Medien
Rundfunkbeitrag , öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk , mangelnde Medienvielfalt durch Medienkonzerne , -Ergänzung (PDF)
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die 'Anstalt' untersucht in dieser Episode die zunehmende Konzentration von Medienbesitz und deren Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit und die Vielfalt der Medienlandschaft. Die Satire kritisiert die mangelnde Rechenschaftspflicht von Medienkonzernen und die daraus resultierenden politischen Kompromisse, insbesondere im Bezug auf den Rundfunkbeitrag und Renten für Zeitungsausträger. Die Diskussion beleuchtet die Problematik von Kontrollgremien innerhalb des öffentlich-rechtlichen Senders und die fehlende kritische Auseinanderschaft mit der Medienkonzentration. Zudem wird die zunehmende Bedeutung von lokalen Medien und die damit verbundene Einschränkung der Vielfalt thematisiert. Insgesamt stellt die Episode eine satirische Reflexion über die Rolle von Medien und Macht in der modernen Gesellschaft dar.
Transkript 6.461 Wörter
Lalostdown-Musik Applaus Schönen guten Abend. Willkommen zu Hart avalea. Ich bin Frank Blasbalg, unser heutiges Thema, die öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Sender. Ist das noch Kulturgut oder kann das weg? Heute mit diesen Gästen. Susi Müller. Sie arbeitet bei den öffentlich-rechtlichen und gilt als harte Kritikerin von ARD und ZDF. Wir haben ihren Namen geändert, um ihre Identität zu schützen. Tom Bullitt. Er ist Intendant im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und kann mit einem geheimen Signal seines rechten Auges diese Sendung durch eine andere ersetzen lassen. Herzlich willkommen zurück bei ARD Aberler. Dr.
Bertelspringer, was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Monat für Monat 17,50 Euro für die öffentlich-rechtlichen abdrücken müssen? Da denke ich mir natürlich, für das Geld könnte ich mir auch ein Sky-Abo holen. Das gilt aber nur fürs erste Jahr. Danach kostet sie das ja 34,99 Euro im Monat. Ach was. Na gut, da müssen natürlich auch Gewinne mitfinanziert werden. Ja, da kriegen Sie aber nur Filme. Wenn Sie jetzt auch noch Serien und Fußball wollen, kostet sie das 69,99 Euro im Monat. Entschuldigung, das sind jetzt ein bisschen viele Zahlen. Meine Mutter guckt diese Sendung auch. Die möchte das auch verstehen und die ist fast 90. Das war doch jetzt auch eine Zahl.
Ja, das sind Zahlen, die meine Mutter kennt. Sagen Sie, haben Sie gerade gesagt 69,99 Euro im Monat. Das ist ja scheiße. Gut, es gibt natürlich auch noch Prime von Amazon, ich war, und Netflix. Ja, da würde mich mal interessieren, was sind denn Ihre Lieblingsnachrichtensendungen bei diesen Streaming-Diensten? Wieso? Die haben doch gar keine Nachrichtensendungen. Bei den Bezahl-Sendern, da gibt es Serien, die möchte man sehen. Wohingegen bei ARD und ZDF, da sind teilweise Serien, die guckt man, um seinem dahingestiegenen Geld noch mal zuzuwinken. Sehen Sie, soweit ich das richtig verstanden habe, gucken Sie gar kein Fernsehen. Ja, aber das weiß man ja, auch so.
Hören Sie mal, Sie können doch unser Programm gar nicht in der Gänze beurteilen. Eingedenkt der Tatsache, dass wir allein 2016 in einem Jahr, also 9,9 Millionen Minuten Programm gesendet haben. Moment, das wäre dann ja, wenn man ein Jahr ARD und ZDF guckt, wären das ja insgesamt 19 Jahre. Da wäre ich ja, also dann noch mit schlafen und arbeiten, wäre ich bei 56 Jahren. Das wäre nach einem Jahr ARD und ZDF wäre ich dann ja 106. Und Sie wundern sich, dass Sie keine jungen Zuschauer mehr erreichen. Entschuldigung, das ist doch, wir können das doch mal richtig rechnen, 17,50 Euro im Monat, Rundfunkbeitrag. Und dann haben Sie dann im Jahr 210 Euro, das sind 56 Jahre Fernsehen für das Geld.
Das ist 1 Cent pro Tag für das Programm der Öffentlich-Rechtlichen. Das ist so billig. Ich weiß gar nicht, warum wir hier eigentlich noch diskutieren. Also das war jetzt auch nicht wirklich mami-tauglich. Warum machen wir es denn bei den Öffentlich-Rechtlichen nicht? Einfach wie an jedem Zeitungs-Kiosk, nicht wahr? Man zahlt nur für das, was man auch nutzt. Ja, sehen Sie, es gibt eben Leistungen, für die alle bezahlen, die aber nicht von allen genutzt wird. So wie öffentliche Toiletten. Ja, also da müssen die Bürger ja auch bezahlen, weil sie müssen. Das ist jetzt nicht das beste Beispiel an der Stelle. Dann ist der Rundfunkbeitrag also eher so was wie die Müllgebühr.
Nein, da wird der Müll ja abgeholt und nicht nach Hause gebracht. Also entschuldigen Sie, wenn Sie hier polemisieren wollen, dann ist das Ihre Sache. Wer so redet, verkennt doch den Auftrag, den die Öffentlich-Rechtlichen haben, den wichtigen Beitrag, den wir leisten für die Demokratie, für die Aufklärung. Welche Aufklärung leisten Sie denn bitte mit Volksmusik, Fußball und Schweden-Krimis? Also man muss auch sagen, die Aufklärungsquote von Kommissar Wallander ist exzellent. Das möchte ich an dieser Stelle ja nicht unerwähnt lassen. Welcher von den Krimis schützt denn die deutsche Demokratie am meisten?
Der Istanbul-Krimi, der Barcelona-Krimi, der Lissabon-Krimi, der Venedig-Krimi oder der Kitzbühel-Krimi? Frau Müller, würden Sie bitte auch an meine Mutter denken. Aber das waren jetzt keine Zahlen. Das waren fünf Krimis. Schauen Sie, wir bei den Privaten, die Privaten sind doch genauso aufklärerisch. Ach ja? Schauen wir doch einfach mal ins Programm von heute. Ja wunderbar, da sieht man doch gut ARD und ZDF sehr gut politisch aufgestellt. Frontal 21, heute schon mal sehe ich Tagesthemen, Tagesschau, Report Mainz, Weltspiegel extra. Ja gut, aber seit Viertel nach Zehn am ZDF dann nur so ein Halbseiten der Komedianten-Stadeln, nicht wahr? Gut, das ist eben das Gegenprogramm zu Klaus Kleber.
Aber ansonsten, wenn man noch den Vergleich wagen will, mal mit den Privaten gucken sich das doch mal an. Ja, gucken wir doch mal, das ist doch fantastisch. Pro Sieben, Viertel nach Acht, die Simpsons, nicht wahr? Viertel vor Neun, die Simpsons, nicht wahr? 21.10 Uhr, die Simpsons und dann kommen um 21.40 Uhr auch schon die Simpsons. Ich mag die Simpsons. Oh, ja. Also da brauchen wir eigentlich nicht diskutieren, die Simpsons mögen wir alle. Aber warum läuft denn so was Gutes wie Monitor nicht auf ARD um 20.15 Uhr, dann wo wir am meisten Zuschauer haben? Sehen Sie, wir haben dort am meisten Zuschauer, weil dort Monitor nicht läuft.
Also es ist doch ganz einfach, wir brauchen die populären Programme, wie Krimis, wenn wir die nicht zeigen, dann guckt uns keiner mehr. Wenn uns keiner mehr guckt, dann sagen die Leute, was soll ich denn da zahlen, da guckt ja keiner mehr. Und dann guckt tatsächlich niemand mehr Monitor oder Nachrichten. Jetzt gucken Sie nicht so, gucken Sie lieber nach Amerika. Dort gucken die Leute hauptsächlich Privatsender. Wenn das bei uns genauso wäre, dann würden die Leute morgen losgehen und Heidi Klum zur Bundespräsidentin wählen. Aber die Bundespräsidentin wird doch gar nicht direkt vom Bürger gewählt. Das weiß ich von YouTube. Sehen Sie, YouTube. Na, das war eine ZDF-Doku.
Sehen Sie, nicht selbst völlig politikferne und ahnungslose Bürger wie er. Wer? Die kriegen wir nicht so ein Minimum an Bildung von uns mit. Deswegen brauchen wir doch die populären Programme, um die Leute ins Programm zu ziehen. Krimis, ja auch Volksmusik. Der Beitrag von Florian Silbereisen für die Demokratie ist somit unschätzbar. Ja, unschätzbar, weil wir nicht wissen, wie viel er genau verdient. Ja, guter Punkt, nicht wahr? Erzählen Sie uns doch mal, was zum Beispiel Herr Blasbalk hier so für diese Sendung bekommt. Das wäre doch mal eine Zahl, die seine Mutter interessieren würde. Der Herr Blasbalk, der ist ja nicht direkt bei uns angestellt.
Der ist ja bei einer privaten Produktionsfirma, die er selber mitleitet und was er sich da selbst auszahlt. Das davon habe ich keine Kenntnis. Ja, ich auch nicht. Aber warum wird denn eine öffentlich-rechtliche Sendung wie diese von einer privaten Produktionsfirma hergestellt? Weil es teurer ist. Privat produzierte Talkshows wie Anne Willen und Frank Plasberg sind deutlich teurer als Eigenproduktionen wie zum Beispiel Maybrit Illner. Ja, aber finden Sie es nicht sinnvoller, die Gebühren einer privaten Firma zu geben, die dann private Moderatoren über Gebühr bezahlen kann? Nein. Schade. Was passiert eigentlich genau mit meinen Gebühren?
Ja, ich glaube, das sind jetzt Details, die unsere Zuschauer nicht wirklich interessieren. Das geht schon fast sehr in Richtung Zahlen. Fragen wir doch unsere Zuschauerbeauftragte Frau Plüscher, was die Menschen draußen im Lande wirklich bewegt. Frau Plüscher? Frau Plüscher? Sorry, wenn ihr nur eine Frau in diese Sendung einladet. So, auf Facebook schreibt uns ein gewisser Horst E. Was genau passiert denn da mit meinen Gebühren? Ja, ich glaube, das sind jetzt Details, die unsere Zuschauer und die Runde hier nicht wirklich interessieren. Doch, mich interessiert da schon, was der Herr da fragt. Sie müssen doch nicht jedem Facebook-Troll hier auf die Leinen gehen.
Entschuldigung, wir sind ja transparent bei ARD und ZDF. Ich habe mal eine Grafik mitgebracht, die zeigt die gesamten Tochterfirmen von ARD und ZDF. Mal in einer schönen Übersicht zeigen Sie das doch vielleicht mal den Zuschauern. Hier sieht man das ganz deutlich. Das ist doch völlig intransparent, wie Sie hier mit unseren privaten Geldern öffentlich hantieren. Das sind über 200 Firmen. Gut, das ist natürlich in dem Fall ein bisschen... Ja, morgen. Tschüss. Was? Meine Mutter hat umgeschaltet. Wie so oft. Ich gucke eh lieber Sport als deine Sendung. Verdammter Sport. Gut, jetzt... Sport ist natürlich aber auch ein tolles Stichwort, nicht wahr?
Ich meine, über 800 Millionen Euro haben ARD und ZDF dafür rausgehauen. Lassen Sie das doch... Hören Sie doch mal mit diesem Unfug auf. Warum werfen da Millionen aus dem Fenster raus? Lassen Sie das doch uns machen. Wir können mit dem Sport einfach besser umgehen als das die Privaten könnten. Sehen Sie nur als Beispiel. Die kommende Fußball-WM, die senden wir jetzt zum Beispiel nicht aus Moskau, sondern aus Baden-Baden. Was? Warum das denn? Sehen Sie, wie hat einer der ARD-Sportchefs das so schön gesagt. Das verstaft die kritische Distanz zwischen dem Austragungsort und den Journalisten. Das heißt also, je größer die Distanz, desto kritischer die Berichterstattung? Absolut.
Wie weit genau ist denn das ARD-Hauptstadtstudio vom Kanzleramt entfernt? 800 Meter. Wieso? Danke. Sie sind ein sehr aufmerksamer. Gut, bitte. Wir sind jetzt am Ende der Sendung. Eine kurze Frage noch. Mit wem in dieser Runde würden Sie denn gern mal tauschen? Wir beginnen mit Ihnen, Dr. Bullitt. Ja, ich würde ungern tauschen, denn ich bin ja schon Intendant. Frau Müller. Also ich würde eigentlich ganz gerne mit Ihnen tauschen. Ich würde gerne mit Ihnen tauschen, denn ich bin ja schon Intendant. Frau Müller. Also ich würde eigentlich ganz gerne mit Ihrer Mutter tauschen. Die scheint mir deutlich mehr Einfluss aufs Programm zu haben als ich. Dr. Bertelspringer.
Ich würde gerne mal mit dem Intendanten tauschen. Ich würde gerne mal einen Tag lang Gebühren finanziert, stundenlang Königshochzeiten übertragen und behaupten, das sei gut für die Demokratie. Und Sie? Und Sie, Herr Ebers? Ich nehme den Toaster, die Waschmaschine und das 12-teilige Porzellan-Semis. Danke. Das war hart, aber leer. Jetzt im Anschluss die Anstalt heute mit einem Beitrag von Harzel Brugger. Danke schön. Ich finde die Idee von Öffentlich-Rechtlichen eigentlich ganz nett. Also alle zahlen ein bisschen was für etwas, von dem dann alle etwas haben. Die, die es schauen, profitieren, weil sie sich abends ein bisschen seicht unterhalten, in den Schlaf nullen lassen können.
Und die, die es nicht schauen, die können sich aufregen, weil sie mit den Rundfluggebühren endlich so ein richtiges Problem haben. Und das ist etwas sehr Menschliches, finde ich, dass man Probleme liebt. Der Mensch liebt es, wenn er ein Problem hat, an dem er sich abwetzen kann. Man kann sogar Probleme kreieren, wenn man keine hat gerade. Man kann sich welche vorstellen, die irgendwann mal ein Problem werden könnten. Das menschliche Gehirn ist so überentwickelt, dass es sich eine hypothetische Zukunft vorstellen kann, auf die es dann im Jetzt mit Sorge reagieren kann. Also es klingt extrem kompliziert, ist es aber eigentlich nicht.
Das heißt zum Beispiel, ich kann mir jetzt vorstellen, dass ich ausrutsche, irgendwie die komplette erste Reihe mit meinem rechten Bein brutal ermorde. Und bei diesen Gedanken verspüre ich Sorge. Und wieso kann ich das? Das ist eine absolut unnötige Fähigkeit. Es gibt keine anderen Tiere, die sowas können. Es gibt keine Garzellen, die in der Serengeti stehen und dann so den Horizont anschauen und sich denken, hm, soll ich eine private Rentenversicherung abschließen? Sondern die Garzelle steht wahrscheinlich einfach in der Serengeti, schaut sich den Horizont an und denkt sich, Bailando, Bailando. Oder was auch immer die da denken. Wenn ein Tiger kommt, dann rennt sie weg.
Also wenn ein Tiger kommt, denke ich so, was macht ein Tiger in der Serengeti? Aber wenn ein Jaguar kommt oder was auch immer, der Löwe dann für ein Negligier trägt, dann rennt sie weg. Und wenn die Garzelle schnell genug rennt, dann lebt sie. Und wenn der Löwe hier ganz doll in den Popo beißt, dann ist sie tot. Und Menschen werden extrem selten in den Popo gebissen, sodass sie sterben. Also wahrscheinlich sogar zu selten. Deswegen gibt es viele Leute, die Probleme kreieren müssen, um mit diesem fehlenden Druck des Todes klarzukommen. Und ich finde das nicht schlimm. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn man sich ein Problem bastelt, wenn es wirklich kein Problem ist.
Das Problem ist nur, wenn man dann nicht mehr aus diesem Problem rauskommt. Weil das Schöne an Problemen ist ja, dass jedes Problem eine Frage der Perspektive ist. Genauso mit den Rundfunkgebühren. Ich zahle die auch nicht gerne. Ich zahle meine Gebühren auch. Ich finde das nicht geil. Aber ich sage mir das so, dass ich nicht denke, dass ich damit einen riesigen Apparat finanziere, der es Jörg Pilawa ermöglicht, in der Silvesternacht seine Hüften rhythmisch zu schwingen, sondern ich denke mir einfach, meine Gebühr, das ist so eine Art Patenschaft für einen Redakteur. Also es ist natürlich deutlich weniger attraktiver, als so ein verhungeres Kind in Somalia mit Fliegen in den Augen.
Aber mein Patenkind ist halt der Benjamin. Der Benjamin ist 40, er wohnt in Mainz. Er ist immer noch Single leider. Aber er hat eine Masterarbeit über Mittelhochdeutsch geschrieben. Und ich finanziere ihm mein Leben. Und wenn wir die Rundfunkgebühr abschaffen würden, hätten wir dann ein privates Fernsehen, das wir die ganze Zeit schauen müssten, sondern wir hätten in Deutschland auch noch eine Horde unbeschäftigter Redakteure, die rumrennen würden und uns bei Starbucks die Namen falsch auf die Tassen schreiben würden. Und das wäre für mich wirklich ein sehr, sehr großes Problem. Deswegen zahle ich meine Gebühren. Herr Otto, was zur Hölle wird das? Sind Sie vom Pfingstoxen überfahren worden?
Wie sprechen Sie denn von Markus Söder? Hören Sie mal, damit das klar ist. Wir sind hier in Bayern, nicht wahr? Und da kommt ab sofort in jede Behörde, was? Ein Kreuz, richtig? Ja, richtig, in jede Behörde. Da ist der Staatsfunk hier. Sie sind wahnsinnig. Sie kommen sofort da runter. Was denn jetzt? Das ist kein Staatsfunk. Das war doch genau die Lehre aus der Nazi-Zeit, die man betroffen hat. Man hat gesagt, wir wollen nie wieder, dass der Staat den Rundfunk einspannt für propagandistische Zwecke. Und deswegen haben die Alliierten ja auch darauf geachtet, dass unser öffentlich-rechtliches System quasi staatsfern organisiert wird.
Verstehen Sie, mit eigenem Budget, mit eigener Programmplanung, oder mit eigenen unabhängigen Kontrollgremien? Staatsfern. Und warum sitzen dann so viele von der Politik abhängige Menschen in diesen von der Politik unabhängigen Kontrollgremien? Doch Ihnen ist schon klar, dass ... Sehen Sie, im ZDF-Fernsehrat zum Beispiel, da sitzen jetzt und im Verwaltungsrat klar ein Drittel Politiker. Wie es das Bundesverfassungsgericht gefordert hat. Der Rest sind Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen. Sind Sie das? Ihnen ist schon klar, dass unsere torische Fragen Sendezeit kosten? Schauen wir doch mal in den Fernsehrat. Einfach mal gucken wir ... Natürlich, gucken wir doch mal.
Schauen Sie, da sitzt zum Beispiel Reinhard Klimt. Da sitzt er drin. Das ist unser Vertreter für Kunst und Kultur. Aha. War der nicht vorher SPD-Ministerpräsident im Saarland? Ja. Aber SPD-Ministerpräsident zu sein, ist ja auch eine Kunst. Genau seine Position. Und vorher saß er schon drin für Erziehung und Bildung? Ja, das ist unser Spezialist für Bildung. Von Regierungen. Rudolf Saiters sitzt da auch drin? Ja, der ist Vertreter fürs Rote Kreuz. War der nicht mal CDU-Kanzleramtsminister? Ja, schon. Aber das ist eben ein Mann, der Politik und Verband verbinden kann. Cornelia Tausch. Ja, die ist drin für die Verbraucherzentrale. SPD-Landtagsabgeordnete. Ex, ganz wichtig. Renate Holznagel.
Die ist ja für den Vertriebenenverband. CDU-Landtagsabgeordnete. Auch ex, das ist ganz wichtig. Wenn wir die Parteimitgliedschaft berücksichtigen, sind die Hälfte der Mitglieder des Fernsehrats Politiker nicht nur 30 Prozent. Das sind engagierte Menschen, die landen oftmals unvermittelt bei den Parteien. Wie kann es sein, dass fast alle Mitglieder des Fernsehrats einem der beiden Freundeskreise zugeordnet werden? Es gibt einen schwarzen Freundeskreis für die CDU-nahen Mitglieder. Und dann gibt es einen roten Freundeskreis für die SPD-nahen Mitglieder. Da stellt sich nur eine Frage. Ja, eine Frage. Wie kann man aus zwei Freunden einen Kreis machen? Nein. Nein? Nein. Die Frage lautet anders.
Wieso zwei Kreise? Die SPD gehört doch zum CDU-Freundeskreis. Verstehen Sie? Es ist doch alles ein bisschen, das gebe ich zu. Aber es erinnert doch nichts daran, dass die Grundfunk-Kontrollgremien quasi ein Abbild liefern der bunten Vielfalt der Gesellschaft. Tun Sie das. Schauen Sie mal da rein. Die größte Gruppe in diesem Land. 30 Mio. Menschen gehören überhaupt keiner Religion an. Warum sitzt denn da kein Atheist drin? Da sitzen drei von den Evangelischen drin. Aus Sicht der Katholiken ist das keine richtige Religion. Noch dazu. Nicht sitzen ja auch Gewerkschafter drin. Und ich sage Ihnen, gottloser wird es nicht mehr. Sitzen da auch Alleinerziehende drin? Ja, die hat man bestimmt gefragt.
Aber die haben immer keine Zeit. Autoren, Schauspieler, Regisseure? Was verstehen denn die von einem guten Programm? Jetzt hören Sie doch mal auf, während der Sende Zeit auf unserem schönen Sender herumzuhacken. Dann kümmern wir uns mal um die Staatsferne von ARD. Um die Politikferne, nicht wahr? Der ehemalige Regierungsprecher von Frau Merkel, Ulrich Wilhelm, wechselte nach sechs Monaten auf den Intendantensitz des Bayerischen Rundfunks. Stellen Sie sich mal vor. Jürgen Seibert wird ZDF-Intendant. Ha, das wird niemals. Dann bin ich erledigt. Also doch, Staatsfunk. Nein, das ist kein Staatsfunk. Wenn die Politik keinen Einfluss hat, nicht wahr?
Wie konnte dann Roland Koch damals über den ZDF-Verwaltungsrat den Chefredakteur Brenda beim ZDF absägen? Man kann schon sagen, die Parteien haben in den Kontrollgremien eine gewisse kleine Dominanz. Aber diese Kontrollgremien kontrollieren ja nur das Programm, den Haushalt, die wählen den Intendanten, der wiederum das Programm übersieht. Aber ansonsten lassen die Parteien die öffentlichen Rechtlichen vollkommen in Ruhe. Da wäre ich mir nicht so sicher. Schauen Sie einfach mal ins Grundsatzprogramm der CSU. Da steht nämlich, Was? Das macht überhaupt keinen Sinn. Warum wollen die auf die Hälfte Ihres Einflusses verzichten?
Na ja, halb so viel Programm, halb so viel investigative Sendungen, halb so viel Kritik. Je weniger Politik Sie im Programm machen, desto ungestörter können Sie Politik in der Realität machen. Heißt das denn auch halb so viel Satire? Ja. Herr von Wagner, was machen Sie da? Wie sieht es denn aus? Ich stelle mich gut mit der CSU. Das ist nicht zu fassen. Nehmen Sie das da sofort ab. Und zwar ... Ich möchte übrig bleiben. Sie Staatskamerate, Sie haben doch gesagt, dass wir eine Sendung erwarten. Nein, Moment. Unfassbar, so was. Es ist schon ein Kreuz. Gerade wenn der Glaube die Fakten verdrängt. Aber viele Menschen sehen das ja heute gar nicht mehr so eng.
Die sagen, Fakt, Fake, ist doch eh nur noch ein Buchstabe Unterschied. Und da passt mir der Fake eigentlich auch viel besser ins Weltbild. Eine der ganz großen Kanonen der Fake News, Alexander Gauland, sagte am Tag nach der Bundestagswahl, dass die AfD irgendwie 12% plus hatte, da stellte ich mich hin und sagte, wir holen uns jetzt unser Land zurück. Und das hat mich ein Stück weit kalt erwischt, war ganz ehrlich. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass Deutschland irgendwie weggekommen war. Und da dachte ich, mein Gott, wen meint denn der Mann, wenn er sagt, wir, wir Deutschen, wer ist das, alle, die 1990 schon hier gewohnt haben? Und da dachte ich, ne, kann ja nicht sein.
Dann würde er ja nicht versuchen wollen, nach Anatolien zu entsorgen. Da meint er wahrscheinlich ein bisschen früher, alle, die 1937 schon hier gewohnt haben und deren Nachkommen. Und da fiel mir auf, dass ich vor einiger Zeit den Haushalt meiner Mutter entrümpelt habe. Und da fand ich ungelogen ihren Arya-Ausweis, so komplett mit Hakenkreuz und so. Und ich hab den weggeworfen damals. Und als der Gauland das neulich sagte, dachte ich, Mist, war vielleicht ein bisschen früh. Und dann dachte ich, vielleicht sollten wir dem Mann mal bei Worten wirklich gründlich gucken, wer hierher gehört und wer die nötigen Gen-Test. Und da gibt es Überraschungen.
Nur 25 % aller Deutschen haben überhaupt germanische Gene. Und auch da gibt es unangenehme Überraschungen. 45 % aller deutschen Männer tragen nämlich nachweislich Gene. Das ägyptischen Pharaos tut endlich am Mun. Ja, das sind 45 % aller deutschen Männer, sind letztlich Nafris, Nordafrikaner. Ich mein, schauen Sie sich den Gauland Dach an, der sieht doch auch aus wie ne Mumie. Und diese Fake News, die führen ja dann dazu, dass sogar Leute wie Christian Lindner verwirrt sind.
Christian Lindner sagte neulich, wenn einer in einer Bäckerei mit gebrochenem Deutsch Brötchen bestelle, dann wissen die anderen Menschen in der Schlange nicht, ob es sich um einen hochqualifizierten Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien handelt oder einen eigentlich sich bei uns in der Schlange oder einen eigentlich sich bei uns illegal aufhaltenden nur geduldeten Ausländer. Und das macht den Menschen Angst. Wissen wir, was mir Angst macht? Wo findet der Lindner eigentlich noch ne Bäckerei mit ner Schlange drin? Und wenn dem so ist, warum ist dann in dieser Bäckerei die Effektivität des Marktes zugunsten einer sozialistischen Wirtschaft vernachlässigt worden?
Das sollte doch der FDP viel mehr Kopfzerbrechen bereiten. Und überhaupt, sag mal ehrlich, heißt das nicht in gebrochenem Deutsch und nicht mit gebrochenem Deutsch, wie der Lindner sagte? Und wenn also auch Lindner nur gebrochen Deutsch spricht und wir uns ziemlich sicher sein können, dass dieser qualifizierte Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien ist, heißt das nicht im lindtärischen Umkehrschluss, dass er ein eigentlich sich bei uns illegal aufhaltender, höchst geduldeter Ausländer ist? Haben Sie jemals ne gültige Aufenthaltsgenehmigung von dem Mann gesehen?
Ja, und warum würden Sie sich Angst haben vor jemanden, der ein illegaler Ausländer ist, der wird doch alles tun, um nicht unangenehm aufzufallen? Ja, wissen Sie, vor wem Sie Angst haben sollten? Die Menschen, die mir im Leben wirklich sehr viel Geld weggenommen haben. Und zwar mehr als jeder Taschendieb oder Einbrecher, das jemals tun könnte. Das waren alle Leute, die waren total legal hier, die sprachen ein herausragendes Deutsch und die trugen maßgeschneidete Anzüge. Wenn Sie also demnächst im Flugzeug, beim Einstecken, in der Schlange, in der Business Class stecken bleiben, dann sollten Sie zittern wie Espen Laub!
Man sollte Angst haben vor den wirklich gefährlichen Dingen, sonst endet man wie in Amerika, wo sie keine schärferen Waffengesetze machen, obwohl klar ist, dass in den letzten 50 Jahren in Amerika 1,5 Millionen Amerikaner durch Schusswaffen ums Leben kamen. Das sind mehr als die USA an Soldaten in allen Kriegen verloren haben, in denen sie jemals kämpften. Gut, ich denke, da wird auch klar, was hat der Ami so begeistert, den die Schlacht zieht? Da lebt er einfach länger als zu Hause. Dankeschön! Ah, Herr Bernd Stringer! Das ist ja schön! Und wie immer, das Kapital, das Handelsblatt das Handelsblatt habe ich für Sie und natürlich das Goldene Blatt. Ja gut, das ist ja für meine Frau.
Natürlich, ja! Persönlich diese Hochzeiten, das ist ja für mich Ich hab's auch nicht geguckt, aber war schon sehr schön. Es war so schön! Dieses Kleid! So was macht man? Ah, Staatskabarettist! Jetzt geht das wieder los. Knallharte Recherche hier, mit Micky Maus! Das ist für meine Frau. Ja, hier ist eben für jeden was dabei. Das ist die Vielfalt des freien Marktes. Haufenweise Information und das Ganze ohne Zwangsgebühr. Haufenweise Information, Frau im Spiegel, Frau aktuell, Neue Welt für die Frau, Bild der Frau. Das ist einfach Vielfalt! Das ist vielfach Einfalt! Gut, so gesellschaftskritisch wie Micky Maus ist es nicht.
Aber der Boulevard, bitte, der erreicht dreimal so viele Leser wie Spiegel, Focus und Stern zusammen. Eine Viertelmilliarde Auflage im Jahr. 80 Magazine, nicht wahr? Das sind haufenweise verschiedene Blickwinkel auf brisante Themen wie... Die Schwangerschaft von Kate, die Schwangerschaft von Victoria, die Schwangerschaft von Maxima. Ja, da gibt es ganz verschiedene Meinungen dazu. Ganz verschiedene Meinungen wie Hoorah, ein Baby! Hoorah, ein Zwilling! Hoorah, ein neuer Prinz! Hoorah, ein zweites Baby! Warum sollte ich sowas lesen? Um informiert zu sein.
Wenn Sie zum Beispiel die Produkte der Funke Mediengruppe gelesen hätten, hätten Sie 14 Monate vor allen anderen gewusst, dass sie schwanger ist. Ich hätte gewusst, dass sie schwanger ist, bevor sie schwanger war. Ja. Aber Victoria war doch gar nicht schwanger. Nein. Warum dürfen die das schreiben? Wollen Sie die Pressefreiheit einschränken? Ich will die Faktenfreiheit einschränken. Schauen Sie mal, hier das Goldene Blatt. Allein so eine Zeitschrift. In fünf Jahren 174 falsche Babys vermeldet. Das hat nicht ich gezählt, das war ein Online-Blog mit einem Topf voll Gold. Vorsicht! Online, nicht wahr? Internet. Das ist voller Fake News. Was ist der Unterschied zu diesen Zeitschriften?
Na, die kosten ja was. Was ich meine ist, da steht ja nicht nur falsches drin. Ja, das stimmt. Die Boulevard Medien haben ja eine eigene Rubrik für das Ware. Das nennt sich Gegendarstellung. Könnte man sagen, dass hier Funke Mediengruppe oder Bauer und Co. die eigentlichen Marktführer für Lügenpresse sind? Alle? Dieses arrogante Beharren auf der Wahrheit. Das kann sich nur jemand leisten, der Gebühren finanziert. Schauen Sie, die Funke Mediengruppe hat auch noch ein zweites Standbein. Ach ja, was der Zeitungen mit Fakten? Ganz genau. Tageszeitungen. Schauen Sie mal, hier 14 Tageszeitungen. Funke Mediengruppe hier oben zum Beispiel.
Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost, Düringer Allgemeine, Eisenhower Presse. Das ist Vielfalt. Das ist vielfalt. Aber interessant, die keine eigene überregionale Berichterstattung mehr haben. Das stand bei den Zeitungen alles aus einer Zentrale in Berlin. Alles? Moment. Es gibt ja noch andere Verlage, nicht wahr, mit anderen Zeitungen. Berliner Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau, Kölner Express, Hamburger Morgenpost. Keine eigene überregionale Berichterstattung. Stammt alles aus einer Zentrale in Berlin. Auch? Wie auch. Leipziger Volkszeitung, Hannoverische Allgemeine, Kieler Nachrichten, Lübeckernachigen, Ostsee Zeitung. Köln wie 20 andere zur Mazza-Gruppe.
Auch keine eigene überregionale Berichterstattung. Alles von einer Zentrale. Ja. Es gibt 333 Tageszeitungen in Deutschland. Wo ist das Problem? Das Problem zeichne ich Ihnen. Schauen Sie sich das mal an. Da fällt die Auswahl aber schwer. Welche Auswahl? Das ist dasselbe Bild, dasselbe Überschrift, dasselbe Inhalt. Wenn Sie da nicht für mich wären, ich hätte noch die Nürtinger. Gucken Sie sich das an. Das ist doch ... Das gucken Sie sich mal an. Ja. Alle gleich. Alle. Das ist doch wurscht. Wichtig ist doch, dass da immer ein anderer Titel drüber steht. Das machen wir übrigens wegen der emotionalen Bindung der Leser an. Ihre Zeitung. Das ist dann mehr so eine gefühlte Pressefreiheit.
Wissen Sie, was inzwischen los ist? Hier, diese Zeitung, die tatsächlich noch ein eigenes Blatt machen. Diese Redaktion, das hat sich im Laufe der Zeit halbiert. Hat sich das. Von der Südwesten Medienholding und so weiter. Halbiert hat sich das. Und bei den überregionalen Zeitungen, das ist auch immer gleichförmiger die Berichterstattung. Aber die haben doch alle einen verschiedenen Lokalteil. Moment, aber die meisten Deutschen leben doch in einem Ort, in dem es nur noch eine Lokalzeitung gibt. Naja, aber es gibt ja in Deutschland ganz viele Orte. Das ist ja dann wieder Vielfalt. Außerdem, was wollen Sie denn? Nehmen Sie doch zum Beispiel so eine Stadt wie Dortmund.
Drei Tageszeitungen für eine Stadt. Wahnsinn. Westfälische Rundschau, Westdeutsche Allgemeine, Ruhrnachrichten. Wissen Sie, was die Westdeutsche Allgemeine gemacht hat? Sie hatten erst einmal ihren Lokalteil geschlossen. Dann haben Sie die Westfälische Rundschau gekauft und den Lokalteil geschlossen. Und dann haben Sie den Lokalteil von den Ruhrnachrichten für alle drei Zeitungen übernommen. Mein Gott. Vielfalt. Na dann. Dann gibt es halt nur noch eine Lokalzeitung. Entschuldigung, das heißt nur noch eine Lokalzeitung. Das heißt weniger Zeitungen, weniger Journalisten. Und es gibt vor Ort nur noch eine Meinung über lokale Ereignisse.
Sagen Sie mal, haben Sie eine Ahnung davon, wie langweilig eine Gemeinderatssitzung ist? Wollen Sie davon unbedingt eine zweite Meinung? Wenn Sie unbedingt eine zweite Meinung zu irgendeinem Thema wollen, ja, dann holen Sie sich die doch aus einer der überregionalen Tageszeitungen. Da, schauen Sie, es gibt unzählige. Sieben. Ich habe nicht gesagt unzählbar. Oh Gott. Hören Sie mal. Fünf. Fünf Verlage. Hier. Fünf Verlage kontrollieren inzwischen fast die Hälfte des gesamten deutschen Zeitungsmarktes. Und bei den Magazinen, da sieht es nicht viel besser aus. Was haben wir hier? Oh ja. Burda. Wunderbar. Hier. Und was haben wir hier? Bertelsmann. Die kennen wir doch. Und was haben wir hier?
Axel Springer. Wir arbeiten eben hoch konzentriert. Diese Medienkonzentration ist eine Gefahr für die Meinungsvielfalt in diesem Land. Für diese angebliche Pressekonzentration fehlen in jegliche belegbaren Zahlen. Wissen Sie warum? Weil seit 1996 dank des Drucks der Verleger keine amtliche Pressestatistik mehr veröffentlicht. Das hat nun wirklich keiner Interesse dran. An keiner Statistik hat einer Interesse dran. Und zwar Sie. Seitdem weiß kein Verleger mehr oder weiß man nicht mehr von Verlegern, wo Sie genau Ihre Finger drin haben. Man weiß nicht mehr genau, wie viele Journalisten haben Sie angestellt. Wie viel verdienen Sie? Das kann ich Ihnen sagen. Wenig. Verdammt wenig.
Das soll ich Ihnen glauben. Das müssen Sie. Wir haben keine Zahlen. Hör auf. Gehen Sie einfach. Kommen Sie mir nicht davon. Kein Mitleid. Sie machen immer noch zweistellige Renditen. Das können Sie nicht beweisen. Hören Sie zu, über meine Gewinne keine Auskunft geben zu müssen. Das ist Pressefreiheit. Dass Sie als Verleger keinen Auskunft gegenüber Ihre Gewinne, das ist doch nicht Pressefreiheit. Doch. Ich dachte, es wäre, wenn Journalisten Zahlen recherchieren, dann veröffentlichen. Das ist Pressefreiheit.
Pressefreiheit bedeutet, Betriebsverfassungsgesetz, dass ich dem Betriebsrat nichts sagen muss, wie es mir geht, Klammer auf und es geht mir schlecht, Klammer zu, weil das meine Freiheit beschränkt. Schauen Sie sich das an von diesem Verlag. Die Verleger sind hundertfache Millionäre, Milliardäre zum Teil und Journalisten werden reihenweise auf die Straße gesetzt. Kein Wunder, dass die bundesweit inzwischen streiken. Was? Warum steht denn da nichts an den Zeitungen vorn? Das ist Pressefreiheit. Schauen Sie außerdem, der Streik war wahrscheinlich nicht mehr lange, denn wir haben denen ja ein sattes Lohnangebot von 1,3% gemacht. Das ist aber schon unter der Preissteigung.
Haben Sie ihn ja genau genommen eher eine Lohnsenkung angeboten. Und dass den Journalisten, die dank Ihrer Fusion mit immer weniger Kollegen immer mehr Zeitungen produzieren, müssen wir hier zum Beispiel von der Südwestdeutschen Medienholding diese Käseblätter. Wurstblätter? Und ich darf daran erinnern, dass Dieter Schaub zum Beispiel von dieser Zeitung auch Premiumprodukte wie die Süddeutsche Zeitung und die Stuttgarter Zeitung hat. Aber er zahlt seinen Online-Mitarbeiter nicht mal Tariflöhne. Die Journalisten zahlen den Preis für ihren Profit. Apropos, wir sind jetzt hier bei 237, sagen wir 250. Wollen Sie eine Tüte? Bis was? Ihm kaufe ich nichts mehr ab. Das ist ja mein.
Nehmen Sie das dann? Ich? Das nehme ich bestimmt nicht. Steht ja überall dasselbe drin. Was? Bravo. Ich bin ein Auslaufmodell. Das weiß ich auch selber. Ich als Kiosk, natürlich, klar. Weil mittlerweile die Verlage setzen aufs Internet. Das ist völlig logisch. Springer macht tatsächlich drei Viertel seines Umsatzes mittlerweile mit Online-Portalen. Mit so Sachen wie Kaufda, Idealo, meine Stadt.de, Immunet, das sind so die Sachen. Also die gedruckten Zeitungen, das ist tendenziell doch eher ein bisschen mehr Folklore, was sie da noch haben. Das ist aber oft nicht einfach damit umzugehen.
Also ich persönlich kenne einige Leute, also gar nicht so wenige, die bis heute alles, wirklich alles in D-Mark umrechnen. Komplett, durch die Bank. Das ist mir ganz egal. Und zwar richtig alles. Die auch gerne mal Sätze sagen wie 500 Gramm, das sind ja 1000 Mark. Und sich damit gut fühlen. Also für Sie kein Problem. Sie sind in Ihrer Welt glücklich. Und andererseits gibt es dann aber auch wieder Jüngere, also Kinder beispielsweise, die ganz, ganz schwer vorstellen können, dass Dinge überhaupt mal anders waren, als sie heute sind. Also zum Beispiel meine Tochter. Die hat, als sie noch jünger war, die total gerne Hörspiele gehört.
Und zwar hat sie sich die direkt am Radio aufgenommen, auf USB-Stick. Wir hatten so ein Gerät, wurde einfach den USB-Stick rein und konnte sie es direkt vom Radio aufnehmen, als MP3, MP4-Datei. Fand sie ganz normal. Fand sie super, wunderbar. Aber irgendwann hat sie mich doch mal beiseite genommen und gesagt, ah, noch toller findet sie die Hörspiele eigentlich. Wenn sie die vom Flohmarkt holt, eben als Kassette. Auf Kassette, ah, das fühlt sich noch besser an. Von der Kassette so irgendwie, sie weiß auch nicht, von der Atmosphäre. Sie mag es irgendwie lieber. Wo ich ihr dann gesagt habe, naja, das können wir natürlich auch machen.
Also im Prinzip kannst du es auch vom Radio direkt auf Kassette aufnehmen. Wo sie dann ganz große Augen bekommen hat. Und gesagt hat, wie? Das ist technisch möglich. Und ich ihr das dann auch gerne erklärt habe. Wo ich gesagt habe, ne, ne. Da sind sie jetzt dabei, das zu entwickeln. Die haben jetzt angefangen, so erste Bänder zu entwickeln, die sie dann auf Kassetten dann machen. Leerkassetten wäre das wahrscheinlich sein. Und natürlich wird es dann auch Kassetten, Abspielgeräte, Maschinen geben. Also da sind sie jetzt auch. Weil das erste Prototypen haben sie wahrscheinlich sogar schon. Also es kann sogar sein, dass wir noch einen im Keller haben. Was ja immer schön ist.
Ich glaube, das ist auch für die Steinzeit. Also die Zeit, wo ihre Eltern jung waren, interessieren. Ich freue mich. Also sie hat einige Zeit später, das war auch ganz hübsch, hat sie mich auf einmal gefragt. Sag mal, wie war das eigentlich, als es noch keine Handys gab? Wie habt ihr das eigentlich gemacht? Wie ging das? Wie habt ihr euch denn verabredet damals? Und das fand ich eine schöne Frage. Weil ich musste auch einen Moment überlegen. Also ich habe auch gesagt, wie war das überhaupt? Und dann fiel es mir aber wieder ein. Ich kann mich noch erinnern. Es war in der Tat ja so, wo ich ihr das gesagt habe. Nee, damals, als es noch keine Handys gab, wir haben uns noch nicht verabredet. Nein.
Nein, das war ja Quatsch. Das ging ja gar nicht. Wie willst du das machen? Das ist ja Blödsinn. Nee, das Verabreden, das kam erst mit den Handys. Also mit den Handys, als man die hatte, da ging das. Und da hat man dann angefangen und so. Nee, vorher, ohne Handys war es noch so, man ist aus dem Haus gegangen und der erste, den du getroffen hast, mit dem hast du den Tag verbracht. Ganz schön. Ja, eben, das war eine tolle Zeit. Das war super. Das war richtig schön. Wo ich auch... Natürlich, von vielen weiß ich, die sehen sich auch danach zurück. Die sagen, nein, das war schön. Da musstest du nehmen, was kommt. Das war einfach hübsch, das war auch gerechter damals.
Wobei es auch da nicht immer nur toll war. Ich weiß von einigen, die haben auch damals schon gemogelt. Die, die standen dann hinter der Tür und haben immer geguckt, schon vorher. Nee, die haben immer hinter der Tür nochmal durchgeluhrt. Nee, nee, nee, nee, wollen sie nicht und so. Das war auch nicht immer toll. Das war also, gerade für mich, ich bin oft stundenlang, stundenlang bin ich die Straße rauf und runter. Wo ich auch dachte, das kann doch nicht sein. Das war unmöglich, da muss aber einer rauskommen. Das geht doch gar nicht. Ich hab doch Licht gesehen, ich müsste Hunger kriegen. Da tagelang bin ich rauf und runter, bis irgendwann doch tatsächlich mal jemand rauskam.
Und so habe ich dann ja auch deine Mutter kennengelernt. Sehr gut. Frau Merkel, das ist ja schön. Hallo. Wie immer. Die Titanic. Dann die Konkret. Konkret und natürlich habe ich den McLemma. Dankeschön. Wie jedes Mal. Schön, dass Sie da sind. Ich habe was gelesen. Die haben tatsächlich geschrieben, fand ich sehr interessant. Medienbesitz ist gleichbedeutend mit Macht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Deshalb ist eine starke Konzentration von Medienbesitz, schreiben Sie, eine Gefahr für Demokratie und Meinungsfreiheit. Zeigen Sie mal her. Ja, da. Ach, da machen Sie sich keine Sorgen. Das ist von Reporter ohne Grenzen, aber das ist über Kolumbien.
Ach so, und ist das in Deutschland anders? Nein, aber bei uns ist es kein Problem. Die Medienkonzentration muss man auch als Chance begreifen. Als Chance. Ich persönlich nehme das so, das spart viel Arbeit, weil sämtliche wichtigen Verleger Deutschlands passen im Grunde in mein Büro. Dann ist diese ganze Medienvielfalt letztlich doch nur eine große Show? Nein, nein, nein. Das haben Sie gesagt. Ich sage herzlich willkommen zu Wer ist Milliardär? Ja. Vielen Dank. Ja, herzlich willkommen. Das sind meine Kandidatinnen und Kandidaten. Ich begrüße Lismon. Hallo. Friede Springer. Hallo. Und Hubert Burda. Vielleicht zum Kennenlernen. Ganz kurz eine persönliche Frage. Was machen Sie so beruflich?
Ich glaube, wir machen alle irgendwas mit Medien. Super, gut. Ja, dann gehen wir gleich in die medias res. Ich würde sagen, die erste Frage geht an Sie. Hubert Burda. Welche dieser folgenden Medien gehören ganz oder teilweise zu Burda? Alle. Sind Sie da sicher? Ich meine, da ist auch Didels Käseblatt dabei. Doch, doch, loggen Sie ein. Okay. Dann loggen wir ein. Und die Antwort ist richtig. Herzlichen Glückwunsch. Sehr gut, gut gemacht. Ja, wunderbar. Die nächste Frage geht an Sie. Friede Springer. Welche der folgenden Medien gehört ganz oder teilweise zu Springer? Ja, lassen Sie sich zeigen. Alle? Da ist auch der Mittelhämmer dabei. Meine Lieblingsseitschrift. Meine auch.
Ich glaube, das ist eine gute Frage. Meine Lieblingsseitschrift. Meine auch. Ich sage, bleiben dabei alle. Also gut. Das letzte Mal Umkehrmöglichkeiten. Nein. Also, wir loggen ein. Und die Antwort ist richtig. Herzlichen Glückwunsch. Wunderbar. Also, wenn man sich das anschaut, aber wir sind ja nicht in Kolumbien. Sonst würde ich sagen, hui hui hui. Noch mehr Konzentration. Lismon. Die nächste Frage an Sie. Frau Mond, welche der folgenden Medien gehört ganz oder teilweise zu Bertelsmann? Nein. Lassen Sie mal sehen. Sie sind sich unsicher. Lassen Sie sich Zeit. Alle? Also, bevor Sie sich entscheiden, wir haben noch eine zweite Tafel. Ach. Alle. Ich sehe, Sie sind fest entschlossen.
Wir loggen ein. Ja. Und die Antwort ist richtig. Herzlichen Glückwunsch. Sehr schön gemacht. Wunderbar. Ich muss sagen. Ja. Ja, aber wer ist denn jetzt Milliardär? Na, alle. Also, Sie sind alle dreifache Milliardäre. Ja, das wissen wir. Was ist denn unser Preis? Das haben wir in einen Koalitionsvertrag reingeschrieben, Seite 92. Sie wissen ja, Sie müssen ja als Arbeitgeber für die Zeitungsausträge einen Rentenbeitrag bezahlen. Schrecklich. Bisher lag der bei 15 Prozent. Dank der großen Koalition liegt er jetzt bei 5 Prozent. Und das gibt für Sie alle insgesamt rund 300 Millionen Euro. Herzlichen Glückwunsch. Ja. Ja. Ja. Ja.
Wenn ich mir eine Frage erlauben darf, was machen Sie jetzt mit dem vielen zusätzlichen Geld? Ich mein, was Verrücktes vielleicht. Crazy Shit. Vielleicht mal den eigenen Sendern mit den Medienkonzentrationen kritisch hinterfragen oder die Arbeitsbedingungen der eigenen Journalisten mal aufarbeiten. Nein, solchen Quotenkiller, den überlassen wir den Öffentlich-Rechtlichen. Richtig. Das macht die Anstalt. Heute mit Horst Ebers. Jim Meyer. Und Hazel Crona. Ja.
Dieses Transkript entstand vor der Zeitstempel-Funktion. Eine Neu-Transkription ist in der Verwaltung möglich.