Folge 48 60 Min. Archiviert

Klima

Die Klima-Maut; Klima-Mathematik; Jesus, Greta und ich; Gott vor Gericht; „Das mit dem Mond“

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Anstalt analysiert die Ineffektivität und Sinnlosigkeit politischer Debatten, insbesondere im Kontext des Klimawandels und der damit verbundenen Krisen. Die Episode zeigt, wie Fakten verzerrt, Verantwortlichkeiten verschoben und komplexe Probleme durch überflüssige Komplexität und ideologische Auseinandersetzungen trivialisiert werden. Die Satire kritisiert die Instrumentalisierung von Themen wie Maut und Klimawandel zur Rechtfertigung politischer Entscheidungen und die Tendenz zur Panikmache. Insgesamt stellt 'Die Anstalt' eine systemkritische Auseinandersetzung mit der politischen Landschaft dar, die auf der Absurdität und dem Zynismus basiert, die oft in politischen Prozessen vorherrschen.

Transkript 6.870 Wörter

Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht der Scheuer vor der Tür. Oh, ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Fröhliche Weihnachten. Scheiße, der Nefton. Moment, warten Sie auf meine Eintrittskarte zu dieser Feierlichkeitsstand. Kommen Sie zu einer Weihnachtsfeier ganz ohne Nefton. Kommen Sie erst mal rein. Herr Scheuer, ich dachte, dass wir an diesem Abend heute vielleicht einfach einmal vergessen, was zwischen uns steht. Aha, auch die Naturgesetze? Schauen Sie, ich wollte zu einem besinnlichen Jahresausgang mit Ihnen vielleicht gemeinsam einen Adventskranz entzünden.

Ja, Sie wissen schon, dass die Dinger gefährlicher sind als ein Diesel, gell? Sind sinnig! Schauen Sie, es ist doch so, vielleicht sind dies unsere letzten gemeinsamen Beine. Wieso? Geht es Ihnen nicht gut? Mir schon, aber Ihre politische La- Schauen Sie, jetzt wo Sie mal da sind, ist es doch so. Sehen Sie, ich bin nur ein brillanter, aber machtloser Wissenschaftler. Sie hingegen sind ein machtvoller, aber... Ja? Sie sind ein Politiker? Ja, ja. Und, ist das für mich? Ja, jetzt schon. Ah, wunderbar, eine neue Dartscheibe, herrlich. Sehen Sie, ich habe Ihnen auch ein Geschenk mitgebracht. Ein Bild, bei dem ich spontan an uns denken musste.

Ah ja, weil das sind zwei Pinguine, die sich gegenseitig umarmen. Ja, zwei Lebewesen, die auf einer abgerissenen Eisscholle dahintreiben, aber trotzdem... ...weiter die Schnebel aneinanderreiben. Und das müssen wir auch tun. Wir müssen zusammenkommen. Was? Herr Nefton, das kommt jetzt schon ein bisschen überraschend, gell? Aber wieso überraschend? Das hat sich doch seit langer Zeit angebahnt. Was? Und Sie müssen die Initiative ergreifen. Aber ich weiß noch gar nicht, ob ich dazu bereit bin. Aber es geht doch um unsere Kinder. Ah, Sie sind sich aber schon ganz schön sicher. Ja, zu 99,9 Prozent. Niemand zweifelt mehr am Klimawandel. Ach so. Der Klimawandel, jetzt bin ich aber erleichtert.

Ach, Sie sind erleichtert? Ja. Sie sollen nicht erleichtert sein. Sie sollen handeln. Jetzt. Es geht um das Überleben. Ja, ja. Wissen Sie, das ist ja richtig. Aber beim Überleben sollte ja jeder bei sich selbst anfangen. Ich zum Beispiel setze mich sehr stark ein für mein politisches Überleben. Es geht um das Überleben der Zivilisation. Dem muss man alles unterordnen. Sofort! Ah, ja, ja. Also wir befinden uns ja noch nicht in einer Ökodiktatur, gell? Herr Nefton, schauen Sie, der eine oder andere hat vielleicht gar kein Interesse daran am Überleben. Und dieses Interesse, das muss man vielleicht auch abbilden in einer Demokratie.

Ich finde, Sie brauchen ein bisschen Nachhilfe in Sachen Demokratie. Sagen Sie, ist das eine Tafel da? Ja. Ja, sind Sie sicher, dass Sie mit einer Tafel bedienen können? Nein, aber wie schwer kann es schon sein, gell? Ich meine, Sie nehmen das Ding und dann schieben Sie. Oh, oh, zu links sind Sie. Das wollte ich jetzt nicht. So, also schauen Sie, eine Demokratie, da braucht es ja erst mal Prinzipien. Ja, schade, dass Sie keine haben. Ja, doch, doch, ich hab immer welche dabei. So, jetzt schauen wir mal her. Also das da, das wäre jetzt, Herr Nefton, das wäre jetzt zum Beispiel mal die Demokratie quasi als Tempel. Ja, das ist römisch, kommt von Tempus, heißt das Taschentuch.

Moment, warten Sie noch ganz kurz. So. So. Gut, legen Sie los. Ah ja, gut, also schauen Sie, da haben wir zuerst mal quasi das Mehrheitsprinzip, dann haben wir quasi das Haushaltsrecht des Parlaments und dann haben wir noch das Transparenzgebot. Transparenzgebot. Ah, da hab ich mich verschrieben. Also das sind quasi die Säulen der Demokratie. Ah, und in diesem Tempel wird also der Klimaschutz geopfert, ja? Nein, nein, Sie müssen den Klimaschutz halt innerhalb dieser Demokratie demokratisch umsetzen wie ich zum Beispiel meine Maut. Ja, aber die ist doch nicht gekommen, Ihre Maut. Ja, obwohl ich so lange dran gearbeitet hab. Ja, warum eigentlich?

Wollten Sie das Auto fahren für die Deutschen teurer machen? Nein, nein, für die Ausländer. Ihre Vorstellung vom Klimaschutz ist es also als deutscher Verkehrsminister dafür zu sorgen, dass Österreicher weniger Auto fahren. Ja, ja, Klimaschutz kann sehr populär sein, wenn er im Ausland stattfindet. Und sehen Sie, Sie brauchen als Politiker halt eine breite Unterstützung der Bevölkerung, um Ihre Ideen durchzubringen, das ist ja das Mehrheitsprinzip. Aber Moment, Angela Merkel war doch gegen die Maut, nicht wahr? Und sie hat doch auch für diese Position damals bei der Wahl die Mehrheit bekommen. Ja, ja, aber in Deutschland, aber in Bayern gab es eine Mehrheit für die Maut.

Aber ist Bayern nicht kleiner als Deutschland? Ja, nur von außen betrachtet. Und dann, quasi um Sie da auf den Stand der Entwicklung zu bringen, da war es dann quasi 2015 soweit, dass dann der Bundestag, also die Mehrheit, quasi demokratisch beschlossen hat, was die Minderheit in Bayern wollte. Ja, aber das Parlament hat doch auch gesagt, dass die Maut maximal 2 Milliarden Euro kosten darf und keinen Cent mehr. Das ist ja das Haushaltsrecht des Parlaments. Da hätten wir uns auch streng dran gehalten. Also die Maut hätte keinen Cent mehr gekostet. Höchstens eine Milliarde Euro mehr. Und das ist kein Verstoß gegen das Haushaltsrecht? Ach, jetzt der andere.

Schauen Sie, also der Anbieter, der einzige passbare Grund für diese Maut hat gesagt, Kinder, wir stellen euch da eine Maut hin für drei Milliarden. Jetzt hatte ich nur zwei zu vergeben. Ja, was sollte ich denn tun? Ja, was haben Sie denn getan? Ja, ich habe mich natürlich weiterhin an diesen demokratischen Prinzipien orientiert und z.B. für maximal mögliche Transparenz gesorgt, indem ich Aufklärungsgespräche mit dem Anbieter geführt habe. Ah, worüber denn? Ja, das kann ich nicht sagen, das ist streng gehalten. Ich dachte, Sie haben für maximal mögliche Transparenz gesorgt. Ja, ich habe doch Ihnen gesagt, dass ich mich mit dem unterhalten habe. Ja, aber nicht worüber?

Das ist eben das, was maximal möglich ist. Sagen Sie mal, aber ist das nicht ein klarer Verstoß gegen das Haushaltsrecht, wenn Sie Angebote heimlich nachbessern, und zwar ohne andere Bewerber hinzuzuziehen? Ach, gell, wir hätten sonst den Preis von dem Angebot runterkriegen können. Ich meine, dem Haushaltsrecht des Parlaments entsprechen sollen. Aha, und dann hat passbargon also gesagt, je nun, dann machen wir es halt für eine Milliarde weniger. Nein, nein, nein, nein, nein, das war natürlich ein knallharter Kampf. Ich habe gesagt, passbargon, passen wir auf. Passbargon, passen wir auf. Also zum Beispiel diese Portokosten für diese Millionenbriefe an die Pkw-Halter.

Also dass wir euch da die Portokosten erstatten, das geht jetzt nicht. Das geht jetzt nicht? Das geht jetzt nicht. Und später? Da wäre es gegangen. Also da hätte der Bund das quasi übernommen. Und warum macht es die Maut für den Bund billiger, wenn er die Portokosten übernimmt? Weil der Bund quasi keine Umsatzsteuer auf diese Portokosten zahlen muss. Sagen Sie mal, wer kassiert nochmal die Umsatzsteuer? Der Bund. Sie wollten den Bund also von einer Umsatzsteuer entlasten, die er dann selbst kassiert hätte? Also jedenfalls wäre das ... Das Angebot wäre dann 50 Millionen billiger gewesen. Wir hätten auch noch 400 Millionen billiger machen können.

Indem wir zum Beispiel die Kosten, die wollten wir in so variable Kosten umwandeln. Was sind denn variable Kosten? Das sind Kosten, die eventuell nie eintreten. Also ... Später? Später, genau. Also und weitere 400 Millionen weg. Nein, die sind nicht weg, die sind nur woanders. Wenn ich woanders bin, dann bin ich doch weg. Nein, Sie sind nicht mehr da, sondern da. Aber von da bin ich doch weg. Jetzt schauen Sie. Paspargon, habe ich gesagt, Kinder. Wir müssen das Angebot billiger kriegen. Und deswegen jetzt mal Butter bei die Fische, habe ich gesagt. Das ist mit dem Risiko. Die Risiken, die Risiken, die übernehmen wir. Wir sind ein geradezu tollkühner Mann.

Und das mit der Arbeit und dem Produktionsmanagement, wie das heißt, das übernehmen auch wir. Wer sollte die Arbeit denn machen? Tollkollekt. Moment, aber die sammeln noch die Lkw-Maut ein. Ja, aber satellitenfototechnisch ist doch ein BMW X7 von einem Lkw quasi nicht mehr zu unterscheiden. Da haben Sie quasi ... Aber ob jetzt ... Ob jetzt Paspargon oder Tollkollekt die Maut einzieht, das macht noch kostentechnisch für den Staat keinerlei Unterschied. Moment, doch, weil Tollkollekt ist ein staatliches Unternehmen. Und jetzt, pass auf, also ... Das ist Griechisch und heißt der Etat gehört mir.

Ach so, weil Tollkollekt staatlich ist, konnten Sie Sie dazu zwingen, die Arbeit zu nicht marktüblichen Preisen abzuliefern? Yes, yes, das wäre korrekt, und das ist ... Ja, das weiß ich, ich komm da her. Sagen Sie mal, wollten Sie nicht mal Tollkollekt privatisieren? Ja, das wollte ich wohl mal. Warum wollten Sie denn das eigentlich? Das weiß ich nicht, aber wenn ich weiß, was ich will, dann frage ich die Unternehmensberatung KPMG. Die hat Ihnen gesagt, Sie wollen Tollkollekt privatisieren? Die haben gesagt, die wollen unbedingt 360 Millionen. Wenn Sie Tollkollekt privatisieren, dann ist die Firma ja privat, ja? Ja, und?

Warum sollte eine private Betreiberfirma den quasi umsonst für den Staat die Maut einziehen? Ja, warum? Ja, gar nicht. Es sei denn, Tollkollekt ist doch staatlich. Sie haben überhaupt keine Ahnung, was Sie wollen? Wissen Sie, was ich mache, wenn ich nicht weiß, was ich will? Woher haben Sie denn das gewusst? Ja, da haben wir. Die hatten Sie doch schon gefragt. Ja, die hatten sie schon, aber das war 2016. Wer weiß schon, was ich 2019 will? Ja, und dann habe ich sie noch mal gefragt. KPMG überraschende Weile gesagt, ich will jetzt unbedingt das Tollkollekt doch staatlich bleiben, weil das nämlich dem Steuerzahler der 61 Millionen billiger kommt.

Ich kann nicht ein und dieselbe Sache gleichzeitig preiswerter und teurer sein. Das ist doch unmöglich. Und kommen Sie mir nicht mit Schrödingers Katze. Ich hätte jetzt eher gesagt, Scheu als dicker Hund, aber gut. Sie haben doch absolut keine Ahnung von Quantenphysik. Ja, ich mag auch Quantenphysik. Was ich mache, ist Politik. Sie machen Politik? Ja, das ist ja eine Mischung aus Politik und Physik. Sie machen ganz eigenen Gesetze. Quasi wie bei meinem Doktortitel, der ist an einem Ort da und woanders ist er weg. Und an diesem Ort befinden sich auch die Mehrkosten der Mautbetreiber. 50 Millionen Porto, 400 Millionen Variable kosten den Rest der Arbeit der staatlichen Firma Verlau.

Und schon haben Sie eine Milliarde gespart. Genau, und so konnten wir dann am 30. letzten Jahres quasi den Vertrag mit dem Mautbetreiber-Pas-Bagon abschließen. Moment, Sie haben einen milliardenschweren Vertrag abgeschlossen zu einem Zeitpunkt, als der Europäische Gerichtshof bereits ein Verfahren gegen Ihre Maut eingeleitet hatte. Haben Sie da gar kein Risiko gesehen? Doch, doch, ein Risiko haben wir gesehen. Wir haben es sogar im Kontext betrachtet und in einem Risikocluster abgebildet. Und? Wir haben festgestellt, die Risikowahrscheinlichkeit der Mautbetreuungsersatzregelungen berücksichtigt. Schauen Sie.

Sie haben damit der Mautfirma im Fall eines negativen Urteils den Gewinn über die volle Laufzeit des Vertrages garantiert? Ja, das Risiko erschien doch so gering. Und trotzdem hat der EGH Ihre Maut für illegal erklärt, weil sie Ausländer diskriminiert. Ja, aber das war so unwahrscheinlich. Und das ist, was ich immer sage, Herr Nefton. Die Klimatik ist kein Verlass. Ihr Engagement für den Klimaschutz... Ihr Engagement für den Klimaschutz bestand also darin, zu einer Zeit, als sich im Verkehrssektor die CO2-Werte jährlich nach oben schraubten, an einer ausländerfeindlichen Maut zu basteln, die niemals kommt und den Staat vermutlich eine Millionenschadensersatz kosten könnte.

Das muss der CSU mal jemand nachmachen. Absolut nichts. Jetzt brauche ich Methylalkohol. Herr Scheuer. Wer sind denn Sie? Ein Bürger. Scheiße, der Bürger. Was kann ich für Sie tun? Hätte da ein paar Anmerkungen zu machen. Da dürfen bloß Profis ran. Da haben Sie nix zu suchen. Hab ich Sie richtig verstanden. Sie haben gegen das Haushaltsrecht verstoßen. Im Übrigen gibt es inzwischen einen Untersuchungsausschuss, um endlich einmal Transparanz in die Angelegenheit zu bringen. Und die Mehrheit der Bürger hält das ganze Mautprojekt für bescheuert. Im Übrigen planen Sie ein Gesetz, das die Widerspruchsmöglichkeiten und das Mautprojekt massiv einschränkt.

Ist das die Demokratie, die man gegen eine angebliche Öko-Diktatur verteidigen muss? Hätten Sie vielleicht eine Sekunde? Herr Nefton, ich brauche Ihre Hilfe. Was machen Sie da? Ich schreibe ein Weihnachtsgedicht. Was reimt sich eigentlich auf Rücktritt? Nein! Doch! Nein! Ich wollte jetzt eigentlich gar nicht so zu meckern, dass wir hier reinkommen. Dieses ganze Gemäckere. Manchmal ist es halt notwendig, irgendwas zu sagen. Aber was mich wahnsinnig macht in diesem Land, ist dieses wabernde Wutbürgertum, dieses unbestimmte Meckern. Manchmal denke ich, wenn wir konstruktiv etwas verändern wollen, wenn wir vorhaben, das Land positiv zu verändern, dann brauchen wir auch eine gewisse Gelassenheit.

Dafür brauchen wir hin und wieder auch mal ein bisschen lächeln. In diesem Land wird viel zu wenig gelächelt. Es wird gemeckert, gemotzt. Machen Sie mehr Blödsinn! Machen Sie Quatsch! Bringen Sie dieses Land endlich mal wieder zum Lächeln! Oder falls jemand aus der Wirtschaft hier ist, ich bin Chief Director of High Level Bullshit. Und ich sage Ihnen eins. Seien Sie humoristisch anarchistisch. Machen Sie Dinge, die man normalerweise nicht macht. Stellen Sie sich in eine Fußgängerzone, egal wo. Stellen Sie sich da hin und rufen Sie ganz laut. Gehen Sie weiter! Es gibt hier nichts zu sehen! Gehen Sie weiter! Machen Sie erst mal! Ich verspreche Ihnen, das Paradoxe wird passieren.

Innerhalb kürzester Zeit bildet sich um Sie herum eine Menschentraube. Die Leute werden stehen bleiben und gucken, was es da nicht zu sehen gibt. Und je mehr da stehen und gucken, was es da nicht zu sehen gibt, umso mehr kommen dazu und gucken auch, was es da nicht zu sehen gibt. Sie schleichen sich aus dieser Traube heraus und treiben Ihren Schabernack woanders weiter. Rennen Sie in ein Kaufhaus rein, drängeln Sie sich eine Kassenschlange vor. Gehen Sie in eine total bekloppte Frage, sowas wie Entschuldigung, welches Jahr haben wir? Wenn die Kassiererin jetzt völlig irritiert antwortet, 2019 sagen Sie ganz theatralisch. In bester Hollywood mandiert sowas wie Oh mein Gott, ich bin zu spät!

Und rennen Sie raus. Machen Sie Quatsch, seien Sie humoristisch anarchistisch. Oder, oder. Wo Sie schon in der Stadt sind. Rennen Sie einfach mal in einen Textildiscount rein. Nehmen Sie sich 10 Teile, wahllos, egal was. Pappen Sie das auf den Kassentisch und sagen Sie, so, machen Sie mir mal einen Preis. Ich zahle das Doppelte. Aber nur, wenn das Doppelte dann auch an die Näheren geht, in Bangladesch oder Vietnam, dass die auch was davon haben. Machen Sie das einfach mal. Diskutieren Sie. Seien Sie am Heiligabend als allererster klimaneutral auf dem neuen Berliner Großflughafen. Seien Sie der Erste.

Oder stellen Sie sich in einem Stewardessenkostüm in irgendein Flughafen-Terminal dieser Republik und dann rufen Sie ganz laut, zur Rettung der Welt, benutzen Sie bitte vor dem Flug die Ausgänge hier und hier. Machen Sie das einfach mal. Oder wenn Sie irgendeine ethisch-moralische Frage haben, rufen Sie einfach mal in Zürich bei der FIFA an. Und dann verlangen Sie die Ethikkommission. FIFA und Ethik. Wissen Sie, wenn in einem Satz Zusammenhang die Begrifflichkeiten FIFA und Ethik auftauchen, ist das in etwa so, als wäre die Frau des Papstes zu Gleichstellungsbeauftragten der Taliban berufen worden. Es passiert so viel Blödsinn. Deswegen machen Sie Quatsch.

Seien Sie humoristisch-anarchistisch. Hängen Sie sich eine Europa-Fahne um, rennen Sie damit in die türkische Botschaft und sagen Sie im Entree, Schönen guten Tag, ich bin der Cousin von Jan Böhmermann und ich soll hier ein Gedicht aufsagen. Machen Sie Quatsch. Seien Sie humoristisch-anarchistisch. Ich kann völlig verstehen, wenn Sie sagen, das traue ich nicht. Dann machen Sie etwas anderes, kleine Sachen. Am besten im Fahrstuhl. Da kann Ihr Publikum nicht fliehen. Wenn Sie mit anderen Leuten Fahrstuhl fahren, sagen Sie während der Fahrt zu den anderen ganz souverän, die Fahrscheine bitte.

Oder wenn Sie die Chance haben, ein Paternoster zu fahren, fahren Sie über die letzte Etage hinaus, kann nichts passieren. Oben machen Sie einen Handstand. Wenn Sie runterfahren, rufen Sie, er dreht sich doch. Seien Sie humoristisch-anarchistisch. Machen Sie Quatsch. Das ist falsch. Wieso? Ich finde es sehr mutig. Sie hat gesagt, Sie finden es sehr mutig. Endlich sagt es mal einer. Hören Sie, das ist falsch. 1 plus 1 ist 2 und nicht 3. Das ist doch Mainstream. Das ist Mathematik. Die Mathematiker? Die stecken schon unter einer Decke. Diese Decke nennt sich Mathematik. Ich gehe direkt in das Geschehen rein. Guten Tag, ich bin die Medien. Ich spüre hier eine Kontroverse.

Es gibt keine Kontroverse zwischen mir und dem Mordbetreiber. Das war gar nicht meine Frage. Gott sei Dank. Ich finde es mutig, was er sagt. Er sagt, 1 plus 1 ist 3. Das würden sich die Medien nie trauen zu sagen. Was sagt denn die Politik dazu? Ich finde es ein erfrischender Angriff. Auf die mathematische Korrektheit. Bei Ihren Mordberechnungen war 1 plus 1 nicht 2, sondern 3. Entschuldigung, Sie müssen mich ausreden lassen. Gut, bitte. Es kommt schon wieder nichts. Sie finden also auch, dass 1 und 1 3 sind? Ich sage nicht, dass das richtig ist. Aber ich finde es falsch, wenn man seine Meinung nicht mehr sagen darf. Sie merken, hier wird kontrovers diskutiert.

Nein, hier wird falsch diskutiert. 2 ist der Nachfolger von 1. Daraus folgt, dass 1 plus 1 2 ist. Nur wenn 2 als Nachfolger von 1 definiert wird. Jetzt kommt wieder was. Das ist kein demokratisches Verfahren. Wer legt so etwas fest? Das müsste man auch fragen. Wer nutzt das? Wer hat denn ein Interesse daran, dass 1 plus 1 2 ist? Bestimmt die, die 1 und 1 zusammenzählen können. Also ich nicht. Wer soll denn Ihrer Meinung nach davon profitieren? Die Mathelehrer? Die werden ja z.B. fürs Rechnen bezahlt. Mein Sohn hat in einer Staatlichen Schule auch hingeschrieben, 1 plus 1 ist 3. Und die Lehrerin hat gesagt, es ist falsch. So erzählt man doch keine kritischen Geister.

Aber Menschen, die rechnen können. Für mich ist das staatliche Propaganda. Wenn man ihnen nachweist, dass sie falsch liegen? Man sollte endlich verbieten, dass ständig gesagt werden darf, wenn man was Falsches sagt. Ich habe nicht mehr zu Wort. Grundgütiger. Und ich habe meinen Flachmann zu Hause. Meine Damen und Herren, Sie merken, die einen sagen so. Die anderen sagen so. Sie können das unmöglich auf dieselbe Stufe stellen. Dann beweisen Sie uns doch, dass 1 und 1 gleich 2 ist. Das muss ich Ihnen nicht. Wenn 2 der Nachfolger von 1 ist, dann ist 1 und 1 gleich 2. Das ist der Beweis. Für mich ist das kein Beweis. Jetzt sagt es die Presse auch. Das beruht auf einem Axiom.

Das hat man als wahr angenommen. Sie nehmen das auch so an. Sensation in Berlin. Für die Behauptung, 1 plus 1 sei 2, das war keine Beweise. Ich darf zu diesen neuen Erkenntnissen unseren Verkehrsminister Scheuer nach einer Einschätzung fragen. Ich war von Anfang an skeptisch. Mir erschehen 2 zu hoch gegriffen. Das sagt einem schon mein gesunder Menschenverstand. Diese mathematische Gleichung ist richtig, weil man sie an zwei Fehlern abzählen kann. Aber ich hab doch 10. Herr Nefton, es gibt Experten, die behaupten, dass es mathematische Systeme gebe, in denen 1 und 1 10 sei. So was erfährt man von der Presse nicht. Dieses andere System gibt es. Es nennt sich das Binärsystem.

Aber da heißt 2 einfach 10. Glauben Sie mir für die Erfassung zu akzeptieren, dass 1 und 1 2 sind? 1 und 2 sind übrigens arabische Ziffern. Aber das sendet ihr hier sowieso nicht. Sie sind doch gerade live im ... Das glaub ich nicht. Dieses System duldet keinen Zweifel. Es ist doch kein Zweifel, wenn man sagt, das glaub ich nicht. Das eigene Argument wird nicht besser, wenn man sich die Ohren zuhält. Herr Scheuer, das war schon eine unterhaltsame Runde. Ich finde es gut, dass wir hier eine Debatte angestoßen haben. Das ist das beste Zeichen für eine lebendige Demokratie. Ich finde, das ist ein schönes Schlusswort. Damit gebe ich zurück ins Studio. Servus. Applaus Ja. Mein Kollege hatte recht.

Man muss sich öfter in die Fußgängerzone stellen und ein bisschen Quatsch machen. Ich mache gerne Quatsch. Ich mache sowas von gerne Quatsch. Z.B. folgenden Quatsch, ein Gedankenspiel. Schau mal vor das Schießpulver. Das Schießpulver wäre nach seiner Erfindung von den Chinesen nicht nach Europa gelangt, sondern in Mesopotamien abgebogen und in Afrika gelandet. Scheiß Navi. Dann hätten die Afrikaner damit hocheffiziente Feuerwaffen und wären bis an die Zähne bewaffnet nach Europa rein. Das Erste, was sie gemacht hätten, wären die Chinesen vor. Elsa Slotring hätte zu Deutschland gehört. Berlin würde zu Polen gehören. Das wäre auch eine super Sache. München würde zu Österreich gehören.

Da wäre Schluss mit lustig, oder? Dann hätten militärisch haushoch überlegene Afrikaner in Europakolonien gebildet, um Rohstoffe und Bodenschätze auszubeuten. Dann hätte die Tasche der Afrikaner gewandert. Stell dir die Konsequenzen vor, die das bis heute bei uns hätte. Ganzes Stadtviertel im Ruhrgebiet sehen heute dann aus. Gut, wie sie aussehen. Dann stellen euch vor, mit diesen Gewinnen hätte die Afrikaner eine Stahlproduktion entwickelt, eine Automobilbranche auf den Weg gebracht, eine Rüstungsindustrie hochgezogen ohne an den Profiten beteiligt zu sein. Gut, das war tatsächlich auch so. Aber der Profit töte eben nicht Tüss und der Kruppgeisen, sondern Gerard und Asamoah.

Dann stellt euch vor, Aufstände der deutschen Malocher gegen diese Kolonialherren wären blutigst niedergemetztet worden. 90% der Menschen im Saarland hätte man ausradiert. Die Lausitz hätte noch heute eine Bevölkerungsdichte wie die Lausitz. Und niemand in Afrika würde sich bis heute dafür auch nur die Kaffeebohne interessieren. Stattdessen, stellt euch vor, würden die Afrikaner mit ihrem Finger auf die Türken zeigen und sagen, die sollen mal ihre Geschichte mit den Armeniern aufarbeiten. Wer im Glashaus sitzt, sollte richtig zum Kacken in den Keller gehen.

Und dann stellt euch vor, 70% aller Böden in Deutschland würden immer noch den nachfahrenden afrikanischen Großgrundbesitzer gehören und auf diesen Böden dürften wir deutschen Obst und Gemüse ernten. Aber nicht für uns selber, sondern für die Afrikaner. Dass die immer so einheimisches Zeug essen müssen wie Bananen und Ananas, so langweilige Sachen wie Kumquats, Fissalis und Lichis. Die wollen mal exotisches Zeug essen wie Spargel und Erdbeeren, Weißwurst und Sauerkraut. Und wie würden die Afrikaner diese Art von Landwirtschaftern nennen? Entwicklungshilfe.

Und wenn dann aufgrund dieser jahrhundertenlangen Entwicklung die Wirtschaft in Deutschland nicht auf die Beine käme und Bewohner aus Deutschland sich auf den Weg nach Afrika machen würden, weil sie zu Hause keine Perspektive mehr sehen, dann würde Afrika Deutschland zum sicheren Herkunftsland erklären und dann gehen wir weg von zu Wirtschaftsflüchtlingen, denen man die Einreise verweigert. So, Stimmung haben wir.

Und deswegen stellt euch jetzt noch vor, dass Afrikaner, die in Äquatornähe leben, wegen des von uns mitverursachten Klimawandels, ihre Heimat verlassen müssen, weil sie dort nicht überleben können, dann darf man doch jetzt schon gespannt sein, mit welchem Begriff wir dann diese Flüchtlinge bezeichnen werden. Aber wie gesagt, ich wollte jetzt nur ein bisschen Quatsch machen. Jesus Christus, Licht der Welt, die Liebe, das Leben und der ganze Rest, was kann ich für Sie tun? Was? Hier ist Gott! Was? Hier ist Gott! Was kann ich für Sie tun? Was? Hier ist Gott! Wer? Dein Vater! Welcher? Jesus, Jesus, der hat so einen Bart! Wo treibst du dich wieder rum? Ich erfreue mich deiner Schöpfung.

Sitze wie deine Apreschiebe an. Papa, wenn du allwissend bist, warum fragst du denn eigentlich? Hör mal, deine Mutter und ich machen uns Sorgen. Uns ist eine Rechnung ins Haus geflattet. Pass auf, da haben Sie mich geblitzt im Gotthard-Tunnel. Nein, die meine ich nicht. Ich meine die Berechnung des Weltklimarates. Die Menschen machen meine Schöpfung kaputt. Jetzt fängst du auch schon mit der Greta an, oder? Ich habe doch kein Wort gesagt. Sie trägt schon religiöse Züge. Ach. Die Greta hat nach einem Jahr schon 3 Mio. Follower auf Twitter. Beeindruckend. Du hattest nach 30 Jahren gerade mal 12. Papa, das sage ich dir.

Die Greta wird nur von ihren Eltern instrumentalisiert, um meine Botschaft zu verbreiten. Dass du das so siehst? Kann ich verstehen. Sorry noch mal, aber bei Greta, Greta macht doch einfach nur, was sie will. Ja, und was will sie? Bücher verkaufen. Hörst du dir eigentlich überhaupt noch zu? Ich habe auch eine Botschaft. Du hattest eine. Ein Vorwand fürs Weihnachtsgeschäft. Papa, das ist immer noch mein Geburtstag. Die Menschen feiern die Ankunft von Gottes Sohn. Indem sie sich preisreduzierte Toast für 21,99 Euro unter eine abgehackte Nordmann-Tanne legen. Sohn, du hast dem Treiben des Kapitalismus früher Amazon aus dem Tempel geworfen.

Papa, wenn man jung ist und so etwas nicht macht, hat man halt kein Herz. Aber wenn man im Alter immer noch wachstumsfeindlich ist, hat man halt keinen Verstand. Darum regst du dich ständig auf über eine 16-Jährige, die anders segelt in der Weltgeschichte. Und ich soll wegen ihr nicht mehr Skifahren dürfen. Nein, gar nicht. Ich sag ja schnell da. Du, das mit der Greta trägt schon totalitäre Züge. Ich hab schon Zettel an meinem Auto gehabt. Dein Auto ist zu fett. Und sag jetzt nicht, du brauchst die Karre, weil sie hat vorne drauf ein Stern. Und dann stellt die sich da hin und sagt so Dinge wie, how dare you? Weißt du, was das heißt? Wir leben.

Gott sei Dank hat sie nicht gesagt, weg von mir, ihr Verfluchten, ins ewige Feuer. Wenn man jedes Wort von mir auch aufschreibt. Sohn, dir ist schon klar, dass auf der Erde komplette Ökosysteme kollabieren. Arten massenhaft aussterben und dann in eine andere Generation verlässt. Milliarden Tonnen CO2 aus der Luft zu filtern mit Technologien, die kaum existieren. Papa, schau, das sind ja wenigstens Argumente. Mit denen kann man sich ja dann auseinandersetzen. Das war alles aus einer Rede von Greta Thunberg. Ja, eben. Der verbreitet nur Panik da. Du, eins ist dir klar, Papa. Wenn wir die Pläne von der Greta umsetzen, dann bricht die Weltwirtschaft zusammen, da sterben Milliarden Menschen.

Nur gut, dass du keine Panik verbreitest. Zepfies, ich bin die Stimme der Vernunft. Was sind denn Gretas Pläne genau? Was weiß ich? Ja, genau, was weißt du? Greta fordert doch nur, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Genau, und da haben die sich in Paris die Staatenländer getroffen. Ganz genau. Genau, dass Milliarden Menschen sterben sollen. Und Greta hat nichts anderes gesagt als Hört den Wissenschaftlern zu. Wenn ich damals auf die Wissenschaftler gehörte, wär ich nie übers Wasser gelaufen. Geht so. Du, hier ist schon klar, es ist ja jetzt auch nicht so, dass wir nix machen. Ich z.B., ich verzichte schon jetzt auf Plastikstroh. Dir ist aber schon klar, oder? Dass ich alles sehe.

Zepfies, nix darf man mehr, ehrlich. Ich hab dieses Jahr schon extra aufs Skifahren verzichtet wegen dieser Klimahysterie. Okay, ich versteh das also richtig. Du wirst diese Welt nicht retten. Nicht noch mal, bitte, ehrlich. Das schaff ich echt nimmer. Verstehe, zu beschäftigt. Nein, schau, ich hab's halt im Kreuz. Also, servus, Papa. Ciao, ciao, Papa. Und? Was? Wer bringt er denn jetzt diese Greta mal mit? Was? Wen? Greta, der redet doch von nichts anderem mehr. Der ist verliebt. Meinst du wirklich? Ich glaub, die ist nichts für ihn. Warum? Zu jung? Zu vernünftig. Danke, ich muss los. Wo willst du hin? Wieder runter auf die Erde. Schöpfung retten. Vergiss die Salatgurken nicht wieder.

Willst du so ausm Haus? Was heißt wie? So? Als weißer alter Mann? Ja. Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot erlassen wurde, dass ein jeder mal begreifen sollte, dass es purer Zufall ist, wo einer hinfällt und was ihm zufällt, wenn er runterfällt, vom Himmel runterfällt auf diese Welt und was er kriegt, ob ihm gefällt, was er kriegt und wer ihn bekriegt und dass er sich diese Fragen vielleicht besser gar nicht stellt, denn im Bombenhagel sein Glück selbst zu schmieden ist vielleicht eine Definitionsfrage.

So machten sich auf auch der Josef aus Dingsterbums und die Maria, die seine, die war schwanger und wollte eigentlich lieber Plätzchen backen, obwohl Weihnachten noch gar nicht erfunden war. Dürren und Ernteausfälle und Ochs und Esel waren auch schon Engel. Wir müssen was tun, Maria, sagte der Josef, es geht bergab. Und die Maria sagte, ja, bergab ist ganz gut. Und guckte, ob sie ihre Füße noch sehen konnte unter ihrem Schwangerbauch. Und der Josef gab als Ziel Überleben ein in sein Handy. Die Route wurde berechnet und sie machten sich auf. Über Stock und Stein und sprangen über Gräbelein, überwandten Betonmauern, Stacheldrahtsäune, Funklöcher und Maschinengewehre immer ihrer Hoffnung nach.

Und dann steckten sie fest an irgendeiner Grenze in Bosnien, ohne Wasser, ohne Herberge und ohne Klo für Hunderte von Menschen, was auch überrascht hätte auf einer Müllkippe in Bihac. Und die Maria hatte endgültig die Schnauze voll und kriegte Herpes. Es folgten eine Dürre, ein Tsunami, eine Datenklaut und ein Elektro-Blizzard und siehe, sie hatten nichts mehr außer der Frucht ihrer Lenden in Mariens Bauch. Weiß eigentlich irgendwer noch, was einer wert ist, wenn er nichts hat? Kein Geld und keine Bildung oder vielleicht hat er Bildung, aber in unbrauchbarer Sprache und dafür keine Seife zum Waschen. Was also ist so einer wert, wenn man im SUV aus betrachtet?

Ja, sagte die Maria, das Leben ist nicht gerecht, ich hätte auch gerne neue Möpse nach der Geburt. Aber nicht doch, sagte der SUV-Fahrer, das Leben ist supergerecht, so eine Klimakatastrophe ist supergerecht, wir haben die Welt gefickt, jetzt fickt sie uns. Ach so schaut es also aus, wenn ihr die Welt liebt, sagte die Maria, ein Glück bin ich Jungfrau. Und der Josef sagte gar nichts. Nicht doch, sagte der SUV-Fahrer, fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, euch ist heute der neue Mercedes GLS erschienen. Ja, sagte die Maria, danke, ich kann den gar nicht absetzen als Dienstwagen. Aber ich, sagte der SUV-Fahrer, fröhliche Weihnachten. Und weg war er.

Josef, hast du das jetzt gesehen? sagte die Maria, der ist jetzt mit seinem SUV gehen Himmel aufgefahren. Und der Josef sagte, ja, 2,5 Tonnen, 330 PS, maximale Traktion auf losem Untergrund durch voll variablen Allantrieb, ist ja nicht so, als hätte ich nicht auch Sehnsüchte, Maria. Hörst du mir noch zu? Na, sagte die Maria, ich hab grad eine Erleuchtung. Wenn wir doch alle zu Gast sind auf derer Welt, sollte man uns da nicht vielleicht besser benehmen. Vielleicht auch mal Füße abtreten und einmal ans Teilen denken, statt immer nur ans Austeilen. Könnte ja dann vielleicht für alle reichen. Da sagst aber jetzt was, Maria, sagte der Josef, Halleluja. Früher magst mein Kauterback zu Ende kaum.

Und siehe, eine Sternschnuppe brach sich am Himmel, regnete auf sie, und es war beinahe so was wie ein Frohlocken. Applaus So, ich rufe das Verfahren auf. Bundesrepublik Deutschland gegen Günter Ott, den Vorsitzert, die Ehrenwirte Richterin, Frau Dr. Ebner. Bitte erheben Sie sich. Ach, Standing Ovations schon beim Reinkommen. Was machen Sie erst, wenn ich rausgehe? Setzen Sie sich. So, Sie sehen ja schon mal aus wie ein Schwerverbrecher. Euer Ehren, ich bin der Gerichtsschreiber. Der Angeklagte sitzt da drüben. Und Sie sind? Ich bin die Stimme der Natur. Also Sie sind Robert Habeck? Nein, nein, ich bin Gott. Also der Vater von Robert Habeck? Nein, wer zur Hölle ist Robert Habeck?

Ja, was führt Sie denn zu uns, himmlischer Vater? Irgendein komischer Typ, der gesagt hat, er wäre vom Verfassungsschutz, er müsste hier noch irgendwo sein. Das müssten ja dann eigentlich Sie sein. Wie haben Sie das rausgefunden? Kommen Sie mal her. So, was liegt denn vor gegen Gott? Dieser Mann ist ein Linksextremer. In der Anklageschrift steht, er stand einfach nur friedlich in der Fußgängerzone rum. Aha, mit diesem Schild. Und das Bundesamt für Verfassungsschutz ist der Meinung, das könnte ein Vorbote sein für einen gewaltsamen Anschlag auf ein Kreuzfahrtschiff oder andere hubraumstarke Kraftfahrzeuge. Könnte, könnte aber auch nicht. Hören Sie mal, das Ende ist nahe.

Das heißt doch auch, das Ende der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Das ist ein Angriff auf unsere Verfassung. Haben Sie noch was Wichtiges vor als meinen Prozess? Ja, ich muss leider noch Rechtsextreme beobachten. In Thüringen oder in Dortmund? In meinem Büro. Ich möchte ... Und kurz da. Ein Missverständnis aufklären. Ich habe den Menschen in der Fußgängerzone lediglich versucht, auseinanderzusetzen, dass stetiges Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar ist. Und? Dann sind Sie mir mit diesen E-Scootern über die Füße gefahren. Haben Sie das? Aber ja, doch. Sie befindet sich gegen Innovationen, nur weil sie nicht von ihm sind. Das stimmt doch nicht, euer Irren!

Er war vorher bei der FAZ und bei der Neuen Zürcher. Es kann sein, dass er manches etwas anders interpretiert. Verstehe. Scheiße, der März. Meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freundinnen, ich werde heute beweisen, dass ich die bessere Parteivorsitzende bin. Falsche Rede. Ich werde euer Ehren beweisen, dass dieser Mann eine Gefahr ist, für unsere Art zu leben. Sind Sie das? Nein. Eure Art zu leben ist eine Gefahr für eure Art zu leben. Warten Sie! Was genau haben Sie da jetzt aufgeschrieben? Der Angeklagte bezeichnet sich selbst als wohlstandsverwahrlosten Neomaxisten. Euer Ehren, das stimmt! Ja gut, es kommt hin.

Darüber hinaus hat sich der Angeklagte der strafbaren Vereinfachung schuldig gemacht. Klimawandel ist eine hochkomplexe Aufgabe. Klimaschutz noch komplexer. Das ist euer CO2 für die Erwärmung der Erdatmosphäre. Wir müssen aufhören, welches auszustoßen. Das passt auf einen Bierdeckel. Mit Bierdeckeln wäre ich vorsichtig. Da macht man sich noch in Jahren über sie lustig. So werden Sie nie Kanzler. Ich bin Gott! Das hilft Ihnen in der CDU auch nicht. Lieber, haben Sie Beweise für Ihre Behauptungen? Das sind keine Behauptungen. Das sind wissenschaftliche Beobachtungen. Ich habe eine Grafik mitgebracht. Vielleicht schauen wir uns die gemeinsam an.

Das hier, da sieht man die Entwicklung der CO2-Konzentration in den letzten 800.000 Jahren. Das sieht man ganz klar. Vor 350.000 Jahren war die CO2-Konzentration genauso hoch wie heute. Herr Merz, was folgte, war ein Meeresspiegelanstieg in der Folge um 6 m damals. Das haben wir heute auch wieder, und zwar 100 %. Schade um Venedig, aber das haben wir alle oft genug gesehen. Ihnen ist schon klar, dass wir mit der CO2-Konzentration nicht hier sind, sondern hier. Aber das ist eine gerade Linie nach oben. Ach, was? Selbst wenn wir Paris einhalten, erwarten wir einen Meeresspiegelanstieg von 6 m bis hin zu 20 m. Schauen Sie sich das an. Ich habe Ihnen mitgemacht, was das macht.

Vor den Niederlanden oder mit Städten wie Hamburg. Zack, weg, schade. Das ist eine unzulässige Panikmache. Die Flughöhe meines Privatjets beträgt im Durchschnitt 10.000 m. Wo ist das Problem? Bei der Landung. Erfinder der Sintflut hat plötzlich Bedenken wegen Hochwasser. Ich rate zur Dringlichkeit. Wenn Deutschland so weitermacht, sind in 7 Jahren das CO2-Budget des Landes ausgeschöpft. Das ist eine unseriöse Schätzung. Die Zahl wird jedes Jahr weniger. Das ist das Pariser Klimaabkommen, das Deutschland bereits unterzeichnet hat. Klimaschutz ist wichtig. Aber Deutschland trägt nur 2 % zu den weltweiten Emissionen bei. Das sind nur 2 % mehr als nichts. Das wissen die Wenigsten.

Immer nur Ihr Argument. Nur 2 % sehen Sie. Verantwortung verschwindet nicht einfach, wenn man sie in kleine Teile zerlegt. Wenn Sie die deutsche Wirtschaft zerlegen, verhalten Sie sich nicht verantwortlich. Deutschland ist historisch gesehen der sechstgrößte Verursacher von CO2 in der Geschichte der Menschheit. Das ist ein starkes Argument. Was sagen Sie nun? Ich schaue nach vorne. Ich sehe China. Der Pro-Kopf-Verbrauch eines Chinesen. Den Namen weiß ich nicht. Der Pro-Kopf-Verbrauch eines Deutschen ist viel größer als der von Ihrem Chinesen. Aus manchen Köpchen kommt mehr raus. Sie meinen ungefähr so?

Wenn alle handeln würden wie die Deutschen, würde sich die Emissionen auf diesem Planeten verdoppeln. Wir wissen alle, was das heißt. Wo ist dieser wunderschöne Satz hin? Handel steht so, dass das Prinzip jederzeit Grundlage eines allgemeinen Gesetzes werden könnte. Das war gut. Können Sie noch mal vorlesen? Handel steht so, dass du am Ende Exportweltmeister bist. Tun Sie doch nicht immer so, als hätte Deutschland keinen Einfluss. Würde Deutschland seine Braunkohlevorräte, die uns jetzt bekannt sind, in Strom verwandeln, ausgeschöpft. Und? Sie müssen die Kohle im Boden lassen. Wie soll man Profit aus etwas schlagen, wenn man es nicht macht?

Sie machen nur Profit mit der Kohle, weil Sie sie fördern. Irgendwie müssen wir das Zeug nach oben bekommen. Steuerlich fördern. Der Kohlebergbau ist in Deutschland von der Abgabe für Bodenschätze freigestellt. Zwei Förderungen. Die Kohleindustrie spart Millionen wegen Ausnahmen in der Neubauenergien-Gesetz. Jetzt habe ich schon drei Förderungen. Wäre die Kohleindustrie verpflichtet, wäre Kohle längst unbezahlbar. Einspruch. Warum? Ich habe keine Argumente mehr. Stattgegeben. Bitte noch mal vorlesen, was ich gleich sagen wollte. Windräder sind hässlich. Danke. Sehr gutes Stichwort. Verspargelte Landschaften. Der Kohletagebau frisst zwei Hektar Landschaft am Tag.

Niemand hätte etwas gegen Windräder, wenn Sie die Dinger unterirdisch aufstellen würden. Kohlekraft zerstört die Lebensgrundlage von Menschen. Was? Infraschall. Kann aber krank machen. Wissen Sie, wer noch Infraschall verursacht? Automotoren. Da gibt es einen Unterschied. Bei Autos diskutieren wir das nicht. Außerdem haben Sie schon mal versucht, mit einem Windrad zum Flughafen zu kommen. Ich bin geneigt, Gott Recht zu geben. Es gibt ökologische Limits. Wir müssen Deutschland immer mit Verboten lösen. Das fragen Sie eine Richterin. Ich präsentiere Beweisstück C. Was ist das? Das ist eine Liste mit all den Umweltzerstörungen, die wir ohne Verbote in den Griff bekommen haben.

Das ist ein leeres Blatt. Ach, was? Das ist Blankapopulismus. Wir brauchen keine Verbote. Wir brauchen einen Preis für CO2. Wir müssen langfristig die Mission auf Null kriegen. Sie wollen CO2 langfristig verbieten? Ich will, dass CO2 langfristig unbezahlbar wird. Sie wollen also ein Verbot, wenn es zu spät ist? Verlassen Sie sich darauf, dass ich weiß, was ich will. Ich bin Vizepräsident des Wirtschaftsrates der CDU. Sie waren also nur zweitbester. Meine Partei hat immerhin ein Klimapaket verabschiedet. Darin haben Sie den Leuten klar gesagt, dass sie ihre Art zu wirtschaften, zu konsumieren, sich zu ernähren und fortzubewegen, grundlegend ändern müssen. Aber mit unseren Worten.

Und welche waren das? Wir haben gesagt, es wird schon. Jeder, der was anderes behauptet, ist ein Ökodiktator. Wir sind konservativ. Sie sind nicht konservativ, sie sind radikal. Verstehen Sie das Aufrechterhalten eines Kapitalismus, der nur auf dem Verbrennen von fossilen Brennstoffen basiert? Das ist nicht mehr möglich. Wenn Sie Ihre Art zu leben ansatzweise annähernd erhalten wollen, dann müssen Sie sich radikal verändern. Das Festhalten am Status Quo bedeutet Zerstörung! Ruhe im Gerichtssaal! Jetzt beruhigen Sie sich doch mal! Also gut, ich biete Ihnen einen Vergleich an. Stalin. Hier sehen Sie mal ein Foto des jungen Stalin.

Und hier zum Vergleich ein Foto von Ihnen, als Sie noch ein junger Gott waren. Keine weiteren Fragen, euer Ehren. Ich habe auch keine weiteren Fragen, euer Ehren. Aber Sie können hier nicht einfach so rausgehen. Ich bin Gott. Ich bin die Richterin. Also gut. Also wie lautet die Urteil? Das Urteil lautet, Sie können gehen. Von diesem Mann geht keine Gefahr aus. Haben Sie das? Ja, die größte Gefahr für Deutschland geht von den neuen Parteivorsitzenden der SPD aus. Der Vorsitzende. Alles wird gut. Das ist das, was ihr euren Kindern ins Ohr flüstert, wenn ihr sie nachts ins Bett bringt. Aber wenn ihr so weitermacht, ist alles wird gut. Einfach nur eine kindliche Fantasie.

Wie die eines alten Mannes mit weißem Bart. Das ist das, was wir hier nennen. Vielleicht stirbt man jetzt wieder jünger. Vielleicht nicht mehr nur anderswo. Vielleicht wär die Wahrheit zu grausam. Vielleicht war das schon immer so. Vielleicht bleibt man auch wach. Vielleicht spricht man darüber. Vielleicht hat jemand es heute Morgen und hat keine Karte gekauft. Und sie dreht sich um, dreht sich um. Rotwein macht Drama aus allen Banalitäten. Und sie dreht sich um, dreht sich um. Jemand wird warten und jemand wird sich verspäten. Über allem steht immer derselbe Mond. Wie immer und immer wieder. Und all das gab es schon einmal.

Vielleicht wär die Wahrheit erträglich, vielleicht sind die Schulden egal, vielleicht sind wir gar nicht so hilflos. Vielleicht haben wir eine Wahl, vielleicht geht man tanzen, vielleicht hat man Arbeit und versucht die Angst zu vergessen. Vielleicht hat man heute Nacht jemand verloren, vielleicht hat man selbst nichts zu essen. Und sie dreht sich und dreht sich und Wodka macht Unsinn aus allen Formalitäten. Und sie dreht sich und dreht sich und jemand wird warten und jemand wird sich verspäten. Über allem steht immer derselbe Mond, wie immer und immer wieder. Und all das gab es schon einmal, die Feinde, die Gründe, die Lieder.

Vielleicht bist du glücklich geboren, vielleicht fühlst du dich übersehen. Vielleicht hast du Angst vor der Freiheit oder Angst heut nach Hause zu gehen. Vielleicht muss man gar nichts erklären, vielleicht sind die Gründe egal, vielleicht sind wir gar nicht so hilflos. Vielleicht haben wir eine Wahl, und sie dreht sich und dreht sich und Schmerz macht Soldaten aus Handwerkern und Poeten. Und sie dreht sich und dreht sich und Angst macht aus lachenden Kindern, Kinder die beten. Über allem steht immer derselbe Mond, wie immer und immer wieder. Und all das gab es schon einmal, die Mauern, die Lügen, die Feinde, die Gründe, die Fahnen, die Toten, die Lieder. Matthias Brodovi, Caroline Ebner, H.G.

Butzko. Ich fasse mal zusammen. Frohe Weihnachten!

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