Folge 74 44 Min. Archiviert

E-Fuels oder doch eher „Ö-Fuels“?

Verkehrsaufkommen, Bauvorhaben und Innovationen auf Deutschlands Straßen.

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Sendung 'Die Anstalt' kritisiert die politische Instrumentalisierung von Innovationen und Technologien im Kontext des Klimawandels. Sie zeigt, wie vermeintliche Lösungen wie E-Fuels und der Ausbau der Autobahninfrastruktur oft von kurzsichtigen politischen Zielen und ideologischen Positionen beeinflusst werden. Die Satire deckt Greenwashing-Taktiken, unrealistische Berechnungen und die Manipulation von Fakten auf, um politische Agenden zu rechtfertigen. Ein zentrales Thema ist die Unterscheidung zwischen tatsächlicher Klimabereitschaft und der bloßen Fassade, die durch Begriffe wie 'Klimakrise' und 'Innovation' geschaffen wird. Die Sendung verdeutlicht die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit vermeintlichen Lösungen und die Gefahr, dass politische Entscheidungen von kurzfristigen Interessen und ideologischen Überzeugungen getrieben werden.

Transkript 5.734 Wörter

Das ist zu viel. Dankeschön. Hallo. Dankeschön. Bitte Sie. Nein, nein, nein. Das ist jetzt ... Dankeschön. Wir wissen das zu schätzen. Bitte, Leute. Vielen Dank. Meine Damen und Herren, schönen guten Abend. Herzlich willkommen hier zur Anstalt. Sie sehen uns ein bisschen zerknirscht. Wir müssen uns zu Beginn dieser Sendung gleich mal entschuldigen. Ja, also wir haben ... Wir haben einmal in einer von unseren Sendungen gesagt, dass ... FDP bedeutet Fick den Planeten. Und das würden wir heute so nicht mehr machen. Nein, nein. Das wäre eine Verharmlosung. Nein, wir geben das ganz offen zu. Wir haben die FDP unterschätzt. Wir dachten eigentlich, das wäre nur so ... Ja, ja, ja. Dabei sind es ...

und zwar waschecht. Das haben wir nicht alleine rausbekommen. Das war quasi ... Wir haben recherchiert. Mit der ZDF-Sendung Frontal. Heißt, Frontal hat recherchiert und wir haben Frontal geguckt. Ja. Und den Link zu dem Teil über die FDP, den werden wir jetzt hier so einblenden. Dann können Sie sich diese Sendung von Frontal ganz in Ruhe anschauen. Nicht jetzt. Nein, nicht jetzt. Bitte bleiben Sie ... Hören Sie, wenn Sie jetzt drangeblieben wären, hätten Sie gesehen, wir gehen viel weiter als Frontal. Verstehen Sie? Und zwar aufgrund unserer exzellenten Kontakte ins Verkehrsministerium. Was? Welche exzellenten Kontakte denn? Zu einem Ex-Verkehrsminister.

Der, wo an dieser Stelle bitte anonym bleiben möchte. Ha! Scheisse, der Nefton! So, bitte schön. Ah, so, Herr Nefton. Wer hätte das gedacht? Sie und ich mal als ein Team. Quasi wie Batman und Robin. Ich befürchte, Sie halten sich in diesem Szenario für Batman. Woher wissen Sie das? Wir sind kein Team. Alles, was ich wollte, war Ihr Hausausweis. Und sonst nichts. Ein bisschen mögen Sie mich schon, oder, Robin? So, sehr mondän hier Ihr Verkehrsministerium. Ja, ja. Ah, halt, wir gehen ja da lang. Und wir sagen hier ja gerne Innovationsministerium. Wieso wir? Ihnen ist schon klar, dass Sie nicht mehr Verkehrsminister sind. Ja, schon.

Aber schauen Sie, wenn Sie jetzt hier was aufdecken, was weiß ich, über die FDP oder so, und die fliegt aus der Regierung und die brauchen vielleicht einen neuen Verkehrsminister, dann nehmen die vielleicht einen, der schon die Adresse kennt. Sie haben sich auf dem Weg hierher zweimal verfahren. Aber nur zweimal. Wir sind hier, um herauszufinden, warum das Verkehrsministerium es nicht schafft, die CO2-Emissionen zu senken. Da stellt sich die Frage, wollen Sie nicht oder können Sie nicht? Das ist lustig. Das haben mich die Leute früher immer gefragt. Wieso? Bei Ihnen war es doch eben klar. Nicht da lang. Nein, da können Sie uns sehen. Gehen Sie zurück. Herr Scheuer. Was machen Sie denn hier?

Das ist lustig. Das haben mich die Leute früher auch immer gefragt. Grüß Gott, Frau Wissens-Geschaftlerin. Wir haben eine total einfache Erklärung, warum wir hier sind. Ich mache hier Führungen durch dieses Haus. Vernünftiger, als wenn Sie dieses Haus führen. Vielen Dank. Schauen Sie, Herr Nefton, hier forschen wir, also in dem Fall Sie, unter dem neuen Minister, an der Zukunft des Verbrennungsmotors. Was sagt das? Die Zukunft des Verbrennungsmotors. Wieso Zukunft? Der Verbrennungsmotor wird in Europa ab 2035 verboten. Ja, aber nicht, wenn Sie damit E-Fuels tanken. Das hat ein bisschen hinten bei der EU reingeschmuggelt. Das ist gut, weil diese Erfindung von E-Fuels ...

Herr Nefton, das ist eine bahnbrechende ... Wir haben es quasi geschafft, Wind in Antriebskraft zu verwandeln. Gratulation, Sie haben das Segelboot erfunden. Nochmal. Nein, das ist etwas Flüssiges. Das ist ein Windbenzin. Ach so, dann stößt der Verbrenner mit diesen E-Fuels also kein CO2 mehr aus? Doch, doch, aber vollkommen klimaneutral. Wie kann es denn klimaneutral sein, CO2 in die Luft zu blasen? Ja, das ist eine gute Frage. Die Idee ist folgendes. Mit Hilfe grüner Windenergie soll der Luft-CO2 entzogen werden. Dann wird das Benzin also in E-Fuels verwandelt. Ach so, wir entziehen quasi ... Also wir blasen bloß das CO2 in die Luft zurück, was vorher schon drin war.

Das ist eine saubere Geschichte. Schade, dass das nur im Labor funktioniert. Wieso? Nein, nein, wir produzieren doch schon E-Fuels. Ja, aber nur in ganz kleinen Anlagen wie zum Beispiel diese hier von Porsche. Ja, Sie haben recht. Die ist wirklich ein bisschen sehr klein. Das ist ein Modell. Ach so. Grundgütiger. Die richtige Anlage steht in Chile. Deswegen wirkt die so klein, weil die so weit weg ist. Ganz weit. Das ist von der Perspektivgeschichte. Sagen Sie, wieso steht das Windrad eigentlich in Chile? Ich weiß, weil man bei Windrädern in Chile keine Anwohnerproteste in Bayern riskiert. Nein, weil da der Wind weht. Deswegen bauen die doch da jetzt einen riesigen Windpark drum herum.

Nein, den hat die chilenische Regierung nicht genehmigt. Ja, gut, das sind Details. Also gut. Das Windrad liefert dann die Energie für die Direct Air Capturing Machine. Genau. Die saugt die Umgebungsluft an und bringt sie in Kontakt mit unserem Sorptionsmittel. Ich glaube, das müssen Sie jetzt nicht weiter erklären. Das Mittel ist wahrscheinlich flüssiges Kaliumhydroxid. Ja, richtig. Und dann reagiert die Kalilauge mit Kohlendioxid zu Kaliumkarbonat. Worauf man nach der Kalzinerung schließlich Kalziumoxid, Wasser und eben Kohlendioxid gewinnt. Schauen Sie mal, der schöne Laster. Was macht denn der schöne Laster? Er bringt das CO2, welches dann zusammen mit dem Wasserstoff in die Luft fährt.

Moment, Sie haben doch gesagt, das CO2 kommt aus der Luft. Jetzt haben Sie es endlich verstanden. Deswegen heißt es ja auch Windbenzin. Welcher Wind kommt denn mit dem Laster? Der Fahrtwind. Herr Scheuer, wozu ist dieser Laster? Sie dürfen damit nicht fahren. Sie haben ja schon was getrunken. Nochmal, das ist ein Modell. Wie bekleben Sie den wieder rein? CO2 aus der Luft zu gewinnen, das ist ein Modell. Deswegen auch der schöne Laster. Woher stammt denn die CO2-Lieferung? Das sind Abfälle von der Industrie. Moment mal. Das CO2 für angeblich klimaneutrales Windbenzin kommt gar nicht aus der Luft. Sie blasen einfach nur zusätzliches CO2 auf Umwegen in die Luft.

Ja, aber nicht gleich durch einen großen Schornstein, sondern später durch viele kleine Auspüfe. Das verteilt das CO2 wesentlich effizienter. Verdammt, mein Sherry ist schon leer. Wo ist denn das Teil? Prost. Sie können doch nicht das E-Fuel saufen. Keine Sorge. Mein Magen unterscheidet da schon lange nicht mehr. Nein. Ich meine doch. Das ist ja doch nicht gut. Wir haben halt nicht so viel davon. Wie nicht so viel? Ich dachte, das ist die Zukunft des Verbrennermotors. Ja, interessante Frage. Immerhin gibt es ja schon über eine Milliarde Verbrenne-Autos auf der Erde. Diese Anlage soll man 130.000 Liter im Jahr produzieren. Boah. Allein die Deutschen vertanken 115 Millionen Liter. Na. Täglich.

Wahnsinn. 1,000000233 Liter für jedes Fahrzeug in Deutschland. Pro Tag. Ja. Aber es sind ja auch sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr kleine Autos. Geben Sie das da her. Jetzt, geh. Schauen Sie mal. Es gibt doch bald ... bald wird es doch überall Fabriken von dem Zeug geben. Ja. 60 sind weltweit in Plastik. Das ist doch nicht so. Das ist doch nicht so. Ja. 60 sind weltweit in Planung. 60, Herr Nefton. Von denen immerhin schon ein Prozent finanziert ist. Ein Prozent. Aber die zu 100 Prozent. Wenn dann erstmal alle Anlage in Betrieb sein sollten, decken wir damit 10 Prozent des E-Fuel-Bedarfs von Schiffen, Flugzeugen und Chemieindustrie. 10 Prozent. In Deutschland. Ja.

Wie viel E-Fuels bleiben denn dann für PKWs übrig? Nichts. Dann wird es in abziehbarer Zeit genug davon geben. Sagen Sie, warum hält die FDP so krampfhaft an dem Zeug fest? Weil die Technologieoffen sind. Die verstehen einfach was von der ... von der Innovation. Ich denke, Sie meinen Innovation. Genau. Aber schauen Sie doch mal. Sie können mit derselben Menge an erneuerbarer Energie 1600 Elektroautos aufladen oder eben 600 Wasserstoffautos oder eben gerade mal 250 mit E-Fuel. Ja, jetzt schauen Sie mal. E-Fuel, E-Auto ist es so egal. Hauptsache Italien. Ich meine, Hauptsache emissionsfrei. Aber das sind Sie doch nicht. Das bleiben doch Verbrenner. Kommt doch hinten derselbe Dreck raus.

CO2, Stickoxide, Feinstaub. Und dazu noch deutlich mehr Kohlenmonoxid und Ammoniak als bei herkömmlichen Verbrennern. Sie wollen so clever sein. Wenn das wirklich so schlimm ist mit den E-Fuels, warum fordert dann Fridays for Future die E-Fuels? Ja, da sogar mit Plakaten. Das sind doch keine Fridays for Future Demonstranten, sondern bezahlte Aktivistendarstellerinnen. Aha, bezahlt. Frage mich, von wem das Geld kommt. Wahrscheinlich von Margaritis Bioec. Fast. Das Geld kommt vom Verband mittelständischer Mineralölunternehmen, die zufällig auch Mitglied sind in der E-Fuel Alliance. Das ist eine starke Allianz für klimaneutrale Kraftstoffe gegen den Klimawandel. Erstaunlich langer Satz.

Haben Sie den selbst gebastelt? Nein. Aber den habe ich selbst gegoogelt auf einer seriösen Website von der E-Fuel Alliance. Ach, da, die E-Fuel Alliance. Schauen wir mal, wer dabei ist. Ach, bekamte Klimaaktivisten wie ExxonMobile, Avia. Wer ist denn noch dabei? Jet ist dabei, LiquiMoly, Leon Mineralöl, Nusser Mineralöl. Ja, was wollen Sie jetzt unterstellen? Ich will machen. Eine heißt sogar Oil. Warum nennen Sie den Laden nicht um? In Öl-Fuel-Allianz. Ja, aber wieso? Was heißt jetzt Fool? Idiot. Bloß weil ich kein Englisch kann, heißt es nicht ... Ach so, ja. Okay, aber irgendwas macht keinen Sinn. Warum sollte denn die Ölindustrie E-Fuels unterstützen?

Sie macht sich ja mit ihrem eigenen Benzin quasi selbst Konkurrenz. Hören Sie, Herr Scheuer, dass die Ölindustrie E-Fuels sind. Dann braucht ja keiner mehr die herkömmlichen Zapfsäulen. Wer aber betreibt denn in großem Stil Zapfsäulen, Tankstellen, Tankwagen und Tanklager? Die Ölindustrie? Ich weiß wirklich nicht, was Sie wollen. Ich war mir sicher, diesmal schafft das. Moment, da ist ja eine Lücke in Ihrer Argumentation. Sind Sie auch so gespannt wie ich? Warum sollte denn die Ölindustrie quasi ein Produkt pushen, von dem sie weiß, dass es nicht genügend davon geben wird?

Herr Scheuer, jetzt wo Sie gerade Ihren Denkapparat unter Volllaufen lassen, lassen Sie uns doch noch ein Stück weitergehen. Ja, sehr gut. Ich meinte, einen Gedankengang. Na ja, komme ich besser zurück. Schauen Sie, wichtig für die Ölindustrie ist nur, dass überhaupt getankt wird. Egal ob E-Fuels oder Benzin und wenn nicht genug E-Fuels da sind, das ist schon eben für eine Übergangsphase. Wir wollen ein bisschen Benzin reinmischen. Wie beim Biodiesel. Na ja, da haben wir auch einen Spritzer-Diesel rein, gell? Klitzik, klitzik, kleiner Spritzer. 93% Sehen Sie, diese E-Fuels sind nichts als das trojanische Pferd, das Swissing in die Gesetzgebung der EU eingeschleust hat.

Hören Sie, Sie sind doch eine vernünftige Wissenschaft. Wie können Sie mit tun bei dieser E-Fuel-Narratai? Ich mache doch hier keine E-Fuels. Das ist eine illegale Distillerie. Ich mache hier Absinth. Ich mache hier Absinth. Deswegen... Was glauben Sie, will der Verkehrsminister hier im Haus sonst ertragen? Post! Ficks! Mein Gott, manchmal kann ich es selbst kaum glauben. Scheiß Sekundenkleber! Schönen guten Abend. Darf ich mal Ihre Hausausweise sehen, bitte? Ja, natürlich. Moment, ich habe meinen hier. Schauen Sie da. Vielen Dank, Herr Scheuer. Frau Dr. Richter und Ihren bitte. Darf ich den auch noch mal sehen? Die ist jetzt schlecht.

Weil er hat meinen und ich ein bisschen Probleme mit Sekundenkleber. Alarm! Klimakleber im Verkehrsministerium! Die müssen Sie sofort verhaften! Ja, das machen wir auch! Mitkommen! Mitkommen jetzt! Diese Quarantäne! Chaoten werden immer radikaler. Jetzt kleben die sich schon an sich selbst fest. Sagen Sie, diese E-Fuels... Diese E-Fuels sind ja offensichtlich für das Klima null nützlich. Wie will die FDP denn den Klimawandel sonst bekämpfen? Sprachlich! Herzlich willkommen zur FDP-Kunde. Kommunikation unlauterer Nachhaltigkeitsversprechen für deutsche Einwohner. Der Sprachschule für Mitglieder und Freunde der FDP.

Erwartet Sie bald ein prominenzboosender Talkshow-Auftritt mit renitenten Klimaaktivistinnen? Dann sind Sie genau richtig in dieser Schulung. Bedenken Sie, Ihre Gegner warten mit einem gefährlichen kommunikativen Trick auf. Der Wirklichkeit. Sie schauen sich nicht über Schwämmungen, Dürren und Waldbrände für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Realität ist also Ihr größter Konkurrent auf dem Marktplatz der Ideen. Deswegen drei Beispiele, wie Sie mit den richtigen Worten die Klimakrise einfach wegsprechen. Erstens.

Sie könnten natürlich sagen, die Klimakatastrophe ist eine Krise, bei der Millionen von Menschen vor allem im globalen Süden elendig verhungern, ertrinken und in der Hitze qualvoll sterben werden. Oder aber Sie sagen, der Klimawandel ist einer der größten Herausforderungen unserer Zeit. Packen wir es richtig an, kann Klimaschutz aber auch zu einer unserer größten Chancen werden. Zweitens. Statt zum Beispiel zu sagen, als Klientelpartei, die wir sind, hat die Automobilindustrie unsere Schaltknüppel fest im Griff. Sagen Sie lieber, wir sind davon überzeugt, dass wir einen effektiven Klimaschutz nur dann erreichen, wenn wir auf Erfindergeist und Technologieoffenheit setzen.

Streuen Sie behaupt Technologieoffen gerne so oft wie möglich ein. Es klingt schlau, unternehmerisch, liberal im besten Sinne des Wortes. Und gleichzeitig zeichnet es alle anderen apokalyptischen Langweiler als verschlossen, verengt, miese Petrich. Die möchten offenbar Internet aus Holz. Drittens. Auf keinen Fall sollten Sie feststellen, dass die Klimakrise ein systemisches Problem ist, welches auch strukturelle Veränderungen erfordert. Vermeiden Sie es auch, die in die Verantwortung zu nehmen, die für die Klimakrise verantwortlich sind. Vor allem, wenn sie verantwortlich sind. Es ist nicht Volker Wissing, der die Klimaziele im Verkehr nicht erreicht.

Es sind die Bürgerinnen und Bürger, die die Klimaziele nicht erreichen, weil die Menschen eben mobil sein wollen. Perfekt im Geiste der FDP. Freiheit ist, wenn jeder das Klima eigenverantwortlich zerstört und nicht diese Ölindustrie. Ich wünsche Ihnen mit unserem Sprachmodell Kunde und unserem semantischen Greenwashing viel Erfolg bei der nächsten Überschwemmung im Ahrtal. Wenden Sie dort doch direkt an, was Sie hier gelernt haben. Versuchen Sie es bei den Hausbesitzern beispielsweise statt eines mitleidigen Mein Gott, Ihr Haus ist ja vollkommen zerstört. Eher mit einem fröhlichen. Sehen Sie Umweltpolitik als Innovationsmotor. Recherche update. Ich bin jetzt in Wissings Büro.

Ich bin jetzt in Wissings Büro und erhoffe mir dort weitere Erkenntnisse. Ich werde mich nun durch die Schubladen des Verkehrsministers wühlen. Oh, verzeihen Sie, Herr Minister, ich habe nicht gesehen, dass Sie so spät noch arbeiten. Dann hätte ich natürlich... Also ich weiß, dass die Arbeit in diesem Ministerium manchem Minister graue Haare gemacht hat. Aber Sie sind nicht Herr Wissing. Nein, ich bin der wissenschaftliche Berater des Verkehrsministers Adi. Verstehe. Verzeihen Sie. Ich habe Sie nicht so behandelt, wie es das Protokoll in diesem Hause für wissenschaftliche Berater vorsieht. Ich habe Sie nicht ignoriert.

Hören Sie, ein Sir Isaac Newton lässt sich nicht ignorieren von einer der hergelaufenen Büroklammer. Ein Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium lässt sich nicht als Büroklammer bezeichnen von etwas, das aussieht wie Thomas Gottschalk in einem Talar. Touché. Kommen wir zur Sache. Ihr Minister plant trotz Klimakrise 144 Autobahnen beschleunigt auszubauen. Höflich gefragt hat der Mann noch alle Fichten im Gebälk. Es handelt sich hierbei um genau genommen 1300 Autobahnkilometer, die bis auf 10 Spuren erweitert werden sollen. Der Herr Minister hält sich streng an einen Plan, der bereits im Jahre 2016 gefasst worden ist.

Was das Gebälk des Ministers betrifft, kann ich Ihnen leider keine Informationen liefern. BVWP. Das passt ja zur fossilen Denke hier im Haus. VW, eingerahmt vom BP. Der Bundesverkehrswegeplan legt fest, wo in Deutschland bis zum Jahr 2030 Straßen und Schienen gebaut werden müssen. Lassen Sie mich raten, Sie bauen vor allem Straßen. Wie? Unser Bundesverkehrswegeplan sieht natürlich vor, dass nur Straßen gebaut werden, die vorher eine Umweltprüfung hinter sich gebracht haben. Ist das so? Hey Sie, also wirklich. Ich will jetzt zwei mal Straße haben. Selbstverständlich, kommt sofort. Halt, Moment, Moment. Was ist mit der Umweltprüfung?

Sie bringen ja die Reihenfolge, die der Bundesverkehrswegeplan vorsieht, völlig durcheinander. Aha. Also zuerst wird gebaut und dann geprüft, ja? Nein, nein, nein. Sehen Sie erst mal, melden die Bürgermeisterinnen in ganz Deutschland ihren Straßenbedarf an. Aha. Und dann? Dann kriegen die ihre Straßen. Das ist kein Plan, das ist ein Wunschzettel. Und Sie? Brauchen Sie diese Straße denn überhaupt? Natürlich brauchen wir die. Die wird ja schließlich bezahlt. Vom Bund. Deswegen heißt es ja auch Bundesstraße. Sehr gut, sehr gut. Oh, Foto-Termin. Wer hat Foto-Termin? Na, Foto-Termin. Ach so, Sie wollen sich ablichten lassen. Verstehe.

Ich freue mich, dass es mir und meiner Partei gelungen ist, mit dieser Umgehungsstraße das schöne Strullendorf an die Zukunft anzubinden. Ja, und das ist ja nur eines. Von insgesamt 1360 Fernstraßenprojekten. Was? 1360 von den Dingern wollen Sie bauen? Nur die, die eine strenge Nutzenkostenanalyse überstanden haben. Ah, wie viele bestehen denn diese Prüfung nicht? Oh, das ist schwer zu sagen. 15. Das bedeutet, 99% von dem, was diese Provinzfürstinnen da verlangen, wird einfach so durchgewunken, ja? Ja. Wir brauchen die Straßen wie eine Bikarriere. Wer hat Bikarriere? Die Fahrzeugen. Ach so. So, bitte. Freie Fahrt für freie Franken. Ach so. Ahem. Entschuldigung. Ja, ich mach das schon.

Vielen Dank. Danke. So, und wir probieren jetzt gleich mal die neue Straße aus. Kommen Sie, kommen Sie, kommen Sie. Welche Farbe? Die ist für Sie. Wunderbar. So. Frisch ausgerollt fährt es sich am besten. Aha. Bei der Gelegenheit können Sie mir vielleicht gleich mal diese Nutzenkostenanalyse erklären. Aber sehr gerne. Oh, vielen Dank. Sehr gerne. Eine Sache, da müssten wir allerdings Bruch rechnen können. Sind Sie damit vertraut? Ich bin der Erfinder der Infinitismalrechnung. Ja, macht ja nichts. So. Schauen Sie mal, dann erklär ich Ihnen das mal kurz. Das hier ist unsere Nutzenkostenanalyse. Aha. Der Neubau der A20. Einer der größten Autobahnprojekte, das Deutschland derzeit hat.

Sehen Sie, hier läuft sie ungefähr entlang. So, um festzustellen, ob diese Autobahn überhaupt wirtschaftlich ist, teilen wir den erwarteten Nutzen hier oben durch die erwarteten Kosten. Und wenn das Ergebnis größer als eins ist, ist diese Straße wirtschaftlich. Haben Sie das soweit verstanden? Ja, ich befürchte ja. Das heißt, bei Ihnen wird jedes Projekt durchgewogen, solange der Nutzen nur ein Cent höher ist als die erwarteten Kosten. Ja, in der Tat schreiten wir zur selben. Hier machen wir erst mal die Kosten, die erwarten für Bau und Planung der Autobahn. Das sind 5,7 Milliarden Euro. Ja. Wie kommen Sie denn auf diese Zahl? Nun, diese Zahl wird geschätzt von den Ländern, sehen Sie.

Und von uns wird diese Zahl dann in der Regel sehr sorgfältig übernommen. Ungeprüft. Also nicht ungeprüft, wir nennen das unbürokratisch, sehen Sie. Die Baukosten werden ja von den Ländern in der Regel sehr, sehr sorgfältig. Unterschätzt. Also absichtlich zu niedrig angesetzt, ja? Deswegen heißt es ja auch Tiefbau. Das ist skandalös. Wenn ich das der Presse erzähle. Dann schlafen denen die Füße ein. Sehen Sie, der Bundesrechnungshof beschwert sich schon seit 20 Jahren darüber, dass die Kosten im Autobahnbau regelmäßig zu niedrig angesetzt werden. Warum setzen Sie die Kosten denn nicht einfach höher an? Ich habe Ihnen das doch erklärt.

Wenn Sie hier die Kosten größer machen, durch den Quotienten wird ja hier unten die Wirtschaftlichkeit kleiner. Sehen Sie, wir setzen jetzt noch erst mal den erwarteten Nutzen ein. Das sind die Fahrzeitgewinne von 2,5 Milliarden Euro. 2,5 Milliarden Ersparnis durch Fahrzeitgewinne? Wer pendelt denn da zwischen Oldenburg und Stade? Elon Musk, oder wie? Nein, wir rechnen ungefähr so. Wir rechnen mit 19.000 Fahrzeugen. Wenn die zum Beispiel in 25 Jahren jeweils 10 Minuten Fahrzeit einsparen, dann haben wir etwa 375 Millionen Euro Wert. Das macht die Baukosten für 50 Kilometer Autobahn durchaus wieder wett. Wir fahren das Ganze quasi also wieder rein. Wie das denn?

Na ja, die unterstellen, dass den Autofahrer eine gesparte Stunde 13 Euro wert ist. Ja, und noch dazu kommt natürlich die Einsparung durch weniger Betriebskosten, mehr Sicherheit und, vergessen Sie nicht, den impliziten Nutzen. Implizit? Das heißt, das haben die sich alles nur ausgedacht. Entschuldigung, das stimmt so nicht. Das mag ja ganz witzig sein, aber natürlich denken wir uns das nicht aus. Wir nehmen das an. Also wir nehmen an, dass jede zusätzliche Fahrt automatisch ein Nutzen von etwa 34 Euro produziert.

Sagen Sie, machen Sie in diesem Haus eigentlich noch etwas anderes sicher, als sich den fiktiven Nutzen von irgendwelchen Dingen auszudenken, statt etliche Maßnahmen gegen die Klimakrise zu ergreifen? Wo sind denn in Ihrer Nutzenkostenanalyse eigentlich die entstehenden CO2-Emissionen? Die sind hier. Die ziehen wir natürlich von dem besagten Nutzen wieder ab. 0,7 Milliarden. Die Schäden für die Umwelt spielen bei Ihnen keine große Rolle, was? Ja, warum sollten Sie auch? Sie sehen, die werden gleich wieder reingeholt von den Positiven. Schauen Sie, das ist ungefähr das Verhältnis. Denn die quasi negativen Nutzen werden ja quasi kompensiert durch den positiven Nutzen.

Das ist bei all unseren Straßen so im Grunde. Sagen Sie mal, in welchem Universum kann man denn CO2 durch eine höhere Reisegeschwindigkeit ausgleichen? Herzlich willkommen im Verkehrsministerium. Naja, ist ja auch egal, nicht wahr? Die Autobahn fällt bei der Kosten-Nutzen-Analysie ja sowieso durch. Nein, nein. Nur, wenn das Ergebnis aus dem Kurzenten aus Nutzen und Kosten kleiner eins ist. Aber das ist noch lange nicht gesagt. Wir haben die Rechnung ja gar nicht fertig. Wir müssen erst mal minus plus... Hab ich schon. Kommt 0,9 raus. Ist also weniger als eins. Die Autobahn ist durchgefallen. Dann kann ich jetzt Feierabend machen. Bitte, viel Spaß. Ja, geil. Moment, warte. Das war mein Fehler.

Einen Moment. So. So ist das viel besser. Moment. Haben Sie gerade die Kosten der Autobahn von 5,7 auf 2,7 Milliarden Euro reduziert? Nein. Haben Sie schon? Haben Sie schon, oder? Sie haben es gemacht. Ich habe es gesehen. Sehen Sie die 5,7 Milliarden. Das ist doch nur die aktuelle Kostenschätzung des Ministeriums. Das hier ist die ursprüngliche Kostenschätzung aus dem Ministerium heraus. Und die ist doch die entscheidende. Weil dann sind wir da hinten ungefähr bei 1,9 und damit größer als eins. Aber wenn Sie die tatsächlichen Kosten nehmen, dann ist der Wert ja unter eins. Ja, aber dann können wir die Straße ja nicht bauen. Und das wäre doch ja mal schade. Ja. So.

Ja, passen Sie aber bitte auf, was Sie da machen. Da fällt mir der Flachmann raus. Passen Sie auf, da ist ein Moor. Können Sie das nicht sehen? Passen Sie auf, das Moor. Ich habe das doch im Blick, Mann. Ah, gut. Dann ist ja gut. Gott, deswegen sagen Sie mal, Ihr grotesker Küstenhai, geht ja mitten durch ein Moor, das gefährdet wichtige CO2-Speicher. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Sehen Sie, die CO2-Speicher gefährden unsere Straßen. Außerdem regen Sie sich jetzt doch nicht so auf. Wir haben doch bereits eine Umweltprüfung gemacht. Kommen Sie. Ja, dann fällt die Straße jetzt durch, ja? Na ja, sagen wir so.

Der gesamte Bundesverkehrswegeplan erfüllt 11 von 12 selbstgesteckten Umweltzielen nicht. Aha. Und warum werden diese Straßen dann trotzdem gebaut? Na, da ist die Straße der Umwelt schaden. Das schmälert ja nicht Ihr Nutzen. Sehen Sie, eine Umweltprüfung kann in der Regel ja eine neu gebaute Autobahn gar nicht stoppen, wenn diese Autobahn als vordringlich gekennzeichnet worden ist. Was ist an einer Straße durch ein Naturschutzgebiet denn vordringlich? Ja, gut, dass Sie fragen, die Raumwirkung. Aber der Raum wird doch zerstört. Nein, ganz im Gegenteil. Er wird verbunden. Hier, machen Sie mal. Sehr schön. Können wir gleich ausprobieren.

Von einer guten Raumwirkung geht man bei uns da aus, wenn quasi die verschiedenen Zentren in einem Raum hochqualitativ verbunden sind. Ja, aber in Deutschland sind doch alle Städte schon sehr gut verbunden. Ja, aber nicht, wenn Sie von der direkten Luftlinie als Maßstab ausgehen. Welcher Verrückte würde denn die Luftlinie als Maßstab für den Straßenbau nehmen? Herzlich willkommen im Verkehrsministerium. Nein, hören Sie auf. Himmel, hier liegen doch überall schon Straßen rum. Ja, Sie haben recht. Da hilft, glaube ich, nur noch eins. Eine Umgehungsstraße. Ich hole schon mal den Bagger. Nein, hören Sie auf damit. Was sollen wir denn machen? Sehen Sie, der Verkehr wächst unaufhaltsam.

Das sagen uns alle unsere Prognosen. Wer erstellt denn diese Prognosen? Privatwirtschaftliche Planungsbüros, die an der Planung von Straßen verdienen, die wir bauen aufgrund Ihrer Prognosen. Wieso? Hören Sie, wir brauchen doch diese Straßen. Sie sehen doch selber, was hier los ist. Aber hier ist doch nur so viel los, weil Sie immer neue Straßen bauen. Ja, hier brauchen wir noch eine neue Straße. Hören Sie auf damit. Neue Straßen sind die Ursache von noch mehr Verkehr. Zehn Prozent mehr Straßenfläche bringt zehn Prozent mehr Verkehr. Was soll das sein? Eine Verschwörungstheorie von Fußgängern? Nein, das ist empirisch belegt. The fundamental law of highway congestion von Anthony Downs.

Wer war das? Ein Fußgänger? Na, er wirst schon ab und zu mal zum Bäcker gegangen sein. Sehen Sie. Hören Sie auf. Wie wollen Sie denn so die Klimaziele erreichen? Das Bundesverfassungsgericht sagt doch, Klimaschutz ist ein Grundrecht. Ja, da ist es ja sehr gut, dass wir dieses Rundschreiben haben. Welches Rundschreiben? Davon Minister Wissing, der gesagt hat, die Klimaziele dürfen den Autobahnausbau nicht stoppen. Was? Geben Sie sofort her. Das zeige ich Kanzler Scholz. Der wird noch gar nichts davon wissen. So, ich brauche ein Fahrzeug. Ich nehme am besten den da vorne, hier. Gehen Sie runter, los. Gehen Sie runter. Hier, mein Wagen ist beschlagnahm. So, bilden Sie eine Rettungsgasse.

Lassen Sie mich durch, ich bin Physiker. Warum geht er hier nicht vorwärts? Ach, was soll es? Da ist doch gar keine Straße. Das ist ein Geländewagen. Was wollen Sie denn weiß Scholz, der hat Wissing noch den Freibrief gegeben, dass er die Klimaziele ignorieren kann? Ausschussende! Das ist ja ein Horrorszenario hier. Na bitte, geht doch. Ja, mit solchen Nummern wollen die einem jetzt nämlich auch noch das Autofahren madig machen. Womit soll ich mich als Deutsche denn jetzt noch identifizieren? Mit Schiller und Goethe oder was? Ich mochte die Musik von denen noch nie. Das Auto, das ist doch das, was uns großgemacht hat.

Ich zitiere ein bekanntes Komponistenduo der 90er-Jahre zum Thema deutsches Verkehrswesen. No, no, no, no, no. No, no, no, no. No, no, there's no limit. Ja, Speed macht kreativ. Machen Sie mal einen Song zu einer verkehrsberuhigten Zone. Verstehen Sie, alle mögen unsere Autos. Niemand mag uns wegen unseres Verwaltungsrechts. Gut werden Sie sagen, Julia Gámez-Martín, du bist ja auch halbe Spanierin. Du kannst dich ja auch mit Spanien identifizieren. Ja, ha, konnte. Jetzt haben Sie die Zeit, die Spanischen Sozen ernsthaft die Verkehrswende eingeläutet. In Spanien gilt auf fast 80% aller innerörtlichen Straßen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 kmh oder weniger. 30, was soll das denn?

Wie soll ich denn den Fahrradfahrer schneiden, wenn der genauso schnell ist wie ich? Und die Spanische Verkehrsministerin, Raquel Sanchez Jiménez, kann sich ein Leben ohne Privat-Pkw sehr wohl vorstellen. Äh, hallo? Ich meine, ola? Was ist das denn? Hier. Was ist ein Spanier ohne Auto? Carlos! Das ist ein Brüller. Warum hassen alle plötzlich das Autosuchen? Ja, natürlich steht das 23 Stunden am Tag nur rum. Aber das macht ihre Waschmaschine auch. Ha! Gut, die steht jetzt nicht auf der Straße und fährt in der Regel auch niemanden an. Aber was ist am Rumstehen so schlimm? Ich stehe auch gerne rum, sogar wenn ich fahre. Ich meine, wer regt sich über Staus auf? Lein, Amateure, blutige Anfängerin!

Jeder Pendler und jede Pendlerin weiß doch, dass im Stau stehen ein Moment der Kontemplation ist. Self-Care, Podcast hören, Mails checken, Fußnägel schneiden. Oder ganz entspannt mit einem Luftgewehr auf den blauen Fiat Cinquecento zielen, der mich im Reißverschluss verfahren hat! Ein Stau ist Entschleunigung im wahrsten Sinne. Und es trainiert die Resilienz. Da braucht man auch keinen teuren Life-Coach. Natürlich sind SUVs heute so breit, dass sie in keine Garage mehr passen. Aber dass ich morgens deswegen im Winter die Scheiben in der Arschkälte freikratzen muss, das bringt mich doch wieder näher in den Kontakt zur Natur.

Ja gut, dann gibt es eben eine US-Studie, die besagt, dass SUVs 24% mehr Unfälle verursachen, weil der Fußgänger aus dem Blickwinkel des Fahrenden verschwindet. Aber muss das immer an der Größe des Autos liegen? Kann es nicht auch sein, dass der Fußgänger einfach ein bisschen zu klein ist? Zu einem Unfall gehören immer zwei. Hier, die Lösung ist doch einfach. Alle machen den Führerschein. Nicht ab 18. Ab drei! Wenn erst mal jeder und jede im Auto unterwegs ist, dann gibt es auch keine Fußgänger mehr, die sich verletzen können. Gut, wenigstens auf die deutsche Justiz ist immer noch Verlass. In Heilbronn ist ein Klimakleber zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Ohne Bewährung, das ist doch was! In Osnabrück dagegen hat ein SUV-Fahrer, der mit 0,7 Promille ein Kleinkind in einer verkehrsberuhigten Zone totgefahren hat, nur eine Strafe mit Bewährung bekommen. Ich sag mal, es geht doch. Oder es fährt. Ich kann das ... Herr Wissing, ich kann das erklären mit dem Sekundenkleber. Weil ich war Batman. Und der Nefton war Robin. Und der Robin wollte wissen, warum es beim Klima nicht vorwärts geht. Und beim Thema, es geht nix vorwärts, da hat er als Experten halt mich gefragt. Menschen sind häufig irrational. Ja, da sagen Sie was. Weil Sie sind hoffentlich auch einer. Aber ich sag mal ehrlich, Sie reden manchmal ein bisschen wie ein Roboter.

Ich bin kein Roboter. Gott sei Dank. Ich bin Jett-FDP, eine künstliche Intelligenz. Echt, eine künstliche Intelligenz im Verkehrsministerium. Man wollte zur Abwechslung wenigstens mal eine künstliche. Aber das ist ja erstaunlich. Ich hab ja gar nicht gewusst, dass die mit der KI schon so weit sind, dass man einen Menschen ersetzen kann. Wir haben bei dem angefangen, bei dem es am einfachsten war. Was können denn Sie besser als mir? Wo fange ich da an? Wir arbeiten jetzt eher evidenzbasiert. Beispiel Tempolimit. Wenn die FDP-Fraktion in Auftrag gegeben hat, kommt zu dem klaren Ergebnis ein Tempolimit von 120 kmh auf deutschen Autobahnen, würde er eine geringe Ersparnis von 1,1 Mio.

Tonnen CO2 pro Jahr bringen. 1,1 Mio., das ist ja nicht viel. Deswegen hat mir das auch besser gefallen, dass das Ergebnis der Studie, die von einer Ersparnis von 6,7 Mio. Tonnen gesprochen hat. Wer hat denn diese 6,7? Wer hat denn die ausgerechnet da? Das Umweltbundesamt. Das Bundesverkehrsministerium. Äh, äh, äh, äh ... Herr Scheuer, ist das Ihnen in Ordnung? Mir geht's gut. Es ist bloß, wenn ein neuer Gedanke sich formt, dann muss der dadurch so eine Engstelle. Und das tut er ein bisschen ... Jetzt ist er durch. Sagen Sie mal ... Sie ... Das ist für mich jetzt als Gedanke. Sie ... Sie sind doch auch das Bundesverkehrsministerium. Das Bundesverkehrsministerium? Ja. Moment mal.

Ist Ihnen zum Thema Tempolimit im Ministerium eine Studie vorgelegen von Umweltspezialisten? Und dann hat Ihre Partei noch mal eine Studie zum Thema Tempolimit anfertigen lassen? Von irgendwelchen windigen ... Noah und Eisenkopf, zwei unabhängigen Wirtschaftsprofessoren. Unabhängig? Wahrscheinlich unabhängig von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ja, aber so hätte ich es auch gemacht. Ich meine, da brauche ich jetzt keine künstliche Intelligenz dazu. Von wegen. Um die Verbindungen zwischen Klimaleugnern und FDP herzustellen, braucht es ein hohes Maß an Intelligenz- und Networkkompetenz. Oh, hö. Ein Netzwerk. Aha. Aber sagen Sie mal, zwei harmlose Professoren. Harmlos?

Es ist nicht zu erwarten, dass ein unmittelbarer, linearer und direkter Zusammenhang zwischen CO2-Emissionen und Temperaturanstieg besteht. Aha. Na und? Das ist klassische Klimaleugnung. Nicht jeder, der Zweifel hat an der Existenz von CO2, ist quasi ein Klimaleugner. Schauen Sie mal, zwei Professoren, die machen noch lange kein Netzwerk. Kennen Sie Lukas Köhler? Lukas Köhler? Das ist der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag. Das ist der Klimaexperte der FDP im Bundestag. Ja, eben, Klimaexpertisch. Schauen Sie, der Lukas Köhler ist kein Klimaleugner. Der hat nur gesagt, dass Verbote dem Klima generell nicht helfen.

Das sehe man daran, dass ja im Verkehr nichts weitergeht. Obwohl da schon so viele Verbote bestehen. Welche Klimaverbote gibt es denn im Verkehr? Ja, gut, dann ist er ein Klimaschwindler, aber kein Klimaleugner. Für Lukas Köhler arbeitet der Fachreferent der FDP-Bundestagsfraktion in Sachen Klima, Steffen Hendrich. Den kenne ich. Der setzt sich einfach nur ein für Technologien, die dem Klima nichts bringen. Hendrich hat 2013 gemeinsam mit dem Urvater der Klimaleugner Fred Singer einen Gegenbericht zum Weltklimabericht vorgestellt. Darin schreibt Singer, es drohe eher eine Abkühlung als eine Erhitzung. Ja, der April war auch scheiß kalt.

Der Experte, der für die FDP-Fraktion im Bundestag Anträge und Formulierungsvorschläge zum Klima ausarbeitet, macht gemeinsame Sache mit Klimaleugner. Wenn der Klimaleugner ist, dann bin ich auch einer. Ja, aber Ihnen hört keiner zu. Hendrich hat ein Buch herausgegeben. Ja, gut, das ist schlimm. Also, Büchern bin ich sehr skeptisch gegenüber eingestellt. Ein Netzcheck für den Klimaschutz hat der bekannteste Klimaleugner der Welt Ross McKittrick verfasst. Ja, gut, aber nur die Hälfte, gell? Unter Hendrichs Facebook-Freunden finden sich fast alle relevanten deutschen Klimaleugner. Gut, das kann man doch erklären. Ich sag immer, man kann sich seine Freunde nicht aussuchen.

Die Idee von Facebook ist, dass man sich seine Freunde aussucht. Hendrich ist stark vernetzt mit Eike. Da sieht man eben, dass Ihre Intelligenz künstlich ist und nicht wie meine. Nicht Eike. Eike. Ein Verein von Klimaleugnern, den auch Prof. Eisenkopf zitiert. Schauen Sie mal, Eike, die werden regelmäßig überschätzt. Die sind harmlos. Die kann man nicht vergleichen mit den amerikanischen Vorbildern. Ich weiß nicht, wie sie die heißen. Kato-Institut, Frasier-Institut, Heartland-Institut. Die sind gesponsert worden von den Kochprasers. Oder von ExxonMobil oder was weiß ich. Man kann es auch nicht vergleichen mit C-Fact, der ganz eindeutig den Klimawandel leugnet.

Hören Sie, C-Fact hatte in Europa einen Ableger, der zufällig dieselbe Adresse hatte wie das Eike-Institut. Und der Präsident von Eike, Holger Tuss, war gleichzeitig Vorsitzender von C-Fact Europa. Da darfst du keine Zufälle mehr geben. Hendrich hat nicht nur Artikel für Eike geschrieben. Er hat für Eike Veranstaltungen moderiert, bei denen handfeste Klimaleugner aufgetreten sind. Als unter Christian Lindner, auf den in der FDP für Klimafragen entscheidenden Posten gesetzt worden ist, hat man in der FDP wissen müssen, wen man da hinsetzt. Man ist doch gut, wenn einer im Bundestag sitzt, der gut vernetzt ist und sei es halb mit Klimaleugnern.

Hendrich stand für C-Fact als offizieller Senior Industry Advisor auf der Teilnehmerliste zu einer UN-Klimakonferenz, genauso wie Manuel Frontl. Manuel Frontl, wer ist denn das? Ich habe dir das Buch für den Klimaschutz geschrieben. Welches Buch? Von dem ich gerade erzählt habe. Und wann? Vor einer Minute und 42 Sekunden. Da klingelt bei mir gar nichts. Das Buch von Hendrich. Welcher Hendrich? Der Hendrich. Was regen sich denn jetzt so künstlich auf? Ich habe ihnen gerade erklärt, dass die FDP, eine deutsche Regierungspartei, die sie betreibt. Welche FDP? Das war wohl die Antwort auf die Frage, ob die FDP in Sachen Klima nicht kann oder nicht will. Das war die Anstalt. Heute mit...

...Jules Richter. Julia Kamenstrati. Und Tamir Al-Masih. Vielen Dank.

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