Placebo-Ängste und gefühlte Wahrheiten
Sahra Wagenknecht vertritt als Vorsitzende der auf sie zugeschnittenen Partei BSW Positionen, die stark im Gegensatz zu denen aus ihrer früheren Linken-Zugehörigkeit stehen und sich in Teilen mit denen der AfD decken, wie Ablehnung von Zuwanderung oder Befürwortung von Sanktionen von Bürgergeld -Empfängern; Der Begriff „irreguläre Migration“ ist irreführend, denn schutzsuchende Geflüchtete haben das Recht auf ein Asylverfahren ; Zunehmendes subjektives Unsichersicherheitsgefühl in der Bevölkerung widerspricht der Kriminalitätsstatistik, nach der Straftaten insgesamt über die letzten 10 Jahre rückläufig sind; Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Positionen von CDU und BSW, BSW stellt Ablehnung von Stationierung US-amerikanischen Raketen in Deutschland als Bedingung für Koalition auf Landesebene im Osten; Polemische/falsche Aussagen von CDU-Politikern, wie dass das Haushaltseinkommen von Empfängern staatlicher Transferleistungen das von Erwerbstätigen übersteigen würde.
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Anstalt analysiert in ihren Episoden die zunehmende gesellschaftliche Unsicherheit, die durch selektive Wahrnehmung und falsche Fakten verstärkt wird. Die Satire thematisiert die Debatte um Migration und Zuwanderung, wobei oft Stereotypen und Vorurteile verbreitet werden. Ein zentrales Element ist die Kritik an politischen Versuchen, Angst zu schüren und die öffentliche Meinung zu manipulieren, insbesondere im Kontext von Sozialleistungen wie dem Bürgergeld. Zudem wird die zunehmende Polarisierung der politischen Landschaft und die Schwierigkeit, gemeinsame Gesprächsräume zu finden, satirisch dargestellt, ebenso wie die Probleme der Koalitionsbildung und die Rolle von Falschinformationen.
Transkript 6.027 Wörter
Max, Sendung startet in einer Minute. Okay. Nur ein kleines Detail. Ich finde, wir brauchen eine komplette Kurskorrektur. Was brauchen wir? Weißt du, so eine linke, faktenbasierte Kabarett-Sendung. Das hatte mal seine Daseinsberechtigung. So wie der Holzvergaser. Wollen Sie sagen, wir sind der Holzvergaser des deutschen Kabarets? Obwohl die genauso üppig gefördert werden. Die Zeiten haben sich geändert. Die Leute fühlen anders. Ihre Target-Group hat sich weiterentwickelt. Ihr könnt es auch. Nach Sachsen, Thüringen, Österreich muss die Anstalt signalisieren. Wir haben verstanden. Was haben wir verstanden? Dass es so nicht weitergeht. Wir müssen realistischer, emotional agieren.
Einfach näher bei den Leuten. Moment, ich soll rechtes Kabarett machen? Nein, du bleibst links. Du bist höchstens mitte, wenn du was Rechtes sagst. Das ZDF ist nur zur Ausgewogenheit verpflichtet. Deswegen habe ich dir eine neue Co-Moderation besorgt. Aber nicht der Dieter. Sie ist eine Frau. Auch nicht die Monika. Und kommt von der Linken. Okay, das passt. Sarah, leg los! Liebe Freundinnen und Freunde, herzlich willkommen zu BSWA. Bald Sarah Wagenknechts Anstalt. Stopp, Herr Wobb. Sie wissen, was passiert, wenn diese Frau den Laden übernimmt. Spaltung und Niedergang. Sarah ist ein Karrierebooster. Guck dir mal an, wie die gerade abgeht. Diese Krise ist doch eine Riesenchance.
Ich sehe diese Chance eher als Krise. Wie kann die das? Natürlich kann ich das. Kommt ein Migrant zum Arzt, sagt der Migrant, Herr Doktor, ich habe Schmerzen. Was soll ich da erst sagen? Ich habe Migranten. Ich fand's nicht so schlecht. Die Frau hat ein Gefühl dafür, wo es gerade politisch hingeht. Wir sollen euch den Rechten hinterherlaufen. Probier's doch mal. Die Menschen will ja nur Rechtsauswut, das ist doch die Definition von Fremdenfeind. Welche Probleme? Nur weil man Zuwanderung ablehnt, ist man kein Fremdenfeind. Warten Sie. Doch, das ist die Definition von Fremdenfeind. Ich kann doch nicht sagen, der Himmel ist grün, nur weil die AfD sagt, der Himmel ist blau.
Die AfD sagt, der Himmel ist linksrot-grün verschwult. Sie schauen nach oben und sagen, stimmt. Stimmt. Das bringt doch die Menschen in die Arme der AfD. Wie gut, dass es jetzt eine Alternative zur Alternative gibt. Bei mir wissen die Menschen, wofür ich stehe. Zum Beispiel dafür. Ich hätte tausendmal lieber mein Leben in der DDR verbracht als in dem Deutschland, in dem ich jetzt leben muss. Warum bin ich denn jetzt links von Ihnen? Weil Sie früher sehr links waren. Ich halte Ihnen ja auch nicht Dinge vor, die Sie als Jugendlicher mal gut fanden. Ich bin kein Anhänger einer Diktatur, sondern von KISS. Auch nicht schön, aber das ist eben der Unterschied.
Keiner fordert Sie heute, auf sich von KISS zu distanzieren. Das habe ich längst getan. Ich fände es super schade, wenn ihr wegen KISS nicht zusammenkommen würdet. Aber erst muss Sie auf die Seite gesetzt werden, auf der Sie sich wohlfühlen. Schauen wir mal, ob die Leute tatsächlich wissen, Sie haben damals gesagt, Abschiebungen stoppen, Flüchtlingsunrecht abschaffen. Das war 2012. Vielleicht sollte ich das mal von meiner Homepage nehmen. Damals waren Sie noch für das Grundrecht auf Asyl. Richtig, ich konnte ja nicht ahnen, dass das Hunderttausende ernst nehmen. Und jetzt wollen Sie Geflüchtete der Verfolgung ausliefern. Sie drehen mir das Wort im Mund herum.
Ich bin natürlich dafür, dass wir für das verfolgte Menschen Schutz finden. Aber das muss ja nicht in Deutschland sein. Na klar, auch für Pressefreiheit muss ja nicht auf dem BSW-Parteitag sein. 2015 waren Sie noch für legale Fluchtwege, damit die Menschen nicht ihr Leben riskieren müssen. Sie sind sogar für Geflüchtete aufs Wasser gegangen. Ja, aber Sie sehen doch, das Boot ist voll. Das fühlen wir doch alle. Heute haben Sie das Gefühl, Ja, richtig, wenn ich mich da mal selbst zitieren darf. Noch nicht einmal 1 % derer, die einen Asylantrag stellen, haben auch ein Asylrecht. Sarah Wagenknecht 2024. Ja, das ist v.a. falsch. 70 % der Asylbewerber bekommen Asyl. Kann es sein, dass Sie lügen?
Das ist eine ganz unverschämte Unterstellung. Ich sage lediglich sehr geschick die Wahrheit. Nur 1 % erhält Schutz nach dem deutschen Asylparagraf. Aber seit 30 Jahren bedeutungslos ist, weil europäisches Asylrecht gilt. Ja, natürlich. Aber um Stimmung zu machen, muss ich doch behaupten, dass sich 99 % der Asylbewerber zu Unrecht in Deutschland aufhalten. 2012 haben Sie gesagt, die Leistungen für Asylbewerber seien viel zu niedrig und lassen ein menschenwürdiges Leben nicht zu. Da war ich ja immer noch ein anderer Mensch. Heute wollen Sie das abgelehnte Asylbewerber keinen Cent Unterstützung mehr bekommen. Können wir dem deutschen Steuerzahler zumuten, abgelehnte Asylbewerber zu finanzieren?
Ich finde nein. Aber können wir es dem Steuerzahler denn auch zumuten, eine Abgeordnete zu finanzieren, die bei Dutzenden Sitzungen des Bundestages fehlt, weil sie zu sehr damit beschäftigt ist, Nebeneinkünfte von 800.000 Euro zu erwirtschaften? Ich finde ja, das müssen wir uns leisten. Aber laut Verfassungsgericht hat jeder, der sich auf ein menschenwürdiges Existenzminimum sucht, Darunter versteht ja jeder etwas anderes. Vor allem die, die über ein Existenzmaximum verfügen. Haben Sie deswegen auch Vorbehalte gegen das Bürgergeld? Hier. Sie waren für die Abschaffung der Sanktionen, die Sie heute teilweise befürworten.
Sie waren für eine generelle Erhöhung der Hartz-IV-Sätze, die Sie heute beim Bürgergeld ablehnen. Sie haben davor gewarnt, Sie warnen Sie vor Sozialmissbrauch und sagen, das Bürgergeld sei unpopulär, weil die Hälfte der Empfänger keine deutschen Staatsbürger seien. Das sind doch alles AfD-Positionen. Worin unterscheiden Sie sich denn noch von der AfD? Dass wir nicht mit ihr zusammenarbeiten würden. Vermutlich. Vielleicht ist das nächste Woche schon ganz anders. Sie stehen für nichts, außer für sich selbst. Ich stelle mich der größten Herausforderung unserer Zeit, die irreguläre Migration. Oh Gott, ich kann es nicht mehr hören. Dann sage ich es noch einmal. Irreguläre Migration.
Indem Sie etwas dauernd wiederholen, wird es auch nicht richtig. Es gibt keine irreguläre Migration. Vielleicht kann das irgendwann mal jemand den Leuten einfach erklären. Ja klar, der Checker Max. Hallo Leute, heute geht es um irreguläre Migration. Ich check das für euch. Das Wort ist irre, weil es gar keine regulären Fluchtwege gibt. Trotzdem ist es irregulär, Geflüchtete an der Grenze abzuweisen. Sobald der Geflüchtete hier ist, ist jeder, der Schutz sucht, regulär hier. Irregulär ist es, ihn für die Einreise zu bestrafen. Irreguläre Migration ist also irregulär, das Wort soll nur suggerieren, dass Geflüchtete kein Recht hätten, hier Schutz zu suchen. Gut, dass wir das gecheckt haben.
Bis zum nächsten Mal. Was war das denn jetzt gerade? Da haben wir mal versucht, mit der KI was für Insta und TikTok zu produzieren. Aber ich sage mal so, aus dem Faxgerät machst du keinen Insta-Post. Komm, also mit dem Fax-Gerät, was ist das denn jetzt? Ja, da haben wir mal versucht, mit der KI was für Insta und TikTok zu produzieren. Komm, mit dir mache ich doch lieber Oldschool. Was ist euer USP? Hab ich schon hell gesagt? Na, die Tafel. Komm, dann pimpen wir die mal ein bisschen auf. Ich sage mal, die Anstalt ohne Tafel, das ist ja wie Bares ohne Rares. Wie Lands ohne Finger. Was ist das denn? Das sind Themen, die die Menschen umtreiben. Migration, Gewalt, Terror.
Das ist eine Bild-Zeitung auf Rollen. Wollen Sie die Leute aufklären oder ihnen Angst machen? Wir wollen die Leute aufklären, dass sie Angst haben. Neue Zielgruppe. Die meisten Deutschen fühlen sich eh unsicher. Sind Sie da sicher? Ganz sicher. 44 % der Deutschen. Laut ARD-Deutschland-Trend fühlen sich auf öffentlichen Plätzen und in Verkehrsmitteln mittlerweile sehr unsicher. Was sind denn das für Leute? Ich sage mal so, potenzielle Zuschauer. Vier von fünf AfD-Wählern fühlen sich eher unsicher oder sogar sehr unsicher. Ist es nicht ein gutes Zeichen, wenn sich Rechtsextreme in diesem Land unsicher fühlen? Ganz ehrlich, der billige Gesellungslacher wird euch noch teuer zu stehen kommen.
Das geht mittlerweile allen so. Die gefühlte Unsicherheit hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Haben Sie auch ein paar Fakten zur tatsächlichen Kriminalität? Die Leute sollen ja weiterhin das Gefühl haben, dass sie die Anstalt gucken. Die Straftaten haben in den letzten Jahren rapide zugenommen. Auch die Gewalttaten. Schockierend. Vor allem, wenn man die zehn Jahre davor weglässt. Da sieht man, dass sich die Kriminalitätsentwicklung nicht mehr abgenommen hat. Außerdem sind das nur Anzeigen. Haben Sie denn auch eine Zahl über die tatsächlich verurteilten Straftäter? Die haben wir, die haben wir. Was? Kein Mensch erkennen. Das will auch kein Mensch wissen.
Weil die Zahl noch deutlicher gesunken ist. Verstehen Sie? So kommen Sie mit der Nomonie durch den Faktencheck. Das ist doch auch ein Fakt. 44 % fühlen sich unsicher. Das ist ein Gefühl. Die Wahrnehmung von Kriminalität hat sich in Deutschland entkoppelt von der tatsächlichen Kriminalität. Das liegt an den Vorabendkrimis. Jetzt sollen auf einmal die Rosenheimcops daran schuld sein, dass man sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlt. Wenn man von einem Toten pro Krimi ausgeht, was bei einem Serienmörder eine schlechte Leistung wäre, gab es allein im öffentlich-rechtlichen Fernsehen 72 Tote, fast ganz plön hinweggemäuchelt. Das löst bei mir so gar kein Gefühl aus.
In Wirklichkeit gab es letztes Jahr aber insgesamt nur 556 Fälle, Mord und Totschlag. Es fühlt sich aber eben mehr an. Deswegen haben bereits 2021 62 % der befragten deutschen Bürger geglaubt, dass die Kriminalität in den letzten Jahren um 12 Prozentpunkte gesunken ist. Die Zahlen sagen also etwas ganz anderes. Das sind doch auch Zahlen. 44 %, 62 %, das sind alles potenzielle Zuschauer. Die müsst ihr mal abholen, dann habt ihr vielleicht auch mal wieder 62 % Quote. Dann diskutiert hier auch keiner mehr, ob ihr mal ausgetauscht werden sollt. Wer will mich denn austauschen? Jetzt fühlst du dich schon ein bisschen unsicher. Ich sehe eben ganz vielen Leuten da draußen auch.
Die fühlen sich unsicher, weil sie eben spüren, dass da draußen ganz, ganz viele kriminelle Ausländer unterwegs sind. Ah, jetzt sind die Kriminellen also gleich Ausländer, ja? Gefühlt schon. Ich muss mal ganz klar sagen, das denke ich mir ja nicht aus. Die Anzahl der Messerangriffe hat ja nun mal zugenommen. Diese Statistik, die ist ja stichhaltig. Ist sie nicht? Der Anteil von Messerattacken bei Raub- und Gewaltdelikten ist konstant geblieben. Hier von wegen, plus 0,18 % Punkte. Das beweist doch immer ganz klar, dass Ausländer einfach häufiger zum Messer greifen. Was hat denn das mit Ausländern zu tun? Die werden doch in der Statistik gar nicht erfasst.
Komm schon, du weißt doch ganz genau, was wir da bei sich haben. Schweizer? Ausländer, Menschen ohne deutschen Pass, begehen außerdem viel, viel mehr Straftaten als Deutsche. Der Anteil der Straftaten, die von Ausländern begangen werden, betragen 41 %, obwohl sie nur 15 % zur Bevölkerung beitragen. Die Zahl ist doch irreführend. Dabei sind ja viele Verstöße gegen das Ausländerrecht, die gar nicht begangen werden können. Rechnet man die raus, dann sind es nur noch 34 %. Darüber hinaus zählen als kriminelle Nicht-Deutsche in dieser Statistik auch viele, die gar nicht dauerhaft in Deutschland leben, wie Touristen, internationale Banden. Rechnet man die raus, dann sind es nur noch 31 %.
Darüber hinaus, wer als Fremd wahrgenommen wird, wird viel häufiger angezeigt. Kriminalität hat nichts mit Staatsangehörigkeit zu tun. Die Jugend ist männlich, geringe Bildung hat, arm ist und keine Perspektiven hat. Ausländer. Die sind überproportional von Armut betroffen. In den letzten Jahren sind vor allem junge Männer zu uns gekommen. Aus dem Ausland, deswegen müssen wir den Zuzug verringern. Nein, wir müssen Armut bekämpfen. Wollen wir denen Geld geben, weil sie kriminell sind? Wir müssen Perspektiven schaffen. Anerkannte Geflüchtete mit sicherem Aufenthaltsstatus werden nicht häufiger straffällig als Deutsche. Das fühle ich einfach nicht.
Ich habe das Gefühl, dass da draußen ganz viele Menschen eben fühlen, dass sie jederzeit draußen von irgendeinem Fremden abgestochen werden können. Ich sage nur Soling. Soling war ein echter Gamechanger. In den meisten Fällen von Gewalt gegen Frauen kennen die Opfer den Täter persönlich. Sie haben viel mehr Angst als vor Fremden. Das fühlen die nun mal nicht. Du bist ja auch verheiratet. Deine Frau fühlt sich sicher an deiner Seite. Nicht wenn ich fahre. Wollen wir den Menschen vermitteln, dass es da draußen sicherer ist als daheim? Das ist ein Fakt. Dann müssen wir Kriminalität damit bekämpfen, dass wir verhindern, dass Männer nach Hause kommen. Das wäre absurd.
Das ist vernünftig, die Grenzen für Migranten zu schließen. Das weiß ich auch. Aber die Leute fühlen da draußen, dass es zu viele werden. Es ist ein Notfall. Wieso denn? Bis jetzt sind dieses Jahr nur halb so viele gekommen wie letztes Jahr. Geführte Hunderttausende jedes Jahr. Jetzt habe ich auch mal eine Zahl festgehalten. Wir brauchen pro Jahr 1,5 Mio. Zuwanderer, um unseren Wohlstand auf Jahre zu sichern. Die Kommunen sind auch überlastet. Die sind im Notfallmodus. Aber die Mehrheit der Kommunen sagt, ihre Situation sei herausfordernd, aber machbar. Die Zahl der Kommunen, die sich überlastet fühlen, ist von letztem Jahr auf diesem schon stark gesunken.
Willst du die Hilferufe der deutschen Bürgermeister ignorieren? Ein Reporter der Zeit hat sich auf die Suche gemacht. Was hat er gefunden? Ich denke mir das nicht aus. Aber es waren Fälle wie dieser. In der belasteten Gemeinde von Hohenau standen morgens um 6 3 Geflüchtete vor einer Bäckerei. Vor Angst wollte sich die Chefin in ihrer Backstube einschließen. Und? Hat sie überlebt? Sie hat gemerkt, dass die 3 ganz freundlich sind. Dann sind die 3 wieder gegangen. Das war knapp. Das war nicht asylbewerber. Abends in kleinen Gruppen im Kurpark und am Busbahnhof. Ganz klar für mich. Drogen, Gewalt, Kriminalität, Bosse.
Wie sich herausstellte, treffen die sich da, um die öffentlichen Internet-Hotspots zu nutzen, wenn sie ihr Handy-Guthaben aufgebraucht haben. Wer weiß, mit wem die telefonieren? Wie soll das denn gehen? Wir haben einfach einen eingeladen. Das wichtigste Thema unserer Zeit. Es gibt viele Talkshows, Hunderte von Gästen. Und praktisch nie ist ein Geflüchteter dabei. 2024 bei Illna, Myoska, Hard Aber Fair, Maischberge. Nur eine Handvoll Menschen, die selbst geflüchtet sind. Heute bei uns in der Anstalt, Ibrahim Kanu aus Sierra Leone. Hallo, Ibrahim. Ibrahim, du bist ... Du bist 2016 aus Sierra Leone nach Italien geflohen. Mit dem Boot und dann mit dem Zug nach Deutschland gekommen.
Warum wolltest du weg aus Sierra Leone? Ich habe mich in Sierra Leone nicht sicher gefühlt. Und ich hatte Angst um mein Leben. Ich wollte nach Deutschland, um in Sicherheit zu leben. Du bist jetzt seit acht Jahren hier und hast eine Duldung. Wie ist es dir seit deiner Ankunft in Deutschland ergangen? Ich habe hier 2016 einen Asylantrag gestellt, der abgelenkt wurde. Seit acht Jahren wohne ich im Landkreis Landshut. In einer Asylunterkunft. Ich habe hier einen Asylabschluss gemacht. Und sechs Monate ein Praktikum als Maschinenbau gemacht. Du hast ja seitdem drei Ausbildungsverträge gehabt. Ja. Dieses Jahr habe ich auch einen Ausbildungsvertrag als Pflegehilfe gemacht.
In all den Jahren hat die Ausländerbehörde aber nie eine Arbeitserlaubnis erteilt. Warum? Weil ich keinen Pass habe. Und die Ausländerbehörde hat gesagt, ich muss nach Sierra Leone reisen. Ich habe dort einen Pass besogen. Dann nach Ghana in die deutsche Botschaft mit einer Wiesung für Ausbildung zurückgekommen. Das ist wahrscheinlich eine Reise ohne Wiederkehr. Wie fühlst du dich jetzt? Mein Ausweis wird nur noch monatlich verlängert. Ich habe Angst vor einer Abschiebung. Ibrahim, danke, dass du da warst. Das ist auch ein Gefühl, aber es ist halt nicht unser Gefühl.
Wir haben uns als Land der Wissenschaft und Forschung dazu entschlossen, unsere Politik nicht mehr auf Fakten, sondern Menschen auszurichten. Wie wäre es, wenn wir stattdessen einen Ort schaffen, an dem alle die, die voller Hass auf Migranten sind, ihre fremdenfeindlichen Ansichten ausleben dürfen, ohne Schaden anzurichten? Lassen Sie uns einen Park schaffen, den Freizeitpark Frust. Ein Phantasialand für die imaginären Ängste der AfD-Wähler. Da oben sind die EU, die Ampel, aber vor allem der Araber im Netz. Es wird ein großartiger Vergnügungspark mit fantastischen Attraktionen, mit Schießstand. Geschossen wird auf Migranten an der Grenze. Ein Hauden-Roberts-Stand.
Wer es schafft, dass es klingelt, bekommt als Gewinn einen kleinen Plüschhabeck am Galgen. Im Fahrgeschäft Skyline dürfen sich die Besucher gegenseitig als Migranten verkleiden und in kleinen Flugzeugen abschieben. An mehreren Ausgängen stehen als Migranten verkleidete Statisten, die von den Besuchern nicht reingelassen werden. Drüber steht die abgewiesen. Im Bierzelt gibt es ausschließlich XXL-Fleischgerichte. Gigi D'Agostino in Dauerschleife. Und die Kellnerinnen dürfen belästigt werden. Gruseln dürfen sich die Mutigsten in der Geisterbahn, in denen all das begegnet, was ihnen den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Die Menschen aus der LGBTQ, Community der Klimawandel und Taylor Swift.
Auch für Kultur ist gesorgt. In einem Diorama wird die Geschichte des Feminismus erzählt. Der Clou, sie endet 1950. In liebevoll gestalteten Schaukästen werden Frauen in den Rollen dargestellt, die sie in der guten alten Zeit ausgefüllt haben. Am Herd in der Küche als lächelnde, unterbezahlte Pflegekraft. Als Sekretärin, die ihrem Chef einen Blowjob geben muss. Dass der Chef die Gesichtszüge von Maximilian Krath trägt, kann kein Zufall sein. Auch ein Ritt auf der Peniskanone von Rammstein verspricht einen Höhepunkt. An das Schiffsschaukel steht eine lange Schlange, aber niemand kommt rein, denn da hängt ein Schild, das Boot ist voll.
An einem kleinen, aber feinen Stand können für nur 3,50 Euro drei Bücher angezündet werden. Verstehen Sie mich nicht falsch. Es gibt verdammt viele Gründe, frustriert zu sein. Sie können frustriert sein, weil Sie Ihren Sommerurlaub bei FTI gebucht haben. Oder weil Sie an einem Ort leben, an dem die einzige Frau im Umkreis von 5 km ihre Mutter ist. Wenn Sie Fan des TSV 1860 sind, gehört Enttäuschung zum Soundtrack Ihres Lebens. Sie können verzweifelt sein, weil Sie Beschwerden haben, aber als Kassenpatient erst in 5 Monaten einen Termin bekommen. Eine Million Gründe, um unglücklich zu sein.
Also ganz ehrlich, hat hier noch funktioniert, aber mit der Einstellung kommt Max in Zukunft nicht mehr weiter. Mir ist egal, dann machen wir ohne den UTAUF weiter. Was hat er wieder erzählt? Faschismus, das klingt doch schon viel zu hart. Das kann man doch auch anders formulieren. Ich als BWLer würde sagen, klare Top-Down-Kommunikationen mit einem starken Purpose und tollen Team-Building-Maßnahmen. Das klingt schon viel zu hart. Den Leuten immer vorwerfen, dass sie an der Realität vorbeifühlen würden. Das haben auch schon die anderen Parteien für sich erkannt. Fühlen ist die politische Wunderwaffe unter den Sinnes eindrücken, wenn man sich für seine Gefühle nie entschuldigen muss.
Du kannst dich verhören, du kannst dich versehen, du kannst dich eben nicht verfühlen. Ach so, jetzt sehe ich auch das Gefühl, es sitzen gar nicht zu viele Migranten in den Arztpraxen. Oh, sorry, habe ich mich verfühlt. Klingt doch schon komisch. Man muss immer Gags schreiben, die sowohl vor Kabarettpublikum als auch AfD-Wählern funktionieren. Die Gemeinsamkeit ist ja gar nicht groß. Wie viel sind es mittlerweile? Über 20 % wahrscheinlich mittlerweile auch im Kabarettpublikum. Höchstwahrscheinlich und bestimmt auch heute Abend. Das ist überhaupt nicht schlimm. Wir wollen alle integrieren. Wir möchten halt nur gerne mal wissen, wer es ist. Das machen wir einfach per Handzeichen.
Ich frage mal, wer von euch hat bei einer der letzten Wahlen AfD gewählt? Das kann man so nicht fragen. Der muss sich empathischer arbeiten. Anders, anders, anders. Wer von euch kennt jemanden hier im Raum, wo er sich ziemlich sicher ist, dass er AfD gewählt hat? Einfach mit dem Finger drauf zeigen. Nur, dass wir es einmal im Bild haben. Wir wissen ja nicht, wer sich durchsetzt. Wir wollen hier in der Sendung marktorientierter arbeiten, uns schnell anpassen. Da sind wir einfach wahnsinnig moralisch flexibel, um dem Markt mal gerecht zu werden. Aber ganz ehrlich, das kann wirklich keine besser als du. Du, liebe Sarah, du bist immer genau der Mensch, den der Markt gerade von dir verlangt.
Mach dir keine Sorgen. Ich habe schon einen Ersatz für einen Utoff. Wird dir gefallen. Aber vom Einkommen und Haltung passt das viel besser zu dir. Um Gottes Willen, das Kostüm des Grauens. Gibt es eine Sendung, in der diese Frau nicht ihre Beine übereinander geschlagen hat? Natürlich. Ich habe z.B. nicht gegen Stefan Raab geboxt. Weil er gewusst hat, sie würden ihm ein Ohr abkauen. Der gute, alte Mike Tyson-Gruf. Aber bevor das hier aussah. Ihr seid eine Zwangsgemeinschaft. Du bist superpopulär. Und du bist Friedrich Merz. Zusammen seid ihr ein echtes Power-Couple. Ihr müsst nur herausfinden, was euch genau verbindet. Dazu braucht es einen Profi. Aber den habe ich hier. Herr Dr. Renger.
Vielen Dank. Lassen Sie mich mal raten. Sie beide haben Probleme beim Koalieren. Das ist vollkommen normal. Das habe ich in letzter Zeit sehr oft in meiner Praxis. Wirklich? Ja, wirklich. Robert Habeck und Christian Lindner kommen seit 3 Jahren zu mir. Das spricht aber nicht gerade für Sie als Therapeut. Wir versuchen das mit dem Koalieren schon seit einigen Wochen. Und? Wo genau hapert es? Vor allem in Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Sie müssen sich auf Ihre Gemeinsamkeiten fokussieren. Ich wüsste nicht, was wir gemeinsam hätten. Sie war früher in der kommunistischen Plattform der Linken. Und eher bei Black Rock. Na gut, Sie beschäftigen sich beide gerne mit Kapitalismus.
Also noch mal, wo hapert es? Manchmal habe ich das Gefühl, seine Partei will gar nicht mit mir koalieren. Dann reden wir über dieses Gefühl. Herr Merz, hätten Sie eine Idee, woher das kommen könnte? Das könnte daran liegen, dass es stimmt. Da haben Sie es! Diese Frau will doch gar nicht selbst regieren. Das wollte sie schon als Linke nicht. Ich bin ja keine Linke mehr. Das ist interessant. Was sind Sie dann? Ich bin jetzt eine Partei. Darüber reden wir dann mal in einer Einzelstunde. Und zwar eine Partei der Mitte. Sie sind nicht die Mitte. Sie sind in einigen Themen rechtsextrem und in anderen wiederum linksextrem. Im Durchschnitt also Mitte.
Wenn wir wieder wegkommen von Zuschreibungen von Labels, reden wir über gemeinsame Ziele. Da gibt es bestimmt welche. Herr Merz, Sie wollten doch mal die AfD halbieren. Wollen Sie das nicht auch? Ich habe die Linke halbiert. Sie halbieren beide gerne immerhin. Könnten Sie sich vorstellen, mit jemand anderem zu koalieren? Vielleicht mit den Grünen? Entsetzen! Die Grünen sind unser politischer Hauptgegner. Die Grünen sind die gefährlichste Partei Deutschlands. Sie wissen beide, was Sie nicht wollen. Sie glauben nicht, wie viele Paare zu mir kommen, die nur noch im Hass geeint sind. Hass auf den Nachbarn z.B. oder auf die Kinder. Machen wir einen konfrontationstherapeutischen Ansatz.
Ich gebe Ihnen Begriffe. Sie schauen, ob diese Themen Sie eher zusammenbringen oder auseinander treiben. Migration. Ruhig! Bürgergeld. Verbrenner aus. Kraftsturz. Zelenski. Wenn der kommt, bin ich weg. Da haben wir einen klaren Dissens. Sie will, dass ich mich verführen lasse, mit Putin ins Bett steige und ein Liebesdiener Russlands werde. Da habe ich ein paar ungute Bilder im Kopf. Sie glauben, dass Putin ihn als Liebesdiener haben will? Ich koaliere nur unter der Bedingung, dass die US-Regierungen gegen die Stationierung von US-Raketen in Deutschland aussprechen. Sie entscheiden in Thüringen nicht darüber, ob wir in Deutschland Raketen stationieren. Das mag sein.
Aber ich bestehe darauf, dass in der Präambel zum Koalitionsvertrag festgehalten wird, dass dort keine Raketen stationiert werden. Auch wenn das keine Auswirkung hat. Warten Sie ab. In Deutschland, Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Für mich gehört es zu einer gesunden Koalitionsbeziehung dazu, dass die Partner ab und an gemeinsam Raketen stationieren. Bei ihm geht es immer nur ums Raketen stationieren. Ich habe nun mal das Bedürfnis, Raketen zu stationieren. Ich habe aber nicht so viel Spaß am Raketen stationieren wie Sie. Mit mir hatten bisher alle Spaß beim Raketen stationieren. Meinen wir hier alle das selbe mit dem Wort Raketen stationieren? Ich muss sagen, dass ich das empörend finde.
Sie wissen doch, dass ich seit Jahren vor diesen immer skurrileren Minderheiten warne. Menschen mit einer seltsamen sexuellen Orientierung, die sich zum Opfer machen und damit unangreifbar. Ich gehe. Ich habe die Frau noch nie gehen sehen. Herr Doktor, wovon redet die Frau? Finden Sie auch, dass ich eine spezielle Orientierung habe? Nein, Herr Merz, da kann ich Sie beruhigen. Ich kann bei Ihnen gar keine Orientierung feststellen. Vielleicht liegt hier der Grund für meine geringen Attraktivitätswerte im Segment der Frauen unter 30. Darüber sprechen wir dann auch mal in einer Einzeltherapie. Vielen Dank. Wiedersehen, Herr Merz. Das ist ein neuer Tiefpunkt.
Wenn die Leute jetzt aus der Sitzung rausrennen, auch noch Frau Wagenknecht, das ist doch nicht normal. Sie bleibt grundsätzlich sitzen. Bei mir geht die, ich bin noch nicht schlechter als Lanz. Ich rufe die jetzt an. So, Sarah Wagenknecht anrufen. Moskau. Frau Wagenknecht, Sie haben mit jemand ganz anderem gerechnet. Mit Putin. Auf den scheinen Sie stark fixiert zu sein. Überraschung. Und Russland? Ist zurzeit eher ein Problem für Deutschland. Ja, ja, der Russe, dem ist nicht zu trauen. Das wissen wir ja schon seit dem Kalten Krieg. Frau Wagenknecht, dieser Sarkasmus klingt für mich nach einer traumatischen Bindung. Wenn Sie das, was Sie bedroht, auch noch in Schutz nehmen wollen.
Und den schlimmen Putin erst recht, der ist nämlich der Inbegriff des Bösen. Der Mann hat nun Krieg angefangen. Moment, das ist Täter-Opfer-Umkehr. Natürlich hat Putin den Krieg begonnen. Konkrete Beweise gab es nicht. Und wenn er es sogar selbst so sagt? Dann lügt er. Was? Lügt. Das haben Sie ja noch nie so über die Lippen gebracht. Wie fühlen Sie sich jetzt? Tief erschüttert. Aber wissen Sie, wenn Sie weiter emotional abhängig von einer toxischen Bindung mit einem Lügner bleiben, dann ist das Koalieren mit anderen nicht mehr möglich. Das ist schwierig. Es ist ja klar, wozu das in der neuen Beziehung dann führt. Zum Angriff. Richtig. Und mit der Erkenntnis beginnt eine Befreiung.
Und damit dann erst die Öffnung für was Neues. Und für Vernunft. Ja, sehen Sie, so stelle ich mir unsere Therapie vor. Kommen Sie zweimal die Woche zu mir. Einmal mit März, einmal einzeln. Das ist teuer. Ach, ich nehme auch russisches Geld. Danke, Frau Wagenknecht. Es geht doch. Ist doch wunderbar. Es geht doch. Also wenn das mit März auch mal so klappen würde. Hören Sie, ich glaube, ich kann das wuppen. Also das Gefühl habe ich eher nicht. Diese Sendung, ich glaube, das schaffe ich nicht. Ich habe schließlich tolle Beziehungen zu der Bevölkerung. Ich stelle da gleich mal eine Connection her. Das will ich lieber nicht machen. Lassen Sie mich. Ich würde da nicht klingeln. Vertrauen Sie mir.
Und wieder versucht der Kanzler der Herzen bei der Bevölkerung zu langen. Ja, ja, es ist ja gut. Ich komme ja schon. Carsten, der Adler ist gelandet. Ah, der Herr März. Das ist gut, dass Sie endlich da sind. Kommen Sie rein. Sie freuen sich wirklich, mich zu sehen. Und da heißt es immer, ich wäre nicht besonders beliebt im Segment Frauen unter 30. Können Sie das noch mal machen? Was? Das da. Oha. Ich glaube, jetzt sind Sie auch nicht mehr beliebt im Segment Frauen über 40. Ich glaube, das war vielleicht doch die falsche Züge. Nein, nein, nein. Nee, komm, darum soll es nicht gehen. Es ist ja gut. Setzen Sie sich mal auf meinen Sofa. Sie sind endlich da. Ich habe 24 E-Mails geschrieben.
Das hat ja auch gedauert, bis Sie mal hier sind. Aber ich bin vorbereitet. Ich habe alles hier gesammelt. Und wir zwei Hübschen müssen uns jetzt mal unterhalten. Wir sprechen jetzt nämlich mal über den Unsinn, den Sie beim Thema Bürgergeld vertappen. Ach, bitte Sie, das wüsste ich aber. Der allererste Klopper war ja, es gibt 1,7 Millionen, die nicht arbeiten, weil sie sich ausrechnen, dass sich das nicht lohnt. Manchmal muss man der Wahrheit eben ins Auge sehen. Was soll das für eine Wahrheit sein? In Wahrheit stehen ja nur 235.000 Bürgergeldempfänger dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Sie wissen, wie das ist.
Keine Arbeitserlaubnis hier, keine Kinderbetreuung da oder direkt die falsche Ausbildung. Hören Sie, ich galt selbst lange Zeit als unvermittelbar. Und jetzt schauen Sie, wo ich gelandet bin. Ja, mitten in meinem Wohnzimmer. Aber hier, pass auf, wir wollen uns nicht verplaudern. Nächster Kracher. In jedem zweiten Betrieb sagen die Mitarbeiter, ich gehe jetzt ins Bürgergeld, weil sich Arbeiten nicht lohnt. Der war richtig gut, Fritze. Ich hab's geglaubt, weißt du, ich hab gekündigt. Und jetzt sitze ich hier mit meinem 563 Euro Bürgergeld. Sie sind also Bürgergeldempfängerin. Das ist klar, sonst würden Sie um diese Uhrzeit nicht mehr auf dem Sofa sitzen.
Ehrlich gesagt, Sie sitzen auf meinem Sofa. Ja, gefühlt sitzen Sie aber den ganzen Tag auf dem Sofa. Deswegen werden wir das Bürgergeld auch streichen und geben Ihnen damit einen Grund zum Aufstehen. So hat das der Arbeitsminister in Nordrhein-Westfalen, mein Kollege Herr Laumann, gesagt. Ihm sind hier, ne? Das ist er, der Laue. Ja, heißt das, also verstehe ich das richtig. Wenn Sie Kanzler werden, werde ich morgens von Laumann geweckt. Sie glauben doch nicht, dass ich mir da überhaupt noch mal ins Bett lege. Sehen Sie, Sie brauchen den Druck. Es kann ja auch nicht sein, dass Sie fürs Nichtstun mehr bekommen als jemand, der morgens sehr früh aufstehen muss.
Das hat Carsten ja auch mal ausgerechnet. Ja, warte, ich hab's aufgenommen. Da gibt's eine Familie, einmal mit drei Kindern. Einer arbeitet Vollzeit, Geringverdiener. Der hat, wenn er arbeiten geht, 880 Euro weniger, als wenn er das Bürgergeld bekommt. Das ist nicht meine Politik und hat mit sozialer Marktwirtschaft gar nichts, aber auch rein gar nichts mehr zu tun. Und das hat mit der Wahrheit gar nichts, aber auch rein gar nichts zu tun, Herr Merz. Diese Studie, auf die sich Ihr Carsten bezogen hat, die war grottenfalsch, die musste sogar zurückgezogen werden. Aber er hat es nie korrigiert. Herr Merz, jemand, der arbeitet, hat immer mehr Geld als jemand, der nur Bürgergeld bezieht.
Hören Sie, ich mache Politik für die Mehrheit und die hat da ein ganz anderes Gefühl. 68 % der Deutschen glauben, dass Bürgergeldempfänger genauso gut oder besser dastehen als ein vierköpfiger, durchschnittlicher Arbeitnehmerhaushalt. Ja, aber es gibt keine einzige Konstellation, Herr Merz, wo ein Geringverdiener weniger hat als ein Bürgergeldbezieher. Im Gegenteil, wer arbeitet, hat im Schnitt über 500 Euro mehr. 500 Euro, das reicht ja gerade für eine Tankfüllung für meine zweimotorige DC-2. Sie wissen ja noch nicht mal, wie Sie das Ding aussprechen. Hauptsache, ich kriege Sie hoch.
Ich sag mal so, wenn man so wie Sie 80.000 macht im Monat, dann sind 500 wahrscheinlich kein Anreiz, von Sofa aufzustehen. Herr Sie, ich fordere mehr Respekt für die Besserverdienenden. Ich habe es geschafft, und ich möchte Sie ermuntern, es mir nachzutun. Und wie genau verdiene ich jetzt noch mal 80.000 im Monat als Krankenschwester? Na gut, ich habe natürlich auch nicht nur 8 Stunden am Tag gearbeitet. Sie sind ein Witzbold. Und der Spahn, dieser Parlamentsminion, der sagt, Bürgergeldempfänger hätten genauso viel Einkommen wie Durchschnittsverdiener. Haben die bis zu 2.000 Euro mehr? Wenn Jens Spahn rechnen könnte, hätte er beim Verkauf seiner 5 Mio. nicht 200.000 Euro draufgezahlt.
Das ist ja schön und gut, Fritz. Aber es kann ja nicht sein, dass ich jetzt hier die kostenlose Nachhilfe mache für die Mathe-Nolpen bei der Union. Zum Glück haben die Leute immer noch das Gefühl, wir von der CDU könnten besser mit Geld umgehen als alle anderen Parteien. Bürgergeldempfänger. Wir müssen mit 18,50 Euro am Tag auskommen. Spoiler, das reicht hinten und vorne nicht. Aber wo geht denn das alles hin? Hören Sie, die Sätze wurden gerade erst um 12 % erhöht. Wo fließt das hin, in diesen Luxus? Das kann ja nicht sein. Das ist eine Erhöhung, von der die Normalen arbeiten, den man nur träumen könnte. So, jetzt pass mal auf, du Taschenrechner.
Mit 15 ist sogar der miserable Mindestlohn stärker erhöht worden als das Bürgergeld. Ja, ich habe aber das Gefühl, 563 Euro sind zu viel. So wie 82 % meiner Wähler auch. Die würden Ihnen übrigens gerne Ihr Bürgergeld um 20 Euro pro Monat kürzen. Ist das die Haushaltskasse? Ey, stopp, Finger weg! Mir bleiben gerade mal 6,42 Euro am Tag für Ernährung. Für Ernährung, aha. Schauen wir mal, was Sie daraus machen. Das haben wir hier. Aha, ein Bier, nennen Sie das etwa Ernährung. Wissen Sie, was sehr gut zu diesem Bier passen würde? Na? Eine Sauerländer Potthucke. Sagt mir nix. Aber ich könnte Ihnen einen schönen Einlauf verpassen.
Sie weigern sich also, ohne sachlichen Grund, eine wunderbare Arbeit aufzunehmen, indem Sie dem Kanzler in Spee eine köstliche Potthucke zubereiten. Ey, was soll das? Ich sanktioniere Sie als Totalverweigerin, lieber. Davon gibt es eh viel zu viele. Karsten, wie viel sind das insgesamt? 100.000, 100.000. Denen werden wir das Bürgergeld komplett streichen. So, jetzt reicht's mal, Karsten, du Flitzpiepel. Hier ist die Monika. Es sind nur 16.000. Das ist nicht wegen Arbeitsverweigerung, sondern wegen versäumter Termine. Auch diesen Trödlern werden wir das Bürgergeld komplett streichen. Das heißt, wenn ich zweimal zu spät komme, kriege ich die Leistung gestrichen.
Und du, Herr Merz, kommst 20 Jahre zu spät und wirst mit einer Kanzlerkandidatur belohnt. Wenn Sie das beruhigt, für viele ist das auch eine Strafe. Es ist längst erwiesen, Sanktionen bringen nichts. Sanktionen haben noch nie mehr Menschen in Arbeit gebracht. Das ist frustrierend, demotivierend für alle Betroffenen. Hören Sie, es geht doch nicht um Sie. Wie sagte Frau Weidenfeld vom Spiegel neulich? Bringen wird das nichts. Es ist aber trotzdem notwendig, um die arbeitende Bevölkerung bei der Stange zu halten. Sie wollen also mit Leuten wie mir den Geringverdienern Angst machen? Ja, wenn das geht. Sagen wir mal, ich suche mir jetzt einen neuen Job.
Um Gottes willen, tun Sie das auf keinen Fall. Wir brauchen Sie als Feindbild, um Sie demonstrativ zu bestrafen. Ich würde sogar so weit gehen, Ihnen ein bisschen Geld fürs Nicht-Arbeiten zu geben. Wie wär's? Mein Gott, Sie sind ja noch würdeloser, als ich dachte. Ich glaube, das war vielleicht doch keine so gute Idee. Ich hab dir gesagt, ich würde da nicht kingen. Aber Fritich, ich hab gute Nachrichten. Pass auf, wir brauchen die Sarah gar nicht mehr. Ich hab nur eine Crew-Moderatur. Na ja, nach Frau Wagenknecht kann es nur besser werden. Das wird's auch, garantiert. Alice, kommst du mal bitte? Mit der kann ich ja wieder keine Raketen stationieren. Aber ihr habt doch sonst so viel gemeinsam.
Verehrte Damen und Herren, herzlich willkommen in der AfD. In der Anstalt für Deutschland. Das kommt raus, wenn man versucht, sich am Zeitgeist zu orientieren. Ihr wolltet unsere Lösung übernehmen und dabei Mitte bleiben. Nein, ihr seid rechts. Steht dazu. Aber egal, wie viele Kopien man macht, nichts ist besser als das Original. Euer Gefühl ist unser Befehl. Das ist unser Befehl. Da drüben ein Fakt. Ganz nüchtern und nackt. Steht einfach nur da. Ganz schmucklos und klar. Sagt nur etwas aus. Kommt nicht aus sich heraus. Das ist unser Befehl. Das ist unser Befehl. Mehr kann er wohl nicht. Schau mal da drüben. Da winkt das Gefühl. Will sich mit mir betrinken. Ist nicht so nüchtern und kühl.
Läd zum Tanzen mich ein. Da bleibt keiner allein. Dramatisch und groß. Was ist los? Hallo Fakt. Alles klar. Du bist ja immer noch da. Starrst mich unbeirrt an. Wie ein stiller Tyrann. Kommst nie aus dem Takt. Du bist langweilig Fakt. Willst immer nur informieren. Aber ich, ich will mich spüren. Ich will eskalieren. Und die Fassung verlieren. Aus Liebe zum Hass. Ja da gönn ich mir das. Ich will mich empören und verschwören. Will von dir nix mehr hören. Fakt verpiss dich. Hör auf mich zu stören. Erst wenn der letzte Hund gegessen. Der letzte weiße Mann ein Greis. Wirst auch du endlich erkennen. Was das Gefühl schon heute weiß. Erst wenn das Abendland im Morgenrot versinkt. Erst wenn bei Penny.
5 mal am Tag. Der Ruf des Mutin erklingt. Lass doch du endlich kapieren. Am Ende zählt nur der Instinkt. Ich schau aus dem Fenster und seh. Weiße Menschen okay. Auch mein Hund ist noch da. Nachbar spricht Deutsch laut und klar. Ich geh bei Pennymarkt rein. Höre Werbung für Schweine. Kein Grund sich zu sorgen. Aber was ist mit Morgen? Fakt machs gut. Ich muss gehen. Lass dich einfach so stehen. Ist mir zu nüchtern und kühl. Ich vertraue dir Gefühl. Das war die Anstalt. Heute mit Katie Freudenschuss, Antonia von Romanovski, Matthias Renner und Timo Wopp. Vielen Dank. Vielen Dank.
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