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Abholzung des Regenwaldes, Artensterben

Artensterben und Reduktion der Biodiversität, viele Initiativen zur Eindämmung sind gescheitert, wirtschaftlicher Wert der weltweiten Bestäubungsleistung durch Insekten, Insektenschutzgesetz mit zahlreichen Ausnahmen zum Verbot von Insekten schädigenden Mitteln insbesondere Glyphosat , Rodung von südamerikanischem Regenwald für Sojaanbau und Viehzucht sowie Regenwald in Indonesien zur Palmölgewinnung, Palmöl als Beimischung für Biokraftstoffe in Europa

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Episode 'Die Anstalt' thematisiert die komplexen und oft widersprüchlichen Ansätze zur Bewältigung von Umweltproblemen. Sie kritisiert die Ineffektivität von internationalen Klimakonferenzen und die politische Instrumentalisierung von Themen wie Artensterben und Biodiversität. Die Satire beleuchtet die wirtschaftlichen Interessen, die oft die ökologische Verantwortung in den Hintergrund drängen, insbesondere im Kontext der Palmölproduktion, des Glyphosat-Einsatzes und der Förderung von Biosprit. Schließlich wird die Sinnlosigkeit von rein symbolischen Maßnahmen und die Notwendigkeit einer fundamentalen Veränderung des Konsum- und Wirtschaftssystems aufgezeigt.

Transkript 5.971 Wörter

Hier wurde sie gedreht. Die Anstalt vom 2. November 2021. Ein Tiefpunkt deutscher Fernsehsatire. Diese Dokumentation untersucht die Gründe für die Absetzung. Denn eigentlich war es eine Sendung wie immer. Ja, aber dann sind sie eindeutig zu weit gegangen. Naja, vielleicht hätte der von Wagner die Nummer nicht machen sollen. Der Uthoff wollte sie doch unbedingt machen. Ich hatte vorher noch nie von denen gehört. Bis die mich zwei Tage vor der Sendung angerufen haben, ob ich ihnen in zwei Sätzen die Kerntesen meines Standardwerkes zur Biodiversität zusammenfassen kann. Das Buch hat 1500 Seiten. Es ist übrigens erschienen im renommierten... Entschuldigung?

Was soll das heißen, keine Werbung nach 20 Uhr? Ich hab das ganz Deutschland gehasst. Ich nicht. Ich hab die vorher schon gehasst. Ich wollte beim Thema Artensterben Analyse und Emotionen verbinden, ohne sie zu vermischen. Und ich hatte auch gleich die perfekte Figur dafür. Alexander von Humboldt. Klar, Satiriker, die Humboldt parodieren. Also besser kann man auch nicht darstellen, warum das Kamerad eine aussterbende Art ist, oder? Humboldt war im 19. Jahrhundert einer der bekanntesten Menschen der Welt. Humboldt lautet 19. Jahrhundert. Oh, meine Falle. Schauen wir mal, was wir hier... Oh, ein März. Das steht doch auf der roten Liste. In der Tat, der letzte seiner Art.

Ja, wenn Sie dann mich jetzt vielleicht an dieser Stelle... Ein wirbeloser Brüllaffe. Toll. Was verschlägt Sie in meinen Dschungel? Ich bin abgestürzt. Ich bin auf der Suche nach irgendeinem Land, in dem ich CDU-Vorsitzender werden kann. Und mit wem habe ich das Vergnügen? Oh, ich bin der universal gelehrte... Ach, scheiße, der Nefton. Bitte? Nein, nein, ich bin Alexander von Humboldt. Ach, der mit dem Bildungsideal. Nein, das war mein Bruder Wilhelm. Ich bin der Pionier des modernen wissenschaftlichen Denkens. Ich bin Abenteurer, Weltbürger, Naturforscher, aber... Nein, sag mir nichts. Hören Sie, ich bin das bekannteste Gesicht des 19. Jahrhundert...

Gut, vielleicht kennen Sie die Dinge, die nach mir beantworten sind. Hört Sie, Humboldt, Humboldt. Lass Sie mal das Lied. Humboldt, Humboldt, Humboldt, Täteray. Ich denke mehr an Humboldtsia laurifolia. Nein, vielleicht kennen Sie den Patagonischen Skunk. Cornepatos Humboldtii. Nein, auch nicht. Das Meer auf dem Mond. Mare Humboldtian. Eine Woche hat er gebraucht, bis er die lateinischen Begriffe drauf hatte. Humboldt, fragen Sie doch den von Wagner mal nach vier heimischen Gräserarten. Ja, es gibt Rasen. Dann gibt es Rollrasen. Wimbledon. Den Rasen bei meiner Mutter. Der Uthoff hat mal zwei Vögel, die ihm Nachbar gebracht hatte zum Aufpassen, verdursten lassen. Die Geschichte.

Es war Wochenende. Und ich war... Er war trinken. Trinken war er. Hören Sie, nur weil auf der halben Natur Ihr Name zu prangen scheint, haben Sie noch nicht das Recht, mich hier gefangen zu nehmen. Oh, Sie verstehen das falsch. Ich will Sie nicht gefangen halten, ich will Sie nur bilden. Ich dachte, dafür ist Ihr Bruder zuständig. Sehen Sie, auf meinen Expeditionen in die Welt, da habe ich gelernt, was die Natur im Innersten zusammenhält. Aber sehen Sie, Ideen können nur nützen, vielleicht können Sie mir helfen.

Wenn ich versuche, die heutigen Menschen aufzuklären, was das Achtensterben für Auswirkungen hat bei Pflanzen und Tieren, dann schreien die was von Moralinsauer und schlagen sich in die Büsche. Bleiben Sie dran, junger Mann. Vielleicht gründen Sie eine Protestbewegung. Freides für Fruchtpflegen oder so. Ich verstehe das nur nicht. Früher in Berlin sind mir die Leute bei meinen Vorträgen die Bude eingerannt. Wissen Sie, die Natur, die muss man fühlen. Ich möchte, dass die Menschen empfinden, dass sie das empfinden, was ich empfunden habe, als ich damals über den 6000 Meter hohen Schimborazo in den Anden empor gestiegen bin. Atemnot? Nein, das Ineinander und Zusammenweben aller Naturkräfte.

Das was? Wie würden Sie heute sagen? Die Biodiversität. Hören Sie, ich habe nichts gegen Diversität. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und die Kinder nicht betroffen sind. Nein, Biodiversität meint die Vielfalt der Ökosysteme, den Reichtum der Arten von Pflanzen, Tieren, Pilzen, Mikroorganismen und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Ich wusste, es hat etwas mit Fortpflanzung zu tun. Das klingt sehr komplex. Ich bin nun mal politischer Entscheidungsträger. Ich brauche das Ganze ein bisschen kompakter. Jetzt kann ich einige Dinge ein bisschen herunterbrechen, dann vielleicht die Stammbäume der Gattungen simplifizieren. Wie wäre es mit einer 60-stündigen Vortragsreihe?

Ich dachte da mehr an ein Bild. Das geht auch. Schauen Sie sich das an. 2,5 Millionen Arten. Insekter, Kohleoptera, Diptera. Sehen Sie, die genetische Vielfalt des Lebens auf einen Blick. Das ist das Rohmaterial der Evolution. Sie sehen Schlüsselarten, Anpassungsprozesse, Nahrungsnetze. Wo steige ich zum Brandenburger Tor um? Diese Artenvielfalt. Wie wird sie gemessen? Neulich las ich, dass man in Ostdeutschland in den Baumkronen Käferfallen angebracht hatte. Man hat 566 Käferarten in nur 18 Bäumen gefangen. Davon 114 auf der roten Liste. Was passiert dann mit diesen gesammelten Flugobjekten? Die werden aufgespießt. Das wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um euch rauszulassen.

Ich sammle übrigens auch Insekten. Ach ja? Ja. Mit meinem Privatflieger. Weniger als Einzelexemplare, mehr so als Brei. Wobei ich inzwischen so gut fliege, dass ich die Insekten gar nicht mehr treffe. Dass man in deutschen Landen in Schutzgebieten 75% weniger Biomasse bei Flugensekten gemessen hat? Freie Sicht für Freiburger. Macht Ihnen das keine Sorge? Eine biologische Vielfalt, ein intaktes Ökosystem. Das ist das Fundament der Zivilisation. Die Natur ist in einem schlechten Zustand. Mit Alarmismus kommen Sie da nicht weiter. Sie müssen versuchen, die Lage zu analysieren. 1 Mio. bekannten Arten sind bereits 1 Mio. vom Aussterben. 68% der Säugetiere, Reptilien, Vögel, Fische mit Amphibien.

Die sind von der Erdoberfläche verschwunden. Die Waldfläche ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Essen, trinken, atmen. Das hängt ab von einer intakten Natur. Und diese intakte Natur stirbt. Also nicht ruhig, auch gut. Wahrscheinlich kann man den Menschen die Folgen des Massensterbens nicht begreiflich machen. Aber das ist doch ganz einfach. Das ist, als ob Sie bei einem Computer wahlos Dateien löschen, ohne zu wissen, was das für Dateien waren. Und Sie dann mit dem kaputten Ding, von dem Sie kein Backup gemacht haben, zum Apple Store gehen und sich dann darüber beschweren, dann kauft man sich eben ein neues Laptop.

Hören Sie, wenn es schlimm wäre, dann würde man in der Presse ja viel öfter davon lesen. Wie beim Klima. Das ist, was mich auch verwundert. Die Dringlichkeit in Ihren Gazetten scheint zu fehlen. Und wenn es wirklich schlimm wäre, gäbe es längst irgendein internationales Abkommen. Wie beim Klima. Das gibt es doch. Es hat 20 Ziele gegeben, wie man das Artensterben ausbremsen kann. Und? Haben wir es geschafft? Wie beim Klima. Man hat es geschafft, kein einziges der Ziele zu erreichen. Dann ist die traditionelle Lösung, dass man einfach eine neue Konferenz macht. Hören Sie, die hat bereits stattgefunden. Und sie ist zu Ende gegangen. Letzten Monat im chinesischen Kunming.

Ob Sie es glauben oder nicht, weil man die 20 Ziele verfehlt hat, hat man jetzt 21 Ziele. Ein ganz klarer Fortschritt. Und das ist irgendwann verbindlich, das Artensterben zu bremsen. Hören Sie, Humboldt, das Artensterben, das gibt es doch schon die ganze Zeit, nicht wahr? Ich meine, der Stärkere setzt sich durch, und der Schwächere wird gefressen, das ist ganz normal. Sagen Sie, hat sich nicht vor kurzem ein Laschet gegen Sie gesetzt? Und davor eine Karrenbauer. Und davor eine Mache. Wissen Sie was, Humboldt? Sie haben vollkommen recht. Es gibt seltene Arten, besser zu schützen. Gleich bei dem Einschiebs-Sketch konnte man sehen, wie diese Kabarettisten arbeiten. Super manipulativ, oder?

Dass sie als einzigen Vertreter der Marktwirtschaft nur so ein abgehalftertes Exemplar der All-Economy auftreten lassen. Wow. Ja, uns war natürlich klar, dass solche Vorwürfe kommen würden. Deswegen haben wir dann im folgenden Sketch einen schmierigen, ironischen Finanzhai aus der New Economy auftreten lassen. Wird ironisch. Hör rein, wenn es kein Aperasfinodon Bruno Is. Kein was? Ein kürzlich entdeckter Frosch. Sein Gift ist so giftig, nur ein Gramm kann etwa 80 Menschen töten. Was machen Sie da? Ich sammle Insekten. Nein, das tun Sie nicht. Sie grillen, Sie hören sich auf. Das ist ein Regenwald, hier kreucht und fleucht das Leben. Millionen Arten. Bleiben Sie so.

Nicht diese Ameise zertreten. Wieso? Das ist eine Schlüsselart, eine Treibeameise. Die heißt so, weil sie Treibjagden veranstaltet auf andere Insekten wie die Heuschrecke. Auf der Flucht, er hebt sich in die Luft und kann so von anderen gefressen werden. Wie z.B. Vögeln. Usch, usch, meine kleine. Wie z.B. dem Ameisen-Vogel. Oh, da ist zufällig einer. Sehen Sie? Ha, ha, ha, ha, ha, ha. So ein Sie, ne? Das war nur zu Illustrationszwecken. Sehen Sie? Also, die Treibeameise terrorisiert hier den ganzen Urwald, oder was? Oh nein, Sie haben mich missverstanden. Von ihr hängen 300 Arten ab. Sehen Sie? Milben reiten auf ihr. Parasitiere Wespen finden in ihr ihren Wirt.

Käfer fressen das, was sie übrig lassen. Verstehen Sie, warum wir dieses wunderbare Tier unbedingt beschützen müssen? Damit die sich weiter masakrieren, oder was? Nein, das... Oh, oh, ungeschickt von mir. Vielleicht können Sie noch retten hier unterm Schuh. Ich ahne es doch nicht. Junge Mann, Ihnen scheint der Nutzen eines intakten Ökosystems noch nicht ganz klar zu sein. Now you're talking. Hm? Was bringt mir die Natur? Ich verstehe Sie noch nicht ganz, was Sie... Ja, ich meine, ist die Natur ein High Performer? Bulle oder Bär? Top oder Flop? Rein oder raus? Kaufen oder draußen? Ching oder Chang? Haben Sie von meinem Froschgift genascht? Ich meine, was bringt mir die Natur?

Sie meinen, außer essen, trinken und atmen? Ja, finanziell. Ach. Ach so. Sie sind vom Stamme dieser Wirtschaftsliberalen, von denen man mir so viel erzählt hat. Natürlich muss ich das in Ihrer Sprache ausdrücken. Verzeihen Sie mir. Sehen Sie die Natur? Das ist der größte Dienstleister der Welt. Mega. Mega? Ja. Ja, Sie sagen es. Der ökonomische Wert, z.B. der Bestäubungsleistung auf der ganzen Welt, wird beziffert auf etwa 577 Milliarden Dollar. Haben Sie gerade 577 Milliarden Dollar gesagt? Jetzt verstehe ich das Ganze hier. Sie wollen absagen. Nein. Na klar. Drängt sich bei mir sofort die Frage auf. Wie können wir diese Tierchen besser schützen? Wie kann ich in den Bestäubermarkt einsteigen?

Sie wollen Honig machen? Nein, wie kann ich von der Arbeitsleistung dieser Insekten profitieren? Sie laben sich doch bereits am Nektar des Busens der Natur. Entschuldigung, Sie profitieren doch bereits. Da haben Sie fast wörtlich die Stelle im Buch wiedergegeben, wo ich ausführlich erläutert habe, dass im Falle eines weiteren Rückgangs der Insektenpopulation bei zahlreichen Obst- und Gemüsesorten ein Verlust von bis zu 90% droht. Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Gurken. Wie Sie mögen keine Gurken. Das tut doch jetzt überhaupt nichts zur Sache. Sehen Sie in meinem Buch. Allein in Deutschland, verstehen Sie, würde es 2 Milliarden Euro kosten, wenn es keine Bienen zum Bestäuben gäbe.

Sehen Sie jetzt, wie wertvoll diese Geschöpfe sind. Ah, 2 Milliarden. Und warum wir sie unbedingt schützen müssen. Nee. Die müssen alle weg. Nein, passen Sie auf. Lassen Sie das. Nein, nein, nein. Weg! Überlegen Sie doch mal, wenn die alle weg sind. Wer bestäubt denn dann? Die Unternehmen. So wird die Bestäubungsleistung zum Cashflow. Und wir beseitigen endlich den kapitalen Fehler der Natur. Welchen? Wir müssen sie hundertelang umsonst ihre Arbeit zur Verfügung stellen. Kennen Sie die Geschichte von König Midas? Sehen Sie, er wurde verwandelt. Und alles, was er anfasste, wurde zu Gold. Sogar das, was er aß. Er wäre verhungert, hätte man den Zauber nicht aufgehoben.

Verstehen Sie, was ich und diese Geschichte Ihnen sagen möchten? Klar. Wenn nur auf Gold setzt, legst du konservativ ran. Alter, mich dann aufgefordert hat, nicht mehr vom Bienensterben zu reden. Sondern vom schlanken Bienenstarr. Da wusste ich, mit dieser speziellen Art Mensch musste ich mich näher beschäftigen. Hey! Nee, das geht nicht. Ich habe Deadline für vier Projects. Ich habe heute noch ein Mieting mit einer Kindsee. Hallo, hallo. Ja, okay. Ein Wirtschaftsilberaler am Spieß, da kann man schon verstehen, dass manche Leute das als gewisse Radikalisierung der Sendung gesehen haben wollen. Glauben zu dürfen. Ich auch. Die Nummer war doch nicht radikal.

Das war Heimat- und Sachkundeunterricht, vierte Klasse. Nein, da liegt das Leistungsniveau deutlich höher. Ich habe auch ein Schulbuch geschrieben. Das darf ich natürlich nicht zeigen. Aber ich kann ja wenigstens darüber reden. Wenn man die Jüngeren heute satirisch für Schlüsselarten begeistern will, muss man da ganz anders rangehen. Du brauchst einen coolen Typen, den man das auch abnimmt. Gott sei Dank fiel mir da auch gleich der Richtige ein. Ich reiß mir den Arsch auf und sammle Nektar und Pollen. Du musst es nicht mehr können, du musst es auch wollen. Ohne mich und meinen geilen Bienenfleiß wär dein Supermarkt leer, nur noch Scheiß. Dann holst du Weichei, Tränen in die Schüssel.

Was du wirklich brauchst, ist mein mittellanger Rüssel. Ich bestäub sie alle durch, du glaubst dich flex. 1.000 Blümchen am Tag, der volle Blümchen-Sex. Präsentiert von ihrem Zwachsgebühren. Wow. Davon haben wir Sie schon, ob sich das auf dem Freien Markt durchsetzen würde, oder? Nee, ich bin immer noch überzeugt von der Nummer. Ich hab viele begeisterte Postkarten bekommen. Gerade von den Jüngeren. Aber dann musste der von Wagner wieder mit seinem Belehrungstheater anfangen. Nee, ich bin nach wie vor überzeugt von der Nummer. Eine klassische investigative Tafelnummer zur Genesis Insektenschutzgesetzes. Mit mir als Politiker. Der wunderbar, Sara Bosetti.

In einer feingezeichneten Charakterstudie einer Agrarfachwirtin und dem Muttaf. Der wollte ja gar nicht mehr raus aus seinem Kostüm. Ich weiß jetzt nicht, was Sie haben. Die Deutschland hat doch vorbildlich reagiert und sogar ein Gesetz zum Insektenschuss erlassen. Zeitwurz, 3 Viertel meiner Verwandtschaft ist nicht mehr am Leben. Insektenstudie, Frau Agrarfachwirtin. Wozu brauchen wir denn bitte ein Insektenschutzgesetz? Wir haben doch Insektenschutzmittel. Sehen Sie, das Gesetz ist ein Mittel zum Insektenschutz. Weil es Schluss macht mit Glyphosat. Glyphosat ist ein Unkrautvernichter. Ich sterbe aber trotzdem dran. Es geht doch nicht gegen Sie persönlich. Dann sterbe ich nur aus Versehen.

Vielleicht müssen Sie überhaupt nicht mehr sterben dank unseres neuen Insektenschutzgesetzes. Was ist mit meiner Zukunft dann, wenn Sie mir verbieten, diese Viecher zu töten? Keine Sorge, das Insektenschutzgesetz ist ja gar kein Gesetz, sondern einfach nur eine Änderung in der Pflanzenschutzanwendungsverordnung. Was? Keine Sorge. Hauptsache, es wirkt wie ein Gesetz und Glyphosat wird verboten. Was? Sie können uns doch nicht unser wichtigstes Mittel verbieten. Glyphosat wird ja nicht verboten. Es wird lediglich eine neue Anwendung angeordnet. Nämlich die, dass es nicht mehr angewendet werden darf. Bis auf die 40 glyphosat-heiligen Mittel, die eben schon zuvor zugelassen waren.

Die sind auch weiterhin erlaubt? In privaten Gärten und öffentlichen Parks. Da darf also weiter gespritzt werden? Jaja, aber nur dort. Und in der Landwirtschaft. Sehen Sie, mit Auflagen bis Ende 2024, wenn dann die alte EU-Zulassung für Glyphosat ausläuft. Ich denke, Glyphosat wird verboten. Ja, richtig. Was? Nein. Ach so, ja. Sehen Sie, wir nennen einfach nur das Auslaufen der alten EU-Zulassung verboten. Was soll denn das eigentlich dauernd heißen? Alte Zulassung. Dass es bereits einen Antrag auf eine neue Zulassung gibt für Glyphosat auf EU-Ebene für die nächsten 15 Jahre? Dann sterbe ich also weiter an Glyphosat. Dann hängen Sie sich doch nicht immer so an diesen Glyphosat auf.

Sie sterben doch auch an Überdüngung. Außerdem haben wir durchaus auch andere Pestizide zur Auswahl. Sehen Sie, deswegen haben wir ja auch allgemein den Einsatz von Pestiziden eingeschränkt in dem neuen Insekten-Schutzgesetz, vor allem für die Landwirtschaft. Was? Aber die Hälfte der Bundesrepublik Deutschland ist landwirtschaftliche Nutzfläche. Ja, und zwar Ackerbau in Monokultur. Da werden die meisten von uns gekillt. Und überall da wird also dann nicht mehr gespritzt. Doch, doch, muss ja. Wieso denn? Wovon sollen wir Bäuerinnen und Bauern uns denn ernähren, wenn die Ernten ausfallen von Insekten?

Aber wenn uns die intensive Landwirtschaft am meisten ausrottet, wäre es dann nicht vielleicht vernünftig, da anzusetzen? Nein, das wäre der völlig falsche Weg. Wir können doch die Insekten nicht dort schützen, wo sie vergiftet werden. Aha, ich dachte, Sie wollen auch für uns zu vergiften. Ja, das wollen wir auch. Und zwar in den neuen Natura-Schutzgebieten. Sehen Sie, das sind immerhin 15% der Fläche von Deutschland. Was? Keine Sorge, das sind Schutzgebiete der niedrigen Schutzordnung. Also, ich will ja nicht meckern, aber hören Sie mal, ein Großteil dieser Schutzgebiete, da liegt ja auf der Nordsee. Ja. Da gibt es doch gar keine Insekten. Nein, nein. Aber Vögel.

Und ein Großteil der Natura-Schutzgebiete sind Vogelschutzgebiete. Na ja, und da gibt es ja Insekten. Ja. Ja, und da gilt dann auch der Insektenschutz. Nein. Sagen Sie mal, ohne Vogelschutzgebiete ist das ja viel, viel weniger. Viel, viel weniger. Sehen Sie sich doch mal die grünen Flächen an. Habe ich das richtig verstanden? In diesen Schutzgebieten wollen Sie mir künftig verbieten zu spritzen. Moment mal, habe ich das richtig verstanden? Sie betreiben Viehzucht und Ackerbau in diesen Schutzgebieten? Sehen Sie, also was richtig ist, es gibt dort Landwirtschaft, ja, aber bisher war der Einsatz von Pestiziden ja dort grundsätzlich erlaubt. Ich höre wohl nicht richtig.

Ja, aber da gilt ja jetzt das neue Insektenschutzgesetz. Aha, das mit dem Einsatz von Pestiziden grundsätzlich Schluss macht, ja? Richtig. Was? Außer im Gartenbau. Bei den Obst- und Weinbau. Und bei der Pflanzengutvermehrung und beim Saatgut. Und beim Hopfen. Dann ist das Gesetz ja gar keine Verschärfung. Doch, doch, doch, beim Ackerbau in Schutzgebieten. Sehen Sie, da wird der Pestizideinsatz tatsächlich beschränkt. Also Sie müssen sich bis 2024 nicht dran halten. Und danach schauen wir mal. Warum nennen Sie die Dinger nicht gleich Natura-Spritzgebiete? Also Sie, tun Sie mal nicht so, als würde Sie keinerlei Beschränkungen unterlegen.

Und Ihnen, sag ich an dieser Stelle, in den Schutzgebieten auf Weiden und Wiesen wird nicht gespritzt. Ja, da muss ich doch gar nicht spritzen. Aha. Was passiert, wenn Sie trotzdem spritzt? Oh, dann tritt, äh, unvermittelt Paragraph 8 der Verordnung in Kraft. Hahaha, wenigstens etwas. Was besagt der? Der besagt, dass bei einem Verstoß gegen die Verordnung keinerlei Sanktionen folgen. Das ist ja gut, dass das Ding fast nirgendwo gilt. Nirgendwo, das ist ja auch nicht richtig. Und das gilt auch nicht alles in den klassischen Naturschutzgebieten, die wir ja auch noch haben. Also insgesamt gilt das Insektenschutzgesetz auf 0,25% der Fläche in Deutschland. Was?

Nur auf 0,25% der Fläche der gesamten Bundesrepublik? Ja, ja, aber dafür gibt's ja einen Ausgleich von 65 Millionen Euro. Ausgleich? Was sollen wir Insekten denn mit Geld? Nein, das ist nicht für Sie. Das ist für die Landwirte, die das Pech haben, auf diesen 0,25% der Flächen ihren Pestizideinsatz nicht weiter betreiben zu dürfen. Aber das Geld allein ist uns nicht geholfen. Das wissen Sie schon, oder? Ja, wir haben Sie nicht vergessen. Sehen Sie, in den Ländern obliegt es, die Pestizideinschränkung wieder aufzuheben, wenn es die Bauern zu sehr belastet. Und das wird ja auch in NRW schon so diskutiert.

Da bin ich aber froh, dass jemand mal an was anderes denkt, als nur an sein eigenes Aussterben. So, jetzt reicht's. Das machen Sie doch. Nein, nicht. Wenn Sie das tun, dann werden Sie... Ist mir egal. Ich sterbe doch sowieso. Also für mich war das Verharmlosung von Ökoterrorismus. Haha, sehr witzig. Na, öfters hier. Ja, da haben dann viele Leute angefangen zu glauben, ein gewisses Muster in der Sendung erkennen zu können. Ich auch. Nö. Die Nummer fand nicht gut. Da hat man mal gesehen, um den Schutz der Arten kümmern sich in Deutschland Liebhaber. Aber um die Zerstörung Profis. Da hätten Sie mal aufhören sollen. Nein.

Die folgende Nummer war ja dann doch auch ganz gut, weil da ging es um mich. Da habe ich den Humboldt mal argumentativ in die Liquiditätsfalle gelockt. Bitte? Doch, doch, doch. Das heißt so. Herr Humboldt. Das heißt von Humboldt. Ich dachte, das wäre Ihr Bruder. Das habe ich Ihnen vorhin doch versucht zu erzählen. Schauen Sie, ich... Herr Merz, wie sind Sie da eigentlich rausgekommen? Groß wie immer. Hören Sie, was Sie bei Ihren Betrachtungen völlig außer Acht lassen. Es mag sein, dass wir im Dschungel im Moment eine Menge Tier- und Pflanzenarten verlieren, aber dafür wächst ja auch zum Ausgleich. Nicht wahr? Im Supermarkt eine wunderbare Warenwelt. Dürfte ich kurz vielleicht...

Maggi-Seelachs-in-Kräuter-Sahne. Nestle-Choco-Crossies. Snickers Creamy. Das ist Snickers Creamy Peanut Butter. Das ist schon eine beeindruckende Vielfalt. Können Sie meine Frage beantworten? Was ist das hier für eine Art? Das ist alles eine Art Lebensmittel. Made by Marktwirtschaft. Das braucht der Stadtmensch zum Überleben. Aber die Inhaltsstoffe nach zu urteilen, verkürzt sich die Lebenszeit nach Genuss dieses Lebensmittels doch ganz erheblich. Aber sie verkürzt sich in vielen Geschmacksrichtungen. Ich habe das Gefühl, Ihnen fehlt der Respekt. Nicht wahr? Für die Leistungen unseres Ökosystems und für Snickers Creamy Peanut Butter. Welches Ökosystem meinen Sie? Die Ökonomie.

Da herrscht auch das Gesetz des Dschungels. Fressen und gefressen werden. Knallharter Wettbewerb. Und dieses wunderbare Ökosystem Marktwirtschaft ist bedroht, weil der Mensch immer mehr eingreift in das freie Spiel der Kräfte. Erst Umweltschutz, dann Klimaschutz und jetzt eben auch Artenschutz. Und Sie meinen also, der Arbeitsraum für Unternehmen wird immer kleiner und wir müssen jetzt die Unternehmen schützen, ja? Keine Wohltätigkeit. Es reicht, wenn Sie endlich mal was kaufen. Wenn keiner was kauft, dann gibt es hier bald nichts mehr zu kaufen.

Aber wie kann ich als neuer Unternehmensschützer denn sichergehen, dass mein Geld auch den Unternehmen zugutekommt und nicht etwa Gott bewahrer der Umwelt oder dem Klima? Also das ist ganz einfach, da können Sie einfach gezielt blind ins Regal. Gar nicht. Blind. Okay. Na gut. Volan frisch konsumiert. Das geht mir nach der Rodung von Tropenwäldern. Also ich würde sagen, das ist das normale Hintergrund raus von einem Supermarkt. Ich würde sagen, Sie unterstützen damit direkt das Artensterben in Südamerika. Damit unterstützen Sie die heimische Markenvielfalt. Entschuldigen Sie das altertümliche Wortspiel, aber das ist keine Markenvielfalt, das ist Markeneinfalt.

Sehen Sie, hinter all diesen Produkten steckt nur eine einzige Firma. Cargill. Hm? Woher ich das alles weiß? Nun, man muss eben ständig recherchieren. Ein wenig Fleiß und dazu dieses exzellente Buch von Frau Prof. Dr. Sozetti, das ich nur wärmstens empfehlen kann. Aber wieso kann er denn jetzt an der Stelle mein Buch... Wieso Cargill? Ich sehe hier Nestle, Marsch, Maggi... Ja, jetzt denken Sie noch ein bisschen weiter und von wem bekommen die alle ihre Rohstoffe? Von... Von... Von Cargill. Die kriegen Kakao, Höhle, Baumwolle und vor allem Soja. Soja? Ach, Soja. Sehen Sie, hier. Allein die Anbaufläche für Soja hat sich in Brasilien seit den 70er Jahren verzehnfacht.

Schauen Sie sich das an, was sie aus Brasilien gemacht haben. Halb Brasilien ist ein Sojafeld. Dieser Hülsenfrüchtler wächst übrigens auf der ganzen Welt auf einer Fläche von Deutschland, Frankreich und Italien zusammen. Also ich hätte das in Saarland umgerechnet. Sonst kann sich das doch keiner vorstellen. Und aus meinem wunderbaren Dschungel wird diese braune Wüste... Schauen Sie sich das an, mit diesen Monokulturen legt man die Axt an das Fundament unseres Lebens. Also jetzt hören Sie mal, es geht auch nicht gleich die Welt so, weil Ihr Nachbar mal ein bisschen Soja anbaut. Aber hier sind die Auswirkungen am verheerensten.

Sehen Sie, ein Quadratmeter Regenwald enthält mehr Artenvielfalt als ganz Europa zusammen. Da sehen Sie, was Sie und Ihre fleischlosen Freunde anrichten. Deswegen sage ich ja auch immer Tofu tötet. Drei Viertel des Sojas geht nicht in Tofu, sondern wird zur Tierfutter. Tja, da bleibt immerhin noch ein ganzes Viertel übrig. Dieses eine Viertel wird hauptsächlich zu Bratöl, Margarine und Biosprit. Sehen Sie, nur zwei Prozent des gesamten Sojaanbaus der Erde fließt überhaupt in vegane Ersatzprodukte. Tja, das ist eine ganze Menge. Das ist zweimal ein Prozent. Und ein Prozent der Deutschen besteht schließlich aus Saarländern. Da hat er recht.

Zwei Prozent Soja für Veganer kommt hauptsächlich aus Europa. Das heißt, Herr Merz, die Bewohner des Regenwaldes und der Regenwald, die sterben nicht für Tofu. Die verbrennen für ihre Fleischeslust. Und einer der größten Hackfleischproduzenten der Welt ist Kagel. Ich persönlich empfehle dazu gerne eine leicht rauchige Barbecue Sauce. Allein für Kagel hat man in Brasilien eine Fläche gerodet, die war zweieinhalb Mal so groß wie der Bodensee. Er meint das halbe Saarland. Hör Sie, Sie kommen sowohl mit Ihrer Kritik als auch Ihrem Kleidungsstil deutlich zu spät. Firmen wie Kagel haben bereits 2006 ein Moratorium unterzeichnet. Und seitdem wurde am Amazonas für Soja kein Urwald mehr gerodet.

Ja, sondern nur für neue Viehzuchtflächen. Und jetzt, jetzt, jetzt, überlegen Sie mal, was wächst auf den alten Viehzuchtflächen? Soja. Ach, Soja. Der Platz dieses Moratoriums wurde auf der Welt seit dem Jahr 2000 eine Urwaldfläche gerodet, die ist so groß wie halb Deutschland. Und 94% davon waren illegal. Hören Sie, das sind alles vereinzelte Heerscharen von Kriminellen. Die großen Sojaunternehmer sind längst weiter. Ja, die sind weitergezogen. Die holzen jetzt nebenan. Völlig legal im Cerrado, einem Trockenwald, der halb so groß ist wie Europa. Ja, gut, da gibt es eben auch kein Moratorium. Weil die Soja-Produzenten sich weigern, das Moratorium zu unterschreiben.

Aber das ist doch rücksichtsvoll gegenüber dem Regenwald. Ich meine, im Trockenwald, da wächst wahrscheinlich eh nichts. Das ist die artenreichste Servande der Welt. Schauen Sie, schauen Sie sich das an. Was? Das, das Rote da? Nein, nein, das ist das Gebiet, das schon gerodet worden ist eine Fläche so groß wie Frankreich und Deutschland. Hören Sie mal, das ist gerade so 342 Mal das Saarland. Sie sehen das auch alles viel zu negativ mit dem Artensterben. Wir produzieren ja auch immer wieder neue Tiere. Die Welt ist doch voller Hühner, Rinder und Schweine. Das sind alles domestizierte Nutztiere. Schauen Sie, nur 6% der Landzeugetiere ist überhaupt noch in freier Wildbahn unterwegs.

94% sind Nutztiere. Das ist ein absurdes Übergewicht. Nein. Wenn die Nutztiere ihr Übergewicht erreicht haben, bringen wir sie ja alle gleich um. Hören Sie. Wenn Sie Gewissensprobleme bei Cargill haben. Habe ich, habe ich. Dann machen Sie es doch einfach wie 2 Milliarden Menschen, nicht wahr? täglich und konsumieren ganz bewusst eines der 400 wunderbaren Produkte von Unilever. Habt ihr mich mal sehen? Mundermin Soßenbinder. Knorr Suppenliebe. Fanny Kartoffelpüree. So. Das war jetzt der Tropenwald in Südostasien. Hört man doch. Oh, böses Fleisch. Da hat die Anstalt wieder richtig was rausgefunden. Und was kommt danach? Im Kabarett immer, genau, böses Palmöl. Hier ist überall Palmöl drin.

Wenn Sie alle Produkte aus dem Supermarkt entfernen würden, wenn den Palmöl drin ist, dann wäre der halbe Supermarkt leer. Und was war jetzt noch mal so schlimm an Palmöl? Ach Gott, wie oft noch. Schauen Sie da rein bitte. Borneo hat die Hälfte des Waldes für Palmölplantagen gerodet. Sumatra sogar 3 Viertel. Aber ich bin mir sicher, Sie haben sehr, sehr gute Gründe für das Ausrotten des Orang-Utans. Oh ja. Ohne Palmöl hätten wir Nutella entscheiden. Palmöl lässt Schokolade zart schmelzen und garantiert, dass ich bei Magifix-Produkten keine unerwünschten Klümpchen bin. Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Wir vernichten unser ganzes Rekosystem von Tütensuppen.

Das meiste Palmöl fließt in Europa ja immer noch in Biosprit. Unter anderem, weil die EU-Kommission den Anbau massiv gefördert hat. Denn Benzin und Diesel mussten 5% pflanzliche Rohstoffe beigemischt werden. Das ist gegen ihres dusseligen Klimaschutzes. Das hat ja in der EU auch niemand ahnen können, dass Europa zu klein ist um den ganzen Raps und Mais anzubauen, den man für Biosprit braucht. Dass man für europäischen Biosprit asiatisches Palmöl einführen und asiatischen Regenwald roden muss. Ja, ja. Aber schon die EU-Kommission hat das längst erkannt und entschieden gehandelt. Das heißt, es ist jetzt Schluss mit Palmöl für Biosprit. Das ist es. Schluss. Also jetzt. Jetzt. Sofort.

Nicht irgendwann. Jetzt. Jetzt. Schluss. Jetzt ist Schluss. Alles gut. Also jetzt plus 9 Jahre. 2030. Stopp. Der Sketch muss jetzt hier weg. Entschuldigung. Erstens. Wieso? Zweitens. Welcher Sketch? Die Unternehmen sind doch längst viel weiter, weil sie nicht mehr in ihrer konsumkritischen Nische ausmalen können. Es gibt doch alles mittlerweile nachhaltig. Es gibt nachhaltiges Holz, nachhaltige Soja, nachhaltiges Palmöl. Und nachhaltig meinen Sie, dass dafür kein Regenwald abgeholzt wird? Nee, das wächst auf den bereits abgeholzten Flächen. Ja, das ist absolut großartig. Dann müssen wir jetzt nur noch den jährlichen Bedarf an 75 Millionen Tonnen Palmöl produzieren. Die waren fallgelöst.

Prima. Gibt nur ein Problem. Diese Mengen lassen sich nicht nachhaltig produzieren. Sehen Sie, bereits die heutigen Monokulturplantagen fressen eine Fläche in der Größe von Großbritannien. Eine Chance für Großbritannien? Die sind ja auch mal froh, wenn da was wächst. Nein. Da wächst aber keine Ölpalme. In Großbritannien. Die Ölpalme wächst da, wo eigentlich Regenwald wachsen sollte. Dann holen wir eben den Regenwald nach Großbritannien. Nein. Sie müssen sich schon entscheiden. Entweder haben wir einen vitalen Regenwald mit Millionen wunderbarer Bewohner. Oder wir haben Palmöl. Also Maggi-Fix mit Klümpchen ist für mich keine Option. Palmen sind ja auch Natur. Das ist keine Kultur.

Das sind Monokulturen. Die zerstören die Artenvielfalt. Sie haben entweder Mono oder Fil. Verstehen Sie, wir können nicht einfach wie früher, als wir noch Jäger und Sammler waren, alles auskühlen und dann weiterziehen. Zum nächsten, weil wir... Wohin sollen wir inzwischen weiterziehen? Zum nächsten Planeten? Elon Musk fliegt ja jetzt zum Mars. Vielleicht könnte ich dort auch Vorsitzender werden. Mit Konsumenten wie Ihnen hat das alles keinen Sinn. Wenn ich nur eine Möglichkeit hätte, direkt zu vielen Menschen sprechen zu können, dann würde ich zum Boykott dieser Produkte aufrufen. Sehen Sie dieser Menschenunfug hier? Der muss einfach weg.

Diese Revoluzzer-Pose, der hätte er sich sparen können. Man muss doch nur Handelsrecht anwenden. Artikel 20 des Handelsabkommens GATT erlaubt Maßnahmen zum Schutz von endlichen Ressourcen. Sie können also legal gegen Konsumwetter vorgehen, die die Artenvielfalt bedrohen. Aber das habe ich doch alles in Kapitel 7 in meinem Buch... in meinem Buch ausgeführt. Also bis dahin war das eine Anstalt wie jede andere. Ein alt 68er aus dem 18. Jahrhundert, Kostüme aus dem Internet und ein Liberaler als Watschenmann. Von der Wirkung her hätten wir den Orangutan da dann auch gleich erschießen können. Ja und dann haben wir halt noch eine Schippe drauf gelegt. Und dann ist es halt ein bisschen ausgearrt.

Ja, liebe Kolleginnen und Kollegen, danke erstmal an alle, die sich auf den gefährlichen Weg gemacht haben zu unserer Artenschutzkonferenz. Bei der Artenschutzkonferenz der Menschen in Kunming waren wir ja mal wieder nicht eingeladen. Das ist typisch, absolut typisch. Saftzirke! Wie ihr seht, sind viele Plätze freigeblieben. An der Stelle die Pflanzen lassen ausrichten, dass sie gerne gekommen wären, aber leider keine Einladung erhalten haben. Ich habe ihnen dann erklärt, dass wir nach langer Zeit mal wieder ein Präsenztreffen machen wollen. Ja, gut, gut. Das mit der Mobilität bei den Pflanzen. Na, ihr wisst ja Bescheid.

Danke, viele Arten konnten der Einladung ja auch deshalb nicht folgen, weil sie inzwischen fast oder ganz ausgestorben sind. Ja, das ist eine verdammte Tragödie. Das ist ja richtig schlimm. Ich dachte, deshalb ist es vielleicht angebracht, eine Gedenkminute einzulegen. Das ist sehr gut. Lass uns das machen. So, eine Minute pro Art. Ja, also zugegeben, das ist eine würdevolle Idee. Ich würde irgendwie auch durchkommen, um vor dem Wintereinbruch wieder zuhause zu sein. Ich würde deshalb gleich zum Tagesordnungspunkt 1 der Bio-Devisitätskonferenz in Kunming übergehen. Da hat sich nämlich bei den Menschen eine unserer Top-Spionen eingeschlichen. Hören wir mal Ihren Bericht.

Ja, die Übertragung ist dann doch relativ früh abgebrochen. Leute, wie lange wollen wir diesen Massakren gegen uns noch tatenlos zuschauen? Zumal ich gehört habe, dass die Menschen beim Thema Arten sterben, offensichtlich das zu tun scheinen, was sie am liebsten tun. Nämlich absolut gar nichts. Also jetzt erstmal Stopp. Also Artensterben gab es schon immer. Wie bitte? Entschuldigung, kann mal jemand diesen Querschwimmer hier drüben die Flosse abdrehen? Nee, ich habe zum Beispiel gesehen, dass es immer mehr Humboldt-Kalmare gibt. Was? Noch ein prachtvolles Geschöpf, das nach mir benannt wurde. Zeigen Sie mal, zeigen Sie mal. Ach ja, wo hast du die gesehen, die Humboldt-Kalmare? Im Netz.

Da steht, dass sie sich immer mehr vermehren wegen des Klimawandels, weil das Wasser immer wärmer wird, als das Wasser in den Menschen. Da kann man nicht sagen, dass der Mensch grundsätzlich immer was Schlechtes macht. Sag mal, bist du wieder gegen Containerschiff gedonnert? Die Überfischung auf der Welt war doch nie so schlimm wie heute. Jeder dritte Fischbestand ist überfischt. Gerade du hättest das mitbekommen. Du bist ja kurzsichtig. Also Stopp. Der böse Mensch will uns alle ausrotten. Das ist mir zu moralin sauer. Da muss man doch auch mal selbstkritisch fragen, brauchen wir wirklich alle Arten? Ja, ich persönlich kenne nicht alle. Hey, was ist mit dir?

Früher hast du die Menschen auch gefressen. Nee, das war doch im Film. Das war fürs Image. Echt, oder? Ja, klar. Da muss man doch auch mal drüber reden können, hier in der Runde. Ein kontrollierter Artenabbau, der birgt doch auch Aufstiegschancen. So aller Weltstiere gehören auf einmal zu bedrohten Arten. Der Feldhams, der kommt richtig groß raus. Das kann man doch nicht verschweigen. Insgesamt ging es uns doch letztes Jahr schon viel besser. Letztes Jahr war ja auch Corona. An der Stelle wollte ich noch mal einen großen Applaus für die Fledermäuse. Ich finde, die Pandemie, das war endlich mal ein richtig toller Ansatz. Moment, denkt dran, wir wollen es mit Gandhi halten. Friedlicher Protest.

Hab ich vergessen. Wir wollen ja friedlich und unauffällig aussterben. Geil. Genau, vielleicht ist das überhaupt das Problem. Wir sterben total langweilig und heimlich vor uns hin. Mit lateinischem Namen. In einer toten Sprache. Ehrlich, das juckt doch keine Sau. Was sollen wir denn machen? Spektakulärer aussterben? Wie stellt ihr euch das denn vor? Explodierende Elefanten, Kaninchen, die sich mit Benzin übergießen und anzünden? Hey, hey! Ich fände es schon irgendwie cool. Ich bin da draußen, nachher. Also, Freunde, wenn Darwin recht hat und ich gehe mal davon aus, dass unter uns darüber Konsens herrscht, dann gilt ja nun mal auch Survival of the fittest. Was?

Na ja, und dann muss man vielleicht auch mal zugeben, ich meine, wenn dann eine Spezies kommt, die es wie der Mensch voll drauf hat, dann... Halangt doch mal, was ist mit dir los? Was ist mit euch allen los? Ja, die kämpfen doch nicht mit fairen Mitteln. Ja, dir fackeln sie deine Lebensräume ab. Ja, du, du, du warst mal König des Meeres. Und jetzt schau dich an, was bist du? Beifangen, weil die mit ihren Schleppnetzen über die Ozeane pflügen. Und du, dir, dir düngen die Bauern die Leichgrümle kaputt. Ja, was wäre denn dann ein Vorschlag? Ja, mein Vorschlag. Wollt ihr ihn hören? Okay, mein Vorschlag. Wir stellen den Menschen unter Artenschutz. Unter Artenschutz. Was?

Weil unter Artenschutz kannst du eine Art nur stellen, wenn sie schon vom Aussterben bedroht ist. Ja, aber der Mensch ist doch gar nicht. Also... Das war dann die Stelle, wo es endgültig gekippt ist. Das habe ich auch genau so geschrieben in meiner Bewerbung für den Vorsitz des ZDF-Fernsehrates. Was soll denn das heißen, Kaninchen? Willst du dich bewaffnen? Nein. Ich bin schon bewaffnet. Ein Kaninchen, das zur Menschenjagd bläst? Krank. Also meine Idee war das nicht. Die Idee war ganz klar von Wagner. Das war ein ganz typischer Uthoff. Die Bild hat es ja dann auf den Punkt gebracht. ZDF fordert Ausrottung der Gebührenzahler. Das ist ja mal ein klassisches Eigentor.

Ja, das ist so undifferenziert gewesen. Das Kaninchen wollte doch gar nicht alle killen. Also es wollte alle killen. Aber nicht die indigenen Völker, weil die im Einklang mit der Natur leben. Wie sich das Kaninchen den Weg in Richtung Kanzleramt freigeschossen hat. Das sah schon geil aus. Ja, aber vielleicht hätten wir dann doch nicht zeigen sollen, wie die Menschen von Snickers Creamy angelockt in den Fußgängerzonen am riesigen Klebestreifen langsam verenden. Nee, ich bleib dabei. Die Evolution wird erst wieder fair, wenn wir zwischen den Arten für eine gewisse Waffengleichheit sorgen. Das war's für heute. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

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