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Treuhandanstalt

Deutsche Wiedervereinigung , 30 Jahre Mauerfall , Privatisierungen durch die Treuhandanstalt

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Der Abschnitt von 'Die Anstalt' analysiert die komplexen und oft problematischen Folgen der deutschen Wiedervereinigung, insbesondere im Hinblick auf die Rolle der Treuhandanstalt. Die Satire kritisiert die unrealistischen Versprechungen und die unzureichende Umsetzung der Wiedervereinigung, die durch eine verzerrte statistische Bewertung und die Priorisierung der Privatisierung noch verschärft wurde. Die Darstellung von Figuren wie Tilo Sarrazin und die Verknüpfung mit der Währungsunion und der D-Mark verdeutlichen die wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten, die durch die Wiedervereinigung entstanden sind. Letztlich wird die gesamte Thematik als eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichtsschreibung und der Manipulation von Fakten zur Rechtfertigung politischer Entscheidungen dargestellt.

Transkript 5.956 Wörter

Auf der St Vielen Dank. Ich denke, wir beginnen bei diesem Thema unverzüglich. Herzlich willkommen zur Pressekonferenz, liebe Journalistinnen und Journalisten. Es hat lange gedauert. Jetzt ist er fertig. Der Bericht der Historiker-Kommission zu 30 Jahren Mauerfall ist fertig. Ist er nicht. Ist er wohl. Ist er nicht. Habe ich das schon gehört? Mauerfall, ist das Ding einfach umgefallen oder was? Mein Vorschlag für den Titel lautet immer noch 30 Jahre Überfall. Moment. Wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Prof. Dr. Konsens vom Institut für offizielle Geschichtsschreibung. Hier mir feindlich gegenüber sitzt Prof. Dissens vom Lehrstuhl für abseitige Meinungen.

Statt Wiederwahlvereinigung schreiben wir vielleicht einfach Annexion, Anschluss oder, wenn Ihnen das lieber ist, feindliche Übernahme. Wir hatten uns doch ganz deutlich auf eine Kompromissform geeinigt, die da besagt. Ich lese mal vor. Bei allen Schwierigkeiten ist die Einheit im Allgemeinen und das Wirken der Treuhand im Speziellen unter den gegebenen historischen Umständen als Erfolg zu bezeichnen. Ja, wenn Sie vielleicht noch meine kurze wissenschaftliche Anmerkung reinschreiben. Wir haben alle die Rede des Bundespräsidenten noch im Ohr. Ja, weil ich sonst nichts zu tun habe. Der ganz klar uns den Auftrag erteilt hat, den Menschen im Osten mal wieder besser zuzuhören.

Und wann macht zuhören mehr Spaß als wenn gesungen wird? Wir haben echte Menschen aus dem Osten eingeladen. Sie haben sogar ein Lied dabei zum Mauerfall. Aber stellen Sie doch einfach mal selber vor. Wir sollen uns vorstellen. Fängst du an, redest du hier oben rein, sagst dir wo du herkommst, was du gerne machst in deiner Freizeit, also was so deine Hobbys sind. Stellt sich kurz vor, damit die Leute erst mal die Angst verlieren. Scheiße. Scheiße. Scheißerico. Scheiße. Hintername auch? Ja. Rico Rose. Aus Opitzsch. Das ist wo die grossen Städte sind. Genau dazwischen. Zwischen Strehler und Riesa. Und da wohne ich auf der linken Seite in der 8a. Zusammen mit meinen Muttis und Vattis. Das wars.

Nee, Hobbys noch. Hobbys. Als Hobby... Schwimmen... Weltraum... Bei Interessengebiet. Achso, ja. Sekundärliteratur... Aquarium... Und auch Terrarium. Achso. Ich hab mit Aquarium angefangen. Und dann hab ich das ein bisschen vernachlässigt. Und ich hab aber auch noch ein Ersthobby. Mein Ersthobby ist Schlagzeug. Ich hab viele Schlagzeuge seit einem Dreivierteljahr jetzt. Also... Viertel vor Jahr. Das hab ich so gesagt wegen bei manchen bei der Uhr. Ja. Da hab ich das schon mal umgerechnet. Invest. Ja. Es gibt doch ganz verschiedene Arten die Uhr zu sagen. Ja. Je nachdem wie spät es ist. Ja. Und ich hab einen Kumpel. Das ist der Ines. Und der hat einen Probenraum. Und Mischhaut.

Wir spielen jetzt erst mal das Lied, ja? Ja, das gute Lied. Ja klar. Mit dem Schlagzeug. Das Lied mit dem die Wände eingeleitet wurde. Ja. So. Hast du noch mal geübt gestern? Nee, gestern ging es doch nicht. Wegen Jugendklub. Was? Jugendklub? Ich dachte, den haben Sie zugemacht? No. Hä? War da kein Geld da? Nee. War da kein Geld da? War da gar kein Geld da? Das haben Sie in unserem Jugendklub gestrichen. Und dann haben Sie von der Frau Pitomski die Stelle gestrichen. Aber da haben wir uns selber geholfen. Das haben wir oft gemacht. Ja? Da treffen wir uns immer am Buswartehäuschen. Ach so, ja. Da haben wir einen Plan gemacht, wer wann rein darf. Ja. Montags sind wir drin.

Rico, also das bin ich. Dann mein Bruder, Enrico. Ja. Rocco. Nico. Rocky. Der... Der Ren. Meine Schwester. Mhm. Der macht auch mit. Ja. Und der Benedikt. Benedikt? Ja. Aber der ist bloß adoptiert. Ach so. Der hatte den Namen schon. Ja. Da konnten wir nichts mehr machen. Ja. Der saß schon mit drinnen, wo wir das Auto gekauft haben. Mhm. Ja. Benedikt Römer. Römer? Ja. Stand zumindest auf dem Sitz. Ja. Und ihr seid Montag drin? Montags sind wir drin. Dienstag sind die Hip-Hopper drin. Mhm. Die spucken ja mal auf dem Fussball. Ja. Die sind Dienstag drin. Mittwoch sind die Nazis drin. Und am Donnerstag... Donnerstag ist niemand drin, da kommt bei uns der Bus. Nein. Ja. Ja. Vielen Dank. Dankeschön.

Bitte. Amutig für Sie. Vielen Dank. Ja. Vielen Dank. Das ist... Danke. Ja. Nein. Wirklich. Vielen Dank für diese... Danke. Sollen wir jetzt das Lied spielen? Nein! Ich meine... Selbstverständlich dann vielleicht später, wenn es besser in den Programmablauf passt. Ach so. Meine Damen und Herren, Sie sehen, diese Menschen sind das beste Beispiel, dass Menschen aus dem Osten die Wiedervereinigung im Prinzip als das tiefste Glück empfinden. Hä? Das haben wir gar nicht gesagt. Ja, aber der ist Professor. Das wird schon stimmen. Also... Ich habe auch zwei ehemalige Menschen aus dem Neuen Osten mitgebracht. Echte Zeitzeugen.

Deswegen begrüßen Sie vielleicht Hans-Günter Bolk, nicht wahr, von der Magdeburger Pfeffermühle und seine kabarettistische Kollegin Marion Beck ist da. Ihr Applaus vielleicht. Danke. Vielleicht nur kurz fürs Protokoll. Also, ich heiße Marion Bach. Und das ist Hans-Günter Pöhlitz von der Magdeburger Zwickmühle. Da sehen Sie Ostmenschen mit einer ganz starken Meinung. Und die fühlen sich abgehängt. Ja, aber das Gefühl ist falsch. Sehen Sie, die Löhne im Osten und die Einkommen haben wir auch bereits. 85% ist in Westniveaus erreicht. Sie müssen sich also wesentlich besser fühlen.

Vielleicht liegt es daran, dass die Zahl der Geringferiener doppelt so hoch ist oder dass dauerhafte Armut im Osten sechsmal häufiger vorkommt als im Westen. Aber ist es wirklich Armut, wenn man sie verleben kann in einer wunderbar renovierten Innenstadt wie der von Leipzig? Ah, herrlich. Darf man hier auch mal schauen? Ja, wir sind ja hier, um Ihnen zuzuhören. Wir leben aber gar nicht in Leipzig. Gut, umso besser ist es doch, dass Sie mir zuhören. Vielen Dank für Ihren Besuch. Wir haben da noch gar nicht gesagt. Außerdem hat er versprochen, dass heute hier noch mal alles auf den Tisch kommt. Hier die Dreihand, dann die überstürzte Einführung, der D-Mark und die Deindustrialisierung der DDR.

Okay, Sie wissen schon, dass die AfD das alles auch so sagt. Und wenn Ihnen jetzt die AfD sagen würde, dass die Anstalt eine gute Kabarett-Sendung ist? Dann würde ich dem entschieden widersprechen. Hören Sie mal, Sie sind hier eingeladen. Hören Sie mal, mal unter uns. Ich weiß, Sie haben den extra den weiten Weg gemacht. Aber Sie sind hier als Zeitzeugen. Das Abschlussbericht ist fertig. Sie sollen maximal ein bisschen Emotionen bringen, die zu den Fakten passen und nicht Fakten bringen, die unnötige Emotionen hochkochen lassen, und das ganze Land erneut spalten. Würde es jetzt das Land spalten, wenn ich sagen würde, dass bei der Wende ein Drittel aller Arbeitsplätze im Osten verloren ging?

Und täte es jetzt vielleicht hier so unnötige Emotionen erzeugen, wenn ich als Ostdeutscher darauf hinweise, dass aufgrund des Stresses, den diese ganzen radikalen Umwälzungen mit sich gebracht haben, ein Ostdeutscher wie ich laut Statistik ein Jahr früher sterben wird? Aber bis dahin verbringen Sie doch Ihren Lebensabend in einer wunderbar renovierten Innenstadt, wie zum Beispiel der von Rostock. Gucken Sie sich mal den Marktplatz an. Ich wohne aber nicht in Rostock. Sehen Sie aber, zu diesem wunderschönen Renaissance-Giebelchen bekamen Sie ja noch obendrauf die Freiheit geschenkt. Ich dachte, wir haben uns die Freiheit selber erkämpft.

Natürlich, Sie haben sie richtig eingesetzt, um sich dann dem Westen anzunähern, so schnell wie möglich, wie es Ihr Wunsch war. Nein, mein Guter. In einer Umfrage im Spiegel, im Dezember 1989, da können Sie reingucken, da waren nur 27% für die Einheit, und 71% der Ostdeutschen wollten eine eigenständige, aber bessere DDR. Es ist nur merkwürdig, dass sich Ihre Parolen zum Beispiel auf den Montagsdemos in Leipzig ganz anders lasen. Schauen wir mal rein, da kommt die D-Mark, bleiben wir, die D-Mark müsste nicht gehen, wir zu ihr. Ja, genau. Horst Teltschik hat am 6. der Kanzlerberater von Helmut Kohl am 6.

Februar 1990 in sein Tagebuch geschrieben, wenn wir nicht wollen, dass Sie zur D-Mark kommen, muss die D-Mark zu den Menschen gehen. Und exakt 6 Tage später hat man diese Parole zum ersten Mal auf einer Montagsdemo registriert. Das genau wollen Sie damit andeuten? Dass wir damals nicht hatten, nicht mal Parolen. Wir sind das Volk, aber der Westen wollte hören, wir sind ein Volk. Deswegen haben die Hunderttausende von Plakaten und Aufklebern mit Wir sind ein Volk rübergeschickt. Diese Aufkleber, die hätte jeder machen können. Schauen wir mal hin, wer sie gemacht hat, da die CDU-Bundesgeschäftsstelle. Und dann haben sie noch die richtigen Fahnen hunderttausendfach rübergekarrt, in Deutschland.

Aber wir konnten ja nicht schlecht dem Westkanzler aus der Fahne. Deshalb hatten Sie ja schon einige Hammerzögel und Ehrenkanz rausgeschnitten aus der Fahne. Als Symbol, die DDR pfeift aus dem letzten Loch. Diese Diskussion gerät zunehmend zu kindisch. Ich fasche das mal zusammen. Die Menschen im Osten wollten die Einheit aus vollstem Herzen. Wollten Sie nicht? Wollten Sie nicht? Wollten Sie nicht? Wollten Sie nicht? Wenn man nur mal jemanden fragen könnte, der dabei gewesen ist. Also, passen Sie auf, die Westdeutschen wollten die Einheit. Teile der Ostdeutschen wollten das auch, aber andere Teile wollten was ganz anderes.

Entscheidend ist, dass der Westen wollte, dass die Teile im Osten, die die Wende, die die Einheit wollten, kriegen, was sie wollten, damit Helmut Kohl kriegt, was er will, nämlich den Wahlsieg 90. Jetzt bin ich verunsichert. Was wollten wir noch mal? Sie wollten kommen, und zwar alle. Deswegen mussten wir die D-Mark so schnell wie möglich einführen, um das zu stoppen. 1990 kamen 100.000 vom Osten in den Westen. Aber als dann die D-Mark da war. Dann kamen Millionen. Aber die kamen doch nicht wegen der D-Mark. Die sind doch geflohen vor der Arbeitslosigkeit. Die Betriebe waren eben nicht mehr konkurrenzfähig. Wegen der überschnellen Einführung der D-Mark. Das war doch Tilo Sarrazin's Idee.

Sarrazin? Was hat denn der SPD Höcke mit der deutschen Einheit zu tun? Entschuldigung. Tilo Sarrazin war damals Referenzleiter für Währungsfragen im Finanzministerium und hat das Grundsatzpapier verfasst bei der bestmöglichen Einführung der D-Mark. Er sah im Osten ein enormes Potenzial. Was denn für ein Potenzial? Ein enormes Potenzial an zukünftigen Arbeitslosen. Wie jetzt? Das war Sarrazin's Idee, die Arbeitslosigkeit im Osten zu steigern? Nein, er wollte sie lediglich auf Westniveau bringen. Aber wir hatten doch gar keine Arbeitslosigkeit. Jetzt haben Sie es verstanden. Was ist denn das für ein komisches Konzept? Den Forschungserkenntnissen von Tilo Sarrazin. Genau.

Er hat 74-mal eine Doktorarbeit geschrieben. Worüber ging die jetzt auch noch mal, Herr Kollege? Die Doktorarbeit ging über die Rentabilität. Von wem denn so? Sklavenmarkts in den USA. Schauen wir doch mal. Ich habe sie doch hier. Gucken wir mal rein, was da so steht. Die Sklaverei gab die nötige Anleitung und Aufsicht, welche der Neger brauchte, um produktiv zu sein. Könnte man stundenlang zuhören? Ich mache noch mal eine hier. Das ist doch nicht der richtige. Die Kosten der Sklavenhaltung waren so gering, dass dadurch die niedrige Produktivität der Neger ausgeglichen wurde.

Und mit diesem Fachwissen eines Sklavenhalters war Sarrazin auch der ideale Mann für die Beurteilung der Produktivität der ostdeutschen Eingeborenen. Also wenn das seine AfD-Fans im Osten wüssten. Herr Kollege, Sie tun ja gerade so, als wäre diese Währungseinheit nur auf den etwas angestaubten Ideen von Tilo Sarrazin basiert worden. Sorry, da muss ich jetzt meinem FAZ-Gastkommentar-Pudel da gegenüber Recht geben. Die Währungsunion basiert ja auch auf den angestaubten Ideen von Erhard. Heinz Erhard, das erklärt ja vieles. Funny, aber ich meine den unseriöseren.

Hier der Ludwig Erhard hat 53 Jahre ein Konzept entwickelt, glatt fünf Seiten lang, wo er beschrieben hat, wie man mit einer schnellen Einführung der Markt völlig planlos von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft kommen kann. Es gibt schlimmere Vorbilder für eine Währungsunion als den Vater des deutschen Wirtschaftswunders. Die Währungsunion, die nach 1949, die lief da bei euch ganz anders ab. Seien Sie mir nicht böse, aber was verstehen Sie von unserer Währungsunion? Nicht. Aber ich habe in einem Handelsblatt gelesen, dass die D-Mark damals, um sie zu schützen, zehn Jahre lang nicht frei handelbar war. Da wurde die Westdeutsche Wirtschaft durch Importzölle vor Konkurrenz geschützt.

Ganz genau, so sieht es doch aus. Hätte man damals die BRD in eine Währungsunion mit der wirtschaftlich stärksten Macht Amerika getrieben und den Dollar eins zu eins an die D-Mark gebunden, dann wäre doch der Morgentauplan verwirklicht worden. Morgentauplan? Ja, Deutschland wäre so was wie ein Kartoffelacker, ein riesengroßer Kartoffelacker geworden. Das ist doch nicht so. Und das geniale Konzept habt ihr dann bei uns angewendet? Nö, es hat doch funktioniert. Sagt wer? Mein Bericht. Die Wiedervereinigung muss deshalb als Wirtschaftswunder bezeichnet werden. Im Westen, du Haini. Durch die Wiedervereinigung hat das Unternehmen 300 Mrd. Mark in die Kassen gespült.

Es hat sich auch für den Osten gelohnt. Jetzt kommen Sie mir nicht. Mit der Innenstadt von Stralsund. Das können Sie doch nicht machen. Das kann ich nicht. Das können Sie nicht. Wir wohnen aber in Magdeburg und nicht in... Jetzt sind Sie weggekommen. Jetzt reden wir mal, was die Phase ist. Was willst du denn da jetzt machen? Jetzt machen wir ein deutsch-deutsches Gespräch. Ossi und Wessi treffen sich. Geht nicht, wir sind zwei Ossis. Wir müssen eine in den sauren Apfel beißen. Und hier mal ein Wessi mieben. Wer? Was hast du denn an dem Wort eine nicht verstanden? Dankeschön. Und wo treffen wir uns? Beim Einheitssekt. Wir gehen ins Schloss Bellevue.

Der Bundespräsident hat eingeladen, zu einem Bürgerempfang. Anlässlich 30 Jahre Mauerfall. Der ist aber farberhaft gut. Das ist Rotkäppchen. Ist das nicht ein Ostprodukt? Ja. Der Bundespräsident hat ein Mumm. War nicht alles schlecht in der DDR. Was soll denn bei Ihnen gut gewesen sein? Meinen Sie etwa Ihre Trappis? Der Trappi war aus Sicht unserer Regierung ein klug konstruiertes Auto. Weil er euch eine schnelle Flucht unmöglich gemacht hat. Außerdem, ihr hättet ja ohne die Kartonsflüge von unseren Westpaketen nicht einmal das Material für eure Rennpappen gehabt. Es gab zwar vieles nicht bei uns, aber eines, das hat man gesagt, hat sogar für alle gereicht. Arbeitsplätze.

Weil zehn Leute an einem Auspuff rumgewerkelt haben. Das ist doch genauso heute. Auch so zehn Leute an einem Auspuff rum. Einer, der einen anschraubt, und neun, die sich vorher eine Betrugssoftware für die Abgase zusammengemerkt haben. Zu viel ich weiß, war bei Ihnen früher die Karriere abhängig von der Parteizugehörigkeit. Ach, das ist wohl heute anders. Eine parteilose Kassiererin in so einem Supermarkt, die mal so einen Flaschenbogen findet und einlöst, die wird fristlos entlassen.

Aber ein CDU-Mitglied, das Millionen an Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten und Schwarz-Karretten. Und ein CDU-Mitglied, das Millionen an Schwarz-Karretten annimmt. Das kann sogar Bundestagspräsident werden. Ja, der ... Ja, ja. Die CDU war dankbar für jede Finanzspritze. Schließlich hat sie euch bei der Wiedervereinigung auch sehr viel versprochen. Doch, gleiche Lebensverhältnisse heben wie Tränen. Ja, sehen Sie, das Versprechen haben Sie gehalten.

Im Westen sieht es heute vieler Ots aus wie früher bei euch in der Zone. Oh, nee. Nur 30 Jahre nach der Vereinigung, da reden Sie immer noch von bei uns im Westen, bei euch in der Zone. Ja, man spricht doch auch 75 Jahre nach dem Krieg noch von Ost- und Westfront. Wir reden doch hier nicht von Kriegen. Ihr Ossies schon. Ihr redet nur vom Kriegen. Wann kriegen wir die gleiche Rinde? Wann kriegen wir den gleichen Lohn? Ja. Ich bin immer ein bisschen dankbar, dass ihr euch ... Also ... Sonst würde doch die Mauer immer noch weiter zwischen den Menschen durchgehen. Gut, man sieht die heute nicht mehr so. Man sieht sie heute nicht mehr so, weil wir sie zugestellt haben.

Mit Viewing-Leinländen, mit Großbildfernsehern und zwischendurch immer so Steppchenplakate geklebt. Ja, aber das habt ihr doch früher alles gar nicht gehabt. Nee. Noch nie hatte ein Gefängnis eine so schöne Innen-Dekoration. Ihr seid wirklich undankbar. Wieso denn das? Wir haben für euch doch wirklich alles so schön fein hergerichtet. Und das hat uns sogar eine Stange Geld gekostet. Wenn man sich keine Kolonien leisten kann, kann man sich keine anschaffen. Noch heute ist ja an keiner Ostdeutschen Hochschule eine Kolonie von Eingeborenen aus dem Osten. Ja, aber das war ja nun in der Geschichte schon immer so. Dass eine Kolonie nie von Eingeborenen regiert wurde.

Außerdem hat ihr Lenin das schon gesagt. Was hat er gesagt? Wer das Wissen hat, der hat die Macht. Ja, das hat er gesagt. Aber wie ist es denn heute? Der hat die Benunzen, der hat die Macht. Was haben Sie bitte? Benunzen. Benunzen. Wir können doch im Osten nicht alle AfD wählen. Darauf haben Sie gewartet, ja. Wir im Osten wählen als Einzel der AfD bei Ihnen. Da sitzen Sie auch in allen Landwaren drin. In Bayern, wie viel haben wir denn da? 2 %? 2,5 %? 10,2 %? Ja, aber doch nur, weil uns die CSU zurechts ist. Nein. So. Außerdem kann heute ja wohl an jeder seine Meinung frei äußern. Sogar eine Regierungskritische. Ja, weil die Regierung unsere Meinung überhaupt nicht interessiert.

Das hatten wir alles schon immer früher. Dann seien Sie doch froh, bei Ihnen hat doch früher gleich die Stasi in der Wohnung gestanden. Ja, und heute sind Google und Facebook schon drinnen. Das glaube ich doch nicht. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir am 9. November 1989 euch depperte Ossis mit euren stinkenden Trabis befreit haben. Jetzt plötzlich gleich. Ich habe es so was von verauchen, als der Schlagbaum hochging am 9. November, wie ihr Wessis uns vor lauter Begeisterung auf der Trabi-Tasche getrommelt haben. Das war keine Begeisterung. Das waren Morsezeichen. Ja, Morsezeichen. Und wissen Sie, was die bedeutet haben? Gucken könnt ihr kommen. Gucken.

Vom Bleiben war nicht die Rede. Ihr wart auch nur 17 Mio. Wirtschaftsflüchtlinge. Aber wenigstens wart ihr cleverer, als ich mitbekommen. Wieso denn das? Ihr habt gleich das ganze Land mitgebracht. Und mir sprechen sie gar noch Deutsch. Ja, das ist euer größter Vorteil. Haben wir ein Glück. Ja, wir haben ein Glück, genau. Aber ganz ehrlich, wenn ich so einen Dialekt reden würde wie Sie, ich würde mich glatt erschießen. Im Ernst? Ja. Kein Problem. Ich bringe Ihnen den Dialekt bei. Hören Sie doch mal zu, Sie Geschichtsgrüffelow.

Sie können doch nicht ernsthaft in Ihrem Bericht das Treiben der Treuhand als Erfolg werten, wenn das Ergebnis dieser Arbeit darin besteht, dass der Osten bis zu 75 % deindustrialisiert wurde. Schlimmer als in jedem Weltkrieg. Apropos Weltkrieg. Hab ich Ihnen schon die wunderbar renovierte Innenstadt von Dresden gezeigt. 14 Mal. Schauen Sie sich lieber mal das da an. Was ist das für eine Innenstadt? Das ist Forun. Jetzt kommen Sie wieder mit Ihren schimmligen DDR-Kühlschränken. Ich habe Ihnen schon 14 Mal gesagt, sie waren Schrott. Ach ja, dann war Quelle also ein Schrotthändler. Die haben doch die Dinger unter dem Namen Privileg im Osten verkauft.

Trotzdem hat die Treuhand die Forun mit 540 Mitarbeitern plattgemacht. Ach, ich habe verloren. Was? Ich habe doch gerade erst angefangen. Ich habe jetzt 25 Euro gewettet, dass Sie es nicht schaffen, zwei Minuten lang die Worte Treuhand und plattgemacht nicht in einen Satz zu packen. Sagen Sie mal, das mit der Treuhand, das ist für Sie nur ein Witz, oder? Nein, natürlich nicht. Wissen Sie, was ein Witz ist? Kommt ein DDR-Bürger in einen Ostkaufladen und sagt zur Verkäuferin, haben Sie hier keine Hemden? Dann sagt die Nick, keine Hemden haben wir im 3. Stock, hier haben wir keine Hosen. Das ist ein Witz.

Eine kackdreiste Überheblichkeit, die die Wessis in der Treuhand dazu gebracht hat, Forun platt zu machen. Wussten Sie, dass 63 % der Menschen, die in der Treuhand gearbeitet haben, Ostdeutsche waren? Wie fühlt sich das an, wenn ein Fakt gegen die Mauer Ihres Vorurteils gerammt ist? Oder haben Sie da auch einen Sicherheitsstreifen, der alle Fakten niedermäht, die versuchen einzureisen? Wie viele Ostdeutsche saßen da in Leitungsfunktionen? Leitungsfunktionen? Da rufen Sie auch keinen Heilpraktiker, da müssen richtige Ärzte ran. Aber Forun war doch gesund. Nein, Forun war leider nicht sanierungsfähig. Sagt wer? Sagen die Akten, aber dazu muss man sie eben lesen.

Aber wozu ein Archiv besuchen, wenn die eigene Ideologie schon genügend Angestaubtes zur Verfügung gestellt hat? Gut, ich habe es für Sie übernommen. Schauen Sie sich das an. Das ist die Akte vom Forunhersteller DKK Scharfenstein. Hier sind sie bewertet worden. 6,1. Es gibt ja Menschen, die sagen, in der DDR war nicht alles schlecht. Manches war noch schlechter. 6,1. Das hieß damals stille Liquidation übrigens. Sagen Sie, wer saß denn da in diesem Leitungsausschuss, der die Benotung vorgenommen hat? Jetzt tun Sie mal nicht so, als hätten Sie hier die Bundeslade entdeckt. Die Ostborn für DDR-Bürger. Das Beratergremium innerhalb der Treuhandanstalt.

Und wer saß denn da in diesem Gremium, das über Hunderttausende von Existenzen entschieden hat, so völlig unabhängig? Nur die besten Leute. Das waren externe Wirtschaftsprüfer und Berater von angesehenen Firmen wie KPMG, McKinsey und Roland Berger. Jetzt wissen wir, wo der Frosch die Locken hat. Der Staat entledigt sich wichtiger Aufgaben. Der Staat an unkontrollierbaren Marktradikale. Der Maschinenraum der Demokratie befindet sich plötzlich im Würgegriff der Lakaien des privaten Kapitals. Was haben Sie gesagt? Ich fühlte mich zurückversetzt nach 1977 in einer Adorno-Vorlesung, als ich vor langer Weile verlassen hab, um meine zukünftige Exfrau kennenzulernen.

Die Treuhand wurde doch nicht besetzt. Helmut Kohl hat Roland Berger 1990 gebeten, die Treuhand nach den Mustern moderner Unternehmensführung umzugestalten. Welche Mustern denn? Zum Beispiel 14 Overhead-Folien mit Schautafeln. Oh nee, Roland Berger hat eine Tafelnummer gemacht. Verzeihung, andere Anstalt. Hier steht es ja. Roland Berger will, dass man die Treuhand schlank organisiert. Mit Hilfe von externen Wirtschaftsberatern. Nicht zufällig externen Beratern wie Roland Berger. Wenn Sie gleich wieder mit Ihrer Kritik ansetzen würden, unter der Ägide dieser Marktradikalen ist es wichtig, die DDR-Betriebe zu sanieren.

Hier steht bei Roland Berger, dass Privatisierung das primäre Ziel sei, dem die Sanierung klar nachzuordnen ist. Das steht da. Geben Sie mir die Folie. Sanierung, Privatisierung sind wichtige politische Entscheidungen. Wer hat Roland Berger gleich noch mal gewählt? Roland Berger wurde eher von Helmut Kohl gewählt. Das ist die Demokratie theoretisch voll in Ordnung. Hören Sie mal zu, Sie Reiner Langhans für Studienabbrecher. Das, was diese Westberater gemacht haben, war die Drecksarbeit der Einheit zu übernehmen. Die haben die schimmeligen Sanierungskonzepte von alten SED-Kadern durchgelesen.

Die sind hingefahren, haben sich die rußverschmierten DDR-Betriebe angeschaut, was beim Zustand der damaligen Straßen dort auf der Rüstelsbank eines Stoßdämpfer bewährten Mercedes-Limousine ging. Das waren erstklassige Leute mit einem nationalen Verantwortungsbewusstsein und frischen Ideen. Frischen Ideen? Wo hatten Sie die denn her? Von der Uni, die kamen frisch von der Uni. Genau, das waren fast alles Leute mit ganz ohne Berufserfahrung. Man hätte Zweijährige in die DDR schicken können, die hätten mehr von Marktwirtschaft verstanden als der Rest. Wie wurden Produkte denn überhaupt beurteilt?

Nach klaren betriebswirtschaftlichen Kriterien, ob eine Firma im Westen ein marktgängiges Produkt besaß. Das hatte Forum doch. Die hatten noch gerade in Zusammenarbeit mit Greenpeace den ersten FCKW-freien Kühlschrank der Welt konstruiert. Während ihre westdeutschen Konkurrenten mit ihren Produkten Löcher in die Ozonschicht gestanzt haben. Sehen Sie, dieses Produkt hatte ein Problem. Habt ihr das optisch nicht verstanden? Es gab damals 100.000 Vorbestellungen. Es ging so ein revolutionäres Produkt. Da hätten doch die Westfirmen nicht den Hauch einer Chance gehabt. Es standen Arbeitsplätze auf dem Spiel. Im Osten auch. Ich meine wertvolle Arbeitsplätze.

Jetzt lassen Sie wenigstens mal die Sau raus. Die westdeutschen Hersteller wollten ums Verrecken keine ostdeutsche Konkurrenz. Sie haben sich ja nicht mal entblödet, in einem Brandbrief an die Händler zu lügen, zu behaupten, dass der Forum-Kühlschrank gefährlich sei und plötzlich in Flammen aufgehen würde. Das war eben der Kalte Krieg. Forum wurde mit glaten Lügen ruiniert. Ist der Kapitalismus zu stark, bist du zu schwach? Dann seien wir doch mal historisch korrekt. Schreiben Sie doch wenigstens die Namen nur, damit die Bürger im Osten, wenn sie mal wütend sind und gerne mal einen Kühlschrank in Flammen aufgehen, im Elektrofachgeschäft auch zur richtigen Marke greifen.

Sie reißen sich mal zusammen. Was glauben Sie eigentlich? Es gibt einen Unterschied zwischen Hysteriker und Historiker. Forum hat eine Bewertung objektiv von 6,1. Ja, von westdeutschen Beratern, die im Auftrag der Treuhand die ostdeutsche Konkurrenz benotet haben. Wir reden hier von integren Finanzprofis. Leitziger Starkstromanlagenbau. Da hat doch KPMG im Auftrag der Treuhand die Erlöse geprüft. Das war damals ein ganz normaler Vorgang. Genau, und später hat Siemens die Firma gekauft. Siemens war jahrelang Großkunde von KPMG. Siemens hat auf die Vergabe des Prüfantrags an KPMG bestanden. Die wussten, KPMG macht gute Arbeit, was man am professionellen Umgang mit Interessenkonflikten sah.

Hier ist eine interne Notiz von dem Vorstand an die Mitarbeiter bezüglich der Privatisierungsprozesse mit der Treuhand. Für den Fall, dass der potenzielle Erwerber mandant ist, sollte die Frage der Unterschriften möglichst nicht dieselben bedacht werden. Das war ein Hinweis an die KPMG-Mitarbeiter. Das sollten Sie beim Kauf eines ostdeutschen Betriebs auf Käufer und Verkäufer sein. Dass da nicht auch noch derselbe Mitarbeiter auf beiden Seiten unterschreit. Das ist doch professionell. Hören Sie mal an. Das ist, was Sie haben. Ganz klare Regeln. Tja, KPMG. KPMG hat diese Firma bewusst arm gerechnet, nicht wahr?

Und der Auftraggeber von KPMG, Siemens, hat die Firma dann von der Treuhand gekauft. Das hat mit fairem Wettbewerb überhaupt nichts zu tun. Wie hat der spätere Siemens-Chef Heinrich von Pira so schön gesagt. Im Angesicht der nationalen Aufgabe darf man es mit der Marktwirtschaft nicht übertreiben. Vielen Dank. Sollen wir jetzt das Lied spielen? Ein wunderbarer Augenblick. Wir spielen erst mal das Lied. Das gute Lied, mit dem die Wende eingeleitet wurde? Ich mache ein Vorspiel und du hängst dich dann mit drauf. Wie wir ausgemacht haben. Bis dann. Only in June some twenty years ago I was born as a rich man's son. I had everything that money could buy. Freedom. I had none.

I've been looking for freedom. I've been looking so long. I've been looking for freedom. Since this age goes on. Ich weiß es nicht. Wie soll ich Ihnen ständig ... Sie privatisiert, die Treuhand privatisiert. Sie hat sich gesetzeskonform verhalten. Ich darf es noch mal zitieren. Paragraph eins, Treuhandgesetz. Das Volkseigene Vermögen ist zu privatisieren. Das Gesetz ging durch die Volkskammer. Das war abgesegnet. Das wollte der Osten so. Das ist genau so. Der Strohhalm, an den sich Leute, die immer noch wie Sie an die unbefleckte Marktwirtschaft glauben, klammern.

Sie genau wissen doch, dass dieses Gesetz an der Volkskammer vorbei, dem damaligen DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière, von der West-CDU ins Heft diktiert wurde. Der Osten wurde auch über den Tisch gezogen. Deswegen hatten Sie auch so viele runde Tische. Dann tat es nicht so weh. Der ursprüngliche Gedanke der Treuhand war es, die DDR-Bürger am gemeinsam erarbeiteten Vermögen zu beteiligen. Was war das? Verdammt. Das ist doch mein Treuhand-Modell. Was machen Sie denn da? Das ist doch mein Treuhand-Modell. Seien Sie vorsichtig. Das sind alles ganz wertvolle DDR-Betriebe. Hauen Sie den Rest auch noch runter. Der ganze Laden ist vollkommen pleite.

Der Treuhand-Chef Karsten Rohwedder hat damals gesagt, dass er den ganzen Salat, wie er es nannte, die DDR-Betriebe auf 600 Milliarden Mark schätzt. 600 Milliarden? Weißt du, wie viel das ist? 600 Milliarden, das kann sich einer alleine gar nicht vorstellen. Da braucht man mehrere. Das gehörte dann uns? Uns allen? Können wir dann verteilen? Im Moment gehört es ja jetzt der Treuhand. Das können Sie schon verteilen, aber dazu müssen Sie es erst mal zu Geld machen. Verkaufen. Verkaufen? Bitte. Guten Tag. Mein Name ist Ossen. Ich kaufe hier ein. Guten Tag. Was darf es denn bitte sein? Ein Kaliwerk. Ich würde Ihnen noch die Neptunwerft empfehlen. Neptunwerft? Warum nicht? Ja, aus, aus.

Da ist ja mal historisch alles falsch. Zunächst mal stehen Sie auf der falschen Seite des Tresens. Schauen Sie die Treuhand. Hat er damals echte Verkaufs-Profis gebraucht. Woran erkennt man nun solche? Am Volkswirtschaftsstudium? Nee, am Wohnsitz. Kamen ja alle aus dem Westen. Stellen Sie sich mal hier rüber. Und jetzt zeige ich Ihnen mal, wie man bei der Treuhand DDR-Vermögen in großem Stil versilbert hat. Oh! Eine Kaufhalle! So, legen wir los. Ostschrott zu verkaufen, 8'000 Betriebe zu verhökern. Ostschrott! So hätte ich es nicht gemacht. Du bist ja auch kein Profi. Guten Tag. Mein Name ist Austin, ich kaufe hier ein. Ja, schauen wir mal. Was haben Sie denn so für Erfahrungen?

Ich habe hier 20 Euro gearbeitet. Vielleicht beschäftigt gewesen, sagen wir mal. Und wie sieht es aus mit Kapital? Gut. Alle drei Bände. Aus, aus, aus. Es geht nicht. Habe ich was falsch gemacht? Sie standen auf der anderen falschen Seite des Dresens. Ich zeige Ihnen jetzt mal, wie der Verkauf bei der Treuhand gelaufen ist. Innes, beobachte und lerne. Ich bin gespannt, wer jetzt hier noch einkaufen darf. Ah, hallo. Schön Sie zu sehen. Kundschaft. Extrem schickes Outfit, wenn ich das sagen darf. Was kann ich für Sie tun? Hallo, guten Tag. Mein Name ist Westen. Ich kaufe hier ein. Was haben Sie denn zu bieten? Ja, das ist eigentlich alles Schrott. Können Sie eigentlich nur Pfeife rauchen.

Ah ja, aber manche dieser Betriebe haben ja noch ganz gute Produkte, die sie exportieren. Das ist ja ein Mangel für mich. Der Kaufbrauch ist ja eigentlich noch zu hoch. Also unter Schrott habe ich mir schon etwas anderes vorgestellt. Ja, aber was hier noch nicht Schrott ist, das wird zu Schrott gemacht. Mit unserer Sonderaktion Währungsunion. Hier. Westgeld, ja. Ja, aber natürlich auch für die ostdeutschen Betriebe. Das ist ein Maßstab 1 zu 5. Das bedeutet, dass die Produkte dieser Betriebe über Nacht 400% teurer geworden sind. Und schon eine Steigerung des Preises um 10% gilt für den Export als tödlich. Ah, dann sind also jetzt 2 Drittel der DDR-Unternehmen pleite.

Na, sieht doch ganz gut aus. Ja, jetzt Ost Schrott, greifen Sie zu. Ich habe aber doch das Gefühl, je länger ich warte, desto billiger wird es. Schauen Sie, viele dieser Firmen haben ja noch Hunderttausende von Angestellten. Die müssen erst mal weiterbezahlt werden. Soll ich das etwa machen? Nein, das übernehmen wir von der Treuhand für Sie. Ja, klingt ganz gut, aber Moment, Moment. Das bedeutet ja, der deutsche Steuerzahler zahlt das nicht wahr, also auch ich. Waren Sie das eingebrockt? Ich war es. Der Helmut. Aha, wissen Sie was? Dann wähle ich Sie 1994 nicht mehr. Das ist eine riesige Sauerei. Ich bin der Kanzler der Einheit. Sie müssen mich wählen. Hey, Sie da, warum ist da keiner?

Sie da! Was kann ich für Sie tun? Ich brauche unbedingt Ihre Hilfe. Sie müssen mir so schnell wie möglich damit er mich wieder wählt. Ach, noch schneller. Wir sind ja eigentlich schon ziemlich überfordert. Kein Problem, dann greife ich Ihnen unter die Arme. Für jeden Verkaufserfolg gibt es für mir einen Bindes. Einen Bonus. Sie haben es gehört, meine Damen und Herren. Ostschrott, jetzt noch Insolventa, greifen Sie zu. Wer jetzt nicht kauft, ist aus der DDR. Na ja, gut. Dann würde ich sagen, Moment, Moment. Manche dieser Firmen haben ja noch Altschulden. Was machen wir denn mit denen? Wir von der Treuhand für Sie. Und die Kosten der Umweltsanierungen?

Die übernehmen wir von der Treuhand für Sie. Ja, aber schauen Sie, da bleibt ja noch ein gewisses Geschäftsrisiko. Was machen wir denn mit denen? Das übernimmt die Treuhand für Sie. Weißt du, was das ist? Nee. Ein Running Gag. Danke. Also gut, dann nehme ich... Ach, was soll der Geiz? Packen Sie mir den ganzen Bums ein. Für 250 Milliarden Mark nehme ich alles gleich mit. Verkauft, die DDR-Betriebe gehen zu 95% aus Ankäufer aus dem Westen. So lief der Verkauf ab. Soll ich es Ihnen als Geschenk einpacken? Gerne. 250 Milliarden? Und da hieß es immer, die DDR ist nüscht werden. Ja. Ihnen ist schon klar, dass der den ganzen Bums nur nimmt, weil er dafür von der Treuhand 250 Milliarden bekommt.

Wie, die Treuhand hat Betriebe im Wert von 600 Milliarden verkauft und damit 250 Milliarden miese gemacht? Das hätten wir nicht geschafft. Nee, nee, nee. Du bist ja auch kein Profi. Ja. Und schauen Sie, wenn Sie die ganzen Sachen gekauft hätten, dann hätte die DDR-Wirtschaft doch nicht ihren Besitzer komplett gewechselt. Das ist ein Profi. Ja. Vielen Dank. So, tieferen wir. Herr Prof. Dr. Konsenz. Ja, anwesend. Lesen Sie bitte mal unsere Bewertung Ihres Schaffens durch. Ruhig, auch laut? Gerne, gerne. 6,2. Perfekt heißen DDR-Kühlschrank. Kühlschrank. Ich würde sagen schnelle Liquidation. Entschuldigen Sie, was soll denn das? Machen Sie sich mal keinen Kopf, mein Lieber.

Wir machen mit Ihnen nur das, was Sie nach der Wende mit unseren ostdeutschen Hochschullehrern auch gemacht haben. Wir erkennen Ihre akademische Leistung einfach nicht mehr an. Wissen Sie eigentlich, was glauben Sie, wer Sie sind? Ja, wir. Wir sind vom Institut zur kritischen Prüfung maroder Geschichtsschreibung, kurz KPMG. Machen wir es kurz. Ihr Geschichtsbild ist massiv sanierungsbedürftig. Und das können Sie beurteilen? Geschichte, Geschichte, lieber Mann. In diesem Land wird immer noch von den Siegern geschrieben. Ja, sehen Sie? Und genauso liest sich Ihr Bericht auch. Arroganz, überheblich und unvollständig. Zum Beispiel beim Kapitel Banken. Welches Kapitel Banken?

Eben, das fehlt nämlich bei Ihnen komplett. Dabei hatten sich die westdeutschen Banken hier wie die Deutsche Bank schon vor der Wiedervereinigung die Geldinstitute der DDR weit unter Wert einverleibt. Und dann auch noch plötzlich von den ostdeutschen Unternehmen horrende Zinsen verlangt für frei erfundene Schulden. Der Bundesrechnungshof sieht in dieser starken Belastung der Ostwirtschaft einen der Hauptgründe für deren Niedergang. Hören Sie doch mal auf unser Land zu spalten. Ja, wir hatten damit angefangen. Ja, in Ihrem Bericht liest sich auch überhaupt nichts davon, dass Dr. Helmut Kohl und Dr.

Theo Weigel bei der Konstruktion der Treuhand bewusst in Kauf genommen haben, dass dem Parlament und auch dem Finanzministerium keinerlei Mittel zur Kontrolle und Steuerung der Treuhand zugestanden worden sind. Ich zitiere, die Kontrollrechte des Parlaments wurden außer Kraft gesetzt, wie es keine demokratisch legitimierte Regierung seit 1846 gewahrt hat. Wo haben Sie denn das her? Von der AfD? SPD. 1994. Treuhand-Untersuchungsausschuss. Ja, das kommt eben davon, wenn man Sozis die Kommunisten bewerten lässt. Hören Sie mal. Natürlich, natürlich haben sich die Politiker in der Treuhand engagiert, eingemischt. Jetzt höre sich einer das sprechende Geschichtsakku an. Engagiert? Ja wie?

Weigel hat der Treuhand doch einen Freibrief ausgestellt. Der hat sie freigestellt von grob fahrlässigem Handeln. Juristisch bedeutet das. Die durften Umstände übersehen, die jedem Idioten aufgefallen werden. Umstände wie zum Beispiel, dass DDR-Betriebe eben keine einfachen Betriebe waren, sondern wichtig für die Gemeinschaft soziale Zentren mit Kindergärten. Polikliniken. Aber es war denen egal. Scheißegal der Politik, dass man Hunderttausende von Menschen entlassen hat, ihre Erwerbsbiografien abgebrochen haben, ihre Kinder alleine gelassen hat.

Weil sie gewusst haben, dass die Wut dieser Menschen sich ja nicht bei der Politik entlädt, sondern dass die Treuhand als perfekter Blitzableiter fungieren würde. Für Dr. Kohl und Dr. Weigel war die Treuhand doch nur ein einziges großes Pfff an den Osten. Trommelwetter. Gar nicht so schlecht für ein Wessi. Wollen Sie noch ein letztes Statement abgeben, bevor Sie das Büro ausräumen? Ja. Ja. Möchte ich. Ja. Natürlich. Kann man sich auf die wenigen negativen Begleiterscheidungen der Wiedervereinigung fokussieren. Das kann man machen. Oder man schaut vielleicht in die Innenstadt von Leipzig. Oder andere Städte. Wie vergessen wir nicht? Rostock. Ein wunderschöner Marktplatz mit den Giebeln.

Stralsund. Wunderbar. Mit diesem kleinen Arthus. I love Dresden. Wer hat Dresden nicht gelebt? Oder hier Anklam. Wunderschöne Stadt. Oder der Cottbus. Das Cottbusator. Wunderschön. Eisenach. Wer war noch nicht in Eisenach? Ein wunderschön renoviert. Fürstenwald. Wunderbar. Das war die Anstalt. Heute mit Zärtlichkeiten, mit Freunden, Dr. Kohl und Dr. Weigel. Das war wunderbar. Die Anstalt, Stadtplatz und Parkplatz. Wunderbar. Haben wir jetzt Görlitz vergessen?

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