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Hartz IV

Bertelsmann Stiftung , Kritik an den offiziellen Zahlen der Arbeitslosenstatistik , Existenzsicherung , Mindestlohn , Hartz-Konzeption durch Bertelsmann

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Der Abschnitt in 'Die Anstalt' kritisiert die politische Gestaltung der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, insbesondere die Rolle der Bertelsmann Stiftung und ihre Einflussnahme auf Reformen wie Hartz IV. Die Satire entlarvt die Manipulation von Arbeitslosenzahlen und die fehlerhafte Berechnung des Existenzminimums, um politische Ziele zu erreichen. Sie thematisiert die Instrumentalisierung von sozialer Not für politische Zwecke und die zunehmende Ungleichheit im System. Die Diskussion zeigt, wie Ideologien und Statistiken missbraucht werden, um eine bestimmte Politik zu legitimieren.

Transkript 7.217 Wörter

Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett in einen Langzeitarbeitslosen verwandeln. Herr Samsa! Herr Samsa! Herr Samsa! Was sehen Sie? Ja, hier! Der aktivierende Sozialstaat! Guten Morgen! Was machen Sie denn hier? Sie aktivieren! Sie sind ja jetzt auf den Tag genau über, zwölf Monate arbeitslos. Das heißt, Sie sind laut Sozialgesetzbuch Paragraf 90 dazu verpflichtet, erst mal all Ihr Vermögen aufzubrauchen, bevor Sie hier auf Staatskosten rumblümeln. Sie können doch hier nicht einfach so reinplatzen! Typisch! Wenn der Staat sich zurückzieht, wird gejammert.

Aber wenn ich da mal vorbeikomme, ist das auch wieder nicht recht. Es kann doch nicht sein, dass ich nach zwölf Monaten all meine Rechte verliere. Nicht all Ihre Rechte, nur all Ihre Qualifikationen! Was? Na, Sie sind jetzt Langzeitarbeitsloser, und ab jetzt sind Sie gezwungen, jeden Job anzunehmen, der zumutbar ist. Apropos, können Sie mal ganz kurz hier reinmassieren? Ich war Vertriebsleiter eines weltweit führenden Herstellers von Flüssigkeitsapplikationen. Öl können Sie auftragen. Wollen Sie wirklich, dass ich meine Hände um Ihren Hals lege? Typisch Langzeitarbeitsloser. Geld kassieren und dann auch noch aggressiv werden. Wahrscheinlich trinkt er auch noch. Was? Es ist 6 Uhr morgens!

Wer sich rasiert, bekommt auch einen Job. Ich rasiere mich nie vor dem Aufstehen. Warum gehen Sie denn nicht einfach arbeiten? Wegen der gesellschaftlichen Arbeitsmarktdisparitäten. Und Deutsch kann er auch nicht. Das bedeutet, es gibt keine Arbeit für mich. Ach, jetzt ist wieder die Gesellschaft schuld. Typisch Drückeberger. Prosit! Ja, was denn? So hat Wolfgang Klemen doch mal die Hartz-IV-Betrüger genannt. Und mit Betrug kennt der Mann sich aus. Er hat schließlich jahrelang vorgegeben, Sozialdemokrat zu sein. So, ich habe gehört, hier ist Hartz IV befasst. Was? Wer sind Sie? Der Kammerjäger, Herr Samsa. Herr Samsa? Herr Samsa? Herr Samsa? Herr Samsa? Herr Samsa, haben Sie verstanden?

Ja, ja, ja. Sie sind der Kammerjäger. Wie? Nein. Noch mal. Ich bin der Regisseur. Wir machen heute einen kleinen Imagefilm für die Bundesagentur für Arbeit. Über Hartz IV, okay? Gehen wir ein bisschen darüber, dass wir am Anfang einmal eine Totale haben. Ist das gut für die Kammerin? Ich kann auch so. Herr Samsa soll im Hintergrund schon noch zu sehen sein. Sie sind der Boss. Also heute. Da muss man schon das Gefühl haben, dass ich hier. Ich meine, stellvertretender Bereichsleiter ist ja nicht von Pappe. Herr Hilfreich, aber heute geht es ja mehr um Herrn Samsa. Ja, ja. Also die Arbeitslosen kommen immer zuerst. Wobei wir beim Jobcenter sagen, nicht Arbeitslose.

Also aus Respekt nennen wir die Assis Kunden. Okay. Herr Hilfreich, Herr Samsa. Herr Samsa, hier spielt die Musik. Herr Samsa, wir filmen heute Ihren ersten Tag als Langzeitarbeitsloser. Ganz wichtig dabei ist, dass Sie sich ganz natürlich benehmen. Einfach wohlfühlen, okay? Ja, das wäre vielleicht nicht gut, weil den ganzen Tag auf dem Sofa rumlümmeln, das ist ja kein Film. Was haben Sie gesagt? Okay, einmal ganz kurz. Herr Samsa, am besten Sie erzählen uns noch mal ganz kurz, wie Sie heißen und was Sie jetzt mit dem Arbeitslosen-Kit 2 so machen wollen. Okay? Herr Hilfreich, mein Name ist Gregor Samsa. Und ich eröffne in Wuppertal eine Boutique mit dem Papst. Hey, hey, hey.

Herr Samsa, Herr Samsa. Alles gut, Herr Hilfreich, ist okay. Herr Samsa, und bitte. Mein Name ist Gregor Samsa. Ich bin jetzt über zwölf Monate arbeitslos und bekomme ab jetzt, wie viel Geld bekomme ich denn eigentlich jetzt? Hm? Ja, das Arbeitslosen-Kit 2, 416 Euro im Monat, da ist alles dabei. Nahrung, Bildung, Freizeit, ich sag mal all inclusive. Ich würde die Posten ganz gerne mit Ihnen mal einzeln durchgehen. Gerne. Da steht, ich bekomme 4,70 Euro pro Tag für Nahrung. Ja, das ist ja alles, was Sie dann brauchen für perfekte Bikini. Bikinifigur. Hm? Schlank. Na ja, Sie hätten ja auch 8,50 Euro im Monat für Restaurantbesuche. Dafür bekomme ich ja nicht mal einen Gruß aus der Küche.

Sie können ja dem Kellner oder dem Koch winken in der Küche. Vielleicht kriegt er zurück. Und hier steht, ich bekomme 5 Cent pro Tag für Bildung. Was lerne ich da? Sparen. Sparen. Aus. Aus. Aus. Das war jetzt auch ein bisschen sehr trocken mit der ganzen Rechnerei. Also wir brauchen schon für den Imageman so ein bisschen Emotionen. Okay, und Herr Samson, vielleicht einfach mal lächeln. Ich meine, Sie machen Ihr Gesicht wie auf einer Beerdigung. Einfach locker. Und bitte. Aber die 416 Euro, die reichen doch auch nicht zum Leben. Entschuldigung, hatte ich das gerade nicht mitbekommen. Wollen Sie die 416 Euro jetzt haben oder nicht? Na ja, ich brauche das Geld ja. Sagen Sie es mir im Gesicht.

Und bitte. Ja, aber laut Gesetz sollen mir diese 416 Euro eine Teilhabe in der Gesellschaft ermöglichen. Aber mit so wenig Geld werde ich doch von der Gesellschaft ausgeschlossen. Ja, Pfff. Na ja, Gesellschaft ist ja auch eher das, was so eine Erfindung von der SPD um ihre Existenz zu rechtfertigen. Sagen Sie, wie kommen Sie denn eigentlich auf diesen Betrag? Ja, das weiß ja nun jeder. Das ist eine Formel. Also da wird dann Minus geteilt und dann dezimiert. Ja, wir rufen vielleicht mal den Herrn Felschlich an. Das ist unser Statistikkollege. Ja, grüß Sie. Herr Felschlich. Ja, ich bin es. Können Sie ganz kurz zu uns kommen? Nein, Sie sollen kurz kommen. Nicht auf die Tastatur.

Nein, das ist doch zu mir, hilfreich. Genau, alles klar. Herr Felschlich, das ist ein Humor hat der Mann. Nein. Was gibt es denn? Herr Felschlich, können Sie mal hier seinen Bedarf, wie Sie den ermitteln? Wir ermitteln nicht seinen Bedarf, wir ermitteln den Regelbedarf. Wir fragen bei den unteren 50% der Bevölkerung. Also beim ernsten Teil in der Bevölkerung? Ja, die, die so gerade keine Sozialhilfe bekommen. Die fragen wir, wie viel sie im Monat so fürs Leben ausgeben. Aha, und diesen Geld betragte ich dann? Nein, davon ziehen wir dann noch alles Mögliche ab. Zum Beispiel Gasthausbesuche, Haustiere, Zimmer, Pflanzen, Alkohol. Und zwar so lange, bis wir Ihr Existenzminimum erreichen.

Herr Felschlich, bitte nicht direkt in die Kamera. Hier rüber und ganz natürlich. Und bitte. Okay. Hat man früher nicht untersucht, was die unteren 20% der Gesellschaft im Monat ausgeben? Ja, aber die verdienen ja ein bisschen mehr als die unteren 15%. Das heißt, ich hätte früher mehr Geld bekommen? So um die 40 Euro. Felschlich, das ist ein Humor der Mann. Felschlich, danke. Machen Sie mal die Tür zu, von außen. Haben Sie das aufgenommen? Lieblingskollege. Haben Sie das aufgenommen? Haben Sie das aufgenommen, dass mein Existenzminimum zu niedrig berechnet wird? Ja, natürlich, aber das können wir rausschneiden. Was? Nein, nein, das ist doch ein Skandal, das muss doch jeder wissen.

Jetzt machen Sie mal nicht den Tanzbär hier. Salsa. Das ist ja kein Skandal. Ein Skandal wäre es ja nur, wenn vorher keiner davon gewusst hat. Kommt mal her. Bundesregierung, Experten, jeder weiß doch, dass das Existenzminimum zu niedrig berechnet ist. Aber warum erhöht man es da nicht so, dass es die Existenzsicherung vielleicht irgendwann mal die Existenz sichert? Kommen Sie mal. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich ja sofort den Regelsatz... Aber jetzt mal von der Regierung her, wenn die den Regelsatz erhöhen, dann werden viele Leute, die vorher Geringverdiener waren, gar nicht Hartz IV in Betracht gezogen werden. Die werden dann berechtigt, Hartz IV zu nehmen.

Dann gibt es mehr Hartz-IV-Empfänger und dann denkt jeder, die Armut ist aber... Es gibt doch nicht mehr Armut, man tut nur mehr Gegenarmut. Ja, näher, die Leute denken. Die denken. Und dann verlieren sie das Vertrauen in die Regierung. Das heißt, die Regierung betrügt, um das Vertrauen zu erhalten. Ist doch gut. Dann machen wir eine ganz schöne Zwischenüberschrift. Herr S. kriegt den Hals nicht voll. Hören Sie, wenn Sie so wenig Geld ausgeben wollten, dann hätten Sie das Gesetz vielleicht nicht nach einem Mann benennen sollen, der seinen Geschäftsfreunden Reisen in Edelpuff spendiert. Na, na, na, hier. Jeder hat seinen eigenen Regelbedarf.

Hören Sie, wenn man das Existenzminimum, wie vor 1995, danach berechnen würde, indem man alle Sachen, die ein Mensch braucht, zum Leben im Monat in einen Warenkorb legen würde, wissen Sie, wie hoch dann der Regelbedarf wäre? 730 Euro wäre das. Aber Hartz IV soll jetzt nicht bedeuten, dass Sie hier puffreisen nach Brasilien. Okay, aus, aus, aus. Dann machen wir einen Cut. Bei so vielen Zahlen steigen uns die Zuschauer aus. Könnten wir jetzt vielleicht noch einmal ganz kurz filmen, wie Herr Samser von Ihnen erfolgreiches Jobangebot bekommt. Okay? Und bitte. Machen wir jetzt Science-Fiction, oder? Nein. Ich kann ja jetzt hier keine Arbeitsplätzchen backen.

Da muss ja mal das Sams hier mal selber ran. Bearbeiten von hier Bewerbungen und Eigeninitiative. Sagen Sie die Idee, dass Arbeitslosigkeit kein gesamtgesellschaftliches Problem mehr, als das Problem eines jeden Einzelnen geworden ist. Von wem stammt denn diese asoziale Idee? Sozialdemokraten. Apropos, jetzt können Sie mal den Schulz machen. Abgang. Ich habe aber noch andere Kunden. Und Herr Samser, nichts für ungut. Vielleicht ein bisschen mehr Optimismus. Eine Riesenchance hier für Sie. Gehen Sie einfach mal nach Hause, trinken ein paar Bier. Dann mache ich davon noch ein paar schöne Einstellungen. Einfach mal ein bisschen locker werden. Hat ja auch null Aufstrahlung, der Typ.

Wie so eine Büroklampe. Ich telege ja überhaupt kein Fernsehgesicht. Haben Sie irgendeinen, der so ein bisschen mehr Biss hat? Na ja, wenn die Biss hätten, wären sie ja nicht hier. Ja gut, ich kann ja noch mal probieren. Schicken Sie mal die Nummer 89 rein. Schauen wir mal, ob wir da vielleicht ein bisschen... Guten Tag. Hallo. Setzen Sie sich doch. Das ist ja toll. Gleich mal, Name? Katie Freudenschuss. Hä? Katie Freudenschuss. Also das ist ein Künstlername. Das wäre ja ein bekloppter Name, so heißt es ja keiner. Den habe ich mir zugelegt, um meine Identität ein bisschen zu schützen. Das macht ja Sinn. Und der richtige Name? Katja Freudenschuss. Freudenschuss.

Das ist ja der Name, da ist es ja nicht so leicht. Als Job in einem seriösen Bereich. Doch, ich habe als Rezeptionistin gearbeitet. Das war bei einer Samenbank. Aber lief nicht so, oder? Doch, doch. Die meisten sind also wirklich mehrmals gekommen. Ja. Aber eigentlich, deswegen bin ich ja auch wieder hier. Ich bin ja eigentlich Künstlerin. Das ist ja mein Beruf. Und ich hatte ja auch diesen riesen Hit, den Sie... Ich weiß nicht, ob Sie den noch kennen. Den kenne ich nicht. Einen Hit hatten Sie? Ja. Vielleicht hilft Ihnen das was? Wir haben hier so ein, ich sag immer, Hartz-Vier-Klavier. Ja. Da können Sie vielleicht mal ganz kurz klimpern. Ja, gerne. Zeigen Sie noch mal, was Sie können.

Den Hit einfach noch mal. Filmt doch mal, die Frau Freudenschuss mit ihrem Hit. Kennen Sie bestimmt noch. Ja. Wenn wir Bratmaxe grillen, fängt die Stimmung an. Frisch gegrillt wird sich Kross, da muss jeder gleich ran. Denn Bratmaxe schmeckt, ob groß oder klein. Und weil sie immer gelingt, stimmen alle mit ein. Alle. Unsere Bratwurst muss Bratmaxe von... Sein. Danke schön. Vielen Dank. Vielen Dank. Das ist ein schönes Gefühl, wenn die Fans noch da sind. Nach all den Jahren. Aber das ist jetzt auch schon lange her. Und interessiert heute keinen mehr. Wissen Sie... Das ist jetzt auch schon lange her. Und interessiert heute keinen mehr. Wissen Sie... Das Schlimmste an der Arbeitslosigkeit.

Für mich ist diese Einsamkeit. Die Isolation. Dieses Gefühl, nicht teilzunehmen. Am gesellschaftlichen Leben. Weil man kann sich ja nichts mehr leisten. Ist ja alles zu teuer. Der einzige Luxus, den man als Arbeitsloser wirklich genießen kann, ist Schlafen. Viel, viel Schlafende. Aber irgendwann ist man ja auch mal wieder wach. Und dann will man ja auch mal irgendwo hin. Und gerade wenn man sich so einsam fühlt. Ich weiß nicht, wer von Ihnen kennt das Gefühl? Einfach mal ein Handzeichen. Wer sagt, ja, ich bin immer der einsamste Mensch auf der ganzen Welt. Da meldet sich jetzt keiner. Sie merken das. Einsamkeit ist jetzt nicht so ein populäres Gefühl.

Das ist jetzt nichts, wo man sich so nach dem Wochenende gegenseitig überbietet. Ich weiß nicht, was ihr macht, wenn ihr einsam seid. Aber mir hilft das dann, wenn ich unter Leute gehe. Also jetzt nicht einfach nur irgendwo hin, wo es voll ist. Sondern irgendwo hin, wo Menschen sind, die die gleichen Ziele haben, wie man selbst. Das ist ja, was ich meine. Wo man so eine Gemeinschaft spürt. Und ich gehe dann zum Beispiel, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen blöd. Ich gehe auf den Samstag mal in die Reklamationsschlange bei IKEA. Das Tollste ist, ich habe gar nichts mit. Das kontrolliert keine Sau. Du brauchst nichts mit zu reklamieren. Du darfst trotzdem die Schlange nutzen.

Dann gibt es diesen Moment, man kommt da an. Dann haben wir diese Automaten. Dann ziehe ich meine Nummer. Das kann schon ein erster Anker sein. Wenn du in der Reklamationsschlange bist, dann denkst du, okay, wir sind bei 27 und ich bin die 103. Dann weißt du schon mal, okay, zwischen 27 und 103, da ist mein Platz in dieser Gesellschaft. Und das kann schon wärmend sein. Und wenn dann die Nummer so ein bisschen näher rückt, irgendwann fängt man ja automatisch an, diese Schlange zu bilden. Dann geht man rein in die Wärme der Schlange. Ich war noch nie länger als 5 Minuten in so einer Schlange, bis sich jemand umgedreht hat, der wahrscheinlich gespürt hat, was mit mir los ist.

Dann dreht er sich zu mir um und spricht mich einfach an in so einer Situation und sagt so etwas wie ... Boah, so eine Scheiße, so ein Kackladen, Dreckscheiße, erst die Winkel, falsche Schrauben, alles schief genäht, ich könnte kotzen im Strahl, Wochenende ist im Arsch, scheiße, eine Zumutung ist das. Und was fehlt bei Ihnen? Und da ist er, der Moment. Da ist jemand, der fragt, wie es mir geht. Ich meine, gut, er hat auch ein bisschen über sich geredet, aber das ist ja klar. Und dann legen Sie einfach los, das ist für mich. Und dann kann ich auch keinen halten. Dann sage ich, es ist so schön, dass Sie das gespürt haben, was mit mir ist.

Und ich kann es gar nicht so differenziert in Worte fassen wie Sie. Das ist bei mir mehr so das Gefühl manchmal, dass ich denke, ich bin in so einer Spirale und vielleicht der einsamste Mensch auf der ganzen Welt und das wird auch für immer so bleiben. Und dann sagt er, boah, das ist auch scheiße. Aber wenn es mir noch nicht reicht, dann setze ich mich ins Auto und dann fahre ich an das Ende eines richtig dicken Staus in der Nähe. Denn ich meine, wo gibt es mehr Menschen auf so engem Raum, die die gleichen Ziele haben wie im Stau? Das ist so was Schönes. Das müssen Sie sich mal bewusst machen beim nächsten Mal. Ich sehe ja immer viele Gesichter, die so auch blöd gucken im Stau.

Und dann gibt es ja diesen Moment, wenn man auf das Stauende zufährt. Man sieht das ja immer schon im Navi, jetzt gleich kommt es. Und dann rast man auf dieses Stauende zu und plötzlich, wie auf ein Zeichen, machen alle gemeinsam ihre Warnblicke an. Und passen aufeinander auf. Und sie passen auch auf mich auf. Und ich mache auch meinen Warnblicke an. Und ich bin ein Teil einer großen Menschenlichterkette und ich bin ein Teil der Menschenlichterkette. Wir sind die Welt. Wir sind das Volk. So ein Putin-Parker schon bei Mercedes. Ja, es gibt solche Orte, wo man Gemeinschaft spürt. Und ich denke dann immer in diesen Stau, wie das wohl aussieht von oben.

Wenn die Außerirdischen auf uns runter gucken, dann sagen sie, schau, da unten diese Lichter, das sind Menschen. Und das, was so leuchtet, das ist Liebe. Vielen Dank. Herr Hilfreich, ich habe eine Stellenanzeige gefunden. Da wäre ich perfekt für den Job. Glückwunsch. Ich müsste einen Spanischkurs machen. Der kostet 200 Euro. Von uns? Ja. 200? Da müssen wir erst mal die gesellschaftliche Akzeptanz testen. Gucken wir mal. Sag mal, was ist? Ich muss nur 72 Pakete austragen, bis ich Feierabend haben darf. Ihr habt gesagt, ich kriege 20 Euro, wenn ich das mitmache. Also, was geht's? Das ist ein Arbeiter aus dem Niedriglohnsektor. Und er ist Paketdienstleister.

Und da werden wir mal gucken, was ihr Antrag bei ihm so auslöst. Wir messen das Ganze in Groll. Loslegen. Wir planen diesem Hartz-IV-Empfänger 200 Euro zu geben. Und zwar für einen Spanischkurs. Was? Sag mal, kieft ihr? Ich maloche mich doch nicht dumm und duselig, damit ich so einen Haiob bei sich hier in Barcelona Tapas-Vergiftung holen darf. 3,8 Groll. Da sehe ich aber schwarz für ihren Kurs. Der würde quasi das gesamtgesellschaftliche Gleichgewicht durcheinanderbringen. Aber sehen Sie, dieser Test wäre ideal, damit ich wieder arbeiten könnte, zurück in meinen Beruf könnte. Dann gib ihm doch die Kohle. Das macht doch Sinn. Was machen Sie denn? Jetzt sind wir bei minus zwei Groll.

Das ist ja im Bereich der Solidarität. Das ist doch toll. Das ist teuer. Jetzt muss ich wieder. Wir planen diesem Hartz-IV-Empfänger Geld zu geben für Schnittblumen. Was? Wenn ich meine Perle mal was Schönes riechen darf, dann gehe ich einmal im Monat mit ihr beim Douglas rein und dann kommt die Fluf, das muss reichen. So toll. Ich verstehe. Bei jedem Euro mehr für mich? Ja, reagiert dieses System sofort. Wir haben ja nicht umsonst jahrelang quasi das Bild von Hartz-IV-Empfängern in der Öffentlichkeit so gezeichnet, dass Empathie ... Wie? Medien. Erinnern Sie sich noch? Hier sind die Schlagzeilen. Hier so, SOS Sozialschmarotzer. Oder hier hatten wir dann auch diesen anderen. Wie hieß dieser?

Ja, Florida Rolf. Oder wir können mal die aktuelle Kampagne der Bildzeitung testen. Hier, Bildzeitung schreibt, 148.500 Fälle von Betrugsverdacht bei Hartz IV. Was? Ich schufle mir den Buckel krumm und diese Flietspippen machen den schlanken Fuß. Meister, da kotze ich immer sowann vor dem Strah und das ist auch viel Groll. Gut, in dem Fall ist der Groll vielleicht aber auch verständlich angesichts der vielen Betrugsfälle. Welche Betrugsfälle? Na, die aus der Bildzeitung. Gibt's die gar nicht? Ja, das waren Verdachtsfälle. Im Grunde hat man festgestellt, dass um die 3 % in den Fällen hat man sich überhaupt Leistungen erschlichen. Was? Nur bei 3 %?

Und trotzdem werden mit solchen Schlagzeilen Millionen Menschen unter Generalverdacht gestellt? Das ist doch ganz unterste Schublade. Ja, ich hab auch was aus der obersten Schublade. Hier, FAZ schreibt, Hartz IV lohnt sich oft mehr als Arbeit. Was? Er kippt mich bloß keiner aus, die latschen wir nicht, den in den Finger kriegt, der dasch verbuckt hat. Dann hat aber ein Arsch gleich Kirmes, und zwar Halligalli rückwärts. 8,7 Groll, das speckt so. Das ist jetzt aber auch nicht so unverständlich für die Leute, die Arbeit haben. Ich denke, dass sich Hartz IV öfter lohnt als Arbeit. Ach, das stimmt gar nicht. Ja, aber nee.

Das stimmt nur, wenn Sie wie die FAZ behaupten, dass Ihr Hartz-IV-Empfänger das Kindergeld noch oben draufkriegen. Kriegen Sie nicht. Woher soll die FAZ das auch wissen? Für die ist das Hartz-IV-Milieu ja eigentlich Auslandsberichterstattung. Sagen Sie mal, ich habe das trotzdem noch nicht so genau verstanden mit dem gesellschaftlichen Gleichgewicht. Wie geht das jetzt? Das ist doch nicht so, der Regelbedarf darf natürlich nur so hoch sein, dass die arbeitende Bevölkerung nicht rebelliert. Und gleichzeitig muss der Regelsatz so niedrig sein, dass die arbeitende Bevölkerung schon sieht, was passiert, wenn man seinen Job verliert. Was macht nämlich Ihr dann? Alles, um meinen Job zu behalten.

Ist doch klar. Das ist ja die reiste Angstspirale. Und mit der verhüten wir höhere Hartz-IV-Sätze. Und höhere Löhne. Deswegen hat Olaf Scholz ja auch gesagt, an Hartz IV wird nicht gerüttelt. Könnten ja so Pflaumen wie Olaf Scholz runterfallen. Jetzt zeige ich Ihnen mal. Jetzt zeige ich Ihnen mal ein gesellschaftliches Gleichgewicht. Wir machen folgendes. Sie zahlen mir ab jetzt 730 Euro im Monat. Und er bekommt ab jetzt 15 Euro Mindestlohn die Stunde. Boah, Ihr Hartz-IVer seid ja gar nicht so schlimm. Da kriege ich kleine Glückshormonausschüttungen wie ein Frettchen auf Äxtesee. Ihnen ist schon klar, dass Sie da sind mehr Pflaumen. Der geht auch zu den Flüchtlingen. Na und?

Ist mir doch egal. Ich kriege doch jetzt 15 Euro Mindestlohn. Ja, Sie wollen mir hier das System ... Ja, das Lächeln können Sie sich gleich ... Das wird sowieso nicht Wahrheit, solange hier Jens Spahn da ... Ne? An dem sollten Sie sich mal lieber ein Beispiel nehmen. Was? Wieso das denn? Der Jens Spahn ist mit 22 Jahren hier. Der Mann lebt seit 16 Jahren auf Staatskosten. Ja. So. Ja und? Ja, aber hier ... Sie ... Sie wissen, was der Unterschied ist zu Ihnen? Beiden Lackaffen. Er hat sich darüber nie beschwert. Ach. Na ja. Das Schöne an dieser Art Sozialpolitik besteht tatsächlich darin, dass dadurch ein Klima der Angst erzeugt wird. Und zwar Angst vor sozialem Abstieg.

Früher gab es in der Gesellschaft mal die Hoffnung auf Aufstieg. Jetzt gibt es da die Angst vor Abstieg. Die Gesellschaft ist also eine Kombination aus Martin Schulz und Hamburger SV. Diese Angst kippt nun manchmal eben in Gröl und Hass. Und wo bricht sich das Bahn im Wahllokal? 12,6 Prozent der Deutschen haben bei der letzten Wahl eine Partei gewählt, die den politischen Anstand zu Grabe trägt. Bei diesem Wählern bekam als er den Begriff Urnengang eine völlig neue Bedeutung. Nur mich hat es gar nicht überrascht. Ich habe es kommen sehen.

Die letzten Jahre, wenn ich in meinen E-Mail-Eingang reingeguckt habe bei Facebook und Twitter, bekam ich Sachen zu lesen, bis jemand fragte, sehe ich eigentlich aus wie ein Proktologe? Und trotzdem musste ich mir laute Arschlöcher angucken. Beispiel, schrieb mir einer Folgendes. Du dummes, arrogantes Dreckschwein bist so eine verlogene Stasi-Sau. Ihr meint, dass ich dummes, arrogantes Dreckschwein bin? Okay, verlogene Sau, von mir aus auch. Aber dass ich bei der Stasi war, das wusste ich gar nicht. Als die Mauer fiel, war ich gerade mal volljährig. Da musste die Stasi mich also angehört haben, als sie in der Pubertät war, um DDR-Bürger auszuspitzen.

Und ich selber habe das gar nicht mitbekommen. Daran kannst du sehen, wie perfide diese Stasi damals gearbeitet hat. Nur da war ich nicht genug, schrieb mir einer dummes, arrogantes Dreckschwein verlogene Stasi-Sau. Und jetzt kommentierte darunter ein zweiter. Genau! Und in dem Moment wusste ich eigentlich, warum man so etwas eigentlich soziale Netzwerke nennt. Früher hatte jedes Dorf einen Depp. Facebook heißt, dass die sich jetzt miteinander unterhalten können. Oder ein anderes Beispiel. Anderes Beispiel. Schrieb mir einer aus Dresden eine E-Mail. Da bekam ich eine E-Mail von jemandem aus Dresden. Da stand drin, ich will eben bei uns keine Verhältnisse wie in Neukölln.

Hab ich geantwortet, interessant, ich wohne zurzeit in Neukölln. Erzähl mal, welche Verhältnisse haben wir denn hier? Das war das, was man halt immer so liest, in der Zeitung und so. Und da konnte ich es mir natürlich nicht verkneifen und musste antworten, Lügenpresse, Lügenpresse. Nee, schrieb er, wir wollen eben bei uns keine Zustände wie in Westdeutschland. Und da habe ich geantwortet, ja, das hättest du mal 1989 sagen sollen. Drittes Beispiel. Stand auf einer Facebook-Seite plötzlich folgender Satz, die Islamisierung ist bereits fortgeschritten. An deutschen Schulen werden arabische Zahlen gelehrt. Ich will inständig hoffen, dass zumindest hier drin jetzt jeder den Witz kapiert hat.

Ja, ich frag nur nach, weil der nächste hat den nicht kapiert. Der nächste hat darunter geantwortet, Zitat, nichts davon ist unumkehrbar. Wir müssen es nur wollen. Ja, genau, schrieb der erste wieder. Und lateinische Schrift wird auch gelehrt. Antwort vom zweiten, bei uns zum Glück noch nicht. Und in dem Moment, als ich das alles sah, wurde mir eines schlagartig klar. Eine Politik, die es seit 10, 20 Jahren nicht geschafft hat, effektiv etwas gegen die Bildungsmisere in unserem Land zu unternehmen.

Eine Politik, die nicht eine Sekunde zögerte, Multimilliarden für die Bankenrettung bereitzustellen, aber jeden Euro für Lehrkräfte und Unterrichtsmaterialien, Kindergärten und Schulen, Jugend- und Sozialarbeit zweimal umgedreht hat. Eine solche Politik, die hat es doch gar nicht besser verdient, als jetzt aber zugucken zu müssen, wie 12,6 Prozent der deutschen Rechtspopulisten auf den Leiden gehen. Herr Hilfreich, ich habe mir die Unterlagen nochmal durchgeschaut und festgestellt, dass ich gar keine Sonderzahlungen bekomme, keine Einmaleistungen. Ich meine, was mache ich denn, wenn meine Waschmaschine kaputt geht? Ja, da ein kleiner Tipp. Da können Sie, kommen Sie mal, setzen Sie sich.

Sie kriegen ja quasi als Alleinstehender, kriegen Sie ja im Monat 42 Euro mehr als mit Partner. Ich soll mich von Karin trennen, um Wäsche zu waschen? Ja, das muss jetzt jeder für sich selber. Also, für manche ist ja so ein Partner nicht viel mehr als eine Waschmaschine. Und dann zu einem anderen Thema, nicht wahr? Wir müssen uns unterhalten über diese Maßnahme, zu der Sie mich eingeteilt haben. Wo habe ich Sie eingeteilt? Hier, da. Fahrtberatung? Nee, lassen wir an. Hier, Laubhaken. Nee, pass auf, hier. Eulen aus Holz basteln, das ist toll. Läuft. Nein, ich soll Lamas spazieren führen. Lamas? Ja, das ist so eine Kamelart, die vor allem in den Anden vorkommt. Ich weiß, was Lamas sind.

Ich dachte nur, ich sag's mal, weil Sie ja in Zukunft weniger Geld für Zoobesuche haben. Aber das ist doch Blödsinn. Ja, also das ist lustig, dass Sie das sagen. Ein Kollege von mir aus Berlin hat das auch gesagt. Wir finanzieren zu 80% Blödsinn. Ja, aber gut, dass Sie jetzt gekommen sind, weil wir haben vergessen, die Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben. Muss ich das unterschreiben? Ja, das wäre das Beste. So, gut, dann schauen wir doch mal, ob wir eine andere Maßnahme für Sie haben. Na, haben wir eine Menge. Wir kaufen die im Jobcenter in einem Dutzend ein. Wie Klopapier. Stehen Sie da nicht wahnsinnig unter Druck, die vollzukriegen? Ja, wie Klopapier.

Ja, also wir stehen nicht unter Druck, Sie tun das. Wieso? Sie können mich doch nicht einfach gegen meinen Willen für so eine idiotische Maßnahme einteilen. Warten Sie mal. Konnte ich doch. Was? Und wenn ich mich weigere? Ja, so habe ich Ihnen mal 10% von Ihren Bezügen gekürzt. Sanktionen. Sanktionen? Sieht aus wie Putin. Hören Sie mal. Moment. Halt, halt. Gucken Sie mal, 30%. Was? Das ist doch die reizende Willkür hier. Nein, also hier bei Sanktionen gibt es keine Willkür. Ja, ganz klar ist das geregelt, wie wir hier. Das stellt darauf ab, wie gut ich gefrühstückt habe. Sie können mir doch nicht einfach so. Ich meine, Sie kürzen mir hier mein Existenzminimum.

Ist das rechtlich überhaupt zulässig? Ja, das ist eine schwierige Frage, wo das Bundesverfassungsgericht schon seit Jahren drauf rumkaut. Schwierige Frage, ob man jemandem das Nötigste, das er zum Überleben braucht, oder ob man ihm da noch was wegnehmen kann. Schwierige Frage. Wissen Sie was? Ich werde gegen Ihre Maßnahmen gerichtlich vorgehen. Sie erinnern sich ja noch an diese Eingliederungsvereinbarung. Ja, die habe ich ja gerade unterschrieben. Das hätten Sie nicht tun sollen. Nee, da hätten Sie schreiben sollen, so unter Vorbehalt zur Unterschrift dazu. So haben Sie quasi praktisch auf Rechtsmitte verzichtet gegen uns. Aber Sie haben doch gesagt, das ist das Beste zu unterschreiben.

Ja, für uns. Aus, aus. Schön, Herr Samsa. Sie machen gerade wieder schon ein Gesicht, als würden Sie gezwungen, Lama spazieren zu führen. Das ist doch mal positiv. Oder so gar nicht? Ja. Dann einmal Abbruch. Kurze Pause, ohne positive Emotionen. Warum nicht positiv? Was ist denn an meiner Position positiv? Ja, gut. Sie hätten ja jetzt unter 25 sein können. Ja, da hätte ich Ihnen bei dem Widerstandsverhalten aber 100% gekürzt. Was? Sie kürzen jungen Menschen bei Fehlverhalten das ganze Existenzminimum? Ja, und die Miete. Aber Sie haben doch gesagt, hier kommt der Kunde zuerst. Ja, wo soll man sonst kürzen? Bei mir? Bitte alle Mitarbeiter von Referat S bis Z zur Abendanlage.

Entschuldigung, ich muss da. Nein, aber Herr Hilfreich. Ich wollte noch... Entschuldigung, ja. Ja, aber wir haben noch nicht... Herr Hilfreich, bitte, ich wollte mit Ihnen jetzt noch... Sie stören die Abendandacht. Was für eine Andacht? Jetzt setzen Sie sich hin. Pssst! Die hohe Priesterin verkündet gleich das Glaubensbekenntnis. Wer hat den Krankenmann Europas durch einen Jobwunder geheilt und wieder wettbewerbsfähig gemacht? Hartz IV Wer teilte das Meer der Massenarbeitslosen und führt uns ins gelobte Land der Vollbeschäftigung? Hartz IV Wer hat aus der einst so stolzen Arbeiterpartei den Bettvorleger des Kapitals gemacht?

Hartz IV Und nun, liebe Glaubensbrüder und Brüderinnen, nehmt hin den Leib des Herrn. Was machen wir denn jetzt? Ja, wir essen Gerhard Schröder. Was? Also, ich... Das ist natürlich nicht Bruder. Moment, Moment. Im übertragenen Sinne. Wir empfangen den Leib seiner Partei, die er geopfert hat, um uns alle zu retten, auf das wir alle ewig weiterleben. Als Exportweltmeister. Das schmeckt gar nicht so schlecht. Was ist denn das? Arbeitsplätzchen. Gepresst aus dem Angstschweiß der Mittelschicht. Lasst uns nun ein Opfer bringen für unser Land. Gucken Sie sich nicht so an. Ach so, ich soll ein Opfer bringen.

Durch Sanktionen unter dem Existenzminimum-Leben, irgendwelche Maßnahmen machen, Teilzeitarbeit und so was. Da mach ich nicht mehr mit. Er zweifelt. Ein Ketzer. Das ist doch Unfug hier. Nein, wir waren verloren und Hartz IV hat uns gerettet. Und jetzt, Osir, sind wir Exportweltmeister. Guck mal. Und was waren wir 2003? Da waren wir krank. Der kranke Mann Europas. Da waren wir auch Exportweltmeister. Aber wer, Ruhigblut, wer hat dafür gesorgt, dass wir es auch bleiben, Bruder? Hartz IV. Das ist doch Unsinn. Den hohen Exportüberschuss ist doch nur die hohe Nachfrage aus China schuld. Blasphämie. Steinmeier in. Das ist ja nicht fair.

Glauben Sie ernsthaft, dass die Chinesen mehr BMWs kaufen, weil wir unseren Arbeitslosen weniger Geld geben? Ja, die Wege des Herrn sind unergründlich. Bruder, es gibt doch noch so viel mehr Zeichen. Dank Hartz IV haben wir fast voll Beschäftigung. Wir haben 2,5 Millionen Arbeitslose. Was hat die Zahl in den 90ern genannt? Massenarbeitslosigkeit. Machen Sie nicht wieder hier auf. Die Massenarbeitslosigkeit ist geringer. Die war damals vor Hartz IV 5 Millionen. Und jetzt dank Hartz IV? Bruder, da haben wir die Hälfte. Ein Wunder. Kein Wunder, das ist ein statistischer Trick. Weil Sie immer ein flauten Jahr vor den Hartz-Reformen mit heute vergleichen.

Vergleichen Sie doch mal ein gutes Jahr vor den Hartz-Reformen mit 2018. Dann ist der Rückgang gar nicht mehr so beeindruckend. Bruder, glaub ihm nicht, er ist des Teufels. Bruder, bleib stark im Glauben. Und du, sehe, was vollbracht wurde. Schau, die wundersame Kraft im Osten. Dort verwandelte Hartz 840.000. Arbeitslose. Im Rentner. Die sind massenhaft in Ruhestand gegangen. Aber Hartz IV gab uns allen mehr Arbeit. Nein, eben nicht. Das Arbeitsvolumen ist ja gleich geblieben. Hat sich nur auf mehr Leute verteilt. Teilzeit. Und wir hätten eine Million Arbeitslose mehr, wenn Sie nicht dauernd irgendwelche Bevölkerungsgruppen aus der Statistik rausnehmen würden.

Oder einfach Menschen, die über 58 sind. Hä? Warum werden denn die Menschen über 58 nicht als arbeitslos gezählt? Ja, das ist ... da gibt's ... Also da hat man gesagt, die 58-Jährigen, die arbeitslos sind und seit einem Jahr vom Jobcenter kein Jobangebot bekommen haben, die fliegen. Das steht in unserer Bibel, Sozialgesetzbuch, hier abzeigen, 52a, Absatz 2. Arbeitslose gelten nicht als arbeitslos, weil sie kein Jobangebot bekommen haben? Ja. Aber sind sie nicht genau deswegen arbeitslos? Ja, aber nicht statistisch. Sie sind ... So kann es auch sein. Kann man hier nachlegen? Ja. Brüder, Sie sind vielleicht ohne Arbeit, aber nicht arbeitslos. Ein Wunder! Lobet den Hart! Lobet den Hart!

Brothers and sisters, singt mit mir! Hey! Praise the Lord! Singt mit mir! Heeeey! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Wir danken deiner staatlichen Kraft Aus arbeitslosen Opfern hast du Täter gemacht Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Job verloren, das ist schwere Böde Kommt zu Hart, er nimmt euch auch noch die Böde Haseluja! Haseluja! Singen! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Haseluja! Praise the Lord! Yeah! Yeah! Yeah! Hey, ich sag's doch, man muss glauben, einfach nur glauben, auch an die eigenen Chancen, die kommen wieder. Klar, klar, wir haben erfahren, Armut ist scheiße, allein schon aus finanziellen Gründen.

Aber jetzt müssen wir die Leute rausholen, aus Hartz IV, wir müssen wieder in Arbeit bringen, in Arbeit bringen, echt ist es das? Ich weiß nicht, wie wir bei den Jugendliberalen sagen, immer Arbeiten ist doch eine sehr altmodische Form der Vermögensbildung. Du kannst entweder arbeiten oder reich sein, ja, es gibt so entweder oder Issues im Leben, muss man mal akzeptieren. Du kannst entweder ein cooler Typ sein oder Liegefahrrad fahren, ja, du kannst entweder eine ehrliche Haut sein oder die Fußball-WM ins eigene Land holen, ja, du kannst entweder Inklusionsbefürworter oder Lehrer sein, aber eben nicht arbeiten und reich werden.

Das heißt, die arbeitende Bevölkerung ist ja immer noch die zentrale Eckpfeile einer Gesellschaft, zentral, Eckpfeiler, das ist wie ein magersüchtiger Sumo-Ringer, nein Leute, es ist ja, come on, es ist doch so, hey, hey, okay, falsch, falsch, falsch, falsch, okay, das kommt falsch rüber, ich weiß auch, die soziale Schere in diesem Land geht immer weiter auseinander, das ist sehr, sehr schmerzhaft, aber tut es nicht viel Dollar weh, wenn eine Schere immer weiter zusammengeht?

Leute, ihr müsst mitdenken bei dem, was ich hier erzähle, ich will ja nicht klauen, Bobo vom letzten Kindergeburtstag, nein, seid immer so ein guter Menschen-Cabaret-Publikum, werdet mal moralisch flexibel, ich meine, guckt euch mich an, seit sechs Jahren wohne ich mit meiner Familie in Prenzlauer Berg, Verdrängung, Gentrifizierung, nicht nur drüber reden, auch mal machen, ja komm, auch mal sachfundloses Leute, die Prenzlauer Berg absoluten meine Hut, da fühle ich mich wohl, Hochburg der moralischen Schizophrenie, viele von uns Eltern da selektieren ihre Kinder erst mit Pränataldiagnostik vor, um sie dann nicht zu impfen, wir finden, Leute, wir finden da wirklich alle Apartheit ganz schlimm, außer an der Grundschule unserer eigenen Kinder, aber wir sind super Welt auf dem Tolle Willkommenskultur bei uns, ich glaube, das liegt daran, dass viele Prenzlauer Berg-Muttis da, die ganzen ankommenden Flüchtlinge sind ja auch alle ungeimpft, wollen schon gemeinsam mit Polio-Partys zur Begrüßung organisiert, ich bin super tolerant, Leute, ich bin so tolerant, wenn ich Leute treffe, da frage ich nicht nach Herkunft, da frage ich nicht nach Steuerklasse, gut, beim Golfen redet man jetzt eh nicht so viel miteinander, immer nur Geld, Geld, ein bisschen Geld geben, ich sag mal aus Erfahrung, die schönsten Dinge im Leben sind immer noch umsonst, einfach mal einen ganzen Tag schnorcheln vor den Caymans, mit den besten Freunden auf die Jagd gehen, ein bisschen am Handicap arbeiten, aber manchmal nicht in der behinderten Einrichtung, okay, ich weiß auch, wir müssen den Armen helfen, aber wollen die das überhaupt, ist es nicht eine Alimentierung, sind Solidaritätszuschläge nicht auch Schläge?

Ich frage es nur, meine Meinung, also wird man ja wohl noch mal meinen dürfen, Hallo, Meinungsfreiheit, Meinungsfreiheit, da gibt es ja wohl keine zwei Meinungen zu, oder?

Wie hart muss ich mir diese Nummer erkurksen, aber jetzt dann noch bedingungsloses Grundeinkommen, ich weiß nicht, ich als Erbe kriege ja schon bedingungsloses Einkommen, jetzt auf einmal für alle, nö, ein bisschen kämpfen müssen die auch, ein bisschen Hunger Games und hey, man kann sich zurückkämpfen ins Business, na klar, das schafft man, ich hab gerade erst in der Nähe von Hannover Christian Wulf auf dem Golfplatz getroffen, wie der sich zurückgeackert hat, wir haben wirklich mal ganz unterschiedliche Projekte, wir haben uns wirklich toll unterhalten, aber er musste dann weiter mehnen und ich habe noch ein paar Bälle abgeschlagen, nein, nein, das kommt falsch rüber, auch ich musste kämpfen, auch ich war mal ganz unten, aber Erfolg, das ist ein Mindset, der Switch muss hier oben stattfinden und deswegen habe ich angefangen, nach Jahren der Orientierungslosigkeit, habe ich angefangen, den Reichtum meiner Eltern auch, ja auch irgendwo als Chance für mich zu begreifen, Herr Hilfreich, ich möchte jetzt von Ihnen wissen, ich möchte jetzt von Ihnen wissen, wer für Hartz IV verantwortlich ist, haben Sie sich aber ein Projekt, da können Sie mal am hausinternen Stammbau ein bisschen forschen, für den Stammbaum, ja hier, Hartz IV, der Erfolg hatte viele Väter, sag ich immer, ah Gerhard Schröder, natürlich, Gerhard Schröder ist also verantwortlich für Hartz IV, den schnapp ich mir, ja so schnell schießen die, hier nicht, da, hier der Schröder, da zum Zeugen gehören ja mal zwei, sag ich immer, und da stand ja die Mehrheit der Bevölkerung hier, stand ja hinter Schröder, nein, ich hab damit nichts zu tun, ja, wen haben Sie denn gewählt, 2002?

Ja, die SPD, aber schauen Sie, im Wahlprogramm der SPD, da stand drin, dass eine Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe auf Sozialhilfeniveau nicht geplant ist, und genau das wurde ja dann mit Hartz IV gemacht. Ja, sehen Sie mal hier, die SPD konnte ja damals nicht allein regieren, da waren ja hier dabei wer? Ach so, die mussten ja mit den Grünen koalieren, ja, wissen Sie, was die wollten? Ja, nee, irgendwas mit Minister? Zitat, Zitat, eine Umwandlung von Arbeitslosenhilfe auf Sozialhilfeniveau lehnen wir ab. Ja, das war das Wahlprogramm 2002, 2003 sah die Situation im Land ja schon ganz anders aus. Wie denn anders?

Ja, da war die Wahl vorbei, naja, nee, man muss ja schon mal als Regierung, da muss man schon mal Kompromisse machen. Aha, und die Kompromisse von zwei Parteien, die kein Hartz IV wollen, war dann Hartz IV? Ja. Aber das war doch gegen die Mehrheit der Bevölkerung, 60 Prozent der Menschen wollten das gar nicht. Ja, hier, Moment mal, jetzt also, im Bundestag haben nur zwei Prozent der Abgeordneten gegen die Hartz-Reform gestimmt, das kommt davon, wenn die Bürger sich wieder hier zu weit vom Willen der Volksvertreter entfernen. Ja, auch auf die Minderheiten, die was anderes wollen. Welche Minderheit wollte denn was anderes? Ja, Gerhard Schröder. Ja, war der nicht in der SPD? Ja, körperlich, ja.

Ja, aber das ist ja nicht sein Baby hier, das war ja mehr so eine unbefleckte Empfängnis mit Hartz IV. Gucken wir mal, da gibt es so ein Bild aus dem Pariser Dom, wie damals Schröder wie beim Abendmahl mit die Hartz-Reform empfängt. In Berlin, und wer ist dann das da links von ihm, der liebe Gott? Ja, das ist Peter Hartz, und er gibt ihm gerade diese göttlichen Ratschläge. Ach, das waren Ratschläge? Ja, die Schröder halt eins zu eins umsetzen wollte. Ja, aber ohne mich, ich wollte das Kind ja gar nicht, das ist doch völlig undemokratisch. Ach, naja, man hat das jetzt ja breit diskutiert, ja, in der 15-köpfigen Hartz-Kommission. Ach, Hartz IV hatte 15 Väter?

Na ja, und eine Mutti, ja, guck mal, von der Gewerkschaft, ja, auch eine. Und wer hat die alle gewählt? Ja, das war Gerhard Schröder. Ja, aber das ist doch nicht repräsentativ. Ja, Moment mal, hier diese Hartz-Kommission, da kam Erdmaterial aus der ganzen Gesellschaft, kam da quasi zusammen. Das ist doch Unsinn. Ich erkenne doch da einige. Der ist doch von Deimer Kreisler, der ist doch von Roland Berger, Unternehmensberatung, der von BASF, das ist einer aus der Deutschen Bank, der das da von McKinsey, das ist der reinste Unternehmerinzest. Kein Wunder, dass das Kind so blöd ist.

Die Hartz-Kommission, die hat sich schon, die hat sich breit informiert bei verschiedensten, ja, was die alles gemacht. Externe Referenten haben die sich gewarnt, Reisen gemacht ins Ausland, um sich Arbeitsmärkte anzuschauen. Hier, Studien von anderen Arbeitsmärkten, internationale Workshops, Modellkommunen in Deutschland, eine Dings hier, eine Benchmarkinggruppe und hier besonders befruchtend, hier der Arbeitslosen- und Sozialhilfe-Arbeitskreis. Dann machen wir doch mal eine DNA-Analyse. Von wem stammten denn die externen Fachreferenten? Gucken wir mal, Bertelsmann Stiftung. Und wer hat die Reisen zu ausländischen Kommunen denn bezahlt?

Ja, schauen wir doch mal nach, vielleicht ist da, ja, guck mal, Bertelsmann Stiftung. Und von wem stammen die Studien grundsätzlich? Ja, da müsste ich jetzt mal kurz nachschauen, wenn ich, ja, ist eine Überraschung jetzt, Bertelsmann Stiftung. Und der Workshop, wer hat denn den organisiert? Ja, ich dachte dann an die Bertelsmann Stiftung, richtig, ja. Und diese Modellkommunen in Deutschland, die wurden jahrelang betreut, von wem? Ja gut, da kann man mal, ja, das ist jetzt eine Überraschung, ja, Bertelsmann Stiftung. Und diese Benchmarkinggruppe, das war natürlich auch Bertelsmann Stiftung. Ja, na, ist ja, hier, Entschuldigung, ist ja keine Verschwörung hier.

Das war ja hier Bündnis für Arbeit, das waren ja Wissenschaftler vom Dingsier, Max Planck-Institut. Und den Abschlussbericht dieser Gruppe, den hat wer geschrieben? Na ja, da muss ich mal kurz, ja, Bertelsmann Stiftung, sehen Sie, ja. Und der Arbeitskreis Arbeitslosen und Sozialhilfe, völlig unabhängig, oder? Ja, gucken Sie mal, wer dahintersteckt. Das Arbeitsministerium, auch Vertreter vom Kanzleramt, Arbeitgeber, von den alten Arbeitsämtern, ja, und haben natürlich auch Vertreter von Dingsier, so einer Stiftung mit Bertelsmann. Ah, ja, ja, ja, ja, genau. Weil die waren sehr interessiert daran, war ja auch ihr Arbeitskreis, Dingsier. Hartz IV stammt also von Bertelsmann ab, ja?

Ja, so schnell ist jetzt hier das auch nicht. Also das, was Bertelsmann Stiftung vor allem wollte, diese Arbeitslosenhilfe auf Sozialhilfe-Niveau zu senken, das kam ja im Abschlussbericht von der Hartz-Kommission gar nicht vor. Warum denn nicht? Ja gut, sonst hätten Sie ja Gerhard Schröder niemals gewählt, sag ich immer. Woher wusste Gerhard Schröder denn dann, was er nach der Wahl machen soll? Ja, gut, da hat man drauf aufgepasst, dass er jetzt nicht auszusehen das SPD-Wahlprogramm umsetzt. Und da hat ihn dann das Kapital daran erinnert, was Deutschland für Reformen braucht. Das Kapital, das ist dann keine Verschwörung, oder wie? Ach so, nee, das war die Zeitschrift, Kapital.

Ach so, und da hat man ihn erinnert, was er machen soll. Wer ist denn dieser Mann eigentlich? Ach so, guck mal, der Bertelsmann. Sagen Sie mal, dieses Kapital, in welchem Verlag erscheint denn das? Ja, das habe ich mir schon gedacht, dass Sie das fragen. Es war hier Gruner und Ja. Wem gehört denn Gruner und Ja? Ja, guck mal doch mal vielleicht, ja, der Bertelsmann. Sagen Sie mal, wem gehört denn eigentlich Bertelsmann? Ja, guck mal doch mal auch, der Bertelsmann Stiftung, das ist ja ein Zufall.

Also in einer Zeitschrift des Bertelsmann Verlages, der der Bertelsmann Stiftung gehört, veröffentlicht kurz vor der Wahl die Bertelsmann Stiftung, in Forderungen zum Abbau des Sozialstaates, nicht wahr? Und zwar diese Forderung, die die Bertelsmann Stiftung zwei Jahre lang vorher erarbeitet hat. Ich komme bei dem ganzen Prozess doch überhaupt nicht vor. Ja, ne, ne. Ja, Sie als Bürger sind sehr wichtig für den Prozess. Sie haben ja die Steuernachlässe gewährt für die Stiftung. Die ist ja gemeinnützig. Was ist denn der Zweck der Bertelsmann Stiftung? Ja, die wollen halt mehr Eigenverantwortung im Land. Privatisierung, Steuersenkung, Sozialstaatsabbau.

Ich habe also jahrelang mit meinen Steuern den Abbau meines Sozialstaates finanziert. Was? Wenn ich sowas so wieder höre, kriege ich noch mal 9,8 Kronen. Ja, das waren doch jetzt mal starke Emotionen. Kinder, das Ding ist im Kasten. Starke Musik oder so und dann haben wir es. Dann ist es Drehschluss. Das läuft nächste Woche bei RTL, bin ich mir ganz sicher. Wieso denn eigentlich bei RTL? Raten Sie mal wem das gehört. Ja, das war die Anstalt, ne.

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