Covid-19 und das Impfen
Kritik an größerer Einschränkung des Privatlebens als der des Wirtschaftslebens, moralische Dilemmata bei der Seuchenbekämpfung, hohe Todesfallszahlen in Alten- und Pflegeheimen aufgrund langwieriger Prozessabstimmungen, gegenseitige Schuldzuweisungen der Behörden für Verzug der Einführung von SORMAS , gesellschaftlich Bessergestellte haben deutlich weniger Nachteile in der Corona-Krise, Open-House-Verfahren des Bundesgesundheitsministerium zur Beschaffung von Atemschutzmasken führte zu Überbeständen, öffentliche Finanzierung für pharmazeutische Entwicklung und bei Gewinnabschöpfung Patentzusprechung der Pharmakonzerne
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die 'Anstalt'-Folge 'Covid-19 und das Impfen' analysiert die deutsche Reaktion auf die Corona-Krise und deckt systematische Versäumnisse auf. Die Sendung kritisiert die mangelhafte Pandemie-Strategie, die fehlerhafte Datenlage und die unzureichende Koordination zwischen den Behörden. Besonders hervorgehoben wird die Rolle der Pharmaindustrie bei der Finanzierung und Patentierung von Impfstoffen sowie die ineffektive Maskenbeschaffung. Insgesamt zeigt die Satire eine scharfe Kritik an politischer Inkompetenz und der Verdriftung von moralischen Prinzipien in der Krisenbewältigung.
Transkript 6.959 Wörter
So, Eintrag 97, wir haben jetzt den 2. Februar 2021, es ist 18 Uhr, d.h. noch 4 Stunden 14 Minuten und 8 Sekunden bis zur Sendung. Und die Lücken im Drehbuch sind größer als die Erinnerungslücken von Andreas Scheuer. Wir haben noch nix. Wir haben einfach noch keine Sendung. Die folgenden Ereignisse finden statt zwischen 18 Uhr und 22 Uhr 15 am Tag der Sendung, mitten in der Pandemie. Weiß ich auch, kein Wunder. Wie soll man denn eine Sendung schreiben? Ich habe jetzt von 200.000 Studien weltweit zu Corona 151 gelesen. Das soll ich jetzt vor einem Millionen Publikum auf einen Punkt bringen.
Satirisch, differenziert, gleichzeitig, ohne die Mutation B133, wie sie auch immer heißt, auch nur ansatzweise zu verstehen, was sie für Auswirkungen hat. Was mich am meisten quält, ist die Frage, was hat denn dieser Schneemann damit zu tun? Herr von Wagner, Sie wollten noch den Digitalunterricht für Ihre Tochter vorbereiten. Das war's. Okay, ich dachte schon, ich werde verrückt. Das wird wirklich Zeit, dass die Pandemie vorbei ist. Ja, da sagen Sie was. Ja, sogar Fußballer haben anständige Haarschnitte, obwohl die Salons geschlossen sind. Ja, da fragt man sich schon, wie die das machen, ne? Robert Andrich von Union Berlin hat gesagt, den hätte ein Freund besucht. Etwa mit den Scherenhänden?
Ja, in Ihrem Fall rate ich ohnehin zur Benzin-Heckenschere. So, Sie vergessen bitte nicht das Licht auszumachen, ja? Nein, nein, nein. Also, schönen Abend noch. Schönen Abend. Was heißt schönen Abend? Wir haben in vier Stunden eine Sendung. Ja, also, ich hab nachgedacht. Wir machen keine. Schauen Sie, dieser Lockdown, der Windelweiche, den wir da gerade haben, das ist doch ungefähr so effektiv, wie sich in London in die Armbeuge zu niesen. Wir müssen alles dicht machen. Und wir beide gehen mit gutem Beispiel voran. Wir senden ein Zeichen. Den wir nicht senden. Ja, wir müssen uns an Neuseeland ein Vorbild nehmen. Die haben auch nicht ums Homeoffice gebeten. Die haben das einfach verhängt.
Und wir brauchen noch viel drastischere Maßnahmen. Zero Covid. Fabriken, Betriebe, Büros schließen. Arbeitspflicht am besten für ein paar Wochen einfach aussetzen. Ja, es gibt da noch die andere Studie, Herr Udoch. Nicht so schnell. No Covid, die sagen, man kann die Zahlen auch runterkriegen, obwohl man ein paar Fabriken offenlässt. Welche? Die, die noch nicht pleite sind, wahrscheinlich. Mein Gott, der von Wagner. Gesundheit und Wirtschaft, das muss ich doch nicht ausschließen. Schauen Sie mal an, Neuseelands Wirtschaft geht es doch jetzt wieder gut. Schauen Sie mal, ich habe sogar schon einen Zettel vorbereitet, auf dem alle Firmen stehen, deren sofortige Schließung wir verlangen.
Es kann doch nicht sein, wenn wir treiben rodelnde Kinder auseinander, nicht wahr? Aber überall in den deutschen Architekturbüros tummeln sich die Menschen dicht an dicht und tragen T-Shirts, auf denen steht, stell dir vor, es ist Homeoffice und keiner geht hin. BMW, Porsche VW? Ja, das Dichtmachen. Sie fahren auch einen VW? Ja, ich habe ja schon einen. Rüstung, okay. Marketing, das hier ist die Firma von Jan Böhmermann. Die machen auch in letzter Zeit ganz okay Sachen. Eben drum, sofort dicht machen. Okay, Chemiewerke? Ja, Chemie war ich immer schon schlecht. Die machen Pflaster. Mein Gott, dann halt alles außer Pflaster.
Herr von Wagner, wir müssen jetzt wirklich drastische Maßnahmen ergreifen, um die Zahlen mal ganz, ganz deutlich nach unten zu bringen. Sie haben recht, Herr Utter. Ja. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Eben. Es muss nicht immer eine gute Kabarnet sein. Ja, Sie sagen es. Wir schaffen das auch mal ohne Gage. Was sagen Sie? Wie meinen Sie ohne Gage? Das ZDF bezahlt ja nicht, wenn Sie die Sendung aus freien Stücken nicht machen. Ach, Sie ist das so. Ach so. Herr von Wagner, finden Sie nicht, dass Sie die Sache dann überstürzen. Ja. Sehen Sie, wir wissen doch gar nicht genau, ich meine, mit den Infektionen am Arbeitsplatz. Sie hatten doch da diese eine Grafik vom Robert-Koch-Institut.
Vom RKI, die Grafik. Genau, zeigen Sie mir das doch noch mal, bitte. Infektionen am Arbeitsplatz. So, die hier. Ja, da sehen Sie. Da sieht man jetzt die Infektionen. Die Balken zeigt die Infektionen am Arbeitsplatz. Und das ist ja praktisch was nichts. Das ist ja ganz schön wenig. Und da können wir ja unmöglich, finde ich, aufgrund dieser belastbaren Zahlen die Sendung einfach so absagen. So, hier. Was ist das denn? Ja, das ist die RKI-Grafik plus vollständig. Was sind denn das da jetzt da für weiße Balken, die sich da ganz schön groß da drauf, das da, scheinen sich ja die meisten Menschen zu infizieren? Das ist da, wo wir nicht genau wissen, wo die Leute sich anstecken.
Das ist nämlich, weil wir es nicht mehr schaffen, die Daten zu erheben. Ja, aber die müssen sich ja nicht am Arbeitsplatz anstecken. Nein, aber es ist schon sehr interessant, wo man genau hinschaut und wo nicht. Meines RKI bei der Freizeit unterscheidet das zwischen Infektionen im Verein, Picknick, Zeltplatz, Wald und Zoo. Und am Arbeitsplatz? Das steht unspezifisch. Aber das bedeutet, man kann gar nichts sagen, welches Infektionsrisiko besteht. Nicht wahr? Das bedeutet vor allem, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer es schwer haben zu beweisen, dass ihre Corona-Infektion als Berufskrankheit gelten muss.
Weil sie dafür beweisen müssen, dass sie an einem Arbeitsplatz arbeiten mit erhöhtem Infektionsrisiko. Aber es gibt ja überhaupt kein erhöhtes Infektionsrisiko am Arbeitsplatz. Weil wir die Daten nicht erheben. Ja, aber das ist doch wunderbar. Ich meine, dann können wir die Sendung doch machen. Also gut, was haben Sie denn schon? Gut, die Sendung ist um 22.15 und jetzt ist es. Oh. Noch 4 Stunden bis zur Sendung. Sie sollten wirklich langsamer in die Pötte kommen, Herr von Wagner. Mitten in der Sendungsvorbereitung. Ich meine, wie soll ich denn da? Seit wann hat nur unser Studio eine Klingel? Ich weiß auch nicht. Ho, ho, ho. Hallo, Sterbliche. Ah, der Sensenmann.
Sie wollen sicher zum Pflegeheim. Das ist also hinterm Studio rechts und dann geradeaus. Sie können es eigentlich gar nicht verpassen. Was wollte er denn? Er hat sich vertan. Sagen Sie mal, Herr von Wagner, das Thunfisch-Sandwich. War das abgelaufen? Ich weiß nicht, seit 4 Tagen oder so. Warum? Na so. Sagen Sie, waren Sie nicht gerade noch eben ... Dass die Leute immer glauben, dass man mich durch eine Tür aufhalten kann. Dabei kann man doch auch in einem Tresor grebieren. Sie wollen bestimmt zu Herrn Uthoff, oder? Noch mal, Herr von Wagner, ich bin 53. Das ist keine Vorerkrankung. Hingegen ein leichtes Übergewicht kann bei Corona durchaus ein Risikofaktor sein. Ich habe schwere Haare.
Das ist wieder mal typisch. Der Tod ist im Raum und ihr habt es ästhetische Probleme. Aber keine Angst, ich bin nicht gekommen, um eure Weltenkörper zu holen, sondern eure Expertise. Oh, man empfiehlt uns? Nein. Die haben gesagt, ihr seid zwei Besserwisser. Es geht um Folgendes. Ich brauche das für meine Planung. Ich habe im letzten Jahrhundert sehr viel zu tun gehabt. Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Lady Die. Und jetzt wollt ihr ein bisschen kürzer treten. Deshalb, Frage. Bleibt Deutschland bei der aktuellen Corona-Strategie mit ungefähr 1000 Tote am Tag? Strategie ist jetzt nicht das Erste, dass wir dabei in den Sinn kommen. Bitte keine Wertung.
Von mir aus können es auch 10.000 am Tag sein. Nur fix zusagen müsst ihr es mir heute. Dann kann ich meine Kapazitäten erhöhen. Ansonsten müsst ihr die improvisieren, dann wird es gruselig. Beispiel. In L.A. haben sie die Umweltschutzauflagen aussetzen müssen, damit es dann die Krematoren und die Umweltschutzausatzungen durchfeuern können. Also, sagen wir, 1000 am Tag. Aber die sind ja nicht an dem Tag gestorben, sondern in den sechs Wochen davor wegen der verspitteten Meldung. Das ist also eine etwas unsichere Datengrundlage. Ja, aber tot sind sie schon sicher, oder? Wäre das schön, mal wieder Kabarett ohne Datengrundlage zu machen. Dieter Hildebrand. Ist tot.
Wollten Sie sagen, Dieter Hildebrand hat Kabarett ohne Datengrundlage gemacht? Nein. Er ist mit Sicherheit nicht den ganzen Tag auf- und abgelaufen und hat gesagt, die Todeszahlen sind nicht präzise genug für eine Pointe. Der hat es ja auch nicht mit Leuten zu tun, die dich ständig gefragt haben, sind die Nazis jetzt mit oder an Hitler gestorben? Mit Hitler natürlich. Was? Die Nazis sind natürlich mit Hitler gestorben, weil danach hat es in ganz Deutschland plötzlich keine mehr gegeben. Sagt der Mann mit dem österreichischen Dialekt. Entschuldigung, darf ich hier kurz einmal schicken? Ich bin fix und fertig. Ich brauche eine Pause. Da draußen ist die Hölle los. Wem sagen Sie das?
Entschuldigung, wir sind jetzt kurz vor einer Sendung. Wer sind Sie überhaupt? Sie sind doch die Anstalt, oder? Ja. Kleinen Moment. Sorry. Ja, hier spricht die Moral. Herr von Wagner, könnten Sie sich den Stapel packen? Danke. Ja, bitte? Nein, natürlich ist das nicht in Ordnung, sich einen Hund zu kaufen, nur weil man nach 21 Uhr noch mal raus möchte. Sie müssen sich doch auch noch um das Tier kümmern, wenn die Pandemie vorbei ist. Wie Autobahnraststätte, sagen Sie mal, haben Sie sie noch? Jetzt hat der einfach aufgelegt. Also manchmal hätte ich ja schon gerne mehr als meinen moralischen Zeigefinger. Vorher hat man noch Respekt vor einem Finger. Außer man sitzt im Wartezimmer des Proptologen.
Eine Frage. Was mache ich denn jetzt damit? Das sind alles unbeantwortete Gewissensfragen. Sollen wir jetzt die Arbeit der Moral übernehmen, oder? Sie sind doch staatlich geförderte Moralapostel. Dann tun Sie mal was für Ihr Geld. Vor dieser Pandemie war ich die Frau für besondere Anlässe. Jetzt werde ich wirklich rund um die Uhr von jedem X belieb... Pardon. Moral, hallo. Aha. Moral, hallo. Aha. Ach, Sie meinen, wenn wir die Schulen nicht öffnen, dann verlieren wir die abgehängten Kinder? Wer spricht denn da eigentlich? Der BDI.
Sagen Sie mal, kann es sein, dass die sozial benachteiligten Kinder immer nur dann entdecken, wenn es darum geht, genau diese Kinder zu verräumen, damit Mama und Papa in Betrieb schuften können? Und tschüss! Bam! Und, helfen Sie mir jetzt? Sieh Sie, es ist so, in letzter Zeit kann man ein bisschen auf Moral verzichten. Ja, sehen Sie, wir machen mehr Datenkabarett. Um vorhanden unter Komma-Zahlen zu verbuddeln. Die dort sterben. Ja, jetzt hören Sie doch mal, es ist doch so, dass bei der unsicheren Datenlage, die wir gerade haben, ist es eben schwer, in manchen Bereichen klare moralische Urteile zu fällen. Aber Sie können doch menschliche Einzelschicksale nicht in nackte Ziffern fassen.
Also, ich verwende Excel. Ich bin sehr zufrieden damit. Letztes Jahr, zum Beispiel, haben rund 40.000 Menschen mehr gestorben als das Jahr zuvor. Okay, das ist von den Rohdaten her korrekt. Aber, Herr von Wagner, ist das viel? Na ja, wir haben jetzt natürlich noch nicht die Altersentwicklung mit einbezogen. Und gleichzeitig ist das natürlich nur die Zahl, die wir kennen, mit Maßnahmen. Und wenn Sie einen Vergleich wollen, das ist etwa die Einwohnerzahl von Oberursel. Ja, aber fehlt uns Oberursel. Ja, bitte, wer auf die Moral verzichten kann, der kann ja wohl auch auf Oberursel verzichten. Ja, waren auch im Durchschnitt alle älter. Was soll denn das heißen?
Na ja, 89% der Corona-Toten sind über 70. Ist also nicht jedes Leben gleich viel wert? Ja, aber nicht gleich lang. Lustiges Dilemma, das ihr da habt. Wie viel ist eine Gesellschaft bereit zu zahlen, um Leben zu retten, die schon fast vorbei sind? Beispiel. Das ist der Fall. Das ist der Fall. Das ist der Fall. Das ist der Fall. Beispiele. Herr Uthoff. Ein Terrorist entführt ein Flugzeug voller über 70-Jähriger und steuert es auf ein vollbesetztes Stadion. Stopp, stopp, stopp. Ein Moment. Was machen Sie denn da? Ich ruf die Moral an. Ehrlich? Sie geht nicht ran. Frage. Abschießen oder nicht? Okay, es sind alles über 70-Jährige an Bord. Ich würde abschießen.
Was, wenn ein 53-Jähriger an Bord ist? Mit oder ohne Vorerkrankung? Vielleicht warten wir mit dem Abschießen noch 20 Minuten oder so. Oder eine behinderte Frau? Ich weiß auch nicht, wie viel Zeit habe ich zu überlegen. Herr Uthoff, Ihre Tochter ist auch an Bord. Nicht schießen! Lieber Herr Gefatter, das war doch ein unsinniges Beispiel. Wir machen das jetzt so. Herr Uthoff, Sie sind Kultusminister. Sie müssen jetzt entscheiden. Schulen auf, Schulen zu. plugs, Opa in den Tod. So formuliert ist das nicht ein moralisches Dilemma. Da ist doch klar, was wir machen. Da nehmen wir jeden Kollateralschaden entkauf. Aber im Leben geht's doch nicht nur um den Tod. Einspruch? Es geht immer um mich.
Am Ende. Ja, aber das vorher. S'em petit testen. Eben nicht. Während eines langen Lockdowns verlieren die Leute nicht nur ihre Arbeit, ihren Lebensmut. Die werden psychisch krank. Und das war eigentlich auch Ihre Idee, deswegen auch diese Sendung nicht zu machen. Ja, aber Moment mal. Pardon. Moral, hallo. Wer? Julian Reichelt. Oh, Sie haben sich aber verwählt. Die Durchwahl von der Doppelmoral ist die 137. Ja, gerne. Idiot. Ok, Sie wollen also auf Moral verzichten? Dann ersparen Sie mir bitte aber Ihre pseudophilosophischen Debatten darüber, wer nun sterben darf und wer nicht. Dann kümmern Sie sich mal ganz praktisch darum, die alten Menschen in diesem Land zu schützen. Ja, genau.
Darüber wollten wir doch eine Nummer machen. Aber der Herr von Wagner hat den Sketch ja noch nicht fertig. Ich habe die. Also, Frau Moral, wir hätten dann gedacht, wir machen so ein Sketch quasi wie die Teststrategie der Bundesregierung zum Schutz der Alten ausgesehen hat im Rahmen der Altenheime. Und da dachte ich, ich vertrete eher so die Sicht der Bundesregierung. Und Herr Uthoff spielt dann so einen Altenpfleger. Ja, genau. Entschuldigung, darf ich den Doktor spielen? Ich hatte Sie jetzt eher als tot vorgesehen. Ok, bin so festgelegt auf meine Rolle. Wie sah denn jetzt die Strategie zum Schutz der Heime aus? Ach so, ja. Man hat nicht an die zweite Welle geglaubt.
Bisschen kurz, aber gute Schlussporn. Halt, stopp, wir sind auch gar nicht fertig. Nein, nein, wir proben jetzt den Sketch mal. Ja, also tot auf die. So, Herr Uthoff, ok. Und zwar im Oktober hat die Bundesregierung ja gemerkt, oh, da kommt eine zweite Welle auf uns zu. Jetzt müssen wir was tun. Da hat sie den Heim gesagt, so, so, so. Jetzt beschützt ihr mal eure Bewohner und die Leute, die dort arbeiten. Gute Idee. Bis Oktober sind ja auch schon 3700 im Heim gestorben. Und in der Praxis sah das dann so aus. Also wir, ich glaube vom Alten- und Pflegeheimen, mussten jeweils ein detailliertes Konzept ausarbeiten, das wir dann dem Gesundheitsamt zur Prüfung vorlegen mussten. Genau. Guten Tag.
Ich würde gerne einige Bewohner abholen, äh, besuchen. Ja, ja, lass, stören Sie mich doch bitte nicht. Ich muss ja ein Sicherheitskonzept, ein Konzept machen. Warum dauert denn so ein Konzept so lange? Die Gesundheitsämter mussten das ja erst mal vier Wochen lang überprüfen. So, sehr gut. Nur eine Tudelung, gell? Aber im Dezember, so am 13., kam ja schon der Neubeschluss der Bundesregierung. Und die haben dann gesagt, die Länder müssen jetzt mal anordnen, dass bei hohen Zahlen wirklich niemand mehr ohne einen negativen Schnelltest in so ein Heim überhaupt reinkommt. Sie wollen mich jetzt nicht mit einem Schnelltest aufhalten, oder?
Bitte, sollen wir jetzt auch noch alle Besucher und Pfleger testen? Ich bitte Sie, uns fehlen eh 100.000 Leute Personal. Bei uns kommt ein Pfleger, schon auf 18 Alte. Da kann ich helfen. Ich geh kurz rein und senke den Pflegeschlüssel, ja. Aber der geht ja schon wieder rein. Ja, da muss man eben Freiwillige für die Schnelltests abstellen. Ich bin freiwillig. Ich will helfen. Wo sind die Nasen? Ja, nicht so schnell. Wir müssen ja erst mal den Bedarf für die Freiwilligen überhaupt feststellen. Der Bedarf, das kann ich Ihnen sagen, ist hoch, sehr hoch. Meinen Sie, aber die Zahlen, die waren so ungenau.
Also da musste die Bundesregierung eben erst mal klären, wer bezahlt denn die Heime, wer bezahlt denn überhaupt die Arbeit dieser Freiwilligen? Wie kann man das denn nicht nachher machen? Nein, nein, nachher kam dann Weihnachten. Da hat man ja dann alles zugemacht. Nee, aber er kommt doch noch rein. Ja, ja, wir haben ja auch nicht die Heime zugemacht, sondern quasi die Ministerien, die das alles entscheiden sollten. Aber dann kam ja schon Neujahr und mit Neujahr eine neue Idee. Da hat man einfach gesagt, so wie wär's denn, wenn die Bundesagentur für Arbeit mit einer Hotline die Arbeit der Freiwilligen koordiniert?
Wieso kann denn die Hotline der Bundesagentur für Arbeit die Freiwilligen vor Ort besser koordinieren als die Kommunen vor Ort? Oh, das hab ich leider trotz langer Recherche irgendwie nicht rausgefunden. Also wenn mich jetzt hier niemand koordiniert, dann gehe ich halt jetzt wieder, ja? Wer testet denn jetzt vor den Heimen? Ja, da hat die Bundesregierung gesagt, so jetzt kommt die Bundeswehr. Jawohl, antreten zum Testen, Helm ab zum Sekret. Warum denn die Bundeswehr? Aber egal, Hauptsache, das geht nicht so schnell. Ja, wir mussten ja erst mal klären, wer denn die Unterbringung der Soldaten überhaupt bezahlt. Das darf doch wohl nicht wahr sein hier.
Ja, warte mal, vor kurzem hat ja die Verteidigungsministerin ganz klar gesagt, so die Kosten übernimmt sie. Okay, okay. Und wie läuft das denn jetzt? Naja, also der Freiwillige, der helfen will, nicht wahr? Der ruft bei der Hotline der Agentur für Arbeit an, nicht wahr? Um dann vom Roten Kreuz darin geschult zu werden, seinem Kumpel, dem Soldaten zu helfen. Frage ist jetzt eigentlich das Konzept, um tausend Tote am Tag zu verhindern oder zu ermöglichen? Also ich würde sagen, ja. Ja, und dann würde ich sagen, am Ende des Sketches blenden wir einfach die echte Nummer der Hotline ein, bei der Agentur für Arbeit, wenn man sich freiwillig melden will, um bei Altenheim zu helfen.
Sketch fertig, Problem gelöst. Nichts gelöst, weil die meisten Alten hole ich mir gar nicht im Altenheim, sondern beim Hausbesuch. Opa, Bussi! Herr von Wagner, ich weiß übrigens, warum wir die Kontakte nicht nachverfolgen können, und zwar weil unsere Fallzahlen zu hoch sind. Wir können die Kontakte vor allem auch deshalb nicht nachverfolgen, weil wir SORMAS nicht haben. Dabei hat Merkel gesagt, wir brauchen SORMAS, SORMAS muss jetzt kommen. Ah, ja, das ist irgendwas mit Computern, oder? Ja, dann bin ich raus. SORMAS ist eine Pandemie-Software, da können Sie automatisch sehen, wie sich Hotspots bilden. Sie können Quarantäne anordnen. Sie können Symptomverläufe überwachen.
Sie können Kontaktagebücher führen lassen, digital, alles, was Gesundheitsämter bisher mühsam von Hand eingeben mussten. Klingt aber ziemlich teuer, was? Ich meine, der Tod hat doch gesagt, dass ihm während der Pandemie eine Exel-Tapelle völlig gereicht hat. Aber das Hemmhals-Institut hat das doch entwickelt, mit Steuergeldern extra umsonst für Gesundheitsämter und auch für Länder mit schwacher sozialer, oder wollte ich gerade sagen, digitaler Infrastruktur. Ah, also wie den Fidji-Inseln? Nein, wie Deutschland. Dann läuft das jetzt also auch in Deutschland? Nein, auf den Fidji-Inseln. Und in Nigeria und in Ghana. Mein Gott, wenn der Jens Spahn das wüsste.
Das weiß er doch, der ist 2019 nach Nigeria runtergeflogen, um sich zeigen zu lassen, wie die da toll mit SORMAS die Seuchen bekämpfen. Ja, und? Ja, dann ist er nach Hause geflogen und hat weitergefaxed. Ja, aber hat nicht Jens Spahn gesagt, die Zeit des Faxen ist vorbei? Haha, das wäre eine tolle Überschrift nach seiner Entlassung. Oh ja. Wissen Sie was, Herr von Wagner, Sie haben mich überzeugt. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber ich will SORMAS jetzt auch. Ich auch und es wird kommen, wahrscheinlich kurz nach der Pandemie. Was? Aber Moment, Sie haben doch gesagt, Merkel hat gesagt, es muss sofort kommen. Ja, das stand ja schon im Bund-Länder-Beschluss im November drin. Na dann?
Ja, dann stand es im Bund-Länder-Beschluss im Januar drin. Ja, und jetzt? Ja, und jetzt haben wir Februar. Und nur ein Drittel der Gesundheitsämter haben SORMAS überhaupt installiert. Installiert heißt aber nicht, dass Sie bereit sind, damit zu arbeiten. Wie die Grünen mit der Vermögensteuer? Sagen Sie, verfügen wir denn über irgendein Software-Tool, mit dem wir nachverfolgen können, wer für diese Schlamperei Verantwortung zu tragen hat? Wir sind doch kein Entwicklungsland, wir machen das von Hand. Kommen Sie. Also gut, dann würde ich sagen, das Robert-Koch-Institut ist schuld. Hä? Die sind zurzeit eigentlich fast immer schuld. Ah, ja. Ja, dann vielleicht das Helmholtz-Institut.
Aber die haben SORMAS doch entwickelt. Na ja, gut, aber zu spät. Aber die hatten doch eine Grundversion von SORMAS schon im März fertig. Ja schon, aber dann hätte halt die Bundesregierung im Frühjahr die Nutzung anordnen müssen. Ja, die haben nur dazu aufgerufen, Infektionsschutz ist Sache der Länder. Aha, dann sind die Landesfürsten schuld. Ah, naja, die haben gesagt, naja, Gesundheitsämter, das ist eigentlich Sache der Kommunen. Ah, ganz klar, die Kommunen haben geschlafen. Ja, aber die wissen doch nicht, welche Software sie bestellen sollen. Da hätte die Bundesregierung eben im Frühjahr die Nutzung anordnen müssen.
Ja, aber die haben nur dazu aufgerufen, wissen Sie, Infektionsschutz, das ist Sache der Länder. Aha, dann sind die Landesfürsten schuld. Nee, die haben gesagt, Gesundheitsämter, das ist Sache der Kommunen. Ganz klar, dann haben die Kommunen geschlafen. Ja, aber die Kommunen wissen leider ja nicht, welche Software sie bestellen sollen. Ja, dann hätte die Bundesregierung eben die Nutzung im Frühjahr anordnen müssen. Na, die haben nur dazu aufgerufen, weil Infektionsschutz ist Sache der Länder. Aha, na, dann sind die Landesfürsten schuld. Ja, aber die haben gesagt, okay, Gesundheitsämter, das ist Sache der Kommunen. Ganz klar, dann haben die Kommunen geschlafen.
Ja, aber die wissen doch nicht, welche Software sie bestellen sollen. Ja, dann hätte die Bundesregierung eben im Frühjahr die Nutzung anordnen. Ich glaube, wir drehen uns im Kreis. Sagen Sie, man hat hier irgendjemand an den Gottverdammten Plan. Der negianische Gesundheitsminister. Sagen Sie, wo wollten Sie überhaupt hin? Ich? Keine Ahnung, ich bin doch Ihnen nachgelaufen. Frau, ähm, Moral, Entschuldigen Sie die Frage, aber ist Glücksspiel nicht grundsätzlich unmoralisch? Neulich. Also, das, was da gerade bei Corona gespielt wird, hat mit Glück wenig zu tun. Also, kommen Sie mal, Entschuldigen Sie, also ob man sich infiziert und an Corona erkrankt oder nicht, das ist doch reine Glückssache.
Ist das so? Ja, da müsste ja eigentlich jeder dasselbe Risiko haben. Ja, aber das ist ja auch eine gute Frage. Ja, aber das ist ja auch eine gute Frage. Ja, aber das ist ja auch eine gute Frage. Ja, aber das ist ja auch eine gute Frage. Also, da müsste eigentlich jeder dasselbe Risiko haben. Ja, natürlich. Ziehen Sie. Aber, Moment, wie funktioniert denn dieses Spiel hier überhaupt? Sie ziehen, sie spielen und sie sterben. Da verlieren wir nur halt früher. Jeder von Ihnen hat ein Leben, ja, und wenn die Chips weg sind, dann ... Moment, Moment, stimmt das, dass ich so wenig Chips habe und eher so einen riesen Haufen da? Sie spielen ja den Geringverdiener. Oh, ich bin der Reiche, was?
Oh Mensch, Sie haben ja zehn Lebensjahre im Schnitt weniger als ich. Das ist positiv. Sie haben da noch viel weniger zu verlieren, wenn ich sie hole. Und eine Frage, also diese Karten, die wir jetzt ziehen, das zeigt uns das Risiko an an Corona zu ... Richtig. Okay. Also, erste Runde, Arbeitswege. Haha, Risikoniedriche. Ah, ja, wie will man sich auch infizieren? Nicht wahr, auf einem Arbeitsweg drei Meter vom Schlafzimmer ins Homeoffice? Ich habe ein hohes Infektionsrisiko. Ups. 15 Kilometer vom Schlafzimmer ins Homeoffice. Das haben Sie für einen geilen langen Flur. Ich fahre in die Fabrik. Mit dem Bus? Oh. Warum fahren Sie nicht mit dem Auto? Weil mir die Umwelt am Herzen liegt. Oh.
Nein, weil Geringverdiener oft gar keine Alternative zu den Öffentlichen haben. Ach so, okay. So, nächste Runde, Arbeitsplatz. Oh Mann, schon wieder ein hohes Infektionsrisiko. Oh, warum bleiben Sie nicht auch im Homeoffice? Schauen Sie, das steht doch im Bund-Länder-Beschluss auch so drin. Weil man mit der Computer-Maus so schlecht Schweine schlachten kann. Im Schlachthof, im Hafen, im Lager des Paketbooten kann man eben nur sehr schwer Abstand halten. Oh, sorry. Okay. Die Moral hier, hallo? Ja, ja. Können Sie es bitte einfach unter dem Vordach ablegen? Danke. Amazon, was? Ja, das war ein englisches Buch, das brauche ich für einen Vortrag. Das hätte bei anderen Händlern viel länger gedauert.
Ah, das kenne ich. So, vielleicht haben Sie ja Glück und in der nächsten Runde verlieren Sie Ihren gefährlichen Arbeitsplatz. Tatsächlich. Mein Job ist weg, na super. Tja. Oh. Was? Oh, haben Sie endlich auch mal eine schlechte Karte, ja? Das können wir nicht so sagen. Mein Portfolio hat sich äußerst positiv entwickelt. Seit Corona ist das Vermögen der Superreichen um eine Billion gestiegen. Warum stöhnt er denn dann so? Weil es schon eine Belastung ist, ständig zu verheimlichen, wie reich man ist, nur damit Sie sich nicht so aufregen. Ich rege mich auf. Ja, sehen Sie, diese ganzen negativen Emotionen sind auch noch schlecht für Ihren Mundsystem.
Sagen Sie mal, ich dachte, Sie sind der große Gleichmacher. Ja, am Schluss hole ich auch alle. Nur wann? Das ist halt eine Frage des Einkommens. Und wie das Einkommen verteilt ist, das ist nicht mein Job. Wussten Sie, dass bei einer Abgabe von 10% auf alle Vermögen über eine Million die Krisenkosten gedeckt werden könnten? Und Leute wie er ... Nein, das wusste ich nicht. So, ui, Mieteinnahmen. Aber wissen Sie, was ich weiß? Ich weiß, dass Angela Merkel selbst in Pandemiezeiten keine Vermögensteuer möchte. Na, sauber. Jetzt auch noch Hartz IV. Wie soll ich mir denn jetzt meine FFP2-Masken leisten? Da denkt die Kanzlerin noch drüber nach. Ja. So, nächste Runde Wohnort. Oh, Wohnort.
So, Infektionsrisiko niedrig. Ich wohne in Bremen. Das kann doch nicht sein. Mein Infektionsrisiko ist hoch. Und ich wohne auch in Bremen. Ach so. Aber ich wohne in Bremen Oberneuland. Ich wohne in Bremen Grüpelingen. Tja, da gibt es nur halb so viel Wohnfläche dafür, das dreifache Infektionsrisiko. Tja, es wundert mich nicht, dass ihr ständig infiziert, wenn ihr dauernd aufeinander hockt. Habt ihr schon mal was von Abstandsregeln gehört? Keine Sorge. Am Schluss am Friedhof kriegen alle dieselbe Einzimmerwohnung. So, letzte Runde Krankheitsverläufe. Oh, ich spüre meine Erkrankung gar nicht. Ah, verdammt, ich muss in die Klinik. Und alles nur, weil ich weniger verdiene.
Es liegt aber auch ein bisschen an Ihrer schlechten Ernährung. Ich würde es mal mit Bio probieren oder vielleicht Yoga. Oh, Yoga. Damit halte ich mich auch so gerne geschmeidig. Was ist denn Ihre Lieblingsstellung? Der auf andere herabschauende Hund. Der war super, Herr Uthoff. Die machen Sie als Schlussponte für die Nummer. Okay. Aber dann ist der Sketch schon fertig, großartig. Haben Sie mitgeschrieben, ja? Wieso ich denn? Ich muss jedes Mal tippen. Ich habe nur aufgepasst, dass ihr hier sitzt und dann schreibt. Ich habe doch versucht, dass ich ... Das hätte Ihnen so gepasst, was? Nicht in der Nummer als reicher zu demütigen. Das mit Grüpelingen nehme ich Ihnen echt übel.
Augen auf bei der Wohnungssuche, sage ich nur. Außerdem, Sie hätten ja gerne mal selber was schreiben können. Jetzt hören Sie doch mal auf mit der Dusseligen-Recherche. Warum machen wir das nicht einfach wie früher? Wir suchen uns einen Schuldigen und dann arbeiten wir uns bis zur Pointe durch. Ich meine, das gibt es doch wahrscheinlich genug. Hier, wir nehmen einfach den hier. Der sieht doch schön schuldig aus. Ich weiß nicht, aber ich finde den gar nicht so schlimm. Machen Sie Witze? Der Mann hat es geschafft, sich während einer Pandemie eine sündhaft teure Villa zuzulegen, war aber nicht in der Lage, rechtzeitig ausreichend preiswerte Schutzmasken für Pfleger zu organisieren.
Da lässt sich doch was draus machen. Da kann man nichts draus machen. Sehen Sie, das Gesundheitsministerium hat ja im Frühjahr, als die Not am größten war extra, für die Maskenbeschaffung ein Open-House-Verfahren organisiert. Das ist ein Vergabeverfahren. Ich weiß, ich bin Jurist. Wie open war denn das Haus? Wide, wide open. Es herrschte Maskenknappheit. Und dann hat der Spahn sich hingestellt und gesagt, er garantiert jedem Lieferanten, der Masken bis zu einem gewissen Stichtag liefert, dass er ihm die Masken abkauft, zu einem Preis weit über Marktwert. Das ist Young Leadership.
Sagen Sie, was passiert, wenn ich jedem Lieferdienst der Stadt sage, wenn er mir bis 20 Uhr liefert, dann zahle ich ihm für jede Pizza 25 Euro. Dann haben Sie garantiert keinen Hunger mehr. Es wurden also zu viele Masken bestellt, ja? Sagen wir so, im Gesundheitsministerium, war man über die große Hilfsbereitschaft der Lieferanten doch durchaus überrascht. Wie viel hat das Gesundheitsministerium denn für die Masken bezahlt? 1,2 Milliarden Euro. Das ist ja unfassbar. Das war der Etat vor dem Open-House-Verfahren. Danach beliefen sich die Forderungen auf 6,4 Milliarden Euro. Wie doppelt so viel wie für den Impfstoff?
Ja gut, dafür haben wir jetzt von dem einen zu wenig, aber von dem anderen haben wir dafür zu viel. Und ich meine, der Spahn kennt ja seine Grenzen und hat sich deswegen extra professionelle Hilfe ins Haus geholt. Nämlich EY, die hießen früher Ernst & Young. Das ist eine Unternehmensberatung. Sagen Sie nichts. Ich weiß, wie wir die Nummer machen, schreiben Sie mit. Wir machen da eine Scheuer-Newton-Nummer draus. Ja, weil EY, das ist doch die Unternehmensberatung mit der Scheuer-Konstante. Bitte Sie, wie soll denn diese Nummer aussehen? Sagt dann der Scheuer, ja, gut, also klar, ins Gesundheitsministerium hat man sich EY ohne Ausschreibung geholt, weil dann ging es ja auch schneller.
Scheiße, der Nefton! Was machen diese Unternehmensberatungen denn? Ja, die kosten 9,5 Mio. Euro. Ich meine, was sie tun? Die versuchen, der Flut an Maskenlieferungen herzuwerden. Klappt denn das? Das kommt jetzt drauf an, was Sie unter Klappen verstehen. Ich weiß nicht. Vielleicht, dass die Händler ihr Geld bekommen? Ja, dann nicht. Weil viele Händler haben ihr Geld noch nicht. Klagen vor Gericht, Hunderte von Klagen sind anhängig und wir schauen da auf Verfahrenskosten von etwa vielleicht 400 Mio. Euro. Moment, Moment, Moment. Spansministerium bestellt also zu viele Masken, ja? Ja.
Weil Sie offensichtlich die Händler nicht zahlen möchten, bezahlen Sie stattdessen lieber Unternehmensberatungen. Ja, viel lieber. Das Gesundheitsministerium, das hat EY so lieb, die haben gesagt, ihr kriegt das Nummer, 27 Mio. Euro. Aber die arbeiten doch schon für uns, um die Maskenlieferungen zu bearbeiten. Nein, das ist ja für den Folgeauftrag. Aber die Händler haben ihr Geld noch nicht. Das ist ja der Folgeauftrag. Und EY kriegt den Zuschlag also wieder ohne Ausschreibung, ja? Nein, nein, diesmal ganz offiziell, mit Ausschreibung. Weil ja klar war, dass sie den Zuschlag kriegt, weil die hatten sich ja quasi schon in die Materie eingearbeitet.
Ja, weil sie ohne Ausschreibung schon mit dem Thema angefangen hatten. Ja, genau. Nein, Herr von Wagner, so können wir die Nummer nicht machen. Nein? Nein, schauen Sie, der Span ist halt einfach nicht der Scheuer. Sehen Sie, ich sag's Ihnen doch, der Span ist gar nicht so schlimm. Der ist schlimmer. Hä? Aber was soll's, wenigstens haben wir jetzt genug Masken. Eben. Die Risikopatienten kriegen die Masken ja sogar jetzt umsonst. Ach, die aus dem Open-House-Verfahren, ja? Äh, nein, von den Apothekern. Umsonst? Nee, die Apotheker kriegen 6 Euro pro Maske vom Span. Moment, Moment, für Masken, die im Handel maximal ... 1 Euro kosten? Aber das sind ja dann noch mal mehr Kosten von ... Von?
2,5 Milliarden Euro! Aber der Span hat doch gesagt, wir müssen uns einander viel verzeihen. Ich wusste ja nicht, dass es so viel zu verzeihen ... Sagen Sie mal, Herr von Wagner, Sagen Sie mal, Herr von Wagner, warum verteidigen Sie diesen Mann eigentlich plötzlich so vehement? Weil mir eingefallen ist, ich bin doch noch gar nicht geimpft. Herr von Wagner? Ja? Noch 15 Minuten? Ja. Ist die Tafennummer endlich fertig?
Ich fange noch mal von Neumann an, weil ich dachte, wir machen eine Tafennummer, die deshalb überrascht, weil wir als Gesellschaftskritiker einfach mal sagen, jawohl, unsere Marktwirtschaft hat positive Seiten, weil doch die Pharma-Branche es innerhalb von kürzester Zeit Impfstoffe für ein unbekanntes Virus zu produzieren. Hä? Machen wir nicht. Kommt sehr unter ... Bei aller Liebe für Kritik. Okay, okay, aber wo stünden wir jetzt ohne diese Pharma-Branche? Vielleicht wären wir alle längst geimpft. Sie, Sie meinen das ernst? Ich zeige Ihnen das mal. Nein, aber nicht an meiner Tafel. Lassen Sie los, das ist meine Tafel. Schauen Sie, die EU. Die Leute kennen mich.
Die EU-Kommission hatte doch schon Ende 2017, nicht wahr? Als die Epidemien der Coronaviren SARS und MERS vorbei war, die Pharma-Branche dazu aufgefordert, doch bitte, bitte Muster-Impfstoffe für künftige, neuartige Coronaviren zu entwickeln, nicht wahr? Wollte die Pharma-Branche nicht, obwohl Ihnen die EU das komplett bezahlt hätte. Fazit, wir haben immer noch nicht ausreichend Impfstoff für alle. Fertig ist die Tafelnummer, kritisch, praktisch, gut, so geht's. Sie haben überhaupt nicht erklärt, und auf der Tafel sind überhaupt keine Pfeile. Wir haben ja jetzt einen Impfstoff. Und zwar dank der privaten Pharma-Branche. Wissen Sie, was in so einer Impfspritze drin ist?
Ja, das kommt drauf an, ob Sie den mRNA-basierten Impfstoff meinen oder den Vektor-Viren. Modeten, Penunzen, Staatsknete ist da drin. Der größte Teil der Finanzierung ist da öffentlich. Ja, und? Ich nehme auch öffentliche Gelder ein. Und? Seit Jahren. Die sind sehr gut verträglich. Mit diesen Innovationen lässt sich die Pharma-Branche grundsätzlich immer bis zur Hälfte staatlich finanzieren. Kein einziger dieser großen Pharma-Konzerne war doch von Anfang an bei der Impfstoffforschung aktiv. Das überlassen Sie doch an kleineren Start-ups wie BioNTech, CureVec oder Moderna. CureVec und BioNTech sind doch genau private Unternehmen, die bei Corona voll ins Risiko gegangen sind.
Wie groß ist denn das Risiko, wenn man eine staatliche Abnahmegarantie erhält? Ja, und Sie sehen doch, was dabei ... Moment. Was ich meine ist, es gibt gar kein Risiko. Verstehen Sie, das alles, diese ganze Forschung, die Basar doch eigentlich im Grunde genommen auf staatlicher Grundlagenforschung. Verstehen Sie, all diese Impfstoffe sind doch von klugen Menschen entwickelt worden, die vorher an staatlichen Universitäten, hier Mainz, Tübingen, Oxford und Harvard-Universität, geforscht haben. Und zwar finanziert vom Staat. Gut, endlich ist mal ein Pfeil auf der Tafel. Aber ich gebe Ihnen ja recht, es kristallisieren sich Ideen heraus.
Und die Forscher sagen, da müssen wir was draus machen, und dann gründen sie aus den Universitäten heraus. Firmen wie BioNTech oder CureVec oder Moderna. Um eben ein Produkt zu produzieren, mit dem sie dann meine Güte Geld verdienen, weil dieses Produkt zufällig Millionen Menschenleben rettet. Und das für ein Loch da. Die Uni Oxford wollte das eigentlich selber machen. Aber dann hat Ihnen Bill Gates sehr überzeugend angeraten, das doch direkt zusammen mit AstraZeneca zu machen. Schauen Sie mal. BioNTech hat vom Staat 375 Mio. Euro bekommen. CureVec 252 Mio. Alles staatliche Gelder. Und kurz vor der Zulassung steigen dann die großen Firmen ein Das ist eine richtig fertige Innovation.
So wird doch öffentliche Forschung privat versilbert. Ja, und ich hab auch studiert an einer staatlichen Universität. Und ja, Kommunikationswissenschaft ist ein reguläres Fach. Würden Sie denn sagen, dass meine Cabaret-Programme nur das Ergebnis sind von Univorlesungen? Ja gut, ich stehe öfter mal vor einer Tafel. Herr Utthoff, Sie müssen doch jetzt mal zugeben. Wir brauchen die private Pharmabranche, um sie überhaupt produzieren zu können. Ja, aber für den Sie dann vom Staat beim Verkauf bitte nochmal 3 Milliarden bekommen. Was soll denn Sie das Zeug verschenken?
Aber sehen Sie denn nicht, dass für sehr, sehr viel Geld die Staaten sich etwas kaufen, was sie selbst erforscht und hergestellt haben, nicht wahr? Und am Ende macht die Pharmaindustrie dann einen riesen Reibach. Ich bin sicher, dass die Pharmabranche die Preise inzwischen so angelegt hat für die Impfstoffe, dass sie am Ende meinetwegen bei Null rauskommen. Hören Sie mal, wir wissen doch überhaupt nicht mal, was das Zeug kostet, wenn wir alles geheim verträgen. Ach, quatsch, das ist doch alles öffentlich. Schauen Sie mal, das Zeug von BioNTech, das kostet 12 Euro. Das hier kommt von 14 Euro, AstraZeneca 1,78. Und hier Moderna, 18 Dollar. Warum ist denn das öffentlich?
Das ist öffentlich, weil eine belgische Verbraucherschutzministerin das aus Versehen getwittert hat. Johnson & Johnson oder AstraZeneca haben doch öffentlich erklärt, dass sie zumindest während der Pandemie doch gerne weitgehend auf Gewinne verzichten müssen und möchten. Und der internationale Pharmabverband hat ganz klar gesagt, das ist jetzt hier eine Sache des sozialen Gewissens und es muss ja am Ende nicht eine große Rendite bei rausspringen. Ich hab da mal eine Frage. Ich kenn mich ja da als Moral nicht so aus, aber was ist denn groß? Ist das hier groß? Analysten sagen, dass Pfizer mit dem Impfstoff 13 Milliarden Umsatz machen könnte.
Ah, meinten Sie, dass wir da auf Null rauskommen, die vielen Nullen hinter der 13? Nein, das ist ja nur das, was Analysten sagen. Was hat denn dann Pfizer gemeint, als Sie im US-Kongress gesagt haben, Sie wollen nicht ganz auf Gewinn verzichten? Aha! Pfizer hat ja extra darauf verzichtet, amerikanisches Staatsgeld anzunehmen bei der Entwicklung des Impfstoffs. Pfizer ist ja Partner von BioNTech und die haben vom deutschen Staat 375 Millionen bekommen. Aha! Aha, sagen Sie mal, ist das alles! Sorry! Moral, hallo? Oh, Süße, du, jetzt ist grad ganz schlecht bei der Mama. Ja, was denn? Zehner Übergang, 24 minus 19. Du frag doch mal bitte den Papa, ja? Warum hat der keine Zeit?
Wie, der ist systemrelevant. Die Mama ist ganz bald zu Hause. So, wo waren wir stehen geblieben? Ich glaube, Sie wollten ihn kritisieren. Nein, Sie! Sagen Sie mal, ist das alles, was Sie an Kritik aufbringen können? Die Pharmaindustrie macht Gewinne! Wo ist denn Ihre Arbeitsmoral? Und Sie? Gucken Sie sich doch mal an. Männer über 40 im Kapuzenpulli. Lassen Sie mich raten, Sie haben bestimmt Kommunikationswissenschaften studiert. Ich bin so da, wie sie ist. Wie sie ist? So! Alright! Und ich hab jetzt noch gar nichts zu den globalen Nebenwirkungen der Impfung gehört. Sie meinen diese kleine rote Einstichstelle am Oberarm? Nee, Covid-19.
Wieso sind die Nebenwirkungen der Impfung gegen Covid-19 Covid-19? Na, die BewohnerInnen im globalen Süden, die erkranken an Covid. Weil sie erst überhaupt keine Impfung bekommen. Wegen der Impfpolitik. Ach so, ja, richtig. Weil in den reichen Ländern der Welt leben nur 13% der Weltbevölkerung. Die haben sich aber über die Hälfte der Impfdosen gesichert. Fünf! Nein, die Hälfte. Nein, 24 minus 19 ist fünf. Weil Sie doch gerade mit Ihrer Tochter den Zehner über... Haben Sie mich belauscht? Ich bin Kommunikationswissenschaftler, heißt man. Sehen Sie, dass Regierungen erst mal die eigene Bevölkerung bedenken, mit Impfstoffen. Das ist doch...
Was ist das für eine Impfung, wenn sie weltweit zu Ende ist? Dafür gibt es doch Covax. Was? Das ist ein Hilfsprogramm, der WHO. Mit Geldern der EU und der Bill & Melina Gates Stiftung soll bis Ende des Jahres etwa 1,8 Milliarden Impfdosen in die ärmeren Länder verschifft werden. Blöd, dass das Ärmste Land bis vor zwei Wochen nur 25 erhalten hat. 25 Millionen? Nee. Nur 25.000? Nee, 25 Dosen. 25? Ich muss los. Wo wollen Sie denn hin? Ich bin den Süden. Der Sonne hinterher. Ja, was geht? Der Sonne hinterher. Ja, was geht? Naja, also die... Länder des globalen Südens sind eben genügsam. Sehen Sie, die kriegen schon irgendwann ihr Stück vom Kuchen. Die brauchen aber kein Stück vom Kuchen.
Die brauchen das Rezept. Sie wissen, dass man den Impfstoff überall schnell und günstig produzieren kann. Ja, ist klar. Wir sollen Rezepte verschenken. Es ist schon klar, dass die Moralma wieder versucht, die Seuchenbekämpfung zu missbrauchen, um den freien Wettbewerb auszuhebeln. Das macht doch schon das Patentrecht. Das sichert den Pharmafirmen doch ihre Monopole. Und die sind ja, glaube ich, das Gegenteil von Wettbewerb, oder? Wir brauchen die Patente. Weil ohne Patente können wir nicht viel verdienen. Und wenn wir nicht viel verdienen, dann, fürchte ich, fällt uns gar nichts mehr ein. Im Handelsrecht können nämlich in Notsituationen die Patente aufgehoben werden. Und dann?
Dann verteilen wir die Lizenzen an alle, die den Impfstoff herstellen wollen. Und dann hat die ganze Welt sehr, sehr viel früher Impfstoff. Das ist vollkommen unmöglich. Wissen Sie, warum? Weil dann würde man das Problem ja lösen und nicht langfristig behandeln. Ja, aber bei den AIDS-Medikamenten hat man doch auch Lizenzen für alle angeboten. Aha? Ja, aber mit furchtbaren Nebenwirkungen. Sehen Sie, als alle an die Informationen rankamen in diesem Patentpool, da ist der Preis für die Behandlung von 6000 Dollar auf 150 Dollar gesunken. Wissen Sie, wie weh das getan hat? Wissen Sie, was das gekostet hat? 10 Millionen Menschenleben.
So viele Menschen sind in etwa an AIDS gestorben, weil sich die Pharmafirmen jahrelang quergestellt haben. Sorry. Guter Moment. Moral, hallo? Ja, Servus. Ja, deine Sensas hast du hier stehen lassen. Sollen wir sie dir nachschicken? Per DHL. Dauert halt länger. Aber rettet vielleicht ein paar Menschenleben. Die WHO hat doch schon im April gefordert, dass das gesamte Wissen zu Corona-Impfstoffen in einem Patentpool Datenbank zur Verfügung gestellt wird, für alle. Ja, leider gibt es in dieser Datenbank bisher keinen einzigen Eintrag. Ja, weil Sie sich weigern, Ihr Wissen zu teilen. Mit Händen und Füßen. Ja, ich hab ja nix anderes mehr.
Die ganze Welt wartet auf Impfstoff und Sie, die Menschenleben zu retten, sitzen auf Ihren Patenten. Das ist Unsinn. Sie sehen ja, das kann ich gerade überhaupt nicht. Es geht auch ganz anders. Schauen Sie mal, Joe Biden hat sogar das Kriegsrecht bemüht, um mit staatlichem Zwang die Produktion von Impfstoffen anzukurbeln. Und was macht Ihren Spahn? Der wartet auf eine unserer Lieferungen. Na, da haben wir doch die Tafelnummer. Also von mir aus können Sie die Sendung nachher genau so machen. Okay, okay. Jetzt muss ich nur noch tippen. Pass auf. Wissen Sie nicht. Warum? Schauen Sie mal auf die Uhr. . Wir haben noch nix. Wir haben einfach noch keine Sendung.
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