Der schnöde Mammon
Durch Firmengeflechte verschleierte Eigentumsverhältnisse der Luxusyacht des russischen Oligarchen Usmanov erschwerte Beschlagnahmung im Rahmen der Russland-Sanktionen ; Widerspruch von Notwendigkeit von Steuern für das Staatswesen und Wahlversprechen von Steuersenkungen; Schlupflöcher im Grundbuch wesen erleichtern Verschleierung von Immobilieneigentumverhältnissen, Sanktionsdurchsetzungsgesetz verlangt Eintragung von Eigentümern erst ab einem Kapitalanteil von mehr als 25 % ins Transparenzregister , Lobbyverbände verhindern strengere Gesetzgebung gegen Geldwäsche; FIU mit Anzahl von Geldwäscheverdachtsfallmeldungen überfordert, Zuständigkeiten zwischen FIU, BaFin , GGL häufig unklar; BmWK griff stark auf Konzepte der Lobbyorganisation Agora Energiewende zurück, dem ehemaligen Arbeitgeber des bis dahin zuständigen Staatssekretärs Graichen .
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Episode 'Der schnöde Mammon' beleuchtet die Komplexität und Ineffizienz von staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Korruption. Sie zeigt, wie verschleierte Vermögensverhältnisse, komplexe Finanzstrukturen und Lobbyaktivitäten die Durchsetzung von Gesetzen und Sanktionen behindern. Die Satire kritisiert die Ineffizienz von Behörden wie der FIU und der BaFin sowie die mangelnde Transparenz im Grundbuchsystem. Ein zentrales Thema ist die Schwierigkeit, russische Oligarchen und ihre Vermögenswerte zu verfolgen, und die Rolle von Finanzinstituten und internationalen Organisationen dabei. Die Episode verdeutlicht die Notwendigkeit einer stärkeren Regulierung und Transparenz im Finanzsektor sowie die Herausforderungen bei der Durchsetzung von Sanktionen.
Transkript 6.722 Wörter
Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Und? Herr Uthoff! Herr Uthoff! Ich habe nachgedacht, Herr von Wagner. Wir mit einer eigenen Netflix-Serie auf gar keinen Fall. Ich falle doch nicht streikenden amerikanischen Drehbuchautorinnen in den Rücken, indem ich für so einen Mega-US-Konzern... Was ist das? Das zahlen die den Darstellern. Pro Folge. Auf der anderen Seite, wenn ich nur darstelle, dann falle ich ja auch eigentlich niemanden wirklich in den Rücken. Ich schreibe einfach nichts. Haha, so wie immer. Nix, nix. Drehbuch ist schon fertig. Ich habe geschrieben eine faktenbasierte Serie über Geldwäsche in Deutschland.
Da geht es quasi um die wiederholten Versuche deutscher Behörden Steuerhinterziehung zu vermeiden oder zu unterbinden. Ja, dann geht es darum quasi Verschleierung von Vermögenswerten zu verhindern und das Sanktionsdurchsetzungsgesetz korrekt anzuwenden. Okay, okay, was machen Sie? Ich schlucke meine Träume runter. Glauben Sie ernsthaft? Netflix produziert eine Serie ohne exotische Schausplätze, ohne Luxusjachten, Superschorken, Bösewichte, Helden, knallharte Kops. Herr Durff. Das ist doch da alles drin in unserer neuen Netflix-Serie. Land des Geldes. Hallo? Hafenpolizei? Hallo? Ja, morgen, Captain. Morgen. Kann ich Ihnen helfen? Ja, nein. Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass diese...
Mensch, das ist sattlicher Kutter hier. Also diese Jacht, die wird abgeschleppt. Wieso? War ich falsch geparkt? Oh, ich weiß. Oh, ich habe vergessen, die Brötchentaste zu drücken. Nein, nein. Sehen Sie, diese Jacht. Die wird abgeschleppt. Wieso? War ich falsch geparkt? Nein, nein. Sehen Sie, diese Jacht gehört einem engen Freund von Herrn Putin, einem Oligarch namens Usmanov. Ja, verstehen Sie? Und deswegen wird das im Rahmen des Sanktionsdurchsetzungsgesetzes auf Eis gelegt. Dieses Schiff gehört nicht Herrn Usmanov. Das wüsste ich aber. Schauen Sie mal. Sie machen mir nichts vor. Das Ding heißt ja sogar ganz genau wie die Mutter von Herrn Usmanov. Nämlich Dilber. Das ist doch kein Beweis.
Oder ist Corsa Ihr Sohn? Nein, wieso? Na, das ist doch Ihr Opel da hinten. Ja, das ist mein Dienstwagen. Das tut mir leid. Schäbig, wie der Staat mit Beamten umgeht, die mit hohem persönlichen Einsatz versuchen, illegale Vermögenswerte wieder dem Allgemeinwohl zuzuführen. Hier, Martini. Oh nein, danke. Ich bin im Dienst. Aber sehen Sie, auf Eis gelegt wird auch nur die Jacht. Können Sie bitte Ihrem Eigentümer da sagen? Nicht, dass er die Jacht geschäftlich nicht mehr nutzen darf. Wer ist denn der ... Was ist hier eigentlich los? Wir sind schon beschäftigt. Er sagt, Sie können die Jacht nicht mehr geschäftlich nutzen. Auf den Jacuzzi nicht.
Der ist extra so gebaut, dass er auch bei schwerem Seegang nicht überläuft. Das ist Verschwendung des Gefühls. Das ist natürlich tragisch. Das tut mir auch leid. Aber wer sind Sie? Ich bin die Eigentümerin. Tschüss. Ah, nein, sind Sie nicht. Doch. Darf ich vorstellen? Nevis Marine Limiteds. Eine Firma auf den Cayman-Inseln. Sie gehören quasi Herrn Usmanow, richtig? Die Frau gehört zu mir, sag ich mal. Die Dame ist meine. Darf ich vorstellen? Alvaro Holding Limiteds. Sie sind quasi verheiratet, Herr und Frau Limiteds. Ja, ich sag mal, wir haben eine Beziehung. Und wir uns wieder beneiden. Haftungsbestränkung. Aber keine Ehe. Ihnen gehören all meine Anträge. Also gut, dann ist das ja geklärt.
Die Jacht gehört Ihnen. Sie gehören dem Betreffenden. Sie gehören dem Ding da. Und quasi er gehört Usmanow, ne? So einfach ist das nicht. Schauen Sie, seine Anteile gehören mir. Darf ich vorstellen? Pomerol Capital Schweiz. Lassen Sie mich raten. Sie sind ja auch nicht Usmanow, ne? Richtig. Ich bin nur der Treuhinder. Ja, gut, okay. Treuhinder meinen wir von Captain Blaubeer oder was? Ich halte die Anteile für Sister Trust. Vermutlich. Ah, also dann rekapituliere ich. Sie gehören ihm. Er wird verwaltet von Ihnen. Und zwar im Rahmen von Sister Trust. Und der Sister Trust gehört Usmanow. Gibt es denn Beweise, dass Usmanow irgendwie mit Sister Trust zusammenhängt?
Na klar, bin ja nicht heinblöd, ne? Also, schauen Sie. Sister Trust heißt genauso wie die Schwester von Usmanow. Nämlich Sister. Richtig. Aber der Trust gehört seiner Schwester und nicht ihm. Er hat ihn nur gegründet. Sie können das Boot nicht einfließen. Das kann ich wohl. Sie sind nämlich hier reingefallen. Die Schwester steht nicht auf der EU-Sanktionsliste. Deswegen wird der Kutter jetzt hier aber so was von eingeflohen. Kinder, schlechte Nachrichten. Wir dürfen die Jacht nicht mehr geschäftlich nutzen. Wir dürfen nur noch privat weiterfeiern. Wer hat Bock auf Kurkusi? Nein, nein, aus, aus, aus. Stopp, stopp, stopp, stopp. Cut, cut, cut, cut. Nee, nee, nee, nee. So nicht, so nicht.
Irgendetwas gefällt mir an dem Ende nicht. Ja, mir auch nicht. An meiner Rolle. Sie haben mir die Rolle meines Lebens versprochen, Herr von Wagner. Und jetzt spiele ich eine anonyme Briefkassenfirma. Okay, aber dieses Gesichtslose, dieses Austauschbare, das spielen Sie wie keine zweite Lara. Ich heiße Sarah. Sehen Sie, Sie spielen das so gut. Ich habe Ihren Namen schon vergessen. Mir haben Sie versprochen, dass wir in einem Steuerparadies drehen. Ja, aber wir drehen doch in München-Grün-Wald. Herr von Wagner, das war jetzt aber nicht wirklich Netflix, oder? Das wäre mehr so friesischer Rundfunk. Hören Sie mal, das war Action pur.
Sehen Sie, es gab einen knallharten Kopf, der trotzdem gut aussehen ist. Und mit bloßen Händen hat er fast einen russischen Oligarchen auf Eis gelegt. Ja, hat er eben nicht. Usmanov darf die Jacht ja behalten. Ja, schon, aber er darf sie nicht mehr bewegen. Okay, das ist nicht so cool. Aber wenn wir ihm die Jacht komplett wegnehmen wollen würden, dann müssten wir beweisen, dass er die Jacht quasi aus kriminellen Vortaten heraus... In Russland? Na, das ist doch schon mal deutlich mehr, Bond. Ich sehe Verfolgungsjagden über den Roten Platz. Undercover-Cops, die in Wodka-Duellen ihr Leben riskieren. Cool, cool, cool. So können wir das machen, oder?
Oder wir machen, wie ich es schon geschrieben habe. Und dann machen wir das nämlich so, dass wir Usmanov versuchen, in Deutschland Steuerhinterziehung nachzuweisen. Deswegen in der Mitte der Staffel habe ich gedacht, na, widmen wir eine ganze Folge dem Elster-Formular. Herr Uthoff, wenn kommen Sie, das ist doch ein richtiger Knaller. Und dann, okay. Okay, weil Sie es sind. Weil Sie es sind. Hier, nächste Folge. Nächste Folge. Ich weiß, wie Sie das mögen. Nächste Folge machen wir eine Verfolgungsjagd. Ein Beamter prüft dann Usmanovs Fahrtenbuch, nicht wahr? Ja, ja, ja, schon. Warum? Oh, können Sie... Vergessen Sie nicht, das Staffelfinale.
Im Staffelfinale, da gibt es dann so ein Diplom-Finanzwirt, und der würde dann so quasi die Bewertungsbelege sortieren. Also, irgendwie bin ich dümmer als die anderen, oder ich verstehe das alles nicht. Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin. Also nicht nur dieses mit Usmanov und Russland und Sanktionen Steuern jetzt allgemein. Das scheint ein Ding zu sein. Ich habe schon verstanden, das ist nichts Gutes. Steuern ist erst mal was. Das muss weg! Egal, egal, welche Partei. Jeder Mensch, der gewählt werden möchte in Deutschland, muss sich da hinstellen und sagen, wenn du mich wählst, dann zahl dir weniger Steuern, und dann fällt gar nicht auf, dass du überhaupt irgendwas...
Das ist ja absurd, wenn man das hört oder nicht. Weil das ist ja deren Job. Da stellt sich jemand hin und sagt, pass auf, meine Aufgabe ist es, dass ihr mir Geld gebt, und damit organisiere ich unser Land. Aber gebt mir mal nicht so viel, bitte. Das ist immer so viel Geld. Ich kann jetzt auch nicht so gut damit umgehen. Und das auf viele Zahlen über 1000 und so. Und ich... Nein. Da sagst du ja, aber das ist dein Job. Klar, ich organisiere euch das. Es gibt Schulen, die sind dann zwar kaputt, aber die sind da. Wir bauen Hubschrauber, die nicht fliegen. Dann gibt es einen Verfassungsschutz, der vor allem die schützt, die gegen die Verfassung. Nazis, wir schützen vor allem Nazis.
Aber naja, kleines Geld, kleine Moral. Was soll ich machen? Das sind Steuern. Leute motzen gegen Steuern. Alle. Du wahrscheinlich auch. Ich kenne dich nicht, aber du sitzt da vorne, selber schuld. Du bist einer von den Leuten, die sagen, das wird alles mit meinen Steuern bezahlt. Ja, Wolfgang, für mich heißt du Wolfgang, Entschuldigung. Ja, Wolfgang, das stimmt. Aber das ist auch nicht so viel, was du beiträgst. Du hast wahrscheinlich ein durchschnittliches Einkommen. Das heißt, du schnallst durchschnittlich viel Steuern. Mit dem Geld, was du im Jahr an Steuern bezahlst, bauen wir als Land jetzt 20 Meter Bundesstraße. Nicht Autobahn, Wolfgang. Bundesstraße. Das ist da, wo die Dachse wohnen.
So viel bringst du uns. Eigentlich ist das der Satz, wir zahlen alles mit unseren Steuern. Das ist ein Argument für Steuern. Ist dir klar, was wir alles bezahlen mit Steuern? Alles. Warum sollten wir weniger Steuern bezahlen? All die Sachen, die einfach immer da sind und über die wir dauernd schimpfen, weil die nicht so geil sind, wie ich mir das vorgestellt hatte. Das zahlen alles wir. Bildung, Kindergärten, Krankenhäuser, Feuerwehr, Polizei, Straßen, das wird alles von Steuern bezahlt. Wenn überhaupt, dann sollten wir mehr Steuern bezahlen. Ich meine auch nicht euch. Ich meine reiche Leute. Reiche Leute sollten mehr Steuern bezahlen. Nee, nee, nee, zu früh. Zu früh.
Immer erst dann klatschen, wenn der Mann da vorne die Idee ganz ausgeführt hat. Das ist immer eine wichtige Idee in Deutschland. Sobald man sagt, dass man Reiche besteuern möchte, heißt es, das ist naiv, Moritz. Bist du wirklich so dumm? Klar, wenn wir morgen die Reichensteuer einführen, ist übermorgen keiner mehr reich. Auf dem Papier, die nehmen das Geld an und dann bringen die das weg nach Malta, Cayman Islands oder so. Was machen wir dann? Dann denke ich, dann gehen wir zu denen nach Hause. Ja, aber wir wissen ja gar nicht, wer das ist. Bist du völlig bescheuert? Es gibt Forbes. Das ist eine Zeitung, die besteht aus einer Liste mit 500 Namen. Und da steht, guck mal, wie reich der ist.
Und guck mal, die. Nicht so reich wie er, aber immer noch absurd doll. Aber wir wissen gar nicht, wo die wohnen. Geh einmal durch München, du wirst das erkennen. Und dann gehen wir zu denen nach Hause. Ja, das wäre linker Faschismus. Nein, das wäre Demokratie. Weil wir sind dann mehr als die in ihrem Wohnzimmer. Der Wille der Mehrheit. Das ist die Idee von Demokratie. Ja, und was machen wir dann? Pass auf, dann sagen wir denen, ey behalt das Haus, diesen Palast, wo du drin wohnst. Behalt meinetwegen so eine Viertelmillion in bar. Aber alles, was du dann noch mehr hast, das musst du ja irgendjemandem weggenommen haben. Im Zweifelfall uns. Und wir brauchen das jetzt dringender.
Also gib uns das wieder her. Ja, aber das wäre Enteignung, Moritz. Genau, das wäre Enteignung. Und wenn die uns das nicht geben wollen, dann hängen wir die anderen Herren auf. Nein, Moritz, das geht doch nicht. Das wäre ja wie in der französischen Revolution. Das ist die Idee von Demokratie. Ja, aber da wurden Menschen geköpft. Genau. So funktioniert das ja. Wir haben alle die gleichen Rechte. Wir sind Geschwister im Geiste. Wir sind alle frei, wenn du einen Kopf hast. Und Steuern bezahlst. Und zwar eine Menge davon. Haben Sie es gehört? Ja. Das ist es, Herr von Wagner. Reiche an der Laterne aufhängen. Gewalt und Revolutionsfantasien. Die ich natürlich aufs Schärfste verurteile.
Aber ein bisschen mehr Action könnte Ihrem Drehbuch ganz gut tun, oder? Alles, was er gesagt hat, steht doch im Grunde hier drin. Was? Sie wollen die Steuererklärungen der Reichen. Sie wollen die Steuererklärungen der Reichen an die Laterne hängen. Sie wilder Hund. Entschuldigung, wenn Ihnen mein Buch nicht brutal genug ist. Menschenrechte Rechtsstaat, das sind halt so Splints von mir. Die nächste Szene wird also wieder langweilig? Nein, das wird ein Page-Turner, nennt man das. Das ist richtig spannend. Das sind ja verborgene Reichtümer. Uralte Schatzkarten und Sie? Sie spielen den Helden. Wirklich? Sie wollen an einem Ankartau über einen Firmaster in der Karibik schwingen.
Ja, so könnten wir es machen. Oder so, wie ich das geschrieben habe. Sie versuchen einen Immobilien-Eigentümer ausfindig zu machen, und zwar in Deutschland. Sie gönnen Ihren Zuschauern keine Atempause, was? Wir folgen dem Erzählmodell der Heldenreise nach Joseph Campbell. Ich spiele den Bösewichter. Also russischer Oligarch versucht Geldwäsche in Deutschland. Damit kaufe ich mir diese schicke kleine Prachtwille. Damit verwandle ich schmutziges Geld in sauberes Vermögen. Wen spiele ich? Sie sind der Helder, der versucht zu verhindern, dass aus einem bekannten Verbrecher ein anonymer Immobilienbesitzer wird. Dann mache ich das jetzt. So, sehr schön. Entschuldigung, Herr Uthoff.
Was machen Sie da? Das ist ein Online-Grundbuch. Dann werde ich verhindern, dass diese Immobilie von einem Verbrecher gekauft wird. Oh Gott. Ein Moment. Das habe ich vergessen zu erwähnen. Es gibt kein bundesweites digitales Grundbuch in Deutschland. Sie müssen sich teilweise durch 100 Jahre alte Schriften kämpfen. Das ist quasi nach Joseph Campbell Teil 1 der Heldenreise. Der Ruf des Abenteuers. Da schaue ich doch nicht alles durch. Teil 2 der Heldenreise, die Weigerung. Was? Ich kann das überhaupt nicht lesen. Das ist die erste Prüfung für unseren Helden. Da ist aber die Fantasie mit Ihnen durchgegangen. Nein, das ist Realität im Deutschen Gruppuch.
Das hatten Sie doch in der Grundschule, oder? Ist das ... Und das soll ich jetzt alles lesen? Das steht doch hier im Drehbuch. Hält liest. Hält liest. Hält liest. Ich habe mir doch versprochen, es wird ein Page-Turner. Da finde ich Sie ja nie. Hey, Herr von Wagner. Was denn? Was denn? Da finde ich Sie ja nie. Das kann daran liegen, dass ich im Grundbuch gar nicht drin stehe. Aber das ist doch Ihr Haus. Das ist nur mein Firmensitz. Sehen Sie, quasi gehört aus meinem Unternehmen die Immobilie der Haus von Wagner GmbH. Ah, dann ist das Ihr Haus. Was heißt das sogar wie Sie? Das heißt doch nicht Haus von Wagner GmbH. Ach so, dann schaue ich jetzt nach, wem diese GmbH gehört. Das ist sehr clever.
Vor allem, weil seit 2017 Deutschland ein Transparenzregister für Unternehmen besitzt. Wahrscheinlich in Keilschrift, oder? Nein, das gibt es sogar online. Deutschland hat hart dagegen gekämpft, aber die EU hat sich durchgesetzt. Aber hier steht gar kein Besitzer von dieser GmbH drin. Sie haben sich nicht ins Transparenzregister eingetragen. Ach nee, echt? Dann ist das wohl weder meine Firma noch mein Haus. Na toll. Und was jetzt? Jetzt kommt Schritt 3 der Heldenreise. Überirdische Hilfe. Sie bekommen eine Superwaffe. Super, eine Waffe. Action, endlich. Ja, kommen Sie. Das ist ja eine Superwaffe. Ist die geladen? Ja, die ist scharf. Sanktionsdurchsetzungsgesetz.
Herr Wagner, zu meiner Zeit haben Helden so was gesagt wie Jibia, ihr Schweinebacke. Und nicht Sanktionsdurchsetzungsgesetz. Ich meine also, das Sanktionsdurchsetzungsgesetz, das sorgt doch jetzt für exzellent. Sie Unternehmen, die müssen jetzt zumindest begründen, wenn sie keinen Eigentümer ins Transparenzregister eingetragen haben. Also gut, wem gehört dieses Scheißhaus von Wagner GmbH? Los, wenn Sie es mir nicht sagen, begründen Sie es wenigstens. Zwingen Sie mich nicht, das Sanktionsdurchsetzungsgesetz anzuwenden, nicht wahr? Und zwar mit allen Konsequenzen. Welche auch immer das sein mögen. Ich habe vergessen zu erwähnen, es gibt keine. Wissen Sie was? Ich gebe auf.
Ach, kommen Sie nicht so schnell. Ich gebe Ihnen noch eine Chance. Dann verraten Sie mir jetzt den Eigentümer der GmbH. Ich mache etwas viel Besseres. Ich zeige Ihnen sogar meine drei Miteigentümerinnen. Moment, Moment. Kühl, Bosetti und Neumeyer. Ja, sagen Sie mal, die Namen stehen doch da gar nicht drin. Die müssen doch da drin stehen. Oder wenigstens in dem anderen. Manchmal auch auf Sütterlin. Hallo, Sie, sagen Sie mir endlich, wem diese GmbH gehört. Na gut, dann schaue ich eben selber nach. So, wollen wir doch mal sehen. Hallo, Herr von Wagner, wo haben Sie sich versteckt? Im Wellnessbereich, im Westflügel. Verdammt, wo steckt der Kerl? Wahrscheinlich auf den Cayman Islands.
So weit muss man gar nicht. Man kann sich auch wunderbar in Deutschland verstecken. Sehen Sie, als Eigentümer im Transparenzregister müssen Sie ja nur auftauchen, wenn Sie über 25% der Kapitalanteile halten. Moment, Moment. Das heißt, wenn eine GmbH vier Leuten gehört, dann gehört sie keinem. Dann ist Ihre Superwaffe so was wie ein Ladykracher, ja? Ach, Sie meinen die Immobiliendaten, die keiner lesen kann, mit dem Transparenzregister, in dem nichts drinsteht, ja? Das meinen Sie nicht so schwarz. Seit 1. April gibt es noch mehr Gegengeldwäsche. Bargeldverbot bei Immobilientransaktionen. Was? Man konnte bis dahin Häuser bar bezahlen? Ja, aber sicher.
Ich habe die 180.000 für mein Haus damals auch in bar angezahlt. Aber das hat ja nichts mit Kriminalität zu tun. Ich liebe Bargeld. Deswegen könnte ich z.B. auch nie in Schweden leben. Bei denen ist Bargeldzahlung in U-Bahnen, Bussen oder Cafés so gut wie gar nicht mehr möglich. Auch in der Kirche. Spenden kommen da nicht mehr in den Klingelbeutel, sondern in den Kollektomat. Wie schade. Ich meine, das war doch immer das Schönste am Kirchenbesuch, dass man sich Geld aus dem Klingelbeutel rausnehmen konnte. Auch die Juden von Jugendlichen haben so ihre Zigaretten finanziert. Die armen Schweden.
Aber mal ehrlich, sollten wir in Geldangelegenheiten wirklich einem Volk trauen, dass Stinkefisch ist und seine Möbel Lusti, Fick und Rektal nennt? Ich kann mir ein Leben ohne Bargeld gar nicht vorstellen. Wie soll denn das gehen? Wie entscheidet der Schiri, welche Mannschaft mit dem Anstoß beginnt, wenn nicht durch den Münzwurf? Oder wie verschenke ich demnächst stilvoll Geld zur Konfirmation? Kryptowährung lässt dich ganz schwer in kleine Origamischwerne falten. Wir Deutschen, wir lieben Bargeld. Wir haben sogar große Namen dafür. Hier den Heiermann, den Huni, den Fuffi, den Zwanni. Bargeld klimpert, Bargeld knistert. Mit Bargeld kann man sich eine Zigarre anzünden.
Machen Sie das mal mit einer IC-Karte. Da stinkt die Bude aber noch für Wochen. Wir haben ein sehr emotionales Verhältnis zum Geld. Auch zu den alten Währungen. Die gute alte D-Mark ist in deutschen Köpfen und Herzen immer noch eng mit dem Wirtschaftswunder verknüpft. Die FDP rechnet ihre Umfragewerte bis heute in D-Mark um. Na sicher. In Sachen Finanzen sind wir Deutschen aber nicht nur Sparfüchse, sondern auch Schweigefüchse. Besonders wenn es um unser Einkommen geht. Das ist ein Staatsgeheimnis. Da komme ich schon wieder mit den Schweden um die Ecke. Bei denen ist die Steuererklärung öffentlich einsehbar. Öffentlich einsehbar? Das ist doch bei uns nicht vorstellbar.
Mein eigener Mann wartet nachts, bis ich schlafe und guckt sich dann heimlich hinterm Sofa seine Gehaltsabrechnung an. Mit der Taschenlampe. Oder wie der Schwede sagen würde, Ficklampe. Jedes Land hat eben so seinen kleinen eigenen Splien. Seine Liebhaberei. Die Deutschen gehen gerne mit ihrer Schusswaffe durch die Gegend. Die Deutschen gerne mit ihrem Sack Bargeld. Ist doch viel ungefährlicher, oder? Haben Sie schon mal vom Bargeldtoten gehört? Ich nicht. Aber ich habe schon eine Vision, wie das aussieht, wenn Deutschland endlich bargeldlos bezahlt. Das wird dann im Deutschlandtempo umgesetzt.
Da kann ich mir schon vorstellen, wie man dann im Jahr 2075 in Mecklenburg-Vorpommern beim Bäcker steht, die Smartwatch vorzeigt und sagt, Entschuldigung, ich würde mein Brötchen gerne übers Internet mit der Uhr bezahlen. Und der Bäcker sagt, klar, das ist überhaupt kein Problem. Internet haben wir noch nicht, aber Ihre Uhr, die nehmen wir gerne als Zahlungsmittel an. Und spätestens dann weiß man, auch bei uns geht es ohne Bargeld. Schauen Sie, ich hatte doch hier irgendwo... Frau Kühl sollte eigentlich eine stille Teilhaberin spielen. Ja, ich habe das Drehbuch komplett umgeschrieben. Was haben Sie? Erst mal habe ich die Bösewichter ausgetauscht.
Diese Oligarchen nutzen doch nur die Anonymisierungsstrukturen, die der Westen geschaffen hat, weil wir das Geld von allen Leuten aus der Welt zahlen. Und das Geld von allen Leuten aus der Welt zahlen. Wer ist dann der Bösewicht? Zunächst mal die Abgeordneten, die im Europäischen Parlament hart daran gearbeitet haben, die Transparenzregeln für die Geldwäscheverordnung weicher zu machen. Aber die kennt doch kein Mensch. Dann stelle ich sie Ihnen mal vor. Ralf Seekertz, CDU. Markus Färber, CSU. Caroline Braunsberger-Reinholt, CDU. Herr Uthoff, Sie hatten mir eine Rolle versprochen, in der ich glänzen kann. Ja, ja, ja. Ist ja doch sogar eine Doppelrolle. Drehen Sie sich mal um.
Ich bin Nicola Beer von der FDP. Tolle Mimik. Ich könnte mir vorstellen, wenn man die in ein spannendes Setting setzen, Europaparlament Szene in Änderungsantragsumme zur 6. Geldwäscherichtlinie. Langweilig, langweilig. Die echte Action findet doch hinter den Kulissen statt. Das da sind doch nur die böse Wichtel. Die echten Schurken sind die deutschen Oligarchen und ihre Lobbyverbände, zum Beispiel dem Verband der Familienunternehmer. Die alles dafür tun, dass man Vermögenswerte anonymisiert. Immer mit der Behauptung, es wäre eine Gefahr für Leib und Leben für die Reichen, wenn wir wüssten, was die alle besitzen. Weil wir die dann an der Laterne aufhängen.
Herr Neumeyer, das hat mir doch schon besprochen. Echte Gefahr für Leib und Leben besteht doch für die Journalistinnen, die zum Thema Transparenz recherchieren. Hier, 2017 wurde die maltesische Journalistin Daphne Galicia ermordet. 2018 der Slowakei Jan Kujak. 2021 der Grieche Georgios Karaibas. Alles Journalistinnen, die zum Thema Geldwäsche recherchiert haben. Die, die sich heute noch gegen Geldwäsche einsetzen und gegen Geldwäsche kämpfen. Das sind wahre Superhelden. Tja, gut. Ich bin's, euer Robert. Männer und Frauen, das ist eh klar. Die Lage ist am Dampfen. Die Dronentieler, Waffenhändler, Oligarchen. Aus aller Welt bringen ihr geraubtes Geld nach Deutschland. Geschätzte 100 Mrd.
Euro im Jahr, weil es unserem schönen Rechtsstaat so schön sicher ist. Wir können unseren Staat nicht extra zur Bananenrepublik umbauen, nur damit die Kriminellen keinen Bock mehr haben, uns ihren Zaster zu bringen. Auch wenn es natürlich schön wäre. So eine Banane steckt ja voller Magnesium. Die International Financial Action Task Force ist Deutschland hart angegangen. Wir würden versagen bei der Geldwäschebekämpfung. Gut, wir hätten eine Behördenwahl. Da wisst ihr quasi die linke Hand nicht, was die rechte wäscht. Und deshalb liebe Mitbehörden, müssen wir uns jetzt die Hand geben. Und deshalb rufe ich euch als für Sanktionsdurchsetzung zuständiger Wirtschaftsminister zu. Avengers Assemble!
Applaus Sagen Sie mal, kommt da noch jemand? Ja gut, das hoffe ich. Von welcher Behörde sind Sie noch mal? Ich bin von der Finance Intelligence Unit. Der Fiu! Okay, gut. Dann wollte ich noch fragen, dann haben Sie quasi Superkräfte gegen Big Bad Money? Ja, natürlich. Schauen Sie mal, hier zum Beispiel. Jemand hat bei eBay ein originalverpacktes E-Bike für 90 Euro gekauft und ist niemals erhalten. Wow, cool, cool, cool. Schockierend. Und Sie setzen den Schurken jetzt fest? Nein, ich nehme den Verdacht entgegen, analysiere ihn und leite ihn an die Polizei weiter. Gegebenenfalls. Cool, cool, Ihre Superkraft ist gegebenenfalls weiterleiten.
Ja, wir von der Fiu werden aktiv, wenn Immobilienmakler, Jubiliere oder Autohändler uns einen Verdacht auf Geldwäsche melden. Wir verlassen uns beim Kampf gegen Geldwäsche auf diejenigen, die mit Geldwäschern Geschäfte machen. Ich bin ja schon froh um jeden Jubilier, der nicht meldet, dass heute Morgen schon wieder 1 Mio. Euro in Colliers, Bar über den Tresen gewandert sind. Sorry, Hulk ist confused. Sollten wir nicht irgendwie versuchen, dass jeglicher Verdacht gemeldet wird? Das sollten wir auf gar keinen Fall. Verstehen Sie, die Notare, die Banken melden mir jeden Furz. Allein 2021 haben wir von der Fiu 300.000 Verdachtsmeldungen reingekriegt. Die müssen wir alle prüfen.
Wir schaffen pro Monat gerade mal 2.500. Helfen Sie uns, bitte. Cool. Amtshilfe, kein Problem. Pass auf, ich ... Mist. Gucken Sie, hier. Geldwäscheverdacht von der Deutschen Bank gegenüber einem Oligarchen namens Usmanov. Was soll ich damit? Davon habe ich schon 90 Stück. Die sind alle veraltet. Nur wenn innerhalb von 3 Tagen agiert wird, kann die Geldwäsche verhindert werden. Später sind die Konten häufig leergeräumt. Das ist eine ganz andere Polizei. Bevor Sie mit dem Finger auf andere zeigen, räumen Sie mal Ihren eigenen Laden auf. Sie meinen so wie Sie. Vorsicht, ganz finnes Eis. Sie wissen genau, was passiert, wenn ich wütend werde. Sie werden noch grüner? Ganz genau.
Sie wissen, was rauskam als Wirtschaftsprüfer letztes Jahr bei der Fiu aufgeräumt haben? Wir haben 500.000 neue unbearbeitete Meldungen. Wir haben schon 500.000. Gut, Sie müssen sich vielleicht mehr halten an Marie Kondo. Quasi, das muss ich in den letzten Wochen auch schmerzhaft erfahren. Alles, was Ihnen keine Freude bereitet, einfach aussortieren. Das versuchen wir ja mit unserer Software. Das Ergebnis, eine Anzeige. Ja, ist doch cool. Eine Anzeige gegen uns? Wegen Strafverheidlung im Amt, weil wir aussortiert haben. Gut, Sie können auch nicht einfach aussortieren. Die Amtsdienstleistung auf Sicht der Behörde. Ach, Sie meinen die BaFin? La, la, la, La. La, la, la, la. La, la, la.
Ja, das ist sie eigentlich. Ja. Na? Na, BaFin? Nur kein Neid. 97 Prozent der Verdachtsmeldungen kommen nun mal aus der Finanzbranche, die wir beaufsichtigen. Ja, in fünf Jahren haben sie gerade mal 37 Bußgelder wegen Geldwäsche erlassen. Wir kümmern uns eben um die großen Fische. Mhm. Sie meinen so wie Wirecard der endgültige Beweis für die Unfähigkeit der BaFin bei Geldwäschebekämpfung. Ja, nur weil wir statt Wirecard zur Strecke zu bringen einen Financial Times-Journalisten zur Strecke bringen wollten, der Wirecard zur Strecke gebracht hat, heißt das ja nicht. Ich glaube aus der Sache kommen Sie nicht mehr gut raus.
Frau Schnee von gestern, jetzt haben wir einen neuen Chef, Mark Branson, ehemaliger Leiter der Schweizer Finanzmarktaufsicht. Cool, cool. Ja, tolle Wahl. Sie meinen die Finanzaufsicht, die nicht mitbekommen hat, dass die Carol Swiss zum Hausbank aller Geldwäscher weltweit geworden ist. Ah, kam nicht nach der Wirecard-Pleite raus, dass der, pfiu, bereits 2019 Geldwäsche-Verdachtsmeldung zu Wirecard vorlag? Sie meinen die Liste mit 343 auffälligen Zahlungen, dass der Stapel da drüben, da haben wir für unsere Verhältnisse relativ flott reagiert. Nach anderthalb Jahren. Und ich sag noch, für unsere Verhältnisse.
Kinder, wir können es uns natürlich jetzt leicht machen und sagen, okay, das ist einfach Behördenversagen. Aber gut, da müssen uns wir Politiker auch mal an die eigene Nase fassen, auch wenn wir jetzt nicht hinkommen. Dass wir gesagt haben, die Deutschpolitik auch unter Merke wollte ja einen Global Player haben. Ja, wie Wirecard im Bereich der Finanzdienstleistungen. Ja, für Porno-Oligarchen und Glücksspiel. Ja gut, ich persönlich habe jetzt nichts gegen einen gut gemachten Porno, also wenn er konsensual hergestellt ist und vielleicht auch aus weiblicher Perspektive. Aber Glücksspiel ist natürlich scheiße. Hat denn jetzt jemand gerufen?
Ich bin Zocko, der zweierbige Rächer aller von einahmigen Banditen besprochene. Ich bin metaphorisch ziemlich beschlagen, aber das hab selbst ich nicht verstanden. Ich habe gedacht, Zocko! Was? So viel? Nicht noch lauter, Zocko! Zocko? Zocko? Was denn? Zocko? Zocko? Ja, hier von der GGL. Gemeinsame Glücksspielberatung der Länder. Glücksspiel kann süchtig machen übrigens. Wenn Sie da betroffen sind, gerne einfach unter www.erstwasbingo.com oder mal das Hausweg.de. Nehmen Sie ihm das nicht übel, er ist ein bisschen zu viel roulette, Sie verstehen. Ja gut, jetzt seien Sie netter zu ihm, wir werden ihn noch brauchen. Online-Glücksspiel ist ja quasi der Umschlagplatz für Geldwäsche.
Ja, aber er macht ja nichts dagegen. Ich kann ja auch nichts machen. Um die Online-Casinos zu kontrollieren, müsste ich Wetteinsätze und Geldströme überprüfen, die über internationale Zahlungsdienstleister laufen. Und da darf nur die Bar fehlen. Ja gut, sorry, aber warum erzählen Sie das mir? Ja, weil die zwei nicht miteinander reden. Warum kümmern Sie sich denn nicht um die Finanzströme bei Online-Casinos? Er ist doch für Online-Casinos zuständig. Also die BaFin sagt, Sie wären zuständig. Die meisten Casinos sitzen auf Malta, da kann ich gar nichts machen. Wenn aber von Deutschland aus gespielt und bezahlt wird, das ist ein klarer Fall für die BaFin.
Gut, gut, die GGL sagt, Sie wären zuständig. Zahlungsdienstleister müssen verdächtige Überweisungen selbst melden, und zwar der Fiu. Sie werden es nicht glauben, aber die BaFin sagt, Sie sind zuständig. Ich hab's gehört, sieht nicht gut aus. Aber ich frage mich ohnehin, wie kann es überhaupt sein, dass hierzulande Online-Casinos aus Malta, die keine Lizenz haben, den Leuten die Penunzen aus der Tasche ziehen? Ja gut, Leute, cool, cool bleiben. Nur weil die deutsche Politik die Online-Casinos bundesweit für 2021 legalisiert hat, um an die Steuern ranzukommen. Ja gut, da komm ich auch nicht mehr raus. Aber wir versuchen jetzt gegen zu steuern in Form von Christian Lindner.
Der ist ja, was viele gar nicht wissen, Finanzminister. Und Christian Lindner ist ja quasi zuständig für Geldwäsche. Ja, und wie will Christian Lindner dieses eklatante Behördenversagen denn verhindern? Hier gibt es inzwischen mehr Behörden, immer mehr, die stapeln sich schon. Was ist denn seine Idee dafür? Ja, Christian, eine coole Idee, der plant eine neue Behörde. Zuständig ist Christian Lindner. Das ist ein Satz, den man echt nicht hören will, wenn es um etwas Wichtiges geht, oder? Und zwar nicht, weil Herr Lindner nicht gut darin wierte, sich zu kümmern. Das glaube ich wirklich nicht. Ich glaube, wenn er zuständig ist, dann kümmert er sich auch.
Zuverlässig, mit einigen Dingen, die er sich kümmern will. Und das ist ein Satz, den man echt nicht hören will, wenn es um etwas Wichtiges geht, oder? Und zwar nicht, weil Herr Lindner nicht gut darin wierte, sich zu kümmern. Zuverlässig, mit eisernem Willen und sogar gegen alle Widrigkeiten, wie zum Beispiel dieses lästige Ding namens Vernunft. Das Problem ist nicht, dass Christian Lindner nicht gut darin wäre, zuständig zu sein. Das Problem ist, dass er offenbar für andere Dinge zuständig ist, als er offiziell behauptet. Ich glaube zum Beispiel, dass Oliver Blume, der Porsche-Chef, ein sehr glücklicher Mann ist.
Weil Christian Lindner offenbar dafür zuständig ist, dass Oliver Blume, der Porsche-Chef, ein sehr glücklicher Mann ist. Aber natürlich sagt Herr Lindner nicht, dass er dafür zuständig ist. Wenn man dieser Logik folgt, muss man sich über alle Dinge, von denen er sagt, dass er nicht für sie zuständig ist, keine Sorgen machen. Christian macht das schon. Aber wenn er sagt, dass er zuständig ist, dann weiß ich nicht. Dann hat er immer so eine, guckt mal wie hart und entschlossen ich das Problem angehe, Attitüde. Wie ein Hamster, der sein Hamsterrad immer schön so drapiert, dass es aussieht, als würde er in Richtung Fortschritt rennen.
Obwohl sein Rädchen eigentlich nur eins von vielen Zahnrädern ist, die die Uhr an seinem eigenen Handgelenk rückwärts laufen lassen. Ich sollte das mit den Bildern sein lassen, ich weiß. Nun ist er jedenfalls für den Kampf gegen Geldwäsche zuständig. Und er geht das Problem hart und entschlossen an. Eine neue Bundesbehörde gründet er, ein Finanzkriminalamt. Und er kündigt das mit großen Worten an. Er sagt, mit leistungsfähigen und wirksamen Strukturen werden wir dafür sorgen, dass die ehrlichen Kaufleute vor denen geschützt werden, die sich nicht an Regeln halten. Vor denen, die sich nicht an Regeln halten, das klingt fast schon niedlich.
Es erinnert mich an Friedrich Merz, der über die letzte Generation gesagt hat, das sind keine Klimaaktivisten, das sind kriminelle Straftäter. Ich bin unsicher, ob es auch nicht kriminelle Straftäter gibt. Aber wahrscheinlich konnte Friedrich Merz einfach nicht genug betonen, wie kriminell die Aktivistinnen sind. Wohingegen Christian Lindner sich offenbar nicht dazu durchringen kann, Wirtschaftskriminelle überhaupt mit Kriminalität in Verbindung zu bringen. Das sind nur Leute, die sich nicht an Regeln halten. Die kleinen Rabauken. Aber nein, ich tue ihm natürlich unrecht.
Immerhin gründet er extra eine neue Bundesbehörde, was ein ganz wundervolles Mittel ist, wenn man Dinge erledigt haben will. In ein paar Jahren. So eine Behörde aufzubauen dauert ja eine Weile. Es ist ein bisschen wie Kernfusion für Wirtschaftskriminalität. Kann irgendwann funktionieren, funktioniert jetzt gerade aber vor allem als Ausrede, um nicht vom Sofa aufzustehen. Ich finde das toll. Wir werfen Politikerinnen noch immer vor, sie würden nie über ihre Amtszeit hinaus denken. Christian Lindner schon. Er denkt, wenn ich es jetzt schaffe, noch zweieinhalb Jahre richtig beschäftigt auszusehen, muss erst wirklich etwas getan werden, wenn ich schon nicht mehr zuständig bin.
Ich frage mich ja immer, wie konstruktiv und effizient Christian Lindner wohl sein könnte, wenn er sich selbst erlauben würde, seine Energie in Sinnvolles zu stecken. Vielleicht ist der Trick einfach, dass wir ihm bei allen wichtigen Dingen sagen, ne sorry Christian, dafür bist du leider nicht zuständig. Hier schreibt gerade ein Herr M. Döpfner, der beschwert sich, dass die Anstalt schon wieder Christian Lindner angreife. Man hätte wohl nicht die Eier, sich mit dem Habeck-Klan anzulegen. Wir nehmen solche Hinweise von Besorgenbürgern natürlich ernst.
Vor allem, wenn diese über einen Medienkonzern verfügen, dessen größter Aktionär, der Finanzinvestor KKR, riesige Summen in fossile Energien investiert hat. Ja, gut. Ich glaube, das ist ein ganz besonderes Thema. Also dann herzlich willkommen zur Pressekonferenz. Mich kennen Sie, ich bin der Robert, hallo. So, ja, dann mal gleich rein in die Brühe. Ja, der Greichen ist weg. Also einer davon. Gut, ich würde sagen, damit ist die Sache vom Tisch. Ja, jetzt kann sich die Presse ja gerne einen anderen warten. Ja, ich würde sagen, ich würde sagen, ich würde sagen, ich würde sagen, ich würde sagen, ich würde sagen, ich würde sagen, ich würde sagen, ich würde sagen, damit ist die Sache vom Tisch.
Ja, jetzt kann sich die Presse ja gerne einen anderen watschen Mann suchen. Oder meinetwegen auch gerne watschen Frau. Gut, damit möchte ich jetzt nicht sagen, dass Sie jetzt losziehen und anfangen, irgendwelche Frauen zu fahren. Also vielleicht fragen Sie doch besser. Ja, äh, Moritz Neumeyer, die Anstalt. Herr Habeck, darf ich Sie einmal ganz zu Beginn provokant fragen? Wie geht's Ihnen? Ja, gut, darauf kann ich jetzt natürlich keine Antwort geben. Ja, der ist gut. Den kann ich nicht knacken. Das ist keine Chance. Also, ähm, Sarah Bosetti will reden. Herr Habeck, ich bekomme noch Geld von Ihnen. Ja, gut, äh, Frau Bosetti, das wüsste ich aber nicht. Das steht im Internet.
Ich werde von den Grünen bezahlt. Aber okay, dann haben wir das ja geklärt. Ähm, Thema Netzwerke. Herr Habeck, warum haben Sie Ihre Konzepte ausschließlich von Thinktanks liefern lassen, die den Grünen nahestehen? Na gut, das ist eine knallharte Frage. Da muss ich mich auch gleich mal für entschuldigen. Das lag natürlich auch an einem gewissen Grund. Nämlich daran, dass ökologische Denkfabriken, die der FDP nahe stehen, also dass es die quasi nicht gibt. Herr Habeck, machen Sie es sich vielleicht ein bisschen zu einfach? Eine Pressekonferenz? Ja. Herr Habeck. Herr Habeck. Herr Habeck. Herr Habeck. Herr Habeck. Herr Habeck. Herr Habeck. Herr Habeck. Herr Habeck. Herr Habeck.
Es ist ein bisschen zu einfach, eine Pressekonferenz im Rahmen der Anstalt zu machen, weil Sie wissen, dass Sie da keine kritischen Fragen befürchten müssen. Tja, äh, nö, nö, nö. Äh, außerdem machen die das öfter hier, dass sie quasi ihre Sendung Menschen zur Verfügung stellen, die sonst keine Plattform mehr haben. Sie sind Vizekanzler. Ja, gut, das fühlt sich nicht so an. Nicht, also wenn Sie wirklich, wenn Sie die letzten Wochen mal die Springerpresse aufgeschlagen haben, da hatten Sie das Gefühl, ich habe Deutschland nicht die Wärmepumpe, sondern den Krieg erklärt.
Herr Habeck, wenn mich eins jahrzehntelange Forschungen gelehrt hat, dann das, hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitermachen. Es kann doch nicht so schwer sein, Ihr Ministerium so zu organisieren, dass es keine Interessenkonflikte gibt. Herr Newton, Verzeihung, da haben Sie natürlich ein Stück weit recht, aber wir sind nun mal im Krieg mit der fossilen Lobby. Und sehen Sie, natürlich haben wir Grüne irgendwann angefangen, Klimaschutznetzwerke aufzubauen. Zu Zeiten übrigens, wo viele gedacht haben, wenn wir gesagt haben, Wärmepumpe, wir meinen Jörg Pilawa. Wer ist Jörg Pilawa? Hört Sie, das ist aber nicht der Punkt, nicht wahr? Der Punkt ist, was ist mit der Agora-Energiewende?
Genau, was ist Agora-Energiewende? Das ist ein Think-Tag, der seinen Einfluss nutzt, um die Energiewende in Richtung Klimaneutralität voranzutreiben. Wow, da sind Sie aber ganz skandalös im Auf der Spur. Das ist doch nicht der Punkt, von dort hat er Greichen ins Ministerium geholt. Ich möchte sogar sagen, quasi zurückgeholt. Patrick Greichen war quasi so gut in der Materie, der war vorher schon Spitzenbeamter unter Norbert Röttgen und unter Sigmar Gabriel. Also wenn das Kölner fehlt, dann fresse ich einen Staatssekretär. Selbst Mitarbeiter Ihres Ministeriums sagen, dass Sie ohne die Expertise der Agora-Energiewende aufgeschmissen wären.
Gut, Sie meinen also, das lange von SPD und CDU geführte Wirtschaftsministerium hätte also quasi zu wenig eigene Klimaexpertise aufgebaut. Das ist ganz schön. Was finden Sie als nächstes raus, dass ich von Klaus von Wagner gespielt werde? Jetzt lassen Sie den Robot doch mal in Ruhe, der sieht schon völlig fertig aus, die arme Sau, sag mal. Die Agora-Energiewende, das ist so eine unabhängige Denkfabrik pro Energiewende. So what, der Physik? Dann ist Ihnen also bekannt, dass die Agora-Energiewende von Stiftungen mitbegründet wurde, unter anderem der Mercator-Stiftung und dem European Climate Foundation. Haha, ja immer mit den Fördern und so. Wie schreibt man die?
Die European Climate Foundation wurde finanziert von Hal Harvey, einem amerikanischen Umweltlobbyisten, laut Zeit der mächtigste Grüne der Welt. Herr Newton, ich weiß, das Internet ist ein aufregender Ort, wenn man das gerade für sich entdeckt hat, aber wenn man alles glaubt, was darin steht, dann wird man halt schnell dazu verleitet zu glauben, man müsste nur Klimaschutz betreiben, weil uns irgendwelche milliardenschwellen US-Netzwerke dazu zwingen. Ja, vielen Dank Frau Bursetti für die Hilfe, der Scheck ist in der Post. Nein, das blöder Scherz, verzeihen Sie, aber ich muss erst mal an der Stelle zugehen.
Natürlich gibt es das Netzwerke, es gibt auch Milliarden und teilweise kommt das Geld aus den USA. Jetzt hier Hal Harvey zum Beispiel, also der hat quasi mitgeholfen, dass man diesen gemeinnützigen ICCT gründet, der hat uns tatsächlich quasi gezwungen, durch seine Messungen den Dieselskandal aufzuklären. Oh mein Gott, das wird ja immer skandalös. Ja, aber das ist doch nicht der Punkt. Hinter diesem anderen Agorageldgeber, der Mercator-Stiftung, da steckt jetzt auch noch so ein US-Milliardär hinter, oder? Nein, nein, keine Angst. Gott sei Dank. Ein Deutscher, Michael Schmidt-Ruthenbeck, das ist eine Familie, die Metro-Millionen geerbt haben und der mit seinen NGOs die Energiewende vorantreibt.
Also ich fasse das vielleicht mal zusammen, die Kritik hier ist, dass es auch reiche Leute gibt, die sich für den Klimaschutz interessieren. Das ist mal wirklich ein Vorwurf in einer Zeit, wo die Verflechtungen der Fossilindustrie mit der Politik enger sind als meine Hosen am zweiten Weihnachtsfeiertag. Und das haben Sie noch nicht gesehen, wie das spannt. Ja, genau. Herr Newton, es macht ja einen Unterschied, ob man Lobbyist ist, um zusammen mit der Zivilgesellschaft für mehr CO2-Neutralität zu kämpfen, oder? Amtor oder so jetzt? Herr Neue-Meier, Sie haben doch so einen Fäbel für Steuervermeider.
Michael Schmidt-Ruthenbeck hatte lange Zeit aus steuerlichen Gründen seinen Wohnsitz in der Schweiz. Gelder aus einem milliardenschweren Deal mit seiner Familie sollen nach Panama geflossen sein. Mit dem gesparten Steuergeld kann er großzügig Stiftungen unterstützen und damit weitere Steuern sparen, verstehen Sie. Der Demokratie wird Geld entzogen. Das fließt in Denkfabriken, die dann ihre Konzepte und Experten in Ministerien platzieren. Ich frage Sie, Laterne oder nicht? Herr Habeck, jetzt geht es um Laterne oder nicht? Ja gut, ich kann das vielleicht mal erklären, weil das etwas ist, was ich gerne tue.
Sieh Sie, 2022 hat der Staat die Agora-Energiewende mit einer Million Euro mehr finanziert, als das z.B. die Mercatestiftung und die European Climate Foundation zusammen getan haben. Jetzt verstehe ich ja gar nichts mehr, ey. War das jetzt die bildenden Punkte oder nicht? Herr Habeck, da geht es ja reinschreiben, Mann. Nein, die Kritik der gesamten Springerpässe geht ja genau in die falsche Richtung. Das ist der Punkt, wunderbar. Die Frage ist doch, was ist, wenn es bessere Klimaschutzkonzepte gibt, als diese Netzwerke sich denken, nicht wahr? Agora-Energiewende und Patrick Greichen wollen ja LNG-Gas, neue Gaskraftwerke statt 100% erneuerbare Energien sofort.
Sie wollen eine Energiewende mit einer grünen Energie in Bürgerhand. Jeder, der nur einen Funkenverstand hat, muss sich als neuen Staatssekretär jemanden wünschen, der sich deutlich radikaler für den Klimaschutz einsetzt. Puh, geile Rede, oder? Ja, cool, die hätte ich halten sollen, nicht? Aber, Herr Newton, wer sollte das sein? Naja, vielleicht jemand, der über die notwendige wissenschaftliche Expertise verfügt. Ein scharfer Denker, klar im Verstand, das ist natürlich ein Träumchen. Gut, vielleicht trinkt er ab und zu ein Sherry zu viel, aber nur, wenn der Andi dummes Zeug quatscht. Jetzt haben Sie mich ein bisschen verloren.
Sie brauchen einen universal Gelehrten mit Erkenntniskraft und Weitsicht. Herr Newton, Sie haben mich überzeugt. Ich gehe ihn suchen. Sie brauchen einen mit einer langen schwarzen Drohwe und vollem gelocktem Haar, Volumen und Fülle. Und jetzt, Sörmü Senki! Horitz Neumanner! Danke schön. Vielen Dank. Vielen Dank.
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