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Neues vom Klima

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die 'Anstalt'-Folge 'Neues vom Klima' analysiert die komplexen und oft widersprüchlichen Ansätze zur Bekämpfung des Klimawandels. Sie kritisiert die Fokussierung auf einzelne Verhaltensänderungen und technologische Lösungen, die als wenig wirksam und oft von der Industrie manipuliert werden. Die Satire beleuchtet die systemischen Probleme, wie die Rolle von Konsum, Lobbyismus und die Unfähigkeit politischer Akteure, eine umfassende und nachhaltige Strategie zu entwickeln. Die Episode zeigt, dass die Debatte oft von unrealistischen Zielen, einer Zirkularität von Argumenten und einer generellen Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Herausforderungen geprägt ist. Letztlich stellt 'Die Anstalt' die Frage nach der Verantwortung und den tatsächlichen Möglichkeiten zur Veränderung.

Transkript 5.895 Wörter

So, nach dem Beitrag Faszination vormilch, kommen wir nun zu unserem Gute Laune-Wetter mit unserem neuen Wettermann Isaac Newton. Newton? Warum kann ich keine Namen aussprechen? Ist doch nicht so schwer. Newton! Isaac, wir sehen uns ja nach diesen nassen, trüben Tagen alle nach Sommerhitze. Der Juni war der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Wie alle zwölf Monate davor auch. Oh, wirklich? Aber ich hab erst sechs Mal gegrillt. Aber Gott sei Dank sehe ich ja bei dir Sonne satt auf der Karte. Das zaubert uns doch allen gleich ein Lächeln ins Gesicht. Nein, das ist zum Heulen. Wir haben schon über 420 ppm. Oh, dann können wir morgen den Grill anwerfen. Davon würde ich rappraten.

Dann erhöhen Sie die Emissionen ja noch zusätzlich. Schade. Morgen also kein Nackensteak. Wird's denn am Wochenende besser? Das wird nie mehr besser. Wissen Sie überhaupt, was 420 ppm bedeutet? 420 Putenbrüste pro Monat? ppm Parts per Million. Das ist das Maß, mit dem die Konzentration an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre festgelegt wird. Und das ist zu viel! Weit über 350! Zu viel fürs Kotelet? Zu viel für ein sicheres Leben auf der Erde. Und wann geht die wieder runter? Gar nicht! Das Kohlendioxid bleibt tausende Jahre in der Atmosphäre. Aber das heißt ja... Jetzt haben Sie's verstanden! Wir können erst wieder in tausend Jahren grillen.

Sie können sich bald ihr Steak auf dem Asphalt brutzeln. Mmh, lecker. Das klingt schon besser. Nein, das klingt furchtbar. Sie können sich bald nicht mehr draußen aufhalten. Ja, aber drinnen grillen ist doch gefährlich. Sagen Sie mal, sind Sie mit Spiritus gestillt worden? Die Art, wie Sie sich ernähren, reicht aus, um die Welt um zwei Grad zu erhitzen. Verstehen Sie, das bedeutet, dass hier, in diesen Bereichen, ja, es bald 29 Grad Durchschnittstemperatur gibt. Mindestens! 29 Grad! Das ist ja das perfekte Grillwetter! Das ist eher Fluchtwetter. All diese Gebiete werden unbewohnbar. Und wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir 2070 bei 3,6 Grad landen. Verstehen Sie, was das bedeutet?

Das wird lebensgefährlich für 3,3 Milliarden Menschen. Weite Teile der Welt, Brasilien, Weite Teile Afrikas, Asiens, Indiens, werden für Menschen unbewohnbar. Das gilt für den Süden, die nächsten 50 Jahre die Badehose einpacken. Und auch die Rettungswesten. Viele müssen ja wahrscheinlich über das Mittelmeer fliehen. Genau, es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Aha, was trägt man denn so bei Fluten, Dürren, Hungersnöten? Gegen Hungersnöte wüsste ich da was. Sagen Sie es bitte nicht! Das Wetter wurde präsentiert von Buzo Forte 3000, der den Männern glücklich macht. Der Kohlendioxid, Speicher der Erdatmosphäre, ist bis zum Bersten gefüllt.

Die Menschheit steht vor einer epochalen Herausforderung, die sie nur meistern wird, wenn sie es schafft, aufgrund ihrer überlegenen Intelligenz davon abzusehen, noch mehr CO2 in die Atmosphäre zu pumpen. Sagen Sie mal, was machen Sie denn da? Hören Sie auf damit, da pumpen Sie ja noch mehr CO2 in die Atmosphäre. Lassen Sie das, sonst fliegt uns das hier bald alles um die Ohren. Wie soll ich denn ohne Auto ins Büro kommen? Etwa mit dem Maulesel? Sie wissen, dass der Verkehr für 22 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich ist, ja? Ja, dann seien Sie doch froh, dass ich nicht ins Büro fliege.

97 Prozent davon stammen vom Strassenlager, es gibt 49 Millionen Pkw, so viel wie noch nie zuvor. Dann kommen Sie auf meinen jetzt auch nicht mehr an. Irgendeiner muss doch den ersten Schritt machen. Ja, aber doch nicht zu Fuß. Wenn Gott gewollt hätte, dass wir laufen, hätte er uns doch keine vier Räder gegeben. So, ich bin jetzt da. Und was machen Sie jetzt? Ich bin im Büro, ich fahre den Rechner hoch. Das Internet verursacht rund 3 Prozent der Emissionen. Nur so wenig, echt? Dann kann ich bei GMX noch mal gucken, was die aktuelle Flutkatastrophe macht. Mein Gott, was machen Sie jetzt? Das ist meine Frau, die bringt die Kinder in die Schule. Sagen Sie mal, können die denn nicht zu Fuß?

Sind Sie verrückt? Da draußen sind hoffentlich Idioten mit ihren Autos unterwegs. Viel zu gefährlich. Was ist das denn jetzt? Das ist die Kantine. Das ist der Schnitzel-Dienstag. Und Schnitzel gibt es da nur dienstags? Nein, die gibt es da jeden Tag. Aber heute gibt es zwei zum Preis von einem. Hören Sie, Ihre Art der Ernährung verursacht 18 Prozent der Emissionen. Ja, aber ich mache ja auch was dagegen. Aha, was denn? Feierabend. Ich gehe jetzt ins Fitnessstudio. Pumpen! Wissen Sie, ich bin die letzte Zeit zu steif geworden. Ich sitze so viel im Auto. Wieso produzieren Sie denn dabei CO2? Lassen Sie das doch. Das ist ja nicht zu fassen.

Stellen Sie sich mal vor, das würden alle Menschen so machen. Grundgütiger. Hören Sie sofort auf damit. Wenn ich als Einzelner aufhöre, bringt das gar nichts. Aber wenn alle Einzelnen aufhören ... Dann macht irgendeiner weiter und ich bin der Depp. Lassen Sie das. Sie alle, die privaten Haushalte, sind für 12 Prozent der Emissionen verantwortlich. Aber ich habe gehört, dass allein diese Sendung, die verbraucht oder erzeugt so viel ... Ich bin auch gar nicht fertig. Entschuldigung. Es geht hier um ... Es geht hier um Inhalte. Es geht hier um Inhalte. Es geht hier um Inhalte. Leute, das ist genau das Problem.

Ich habe ja gehört, dass allein diese Sendung, die erzeugt so viel CO2, wie der Strom von einem Haushalt in Deutschland. In einem halben Jahr. Da mache ich nicht mit. Ja. Das schneiden wir raus. Zurück zu Ihnen. Lassen Sie das endlich. Das war doch nicht alles ich. Ich habe nur so eine kleine Pumpe. Sie haben mehr CO2 da reingepumpt als alle Generationen der Menschheitsgeschichte zuvor. Das gilt nicht. Die hatten ja gar keinen Thermomix. Aber natürlich haben wir damals Fieber gemessen. Das war jetzt ein Witz. Ich glaube nicht. Das, was ich hier reinpumpe, das kommt ja nicht von mir. Das hatten ja alles die Industrie verkauft. Und das habe ich sehr, sehr gerne gemacht. Hier Ihre CO2-Lieferung.

Ihr neuer Audi Q8 und Ihr TM7. Thermomix. Was? Noch mehr Pumpen? Ach, die sind ganz sparsam im Verbrauch. Deswegen kann ich mir immer mehr davon leisten. Jetzt hören Sie doch auf, ihm diesen ganzen Kokolores zu verkaufen. Sie wissen doch, welche Folgen das hat. Ich möchte mich aufrichtig dafür entschuldigen, dass ich Ihnen allen diesen gigantischen Wohlstand beschert habe. Aber ich führe nur ein ganz normales Leben. Na ja, Ihr Konsumniveau ist historisch einmalig. Wohlstand bedeutet Energiereichtum. Aber über 80% kommt aus fossilen Rohstoffen. Verstehen Sie, der Energieverbrauch hat sich seit meiner Geburt weltweit ver 32-facht. Aber Sie sind ja wohl kein Maßstab.

Ehrlich, kann ja nicht jeder das Kleid seiner Oma auftragen. Und wenn ich mir das ganze Zeug hier nicht kaufe, woher soll denn dann mein Nachbar wissen, was ich mir alles leisten kann? Hören Sie endlich auf, diese fetten SUVs zu bauen. Darf ich an dieser Stelle vielleicht den ehemaligen Audi-Vorstand Markus Düsmann zitieren? Unsere Kunden entscheiden, was sie kaufen wollen. Ich kaufe das ja nur, weil Sie es anbieten. Ich biete es ja nur an, weil Sie es kaufen wollen. Weil Sie es anbieten. Weil Sie es kaufen. Vorschlag zur Güte. Sie hören beide damit auf. Nur wenn ihr anfängt. Sehen Sie denn nicht, was Sie mit diesem Lebensstil anrichten.

Also mir ist das Klima jetzt nicht so wichtig wie Ihnen. Das Überleben Ihrer Enkel gehört nicht zu Ihren Interessengebieten. Na dann denken Sie sich was aus, wie ich damit aufhören kann. Sie sind doch hier der Experte. Also hören Sie, für Sie und sich sind immer noch Sie der Experte. Sie selbst, für sich, für Sie, für Sie. Sie wissen, was ich meine. Also nun dann komme ich mal mit einer Expertise um die Ecke, die ich mir selber ausgedacht habe. Ich möchte auf nichts verzichten. Aha, Sie produzieren mit Ihrem Konsum in Deutschland pro Kopf 10,3 Tonnen CO2. Für die Umwelt verträglich wäre weniger als eine Tonne.

Aber Sie wissen schon, dass dieses Konzept von CO2-Fußabdruck damals von PP gepusht wurde, um mir einzureden, dass ich schuld wäre an meinem Verbrauch. Aber Sie sind ja schon der Verbraucher. Ja, aber ich kann nicht anders. Ja, macht schon Spaß, oder? Ja, richtig, schuld ist das System. Ich bin auch machtlos, ich muss ja Gewinn machen. Macht auch Spaß. Ja, ist richtig geil, oder? Das Öl- und Gasgeschäft ist eines der Profitabilsten der Welt. 3 Milliarden Dollar Gewinn am Tag. Seit 50 Jahren, sagen Sie mir, wie soll ich da aufhören? Das Klima nimmt durch Sie Schaden. Ja, aber Schaden hat keinen Preis. Und alles, was mich nichts kostet, muss ich ignorieren. Tut mir leid.

Wer soll mich aufhalten? Ist dafür nicht eigentlich die Politik zuständig? Die Politik? Die kann da wirklich nichts machen. Moment, wie wäre es, wenn Sie es versuchen? Nehmen Sie den doch mal die Pumpen weg. Verbieten Sie ihr, Öl, Kohle und Gas zu fördern. Lassen Sie das mal lieber den Markt machen. Um den Verbrauch zu senken, geben wir dem CO2 einfach einen Preis. Ja, der Preis darf aber nicht zu hoch sein, sonst gehe ich ins Ausland und Steuereinnahmen und Arbeitskräfte nehme ich mit. Oh Gott, das ist nicht nötig, das verspreche ich Ihnen. Ja, aber der Preis muss auch so niedrig sein, dass ich als Verbraucher ihn nicht spüre. Sonst wähle ich AfD.

Das ist nicht nötig, das verspreche ich Ihnen. Ja, aber so hat der Preis ja überhaupt keine Wirkung. Doch, doch. Irgendwann steigt er ganz langsam, das verspreche ich Ihnen. Je langsamer Sie handeln, umso schneller kommt die Katastrophe. Jaja, 56% von uns sind sehr besorgt wegen der Klimakatastrophe. Sehen Sie. Ja, aber 68% sind nicht bereit, für den Klimaschutz auf einen Teil Ihres Wohlstands zu verzichten. Sehen Sie. Was soll ich denn da jetzt machen? Ignorieren Sie die 68%. Die Mehrheit zu ignorieren, ist ganz schlecht für die Wiederwahl. Ja, den Planeten zu ignorieren, ist ganz schlecht für die Mehrheit. Amen, gleich verteilt die Klimakute auch noch Hostchen.

Wissen Sie, was Forschungen ergeben haben? Der CO2-Ausstoß steigt auch an, wenn Sie Klimaaktivisten doof finden. Die Politik trägt dafür keine Verantwortung. Wie hat Christian Lindner gesagt? Es ist nicht Volker Wissing, der die Klimaziele im Verkehr nicht erreicht, sondern die Bürgerinnen und Bürger, weil sie mobil sein wollen. Ja, so wollte ich gerade schon sagen. Ich würde ja was tun, aber es bringt ja nichts. Ich meine, wir Deutschen sind weltweit nur für 2% der Klimaemissionen verantwortlich. Die Chinesen für 31%. Ja, weil Sie da alles herstellen lassen. Weil er es billig haben will. Und wer ist dann jetzt verantwortlich? Nazi! Wieso das denn?

Ich bitte Sie, die Frau hat ja nicht mal eine Pumpe. Doch, die hier. Oh, die ist ja putzig. Hören Sie, süß, wer sind Sie eigentlich? Ich bin die Stimme des globalen Südens. Guck mal an, wusste gar nicht, dass der eine Stimme hat. Darf ich bei euch mitmachen? Nein! Aber ich will auch mal so eine große Pumpe haben. Hören Sie, hören Sie, der CO2-Ausstoß würde sich vervierfachen, wenn Sie so leben würden wie die. Ach ja, also weil die nicht aufhören wollen, darf der globale Süden erst gar nicht anfangen oder was? Ja, aber eine Grundversorgung wäre ja schön. Strom, sauberes Wasser, sowas.

Hören Sie, hören Sie, ich verstehe Sie ja grundsätzlich, aber vergessen Sie nicht, wenn Sie erst mal damit anfangen, dann können Sie irgendwann mal wie er nicht mehr damit aufhören. Ich könnte schon, aber ich kann nicht. Oh, toll, könnte der Konjunktiv, bekanntermaßen die Ausdrucksform der Privilegierten. Ja, die deutsche Klimadebatte hat eben ihre ganz eigene Grammatik. Aber sehen Sie selbst, das Erste-Welt-Theater präsentiert Hoffnungslose Fälle. Hochverehrtes Publikum. Ein Drama werdet ihr nun sehen, warum wir uns in der Klimadiskussion immer nur im Kreise drehen. Die Fälle, die ich rief, springen mir nun bei. Der Dativ und der Genitiv, da wären es schon mal zwei.

Und wenn ihr denkt, das reicht noch nicht, der Konjunktiv, das wäre ich. Der Grill bleibt aus, der Wagen stehen, kein Haar. Der Grill bleibt aus, der Wagen stehen, kein Hack, kein Schwein, kein Beef. Ihr müsst viel mehr zu Fuß jetzt gehen. Sie vergas den Imperativ. Als Konjunktiv würd ich's ertragen. Söff keine Milch, büg keine Eier. Früher ohne Sitzheizung im Wagen, kröcht ohne Netflix in die Heier. Sagt ich, ich glaub, es würd sich lohnen, Tiere, die am Trögen sögen, würde ich sie nicht am Spieße mögen, der Welt zuliebe zu verschonen, lög ich, dass sich die Balken bögen. Wem trägt denn Schultern all die Scheiße? Ich täte auf dem Chinesen-Schwören. Der brät seinen Huhn in Diesel-Weiße.

Auf dem Dativ musst du hören. Wem nützt es denn, wenn wir verzichten und der bläst Öl raus und hat's mollig? Dem sollte man viel mehr verpflichten. Mensch, Dativ, du klingst immer prollig. Genitivsklang ist edler Schall. Grund dessen ich dir sagen muss, ich bin des Satzes schlauster Fall und auch der Weisheit. Letzter Schluss. Hört auf, euch törig zu gebaren und macht euch vom Verbrenner frei. Fangt jetzt an, Lastenrad zu fahren. Wär mir zu heiß auf der A3. Wir würden doch nur eben nicht konkret. Ach, wären wir belastbar. Wir würden würden, weil's ja im Grundgesetz so steht. Das Würde des Menschen ist doch unantastbar. Ganz toll.

Sie wissen schon, dass man sich das Leben im Konjunktiv auch leisten kann. Das würd ich genauso unterschreiben. Die Menschen im globalen Süden leiden jetzt schon konkret im Indikativ unter Einschränkungen, über die sie nie diskutieren durften. Das sind 80 % der Weltbevölkerung. Die Klimakrise trifft sie am härtesten, obwohl sie nur für 20 % der weltweiten Emissionen verantwortlich sind. Finden Sie das korrekt? 80 plus 20 gibt 100? Stimmt schon. Dank eurer Emissionen gibt es 3-mal mehr Dürren und 10-mal mehr Flutkatastrophen. Aber sind ja keine Sachschäden. Sterben ja nur Menschen. 15.000 letztes Jahr wegen Extremwetter. Allein in Afrika. 26 Millionen mussten deswegen ihre Heimat verlassen.

Mussten, ganz genau mussten. Freiwillig hätten die nämlich auch nicht verzichtet. Ja, doch. Ecuador hätte verzichtet. Ecuador hat angeboten, auf Ölförderung zu verzichten, wenn sie dafür einen angemessenen Ausgleich bekommen hätten. Geld für Nichtpumpen geht gar nicht. Wir für das Pumpen die Schulter auskugeln. Die Hälfte der entgangenen Einnahmen aus den Ölförderungen wollte die Weltgemeinschaft aufbringen. Wissen Sie, was am Ende zustande gekommen ist? Nicht mal ein halbes Prozent der geforderten Summe. Sehen Sie, niemand verzichtet. Doch, der globale Süden verzichtet. Und das können Sie auch. Ja, ich weiß doch gar nicht mehr, wie verzichten geht. Kein Problem!

Dann zeige ich Ihnen, wie es geht. Let's go, party people! Sie können es schaffen! Sie auch! Sie, sie, sie, sie! Hey, let's go! Hey, ihr fragt alle. Tonnen von CO2 mit euch rum. Lasst die Kunde purzeln wie im Kongo. Wir haben eine ökologische Traumfigur. Nur 30 Kilo CO2. Das müsst ihr nicht alleine schaffen. Ich helfe euch, ja? Ich zeige euch, wie ihr super easy eure Klimaziele erreicht. Sei nicht der Adler, sei die Ente, sei nicht der Bär, sei der Nacktmull. Hört auf, dauernd Dinge zu machen. Anpacken ist vorbei. Seinlassen ist das neue Anpacken. Sitzen bleiben ist das neue Wegfahren. Ich bin eure Demotivationstrainerin. Mein Motto lautet, just don't do it.

Vergiss nicht, egal wie weit du fährst, du musst eh immer wieder zurück. Oder warst ja schon. Egal, was du kaufst, irgendwann landet es im Müll. Das bringt keiner gerne raus. Nehmt euch ein Beispiel am globalen Süden. Amazon gibt es auf Kuba nicht. What the fuck, werdet ihr sagen. Wie kommt die innerhalb von 24 Stunden an ihr More-Nutrition-Chunky-Flavour-Blueberry-Cheesecake-Pulver? Haltet euch fest. Die Kubaner haben nachgedacht. Die haben sich überlegt, wir brauchen keinen More-Nutrition-Chunky-Flavour- Blueberry-Cheesecake-Pulver. Mindset, Leute. Willensstärke. Ja, genau. Ihr könnt es auch schaffen. Let's go mit der ersten Übung. Passt auf. Wir machen jetzt alle zusammen.

Ruhig, bleibt ganz cool, Leute. Wir machen jetzt alle zusammen eine Übung. Intervall verzichten. Rein ins Netz, 16 Minuten nichts kaufen. Dann 8 Minuten Zalando ballern. Und dann wieder 16 Minuten nichts kaufen, nichts bestellen. Mindblowing, Leute. Jetzt kommt es. Die ersten Steps in real life. Kaffee statt im Puffbecher. Aus einer Tasse. Crazy, oder? Ja. Passt auf. Mehr Ideen. Zu Fuß in den McDrive. Die Karibische Insel-Tour. Mit dem Ruderboot statt mit dem Kreuzfahrtschiff. Nicht googeln, selber raten. Sex, Sex. Einfach mal ohne Partner. Sportenergie ist schneller und effektiver. Manifestiert den Glaubenssatz. Lebe nicht dein Traum. Träume dein Leben. Das ist besser für die Umwelt, Leute.

Und ich verspreche euch, am Ende werden wir alle gemeinsam klimaneutral über Diamanten laufen. Say what? Ja, ihr habt richtig gehört. Denn ein Diamant ist auch nur ein Stück Kohle, das Ausdauer hatte. Ja, genau. Das war's von mir, eurer Demotivations-Predatorin. Let's go. Yeah. Just don't do it. Wunderbar. Wunderbar. Ein elektrisierender Beitrag. Ich bin ganz bei Ihnen, Jungfrau. Natürlich brauchen wir auch noch populäre Figuren, die diese Idee als sexy Role-Model im Internet verbreiten. Machen Sie sich keine Sorgen. Darum habe ich mich schon gekümmert. Hier. Hier sehen Sie mich, wie ich gerade nicht in Norwegen wandere.

Hier sehen Sie mich, wie ich gerade nicht in den Anden Gletscher-Ski fahre. Hier sehen Sie mich, wie ich gerade nicht Bratwürste auf dem Brutzoforte 3000 grillen. Hashtag nichts mit Newton. Ich bin begeistert. Und jetzt kommt's. Wie viele Follower haben Sie? Ich verzichte auch auf Follower. Das ist der Mann. Darf ich denn mal? Was machen Sie denn da schon wieder? Sie wollten doch aufhören. Sie werden dem Mann nicht verbieten, ein Haus zu bauen. Man braucht Platz zum Wohnen. Aber wie viel Platz denn? Es wird nichts Besonderes. Nur so 200 Quadratmeter. Da kriegen Sie vier Deutsche unter oder 33 Menschen aus Nigeria. Was wollen die denn bei mir? Leben.

Die müssen im Schnitt mit sechs Quadratmeter pro Person auskommen. Der Deutsche braucht 47. Ich hab ja auch viel Persönlichkeit. Außerdem lebt man in Afrika eher draußen. Ja, nicht mehr lange. Zum Leben braucht man eine bewohnbare Klimazone. Die wird von Ihnen schon ganz schön weggepumpt. Das ist richtig. Die Baubranche ist weltweit und kann man nicht herstellen, ohne CO2 zu produzieren. Es gibt unvermeidbare Emissionen. Aber dafür haben wir eine Lösung. Nicht vergessen, Sie sind das Problem. Nein, jetzt sind wir auch die Lösung. Dank CCS. CCS? Was soll das sein? Ein Hustenlöser? Nein, viel besser. Carbon Capture and Storage.

Wir blasen das CO2, das bei der Zementherstellung nicht mehr in die Luft steht, sondern scheiden es direkt bei der Entstehung ab. Und kern es unter den Teppich. Nein, viel besser. Wir pumpen es unter die Nordsee. Oh, wow, wie originell. Sonst landet der Abfall ja immer in Afrika. Haben Sie das schon erprobt? Aber selbstverständlich. Und? Ich sage nur ein Wort, 80 %. Es ist Ihnen gelungen, mit dieser Technik 80 % der CO2-Emissionen zu verhindern? Nein, 80 % der CCS-Pilotanlagen sind gescheitert. Das ist doch eine Scheinlösung. Nein, selbst der Weltklimarat sagt, wir brauchen CCS.

Nein, der Weltklimarat hat gesagt, dass das eine riskante Notlösung ist für den Fall, dass wir nicht rechtzeitig genug CO2-Ausstoß verhindern. Deswegen haben wir schon mal damit angefangen. Vielleicht stellen Sie mir dieses CCS mal näher vor. Sehr gerne, wenn Sie mir folgen mögen. Schauen Sie, hier sehen wir eine Zementanlage, die CCS nutzt. Und welcher Teil ist jetzt diese Abscheideanlage? Hier. Das ist die Abscheideanlage. Sehe ich das richtig? Die Abscheideanlage ist ja fast so groß wie die Fabrik. Ja, und in der Regel genauso teuer. Muss ja aber auch 85 % CO2 abscheiden. Ist das nicht recht energieaufwendig? Ja, 40 % mehr Energie müssen Sie schon rechnen.

Um 85 % CO2 abzufangen, müssen Sie also 40 % mehr CO2 ausstoßen. Ja, aber damit können Sie auch 85 % CO2 abfangen. Für die Sie wieder 40 % mehr ausstoßen müssen. Mit denen waren ja auch 85 % ... Ich muss Sie das jetzt aus wissenschaftlichen Gründen fragen. Waren Ihre Eltern Geschwister? Höchstens zu 40 %. Schauen Sie, die EU will ab dem Jahr 2050 500 Millionen Tonnen CO2 mit CCS abscheiden. Sagen Sie bloß, wie viele Abscheideanlagen müssten Sie denn da so bauen? Ach, nur eine. Pro Woche. 25 Jahre lang. Seit wann berät Andreas Scheuer die EU? Wir fangen bei Null an. Trotz einer halben Milliarde Förderung haben die ganzen EU noch keine vollständige Anlage.

Sagen Sie, was passiert mit den restlichen 15 % CO2, die Sie nicht abfangen können? Das saugen wir später irgendwo aus der Luft. Mit Direct Air Capturing. Hier, wie mit Orca in Island. Diese Anlage saugt jährlich 4.000 Tonnen CO2 aus der Luft. 4.000 Tonnen. Schauen Sie, eine Studie hat ergeben, dass der Tempolimit 6,7 Millionen Tonnen CO2 einsparen würde. Und das ganz umsonst. Tempolimit, das halte ich für sehr unrealistisch. Da bauen wir lieber 1.675 Orcas. Das spart genauso viel CO2. Das kostet lediglich 6,7 Milliarden Euro im Jahr. Ist das nicht ein grotesker Aufwand? Alles nur zur Missionsreduktion. Das ist doch kein Aufwand. Das ist ein Aufwand.

Das eingefangene CO2 muss ja auch transportiert werden. Von den Quellen zu den Speichern, mit Schiffen, durch Pipelines, quer durch ganz Europa. Ein Netz von 113.000 km, fast dreimal um die Welt. Es gab also auch bei Ihren Großeltern nahe Verwandtschaftsverhältnisse. Das CO2 soll dann in Gesteinsschichten am Meeresboden gepresst werden, die dann in Lagern gespeichert werden sollen, die aber noch nicht gefunden wurden. Und deren Sicherheit sich erst im Laufe des Betriebs rausstellen wird oder auch nicht. Deswegen müssen Sie mindestens 100 Jahre streng beobachtet werden, damit das CO2 nicht ausweicht. Das wäre ja alles umsonst gewesen. Toll, auch noch Nutztiere im Stamm bauen.

Sie betreiben diesen ganzen gigantischen Aufwand nur für die unvermeidbaren Restemissionen? Und dieses Pipeline-Netz soll ja von der Industrie betrieben werden? Ja, ja, ja. Sie haben doch sicher ein Interesse daran, dass das Netz vollständig ausgelastet ist. Soll sich ja lohnen. Wäre es da nicht gut, wenn sich möglichst viele anschließen lassen und nicht nur Zementfirmen? Ja, ja, ja. Deshalb steht im Gesetzentwurf der Bundesregierung auch, dass das Netz für alle Kunden offen stehen soll. Das heißt, es geht nicht nur um das unvermeidliche CO2 von Zementfirmen. Jeder Betrieb könnte sich an das Netz anschließen und weiter CO2 ausstoßen. Ja, im Grunde auch Gaskonzerne.

Ich dachte, wir wollten weg von der fossilen Energie. Stattdessen bauen Sie ein riesiges Pipeline-Netz, machen CO2 zur Handelsware und pumpen es quer durch Europa. Warum? Wenn ich an dieser Stelle vielleicht Vicky Hollop zitieren darf, die Präsidentin des Öl- und Gaskonzerns hat gesagt, wir würden das nicht machen. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Technologie zur direkten Abscheidung von CO2 diejenige sein wird, die unsere Industrie auf Dauer erhalten wird. Sie gibt uns die Lizenz, die nächsten 60, 70, 80 Jahre weiterzumachen. In diesem Sinne, weitermachen. Wir müssen dringend über Ihren Stammbaum reden. Vielen Dank. Es wird immer wärmer. Das ist ziemlich uncool.

Das muss ich niemandem erklären. Wir sind alle Physiker. Wir sind ein Volk von Physikern. Wir sind alle regelmäßig Bundesligatrainer. Vor 3-4 Jahren waren wir alle Epidemiologen. Im Frühjahr waren wir alle Fachleute für Agrardiesel. Wir sind Fachleute für alles und alle Physiker. Ich muss nicht erklären, was passiert in dieser Hitze. Denn Wasser verdampft. Das hängt dann in der Luft. Das steigt immer weiter nach oben. Warme Luft speichert viel Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf. Die ist schön leicht. Die steigt nach oben, bildet Wolken. Dort kondensiert es. Kommt dann in Form von harten Wasser runter und bildet Flüsse und Teiche an Stellen, die keine warmen.

Die Älteren werden sich erinnern im Mai. Ich habe es noch mal gegoogelt. Ich google sehr viel. Ich weiß so viel, dass ich kaum noch Leute finde, die abends mit mir weggehen wollen, weil ich das dann auch immer alles erzähle. Das will keiner hören. Deswegen stelle ich mich auf eine Bühne und nehme Eintritt dafür. Ich mache das natürlich wie alle mit dem Handy. Natürlich habe ich auch ein Handy. Auf dem Handy gucke ich immer. Ich bin ein kritischer Zeitgenosse. Ich checke alles gegen. Ich gucke auf dem Handy immer, wenn es regnet, erst mal auf die Wetter-App umzuprüfen, ob das stimmt. Ich lasse mir von denen nach oben nichts erzählen.

Im Handy habe ich gegoogelt, dass im Mai Hochwasser im Saarland war. Das war so groß wie das Saarland. Das sind ungefähr 3-4 Waldbrände in Griechenland. Als das Hochwasser im Saarland war, hieß das größte Problem in Bayern noch gendern. Da hielt man Hochwasserschutz für überflüssig. Hier hieß der Wirtschaftsminister Hubsi. Dann kam das Hochwasser und hat gezeigt, wie überflüssig es sein kann und hat weite Teile Bayerns komplett gendert. Weil wir aber Physiker sind, wissen wir, dass warme Luft nicht endlos Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf speichern kann. Ist irgendwann gesättigt, der Lappen ist voll, da geht nichts mehr rein. Ab dann haben wir als Menschen ein Problem.

Denn der Schweiß, wenn er verdunstet von der Haut, nimmt er deine Körperwärme mit. Dein Körper kühlt dann runter. Wenn der Schweiß nicht mehr verdunsten kann, weil die Luft gesättigt ist mit Feuchtigkeit, kommt der Schweiß damit raus. Der Körper versucht, sich runterzukühlen. Die Blutgefäße im Inneren des Körpers erweitern sich. Die pumpen das Blut aus dem Inneren des Körpers in die Haut. Aus den Organen, aus dem Gehirn, in die Haut, weil der Körper immer noch diese themmlige Illusion hat. Folge, man quillt auf. Man wird dick und mollig. Man fühlt sich draußen, wenn man rumläuft, wie Michelin-Männchen und Joe Biden.

Das Problem ist, es geht immer weiter, weil der Körper sich nicht mehr runterkühlen kann. Weil es so heiß ist, weil der Schweiß sich verdampft. Der tropft nur noch runter. Der Körper wird immer wärmer. Das ist gefährlich. Warum? Weil dein und dein und dein Körper Eiweiß enthält. Wenn die Körpertemperatur immer weiter steigt, auf 40° oder drüber, dann denaturiert Eiweiß. Das ist ein Kipppunkt. Warum? Weil du dann umkippst. Und über dir steht der Klimawandel. Guckt auf dich runter und sagt, ich habe auch nicht an dich geglaubt. Sagen Sie, was machen Sie denn da? Das sehnt ihr doch. Ich fliege nach New York. Muss man unbedingt mal gesehen haben.

Ein Flug nach New York produziert fast 4 t CO2 pro Person. Deswegen gehe ich auch ins Le Vuittoniste. Das ist ein schickes Biorestaurant. Klimaneutral ist mir sehr wichtig. Sie produzieren mit diesem Flug viermal mehr CO2 als Ihnen eigentlich pro Jahr zustünde. Lass uns nicht von der alten Frau bloß kein schlechtes Gewissen einreden. In naher Zukunft wird Fliegen eh klimaneutral sein. Ach, sagt wer? Wir von der Luftfahrindustrie gestatten Houdini, mein Assistent. It's magic. Jetzt nicht Dini. Und wie wollen Sie das lösen? Wachsen uns demnächst Flügel. Das wird doch gar nicht nötig sein, Sie Vogel. Folgen Sie mir, wir lösen das einfach mit Technik. It's magic.

Es ist gar nicht nötig, um Sie klimaneutral fliegen zu lassen. Wir machen das mit Hightech. Legen Sie sich bitte mal hier hin. Ich stelle meinen Körper gerne der Wissenschaft zur Verfügung. So, wir nehmen hier CO2 aus der Luft und machen daraus mit Wasser und der Kraft der Sonne synthetisches Kerosin, z.B. Wasserstoff. Das klingt in der Tat fantastisch. It's magic. It's Physik. Bis 2026 müsste eigentlich 0,5% des Kerosins in Deutschland synthetisch hergestellt sein. Spüren Sie schon, wie Sie zu 0,5% klimaneutral abheben? Vielleicht im kleinen C? Nein, weil Sie auch dieses Minimalziel laut Ihrer eigenen Forschung nicht erreichen werden. Klimaneutrales Fliegen wird kommen. Aber wie?

Allein um den aktuellen Kerosinbedarf zu decken, wie viel Wind- und Sonnenenergie hergestellt werden, wie 2021 weltweit produziert wurde. Sie unterschätzen unsere technischen Möglichkeiten. It's magic. Weltweit gibt es 20.000 Linienmaschinen. Kein einziges dieser Flugzeuge kann mit Wasserstoff betankt werden. Dann bauen wir eben 20.000 neue Flugzeuge. Die Entwicklung dieser Technik dauert Jahrzehnte. Gott sei Dank. Unsere Flughäfen haben noch gar nicht die Infrastruktur auf minus 253 Grad runtergekühlt werden. Selbst wenn Sie den Frankfurter Flughafen schockfrosten. Wasserstoff braucht viel größere Tanks als Kerosin. Diese Technik rentiert sich auf langen Streckenflügen gar nicht.

Dann stellen wir eben Batterieflugzeuge her. Auch Batterien sind für große Flugzeuge viel zu schwer, weil ihre Energiedichte viel geringer ist als die von Kerosin. Dann fliegen die nur ganz kurze Strecken. Und die, bei denen man ohnehin besser die Bahn nehmen sollte? It's deutsche Bahn. Steff. Wir können jetzt schon Biokraftstoffe nutzen wie Holzreste, Raps oder alte Speiseöl. Nur in winzigen Mengen. Die Hälfte der Menschheit müsste rund um die Pommes essen, um ihren Bedarf an Speiseöl zu decken. It's fast food. Man kann einen kleinen Teil des CO2s vermeiden.

Aber was ist mit Stickoxidruß, dem Wasserstoff aus den Kondensstreifen, die insgesamt doppelt so stark zur Erderhitzung beitragen wie CO2? Technik kann nicht zaubern. Seien Sie doch nicht so pessimistisch. It's fluffy. Hören Sie. Wenn Sie an die FDP, an Innovation glauben würden, dann würden Sie doch schon klimaneutral fliegen. Durch unsere technischen Möglichkeiten werde ich Sie jetzt schweben lassen. Mesdames, messieurs, die schwebende Jungfrau. It's the final countdown. It's magic. Sie fliegen. Sie fliegen. Nein, diese Pritsche ist zu hart für meinen Rücken. Hören Sie doch auf mit dem Quatsch. Erstens hat das Ding hier immer noch Stützen.

Zweitens hat ihr Hula-Hoop-Reifen ein riesiges Loch. Und drittens bin ich seit 300 Jahren keine Jungfrau mehr. Es wird niemals klimaneutrales Fliegen geben. Wieso? Ich fliege doch schon jetzt klimaneutral. Und wie machen Sie das? Teppich, Wolke, Portschlüssel? Moment. Was ist das? Eine CO2-Kompensation. Habe ich hier abgekauft. Heutzutage kann man jede Positivemission mit einer Negativemission kompensieren. Ich brauche gerade mal 10 Euro die Tonne. Aber wie soll das gehen? Sie haben doch CO2 schon reingepumpt. Richtig, aber dafür wird woanders CO2 abgepumpt. Denn ich habe mit Ihrer Kompensationszahlung ein Kohlestoff-Ausgleichsprojekt geschaffen. Aha, schon wieder Zauber.

Nein, das ist reine Physik. Gut, Physik ist jetzt vielleicht nicht so jedermanns Sache. Wussten Sie eigentlich, dass Bäume CO2 aus der Atmosphäre ziehen können? Ich weiß, was Bäume können. Meine ganze Karriere begann unter einem Baum. Für jeden Flug, für jedes zusätzliche CO2 pflanzen wir zusätzliche Bäume, die das CO2 neutralisieren können. Hm, tun Sie das. Wie lange dauert denn so ein Flug nach New York? Gut 8 Stunden. Wie lange dauert es, bis ein Baum vollständig ausgewachsen ist? Gut 80 Jahre. Fällt Ihnen was auf? Sie sind ziemlich schnell auf 180. Wie soll ein Baum, den es jetzt noch nicht gibt, das CO2 aufnehmen, das Sie schon emittiert haben? Das ist ein Märchenwald.

Nein, das ist die Zukunft. Und das hier ist die Realität. Die Bäume werden doch gerade erst gepflanzt. Das dauert Jahre, bis die überhaupt CO2 aufnehmen können. Ihre CO2-Moleküle laufen ja nicht weg. Einmal limitiertes CO2 bleibt für Tausende Jahre in der Atmosphäre. Der Baum hat dann 1000 Jahre Zeit, um hinterher zu wachsen. Nun lebt ein Baum, sagen wir mal, so 100 Jahre. Und wissen Sie, was passiert, wenn ein Baum stirbt? Dann stirbt ein Seemann? Dann wird all das CO2 wieder freigesetzt, das er gespeichert hatte, und zwar bei jedem Baum. Gut, die Übergabe von Baum zu Baum müssen wir noch optimieren. Der Baum ist eher ein Zwischenspeicher. 9 von 10 Aufforstungsprojekten scheitern.

Auch deutsche Gerichte haben ihren Trick durchschaut. Katjes darf nicht mehr damit werben, dass die Produkte klimaneutral seien. Und dass die CO2 nicht dauerhaft neutralisiert wird. Wenn Ihnen Aufforstungsprojekte nicht gefallen, wie wäre es mit Waldschutzprojekten? Irgendwie kommt mir der Wald bekannt vor. Der große Vorteil ist, dieser Wald existiert ja schon. Ja, aber wenn der Wald schon existiert, wie schafft er es, zusätzliche CO2-Emissionen zu neutralisieren? Simsalabaum, so! Durch Abholzung! Nein, das ist nur eine Fiktion. Das würde passieren, wenn wir den Wald nicht mit unserem Projekt geschützt hätten.

Aber da wir ihn ja geschützt haben, haben wir all diese Bäume zusätzlich zur Verfügung, um CO2 einzusaugen. Wenn man davon ausgeht, dass sie gerodet worden wären. Was aber gar nicht passiert ist. Den Wald gab es ja schon. Ja, aber da stand er ja nur einfach so rum. Jetzt kann der ja die Umwelt schützen, weil ich für jeden Baum ein Zertifikat verkaufen kann. Sie gleichen also eine reale Verschmutzung dadurch aus, dass Sie eine fiktive Abholzung verhindern. Anders ausgedrückt, da uriniert jemand in den Garten. Sie kompensieren das dadurch, dass Sie dafür sorgen, dass nicht auch noch jemand aufs Dach kackt. Wir nennen das modernen Klimaschutz.

Woher wissen Sie, wie viele Bäume in Ihren Schutzgebieten gerettet wurden? Wir erstellen dazu Prognosen. Nehmen Sie zum Beispiel dieses Projekt von 2008. Das war hier die Abholzung bis 2008. Hier hat unser Projekt begonnen. Und hier ist die angenommen Abholzung, wenn wir den Wald nicht geschützt hätten. Warum geht denn das da so hoch? Das sind unsere Prognosen. Das ist vom Schlimmsten ausgegangen. Je größer die angenommene Rodung, desto mehr Bäume werden angeblich gerettet. Umso mehr CO2-Gutschriften können Sie verkaufen. Umso besser für den Klimaschutz.

Nun wissen Sie aber durch Studien von Cambridge University, dass bei vergleichbaren ungeschützten Wäldern die tatsächliche Abholzung so verläuft. Das sind großartige Neuigkeiten. Die Abholzung war gar nicht so schlimm wie befürchtet. Man könnte auch sagen, Sie kassieren Geld für den Schutz von Wäldern, die meist gar nicht gefährdet waren. Ja, stimmt genau. Denn 90% der CO2-Zertifikate sind fake. Die schützen gar keine Waldgebiete, die irgendwie bedroht sind. Sonst wäre letztes Jahr nicht Tropenwald vernichtet worden in der Größe von halb Deutschland. Welchen Wald schützen Sie eigentlich und vor wem? Sie schützen Wald von Kleinbauern, die den Wald bis dahin geschützt haben.

Das ist Ihre Lebensgrundlage. Können Sie alles nachlesen. Öl ins Feuer von Kathrin Hartmann steht alles drin. Für den Klimaschutz müssen wir uns alle ein bisschen verändern. Wissen Sie, wie das abläuft? Wissen Sie, was da passiert? Da kommen irgendwelche Klima-CO2-Kompensationszertifikats-Fuzzis und verbieten den Bauern dort, ihren eigenen Wald zu benutzen, dort zu jagen, Pilze zu sammeln, Holz zu verwerten. Das ganze 1,17 Euro. Die Menschen, die Ihnen das verbieten, machen wahrscheinlich Millionen Geschäfte. Aber keiner weiß das genau, weil die auf irgendwelchen Steueroasen sitzen. Ich sage mal so. Stellen Sie sich vor, das würde jemand den bayerischen Bauern verbieten. Was da los wäre.

Ich vermute, da würde die Reichstagskuppel mit Gülle gefüllt werden. Ich denke mal, der Habeck würde den Hubsi-Hops nehmen. Was sollen wir denn machen? Wir brauchen Ihre Wälder, um unser Klima zu schützen. Lassen Sie das Zeug einfach im Boden. Das geht doch nicht. Die Ölkonzerne müssen weiter fördern. Wir von Total wollen 10 Mio. t CO2-Ausstoß kompensieren. Dafür brauchen die eine Waldfläche 6-mal so groß wie das Saarland, aber in der Republik Kongo. Und wir von ENI wollen bis 2050 40 Mio. t CO2 ausstoßen und kompensieren. Dafür brauchen die eine Fläche 3-mal so groß wie die Schweiz. Und wir von Blue Carbon wollen bis 2050 2 Gigatonnen CO2 zusätzlich ausstoßen.

Dafür wollen die in Afrika Wälder brachten, die so groß wie Großbritannien sind. Das ist der reinste Klimakolonialismus. Wenn Sie alle Wälder in Zertifikatprojekte verwandeln, dann können alle endlos weiter CO2 emittieren. Das ist das berühmte Perpetuum Petroleum. Ich glaube, ich sollte jetzt dringend die Biege machen. Wer klug ist, kommt mit. Ja, ich würde sagen, in dem Fall, das bin ich. Hey Leute, ich glaube, ihr solltet jetzt wirklich mal aufhören damit. Wieso? Läuft doch gerade so gut. Husten CO2 kann nicht explodieren. Sie müssen immer alles kaputt machen. Das sagt die Richtige. Können wir nicht einmal cool sein? Können wir nicht. Das ist die Anstalt.

Das waren Judith Richter, Julia Gammes-Martin und Nils Heinrich. Geilo, Feierabend. Sollst du noch ein Stück mitnehmen? Die Straßenbahn fährt eh nur eine halbe Stunde. Vielen Dank.

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