Freunde des Patriarchats
Satirischer Blick auf die „Herrschaft des Mannes“.
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Episode 'Freunde des Patriarchats' von 'Die Anstalt' untersucht die tief verwurzelten gesellschaftlichen Strukturen, die zu Gewalt gegen Frauen und der Einschränkung ihrer Rechte führen. Sie kritisiert die unzureichende Reaktion der Politik auf die hohe Zahl von Femiziden und die systematische Diskriminierung von Frauen in verschiedenen Lebensbereichen, von der Medizin bis zur Gesetzgebung. Die Satire beleuchtet die Auswirkungen patriarchalischer Vorstellungen und Stereotypen sowie die Notwendigkeit einer umfassenden gesellschaftlichen Veränderung, einschließlich der Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und der Stärkung der Rechte von Frauen. Die Episode wirft Fragen nach Verantwortung, Gerechtigkeit und der Rolle von Institutionen bei der Förderung von Gleichstellung auf. Letztlich plädiert die Satire für eine kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Machtstrukturen und die Notwendigkeit, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Frauen selbstbestimmt leben und ihre Rechte wahrgenommen werden.
Transkript 5.624 Wörter
Musik Applaus Ja, ich komme doch gleich. Nobby? Nobby! Hey, schön, dass du... Bitte nein, nein, wir haben ja noch Zeit. Ich muss ja erst eine Minute raus. Bitte, was? Unser Buch geändert? Wegen aktueller Ereignisse? Trump, Lindner? Nö, Nobby, wir haben einfach den kleinsten gemeinsamen Männer gesucht. Ja, Patriarchat. Passt doch alles drunter. Außerdem kann ich so erstmal die Kühl arbeiten lassen. Also, ja, bis dann, Nobby. Und jetzt Manstaltspezial mit Maike Kühl. Guten Abend, meine Damen. Guten Abend, meine Damen zu unserer Sondersendung Testosteron Terror in Deutschland. Die Zahlen sind erschreckend.
Jeden zweiten Tag wird in Deutschland eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner ermordet. Allein im letzten Jahr waren es 155 Frauen und immer haben die Täterinnen einen männlichen Hintergrund. Nach zwei Femiziden an einem Wochenende hat die Bundesregierung nun den Notstand ausgerufen und ein Sicherheitspaket angekündigt. Innenministerin Faeser erklärte, im Kampf gegen maskulinen Terror brauche es einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Gefürchteten. Es seien 41 Millionen Gefährder im Land, die Zahlen müssten schleunigst runter. Über die geplanten Maßnahmen spreche ich jetzt mit unserer Hauptstadt-Korrespondentin Kübra Seekin. Kübra, was verspricht man sich von diesem Paket?
Also generell geht es darum, das Land möglichst unattraktiv für Männer zu gestalten und ihnen keine Anreize zu geben, in Deutschland zu leben. Deshalb gilt ab morgen unter anderem ein bundesweites Grillverbot. Aber ist das im Winter nicht reine Symbolpolitik und sind von diesem Verbot nicht auch Frauen betroffen? Nein, denn ausdrücklich erlaubt ist weiterhin das Grillen von Aubergine, Zucchini und Fetakäse. Außerdem sollen Urinale abgebaut werden, um die Warteschlangen vor Männertoiletten zu verlängern. Um den Pullerfaktor zu reduzieren? Ganz genau. Auch ein Laubbläserverbot wird diskutiert. Geht das nicht zu weit? Wir wissen nicht, ob das vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben wird.
Darüber hinaus will man männliche Rückzugsräume wie Gamerhöhlen, Barbershops und Bordelle unattraktiv machen, indem man hier den Familiennachzug ermöglicht. Die Männer haben ja auch oft Helfer. Was ist denn mit dem Netzwerk der UnterstützerInnen? Ja, auch die Frauen müssen sich umstellen. Wenn sie zum Beispiel ihrem Mann die Einkäufe erledigen, gilt das künftig als Schlepperei und kann mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft werden. Man plant eine knallharte Bettbrot-Seifepolitik. Und gerade Seife ist für Männer ja völlig neu. Außerdem sucht die Regierung gerade nach Drittstaaten, in die man Männer abschieben kann. Im Gespräch sind Sachsen, Texas und Nordkorea.
So weit die ersten Einschätzungen von Kybra Sekinen aus Berlin. Bei mir im Studio ist jetzt Männerforscherin Malina Lazkovic. Frau Lazkovic, sind diese Maßnahmen angemessen? Die Regierung handelt im Grunde viel zu spät. Wir waren einfach zu lange nachsichtig im Umgang mit Männern. Wann hätte man denn Ihrer Meinung nach durchgreifen müssen? Vor etwa 5.000 Jahren. Als das Patriarchat aufkam. Heute ist es jedenfalls zu spät. Das Männerproblem ist außer Kontrolle. Alle 4 Minuten erlebt eine Frau in Deutschland Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner. Und trotzdem verliebt sich noch alle 11 Minuten ein Single bei Parship. Ist die Integration von Männern also gescheitert? Definitiv.
Die Zahlen sprechen für sich. 86% aller Mörder in Deutschland sind Männer. Über 99% aller Vergewaltiger auch. Aber nur etwa 1% dieser Vergewaltiger wird verurteilt. 1%? Beeindruckend. Ja, allerdings kommt nur die Hälfte davon ins Gefängnis. Dieser Kuschelkurs muss endlich aufhören. Die sozialromantische Idee einer multisexuellen Gesellschaft ist gescheitert. Gut, jetzt sind ja nicht alle Männer Kriminelle. Aber fast alle Kriminellen sind Männer. Man muss das Problem an der Wurzel packen. Der neue Vorschlag der Expertinnenkommission sieht darum analog zur chinesischen Ein-Kind-Politik eine Null-Mann-Politik vor. Wie muss man sich das vorstellen? Am besten gar nicht. Das wird nämlich unschön.
Das Unterfangen trägt den Namen Operation Herodes. Aber Männer haben ja auch durchaus Vorteile für die Gesellschaft. Zum Beispiel in der Wirtschaft. Aber nur für die Männer in der Wirtschaft, die in der Regel mehr verdienen. Sobald in einem Beruf der Frauenanteil steigt, kommt es zu Gehaltseinbußen. Moment! Halt! Stopp! Aus! Das ist ja nicht zu fassen. Sagen Sie, stimmt das wirklich? Ja. Das hat man in Deutschland, Großbritannien und in der Schweiz beobachtet. Sobald in einem Beruf über 60% Frauen arbeiten, sinken die Löhne. Herr Uthoff, wir hatten doch eigentlich verabredet, dass in dieser Szene nur Frauen auftreten. Ja, aber ich kann doch so einen Missstand nicht unkommentiert lassen.
Ich meine, da muss man doch sofort was tun. Aber toll, dass er sich so für Frauen einsetzt. Herr von Wagner, kommen Sie sofort zurück, sonst sinkt mein Gehalt. Was? Frau, Frau, Frau Lackowitsch, Feminismus war mir immer ganz wichtig. Aber mein Gehalt auch. Sie sind raus. Ist dem klar, dass die Gehälter nur für Frauen sinken? Was? Moment. Aber dann hat Feminismus für mich ja gar keine Konsequenzen. Ja, dann bleiben Sie doch. Ja, super. Herr Uthoff, die haben Sie jetzt erfolgreich verjagt. Tut mir leid, dann müssen Sie jetzt ran. Herr Uthoff, Sie spielen jetzt einen Mann, der keine Ahnung davon hat, dass Frauen in Deutschland der Gewalt von Männern schutzlos ausgeliefert sind.
Den spiele ich natürlich gerne, nicht wahr? Wobei man aber schon sagen muss, nicht wahr, dass wir Deutschen global betrachtet bei Frauenrechten Vorreiter sind. Ach, Sie sind jetzt schon in der Rolle, oder? Entschuldigen Sie bitte. Wir haben die Istanbul-Konvention unterzeichnet. Für jede Frau, die in Deutschland Gewalt erfährt, muss es einen Platz im Frauenhaus geben. Ja, den die Frau dann selbst bezahlen muss. In Berlin haben bei einer Hotline in einem Jahr 3.409 Frauen um einen Frauenhausplatz gebeten. Schön, dass wir so vielen Frauen helfen konnten. 2066 Frauen wurden abgewiesen. Aber wir haben noch die Istanbul-Konvention unterzeichnet.
Ja, wir haben auch das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Was hat denn Klimaschutz mit Frauenschutz zu tun? Bei beidem hat die FDP blockiert. Naja, aber die ist doch jetzt weg. Also, laut Istanbul-Konvention müsste es in Deutschland eigentlich 21.000 Frauenhausplätze geben. Es gibt aber nur 7.000, weil wir keine verlässliche Finanzierung hinbekommen. Ja, aber die Ampel hat doch auch ein Gewalthilfegesetz ausgearbeitet, das Frauenrechtsanspruch auf kostenfreien Schutz und Beratung sichert. Und die Finanzierung von Frauenhäusern regeln soll. Ja, wir sind vorbildlich, wenn es darum geht, Rechte für Frauen irgendwo aufzuschreiben. Das Gesetz ist nicht mal im Gesetzgebungsverfahren.
Der Finanzminister fühlte sich für die Finanzierung nicht zuständig. Ja, aber der ist doch jetzt weg. Außerdem werden die Frauen ja immer noch durch eine EU-Richtlinie geschützt. Die EU-Richtlinie zum Schutz von Frauen. Ja, und die ist ja auch von der deutschen Regierung mitgetragen worden, die Gerüchten zufolge ja noch in der Regierung ist. Ja, die wurde dieses Jahr verabschiedet. Aber wir haben keine europaweiten Standards für den Straftatbestand der Vergewaltigung hinbekommen. Ja gut, da kann jetzt Deutschland auch nichts dafür. In Europa gibt es halt verschiedene Kulturen, unterschiedlich. Es gibt manche Macho-Länder, die sind eben noch nicht so weit.
Ja, Sie meinen, dass da irgendwelche zurückgebliebenen Buschmänner blockiert haben? Frau Kühl, ich glaube nicht, dass das der politisch korrekte Begriff ist. Ja, und auch ich glaube schon. Raten Sie mal, wer das europaweite Ja heißt Ja-Prinzip verhindert hat, laut dem Frauen einer sexuellen Handlung ausdrücklich zustimmen müssen. Ein zurückgebliebener Buschmann? Richtig, der Buschmann Marco! Ja, aber der ist doch jetzt weg. So geht man in Deutschland mit Terror um. Sechs Tage nach dem islamistischen Messeangriff von Solingen hat die Regierung ein Sicherheitspaket vorgelegt. Sechs Jahre nach Inkrafttreten der Istanbul-Konvention gibt es immer noch keine Gesetze für mehr Sicherheit von Frauen.
Gute Nacht. Hallo zusammen, ich bin Kübra Seekin und ich bin Schauspielerin, Moderatorin, Performerin, Frau, Queer, POC und behindert. Ich weiß jetzt ganz genau, was ihr denkt. Jackpot! Und ihr habt ja auch recht. Ich bin das ganz große Los. Der Sechser im Lotto, das vierblättrige Kleeblatt. Ich bin die biebrauende Pommesnudel, auch wenn ich kein Bier trinke. Die eierlegende Vollmichsau, auch wenn ich Hafermilch bevorzuge. Ich bin der Traum der Unterhaltungsindustrie, wenn möglichst viel Diversität in ein kleines und ja, ausgestattet wird. Ich bin der Traum der Unterhaltungsindustrie, wenn möglichst viel Diversität in ein kleines und ja, ausgesprochen sexy Paket verpackt werden soll.
Ihr seht, Jackpot, Baby. Ein Traum. Der nächste nichtbehinderte Zisdiut, der mir erklärt, warum es in ihrem eigenen Interesse ist, die Anti-Baby-Pille im Essen behinderter Frauen zu verstecken. Eher ein Albtraum. Und ich meine jetzt nicht die Art von Albtraum, in dem du nackt vor der Klasse stehst. Wie oft bin ich eigentlich nackt in meinen Träumen? Wo wir schon mal bei dem Thema sind. Wie oft sind wir eigentlich nackt in eurem Träumen? Aber man wird noch träumen dürfen und ein Fetisch haben. Da können wir auch einfach mal dankbar sein. Für Männer, die Frauen trotz ihrer Behinderung sexuell belästigen. Behinderte werden sexuell belästigt? Das kann ja gar nicht sein.
Sowas muss unter anderem Matilda sich auf ihrem Instagram-Profil anhören. Wie gebe ich mit meiner linken Hand eigentlich einen Handjob? Einen Handjob muss Wills abgenutzte Rubbelhand. Eine Mene Miste, ich Finger nicht. Wenn wir uns die Kommentare auf Social Media anschauen, dann sind behinderte Menschen eine Einladung für Fetischisierung, Verhütungstipps und für sexualisierte Gewalt. Ja, Jackpot, Baby. Im Internet weht ein rauer Wind, dem wir uns mit der ganzen Macht der Blockierfunktion entgegenstemmen. Wie gut, dass wir in der analogen Welt Gesetze haben, die dafür sorgen, dass behinderte Mädchen und Frauen nur 3-mal häufiger sexualisierte Gewalt erleben als nichtbehinderte.
Teilhabe hatte ich mir anders vorgestellt. So mit Zugang oder so. Zumindest gewährleisten Wohnheime und Werkstätten Zugang für die, die keinen Bock haben, eine Frau extra im Park aufzulauern. Barrierefreiheit für alle. Solange sie am Gleis nicht auf den Fahrstuhl angewiesen sind. Aber dann gibt's ja auch immer noch den Fahrdienst. Vom privaten Chauffeur in die Werkstatt gefahren werden. Das ist wie im Film. Abgetönte Scheiben, Privatsphäre und dann in Ruhe zu dem hübschen Mädchen auf die Rückbank klettern. Aber wehe, das Ordnungsamt klopft an die Scheibe. Wie im Fall einer jungen Frau in Berlin. Groß Sorgen musste sich der Fahrer allerdings nicht.
Das Gericht befand, die junge Frau könne wegen ihrer körperlichen und geistigen Behinderungen nicht vernommen werden. Auch in der analogen Welt weht ein rauer Wind, dem wir uns mit der ganzen Macht der Gesetzeslücke entgegenstemmen. Aber hey, wir dürfen auf den Behindertenparkplatz. Und was sagen wir bei so viel Privilegien? Richtig, Jackpot, Baby. Danke. Männer, seid ihr bereit für eine Reise in die Männlichkeit? Hier ist der Mann, der euch zum echten Mann macht. Alpha Mai. Hallo, ich bin der Alpha Mai. Ich bin Männercoach. Und ich zeige dir, wie du in 10 Minuten jede Frau umkriegst. Und unter Kontrolle bist. Hier z.B. die da. Oder die. Sag mal, wer bist denn du Blondie? Isaac Newton.
Der Isaac Newton. Scheiße der, du bist ein Kerl? Sag ehrlich, Bruder, wie ist dein Body count? Noch habe ich niemanden umgebracht, wenn es das ist, was Sie meinen. Nein, wie viele Frauen hast du schon flach gelegt? Ich lebe mein Leben im Dienst der Wissenschaft Zölibater Säkulär. Wie, der Säckli ist leer? Ich glaube, wir kennen alle die Antwort. Du kommst jetzt mal mit dem Alpha Mai. Ich zeige dir, wie auch du, ein echter Kerl wirst. Du bist ein Kerl. Muss ich heutzutage... Muss ich heutzutage noch darauf hinweisen, dass Geschlechtsidentität nicht binär ist und dass es mehr gibt als zwei... Eier, genau. Noch bist du ein Würschli im Schlafrock.
Aber ich zeige dir, wie du den Ladies klare Ansagen machst. Die Ladies machen nämlich inzwischen, was sie wollen. Die machen Yoga, Tinder, mittlere Reife. Die wählen die Grünen, die sind überall. Das sind Sie eben nicht weltweit. Sie sind nicht mal 10 % aller Regierungschefs weiblich. Im DAX-Vorstand sitzen mehr Christians als Frauen. Heilandssacker! Da sind die auch schon. Wie gut, dass wir von der Manosphäre dagegenhalten. Das sind alles echte Kerle. Insels, Pick-up-Artists, Männercoaches wie ich. Das ganze Internet ist voll von uns. Wir haben den Trump zum Wahlsieg verholfen. Guck mal, der Mati-Henrik. Guckst und lernst.
Wenn du dich einer Frau gegenüber unterwürfig fühlst, wird sie das spätestens beim zweiten oder dritten Date merken. Und natürlich auch das Interesse an dir verlieren, wenn Sie aufschauen können. Kann es sein, dass diese Frauen nur Mitleid haben mit einem Mann, der es bis heute nicht aus seinem Kommunionsanzug geschafft hat? Und zu dritt mal. Auch Dating-Coach Mark Quart-Frigert. Der weiß, was Frauen wollen. Frauen wollen gerne dominiert werden. Warum? Ist das nicht ein aufwendiger Weg, der Partner suche, extra einen Krieg vom Zaun zu brechen, um beim weiblichen Geschlecht zu reüssieren? Pssst, jetzt kommt Blattred Alpha. Frauen sind selber dummer.
Frauen brauchen selber jemanden, der denen Weg zeigt. Die selber können keine Entscheidungen treffen. Die brauchen einen Weg. Die brauchen einen Weg. Die selber können keine Entscheidungen treffen. Die brauchen einen Weg. Die machen selbst aus Lockenwicklern wie dir echte Alpha-Wölfe wie mich. Riechen was? Moschus. Jetzt kommt der Alpha-Leak. Denn Frauen nimmt man nicht ernst, sondern durch. Noch ein Alpha. Ihr Rudel besteht also nur aus Amtsführern. Schau keine Pornos, wähl nicht die Grünen. Geh raus an die frische Luft. Lass dir nicht einreden, dass du lieb, soft, schwach und links zu sein hast. Das ist ja zum Davonlaufen. Echte Männer rennen nicht.
Auch nicht, wenn sie es eilig haben, weil sie auf den Zug müssen. Dann verpasst du den Zug. Du bist ein Mann. Aber ein Mann in Bad Säckingen. Wo haben diese Frauenforscher habilitiert? Das ist alles Instinkt. Schau mal, das Geschoss da oben. Das ist eine 11 und 10. Die holst du dir jetzt. Wohlan, vielleicht ist es Zeit, Ihre bizarre Theorie in einem Feldversuch zu überprüfen. Wie werde ich nun zum Alpha-Mann? Eine Bedingungsanleitung. Trage passende Socken. Habe immer geheime Projekte. Nimm Zink. Wenn sie Nein sagt, will sie nur deinen Ehrgeiz testen. Sprich mit tiefer Stimme. Hab niemals Mundgeruch. Wie soll das gehen nach drei Eiern? Du gehst jetzt hoch, aber lauf langsam.
Du bist der Scheißking. Ich bin Universalgelehrter. Du bist der Scheißking. Guten Abend. Ich bin Universalking. Scheißgelehrter. Und Sie? Vermeide es, Interesse zu zeigen. Kann ich Ihnen helfen? Suche dir einen Haarschnitt, der zu deiner Kopfform passt. Wie bitte? Du hast dich irritiert. Du bist ein Tiger. Ich bin ein Tiger, der zu Ihrer Kopfform passt. Ich würde Sie gerne nach dem Krieg schwängern. Sie ärmste. Haben Sie da mehr Coaching gebucht? TikTok? Nein, bei mir. Lassen Sie bloß die Finger davon. Ich mache das nur zu Forschungszwecken. Das ist ein Experiment. Das kann ganz schön nach hinten losgehen.
Aber wenn sich heute ein Jugendlicher bei TikTok anmeldet, kann ich Ihnen etwas extremistisches angezeigt. Jeder dritte deutsche Mann hat ein geschlossenes, anti-feministisches Weltbild. Die Männer in diesen Videos ziehen ihren Selbstwert aus der Unterdrückung der Frau. Wenn Sie nicht aufpassen, enden Sie wie Andrew Tate. Was hast du gegen Andrew Tate? Der Scheiß-Datingking ist ein Alpha-Premium. Gegen den wird wegen Menschenhandel und Vergewaltigung ermittelt? Ich bin ein Attentäter von Christchurch, Halle, Hanau. Alles Frauenhasser. Ich will nur zurück zur Natur. Das Rudel wurde immer vom Alpha-Wolf angeführt. Es gibt keine Alpha-Wölfe. Im Wolfsrudel gibt es Mütter und Väter.
Die sind gleichberechtigt. Ja, weil der Wolf in freier Natur nicht genügend gekochte Eier gefunden hat. Aber wir waren immer die Jäger. Ihr habt es gesammelt. Ein weiterer Mythos. Schon Steinzeitfrauen haben gejagt. Das Patriarchat begann erst mit der Sesshaftigkeit. Davor waren Männer und Frauen jahrtausendelang gleichberechtigt. Wir Frauen sind im Gegensatz zu euch Männern statistisch gesehen als Singles immer noch am glücklichsten. Wir brauchen lange keinen Deckel mehr für unseren Topf. Das ist ein Thermomix. Du kannst doch schauen. Schau mal, wie du ohne mich klarkommst. Ich bin ein einsamer Wolf. Sie sind nicht allein. Vier von zehn jungen Männern fühlen sich heutzutage einsam.
Bin ich einsam, aber ohne Gefühl. Das Unterdrücken von Gefühlen kann aber zu Depressionen führen. Die Selbstmordrate bei Männern ist dreimal so hoch wie bei Frauen. Ein Leben ohne Alvermarik? Das wäre ja furchtbar. Sie brauchen Hilfe. Machen Sie einen Termin in meiner Praxis. Ich bin Therapeutin. Da ist meine Karte. Melden Sie sich gern. Hast du das gesehen? Ich bin der Scheißking. Ich bin 34 Jahre alt. Unverheiratet. Kinderlos. Und überglücklich. Ganz dumm entsetzt sind meine Landsleute in Serbien. Ich bin 20 Jahre alt. Das kam für mich überraschend. Als ich Teenagerin war, drohten meine Eltern, mich umzubringen. Sollte ich es wagen, jemals schwanger nach Hause zu kommen.
Wenige Jahre später drohen sie, sich selbst umzubringen. Weil ich keine Kinder habe. Darum schlagen sie jetzt schon seit Jahren passende Partner vor. Dann kommen sie immer an und sagen so Sachen wie, das ist Dejan. Dejan ist Sohn von Zlatko und Mülitzer. Und die sagen das immer so, als hätte Zlatko meinen Vater im Krieg vor einer Landmine bewahrt. Aber mein Vater war bei der Bundeswehr Koch. Keine Ahnung, was Zlatko für ihn getan hat. Vielleicht hat er Zwiebeln geschnitten. Und die Erwartungen an diese Männer, die samten mit meinem Alter rapide. Zwei Jahre später hieß es schon, das ist tragischer. Er hat gestern deinen Vater auf Baustelle geholfen. Heutzutage sind die so verzweifelt.
Die kommen an und sagen Dinge wie, schau. Das da drüben, das ist Stojadin. Der Mann braucht ein Visum. Und es ist ihm egal, dass du alt bist. Und dann hat man die Wahl zwischen Stojadin und Dieter. Und wissen Sie, beide sind mittelmässig. Aber Dieter scheint das kleinere Übel zu sein. Aber Dieter wählen, das ist wie SPD wählen. Das ist immer nur ein Kompromiss und keine Herzensentscheidung. Das Frauenbild in Serbien ist genauso wie das Frauenbild in der Pornografie. Es gibt die Rubrik Teen und darauf folgt die Rubrik Milf. Und dazwischen gar nichts. Und weder als Teen noch als Milf hatten die Frauen Rechte. Bis 1946 durften Frauen in Serbien ihre Ehemänner nicht beerben.
So wie Töchter ihre Väter nicht. In Serbien sagt man immer, ein weibliches Kind. Das ist ein fremdes Haus. Jede zweite Frau in Serbien versichtet bis heute freiwillig zugunsten ihres Bruders vollständig auf ihre Erbe. Und das ist kein Problem des Balkans und Osteuropas allein. Nein, auch in Deutschland erhalten Frauen 37% weniger Schenkungen und 13% weniger Erbschaften. Und das was sie erben ist weniger wert. Die Tochter bekommt eine Wohnung und der Sohn, der bekommt die Firma. Viele Männer weinen bei der Geburt ihrer Töchter nicht vor Glück, sondern weil sie wissen, das Geld ist weg. Aber die Männer können nichts dafür. Gesetz ist Gesetz.
Und dann wollen die uns echt noch immer einreden, dass wir gleichberechtigt sind, weil wir arbeiten dürfen? In den Büros der Führungskräfte sitzen immer noch nur Männer. Und zu Hause müssen weiter nur Frauen sich um den Haushalt und die Kinder kümmern. Das Patriarchat wurde nie gebrochen. Frauen sollen nur auf einmal an zwei Orten gleichzeitig schuften. Und ja, eh, es gibt auch Männer, die unter dem Patriarchat leiden, auch wenn sie es selbst zu ihrem eigenen Nutzen geschaffen haben. Es gibt halt immer auch Systemverlierer. Es ist uncool, Privilegien zu verlieren, glaube ich. Ich habe ja nicht so viele.
Und trotzdem versuche ich mir Empathie für ihre Situation abzuringen und mich in sie hinein zu versetzen. Und ich sage mir, okay Florian, ich höre dich und deine empörte, sich überschlagende Stimme und ich sehe dich in deinem Rammstein-Merch-T-Shirt. Wie beschissen ist es, in dieser Zeit ein junger, weißer, heterosexueller Mann zu sein? Das heisst nämlich, dass man bald ein alter, weißer Mann sein wird. Und wie cringe ist das bitte? Wie schlimm ist es, genau in der Generation leben zu müssen, die auf einmal aufhören soll, bevorteilt zu sein? Wieso? Ich wäre auch frustriert. Vielleicht sogar frustriert genug, um die AfD zu wählen.
Weil wissen Sie, was immer noch am besten hilft gegen Feminismus? Faschismus. Unser Alltag ist von Produkten geprägt, die ausschließlich auf Männer zugeschnitten sind. Autos, Sicherheitsausrüstungen, Medikamente und vieles mehr wurden von Männern für Männer erdacht und an Männern getestet. Uns interessiert, was passiert mit einem Mann in einer Welt, die für Frauen ideal wäre? Wir erwarten unsere Versuchsmaus-Mann. Wir sehen ihn gleich durch diese Tür kommen, die allerdings auf Frauenmaße ausgerichtet und dadurch deutlich leichter ist. Es handelt sich um ein posierliches Männchen mit durchschnittlichen Chauvinismus-Werten.
Unser Proband hat heftige Nackenschmerzen, weil er auf dem Wege ja einen Autounfall hatte. Sicherheitstests werden ausschließlich mit männlichen Crash-Test-Damis durchgeführt. Bei uns nur mit weiblichen. Die Folge? Schon ein kleiner Auffahrunfall. Warum ist das so heiß hier drin? Die Durchschnittstemperatur für Räume wird anhand der Stoffwechselrate des Mannes berechnet. Für Frauen sind solche Räume drei bis fünf Grad zu kalt. In unserem Laborbüro herrscht Idealtemperatur. Für uns. Das Männchen macht sich nun an die Arbeit. Die meisten männlichen Exemplare können eine A1-Aktenmappe problemlos unter dem Arm tragen, während die Arme der meisten Frauen dafür zu kurz sind.
Darum ist unsere Mappe ein bisschen kleiner. Unser Proband versucht, die Arme der meisten Frauen zu kalt zu machen. Darum ist unsere Mappe ein bisschen kleiner. Unser Proband versucht, hier die Schmerzen mit Medikamenten zu behandeln. Bei uns wurden diese nur am weiblichen Körper getestet. Deshalb bleibt das Medikament bei ihm weitgehend wirkungslos. Abgesehen von den nicht erforschten Nebenwirkungen. Selbstverständlich sind alle Stühle ergonomisch auf Frauenkörper ausgerichtet. Gleich stellt das Männchen fest, dass es weniger verdient als seine weiblichen Kolleginnen. Was ist das denn? Da fehlen ja zwei Nullen. Und darüber hinaus, wie die letzten Jahre bei einer Beförderung übersehen wurde.
Im Gegensatz zu seiner Kollegin, die erst seit Kurzem dort arbeitet. Das ist eine Unverständheit. Na gut. Dann muss ich mich wohl noch mehr ins Zeug legen. Hören Sie, ich versuche jetzt zu... Bitte was? Was soll das heißen? Mein Sohn muss abgeholt werden, weil er sich übergeben hat. Ja, man ist 43 und promovierter Philosoph. Bitte? Was? Aber ich muss doch hier... Also gut, ich kümmere mich darum. Charlotte, der Große kotzt schon wieder. Hör mal, kannst du vielleicht? Ja, ich weiß, dass du auch arbeitest, Charlotte. Ja, ich weiß, dass du auch mehr verdienst als ich. Aber ich habe ja heute auch schon die Spülmaschine ausgehäunt.
Die Kehrarbeit zu Hause wird immer noch zum größten Teil von Frauen erledigt. Fünf bis sechs Stunden am Tag, nicht bei uns. Was soll das heißen? Ich muss noch Wäsche waschen, bügeln, einkaufen, den Großen ins Bett bringen. Charlotte, wie soll ich denn so die Karriereleiter nach oben? Süßer Arsch! Hast dich nach oben geschlafen, was? Ich kann Ihnen versichern, dass mir dieser Vorwurf noch nie gemacht worden ist. Ich halte Ihr Verhalten für unverschämt. Ich greife Sie rein dienstlich an. Was? Unser Proband bekommt nun Besuch von Tante Rosa. Entschuldigung, aber ich habe keine Tante, die Rosa heißt. Jetzt schon.
Unser Proband lernt nun die Regelschmerzen kennen, unter denen Frauen einmal im Monat leiden. Na ja, gut. Es wird schon nicht so schlimm sein, nicht wahr? Oh Gott! Gibt's denn da keine Medikamente? Es gibt einen vielversprechenden Wirkstoff, der aber nicht weiterentwickelt wurde, weil Periodenschmerzen bis heute nicht als ernstzunehmendes gesundheitliches Problem gelten. Das ist ein Skandal. Hier leidet ein künftiger Kanzler. Dieser Wirkstoff wurde lieber in einem Medikament verwendet gegen ein wirklich ernstzunehmendes gesundheitliches Problem von Männern. Steht übrigens bei Ihnen auf dem Tisch. Was? Viagra? Ich habe sein Zehen in der Brust.
Unser Proband zeigt Symptome eines Herzinfarkts, die von niemandem erkannt werden, weil sich die medizinische Forschung in unserer verkehrten Welt ausschließlich mit Herzinfarkten von Frauen beschäftigt. Helfen Sie mir? Ja. Wahrscheinlich ist es nur psychosomatisch. Aber jetzt kommen doch Neuwahlen? In diesem Sketch kam kein März zu Schaden. Unzählige Frauen in wirklichem Leben gingen schon durch falsche Diagnose und falsche Behandlung. Jaja. Das Patriarchat kostet uns Frauen eine Menge. Aber nicht nur uns, sondern die ganze Gesellschaft. Denn wenn man mal ehrlich ist, und so traurig das klingt, wir können uns diese Männer finanziell einfach nicht mehr leisten. Ist leider so.
Man muss sich nur mal die nackten Zahlen anschauen. Der Wirtschaftswissenschaftler Boris von Hesen hat das mal ausgerechnet. Über 63 Milliarden Euro. Das sind die volkswirtschaftlichen Schäden ungesunder patriarchalischer Verhaltensweisen. 63 Milliarden Euro im Jahr. Dazu zählen zum Beispiel Gefängnisaufenthalte, häusliche Gewalt, Süchte, ungesunde Ernährung, Verkehrsunfälle oder Hooligans beim Fußball. Uns fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Wir haben kaputte Brücken, wir haben kaputte Bahnstrecken, wir haben kaputte Schulen. Da können wir uns nicht auch noch kaputte Typen erlauben. Bitte, das rechnet sich einfach nicht.
Zur Sicherung von Fußballstadien fallen jährlich bis zu 2,4 Millionen Polizeiarbeitsstunden an. Um verkleidete Männer zu beaufsichtigen, die sich kloppen, gegenseitig Fähnchen klauen und rumkuckeln. Umgerechnet 165 Millionen Euro für diesen riesigen Kindergarten. Für dieses Geld könnten in Deutschland jährlich über 4.000 neue Erzieherinnen eingestellt werden. In richtigen Kindergärten. Männer kosten uns 2,5 Milliarden Euro durch Autounfälle. Männer verursachen doppelt so viele Unfälle wie Frauen. Erklären uns aber weiterhin, wie man richtig fährt. 5 Milliarden Euro Extrakosten verursachen Männer durch ihre ungesunde Ernährung und deren Folgen.
Männer essen doppelt so viel Fleisch wie wir Frauen. Im Schnitt ein Kilo die Woche. Es sind im Jahr über 300 Würste. Gut die Hälfte davon hat Markus Söder gefuttert. They're eating the pigs. Bierchen dazu? Allein der Alkoholkonsum von Männern verursacht jährliche Kosten von 26 Milliarden Euro. 94 % der Gefängnisinsassen sind männlich. Macht 3 Milliarden Euro jährlich. So viel leisten wir uns, um Männer anständig aufzubewahren. Dabei fehlen uns Milliarden, um Schülerinnen anständig aufzubewahren. 63 Milliarden Euro. Wahnsinn. Das sind ja alles Steuergelder. Das zahlen auch wir Frauen. Macht im Jahr 1.400 Euro für jede Frau. Da wird sich die eine oder andere denken, wow.
Ganz schön viel Geld für jemanden, der mich über Feldmeer rauffährt und mir sexistische Sprüche hinterher ruft. Für 1.400 Euro. Da kaufe ich mir lieber einen süßen Labradoodle. Vielleicht sitzen auch Sie gerade auf Ihrer Couch vor dem Fernseher. Vielleicht blicken Sie liebevoll nach rechts auf Ihren süßen, schlafenden Labradoodle. Und dann nach links auf den schleichenden Typen mit der Bierflasche in der Hand. Nachdem Sie jetzt all diese Zahlen gehört haben, werden Sie vielleicht bei einem von beiden denken, wenn der mal tot ist, schaffe ich mir keinen neuen mehr an. Vielen Dank. Kommen wir zu einer der wichtigsten Bastionen des Patriarchats in Deutschland.
Ich eröffne hiermit das Verfahren gegen den Abtreibungsparagraf 218. Das sind Sie? Ja. Nicht in meinem Gerichtssaal weg damit. Ihnen wird zu Last gelegt, Sie gelten als Handlanger des Patriarchats. Das ist grotesk. Ich bestrafe ohne Anschauung des Geschlechts Frauen. Schon so lange versuchen einige Flittchen Frauen, mich loszuwerden. Und immer noch bin ich da. Bleiben Sie ruhig sitzen. In Ihrem Alter? Sie sind Jahrgang 1871, korrekt? Seit 153 Jahren immer im Dienst des ungeborenen Lebens. Dann sind Sie ja im Kaiserreich gezeugt. Damals war ja auch noch Homosexualität strafbar. Und die SPD. Seitdem hat sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt. Wie rechtfertigen Sie Ihre heutige Existenz?
Nicht, dass ich das vor Ihnen müsste. Aber ich gebe Frauen unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit abzutreiben. Sorge dafür, dass sie sich schuldig fühlen. Ich halte mich für einen großzügigen Kompromiss. Sie vielleicht. Laut einer Umfrage wollen 75 % der Bürger, dass Abtreibung nicht mehr strafbar ist. Selbst die Katholiken wollen das. Bei wichtigen Grundrechten dürfen Minderheiten nicht einfach überstimmt werden. Bei denen hier schon. Das sind die Verfassungsrichter, die über § 293 abgestimmt haben. Jeweils sieben Männer und eine Frau. Ein großzügiger Kompromiss. Hier hat eine Männermehrheit entschlossen, Frauen zu verpflichten, ein Kind auszutragen.
Hören Sie, diese Experten wollen leihen Frauen nur daran erinnern, wie wertvoll jedes Leben ist. Frauen brauchen keine Nachhilfe. Die meisten, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen, haben bereits Kinder. Aber vielleicht die Falschen. Wann beginnt das Schutzwürdige Leben? Die Katholiken meinen mit Beginn der Befruchtung. Ich sage mit der Einnistung in der Gebärmutter. Und ich sage, wenn der Hund tot ist und die Kinder aus dem Haus sind. Ich rufe den Zeugenstand, Maike Kühl. Was qualifiziert die da zu uns, als Expertin für das werdende Leben zu sprechen? Ich bin eine Frau. Wann hätte das je gereicht, als Qualifikation für irgendwas? Nur, weil sie mal Embryo war.
Ich habe sogar als Spermium angefangen. Respekt, das sieht man Ihnen gar nicht an. Wann gilt man denn nun als Mensch? Für Strafrechtler ist man ein Mensch, wenn die Wehen einsetzen, für Zivilrechtler erst, wenn man draußen ist. Für mich als § 218 steht das ungeborene Leben unter dem strengen Schutz des Grundgesetzes ohne Unterschiede. Außer Sie sind ein Embryo mit Behinderung. Die dürfen ja nach wie vor völlig straffrei sogar im 9. Monat abgetrieben werden. Für mich klingt das nach einem Unterschied. Diesen kleinen Unterschied gönne ich mir. Ab wann ist ein nichtbehinderter Embryo schutzwürdig? Manche Philosophen sagen, wenn man in der Lage ist, Pläne und Wünsche zu hegen.
Das unterscheidet Sie vom Tier. Nur weil Embryonen Schwierigkeiten haben, dürfen sie einfach so weg. Viel zu willkürlich. Ich halte mich lieber an die Religion. Die Jungs seien ab dem 120. Tag für Juden ab Tag 40. Für Scientologen ab der 1. Überweisung. Aber den Christen ist das menschliche Leben schon vom 1. Tag an heilig. Wann ist dieser 1. Tag? Wenn der Mensch fertig beseelt ist. Die Seele kommt nicht am Stück? Nee, die kommt nicht am Stück. Früher waren die Jungs erst nach 40 Tagen fertig beseelt. Die Mädchen erst nach 80-90 Tagen. Und Olaf Scholz seitdem Lindner weg ist.
Dann hat die Kirche 1869 wie auch immer herausgefunden, dass bereits bei der Befruchtung der Eizelle eine simultanen Beseelung stattfindet. Für seriöse Kreise beginnt das Menschsein erst in der 22. Woche. Erst dann ist das Embryo ohne die Mutter überlebensfähig. Dann wären die meisten Männer mit 20 noch keine Menschen. Sehen Sie, was für ein Durcheinander. Für mich als § 218 beginnt das Leben mit dem Ende der Einnistung der befruchteten Eizelle. Das wäre aber erst 14 Tage nach der Befruchtung. Das ist natürlich schwierig. 50% der befruchteten Eizellen können sich nicht einnisten und sterben ab. Jede zweite Befruchtung endet also als Abbruch? Wie können Sie das zulassen?
Wie soll ich das verhindern? Konsequenter Lebensschutz hieß, jede Befruchtung zu verhindern. Was wollen Sie damit sagen? Wollen Sie das Gesetz, also Männer, völlig willkürlich festlegen, wann der Beginn des Lebens ist? Ich schütze alles werdende Leben. Aber strebt denn nicht auch ein Spermium danach, Leben zu werden? Und sollte deswegen beschützt werden? Doch, doch. Ich liebe alle Kinder. Also kommt Ihrem Samen auch eine gewisse Würde zu? Meinen Sie auch im Taschentuch? Sie schützen jedes werdende Leben. Es liegt also auch im Taschentuch einen Abbruch vor. Was? Na ja, durch Autoerotik ... Wie bitte? Wenn Sie sich einen von der Palme wählen. Dem Arbeitslosen die anschütteln.
Ich habe schon verstanden. Das wäre dann so etwas wie eine Abtreibung. Sogar in 66 Millionen Fällen. So viel Spermien werden jedes Mal getötet. Ganz Frankreich einfach weggebixst. Aber Sie wollen jetzt nicht allen Männern verbieten, den Jürgen von der Palme zu holen? Nein, wir bestehen nur auf eine Zwangsberatung. Jedes Mal? Ja, z.B. in einer Beratungsstelle der Diakonie. Worüber sollen die mich beraten? Ob Sie und Jürgen sich das gut überlegt haben. Sie tragen die Schönheit des Lebens in sich. Wollen Sie die nicht mit einer Frau teilen? Jedes Mal? Wo soll ich die denn alle herkriegen? Sie können auch nach der Beratung für Jürgen entscheiden. Dann kann ich. Kann man? Erst in drei Tagen.
So lange müssen Sie Ihre Entscheidung überdenken. Vielleicht habe ich keine Lust mehr. Vergessen Sie nicht, Sie machen sich strafbar. Jedes Mal? Das ist ein Eingriff in meine Selbstbefriedigung. Mein Lauch gehört mir. Was ist mit dem werdenden Leben? Das wird überbewertet. Sie geben es also zu? Sie verbieten nur Frauen frei, über ihren Körper entscheiden zu können? Mit Mann oder Frau hat das gar nichts zu tun. Würden Sie auch jederzeit Ihren Körper zur Verfügung stellen, um Leben zu schützen, z.B. beim Blutspenden? Natürlich würde ich das tun. Aber mein Kreislauf schwächelt. Aber Sie können Leben damit retten. Naja, aber es kann ja niemand gezwungen werden, Blut zu spenden.
Mein Bauch gehört mir. Es gilt immer noch das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. Und warum werden Schwangere dazu verpflichtet, ihren Körper anderen zur Verfügung zu stellen? Vielleicht ist die Antwort wieder mal, weil wir Frauen sind. Das ist überhaupt das Problem an dieser Verhandlung. Ich stelle hiermit den Antrag auf Befangenheit. Ich sehe ja nur Frauen hier. Gut erkannt. Es geht ja auch um den Körper der Frau. Weil die Regierung die Empfehlungen ihrer eigenen Kommission ignoriert, hat nur an ein Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung einen eigenen Gesetzentwurf zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen vorgelegt.
Frauen und Verbände aus der Justiz, Kirche, Gewerkschaft und Medizin. Hören wir nun Initiatoren und Befürworterinnen. Paragraf 218 kriminalisiert Schwangerschaftsabbrüche und schlechtert die medizinische Versorgung von ungewollt schwangeren Menschen in Deutschland. In den letzten 20 Jahren hat sich die Anzahl der Praxen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, fast halbiert. Schwangerschaftsabbrüche sind nicht Teil der regulären medizinischen Ausbildung. Deswegen wird sich auch in Zukunft die Versorgungslage weiter verschlechtern. Man kann Schwangerschaftsabbrüche nicht verbieten. Man kann sie nur unsicherer machen.
Der Paragraph 218 des Strafgesetzbuches verstößt gegen internationales Völkerrecht und internationale Vereinbarungen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Organisation der Vereinten Nationen fordern daher die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs. Der Paragraph 218 verhindert die Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen. Warum ist das schlimm? Weil sich im Notfall ausgerechnet Frauen aus ärmeren Familien und benachteiligten Gruppen ärztliche Hilfe nicht leisten können und gefährdet sind. Die Wahlen in den USA waren ein Hoffnungsschimmer für die Frauenrechte. Okay, ein vorbestrafter Sexist wurde zum Führer der Freien Welt gewählt.
Aber gleichzeitig stimmte eine Mehrheit in sieben Bundesstaaten dafür, das Recht auf Abtreibung in die Verfassung aufzunehmen. Das müssen wir auch schaffen. Aber wer hindert uns daran? Wer wohl? Die FDP, die Freunde des Patriarchats. Aber die sind doch jetzt weg. Herr Scholz. Herr Scholz. Sie haben doch gesagt, Sie wollen doch im Dezember über die Gesetzentwürfe abstimmen lassen, die keinerlei Aufschub dulden. Und da muss doch das Gesetz zum Schutz der Frauen vor Gewalt und die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen dazugehören. Sie haben die einmalige Chance, etwas Historisches zu schaffen. Diese Chance kommt nie wieder. Das war die Anstalt. Heute mit Kübra Seekins. Und Marlalina.
Vielen Dank.
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