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Waffenexporte

Deutscher Rüstungsexport , Förderkreis Deutsches Heer , Leopard 2 , Hermesdeckungen , Fluchtursachen , Rheinmetall 120-mm-Glattrohrkanone , Türkische Militäroffensive auf Afrin , Freilassung und Anklageerhebung gegen Deniz Yücel , Heckler & Koch , Diehl Stiftung und Krauss-Maffei Wegmann

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Episode 'Waffenexporte' in 'Die Anstalt' beleuchtet die komplexen und oft widersprüchlichen Zusammenhänge zwischen Rüstungsindustrie, Politik und internationalen Konflikten. Sie kritisiert die restriktive Rüstungspolitik der SPD und die daraus resultierenden Exporte in destabilisierte Regionen, insbesondere durch Hermesdeckungen und die Lieferung von Waffen an Saudi-Arabien. Die Satire entlarvt die Rolle von Lobbygruppen, die durch Bürokratie und Ausnahmen die Kontrolle über Waffenexporte untergraben. Schließlich wird die Frage nach der moralischen Verantwortung des deutschen Staubes im Kontext des Waffenhandels und der damit verbundenen potenziellen Folgen aufgeworfen.

Transkript 5.846 Wörter

Wir haben Kl stats. Wir haben Korns Herzlich willkommen! Herzlich willkommen in der Waffenfabrik Deutschland, heute zum Tag der offenen Mündung. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind und schön auch, dass Sie der deutschen Rüstungsindustrie ein solch reges Interesse entgegenbringen. Entschuldigung, kann ich Ihnen helfen? Nein danke, ich schaue nur. Ich bin vom Metier. Ich holte einst Ihre Oma, wir kennen uns eh. Dank mir sind Menschen schon gestorben, bevor der Tod Kommerz geworden. Doch klären Sie mich auf, wo liegen denn hier die Sensen aus? Ach, Sie wollen zur Agrarmesse, die ist nächste Woche.

Jetzt hören Sie, hören Sie, bitte ich Sie, während der Leistungsschau bitte ich nichts anzufassen. Alles, was Sie hier sehen, ist nämlich für Ihre Sicherheit entwickelt. Wenn es der Sicherheit dient, warum darf man es noch nicht anfassen? Zur Sicherheit. Also, und da sehen Sie jetzt auch die größten Sicherheitsausrichter in Deutschland hier in einem Raum versammelt. Nicht mal, da haben wir Deal Defense, wir haben Rheinmetall Defense und wir haben Großmaffei Wegmann. Ach, der Herr Bundestagsabgeordnete. Entschuldigen Sie bitte meine Verspätung. Ja, ich habe jetzt 171 Tage auf eine Regierung gewartet, da macht sich die Viertelstunde auch nicht fett, gell. Dankeschön.

Das war einfach noch ein sehr wichtiges Treffen mit Olaf Scholz im Goldman Sachs Finanzministerium. So, meine Damen und Herren, da habe ich Sie jetzt praktisch glücklich. Da ist jetzt also ein enger politischer Freund noch zu uns gestoßen, ist der Herr... Klingelball. Richtig, von der... SPD. Ja, ist auch egal. Schaut Sie, wir von der Rüstungsindustrie, wir haben ja gute Verbindungen zu fast allen deutschen Parteien. Ich war da, spielt es eigentlich gar keine Rolle, wie die heißen. Ich war Herr... Klingelball. Ah, jetzt klingelt es. Lars Klingelball. Lars Klingelball. Sein Wahlkreis grenzt zufällig an einen der wichtigsten Standorte der Firma Rheinmetall in Unterlüs, nicht wahr?

Und der war jahrelang im Förderkreis Deutsches Herr. Ich glaube jetzt nicht, ob das jetzt wirklich alle Besucher hier interessiert. Nee, ich finde es ganz interessant. Natürlich ist es interessant. Der Förderkreis Deutsches Herr, das ist doch unser Brückenkopf im Kanzleramt, nicht wahr? Einer der wichtigsten, einer der wichtigsten deutschen Rüstungslobbyverbände, nicht wahr? Und er war jahrelang im Präsidium, er. Ach, das ist ja wirklich eine Doppelbelastung, ne? Volksvertreter und Waffenvertreter. Hören Sie, das war alles ehrenamtlich. Ach, so bescheiden. Dieser Mann hat jahrelang für einen höheren Bundeswehr- Etat gekämmt. Das reicht jetzt, glaube ich. Ja, und erfolgreich.

Denn was wird man in der SPD, wenn man sich leidenschaftlich für mehr Waffen einsetzt? Generalsekretär. Hören Sie, ich, ahm, vielen Dank, das ist sehr liebenswert, aber ich möchte an dieser Stelle betonen, dass wir seit dem Jahre 2001 eine äußerst restriktive Rüstungspolitik verfolgen. Wir von der SPD haben damals zusammen mit den Grünen strenge Grundsätze festgeschrieben, die dazu geführt haben, dass wir heute lediglich Rüstungsausfonds von etwa 6,8 Milliarden Euro tätigen. Und wie sah 2001 aus? So. Das ist die Bechränkung mit der wir leben können. Und wo gehen die ganzen Waffen hin? In den Nahen Osten. Was machen die denn da? Urlaub? Nein, nein, sie sichern Arbeitsplätze.

Also hier, für 20.000 Menschen und ihre Familien in der Region. Ganz genau. Und wir haben jetzt alle hier im Raum versammelt, die Top-Arbeitgeber der deutschen Rüstungsindustrie, alle unsere Shooting-Stars. Willkommen bei Kraus-Maffei Wegmann. Wir bieten bedrohungsgerechte Sicherheitstechnik zum Spitzenpreis. Nicht unser Leopard 2 nur 10 Millionen Euro. Einsteigen, anschalten, umnüten. Sie sind ein kleiner Drittstaat, zerrissen von inneren Unruhen, aber chronisch pleite? Kein Problem. Bezahlen Sie mit den Hermes Bürgschaften der Bundesregierung. Jetzt schießen, später bezahlen. Über 100.000 Menschen sind gerade geflohen, aus Afrin, vor der türkischen Armee und ihren Panzer.

Wer würde das nicht tun, angesichts der geballten Feuerkraft unserer 120-Millimeter-Glattrohr-Kanone L-44 von Rheinmetall? Ich möchte vielleicht an dieser Stelle betonen, dass die türkische Regierung bei ihrer Operation Olivenzweig nicht gegen deutsche Exportauflagen verstoßen hat. Gab es denn Auflagen für die Benutzung der Waffen für die Türken? Nein, so konnte die Türkei auch nicht dagegen verstoßen. Ich möchte darüber hinaus betonen, dass im Fall Deniz Yücel es keinen Deal zwischen der Bundesregierung und der türkischen Regierung gab. Mit einem einzigen Deal? Richtig. Es gab 31 Deals in den Bereichen Raketentorpedos, Spezialpanzer.

Man könnte eigentlich sagen, Deniz Yücel ist bloß in Freiheit, weil die Qualität unserer Rüstung jeden Diktator schwach werden lässt. Ganz genau. Ich habe mich auch gar nicht dafür bedanken, Herr Klingelblein. Es war ganz saubere Arbeit. Ich möchte betonen, dass diese Deals sind ja auch erst nach der Freilassung beschlossen worden. Bekannt geworden. Apropos Deal, da steht auch schon der nächste Schützenkönig Gewehr bei Fuß. Eine weitere Top-Firma, nicht wahr? Die Firma Deal Defense. Nicht so laut, bitte. Wie bitte? Wir sind doch nur ein ganz kleines Familienunternehmen. So bescheiden, aber ist doch kein Anlass.

500 Millionen Euro Umsatz unter den Top 100 der reichsten deutschen Familien, nicht wahr? Und immerhin ein deutsches Traditionsunternehmen. Mit einer sehr langen Tradition. Die haben ja Vermögen aufgebaut mit KZ-Häftlingen. Und wer von euch beiden ist der Geschäftsführer? Warum sind sie denn bitte so böse zu uns? Warum sind sie denn bitte so böse zu uns? Wir liefern doch bloß innovative Munitionstechniken. Ja, wie zum Beispiel die Fernlenkwaffe Iris T., mit der wir der Saudi-Arabischen Luftwaffe unter die Arme greifen bei der Bekämpfung von hochwertigen Einzelzielen. Ihre innovative Munitionslösung sorgt dafür, dass die Saudis in jedem zurück in die Stahlzeit bomben. Nein.

Sehen sie es wirklich? Das ist ja nicht möglich. Heckler und Koch. Ihr müsst nicht erläutern. Und ihr glaubt, der Tod wäre ein Meister aus Deutschland. Ihr stimmt das etwa nicht. Der Tod ist ein Wiener, Watschengsicht. Und eines sage ich dir an deinem schwindeligen Schießstand. Bei mir sterben sie von Hand und nicht lieblos vom Fließband. Von Hand? Respekt, wirklich. Aber damit kommen sie niemals auf unsere Zahlen. Seit der Gründung unserer Firma wurde zwei Millionen Menschen ein Ableben durch Heckler und Koch ermöglicht. Ja und nicht zu vergessen, noch viel mehr Menschen werden durch Waffen von Heckler und Koch weltweit verletzt.

Man kann sogar sagen, Heckler und Koch wirkt im Wortsinne völkerverbindend. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass dabei meist keine Deutschen zu Schaden gekommen sind. Im Gegenteil, Heckler und Koch bietet Arbeitsplätze für über 600 Menschen und ihre Familien in der Region. Und die Leute aus Kriegsgebieten kommen ja auch aus einer Region. Ja, aber da sind sie meist nicht so lange. Ja, meine Damen und Herren, jetzt werdet sie natürlich sagen, da machen offensichtlich einige wenige große Profite mit Waffen. Gut, das stimmt. Zum Beispiel die Eigentümer von Kraus-Mafai Wegmann und das alles ganz bescheidene Leute, die ihren Namen gar nicht irgendwo hören wollen.

Zum Beispiel die Familie Braunbärens, die Familie von Maidell, die Familie von Sete oder Bode. Da gucken sie zum Beispiel, da ist der Manfred Bode, Panzermaniker. So bescheidene Leute, wie auch die Eigentümer der Firma Diehl, die war Familienbetrieb, hier gucken sie Thomas Diehl und Werner Diehl. Ganz bescheidene Leute, die war auch der Haupteigentümer der Firma Heckler und Koch Herr Heschen. Von dem gibt es gar kein Foto und wissen Sie warum? Der hat Angst vor Menschen mit Waffen. Und jetzt werden Sie natürlich sagen, kann ich da auch mitmachen? Jetzt kommt die gute Nachricht. Sie tun es bereits. Denn haben Sie etwa ein Konto bei der GLS Bank, der Triodos Bank oder der Ethik Bank? Nein?

Dann machen Sie mit. Denn alle anderen Banken finanzieren Rüstungsgeschäfte. Und auch die fondgebundene Richter-Rende macht da keine Ausnahme. Sie sorgen mit ihrer Altersvorsorge dafür, dass andere ihr Alter gar nicht erreichen. Wer riecht dort, riecht dort. Ich sage Ihnen eins. Sie erinnern mich an mich. Ich habe mich verändert. Wer mit 20, kein Pazifist ist, der hat kein Herz. Aber mit 30 noch Pazifist ist, der hat keinen Einfluss. Sie sind doch auch kein Einfluss. Sie sind der SPD. Es ist doch so. Es sind doch nicht die Waffen, die töten. Es sind die Menschen. Ja, und deswegen exportieren wir dann nur Waffen statt Menschen in Krisengebiete. Und da sind Sie dann stolz drauf.

Wir sind erst mal stolz auf die Mechanik der Waffen. Wir hoffen ja alle, dass diese Waffen niemals benutzt werden müssen. Also Sie sind stolz auf etwas, das Sie produzieren, von dem Sie hoffen, dass es nicht benutzt wird. Ja. Können Sie auch gleich etwas produzieren, das keine Menschen tötet, oder? Also ich meine, wie die deutsche Automobil ist, ein schlechtes Beispiel. Ich weiß, was jetzt kommt. Jetzt kommt wieder das, wenn es keine Waffen gäbe, dann gäbe es keine Kriege. Ja, das wäre so mein Ansatz. Ja, das stimmt nicht. Sehen Sie, die Menschen würden sich ja auch mit einem Brotmesser abschlachten. Ja, aber haben Sie schon mal versucht, sich mit dem G36 eine Honigstulle zu schmieren?

Ja, okay. Wisst ihr was? Was sollen wir denn machen? Was ist Ihr Vorschlag? Keine Waffen liefern? Ja, das ist hier, Simone Lange. Ihre Genossin hat das vorgeschlagen. Die bewirbt sich doch jetzt im Vorsitz für Ihre Partei. Das ist doch alles Quatsch. Schauen Sie, wenn wir es nicht machen, dann macht es ein anderer. Ja, das ist der Wahlspruch der kolumbianischen Drogenmafia. Okay. Immer diese reine Ethik des Friedens, ja? Schauen Sie sich doch mal die nahen Osmanien-Armen-Länder an. Was Ihre verweichlichte Generation nie verstehen wird, ist, dass man eben manchmal Waffen braucht, um Frieden zu schaffen. Ich glaube, was ich zumindest verstanden habe, ist, dass man Armut nicht töten kann.

Er zahlt. Krieg ist nur was für Männer, wird immer gesagt, verweichlichte Generation. Ja, wahrscheinlich hat er recht. Ich habe mich jetzt nie besonders männlich gefühlt. Deswegen bin ich heilfroh, dass wenn Frauen auf Männer stehen, in der heutigen Zeit, dass ihnen nicht mehr so wichtig ist, dass sie jetzt so klassisch männlich sind. Also, dass sich die meisten Frauen sagen, ach komm, der hat ein bisschen Bartwuchs, der war schon mal im Stimmbruch, der fällt beim Laufen nicht hin, ist für mich auch eine Art Mann. Mache ich jeden Tag drei Kreuze.

Aber trotzdem gibt es ja dann noch manche Frauen, denen es total wichtig ist, dass Männer jetzt so klassisch männlich sind, also so groß und stark und bärtig, habe ich immer nicht, fand ich immer scheiße. Hab ich neulich einem Freund erzählt, Christian, er hat gesagt, ja irgendwie finde ich es komisch, dass ich da so eine Antipathie habe gegenüber so kernigen Männern. Und er hat gesagt, woher nichts denn? Und ich glaube, es liegt daran, dass ich schwächer bin als die meisten Frauen. Die meisten Frauen könnten mich einfach so weglatschen. Und dann hat Christian gesagt, das hat die Natur ja eigentlich umgekehrt vorgesehen. Christian, wohin geht die Reise?

Und dann hat Christian gesagt, ne, ne, verstehe mich jetzt nicht falsch, ich glaube einfach nur, das ist der Ursprung von Sexismus. Also, dass jemand stärker ist, dass die meisten Männer stärker sind als Frauen. Das ist der Ursprung. Das wirst du ja auch wissen, Till. Das wirst du ja auch kennen, wenn du dich mit Leuten unterhältst oder streitest, die stärker sind als du. Du verhältst dich anders. Dann hab ich gesagt, Christian, das ist vollkommener Bullshit. Ich sag einfach klar und selbstbewusst meine Meinung, egal wer da vor mir steht, völlig egal. Bam. Und dann hab ich nochmal drüber nachgedacht und festgestellt, das stimmt überhaupt nicht.

Also ich hab mich in meinem Leben erst dreimal mit Personen wirklich gestritten, die stärker waren als ich. Also einmal davon mit meiner Mutter, weil ich die Radlerhose wirklich nicht mehr tragen wollte. Hat sich gelohnt. Ansonsten bin ich kein Typ, der Stress anfängt. Also wenn man jetzt nicht in Club reinkommt, dann geht ja für viele der Abend erst los. Wir fangen an Stress an. Ich denke mir dann immer, wenn die mich nicht reinlassen, die haben Geschmack. Und jetzt sind ja gerade viele Männer verwirrt und wissen gar nicht mehr, wie sie mit Frauen umgehen sollen. Viele sagen ja, verstehe ich jetzt nicht. Also darf ich jetzt niemand, darf ich jetzt gar keine Frau mehr sexuell belästigen?

Da geht mir ein Stück Lebensqualität verloren. Viele sind ja irritiert, flirten, das war für viele nur die Wartezeit, bis die K.O.-Tropfen wirken. Und deswegen habe ich gedacht, es wäre doch schön, so einen Merksatz zu haben. Ich glaube der Merksatz ist, Frage dich, würdest du auch mit deiner Mutter so reden? Und das fand ich erstmal toll, dass man das überprüfen kann. Nehmen wir mal einen sexistischen Spruch, beispielsweise, na du geile Tittenmaus. Nur fürs Beispiel. Und tatsächlich, das würde ich jetzt nicht zu meiner Mutter sagen. Das Problem ist, ich würde jetzt auch nicht unsexistisch mit meiner Mutter flirten. Ich würde nicht sagen, hey Mama, du bist mir schon häufiger aufgefallen.

Und wenn wir jetzt zu dir nach Hause gingen, wird da jemand auf dich warten? Ach ja, mein Vater, das war das Problem. Klingelbeil. Klingelbeil. Klingelbeil. Bitte nicht so laut. Schaut sich das an. Deutschland ist in einer Aussichtslosenlage. Jetzt geben Sie der Großen Koalition nochmal eine Chance. Gucken Sie da nahe. Schaut sich das an. Alles absolute Spitzen, Fischungsprodukte eingesperrt, wie die Bürger in der DDR. Und jetzt, was wollen Sie wieder? Mehr Reisefreiheit für deutsche Waffen? Na ja klar, überall auf der Welt herrscht Krieg. Verstanden Sie? Da in Saudi-Arabien, da in Sudan, Mexiko, überall knallt es. Und wir können nicht mitmachen. Weil uns strengste Gesetze daran hindern.

Das ist doch unglaublich. Ich bitte Sie, gucken Sie hier zum Beispiel. Das ist doch völlig veraltet. Das kann doch weg. Das ist ein Grundgesetz. Das wird schwierig. Haben Sie in den Artikel 26 schon mal reingeschaut? Da steht drin, Kriegswaffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in den Verkehr gebracht werden. Klingelbeil, ich kann so nicht arbeiten. Das ist nicht so laut. Hören Sie, das beste bei Grundgesetzartikeln kommt doch immer am Schluss. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz. Super, noch ein Hindernis. Zwei. Bitte? Das ist ja überhaupt kein Durchkommen mehr. Was entsteht denn, wenn man zwei Gesetze aneinanderlegt? Ein Bürokratie-Munster.

Nein, eine Lücke. Und die ist nicht gerade klein. Kein Wunder erfunden hat sie kein geringerer als Franz Josef Strauß. Probiert mir das mal. Nehmt mir an, die Firma Mercedes möchte jetzt diesen Unimog mit Maschinengewehr. Da komme ich die doch gar nicht durch. Da ist das Kriegswaffenkontrollgesetz ganz streng. Und es ist ja auch eine Kriegswaffe. Jetzt nicht mehr. Jetzt ohne Gewehr gilt nur noch das Außenwirtschaftsgesetz. Und da kommt man leichter durch. Das ist überhaupt kein Vergleich. Sie haben ja so eine Rechtaufgenehmigung. Schauen Sie, das ist eine Art Gesetzesgesetz. Das ist ja auch eine ganz normale Familienkutsche. Hat halt eine Militärbereifung. Tarnanstrich.

Eine Halterung für ein Maschinengewehr. Aber was können Sie dafür, wenn im Ausland Ihnen jemand wieder ein Gewehr draufpappt? Das ist gut. Das muss auch raus hier. Was ist das? Das ist eine Maschine. Ich war von der Firma HPM. Die muss nach Mexiko dringend. Denn mit dieser Maschine werden Gewehrläufe hergestellt. Nein, für Maschinengewehre brauchen Sie die Genehmigung laut Kriegswaffenkontrollgesetz. Das ist doch so streng. Was sind Sie für ein Waffenhändler? Werfen Sie mal die Flinte ins Korn. Versuchen Sie einmal mitzudenken. Das ist ja nicht so schwierig. Können Sie nicht vielleicht aus so einem Gewehrlauf ein Abflussrohr machen? Ja klar. Und schon können wir aus dem Gesetz scheißen.

Das Kriegswaffenkontrollgesetz sieht Ausnahmen vor. Für Güter, die nicht nur militärisch, sondern auch zivil genutzt werden können. Ein sogenanntes Dual-U-Scoot. Super, dann kann die Maschine nach Mexiko. Dann nennen wir den Eurofighter ein ziviles Passagierflugzeug für zwei Personen. Nein, das machen wir nicht. Und wenn wir die Bomben vorher abwerfen? Ein Kampfjet ist eine Kriegswaffe. Die darf laut politischen Grundsätzen nicht in Ländern bewaffnet Konflikte stattfinden. Kein Export. Klingelt bei Ihnen, Sie machen mich fertig. Liefern die einen ganzen Flieger nach Saudi-Arabien? Die liefert nur das Rumpf-Mittel-Teil. Wo findet die Endkontrolle statt? In England.

Die Lieferung von Kriegswaffen darf nicht beschränkt werden. England ist ja ein Bündnispartner. Das vergisst man bei dem Essen. Einwandfrei. Klingelt bei Ihnen. Der fertige Eurofighter muss nach Saudi-Arabien. Das ist kein NATO-Land. Wenn der deutsche Anteil an unserem Gesamtprojekt unter 20 % liegt? Wenn das Rumpf-Mittel-Teil größer ist. Dann müssen wir diesen Export leider noch mal besprechen. Und dann wird geliefert. Einwandfrei. Wenn Sie es einfacher haben wollen, können Sie es so machen. Sie können eine Waffenfabrik kaufen, z.B. auf Sardinien. Davon liefern Sie dann direkt Bomben made in Germany an Saudi-Arabien. Sie werden in den Eurofighter umsteigen.

Von dem her fallen Sie in den Jemen. Was sagt die Bundesregierung dazu? Die sagt, da müssen sich die Italiener darum kümmern. Die Firma steht schließlich in Sardinien. Was sagen die Italiener dazu? Die sagen, da müssen sich die Deutschen darum kümmern. Schön, dass sich das so viele nicht darum kümmern. Klingelbeil. Der Leo II, der in Deutschland zusammengeschraubt wird, will doch auch raus in die Welt. Er will was sehen. Wie kommt der raus? Er schraubt da vorne die Kanone ab. Oder behaupten Sie, er sei ein mobiler Rohrreiniger? Klingelbeil, sprechen Sie! Bei dieser Art Export muss man grundsätzlich werden.

Grundsätzlich wird eine Auswahl von Kriegswaffen oder Rüstungsgüter in Länder außerhalb der NATO nicht genehmigt. Sie wollen mich grundsätzlich ruinieren? Sie hören nicht zu. Wenn die Bundesregierung sagt, im Grundsatz nein, dann meinen Sie, im Ausnahmefall ja. Lieferungen können genehmigt werden, wenn es im sicherheitspolitischen Interesse ist. Rüstungsexporte sind kein Mittel der Wirtschaftspolitik. Wer entscheidet über die Ausnahmegenehmigungen? Der Wirtschaftsminister. Nur der weiß, wie man keine Wirtschaftspolitik macht. Konsistent in der Argumentation. Hab sogar ich verstanden. Dann macht er eine Ausnahmegenehmigung und schon rauschen wir nach Katar. So schnell geht es nicht.

Die müssen genehmigt werden. Dann wird das Ganze in aller Öffentlichkeit zerredet. Nein, die Runde tagt geheim, begründet nichts und genehmigt fast alles. Das Beste ist, von den genehmigten Exporten gehen 60% in Länder, die wir nicht hätten beliefern dürfen. Wie kriegen wir die nach Saudi-Arabien? Das machen wir grundsätzlich nicht. Verstanden, General. Wenn wir grundsätzlich alles machen, wozu haben wir die ganzen Regeln? Sie haben das Gefühl, Sie sind Teil einer Friedensnation. Gleichzeitig können Sie alles exportieren, was Sie wollen. Und Endrüstungsweltmeister. Ist Ihnen etwas aufgefallen, was deren Worte stets verblühen? Sie reden niemals je vom Tod, die feinen Herren in ihren Kostümen.

Sie sprechen immerzu von Mord, von Kriegen, Schlachten, Blut im Streit. Als wäre der Mensch und er allein die Schuld an seiner Sterblichkeit. Wer spricht denn heute noch von mir, dem wahren, schönen Ungetier? Stattdessen heißt es nur Herzinfarkt, Chiribim, die Lunge klagt, Chiribum, Vergeltungsschlag, Eschert, die Leber hat, geschießt, ich schass die Attentat. Ich bin euch gar nicht mehr vonnöten. Ihr könnt euch selbst als Todes scherfen. Denn solang sich Menschen töten, müssen keine Menschen sterben. Ihr könnt, beginn man abzurüsten, euch auch nicht mit Entrüstung brüsten. Wenn detonierte Darmgerlandendroben auf dem Dachvierst landen.

Wenn's einem seinen Schädel zreißt und er mit letztem Blick begreift, ihr schau nur welch ein Luftikus, da fliegt mein Hypotalamus. Dann könnt ihr rufen, na wie grausig, wie schön wird's sein, wenn ich zu Haus lieg und einst entschlafe, still und friedlich. Auch ihr seid tot nicht appetitlich. Ihr müsst zwar nicht durch Leichen starken, doch liegt auch ihr, trotz weißer Lagen, nach dem letzten Muskel-Zittern würdelos in Stuhl gewittern. Und manchmal trifft es auch die Kleinen. Doch wisst ihr, was die Kleinen sagen? Wenn ich sie in den Wagen lade, so sie denn noch Köpfe haben.

Wenn ich sie aus dem Schutt gefreiht und rüber zum Fiat-Karleit aus den Trümmern in die Kutschen neimt, da sitz ich, kanns bisschen rutschen und anschnallen wir vor einer Autobahn. Dann sagen sie, schade, das ging hurtig, Krieg ist blöd. Die nehmen's spurtlich. Doch hol ich eine Eudewachtel und bitt sie in ihr Pressspannschachtel und zählt sie auch schon 100 Jahre. Die Eude macht mir eintrara. Denn keine noch so faule Fettel, die nicht um einen Aufschub betteln. Bitte, bitte, kommen wir später, die Tiefkühltruhe ist noch voll. Und Kilo weiß Kompot im Kölner, wirklich, haben's denn wer das essen soll. Genet gefra, ich bin da tot. Ihr seid es um, ich weiß, es schad.

Bitte sterben und zahn, zahn. Keine Ehefurcht, kein Respekt, weil ihr heute an euch selbst verreckt und ständig glaubt, ihr wüsstet's besser. In oasch mit eurem Blutdruckmesser. In oasch mit dem Lumpatzi Christus. In oasch mit eurem Pazifismus. Ich möcht euer Unglück euch ungern verderben, doch der Sinn eures Lebens ist nicht, nicht zu sterben. Lebt ihr euer Leben? Ich sag schon Bescheid. Ob ihr dann zersprengt oder unversehrt seid, das ist mir doch wurscht. Ich erhalt meinen Lohn, ich arbeite nicht auf Provision.

Denn wenn die Kriege beigelegt, jed Waffe einst entzweigesägt, wenn alle Seuchen eingedämmt, da jede Krankheit Heilung kennt, sich niemand in die Grube seufft, dann seid ihr mit mir allein. Und die Verzweiflung wird grenzenlos sein. Wie konnte das passieren? Ich lebte so redlich. Mein Gott hieß Gesundheit, bewegte mich täglich. Ich starb nicht am Feld, nicht an Krebs, nicht an Not. Dann, Chersamie, sterbt ihr nur mehr am Tod. So weit unsere Nahtod-Korrespondentin Lisa Eckert. Wir bleiben beim Thema. Wo landen deutsche Waffen, wenn niemand hinguckt? Das ist eine Frage, die niemand beschäftigt. Trotzdem überprüft die Bundesregierung vor Ort, ob die Waffen auch da sind, wo sie sein sollen.

Wirtschaftsstaatssekretär Machnich sagte, mit den neuen Endverbleibskontrollen habe Deutschland die strengsten Regeln im Leben. Durchgeführt werden diese neuen Kontrollen von fachkundigem Personal vor Ort von ... Diplomaten. Das ist nicht dein Ernst. Frei, Herr von Uthoff, wundert Ihnen denn das Tata? Ganz vorzüglich, Herr von Wagner, vielen Dank. Das freut mich. Ich habe Sie herbestellt. Ich brauche Sie für unsere Post-Shipment-Kontrollen. Sie versetzen mich auf ein Postschiff? Hören Sie, das mit dem Bordell im Konsulat war vielleicht keine gute Idee. Hören Sie, es geht ins Warme. Welches Bordell? Ins Warme? Italien? Sardinien? Das ist ein Schusslöcher gegen Sonne, Mücken. Einschusslöcher?

Haben Sie vielleicht eine Bleiweste mit Einstecktuch? Wohin soll ich denn? In so einem Gebiet. Waren Sie mal in Mosul? Nein. Von da aus gehen Sie nach Südosten und dann links. Wann nach links? Nach 300 km. Da treffen Sie noch den Bandenführer. Das ist das Kampfgebiet von IS und Kurden. Sie sollen nur kurz nachgucken, ob unsere Waffen da sind. Aber denen haben wir keine Waffen geliefert. Denen nicht, aber den Peschmerger. Sie wissen, Waffen wechseln häufiger den Besitzer als die SPD. Hören Sie, ich... Ganz vorzüglich, das Zertar. Hören Sie, ich glaube, für diesen Einsatz fehlen mir die Sprachkenntnisse. Sie brauchen ja für die Identifikation einer Waffe nur die In-Augenscheinnahme.

Schauen Sie einfach, ob ihm im Stadtbild verdächtige Islamisten mit G36-Gewehren auffallen. Jetzt hören Sie mal zu. Ich bin vom Auswärtigen Dienst ausgebildet worden. Das heißt, ich weiß, wo im Restaurant das Fischmesser liegt. Aber ich gehe doch nicht zu Warlords und lasse mir von denen ihre Waffen zeigen. Wie stellen Sie sich denn das vor? Sie sind ein offenes Wort gewöhnt da unten. Was soll ich Ihnen sagen? Wunderbar. Ihre Englischkenntnisse sind fantastisch. Dann nehmen Sie das Gewehr an sich, quittieren den Empfang und fangen Sie an die Peschmerga. Vor Notruf, Ihr Gesicht ist unbezahlbar. Sie haben mir das alles abgenommen. Jetzt entspannen Sie sich mal.

Diese Vor-Ort-Kontrollen von den Waffen, die wir an die Peschmerga geliefert haben, das hat das Verteidigungsministerium schon vor zwei Jahren abgebügelt. Wir können aber nicht so oft, nicht so häufig. In den letzten zwei Jahren haben wir es zweimal geschafft. Ich glaube, wir haben 30 Waffen in irgendeinem Waffenspint in Indien gefunden. Was ist denn mit dir? Das Tata! Was sucht der Mensch an Waffenhalt? Ist doch schon eine Salmonelle von salomonischer Gewalt. Am Ende verbleibt nur meine Rolle als wahre Endverbleibskontrolle. Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Tata! Du, Schatz! Der Frühling ist da! Machen wir was Schönes! Oh ja, komm!

Wir gehen ins Sozialhilfemuseum! Das ist eine schöne Idee! Und auf dem Weg dahin gehen wir Drohnen füttern! Im Park! Oh ja! So, Vorsicht, Straße, schnell drüber! Vorsicht, Straße, schnell drüber! Ja, schnell geht's nicht! So, jetzt ist hier der Park. Es ist ein Stadtpark deswegen. So, jetzt müssen wir nur noch warten, bis eine Drohne kommt. Ja! Hey, da ist eine! Schnell hol deinen Personalausweis mit dem Chip drin raus und winke, um sie anzulocken! Hier sind wir, hallo! Ah, sie hat uns entdeckt, sie kommt, sie kommt! Ja, komm, scanne uns! Scanne uns und isst dich mal richtig satt! Ja, die sind so süß! Man scannt sich! Kunden, die das lustig fanden, bepissten sich auch über Folgendes.

Ah, du hast also das Gefühl, die Beziehung zwischen dir und Clarissa ist nicht mehr ganz so, wie sie mal war. Ja, du, ich hab irgendwo ein Stück weit das Gefühl, das hat sich irgendwo abgekühlt. Abgekühlt, ein Stück weit. Verstehe. Ja, das ist natürlich in jeder Beziehung mein besonders trauriger Moment und kann aber einfach oft vorkommen, weißt du, aber du bist damit nicht allein. Okay. Wie lange ist denn das schon so, dass sich das für dich vom Gefühl her abgekühlt hat zwischen dir und Clarissa, Hans Klothwich? Du, ich würde sagen, so ganz konkret, ja, also so ganz konkret. Gerne konkret, Hans Klothwich. Ja, so konkret jetzt. Ruhig konkret, Hans Klothwich, sei mutig.

Also ich würde sagen, jetzt so ganz konkret. Ganz konkret, Hans Klothwich, zu Hause läuft die Miete. Ja, so ganz konkret, seit ihrer Beerdigung. Hallo, würden Sie mir kurz bitte Ihre Hände zeigen? Nee, das muss ja nicht sein. Doch, bitte zeigen Sie kurz Ihre Hände. Das ist nicht nötig, wieso soll ich meine Hände zeigen? Um zu sehen, dass Sie nicht bewaffnet sind. Ach so, ich bin nicht bewaffnet. Ja, das glaube ich Ihnen wirklich gerne, aber einfach nur um sicher zu gehen, sind unsichere Zeiten, zeigen Sie bitte kurz Ihre Hände, dann... Na, ich habe ja keine Waffe, dann muss ich auch meine Hände nicht zeigen. Ja, wenn Sie keine haben, dann zeigen Sie kurz Ihre Hände.

Das ist wirklich nicht nötig, ich habe keine Waffe. Bitte zeigen Sie jetzt Ihre Hände. Nein, ich zeige jetzt nicht meine Hände. Wenn Sie nichts zu verbergen haben, ist das doch kein Problem, Ihre Hände zu zeigen, oder nicht? Ich zeige dir jetzt einfach mal nicht meine Hände. Sie zeigen jetzt noch Ihre Hände! Ich zeige dir nicht meine Hände! Sie sind ein Freak! Hey, Sie haben es alle gesehen, Sie haben es alle gesehen, es war Notwehr. Heckler & Koch-Customer, guten Tag! Ja, ich würde mich gerne beschweren. Ja, was für ein Problem haben wir denn? Ich bin tot. Und wo soll das passiert sein? Ja, in Mexiko, es war eine Kugel aus einem Ihrer Gewehre.

Ah, das heißt, Sie sind Waren, ein Kunde von Heckler & Koch. Endkunde, um genau zu sein. Ihre Firma ist verantwortlich für das Ende dieses Kunden. Ja, aber sagen wir es so, Ihr Zustand spricht ja nur nicht gerade gegen die Qualität unserer Geräte. Es ist interessant, Sie nennen Ihre Waffen Geräte. Wie nennen Sie noch mal Menschen? Weichziele. Ja. Finden Sie, eines Ihrer Geräte hat eine Kugel auf 780 Meter pro Sekunde beschleunigt. Wissen Sie, was so ein Geschoss auslöst in dieser Geschwindigkeit, wenn es auf ein Weichziel trifft? Ja, übrigens bei mäßiger Füllung werden die Druckwellen einer eindringenden Kugel vom Körper deutlich besser toleriert. Wollen Sie sagen, ich bin zu fett?

Nein, nein, nein, nur niemals mit vollem Magen in einen Schusswechsel. Haben Sie eine Vorstellung davon, was das für Schmerzen auslöst, wenn eine Kugel die obere Bauchdecke durchschlägt? Hören Sie, die Firma Heckler & Koch orientiert sich an der Genfer Konvention. Die Waffen verbietet dem getroffenen überflüssige Verletzungen zufügen. Finden Sie nicht, dass jedes Einschussloch eine überflüssige Verletzung darstellt? Das ist eine sehr radikale Auslegung. Radikale Auslegung? Hören Sie, ich bin das Opfer eines der größten Verbrechen in der jüngsten mexikanischen Geschichte. Ja, ja, hier schauen Sie, ich bin einer von diesen 40 Lehramtsstudenten, die damals ihr Leben verloren haben.

Die Polizei in Mexiko hat einen Bus gestürmt auf Geheiß eines Drogenbosses. Wir haben nur für Bildung und mehr Bildung demonstriert und plötzlich, das letzte, was 40 meiner Kommilitonen und ich gesehen haben, war der Gewährlauf eines Heckler & Koch Gewehrs, das da vor Ort gar nicht hätte sein dürfen, weil das laut deutschen Ausführbestimmungen gar nicht geht, weil es sich nämlich um eine Unruheprovinz gehandelt hat. Schauen Sie, hier im Rüstungsexportbericht der Bundesregierung steht eindeutig, dass damals 8710 G36-Geräte ordnungsgemäß exportiert wurden. Aha, nur hat Mexiko den Empfang von 9652 Gewähren quittiert. Deutsche Behörden, mexikanische Behörden, wem trauen Sie zu, genauer zu zählen?

Okay, okay, sehen Sie, den mexikanischen Behörden, weil die haben zumindest oder Mexiko hat zumindest festgestellt, dass über die Hälfte der Heckler & Koch Gewähre in verbotene Bundesstaaten geliefert worden sind, etwas, was sie in ihrer Endverbleibserklärung ausgeschlossen hatten. Wir haben nur da reingeschrieben, was das Wirtschaftsministerium uns geraten hat, damit die Exporte genehmigt werden können. So, jetzt fühle ich mich wirklich verletzt. Also ich meine, für Profitene zu sterben, ist ja schon unangenehm genug, aber für Schulden. Schauen Sie, das Ganze ist doch inzwischen geklärt. Es waren ein paar Mitarbeiter von Heckler & Koch, die die ganze Verantwortung tragen.

Die ganze Verantwortung? Was haben Sie denn mit den Mitarbeitern gemacht? Wir sind Heckler & Koch, wir haben sie gefeuert. Komm, werter Freund, wir müssen uns sputen. Und versuch mir doch am Wege, nicht die Sitze voll zu bluten. Die deutsche Waffe hat ein Imageproblem. Na ja, natürlich. Aber, schauen Sie, die Firmen verbessern sich doch. Heckler & Koch zum Beispiel, hat doch ganz klar nachgebessert und erlaubt jetzt nur noch Exporte von Waffen in Ländern, wo die Waffen vor allem jungen Menschen keinen Schaden zufügen können. Wohin soll das sein? Zum Beispiel USA? Wrong! Ganz falscher Ansatz, aber dazu haben sie ja uns nicht, die Werbeagentur Friends on Speed, wir sind für Sie da.

Wir sagen, Sie müssen die ganze Geschichte erzählen. Warum sollte sich ein Produkt für seine Wirkung schämen? Wir wollen die Emotions, die ihr Produkt weckt, auf einen Schlag erfahrbar machen. Verstehen Sie, wenn Sie Leute hören, rein Metall? Dann müssen Sie denken, rein mit dem Metall. Wenn jemand liest Kraus Maffay Wegmann, dann muss er denken, Kraus Maffay Weg mit dem Mann. Verstehen Sie? Emotion Pure. Verstehen Sie? Ja, meine ich Sie wirklich das? Ja, natürlich. Hören Sie mal, Ihr Produkt, das öffnet doch Gefühle, Herzen, Arterien, Schädeldecken.

Wissen Sie, wir haben uns bei der Content-Kampagne für die Firma rein Metall von den Angriffen im Jemen auf die Stadt Hodeida inspirieren lassen. Dort wurde eine Familie nachts von einer Bombe der Firma rein Metall überrascht. Aber ich weiß jetzt nicht, ob das das ist. Hören Sie mal, wenn Ihr Produkt so hundertprozentig performt, dann müssen Sie das doch zeigen. Wir haben uns übrigens auch in dem Versuch, eine emotionale Verbindung zu dem Produkt herzustellen, etwas für die Kunden der Düsseldorfer Firma ausgedacht. Vor allem, was in der Weihnachtszeit unglaublich viral geht. Ein Giveaway. Wahnsinn. Ich weiß nicht. Vertrauen Sie uns, vertrauen Sie uns.

Wir haben ja auch noch einen letzten, einen genialen PR-Pfeil im Heckler und Köcher. Wir haben eine Original-Werbung von Heckler und Koch mit der Realität fusioniert und dadurch eine Authentizität hergestellt, die der moderne Kunde heutzutage verlangt. Es ist ein großer Moment für jeden Waffenbesitzer, wenn er sich die neue Pistole oder das neue Gewehr kauft. Schließlich soll die Waffe ein treuer Begleiter sein. Warum also nicht gleich das Beste vom Besten nehmen? Eine Waffe von Heckler und Koch. Begleiten Sie uns auf eine kleine Reise. Wir führen Sie tief in die DNA unserer Waffen. Im Schwarzwaldstädtchen Oberndorf am Neckar steht unser modernes Unternehmen mit seiner langen Tradition.

Hier entstanden legendäre Waffen. Das G36, das HK416, das G3 und die MP5. Waffen, die bei spektakulären Befreiungsaktionen eingesetzt wurden. Diese Tradition lebt in all unseren Waffen. Auch in ihrer. Heckler und Koch. No Compromise. Also wir hätten auch noch mehr Beispiele. Nein, ich habe das Prinzip verstanden. Ich habe das im Prinzip noch nicht verstanden. Was denn? Also es ist so. Deutschland liefert fröhlich Bomben in alle Länder. Kontrolle findet nicht statt. Was sagt denn die Bundesregierung dazu? Das frag ich sich doch nicht. Frag ich sie doch die Bundesregierung. Okay. Herr Seibert, die Exporte von Waffen in den Nahen Osten sind letztes Jahr um 109 Prozent gestiegen.

Wie kann das sein? Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur Bundespressekonferenz. Dem habe ich an dieser Stelle nichts hinzuzufügen. Herr Seibert, nochmal. Unsere Exporte sind um 109 Prozent gestiegen. Wie kann das sein? Vielen Dank für die Frage. Die Entscheidungen über Genehmigungen werden immer auf Grundlage und Maßgabe der geltenden Gesetze im Einzelfall getroffen. Ja, was heißt das denn in der Praxis? Die Praxis habe ich Ihnen soeben geschildert. Es ist jeweils eine Einzelfallentscheidung, die immer nach den aktuellen Außen- und sicherheitspolitischen Erwägungen getroffen wird. Die Praxis ist doch.

Deutsche Bomben fallen im Nahen Osten, deutsche Panzer rollen in der Türkei, deutsche Gewehre töten mexikanische Studenten. Aber immer ausnahmsweise. Ja und jetzt soll auch noch der Rüstungsetat verdoppelt werden. Oder wie ist das zu verstehen, wenn im Koalitionsvertrag steht, den Zielkorridor der Vereinbarung der NATO soll gefolgt werden? Die Bundesregierung legt Wert darauf, dass es sich bei einem Zielkorridor zunächst um einen Gang handelt, der im weiteren Verlauf sich immer weiter verengend auf etwas zubewegt, was man im Allgemeinen als Ziel beschreiben kann. Bitte? Dem hat die Bundesregierung nichts hinzuzufügen. Sie haben überhaupt nichts gesagt. Vielen Dank für die Frage.

Wie lautet denn nochmal die Frage? Soll das alles so weitergehen, ist die Frage. Ich werde auch jetzt versuchen unter Einsatz einer möglichst inhaltsleeren Floskel auf eine solch uninteressante langatmige sich um sich selbst drehende Art und Weise zu antworten, dass sie am Ende dieser Antwort gar nicht mehr wissen, wie der Satz eigentlich am Anfang. Ja, der macht mich wahnsinnig. Hat hier irgendjemand eine Waffe? Möchtet sie vielleicht nochmal einen Blick ins Sortiment werfen? Gut, wenn es jetzt dann keine weiteren Fragen mehr gibt. Ich habe eine Frage, Herr Seibert. Ich bin Jürgen Gresslin und der Kampagne Aktion Aufschrei Stopp den Waffenhandel.

Ich recherchiere seit Jahrzehnten in Griesen und Kriegsgebieten auf den Spuren deutscher Waffen und treffe mich mit den Opfern deutscher Waffenexporte. Wer? Ja, wie die Bundesregierung, die geheimtagende Bundessicherheitsrat unter Führung vom Bundeskanzlerin Angela Merkel seit Jahren systematisch Kriegswaffenexporte an Menschenrechtsverletzende Staaten wie Mexiko, Pakistan, Algerien genehmigt, der leistet Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen. Herr Seibert, der Bundessicherheitsrat genehmigt aber auch Kriegswaffenexporte an kriegführende Staaten, die Türkei beispielsweise, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten.

Diese intervenieren im Moment im Jemen und dort werden deutsche Waffen eingesetzt. Aber tausende von Menschen sind im Jemen schon gestorben am Einsatz deutscher Kriegswaffen. Wer Waffenexporte genehmigt an Kriegführende Staaten, der leistet wieder Bundessicherheitsrat Beihilfe zu Mord. Herr Seibert, was sagt die Bundesregierung zu diesen Vorwürfen? Vielen Dank für die Frage. Mord setzt ja eine Art Vorsatz, also eine Art zielgerichtetes Handeln voraus. Das ist etwas, was ich für die derzeitige Bundesregierung grundsätzlich ausschließen kann. Brav, Steffen. Ganz brav. War es das jetzt mit mir? Nein. Das war die Anstalt. Heute mit Olan und Bator, Till Reiners, Lisa Eckhart und Jürgen Gresslin.

Vielen Dank.

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