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Frontex

Pushbacks , Situation an der Grenze Polen/Belarus, Seenotrettungen, Menschenrechtsverletzungen, Code of Conduct, Fundamental Rights Monitoring, New Pact on Migration and Asylum, Flüchtlingskrise 2015

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Episode 'Frontex' in 'Die Anstalt' entwirft eine zynische Darstellung der europäischen Reaktion auf die Flüchtlingskrise. Sie kritisiert die ineffektiven Strategien von Frontex, die übertriebene Fokussierung auf Simulationen und die Instrumentalisierung von Sicherheitsbedrohungen zur Rechtfertigung von Pushback-Praktiken. Die Satire beleuchtet die bürokratische Ineffizienz, die fehlende Rechenschaftspflicht und die verzerrte Wahrnehmung von Menschenrechten innerhalb der EU-Institutionen und der Grenzschutzbehörden. Die Episode thematisiert die Komplexität der Migrationspolitik und die daraus resultierenden Konflikte zwischen Sicherheit, Menschenrechten und humanitärer Verantwortung.

Transkript 6.840 Wörter

Die Uniform sitzt ja nur wie eine Eins. Gut, ich kann darin nicht mehr sitzen, aber was willste machen? Jetzt also freundlich. Der Hetterndart hat gesagt, die nehmen jeden, da wäre ich genau der Richtige. Ja, wahrscheinlich, wegen meiner Grenzerfahrung. Alles wie früher, hat er gemeint. Ich soll diesmal nur in die andere Richtung schauen. Oder hat er gesagt, schiessen. Ich glaub, mein Trecker humbelt. Guden, Sie, ich soll mich hier vorstellen für einen Schnubertag Grenzmanagement. Alarm, Herr Direktor, Feind gesichtet im Mittelmeer. Ja, legen Sie mir das auf den Schirm. Ein Flottenverband nähert sich unter Volllast unseren Hoheitsgewässern. Das sind Erdogans Truppen.

Ja, ganz eindeutig maskierte Invasoren. Ich dachte immer, die Gefahr geht von denen aus, die keine Maske tragen. Aber mit der Einstellung bin ich zu Hause auch nicht mehr. Alarm! Alarm, Herr Direktor, in Kroatien. Unser System hat einen Eindringling an der Grenze erfasst, ohne gültige Papiere. Sagen Sie, ist der Djokovic wieder unterwegs? Nein, schauen Sie, Herr Direktor, es sind feindliche Spezialeinheiten. Sie versuchen die Grenze gewaltsam zu durchbrechen. Also, ich sehe da gerade eigentlich nur welche, die versuchen einen Arm zu durchbrechen. Hören Sie, die Grenzlinie muss auf jeden Fall gehalten werden. Aha, also dann machen Sie hier jetzt also so einen Pushback. Was? Ja, wieso?

Sagt man nicht so. Die erste Regel unseres Fight Clubs lautet, kein Wort über Pushbacks. Die zweite Regel unseres Fight Clubs lautet, kein Wort über Pushbacks. Ach so, ich verstehe. Dann ist der gute Mann da, nicht wahr? Der ist aus Versehen der auch. Die sind alle aus Versehen mit dem Rücken auf einen Bombebusch geblumst. Lassen Sie sich von diesen Wunden nicht täuschen. Sehen Sie die Aggressoren, versuchen unsere Widerstandskraft mit Mitleid zu brechen. Ihnen geht aber schon ganz schön die Muffe, oder? Ich meine, schauen Sie sich mal die Ausrüstung der Grenzschützer an, nicht wahr? Und dann vergleichen Sie die mal mit der Ausrüstung von den Dorfdorfweischzielen. Das ist ja das Problem.

Verstehen Sie, wir können die nicht einfach niedermähen, weil das sind ja wehrlose Geschöpfe. Und das macht diese asymmetrische Bedrohung so hinterhältig. Wer zur Hölle sind Sie eigentlich? Ich, ich bin Mauerschütze, was steht so? Also gewesen, nicht wahr? Und ich bin hier, um mal doch hier reinzuschnuppern. Ach, das ist ein Nachschub für unsere ständige Reserve. Sehr gut. Legeri, ich bin der Direktor hier. Nehmen Sie sich einen Stuhl. Danke, ich stehe lieber. Chef, noch ein Alarm. Angriff auf unserer Off-Front. Die attackieren unsere offene Flanke Belarus. Legen Sie es mir auf den Schirm? Jawohl. Die stehen direkt vor Polen. Die polnische Armee ist bereits vor Ort, Direktor.

Gut, es wird auch Zeit, es brennt schon lichterloh. Hören Sie mal, die machen sich doch da nur eine Dose Ravioli braun. Herr Direktor, Polen fragt, ob wir den NATO-Bündnisfall ausrufen sollen. Schwierige Frage. Genau, den NATO-Bündnisfall, weil die sich da einen Tomatensüppchen kochen. Nein, wegen Putin. Ach so, der Putin steigt hinter den Ravioli. Ich habs gewusst, so ein Geschmack kriegt nur der Russe hin. Nein, nein, hören Sie, Putin lässt es zu, dass der belarussische Machthaber Lukaschenko die Stabilität der Europäischen Union gefährdet. Und zwar mit Flüchtlingen als hybrider Waffe. Ach, die kommen jetzt mit hybriden? Ach, so entfahre ich jetzt auch eine Zeit lang.

Da kann ich Sie beruhigen, ich war rein elektrisch gesehen, kommt der Lukaschenko doch keine 80 km weit. Hybride Kriegsführung geht über das Militärische hinaus. Man greift an mit Cyberangriffen, Desinformationskampagnen und... Ravioli. Ja, sehen Sie, Lukaschenko. Lukaschenko beschießt die europäischen Außengrenzen mit Menschen. Die Marschkörper kommen von überall her. Von überall her, aus dem Irak, aus Afghanistan, aus Syrien. Sagen Sie mal, diese Marschkörper, also diese Fußgänger da, ja? Das sind jetzt doch nicht gerade Raketen. Sie richtig beschleunigt, sehen Sie das? Ach so, also der Lukaschenko beschleunigt die Migration.

Indem er die Visa-Bestimmung in seinem Land lockert und die Menschen in Billigflieger setzt. Ah, dann kämpfen Sie hier als einen beinharten Kampf für mehr Beinfreiheit. Beinfreiheit. Gegen Rhein eher. Nein, wir kämpfen gegen die nationale Fluglinie Belavia in Belarus. Lukaschenko hat Syrer und Iraker mit günstigen One-Way-Tickets nach Minsk gelockt. Für 280 Euro. 280 Euro? Hören Sie, das sind doch keine Billigflieger. Ich war neulich für 20 Euro auf Malle. Bin ich da jetzt auch eine Waffe? Ja, Sie alleine nicht, aber hunderte von Aussies mit Sonnenbrand am Strand. Das wäre schon eine... Rote Armee.

Sagen Sie mal, wir machten da eigentlich jetzt auf dem Grenzstreifen zwischen Belarus und Polen Strandurlaub. Rund 15.000. Was? So ein Erfstand für 15.000 Flüchtlinge. 15.000 polnische Soldaten. Ach so, ja. Und wie viele Geflüchtete? Also in Belarus maximal 20.000. Das ist ja fast eine 1 zu 1 Betreuung. Wo ist denn da die Betreuung? Hören Sie mal zu, Sie müssen ausrechnen, was da auf uns zukommt. Dann machen wir das doch einfach mal. Wie viele Länder hat die EU zurzeit? 27, wenn man Ungarn noch mitzählt. Also 20.000 durch 27, das macht? 740 pro Land. Allein in Deutschland wären das... Wie viele Bundesländer haben wir derzeit? 16, wenn man Bayern noch mitzählt.

Das sind 46,3 Personen pro Bundesland. Sehen Sie, also in manchen Gegenden von Brandenburg, da wäre das eine Verdoppelung der Einwohnerzahl. Ach so, dann hätten die ja doch gar keinen Platz mehr für ihre Wölfe. Sie haben recht, und genau das weiß Lukaschenko. Verstehen Sie, deswegen müssen wir alles tun, um diese Leute abzuwehren. Auch wenn das natürlich für Bilder sorgt, die Lukaschenko provozieren will. Sagen Sie mal, wie viele Tote gab es denn da jetzt bisher? An oder mit der Grenze gestorben? Was? 21, auf den Schirm? Nein. Warum lassen Sie die Menschen in Englisch nicht einfach rein? Weil wir nicht machen, was ein Diktator will.

Aha, also produzieren Sie die Bilder, die Lukaschenko will, um ihm zu zeigen, dass sie nicht machen, was er will. Hören Sie, wir sind nicht wie Lukaschenko. Wir haben nur ein Problem. Er hat unsere Schwachstelle entdeckt. Polen. Nein, unsere Werte. Ach so, deswegen prügeln polnische Grenzschützer jetzt die Leute, die Lukaschenko zur Grenze prügeln lässt, wieder zurück. Ja, weil wir uns nicht erpressen lassen. Im Gegensatz zu Teilen der polnischen Zivilbevölkerung, die heimlich an die Grenze gehen, um den Menschen zu helfen, dass sie nicht erfrieren. Und warum helfen Sie den Menschen da nicht? Wegen unserer Werte. Ach so. Ganz einfach, die Flüchtlinge kommen doch zu uns wegen unserer Werte.

Und diese Werte würden wir verraten, wenn wir machen, was ein Diktator will. Und das können auch die Flüchtlinge nicht wollen. Ich rekaviduliere. Wir können nicht so sein, wie wir sein wollen, weil wir sonst nur so wären, weil Lukaschenko es will. Also fest steht auf jeden Fall, wir sind wir, und die sind die. Ja, wer sind denn die Geflüchteten überhaupt? Das kann ich Ihnen genau sagen. Das sind sittenlose Migranten mit Hang zur Kuh. Bitte? Nein, das habe ich nicht gesagt, sondern der polnische Innenminister Kaminski und der polnische Verteidigungsminister hier. Mario Swastak. Die haben eine offizielle Pressekonferenz im polnischen Regierungsfernsehen gegeben.

Und dort, wie soll ich das ausdrücken, verstörende Bilder gezeigt von unzüchtiger Viehzucht mit einer Kuh. Das hat man angeblich auf Handys der Geflüchteten gefunden. Zeigen Sie ihm doch mal die Bilder. Herr Direktor, wollen Sie die wirklich noch mal sehen? Der sächsische Ministerpräsident Kretschmer hat gesagt, unsere Gesellschaft muss die Bilder an dieser Grenze aushalten. Okay. So, gucken Sie hier. Aha. Und das sind jetzt die zwei Porno-Brüder, und die wollen irgendeine Kuh an den Euter, oder wie? Nein, das sind die Minister. Nein, der andere da. Er hier. Sagen Sie mal, was wollen uns denn die Künstler mit diesem Bild eigentlich sagen? Das ist doch offensichtlich.

Die Migranten sind eine Gefahr. Das stand auch ganz groß auf der Homepage des polnischen Regierungsfernsehens. Da stand dieser Flüchtling. Drang erst in eine Kuh ein und dann nach Polen. Ja, Direktor, das haben die so behauptet, das ist überhaupt nicht wahr. Das Bild zeigt überhaupt keine Migranten. Das Bild stammt aus einem alten Porno-Film, den ich neulich im Internet, den man im Netz recherchieren kann. Es handelt sich auch nicht um eine Kuh, sondern um ein Pferd. Aber wenn es ums Vaterland geht, dann nimmt die Pisspartei ja jeden Arsch. Hallo? Es könnte ja eine Kuh sein. Ja, hallo.

Ich habe gerade bei Twitter gelesen, dass ihr soeben im staatlichen ZDF Mitglieder einer ausländischen Regierung und Freund nur folgenden kleinen Hinweis geben. Viel Spaß. Wer war denn das jetzt gerade? Keine Ahnung. Ich kenne diesen Böhmer man noch gar nicht. Chef, das ist doch der, der unsere Geheimtreffen mit der Waffenlobby auf Frontex Falls EU veröffentlicht hat. Aber da findet man auch dieses Video mit der Kuh. Ich dachte, es geht um ein Pferd. Es geht hier um Grenzsicherung, Leute. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Grenze aber jetzt gar nicht so sicher ist für die Leute. Das stimmt. Wären wir vor Ort ... Wie bitte? Soll das heißen, sie sind gar nicht vor Ort? Nein.

Frontex kann erst aktiv werden, wenn uns die Polen offiziell anfordern, was sie bisher nicht getan haben. Aber keine Sorge, wir sind überall in Europa aktiv. Mittelmeer, Kroatien, Griechenland. Da sind wir vor Ort. Ja, da ... Schauen wir vor Ort zu. Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag? Also, Pornos, Gücken. Kommen Sie mal mit. Also, ich glaube, weitermachen. Wir sind das EU-Expertisezentrum für integriertes Grenzmanagement. Das bedeutet, wir helfen anderen EU-Mitgliedsländern beim Management ihrer Außengrenzen mit klar definierten Serviceprodukten. Sie schauen also nur zu. Hören Sie, das ist wie im ... wie im Fernsehen.

Natürlich gibt es gute aussehende Menschen, die vor der Kamera agieren und den gesamten Applaus einheimen. Aber natürlich kommt es vor allem auf die Arbeit der Menschen hinter der Kamera an, damit so eine Fernsehsendung überhaupt funktioniert. Oder eine Abschiebung, um mal wieder aufs Thema zurückzukommen. Ja, ja, da helfen wir von Frontex auch, aber wir wollen nicht so im Mittelpunkt stehen. Sehen Sie, wir sind eher bescheiden. Wir helfen jetzt nur bis zu dem Punkt, wo man sich die Hände schmutzig macht. Ja, anders lässt sich das mit den EU-Hygienerichten ja auch nicht vereinbaren. Guten Abend. Sehen Sie, wir machen eher so ein indirektes Management.

Wir koordinieren Grenzoperationen, wir bilden Grenzbeamte aus und wie gesagt, wir helfen bei Rückführungen. Ja, Sie sind also eher so ein Outdoor-Escort-Service, aber Sie haben schon Wummen. Bitte? Wummen? Ja, es arbeiten viele Frauen bei Frontex, ja. Wummen? Ja, wir haben uns jetzt endlich neulich Waffen besorgt. Wie verträgt Sie schon das eigentlich mit indirektem Grenzmanagement? Ich meine, so eine Waffe ist auch schon relativ direkt. Dürfen Sie die Waffen überhaupt brauchen? Das ist rechtlich noch nicht erklärt, aber ich sage immer, was sollen die anderen EU-Behörden machen? Wir sind ja die einzige Behörde mit Waffen. Und da kriegen Sie keinen Ärscher mit der EU? Nein, im Gegenteil.

Wir kriegen sogar mehr Geld. Sehen Sie, mein Budget wird in den nächsten Jahren steigen, bis aufs 5,6 Milliarden Euro. Und wozu die ganze Nede? Nun, unter anderem zum Ausbau einer ständigen Reserve von 10.000 Mann. 3.000 davon übrigens bewaffnet. Und einer davon, wenn Sie wollen, könnten Sie sein. Gucken Sie mal. Das könnte dann Ihre Uniform sein. Sieht jetzt für mich doch schon ziemlich nach Parkraumüberwachung aus, oder? Punkt für Sie. Sehen Sie, dem Verwaltungsrat von Frontex war es extrem wichtig, dass die Uniform Autorität ausstrahlt. Aber nicht furchteinflößend wirkt. Denn uns ist bewusst, dass wir die europäischen Werte nach außen wie nach innen darstellen.

Herrgott, wie oft kann man denn eine Szene drehen wollen? Einfach den Text sauber in die Kamera. Das haben wir zigmal jetzt gemacht. Das kann doch nicht wahr sein. Sagen Sie mal, was genau machen Sie denn jetzt da hier? Testimonials for Recruitment. Ehrlich. In dem Satz habe ich jetzt gerade zwei Wörter nicht verstanden. Das ist so eine Art Mitarbeiter-Werbe-Videos. Hier wird jetzt gerade zum Beispiel ... Ja, gerade jetzt in diesem Augenblick. In diesem Augenblick können Sie dabei sein, wie hier unsere, ich sage mal, bekannteste und auch beliebteste Rubrik gedreht wird. Meet the people behind Frontex. Das heißt übrigens Übersatz ... Das habe ich verstanden.

Aber hören Sie, ist diese Form der Werbung nicht eigentlich kontraproduktiv? Denn ich meine, die Geflüchteten, die wollen ja zu den People behind Frontex. So habe ich das nun. Aber sehen Sie, wir wollen hier auch keine Migranten anlocken, sondern qualifizierte Mitarbeiter. Kommt Sie, ich zeige Ihnen mal meine Lieblingswerbung, die wir gemacht haben. Das müsste auf dem Schnittplatz hier zu sehen sein. Setzen Sie sich noch mal ganz kurz. Danke, ich stehe lieber. Nein, nein, der ist frei. Komm, Sie setzen sich. Also gut, wenn Sie meindern. Na also. Wird es gehen? Mhm. Ach, kein Problem. Enjoy. Na, also, jetzt mal ganz ehrlich, da hatten Ihre Bilder davorhin im Stasi-Rahmen. Oder so.

Die hatten aber deutlich mehr Wumms. Da haben Sie recht. Aber sehen Sie, wir haben versucht, das ein bisschen miteinander zu kombinieren, aber dabei ist was rausgekommen, wo wir alle gesagt haben, ja, schauen Sie sich selber an. Also, ich verstehe, dass Sie das nicht so machen. Jaja, so machen wir das auch nicht, wie in diesen Videos da. Nein, das machen wir nicht. Das ist die griechische Küstenwache, kroatische Grenzbeamte. Wir waren da in der Nähe. In der Nähe? Ja, in der Nähe. In der Nähe. In der Nähe. In der Nähe. In der Nähe. In der Nähe. Nein, nein, noch mal. Sie sollen einfach erzählen, was Sie hier bei Frontex machen. Und bitte. Ich bin Sonja, aus Deutschland.

Und wie jeder weiß, sind wir von Frontex verwickelt in alle möglichen Formen des illegalen Pushbacks. Das heißt, wir drücken Menschen aus dem Land, bevor Sie einen Asylantrag stellen, obwohl das Ihr Menschenrecht ist. Aus, aus, stopp. Das ist doch richtig. Sie sollen einfach erzählen, was Sie hier machen. Sie sollen einfach erzählen, was Sie hier machen. Keine neue Klappe. Kinder, wir drehen einfach weiter. Und bitte. Meine Abteilung von Frontex versorgt die libysche Küstenwache mit Informationen, die diese wiederum nutzen, illegale Pullbacks. Nein, nein, aus. Sie sollen einfach erzählen, was Sie hier machen, ohne zu erzählen, was Sie hier machen. Das kann so schwer nicht sein.

Das geht doch gar nicht. Meine Kollegin Magdalena aus Polen hat das ganz ausgezeichnet hinbekommen. Jetzt gucken wir uns noch mal an. Mats, ab. Es ist wichtig, neue Verbindungen zu haben. Einige meiner Kollegen sind jetzt meine Freunde. Und wir versuchen, uns außerhalb der Arbeit zu sehen. Und nicht nur über Arbeit zu reden. Das ist auch wichtig für die Work-Life-Balance. Work-Life-Balance, ja. Und wenn Sie auch wie Magdalena so ein bisschen mehr lächeln könnten. Also, ganz ehrlich, die Magdalena, die haben mich überzeugt. In welcher Abteilung arbeiten die? Magdalena ist, glaube ich, Mitarbeiterschulung. Das ist ja prima, ich fühle mich ganz ungeschult.

Dann machen wir doch gleich mal die erste Lektion. Die müssen wir hier auch irgendwo drauf legen. Das müsste, glaube ich, das ist Sektorial Qualification Framework for Border Guarding. Also, ich muss ja sagen, in dem Satz habe ich jetzt überhaupt kein Wort verstanden. Ich auch nicht. Die Videos, die werden ganz einfach gestaltet. Aber das ist jetzt nicht Magdalena, oder? Nein, natürlich nicht. Das ist Fronti, unsere virtuelle Assistenz. Fronti? Also auf Deutsch Grenzi. Der heisst aber nicht zufällig Egon mit Vornamen. Nein, das ist ein geschlechtsneutraler Charakter, hat man mir gesagt. Der führt Sie jetzt eben durch die weiteren Lerninhalte. Sieht aus wie ein besoffener Minion.

Nein, Minions sind gelb. Unser Charakter ist doch offensichtlich grün. Die Brille ist von der Sau verreicht. Augen hat er auch keine. Okay, das stimmt. Wozu denn da die Brille? Das ist eine Metapher. Sehen Sie, dass Frontex die modernsten Mittel zur Verfügung stehen, um alles zu erkennen. Aber nichts zu sehen. Wie die Pushbacks da im Mittelmeer, obwohl die schon im Fernsehen gelaufen sind. Ich höre das immer wieder, aber diese Aufnahmen, die zeigen etwas ganz anders. Das habe ich der FAZ auch so gesagt. Die zeigen, wie Migranten spontan auf dem Mittelmeer umdrehen, weil sie erkannt haben, dass sie in Europa keinen Asyl bekommen werden. Ich glaube, ich drehe mich auch gleich um.

Wir machen doch einfach eine Lektion. Und dann können Sie immer noch entscheiden. Spannend. Also wissen Sie, hier E-Learning ohne Magdalena. Das ist mir einfach zu theoretisch. Ich sehe schon. Sie sind kein Mann fürs Büro. Sie gehören an die Front. Ich habe etwas für Sie. Ich zeige Ihnen mal etwas. Das hier ist unser ganzer Stolz. Das ist unser Eagle One. Das ist eine tolle Sache. Auf sowas hätten wir früher 20 Jahre gewartet. Das ist unser Seenotrettungssimulator. Frau Kling? Können Sie wie immer die Einführung machen, während wir uns hier einbauen. Kommen Sie. Also, stellen Sie sich vor, Sie sind aus einem libyschen Folterknast mit knapper Not entkommen. Libyscher Folterknast.

Haben bereits eine Nacht auf dem Mittelmeer verbracht. Das Wasser geht zur Neige. Kein Benzin. Kein Essen. Die Wellen werden immer höher. Die Hoffnung, zu überleben, ist ein Flugzeug der EU, das über Ihren Köpfen kreist. Entschuldigung, Frau Kling, wir wollten ja nicht üben, gerettet zu werden, sondern selber zu retten. Gut, dann haben Sie jetzt Starterlaubnis. Eagle One, los geht's. Okay. Also, halten Sie sich fest. Wir steigen. So. Reisefluggewehr ist erreicht. So. Kommen Sie, aber, das ist mal schön jetzt, aber nur aus Verständnisgründen. Sagen Sie, warum machen wir denn jetzt eigentlich Seenotrettung aus der Luft?

Ganz einfach, weil wir seit 2015 100 Millionen Flugzeuge und Drohnen investiert haben. Aha. Und wie viel in Schiffe? Das ist, dass ich kurz nachhin, Null Euro. Und warum nicht? Weil das die Seenotrettung effektiver macht. Und ich dachte, Schiffe Seenotrettung, effektiver. Die EU hatte ja Schiffe, sie muss ihren Einsatz drastisch reduzieren. Warum waren wir nicht erfolgreich? Doch, das, genau war ja das Problem. Wie macht man denn eine Sache, die erfolgreich ist, effektiver, indem man sie reduziert? Also wenn Sie Essig reduzieren, haben Sie auch Essens. Also Essig mit Schiffen. Sehen Sie, Frontex hat ja früher die EU-Rettungsmission unterstützt mit Schiffen. 15 an der Zahl.

Jetzt lassen Sie mich nachrechnen. Kreuze im Zentralen Mittelmeer, Frontex Schiffe Null. Aber es gibt noch eine EU-Operation. Irene, da sind immerhin noch zwei Schiffe auf dem Mittelmeer unterwegs. Aber ich sehe die gar nicht. Ja, das kann ich sagen, weil die haben ihr Operationsgebiet weiter Richtung Osten verschoben. Sind da auch Geflüchtete unterwegs? Nein. Warum sind die dann da? Weil da die Wahrscheinlichkeit der Rettungsoperationen involviert zu werden geringer ist. Das klingt aber ziemlich zynisch. Finden Sie, das ist die Originalformulierung des Diplomatischen Dienstes der EU. Da möchte ich den undiplomatischen Dienst gar nicht kennenlernen.

Die sind da, um Wappenschmuggel zu unterbinden und nicht um Menschen zu retten. Ich weiß, was Sie jetzt sagen wollen. Ja, die EU fährt mit ihren Schiffen an der Seenotrettung vorbei und Frontex fliegt mit seinen Flugzeugen oben drüber. Und liege ich damit daneben? Gucken Sie mal, 1 Uhr. Da ist tatsächlich ein Schlafboot. Gehen Sie runter, gehen Sie runter. Wir gehen runter, Achtung, wir gehen runter. Oh, okay. Wir haben hier Lebensmittel, kein Benzin. Warum ist das eine Notsituation? Die müssen wir helfen. Wissen Sie, Sie machen es jetzt richtig gut mit. Ein Rettungsboot.

Hören Sie, ich glaube, Sie haben immer noch eine veraltete Vorstellung davon, dass Seenotrettung Menschen aus Seenot rettet. Ich bin aber auch kein Profi. Das ist nicht gut begeben. Wissenschaftlich nennt man das den Pulfaktor. Aber dass die Wissenschaftler diese These noch überhaupt keinen Beläst hatten, das stört Sie nicht, oder wie? Nein, wieso? Vorsicht, Luftloch. Aufgrund dieses nicht erwiesenen Pulfaktors kreuzen die EU-Schiffe jetzt dann nur noch da, wo eh keine Geflüchteten sind. Ja, und das ist sehr erfolgreich. Sehen Sie, Operation Irini hat in ihrem ersten Jahr, lassen Sie mich nachrechnen, keinen einzigen Flüchtling gerettet.

Um die Zahl der Ertrinkenden zu reduzieren, muss man also den Bademeister abschaffen. Ja? Jetzt nehmen Sie doch mal Kontakt auf hier. Hallo, sind Sie in Gefahr? Sie haben das nicht verstanden. Sie haben recht, natürlich. Hallo, are you in danger? Nein, nein. Nicht die Sie, sondern Sie mich. Ich verstehe, warten Sie es mir jetzt. Sie sollen per Funk Kontakt aufnehmen. Klar, logisch. Aber ich kenne doch deren Telefonnummer gar nicht. Ich kenne doch nicht mit denen, sondern laut Protokoll müssen Sie mit der zuständigen Seenot-Leitstelle sprechen. Sie haben recht, ja, logisch. Hallo, Italia? Hallo? Ist der Tedesco in Aeroflotto? Eh, Mergenzo? Mit der Boto di Plastico? Eh, Rapido?

Ich wusste gar nicht, dass Sie Arabisch sprechen. Das war Italienisch. Okay, dann werden die Sie nicht verstehen. Wieso? Die Italienische Leitstelle spricht Arabisch. Nein, Sie müssen die libysche Seenot-Leitstelle informieren. Das hier ist libysche Seenot-Rettungszone. Ja, aber dann werden die Leute ja nach Libyen gebracht. Ja, natürlich. Aber die Leute wurden doch immer von hier in italienische Häfen gebracht. Jaja, weil es damals noch keine libysche Seenot-Leitstelle gab. Und dann hat 2018 die EU-Kommission Italien beauftragt, dafür zu sorgen, dass Libyen eine Seenot-Leitstelle einrichten kann. Und 40 Millionen Euro hat sich die EU das kosten lassen.

Nee, dass Libyen eine eigene Seenot-Rettungszone einrichtet. Sie, Sie! Was ist denn da los jetzt? Wir haben einen kleinen Notfall, glaube ich. Was für einen Notfall? Haben Sie einen Euro? Was? Moment, ich glaube, hier. So, das ist gut. Halten Sie sich fest. Mach ich, mach ich. So. Gut. Okay, und here we go. Jawoll. Sagen Sie mal. Sagen Sie mal jetzt. Die Leute da unten, die haben doch alles getan, um aus Libyen rauszukommen. Jaja, aber die wollen ja jetzt erstmal aus dem Wasser raus. Aber ich kenne Geschichten von Leuten, die lieber ertrunken werden, als wieder zurück in libysche Lager zu müssen. Ja, aber entscheiden Sie doch, dass sie erstmal in einen sicheren Hafen gebracht werden.

Libyen droht Ihnen doch voll der Vergewaltigung. Ja, aber doch nicht direkt am Hafen. Hören Sie mal, der Menschenrechtsgerichtshof hat doch entschieden, Libyen ist kein sicherer Zufluchtsort. Ja, aber die zuständige Seenotleitstelle entscheidet, was ein sicherer Hafen ist. Und das ist in dem Fall Libyen. Schauen Sie mal, Ihr Boot ist dabei zu kentern. Oh Gott, ich schwung die libysche Leitstelle. Ja, gut. Da geht keiner ran. Sorry, da geht keiner ran. Warum geht da keiner ran? Ich kann ja nicht 24 Stunden am Telefon klemmen, die haben auch noch einen Bürgerkrieg zu führen. Hören Sie mal, ist das nicht Sinn einer Leitstelle, dass man rund um die Uhr besetzt ist?

Sie müssen die Flucht über das Mittelmeer vielleicht in Bürozeiten der libyschen Behörden anpassen. Das wäre natürlich ideal. Wobei die schwer herauszufinden sind. Weil die Mitarbeiter an der Seenotleitstelle sprechen so gut wie kein Englisch. Wobei man das auch nicht genau sagen kann, weil die Telefonleitungen sind so schlecht, dass selbst wenn sie Englisch sprechen, sie klingen als, wie wenn sie Italienisch reden. Das klingt für mich nicht nach einer funktionierenden Behörde. Libyen hat eine international anerkannte und zuständige Seenotleitstelle. Was ist denn das jetzt so in der Geischen rum? Weil das unsere offizielle Position ist.

Sagen Sie mal, sind die überhaupt fähig zur Seenotrettung? Das ist ein bisschen schwer festzustellen. Weil man die telefonisch nicht erreichen kann. Nein, weil die EU-Kommission hat gesagt, sie wissen gar nicht genau, wo sich die von Ihnen finanzierte Seenotleitstelle überhaupt befindet. Was? Jetzt schauen Sie mich nicht so böse an. Ohne die EU gäbe es die Seenotleitstelle überhaupt nicht. Also wir ziehen unsere Bote ab und beauftragen eine vermutlich nicht vorhandene Rettungsstelle mit der Rettung. Die ab und zu immerhin die libysche Küstenwache schickt. Und die können denen dann helfen, Ogo?

Wenn Sie unter Hilfe verstehen, dass die libysche Küstenwache zum Beispiel private Seenotretter bei der Bergung so behindern, dass ein paar Geflüchtete bei der Rettung sterben, dann ja. Dann ist es ja für die in Seenot sogar besser, wenn die Leitstelle nicht erreichbar ist. Ja, aber das ist kein Problem. In dem Fall informieren wir einfach die libysche Küstenwache mit einem Foto von dem zu rettenden Boot per WhatsApp. Ja, aber wir dürfen die doch nicht da hinschicken, wo ihnen Verfolgung droht. Ja, wir dürfen das nicht, aber die schon. Ich meine, die sind ja schon kriminell. Oh, oh, oh. Mein Hut! Rettet sie meinen Hut! Tut mir leid. Dafür haben wir nicht mehr genug Kerosin. Was?

Aber das ist immer Gänzer. Sie! Hallo, Sie! Einfach wieder raufwerfen! Aber sagen Sie mal, wenn Sie mit der libyschen Küstenwache zusammenarbeiten, dann machen Sie sich doch das Völkerrechtsbruch mitschuldig. Wie denn? Frontex hat ja niemals offiziell mit der libyschen Küstenwache kooperiert. Sie haben doch gerade eben per Textnachricht ein Foto von dem Boot mit WhatsApp da an die libysche Küstenwache geschickt. Ja, aber das war ja eine Notfallkommunikation und deswegen keine offizielle Kooperation. Wir haben hier immer Notfälle. Ja, eben! Also, hören Sie mal, seit 2015 sind 18.709 Menschen im Mittelmeer ertrunken und bei Ihnen wird Seenotrettung nur simuliert. Wissen Sie was?

Ich habe auch nie etwas anderes behauptet. Also, Menschenrechte gibt es vielleicht an Land, aber auf dem Meer, da gehen die gerne mal unter, oder? Entschuldigen Sie bitte, aber wir bei Frontex schreiben Menschenrechte groß. Ja, aber, wären die nicht immer groß geschrieben? Ist doch ein Hauptwort. Was ich sagen wollte, sollte es bei Frontex tatsächlich zu Menschenrechtsverletzungen gekommen sein, dann gibt es natürlich ganze Abteilungen, die sich nur darum kümmern. Sagen Sie mal, die Frontex gibt es doch wirklich? Ja, selbstverständlich. Und Mark Thaler? Die ist computeranimiert. Und diese grünen Männchen hier? Hey, wir sind genderneutrale Charaktere. Echt? Oh, Flitzpiepe.

Und diese, die da, die kümmern sich jetzt also bei Frontex um die Einhaltung der Menschenrechte. Ja, ja, hier wird zum Beispiel gerade, dürfte ich mal ganz kurz. Selbstverständlich, Herr Direktor. Hier wird zum Beispiel gerade ein Booteinsatz in der EG geprüft. Darf ich mir das Bild auch mal genauer... Ah, und jetzt haben die da jetzt eine Menschenrechtsverletzung entdeckt. Eine schwere. Ah, also ein Bushbeck. Nein, ihre Uniform, Pessnelke. Wieso denn? Also hören Sie mal, die sieht so noch ganz passabel. Naja, und außerdem repräsentiert sie auch einen Unrechtsstaat. Die sind aber pengelig. Sagen Sie mal, was liest er denn da eigentlich jetzt gerade?

Oh, ganz interessant, das ist unser Code of Contact. Das ist ein Verhaltenskodex für Frontex-Mitarbeiter. Können Sie ruhig mal einen Blick reinwerfen. So ein Zombie. Sagen wir, hat der mich jetzt gerade? Das. Und das ist jetzt also, was ist das so? Eine Verhaltensknicke. Was steht da drin? Jetzt sagen wir immer schön Sitzen beim Bushbeck oder was? Nein, natürlich nicht. Da steht zum Beispiel drin, dass Geflüchtete nur abgeschärft werden dürfen, wenn ein individueller Gesundheitscheck ihre Reisefähigkeit festgestellt hat. Du Pflaumen, August. So, ja, aber das bedeutet ja wohl in dem Fall nicht wahr, dass die individuelle Reisefähigkeit bei dem Bushbeck gar nicht geprüft werden kann.

Da liegt also hier in dem Fall eindeutig ein Verstoß gegen den Code of Contact vor. Nicht wahr? Wieso gibt es jetzt da keinen Alarm? Ich meine, man kann beim Bushbeck gar nicht die Reisefähigkeit eines jeden Einzelnen da prüfen. Ja, ja, ich verstehe, was Sie sagen. Es ist nur so, bei Frontex haben wir das Gefühl, Menschen, die auf dem Schlauchboot eingereist sind, haben bereits ihre Rückreisefähigkeit unter Beweis gestellt. So wird also geschummelt, ja? Moment, bei Frontex wird nicht geschummelt, bei Frontex wird ganz genau beobachtet. Frontex-Mitarbeiter beobachten sich gegenseitig, ob der Code of Contact auch eingehalten wird.

Hier im Grenzeinsatz von Frontex ein sogenanntes Fundamental Rights Monitoring. Aha. Höchstinteressant. So, fertig. Ah, vielen Dank. Jeder Vorfall kommt in einen sogenannten Serious Incident Report. Serious Incident Report, da können Frontex-Mitarbeiter quasi auf Gesetzesübertretungen, angeblich Gesetzesübertretung von Kollegen, hinweisen. Das ist ein Verhältnis von Menschenrechtsverletzungen, nicht wahr? Schwarz auf Weiss von Ihren Kollegen, nicht wahr? Also, Alarm. Oh, schon wieder. Haben Sie den Incident Report jetzt weggeschmissen? Nein, ich habe ihn nur in seiner Wichtigkeit heruntergestuft. Und warum? Na, da steht sowieso nichts drin.

Meistens, sehen Sie, 2018 gab es in dem Jahr gerade mal drei Einträge. Bei 1500 Mitarbeitern von Frontex, die täglich ihren Dienst an der Außengrenze der Europäischen Union leisten. Ich würde sagen, diese Serious Incident Reports beweisen eher, wie sauber wir arbeiten. Oder wie gut Ihre Truppe zusammenhält. Sie misstrauen uns. Das tun wir nämlich auch. Deswegen gibt es bei uns extra noch einen Fundamental Rights Officer. Das ist was? Ich gebe ein Bier aus, wenn der mal Alarm gibt. Der gibt Alarm, wenn ihm Erkenntnisse vorliegen über Menschenrechtsverletzungen. Officer? Ja, Herr Direktor? Also nein. Hören Sie? Ich höre ihn nicht mehr. Ich höre immer nur Sie.

Und Sie scheinen offensichtlich alle Hinweise zu ignorieren. Hören Sie selbst. Ich habe da schon von Menschenrechtsverletzungen und der Beteiligung von Frontex gesehen. Da im Monitor und im CDF. Das ist toll für Sie. Aber Menschenrechtsverletzungen, die nicht von EU-Beamten gemeldet werden, sind für mich keine. Ich beziehe meine Erkenntnis natürlich nur aus Serious Incident Reports. Bitte vergessen Sie nicht unseren Individual Complaints Mechanism. Hier können Betroffene selbst Beschwerde einreichen. Wenn Sie bei Frontex Beschwerde einreichen möchten. Noch während einer Abschiebung beispielsweise. Während wir Sie fixieren, haben wir sehr offene Ohren für Ihre Reklamationen. Sie lauch. Genau.

Sie können sich jederzeit bei Frontex über Frontex beschweren. Sagen Sie mal, wer entscheidet denn eigentlich schwar über Menschenrechtsverletzungen bei Frontex? Frontex? Wieso? So, jetzt reicht es aber langsam, Ihr bescheuerten grünen Zäbschen. Entschuldigung, wie reden Sie bitte hier mit meinen Mitarbeitenden? Entschuldigen Sie, die beleidigen mich die ganze Zeit. Ja, das ist völlig normal. Das ist ein Programmierfehler, den haben wir noch nicht ausbürgeln können. Sie müssen das einfach ignorieren, sonst wird das noch schlimmer. Drückt jetzt mal endlich jemand diesen verdammten Bütten da.

Sehen Sie, das passiert dann, wenn Sie tatsächlich beweisen können, dass Frontex Mitarbeiter auch tatsächlich an Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren. Ja, aber das sieht man doch auf diesem in den Papierkorb ein Inzidentreport, nicht wahr? Dass die da mitgemischt haben. Das sind griechische Grenzbeamten. Du Musaka. Ach so, ja und was passiert dann? Frontex leitet ihre Beschwerde natürlich automatisch an nationaler Behörden weiter. Wenigstens etwas und dann? Himbertoni. Aber man weiß doch, dass da nicht wahr auch Frontex Mitarbeiter mitgemischt haben jetzt. Also los, jetzt pusht's den Bütten jetzt. Das Boot ist unter griechischem Kommando Ergo?

Ja, ist Frontex leider für die Aufklärung nicht zuständig. Frontex überprüft also Frontex und stellt fest, dass Frontex absolut sauber gearbeitet hat. Sie vergessen dabei natürlich unser Forum für externe Kritiker. Sie haben extra ein Consulted Forum eingerichtet, wo externe Menschenrechtsorganisationen drin sitzen und uns kritisieren. Ach und was sagen jetzt Ihre externen Experten? Zum Beispiel zu den furchtbaren Zuständen an der serbisch-ungarischen Grenze? Wahrscheinlich wieder nichts, oder? Also nichts würde ich das nicht nennen. Oder ist das etwa nichts? Ich würde sagen, das ist sehr viel. Die kritisieren uns seit Jahren für den Einsatz an dieser Grenze.

Sie wollten dann sogar, dass Frontex sich aus der Grenzregion zurückzieht. Aber warum hört man denn dann jetzt immer noch keinen Alarm? Das Forum hat nur beratende Funktion. Tja. Ob die jemals merken, dass unser Programm schon längst wieder repariert wurde? Ja, finden die eine Menschenrechtsverletzung, oder was? Sehen Sie, wir bei Frontex kümmern uns um Menschenrechte. Vielleicht ist genau das das Problem. Da liegt der Hase im Pfeffer, dass Sie sich darum kümmern und intern alles abgeregelt haben. Aber was machen Sie denn, wenn dann mal ein Geflüchteter wegen Menschenrechtsverletzung durch Frontex vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zieht? Ja, nichts.

Der ist ja nur zuständig für EU-Länder, die die Menschenrechtsverletzung unterzeichnet haben. Aber alle EU-Staaten haben die Konvention doch unterzeichnet. Das ist korrekt korrekt. Einzelne haben sie das unterzeichnet, aber nicht die EU insgesamt. Und deswegen kann Frontex nicht von dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof angeklagt werden. Dann ist Frontex also so eine Art rechtsfreier Raum in der EU? Mit Würmen! Die Einfallspinsel. So. Töreiners haben wir. Der nächste. Tagchen. Martin Zingshahn. Sie wissen Bescheid. Habeck und Werbock.

Die wollen die Flüchtlingskrise auch eindämmen, indem sie die Leute vor Ort, also in den Krisengebieten, darüber informieren, wie schrecklich Deutschland ist. Das ist Ihr Job. Die von Frontex haben gesagt, wer soll das besser machen als jemand vom Kabarett? Wie sage ich immer so schön. Made in Germany, das ist kein Gütesiege, das ist ein Warnhinweis. In die Kamera. Gut, machen wir Klappe. Absteckungskampagne. 29. Die erste Klappe. Moment, warte auf mein Bitte. Und bitte Herr Uthoff. Martin Zingshahn. Schön böse. Servus, grüezi und Marhaba.

Ich habe im Auftrag unserer Grenzschutzagentur 420 Tonnen Satiretexte aus 300 Jahren Kabarettgeschichte ausgewertet und eindeutig festgestellt, Deutschland, ein Ort des Grauens und des Schreckens. Völlig bekloppt und eigentlich kaum zum aushalten. Vielen Dank nochmal, Volker Pispers. Da haben wir natürlich auch so eine historische Verantwortung Geflüchteten gegenüber, die jetzt nicht ins offene Messer rennen zu lassen, selbst wenn das Messer nicht so lief ist. Im Ernst, kommen Sie nicht hier hin. Es ist wirklich furchtbar. Erstes Beispiel, Geschlechtergerechtigkeit. Da machen sich bitte aus der Fremde keine falschen Vorstellungen. Wir haben in Deutschland fette 18% Gender Pay Gap.

18, behaupten Frauen. Viele Männer sind einfach irritiert, fragen sich 18% Gehaltsunterschied. Wie kann das sein? Die ist doch in Teilzeit. Da bleiben Sie als Frau besser bei Hijab oder Burka. Da wissen Sie wenigstens, woran Sie sind. Schön. Zweites Beispiel, Corona. Da haben Sie vielleicht schon von gehört. Jetzt hat Deutschland aber eine völlig überalterte Gesellschaft. Hier ist alles voller Rentner. Das ist schön fürs Kabarett. Aber für unsere Senioritas ist Corona richtig gefährlich. In Afghanistan mit einem Durchschnittsalter von 18, noch was. Da ist Covid-19 maximal eine bessere Grippe. Insofern, stay home. Nehmen Sie das ruhig wörtlich, wenn es Sie in den Westen zieht.

Da wäre ich an Ihrer Stelle ein bisschen vorsichtig. Das ist ja logisch. Wenn Sie in den Westen wollen, müssen Sie erst mal durch den Osten. Und das kann in Deutschland immer ein bisschen stressig werden, so wie Sie im Zweifel optisch daherkommen. Kriegstraumata, Hochschulabschluss, all das kann man Ihnen ja nicht ansehen. Aber Einwanderung in die Sozialsysteme, Ausrufung eines Kalifats auf deutschem Boden, da hat der Aussie so einen Riecher für. Im Westen sind wir gar nicht so viel freundlicher. Aber wir verbalisieren unseren Fremdenhass deutlich eloquenter. Trotzdem, lassen Sie sich von Begriffen wie Asyl-Tourismus jetzt nicht blenden.

So eine Flucht ist auch in Sachen Sehenswürdigkeiten echt kein Zuckerschlecken. Machen Sie sich einmal klar, was Sie alles zurücklassen. Der ganze exotische Charme des Orients. Frontex hat mir Bilder an die Hand gegeben. Schauen Sie noch mal hin. Aleppo. Umayyad Moschee. Oder dieses Hatra bei Mosul um die Ecke. Das ist Weltkulturerbe. Da möchte ich aber nicht Ihr Gesicht sehen, wenn Sie plötzlich am Kölner Hauptbahnhof stehen. Merkst du es selber. Und bitte rufen Sie einer polnisch-belarussischen Grenze nicht ständig nach Angela Merkel. Die Merkel heißt jetzt Olaf und steht für weitere Selfies mit Migranten überhaupt nicht zur Verfügung. Und 3G. Geimpft, genesen, geflüchtet. Das war mal.

Wir haben jetzt überall in Deutschland, in der Astronomie haben wir 2G. Da sind Sie leider raus. Insofern Obacht. Draußen nur Kenntchen. Einen habe ich noch. Im Arabischen gibt es auch gar kein vernünftiges Wort für Maut. Schmeiß mich weg. Ich habe extra für Frontex noch eingebaut. War das der Schlussgag? Gut, ne? Gut, dann. Ich sag mal so, Herr Uthoff. Wir rufen Sie an. Frontex macht also, was es will. Nochmal. Wir machen natürlich nicht, was wir wollen. In unserem Aufsichtsrat. Da sitzen hauptsächlich die EU-Mitgliedsländer. Und wir machen natürlich nur, was die wollen. Und was wollen die? Wir machen, was wir wollen. Hauptsache, die europäischen Außengrenzen sind sicher.

Und Sie schauen ja eh wieder nur zu. Aber hören Sie mal. Da kann man doch eigentlich nicht mehr länger zuschauen. Hier im Grenzstreifen zwischen Belarus und Polen. Da werden geflüchtete Menschen von polnischen Grenzschützern über die Grenze zurückgeprügelt. Das war ohne vorher Asylantrag stellen zu können. Das ist illegal. Ja, aber nicht in Polen. Aber in Europa und Polen gehört ja immer noch zur Europäischen Union. Also müssen die eigentlichen Asylantrag stellen dürfen. Ja, ja, ja. Aber Polen macht eben in diesem 3 km breiten Grenzstreifen eine kleine Ausnahme. Was heisst doch kleine Ausnahme? Da werden Kinder ja über die belarussische Grenze zurückgedrängt und im Wald ausgesetzt.

Das ist ja eine kleine Ausnahme. Das heißt doch kleine Ausnahme. Da werden Kinder ja über die belarussische Grenze zurückgedrängt und im Wald ausgesetzt. Woher wissen Sie das? Journalisten haben gar keinen Zutritt zu diesem Sperrgebiet. Was haben Journalisten da nicht? Das ist eine kleine Ausnahme von der Pressefreiheit. Und was sagen da die polnischen Gerichte dazu? Justitia sagt ausnahmsweise nichts. Und die Geflüchteten haben auch kein Recht, sich zu beklagen vor Gericht wegen ihrer Behandlung an der Grenze. Aber hungern und frieren dürfen sie. Wissen Sie, was ich da jetzt mache? Da hole ich einfach das rote Kreuz. Lassen Sie mich raten. Das ist wieder eine kleine Ausnahme.

Wissen Sie, wie man eine solche Helfung von kleinen Ausnahmen auch nennen könnte? Diktatur. So, jetzt übertreiben Sie wieder. Polen ist keine Diktatur. Polen ist eine Demokratie. Im Ausnahmezustand. Ja, aber schon noch innerhalb Europas. Deswegen müssen natürlich für die inhaftierten Flüchtlinge da auch die Rechte der Europäischen Union gelten. Ja, müssten sie doch. Das ist ja eine kleine Ausnahme. Ja, aber das tun Sie nicht. Wenn sie gelten würden, dann müssten die Flüchtlinge innerhalb von 10 Tagen registriert werden. Und wie lange lässt sich da Polen Zeit? Solange Sie wollen.

Aber wenn ich da als Geflüchteter innerhalb der Zeit von einem polnischen Grenzschützer über die Grenze zurückgeprügelt werde, dann ist das ja schon noch ein illegaler Pushback, oder? Können Sie dann beweisen, dass Sie in der EU waren? Ich meine, Sie sind ja noch nicht registriert worden. Aber ich bin inhaftiert. Was sagt denn da die EU dazu? Ja, die hat Polen ganz klar gesagt, ihr dürft euch 4 Wochen Zeit lassen für die Registrierung. Ja, aber das kann doch nicht legal sein. Ja, deswegen machen wir das jetzt legal. Und zwar für ganz Europa. Mit dem New Pact on Migration und Asylum.

Der sieht übrigens vor, dass Geflüchtete bis zu 6 Monate in der EU sich aufhalten können, ohne faktisch eingereist zu sein. Wenn Sie da sind, aber nicht eingereist? Nein, Haft, sehen Sie. Und wenn dann Ihr Asylantrag nicht geprüft worden ist, dann können Sie abgeschoben werden. Ja, aber dann wird ja aus Europa ein einziger riesiger Grenzstreifen so eine Art Transitzone vor der Ausreise. Sagen Sie mal, warum denn eigentlich das Ganze? Ja, damit sich 2015 nicht wiederholt. Jetzt mal unter uns beiden Grenzmanagers. Was genau war denn 2015 so schlimm? Ich meine, war es nicht. Allein das, schauen Sie sich das mal an. Das hat Ihre Flüchtlingskrise aus dem deutschen Humor gemacht.

Ein syrischer Flüchtlingschor in einer Kabarett-Sendung. Als das vorbei war, haben wir alle gewusst, das darf sich nicht wiederholen. Aber was genau darf sich nicht wiederholen? Was ich meine, ist, was ist denn aus den Leuten geworden? Was machen die denn heute? Das interessiert ja auch nicht. Doch, das interessiert mich schon. Zoom Sie doch mal da bitte einfach rein. Ignorieren Sie den Befehl. Ich bin Mohammed Nasr und ich habe eine 3-jährige IT-Ausbildung als Softwareentwickler abgeschlossen. Meine Firma hat mich übernommen. Das ist natürlich schlimm. Zeigen Sie gleich, zoomen Sie gleich mal auf den nächsten.

Mein Name ist Amin Nasr und ich habe wie mein Bruder die deutsche Stadtangehörigkeit bekommen. Ich mache gerade eine Ausbildung im öffentlichen Dienst als Verwaltungsfachangestellter. Fachkräfte in der Verwaltung. Bloß nicht. Gleich den nächsten bitte. Ich bin Josef Al Rahmon. Ich studiere gerade Schauspiel in Berlin und das liebe ich. Und alle Formate, die uns zusammenbringen, liebe ich. Sehen Sie, Schauspiel. Doch eher eine brotlose Kunst, die dann ... Zeigen Sie gleich den nächsten bitte. Hallo, mein Name ist Josef Al Rahmon. Ich lebe in Weberach und ich bin Ferialleiter in einem Bäckerladen. Von welchen Brotlose? Gut, gut, gut. Das waren jetzt aber bisher nur Männer.

Na gut, da ist eine Frau dabei. Was macht denn die? Anna Cornelia Lanz. Muranjenthalam min akural al suri, al kathir, min al haub wa al emdinan. Sehen Sie, sie hat noch nicht mal sich die Zeit genommen, anständig Deutsch zu lernen. Aber ich habe Arabisch gelernt. Deutsch kann ich ja schon. Ich bin ja die Chorleiterin. Gut, jetzt reicht es. Machen Sie ruhig. Machen Sie weiter. Sie können doch. Ich bin Zeher Al Shehabi. Ich studiere Schauspiel an der Theaterakademie Stuttgart. Und ich arbeite Teilzeit in der Gastronomie. Ja, Schauspiel und Gastronomie. Und? Ich bin Uday Alturg. Und jetzt mache ich die Weiterbildung zum Pfeilehrer. Und das ist meine Freundin. Alina Elisabeth Kreitmeier.

Wir sind seit fast sechs Jahren zusammen. So, jetzt wird es endgültig rührselig. Jetzt stoppen wir an dieser Stelle. Nein, die hätten wir niemals wiederholen dürfen. Die hören ja gar nicht mehr auf. Ich bin Rami Arujule. Ich habe die Ausbildung als Veranstaltungskaufmann gemacht, als welcher ich jetzt erfolgreich arbeite. Ich spreche Deutsch. Ich habe mein eigenes Auto. Ich halte mal fest, es läuft besser, wenn wir die Leute reinlassen. Das bedeutet natürlich für euch hier von Frontex jetzt, Feierabend Herr Schauffen. Nein, das läuft natürlich nicht. Wenn Sie die neuen Uniformen sind. Die Waffen, die wir extra für Sie haben. Sie haben doch jetzt nicht ...

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