Guten Abend. Jetzt live aus München. Die Berliner Runde mit den Spitzenkandidaten der Bundestagswahl 2017. Guten Abend, liebe Zuschauer hier in der Berliner Runde. Wir haben die Spitzenkandidaten. Und gleich mal die erste Frage an Frau Merkel. Heißt es jetzt Kanzlerschaft ade? Also jetzt lassen wir mal die Kirche im Dorf. Obama hat zu mir persönlich beim Candlelight-Dinner gesagt, Angie hat er gesagt, Angie, you gotta do it.

Das ist Englisch und heißt, du musst es machen. Ja, aber Sie haben doch Ihre Mehrheit heute verloren. Also auf solche juristischen Feinheiten kann ich jetzt keine Rücksicht mehr nehmen. Verstehen Sie, ich habe eine historische Mission. Und da schauen Sie sich um in der Welt. Putin, Trump, Petri. Und am Ende verstehen Sie sich alle noch. Wissen Sie, was das für den Weltfrieden bedeutet? Von der CSU begrüße ich Horst Seehofer. Sie haben Ihr Ziel nicht erreicht. Das ist natürlich Unsinn. Ich habe mein persönliches Ziel erreicht, das da lautet, Markus Söder um jeden Preis zu verhindern.

Und damit werde ich auch weitermachen, so lange bis Markus Söder zu alt ist, um das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten noch genießen zu können. Das hat beim Prinz Charles auch ganz prima geklappt. Meine Damen und Herren, die SPD ist nicht mehr im Bundestag vertreten. Deswegen auch heute bei uns nicht in der Berliner Runde. Aber wie ich höre, gibt es eine erste Reaktion von Sigmar Gabriel. Ja, auch gut. Konsequenz, oder? Konsequenz, ja. Nun haben wir noch Frau Sarah Wagenknecht. Guten Abend. Und der Linken? Ich weiß wirklich nicht, was gut sein soll an einem Abend, an dem immer noch 15 % der Deutschen unter der Armutsgrenze leben. Mir ist das zu viel.

Herr Hofreiter, zu viel Arme oder zu viel Pessimismus? Zu viel Senf. Haben Sie vielleicht eine Serviette für mich? Irgendwas mit Umweltschiegel oder einem blauen Engel? Wenn Sie einen blauen Engel brauchen, dann nehmen Sie doch Frau Merkel. Und lasst uns die AfD-Wahlsiegerin, Frauke Petry, Frauke Petry. Frau Petry? Es ist mir unangenehm, etwas zu sagen, wenn ich nicht vor unterbrochen worden bin, worauf ich dann hinweisen kann, um mich als Opfer des Gesprächs zu evaluieren. Aber ich verspreche den deutschen Volk, ich bin auch weiter gegen die da oben, auch wenn ich jetzt die da oben bin. Die da oben, die bin immer noch ich.

Ich weiß nicht, ob ihr es vergessen habt, aber ich bin immer noch eure Kanzlerin. Und hinter mir steht die New York Times, das ist englisch und heißt Abendzeitung. Aber reicht das schon, um Ihre Macht zu legitimieren? Nein, ich habe Atomwaffen. Die gehören immer noch dem Donald. Mist. Zeug dieses Ergebnis heute nicht von einer gewissen Politik verdrossen. Andersherum wird ein Schuh draus. Ich traue dem deutschen Wähler nicht mehr zu, die Probleme Deutschlands lösen zu können. Absolut richtig. Wo ist denn der Wähler, der sagt, ich nehme eine wachsende soziale Ungerechtigkeit in Kauf, damit ich eine ganz ständige Erbschaftssteuer bekomme? So ist es doch.

Und wenn man eine Vermögensteuer anbietet, dann ist es auch wieder nicht recht. Herr Hofreiter, Sie wollten zwar die Vermögensteuer, aber nur die für Superreiche. Das war ja gerade das Gute daran, dass sie völlig folgenlos blieb. Aber ich muss mal aussagen, was Sie da fragen sollen. Ja, war eine brillante Idee. Tempolimit für Superschnelle. Ab 400 kmh. Sie sind auch nicht sehr viel besser. Für eine linkspopulistische Partei sind Sie reichlich unpopulär. Ich sag nur 5,5 %. Was reden wir hier über 5,5 %, wenn 62 Menschen genauso viel besitzen wie die gesamte untere Hälfte der Weltbevölkerung? Das ist Populismus, oder? Nein, das ist eine Zahl. Auf die könnte Sie auch Donald-Trump-Beruf.

Deswegen wird die Zahl ja nicht falsch. Aber Sie übernehmen die Realität von Donald Trump. Die Wirklichkeit. Es gibt keine andere Wirklichkeit. Doch, unsere! Die Wirklichkeit ist von der Realität häufig nicht zu unterscheiden. Und die Realität ist doch. Ich bin weiterhin eure Kanzlerin. Nicht, weil ich das will, sondern weil ich das muss. Angeladen hättest du ja auch weiter müssen dürfen. Wenn du nur gewollt hättest, einfach das Wort Obergrenze ins Programm schreiben. Ich hab in extra 2017 ein Dachgesetz zur Zuwanderung verabschiedet. Was hat denn das Dachgesetz damit zu tun? Ein Dach ist vom Haus die Was. Die Obergrenze? Habe ich das schon nicht verstanden? Habe ich.

Dann hat es der Wähler auch nicht verstanden. Das ist noch komplizierter. Das Dachgesetz ist doch ein gutes Beispiel für diese übertriebene political correctness, die es uns verbietet, die Dinge beim Namen zu nennen. Und die es diesen ganzen Gender-Wahnsinn verschafft hat. Aber ab heute Abend ist alles anders. Da kann man wieder ganz angstfrei sagen, ich fühle mich von einem Unisex-Klo ausgegrenzt. Wieso? Sie dürfen doch da auch drauf. Ach so. Aber ich muss doch nicht. Nein, müssen tun Sie nicht. Woher wollen Sie denn wissen, wann ich muss? Ich muss immer noch, wann ich will. Das steht im Parteiprogramm der AfD. Und damit haben wir die Wahl gewonnen.

Mit so einem Schafscheiß haben die die Wahl gewonnen. Da brauchst du dich gar nicht entschuldigen. Denn das ist ja auch die Lehre aus dem heutigen Wahlergebnis. Schluss mit der politischen Korrektheit. Und da kreischt man auch. Deswegen sage ich es jetzt einfach mal. Neger. Entschuldigung. Nein, nein, nein. Ich sage es gleich noch mal. Neger. Schlitzearge. Karacke. Also plötzlich, Herr Seehofer. Du hast den Kompostbeutel auch geschmiert. Vorsicht. Ich sage nur, wir von den Grünen, wir haben auch Erfahrung mit Unkorrektheit. Mit Verlaub. Herr Seehofer, Sie sind ein Arschloch. Gut so, Anton. Angela, lass es auch raus. Sag mir mal, was du von mir hältst. Nichts. Nein, nicht so. Nicht inhaltlich.

Gar nichts. Jetzt streng dich heute mal ein bisschen an, Angela. Ich beleidige dich. Also gut, du Söder. Ich habe es herausgefordert. Mach gleich weiter. Was hältst du von der da? Von dieser Lillifee für Arme. Von Iander. Vollkornjesus. Und die da hinten. Zum Gabi. Das ist ja ungeheuerlich. Das ist ja ungeheuerlich. Hier fordern diejenigen das Ende der politischen Korrektheit, die selbst nie Opfer von Diskriminierung geworden sind. Sie gehören doch zum Establishment. Das geht zu weit. Establishment. Das ist genau die Sprache, die das politische Klima in diesem Land vergiftet. Frau Pietri, wollen Sie nichts dazu sagen? Warum sollte ich? Die AfD wirkt ja auch so.

Sie werden sich doch wundern, was doch alles möglich ist. Wenn man sagt, man kann die Rente doch nicht privatisieren, dem sage ich, wir schaffen doch. Wer sagt, wir können eine ungerechtige Steuerverteilung nicht noch ungerechter machen, dem sage ich, wir schaffen doch. Wer sagt, wir können die Muslime doch nicht zu Sündenböcken machen, dem sage ich, wir schaffen doch. Wir schaffen doch. Hören Sie auf. Was ist denn das? Sie sind alle Parodie. Sie können gar nicht Kanzlerin. Sie sind nämlich nicht Angela Merkel. Und wenn man bei uns, Fremden gegenüber, endlich kein freundliches Gesicht mehr zeigen muss, dann ist das mein Landliebe mit Bürgerinnen und Mitbürger. Das sage ich Ihnen.

Als Bundeskanzlerin! Meine Frauen, Bundeskanzlerin, ein bisschen Grote Nase, wir sind ja hier nicht in Österreich. Meine Damen und Herren, es sind hier viele Leute zu Wort gekommen, die nichts zu sagen haben. Nun wollen wir mal denen zuhören, die keine Stimme haben und die etwas zu sagen haben. Ja, ich bitte Sie, wer soll das sein? Also, das können Sie mir zeigen. Sie warten seit 40 Minuten darauf. Bitte. Melik Kiyak. Guten Abend. Servus. Grüß Gott. Wie kann es eigentlich sein, dass man ständig so ein paar Millionen Menschen vergisst? Wir sprechen von 8 Millionen Ausländern, über deren Integration man permanent verhandelt.

Aber dass diese Ausländer kein Wahlrecht haben, darüber spricht man nicht. Es handelt sich um Gastarbeiter, die vor über 50 Jahren einwanderten, dauerhaft hier leben, Kinder und Enkelkinder bekamen, Unternehmen gründeten und Arbeitsplätze schufen. Sie durften Filme drehen, Tore schießen, Preise gewinnen. Aber bitte nicht wählen. Ist das für eine Demokratie gesund und normal, dass man Millionen Menschen in staatsbürgerliche Pflichten nimmt, aber politisch nicht integriert? In 15 von 28 EU-Mitgliedstaaten dürfen EU-Ausländer wenigstens am Kommunalrecht, an der Kommunalwahl teilnehmen, wenn sie seit 3, 5 oder 7 Jahren da sind. In Schweden, Dänemark, Ungarn oder Großbritannien ist das so.

In Deutschland leben seit über einem halben Jahrhundert Inländer, die als Ausländer behandelt werden. Sie haben dieses Land mit aufgebaut, es zu ihrem und zu ihrem Land gemacht. Würde man über Migranten, Türken und Muslime genauso verhandeln, wenn sie mitwählen dürften? Ich glaube nicht. Stattdessen würden politische Kommunikationsagenturen für viel Geld beauftragt werden, diese Gruppe gezielt sensibel und nicht nur mit der Einbürgerung zu sprechen. Man würde mit Steuererleichterungen und Staatsangehörigkeitsofferten nur so um sich werfen. Wie würden Bundestagswahlen ausgehen, wenn es auf einen Schlag Millionen zusätzlicher Stimmen gäbe?

Mit allen Regeln der Kunst, mit rechtlichen, finanziellen, sprachtestlichen Hürden und nicht zuletzt mit entwürdigenden und verunglimpfenden Debatten hat man es geschafft, die Stimmen zu verhindern. Was ist mit Ihren Ängsten? Wen können die aus Protest wählen? Millionen Russlanddeutsche haben ohne Eignungstest den deutschen Pass bekommen. Millionen Migranten aus der Türkei bekamen Roland Kochs Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft und also gegen das Wahlrecht. Millionen Ostdeutsche bekamen nach dem Fall der Mauer Solingen, Mölln, Rostock, Hoyerswerda, Sarrazin, NSU, Pegida, die AfD. Wie viele Talkshows hat es über diese kolossalgroße Gruppe ohne Wahlrecht gegeben?

Vor 250 Jahren warfen amerikanische Hafenarbeiter als Akt des Widerstandes T. in den Hafen von Boston. Sie riefen No taxation without representation. Keine Besteuerung ohne politische Repräsentation. Das war die Boston Tea Party. Die Migranten sollten, um Druck aufzubauen, alle Waren und Güter, die sie herstellen und besteuern, in die Flüsse auskippen. In den Flüssen würden Tonnen von Mercedesen, BMWs und Dönerkibap schwimmen. Ganze Kohlebergwerke und Stahlfabriken legen in Main und Donau. Berlin ohne Gastarbeiter hätte es nach dem warmen Mauerfall so nie gegeben. Auch Berlin würde jetzt in der Spree liegen. Wir sollten Migranten in den Osten des Landes ziehen.

Dort könnten sie Montag für Montag gemeinsam mit den Abgehängten und Besorgten auf vergoldeten Straßenbahnschienen und perlmuttenden Kopfsteinpflastern demonstrieren. Die einen gegen den vermeintlichen Verlust von Mitspracherecht, Heimat und Demokratie. Und die anderen für ein Wahlrecht, Mitspracherecht und Demokratie. Wie klingt das? Ist das nicht stark vereinfacht? Ich fand es grenzwertig. Um nicht zu sagen, obergrenzwertig. Ich denke nicht. Ich denke, es ist genau der Ton, der in diesen Debatten herrscht. So zu sprechen, hieße, dass man den Gedanken der Anpassung ernst genommen hat. Wer so redet, wäre fabelhaft integriert. Frau Kierke, wie viele Millionen Wähler haben Sie denn?

Das war die Anstalt. Heute mit Antonia von Romanovsky, Uta Kobernick, Michael Leitlinger, Mele Kijak und Alfred Dombra. Danke schön. Vielen Dank.

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