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Religion

Anschlag auf Charlie Hebdo , Islamfeindlicher Journalismus, Aufforderung zur Gewalt in der Bibel und im Koran , PEGIDA , Meinungs-Mathematik, Drohnen , Freiheit , Der Islam und Deutschland , Willkommenskultur , Patriotismus , Griechenland , Sorgen der deutschen Bevölkerung

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die 'Anstalt'-Folge 'Religion' untersucht die komplexe und oft widersprüchliche Auseinandersetzung mit aktuellen Krisen und gesellschaftlichen Spannungen. Die Sendung kritisiert die Tendenz zur simplifizierten Schuldzuweisung, insbesondere im Kontext von Terrorismus und Migration, und zeigt die Instrumentalisierung von Religionen und Ängsten. Durch groteske Karikaturen und übertriebene Debatten werden Vorurteile und Stereotypen thematisiert, während gleichzeitig die Problematik der Distanzierungsstrategien und der Manipulation von Meinungen aufgezeigt wird. Die Sendung wirft Fragen nach der Verantwortung Deutschlands in globalen Konflikten und der Rolle der Medien auf.

Transkript 6.834 Wörter

Liebe Zuschauer, wir unterbrechen die aktuelle Diskussion zwischen Satire und Islam für eine dringende Durchsage. Wir möchten uns an dieser Stelle entschieden gegen Gerüchte wehren, die besagen, dort draußen gäbe es eine Alternative zur herrschenden Politik. Anders lautende Gerüchte aus Griechenland sind eine gefährliche Illusion. Bitte bleiben Sie in den Bahnen der bestehenden Realität, fahren Sie rechts ran und überholen Sie nicht. Wir melden, wenn die Gefahr von Demokratie vorüber ist. Herr Uthoff, wenn die Revolution von links jetzt kommt, wer braucht dann noch diese Sendung? Jetzt dürfen Sie! Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Dr.

Karim, distanzieren Sie sich von dem Anschlag. Von welchem Anschlag? Wir wissen genau, von welchem Anschlag wir reden. Von dem vom 7. Januar. Der Anschlag mit den vielen Opfern oder der mit dem vielen Mitgefühl? Wie meinen Sie das? Am 7. Januar wurden im Jemen 34 Menschen in die Luft gesprengt. Dann meinen wir den mit dem vielen Mitgefühl. Distanzieren Sie sich von Paris. Ich komme aus Bielfeld, 700 km, reicht das? Wir meinen doch nicht geografisch, wir meinen mehr so menschlich. Aber warum ausgerechnet ich? Warum soll ich mich distanzieren? Na ja, Sie sind halt... Ja? Da kommen Sie schon, Sie... Deutscher? Nein, Sie sind doch praktizierender... Komiker! Nein, Sie sind doch Muslim.

Ja, ich bin deutsch, muslimischer Komiker. Sind Sie nicht eher ein komischer deutscher Muslim? Die Attentäter in Paris waren auch Muslime. Aber die Opfer waren auch Komiker. Ja, aber das gehört jetzt nicht hierher. Wir wollen nicht sagen, dass jeder Muslim ein Attentäter ist. Aber fast jeder Attentäter ist ein Muslim. Interessant, nicht? Der Polizist war auch Muslim. Und der Supermarktmitarbeiter, der die Juden gerettet hat, der war auch Muslim. Ja, was haben denn diese edlen Taten jetzt mit dem Islam zu tun? Ja, war das überhaupt mit dem Koran vereinbart? Ich weiß es nicht. Außerdem ist der Retter vom Supermarkt jetzt kein Muslim mehr, sondern Franzose. Wie ist das generell?

Muss ich mich jetzt von jedem Attentat einzeln distanzieren? Oder geht das auch im Paket? Ach so, das geht, glaube ich, auch im Paket? Ja, vielleicht alle paar Jahre auffrischen. Ja, wie beim Impfen, ja. Haben Sie sich eigentlich schon vom IS-Syndrom verabschiedet? Also, weil jetzt irgendwelche Fanatiker meinen Glauben falsch interpretieren, um einen Terrorstaat zu gründen, muss ich mich distanzieren? Was ist mit euch eigentlich? Habt ihr euch schon von Breivik distanziert? Was? Breivik? Breivik ist selbst ein anderer christlicher Kreuzritter. Und ihr seid doch Christen. Nein, nein, nein. Also, ich schaue mal. Also, ich schaue mal. Also, ich schaue mal. Also, ich schaue mal. Ach so.

Ich bin ja Atheist, Gott sei Dank. Aber Sie, Herr von Wagner, Sie sind doch Christ, oder? Ja, gemäßigt. Also, nein, also, kein Kirchgänger in dem Sinne jetzt. Also, vielleicht einmal pro Weihnachten. Und diese Flohmärkte sind auch für die Kleinen sehr angenehm. Das ist eine schöne Geschichte. Aber was ist mit den christlichen Fundamentalisten? In Amerika z.B. wurden in den letzten Jahren vier Abtreibungsärzte ermordet. Ja, sicher, aber da wollten die ja Leben schützen. Ungeborenes Leben, geborenes Irren nicht. Ja, okay. Also, es gibt immer wieder, sagen wir mal, Einzeltäter, die psychisch krank sind. Aber deswegen gibt es doch nicht irgendwelche christlichen Terrormelizen.

Und was ist mit Koni? Ja, genau. Joseph Koni zieht mit seinen Banden seit 2006 durch Uganda. Entführt Kinder, vergewaltigt Frauen, hat schon Tausende von Menschen mit Macheten massakriert. Was hat denn das jetzt mit Christentum zu tun? Na, Herr Koni will einen Gottesstaat errichten, auf Grundlage der 10 Gebote. Der ist Christ. Der ist christianisch. Sehen Sie, bloß weil ein paar Fanatiker meine Religion falsch auslegen, um einen Terrorstaat zu errichten, muss ich mich doch nicht distanzieren. Das habe ich schon mal gehört. Ach, und Sie? Haben Sie sich schon distanziert? Wovon sollte ich mich jetzt bitte distanzieren? Nein.

Ich soll mich jetzt von Pegida distanzieren, bloß weil ich zufällig in Sachsen geboren bin. Ihr seid doch Männer. Bitte, die schlimmsten Gräueltaten werden von Männern verübt. Und schon distanziert? Also bitte, nur weil ein paar Millionen Männer auf dieser Welt töten, Brandschatzen, Morden, vergewaltigt, keine Elternzeit nehmen. Oh ja, oh ja, oh ja. Also schau Sie, nur weil ein paar Fanatiker ihre Männlichkeit falsch ausleben, muss ich mich doch nicht von meinem Geschlecht distanzieren. Genau. Ihr seid doch Deutsche, oder? Ja. Habt ihr euch schon von den NSU-Morden distanziert? Herr Abdel, Sie sind doch auch Deutscher. Ja, Mann. Dann müssten Sie sich auch von der NSU distanzieren.

Ach, das ist doch absurd, was wir hier machen. Ja, es ist absurd. Weil einzelne Verbrechen begehen, stellen wir ganze Gruppen unter Generalverdacht. Das machen wir bei der Anstalt nicht. Hier wird niemand ausgerenzt, weder die Sachsen, noch die Muslime, noch die Männer, noch die Frauen. Noch die Muslime, noch die Männer, noch die Utofs. Das ist unsere Antwort auf Paris. Verstehen Sie, der Islam gehört zu Deutschland und Abdelkarim gehört in die Anstalt. New Song! Abdelkarim! Hallo, hallo! Unsere Willkommenskultur feiern wir dadurch, dass Sie, Frau Säuger, dieses Kopftuch tragen. Oh, nee. Und was ist mit meinem Frauenrecht? Es geht jetzt mal um ihn.

Und Sie, Herr Südow, verzichten während der Sendung auf Alkohol und Pornografie. Die ganze Sendung? Aus Respekt vor den Frauen? Nein, aus Respekt vor den Muslimen. New Song! Abdelkarim! Und je suis genervt! Durch dieses friedliche Mitterlander versuchen wir einfach zu zeigen, dass der Islam nichts mit der Gewalt zu tun hat. Finde ich schon. Ich finde schon, dass der Islam etwas mit dieser Gewalt zu tun hat. Darf ich das auch mal sagen? Nein, Sie können das gar nicht beurteilen. Ich bin Moslem? Also sind Sie befangen. Im Namen des Islam werden die furchtbarsten Verbrechen begangen.

Selbst wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was für eine Religion das ist, auf die sich Verbrecher berufen. Sie sind Muslim? Nein, das ist ein Satz von einem Muslim. Dieter Nuhr ist Muslim? Nein, das ist von Sohaib Ben-Shaykh. Sohaib Ben-Shaykh. Genau der. Und der war der ehemalige Großmufti von Marseille und hat gesagt, das Problem des Islam ist die wörtliche Auslegung, die die Intelligenz der Muslime in Ketten legt. Bei manchen kann man da gar nicht mehr so viel in Ketten legen. Hören Sie, ich wollte hier gerade eine Brücke bauen zwischen den Muslimen und den Deutschen und Sie reißen vom Arsch alles wieder ein.

Ach kommen Sie, indem Sie den Islamversteher mimen, haben Sie nicht einen Muslime in den Rücken. Manchmal muss man die Muslime vor sich selber schützen. Ich kann euch hören. Außerdem findet die Auseinandersetzung der Muslime mit dem Terrorismus längst statt. 120 konservative Islamgelehrte haben einen Brief verfasst an den IS, wo sie schreiben, das was ihr da macht, hat mit dem Koran nichts zu tun. Ein Brief? Dann werden Sie aber mächtig beeindruckt sein. Ich sehe es schon vor mir. Da steht was wir machen, hat mit dem Koran nichts zu tun. Machst du nur das Schwert sauber, ha? Hören Sie auf, Sie verletzen die religiösen Gefühle von Ahmed. Ab der Karriere. Wir waren doch so schön am Versöhnen.

Wir? Sie, der Islam und ich. Das ist also Ihre Antwort auf die Terrortaten. Sie versöhnen sich mit einem marokkanischen Comedian, mit dem Sie niemals Streit hatten. Halten Sie sich da raus hier, unterhalten sich zwei Islamexperten. Das ist doch am Problem vorbei. Wer tut denn jetzt was gegen den islamistischen Terror? Sie? Ich bin Zivi. Ich kann doch nicht sagen, was gegen IS in Syrien tut. Irakische Muslime, Kurdische Muslime, Arabische Muslime, Muslime. Wenn man Ihnen so zuhört, dann glaubt man doch, der Islam ist kriegerisch. Leute, die Sache ist auch ganz einfach. Wir müssen einfach die Karikaturisten vor den Islamisten schützen.

Und vor allem wir Muslime müssen den Islam vor seiner eigenen Karikatur schützen. Ja. Gar nicht so schlecht für einen Laien. Ja. Und darf ich jetzt auch zugeben, dass ich die Mohammed-Karikaturen nicht lustig fand? Nein, nein, das dürfen Sie nicht, weil hier geht es um Meinungsfreiheit. Außerdem spielen Sie nur den Menschen in die Hände, die sagen, Muslime hätten keinen Humor. Muslime haben Humor. Wir dürfen das nun nicht immer zeigen. Der Hinterzü den daran. Im Moment, ihr beide. Und das wäre der richtige Moment für eine Distanzierung jetzt. Ich finde das im Moment wirklich sehr interessant. Ich werde sehr oft gefragt, darf man eigentlich Witze über den Islam machen?

Heute, natürlich darf man. Die Frage ist nur, ob man dann noch Zeit hat, die Pointe zu erklären. Das deutsche Fernsehen dreht im Moment eh durch. Eine Islam-Talkshow jagt die nächste. Immer der gleiche Ablauf. Erst kommt der Islam-Experte, dann kommt der Terror-Experte und dann kommt Bosbach. Der menschgewordene Schachtelsatz. Und bei den ganzen Islam-Talkshows wird trotzdem eine Frage nicht beantwortet. Ich würde gerne wissen, wo die ganzen Islam-Experten herkommen. Wenn die gezüchtet sind, sind das 1-Euro-Jobber. Überall Facebook, Talkshows, auch in Zeitschriften. Und die Zeitschriften, um die Auflagen zu erhöhen, fragen nicht, wie gefährlich ist der Terrorismus?

Weil, das weiß man, da wird gefragt, wie gefährlich ist der Islam? Damit jeder weiß, 4 Millionen Muslime sind infiziert. Das Böse schlummert in ihnen. Wann wird das aktiviert? Was man übrigens nicht weiß, auch Muslime leiden unter der Angstmache. Muslimen haben Angst vor Muslimen. Ich habe bei mir zu Hause im Badezimmer den Spiegel abgenommen. Ich finde das schön, du lachst aber, stell dir vor, du stehst jeden Morgen auf und im Badezimmer wartet ein Moslem. Das wird kein schöner Tag. Wer hat versucht, aus dieser Angstmache Kapital zu schlagen? Natürlich die Pegida, mit denen geht es im Moment ewig ab. Das finde ich sehr gut. Angefangen hat der Verfall mit Bachmann.

Der hat ein Bild zu viel gepostet. Dann musste er seinen Schmalzer nehmen und gehen. Das ist die Pegida-Logik. Monatelang gegen Flüchtlinge hetzen, das ist okay, aber Verunglimpfung des Führers, da hört der Spaß auf. Gehört der Islam zu Deutschland? Auch so eine Frage, die kein Mensch braucht. Wir haben in Deutschland die Religionsfreiheit. Also ja, der Islam gehört zu Deutschland. Ich komme mir ein bisschen blöd vor, wenn ich Politikern die Religionsfreiheit erklären muss. Ich bin aber nicht doof. Ich weiß auch, Religionsfreiheit hat ihre Grenzen. Eine Frau mit Kopftuch zum Beispiel darf nicht Lehrerin werden. Ich bin aber nicht doof. Ich weiß auch, Religionsfreiheit hat ihre Grenzen.

Eine Frau mit Kopftuch zum Beispiel darf nicht Lehrerin werden. Eine Frau mit Kopftuch zum Beispiel darf nicht Lehrerin werden. Aber hey, dafür darf sie in Schulen putzen. Es ist also nicht meckern, auch mal dankbar sein. Man darf aber nicht alle Menschen nach ihrem Aussehen beurteilen. Nicht jeder Mann mit Vollbart ist ein Salafist. Das muss klar sein. Die meisten Männer mit Vollbart sind einfach nur Hipster. Ja, Hipster. Ich erlebe immer wieder in der Stadt, wie Leute beim Shoppen einen Hipster sehen und sich denken, das ist ein Hipster mit Röhrenjeans. Das wusste ich ja gar nicht. Die machen sich. Man muss aber trotzdem, egal wie die Zeiten sind, das Positive betonen.

Ich finde es im Moment sehr schön, dass jeder Muslim Tipps kriegt, was er zu machen hat. Ich war letztens bei meinem Onkel. Da kam der Nachbar. Ein deutscher, konservativer, aber sehr netter Mensch. Und der sagte, der Islam mag ja ganz nett sein, aber er muss modernisiert werden. Ihr braucht eine Reformation. Ihr braucht Luther. Das ist ein guter Mann. Das ist ein guter Mann. Das allerwichtigste ... Bitte. Das allerwichtigste, was ich persönlich mit anwesende, ist, man darf sich von diesen ganzen Scheindebatten nicht verarschen lassen. Wichtig ist immer noch der Alltag. Seid nett zueinander. Überrascht euch. Ich war vor ein paar Tagen im Zug. Da ist ein Zivilpolizist eingestiegen.

Und er hat mich nicht kontrolliert. Das sind schöne Momente. Es gibt wirklich nur eine einzige Ausnahme. Ich werde dann im Zug nicht kontrolliert, wenn da noch ein Schwarzer sitzt. Das ist kein Scherz. Schwarze werden immer bevorzugt. Ich bin auch oft sauer. Hey, was soll denn das? Hallo, ich bin auch noch da. Die haben nicht so viel Zeit. Die gehen nach Farbskala. Die fangen bei ganz dunkel an. Und dann wird es immer heller. Vor ein paar Monaten, irgendwo bei Köln, war es wieder so weit. Ich habe einfach so gemacht. Man muss halt auch mal zusammenarbeiten. Danke schön. Ist er weg? Ich glaube schon. Dann können wir mal in Ruhe reden. Wissen Sie was, Herr von Wagner?

Nichts gegen Rücksichtnahme auf die religiösen Gefühle. Aber kommen Sie, der Koran. Suche 2, Vers 19. Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet. Sogegeben, das ist nicht gerade Gandhi. Aber das ist jetzt eine Stelle in einem großen Buch. Eine einzige. Wer da gefunden wird, wird erstochen. Und wen man aufgreift, wird euch das Schwert fallen. Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden. Vielleicht muss man das im Zusammenhang sehen. Wie bitte muss der Zusammenhang aussehen, damit das friedlich wirkt? Vielleicht was mit Russland? Gott frisst die Völker, die ihm Feind sind. Der zermallt ihre Knochen.

Hören Sie auf, das ist ja furchtbar. Das muss auf den Index. Wunderbar, also verbieten wir die Bibel. Was? Was haben Sie da gemacht? Das ist ... Das ist Taschenspielertipp. Das ist aus dem Alten Testament vorgelesen. Buch Mose, Jesaja hier. Sehen Sie, Buch Mose, das war ja nur quasi der Einstieg in die Heilige Schrift. Das war noch alles ein bisschen grell, um die Leute reinzuziehen. Und damals konnte Gott seine Liebe eben noch nicht so zeigen. Der Herr wird seine Freude daran haben, euch auszutilgen und euch zu vernichten. Ja, jeder hat mal einen schlechten Tag. Da ließ der Herr große Steine vom Himmel auf sie fallen, dass sie starben.

Hagelschaden, Haushaltsunfälle, das ist ja was, was passiert. Aber hier wird ja niemand zur Gewalt aufgestachelt. Wenn ihr über den Jordan gegangen seid, in das Land Kanaan, so sollt ihr alle Bewohner vertreiben. Vertreiben Sie? Leute vertreiben Handtaschen, das heißt ja noch lange nicht, dass hier jemand getötet wird. Verschohle sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Schafe, Kamele und Esel. Okay, von Hunde und Katzen war da nicht die Rede, das muss man auch mal sehen. Du sollst nichts leben, was Odem hat. Leben lassen, was Odem hat. Was hat heute schon noch Odem?

Sehen Sie, es ist ja so, das ging ja hauptsächlich gegen Feinde, aber zu seinen Freunden war Gott doch sehr gnädig. So spricht der Herr ein, jeder gehörte sein Schwert und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten. Okay, ich gebe auf. Ich fasse mal zusammen. Ein äußerst instabiler Charakter, der nicht selten zu Gewaltausbrüchen neigt, unschuldige Menschen zu Kriminaldelikten anstiftet oder, wenn es mal schnell gehen muss, selbst zu Hagelkörnern oder anderen gefährlichen Werkzeugen greift. Dabei aber immer gut gelaunt ist, obwohl er doch relativ viel zu tun hat, was? Sehen Sie, das ist das alte Testament, das haben wir überwunden mit dem Neuen. Jesus liebt jetzt seine Feinde. Mhm. Darf ich?

Bitte nicht. Doch jene Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und macht sie nieder. Lukas Evangelium. Sehen Sie, der große Vorteil von uns Christen ist doch, dass wir so wenig bibelfest sind, dass wir die schlimmen Stellen gar nicht kennen. Ja, das... Sehen Sie... Christentum, das ist doch im Großen und Ganzen in der Praxis Nächstenlieb. Ach ja, und was ist mit den Hexenverfolgungen, der Inquisition und den Kreuzzügen? Ja, das waren unsere Pflegejahre. Aber das war ja bis 1500. Und es ist ja nicht so, dass wir rumgelaufen sind und die Leute geköpft haben. Karl der Große, Christentum, Christentum, Christentum, Christentum, Christentum.

Und es ist ja nicht so, dass wir rumgelaufen sind und die Leute geköpft haben. Karl der Große, Christ, liest 3000 Sachsen den Kopf abschlagen, weil sie Heiden waren, davon haben die sich bis heute nicht erholt. Schauen Sie, warum berufen wir uns nicht einfach alle auf ein Buch, in das man Menschlichkeit nicht einfach erst mal mühsam reininterpretieren muss? Hm? Das wäre ein Traum. Ja. Was sag ich mir im Grundgesetz? Artikel 1. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Hat noch keiner geschrien, bevor er abgedrückt hat. Immer wieder habe ich diesen einen Traum. An meiner Bettkante sitzt Rudi Völler und gibt mir Haarpflege-Tipps.

Ich sage, Rudi, wenn du so viel über Haare weißt, wie fischen wir die dann aus der Ursuppe? Er sagt, wie meinst du das? Und ich sage, Rudi, naja, wenn die Bibel Recht hat und wir sind das Salz der Erde, dann war der Koch ganz schön verliebt. Wir klumpen zusammen auf diesem Schiff, suchen den weißen Wal der Freiheit, aber jedes Mal schlachtet ihn irgendein Ahab ab und ich stehe daneben. Wie Starbuck. Und damit meine ich jetzt den Steuermann der Peacot, nicht den Kaffeeräuster. Und Rudi sagt, aber du lebst doch in einer freien Welt. Und ich sage, Rudi, da muss ich so Veto einlegen. Da ist immer noch Krieg. In Afrika. In Asien. Im Nahen den Osten. In Osteuropa.

Da gehen Soldaten in Fleisch und Blut über. Und Rudi, erst dieser Finanzkrieg, diese Banker und Börsenmakler, diese Rating-Agenturen, sind sie nicht das personifizierte Böse? Ein Haufen blasthäutiger Taschenbilliard-Rechnerstudenten, die sich auf der Wirtschaftsschule einen Abakusanal eingeführt haben, aber beim Alphabet nicht über den Buchstaben D wie zahlungsunfähig hinausgekommen sind. Rudi, Freiheit heißt, dass wir immer noch in einer arbeitsteiligen Gesellschaft leben. Das heißt, die, die unten sind, arbeiten, die oben sind, teilen es untereinander auf. Und dann sagt Rudi, ja gut, vielleicht hast du recht, vielleicht ist die Welt nicht wirklich frei.

Aber Deutschland, Deutschland ist doch frei, das sagt doch immer wieder der Gauck, die Freiheitsstaatung vom Rostocker Hafen. Freiheit! Was heißt diese Freiheit, Rudi? Freiheit heißt, dass man ausharrt in dieser Resignation in der Hand des internationalen Marktes mit einer protestantischen Christin an der Spitze, die sich bitte nur ein einziges Mal an einen Satz aus der Bibel halten soll. An den ersten Brief Paulus an die Korinther, Vers 14, 33b-35, die Frau Schweige in der Gemeinde. Rudi, Freiheit heißt, dass in diesem Land Nazis immer noch ihr Kind beim rechten Namen nennen dürfen und von Kopf bis Fuß auf Fieber eingestellt sind.

Oder fällt mir ein, letzten Monat war ich in Erfurt, Rudi, da schwammen ein paar Glatzen in der Gera. Das sah ganz schön aus, wie koreanische Lamp-Jungs beim Namgang-Fest, nur dass die Glatzen leider nicht brannten. Und dann sagt Rudi, ja gut, du hast recht, vielleicht ist auch Deutschland nicht frei, da ist noch viel zu tun, aber die Gedanken, die sind doch frei. Und dann sage ich, ja, da hast du recht, Rudi, die Gedanken. In meinen Gedanken ist wirklich alles möglich. In meinen Gedanken explodiert ein Junge nur aus Langeweile. In meinen Gedanken tilge ich die Schulden für die Hypothek meines Kartenhauses.

Ich weiß, es wird dann mal eine Wunde aufgehen und dann ist da kein Weg mehr, dann gehe ich einfach nur. Und in meinen Gedanken, da flank ich dir zu. Und du, Rudi, du schießt den Ball, den Bundespresseball, den Opernball, den Filmball, weit in den Orkus eines schwarzen Loches. Und dann regnet es mal wirklich rote Rosen, die den ganzen Schmock wegwaschen. Und dann sind wir Weltmeister, Rudi. So wie damals, 1990, an die Bremen, 1 zu 0, 11 Meter nachdem du gefault wurdest. Jetzt schieß doch, Rudi, schieß! Und dann ist er plötzlich verschwunden. Und ich merke, hey, wir sind doch Weltmeister. Warum denn dann nicht auch im Mitgefühl? Ich weiß, es gibt nur einen Rudi Völler.

Und den habe ich noch nicht mal getroffen. Aber eins hat er mir gezeigt. Im Traum. Egal, ob es um die ganze Welt geht. Um Deutschland. Oder die Gedanken. Aller guten Dinge sind frei. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Das ist es doch, Freiheit nach Charlie Hebdo. Da haben wir uns nur ganz überrascht gefragt. Oh Gott, warum sind da draußen Menschen, die unsere Freiheit so hassen? Ich meine, wir sind doch die Guten. Eine Freundin von mir aus Pakistan hat eine Freundin von mir. Eine Freundin von mir aus Pakistan hat gesagt, na ja. Schau, Klaus, wir hassen nicht eure Freiheit. Wir sind nur besorgt über den Zustand, in dem eure Freiheit bei uns ankommt. Und da habe ich gesagt, hä?

Und da hat sie gesagt, ja, was sehen denn die Leute in Pakistan, wenn sie gern Himmel schauen? Und da habe ich gesagt, ala? Und da hat sie gesagt, was bist denn du für ein religiöser Spinner? Nein, amerikanische Kampfdrohnen. Und dann ist mir das erst, ich meine, das kann man sich gar nicht vorstellen, diese Bedrohungssituation. Ich weiß nicht, wie soll man sich das vorstellen, hier im Westen, wie das ist, wenn so eine Drohne über ihnen schwebt, ja? Also 24 Stunden am Tag, die kreist da oben. Und sie wissen, die kann jederzeit ihr Leben beenden. Einfach so. Und sie wissen, die machen Fehler. Das US-Militär hat vor ein paar Jahren einen unschuldigen Zivilisten getötet. Ein Unangriff.

Weil sie dachten, er wäre Osama bin Laden. Basierend nur auf der Information, in einem Dorf wäre ein Mann aufgetaucht, der wäre außergewöhnlich groß und hätte einen Bart. Hallo? Ich meine, wirklich, schau sie mich an. Und für jeden getroffenen Terroristen, da ist das ja so, durchschnittlich müssen sie dazu auch 28 Menschen dazutöten. Verstehen Sie, das, das ist die Zahl. Davon sind vielleicht 25% Zivilisten, aber nur deshalb, weil das US-Militär sagt, der Rest sind halt Kombatanten. Eine US-Studie bzw. viele Studien und dann ein UN-Bericht sagen, alle übereinstimmen, so in Pakistan zum Beispiel. Allein in Pakistan, da gab es drohendote Kinder, 200 Stück bisher.

Und Barack Obama spricht von chirurgischer Präzision. Also, ich meine, klar, ich möchte Ihnen jetzt nicht unterstellen, dass Sie nicht versuchen, präzise zu schießen. Aber, sagen wir mal, als Chirurg... Wenn Sie da jeden vierten Patienten um die Ecke bringen, dann würde ich mir doch zumindest mal eine zweite Meinung holen. Was ist das überhaupt für ein drohender Angriff? Ich meine, jetzt rechtlich, stellen Sie sich das mal vor. Ich meine, was ist das? Das ist ein Gerichtsurteil. Ohne, dass sich der Beschuldigte verteidigen kann, er kriegt keinen Anwalt. Und unter Ausschuss der Öffentlichkeit wird er buchstäblich aus heiterem Himmel zum Tode verurteilt.

Und die Leute, die zufällig um ihm rumstehen, das ist doch... was ist das? Ja, das ist doch Lynchjustiz mit zugegebenem Kollateralschaden. Herr, das ist doch der ausgestreckte Mittelfinger gegenüber dem Völkerrecht. Und was machen... Und was machen wir in Deutschland? Wir machen mit. Ja, ein ehemaliger Drohnenpilot hat das gesagt. Der hat wörtlich gesagt, ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich. Die Drohnen werden gesteuert in Amerika, aber die Daten und Auswertungen, die finden statt in Rammstein. US-Militärbasis in Deutschland. Die Bundesregierung sagt, auch von Drohnenkriegen, da haben wir jetzt keine genaue Kenntnis.

Wenn man sie fragt, warum, sagen sie, ja, wir haben sicherheitshalber mal nicht nachgefragt. Und seit dem Wochenende ist auch klar, Teile der SPD wollen jetzt unbedingt bewaffnete Kampfdrohnen für Deutschland besorgen. Also zusätzlich zu Sigmar Gabriel. Und das, obwohl die New York Times geschrieben, dass Kampfdrohnenangriffe inzwischen das Nummer 1 Rekrutierungswerkzeug für Terroristen sind. Verstehen Sie, das ist unbemannte Nachwuchsförderung. Das erklärt vielleicht auch diese Grafik. Schauen Sie, seitdem der Westen in den Kampf gegen den Terror eingegriffen hat, hat sich der Terror vervielfacht. Unsere Maßnahmen gegen den Terrorismus schaffen Terrorismus.

Anstatt darüber nachzudenken und Schlüsse draus zu ziehen, hat man jetzt in Frankreich einen 8-jährigen, also die Polizei, verhört. Und zwar, weil er nicht teilnehmen wollte an der Schweigeminute für Charlie Hebdo. Und die Begründung war, warum sie ihn verhört haben, war, naja, er hätte den internationalen Terrorismus unterstützt. Im Weißen Haus im Vorgarten ist jetzt eine Drohne runtergegangen, letzte Woche oder so. Nein, keine Sorge, nichts passiert. Ja, so ein besoffener Regierungsmitarbeiter hat hier irgendwie am Feierabend mal so, ja. Und dann, was hat Barack Obama gemacht?

Er hat sofort seine Behörden angewiesen, dass sie in Zukunft sicherstellen sollen, dass diese Dinger jetzt niemandem mehr gefährden und die Privatsphäre der Menschen achten. In Amerika. Hören Sie das? Das ist das Lachen. Das ist das Lachen. Hören Sie das? Das ist das Lachen der Kinder in Pakistan. Die lachen sich tot. Was soll das denn? Sie sind Anti-Amerikaner. Das ist doch, das ist doch Quatsch, ich hab überhaupt nichts gegen Amerika. Ich liebe die Daily Show, John Stewart, ich mein Wahnsinn. Ja, dann akzeptieren Sie gefälligst auch amerikanische Drohnenangriffe. Das ist doch Quatsch. Nein, das ist nicht Quatsch, das ist mediale Meinungsmathematik. Ich zeig Ihnen das mal, ist ganz einfach.

Kommen Sie mal her. Schauen Sie Ihre Kritik an den Drohnen, verstehen Sie? Ich behaupte das einfach mal. Ihre Drohnenkritik ist nur Ausdruck oder besser Teilmenge eines großen Ressentiments gegen Amerika. Das macht Sie zum Anti-Amerikaner und schon muss ich mich mit Ihren Argumenten überhaupt nicht mehr beschäftigen. Aha, verstehe ich nicht. Ja klar, Sie sind ja auch Anti-Amerikaner. Ich kann Sie mal ein anderes Beispiel zeigen. Ja. Herr Südo, sehr gut. Herr Südo, kommen Sie mal her. Lesen Sie mal bitte folgenden Satz vor. Man darf die Gewalt nicht einer ganzen Religionsgemeinschaft anlasten, deren Großteil aus friedliebenden, unbescholtenen Menschen besteht. Und? Wie finden Sie den Satz?

Ganz meine Meinung. Großartig. Sie sind AfD-Versteher. Nein, nein, nein. Herr Uthoff, nein, nein. Nein, nein. Nein, nein, nein. Das ist eine üble Unterstellung, Herr Uthoff. Nichts da, das ist mediale Meinungsmathematik. Schreiben Sie mal auf. Passen Sie auf. Wenn A die Meinung B hat, also A gleich B ist, und C hat auch die Meinung B, was folgt dann daraus? Hm, dass A gleich C ist? Völlig richtig. Setzen wir ein. Der Satz, den Herr Südo vorgelesen hat, stammt von Bernd Lucke. Herr Südo ist ebenfalls dieser Meinung. Was folgt daraus? Dass Lucke die Meinung B hat, also A gleich B ist. Dass Lucke gleich Südo, man kann sagen, er ist AfD-Versteher. Das wusste ich ja gar nicht.

Tja, so wird das in der öffentlichen Meinung gemacht. Die Journalisten machen das übrigens untereinander. Der Satz von Bernd Lucke wurde auch von Jörgis vom Stern gut geheißen. Und daraufhin hat der Bild-Chefredakteur Kai Diekmann getwittert, ich wusste gar nicht, dass Hans Ulrich Jörgis ein AfD-Versteher ist. Haha, das funktioniert ja prima. Darf ich auch mal Menschen falsche Labels aufpacken? Bitte, bitte, bitte. Frau Solger, kommen Sie mal her. Sie sind bestimmt auch für höhere Renten. Ja. Und Sie sind bestimmt auch gegen Waffenexporte. Ja, natürlich. Schauen Sie, dann sind Sie gefährlich nah an Pegida. Die spinnen ja wohl. Nein, nein, das ist Meinungsmathematik.

Ich kann Ihnen das ausrechnen. Hier ist Pegida, die sind natürlich auch für höhere Renten und gegen Waffenexporte und fremdenfeindlich. Jetzt kürzen wir die Renten. Und die Waffenexporte. Dann setzen wir ein, teilen drüber, hier F. Und dann haben wir am Ende, Simone Solger ist gleich fremdenfeindlich. Ich lasse mir doch nicht von einem Anti-Amerikaner Fremdenfeindlichkeit unterstellen. Halt mal, halt mal, halt mal. Es kann doch nicht sein, dass eine vernünftige politische Forderung unrichtig wird, bloß weil der Falsche sie teilt. Mit solchen Ansichten wäre ich vorsichtig als AfD-Versteher. Oder finden Sie es nicht vielleicht verdächtig, dass Sie dieselben Meinungen wie Pegida vertreten?

Ja, ja schon, aber ich will nicht Pegida sein. Was muss ich da tun? Na, ändern Sie einfach Ihre Meinung. Seien Sie ab jetzt für Waffenexporte. Ich ändere doch nicht meine Meinung, bloß weil Sie das wollen. Merken Sie, wie Ihre Meinungen unterdrückt werden? Sehen Sie, wie nahe Pegida und AfD sind? Ach so, ich weiß, ich weiß. Ich bin nicht Pegida. Diese Renitenz, typisch Pegida. Jetzt kommt gleich noch der Lügenpressevorwurf. Oh ja, solche Leute wie Sie ermorden auch Karikaturisten. Das ist ja Wahnsinn. Oh nein, das ist Meinungs-Mathematik. Ich werde Ihnen das mal anhand einer Karikatur verdeuten. Bitte, kommen Sie bitte auf die Karte. Ich bin nicht Pegida. Ich bin nicht Pegida.

Ich bin nicht Pegida. Ich bin nicht Pegida. Ich werde Ihnen das mal anhand einer Karikatur verdeuten. Bitte, keine Karikatur. Kann ich das Kopftuch bitte wieder haben? Beruhigen Sie sich. Bitte. Schauen Sie mal, kurz nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo hat der Deutsche Zeitungslegerverband diese Karikatur veröffentlicht. Links Pegida, mit den rufen Lügenpresse. Rechts die Terroristen nach dem Angriff auf Charlie Hebdo. Die sagen, die reden nur, wir tun was. Und was bedeutet das? Meinungs-Mathematik ist eine ganz einfache Gleichung. Schauen Sie. Der Vorwurf Lügenpresse ist also kleiner gleich Terroranschlag. Moment, Moment. Heißt das der Lügenpressevorwurf ist die Vorstufe zum Terroranschlag?

Ist denn dann die Medienkritik die Vorstufe von Lügenpresse und dann die Vorstufe von ... Na? Hat noch irgendjemand Lust, unsere Medien zu kritisieren? Medienkritik? Danke, ich hab schon. Ich bin ja schon gelabelt. Ich hab keine Lust auf so ein Spiel. Geh ich lieber schweigend spazieren. Sie gehen also als Sexin schweigend spazieren. Ich sag's. Ja. Sprache verändert die Gesellschaft. Manchmal verändert auch die Gesellschaft die Sprache. Heute heißt Spaziergänger, was früher Mitläufer hieß. Und wer sich in der Welt nicht mehr so recht auskennt, muss das natürlich auch sprachlich zum Ausdruck bringen. Zum Beispiel durch Begriffe wie patriotischer Europäer. Was ist ein patriotischer Europäer?

Und den Rechtspopulisten von AfD, Pegida und all denen, die gerne mal stolz auf ihr Land sind. Sei mal ins Stammhirn geritzt. Es gibt keinen positiven Patriotismus. Die Bindung an das eigene Land fördert immer die Ablehnung des Fremden. Nationalismus ist die Straßenhure unter den Gefühlen. Billig muss fast jeden ranlassen. Und wenn man nicht aufpasst, fängt man sich was Schlimmeres ein. Und trotzdem ... Und trotzdem schwafelt Joachim Gauck von der deutschen Identität. Zu der natürlich was gehört? Richtig, der Wunsch, mal einen Schlussstrich zu ziehen unter die NS-Geschichte. 81% der Deutschen wollen nichts mehr hören von der Judenverfolgung.

Judische Opfer interessieren uns ohnehin nicht so wahnsinnig. Das konnte man beim Anschlag in Paris auch erleben. Die Karikaturisten haben sich unser Gedenken durch mutige Zeichnungen verdient. Aber um im koscheren Supermarkt erschossen zu werden, reicht es aus, einfach nur Jude zu sein. Und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass beim furchtbaren islamistischen Terroranschlag in Toulouse 2012, bei dem sieben Menschen getötet, darunter drei jüdische Kinder, vor ihrer Schule erschossen wurden, waren die Griechen auch nicht montag. Und wir Deutschen sind immer besonders irritiert, wenn unsere Opfer keine Opfer mehr sein wollen. Was, wie jetzt die Griechen ja, wo kommen wir denn dahin?

Waren doch jahrelang fest abonniert auf die Rolle des Buhmanns in dem absurden Schmierenstück Euro-Rettung. Und die Abmachung war doch ganz klar, wir leihen den Griechen Geld, damit die ihre Schulden bei unseren Banken zurückzahlen können. Wir haben zumindest einmal die Sonne gesehen. Und die Griechen ... Applaus Und die Griechen, sie zahlen hart für die Zinsen ihrer Kredite. Und zwar mit Massenarbeitslosigkeit, Selbstmorden und erhöhter Säuglingssterblichkeit. Tja, man kann ein Land, das in der Depression ist, eben einfach nicht immer weiter ausquetschen. Und welcher altlinke Kommunarde hat den Satz von Barack Obama?

Und weil die ganze Welt inzwischen verstanden hat, was Merkel, Schäuble und Hans-Werner-Sinnen nicht verstehen wollen, kommt es bald zum Showdown. In der linken Ecke Janis Saniboi Varoufakis, Finanzminister, der Mathematik und Ökonomie studiert hat. Und in der rechten Ecke Wolfgang, die schwäbische Hausfrau Schäuble. Finanzminister ... Applaus Finanzminister mit Jurastudium. Und Juristen wissen, ja, Judeks non calculat. Der Jurist kann nicht rechnen. Und so muss bald ein linker Grieche, der Finanzstoiker, den Kapitalismus erklären. Und du, lieber deutscher Stammtisch, solltest vielleicht nicht allzu laut Krähen. Es gefälligt doch, alle Kredite immer zurückgezahlt werden müssen.

Denn sonst könnte es sein, dass die anderen Länder fragen, ob wir alle Kredite zurückgezahlt haben. Also auch für den Zwangskredit, den die Nazis damals den Griechen abgepresst haben. Und den wir Deutschen niemals zurückgezahlt haben. Wie sagte in dem Zusammenhang Albrecht Rietzschle von der London School of Economics, Deutschland ist der größte Schuldensünder des 20. Jahrhunderts. Noch eine gute Nachricht gibt es übrigens aus Griechenland. Die Arbeitslosigkeit ist ein kleines bisschen zurückgegangen. Sie haben ihr Land verlassen. Herr Uthoff, genau die Leute brauchen wir hier. Wir werden demnächst über 1 Mio. Bürger aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Und das Schlimme ist, Volker Kauder ist wieder nicht dabei. Sehen Sie, wer hier bei uns willkommen ist und wer nicht, das entscheidet sich hier oben. Und das ist das Schlimme. Sehen Sie, wer hier bei uns willkommen ist und wer nicht, das entscheidet sich hier ohnehin noch ökonomischen Gesichtspunkten. Wir sorgen durch unsere Sparpolitik dafür, dass der spanische IT-Fachmann arbeitslos wird und sich dann zu uns auf den Weg macht, um unseren Fachkräftemangel zu beseitigen. Jahrelang haben wir doch geworben. Wir haben den roten Teppich ausgerollt, mit der Green Card gewädelt. Wir waren denen nicht gut genug.

Und wir haben uns auch nicht so weit beträglich gemacht, dass sie jetzt Deutschland zu schätzen wissen. Allein im letzten Jahr kamen ca. 1 Mio. Menschen zu uns. Viele aus den südlichen Ländern und die Politiker, die jubeln über die Qualität der Zuwanderer. Klar, das sind auch die guten Fremden. Und die schlechten Fremden muss sich Innenminister de Maizière kümmern, z.B. um die Rumänen, denn die sind hier unerwünscht. Zumindest nach der Spargelernte. Wir nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Warte mal, ein rumänischer Wanderarbeiter, ohne Deutschkenntnisse, ohne berufliche Qualifikationen, nimmt dir den Arbeitsplatz weg? Wo arbeitest du denn, dass du so leicht zu ersetzen bist? Beim BND?

Meine Schwiegermutter hat neulich gesagt, wirklich, Simone, ich bin nie bei Pegida mitgegangen. Du weißt, ich bin kein Ausländerfeind. Aber die vielen Flüchtlinge, die jetzt hierherkommen, wir wissen gar nicht, wie viele hier noch ins Land kommen. Ich sagte, die Mauer war keine schlechte Idee. Ich sage, Mutter weißt, wir sind der drittgrößte Waffenexporteur in der Welt. Die fliehen genau vor den Waffen, die wir ihnen geliefert haben. Simone, ich dachte, wir liefern nur zu Regierungen, die versprechen, dass sie die Waffen nicht benutzen. Ich sage, Mutter, der Tenor kriegt doch keinen Applaus dafür, wenn er sich räuspert. Weißt du, Simone, ich muss dir sagen, da kommen auch ganz viele hierher.

In den Ländern ist gar kein Krieg. Jeder geht eben dahin, wo es finanziell für ihn am besten ist und persönlich. Ja, genau, viele kommen doch hier nur, um abzukassieren. Ich sage, ja, nicht schön. Aber bist du 89 nicht auch bloß nach West-Berlin um Begrüßungsgeld abzuholen? Viermal hast du abkassiert, hast du immer gesagt. Aber, jetzt, Simone, wirklich. Simone, jetzt ist ja wohl, das war doch kein Sozialbetrug, wie die Wessis sich damals gefreut haben, das war eine Freude, das wollte ich eben öfter erleben. Und guck dir mal an, wenn sie da so ein Asylantenheim vor die Nase stellen bei dir.

Möchtest du da wohnen, so ein Asylantenheim, das sind unsere Grundstücke, unsere Häuser, bald alle nichts mehr wert. Ich sage, Mutter, du wohnst in Großreschen, bei Senftenberg, bei Bautzen. Da seid da wieder Vereinigung, keiner mehr hingezogen. Früher hatte da 14.000 Einwohner, jetzt 9.000 Einwohner. Ja, Simone, die müssen sie aber auch integrieren. Das kapiert doch hier so ein Muslim nie, wenn er im Supermarkt Kondome kauft und wird an der Kasse gefragt, ob er Treuepunkte sammelt. Ist doch nicht zu verstehen. Und jetzt lass mich dir noch was sagen. Weißt du, was meine türkische Nachbarin neulich gesagt hat? Meine Putzfrau ist Deutsche, aber eigentlich ganz anständig. Das macht Sorgen.

Hallo und willkommen, meine Damen und Herren. Einen wunderschönen guten Abend hier zum ZDF-Sorgenscheck. Die Ausgabe heute lautet Deutschland. Wir müssen reden über Ängste und Sorgen. Ich freue mich, dass Sie hier sind. Ich freue mich auf diese Sendung. Ich freue mich über die Runde, die uns erwartet. Das wird eine spannende Runde heute Abend. Ich freue mich ganz besonders, dass ich heute Abend Zeit habe, um diese Sendung zu moderieren. Neben mir sitzt Peggy Meyer aus Dresden. Sie sagt, ich habe Angst, wenn ich abends ins Bett gehe, im Morgenland aufzumachen. Neben mir sitzt der Journalist René Vivo. Er sagt, ich habe Angst, meine Meinung in der Öffentlichkeit nicht mehr wiederzufinden.

Links von mir, Klaus von Wagner, Kabarettist. Er sagt, ich habe Angst, dass meine begründeten Ängste als unbegründet gelten können. Und ganz außen, Abdelkarim. Er sagt, ich bin stolz und dankbar, an dieser Stelle wieder den Quoten-Migranten fürs ZDF spielen zu können. Kümmern wir uns also nun in dieser Sendung um die Sorgen um die Nöte der Einwohner dieses Landes. Frau Meyer, man kann Ihre Sorgen praktisch spüren. Ich habe Sorgen, dass man uns dem Volk nicht zuhört. Ja, verständlich. Wir sind hier in dieser Sendung, um uns Ihre Sorgen und Nöten anzuhören. Ach so, ja. Da geht es zum Beispiel um das Stadtwappen von Halle. Das sieht inzwischen so aus. Also wenn das keine Islamisierung ist.

Das Stadtwappen sieht seit 1450 so aus. So lange hört man uns schon nicht zu. Weil Sie rassistisches Gedankengut vor sich hertrachten. Wir sind selber eine Rasse. Da kann man ja wohl nicht gleichzeitig rassistisch sein. Ich habe hier von unserer Demo mal so ein Schild mitgebracht. Also das ist ganz harmlos. Mekka Deutschland, die stille Islamisierung. Das ist ja ekelhaft, das muss verboten werden. Ja, das ist das Spiegelcover von 2007. Aber damals war das eben noch Journalismus und kein Rassismus. Interessant, wollen Sie als Journalist die Pressefreiheit einschränken? Wir würden das heute natürlich nicht mehr machen. Also alle Muslime unter Generalverdacht stellen.

Würden Sie nicht machen, wie der Fokus vom Januar. Das hat nichts mit dem Islam zu tun. Kalaschnikow, doch. Ja gut. Der Fokus ist ja eigentlich nur die Vorstufe zum Journalismus. Sehen Sie, wir kommen in der Presse gar nicht vor. Immer nur der Islam. Wir werden dort geschwiegen. Hier kommt die ganze Zeit vor. Und die Bildzeitung hat sogar jahrzehntelang die Argumente geliefert. Lügenpresse. Kai Diekmann hat geschrieben, es gibt keine Lügenpresse. Moment, der Bildchef nimmt die Presse gegen den Vorwurf der Lügenpresse in Schutz. Auf die Pointe hätte ich mal kommen sollen. Interessant, wenn also der Bildchef sagt, es gibt keine Lügenpresse. Was meinen Sie? Das ist mir jetzt zu kompliziert.

Da machst du mir lieber bei der Sorgen. Gut, kümmern wir uns um Ihre Sorgen. Können wir nicht einmal über die wichtigen Dinge sprechen? In Berlin sind jetzt 50.000 Menschen auf die Straße gegangen gegen das Freihandelsabkommen. Wann nimmt die Politik diese Sorgen endlich ernst? An dieser Stelle, was unser Vizekanzler Gabriel in Davos zu diesen Sorgen zu sagen hatte. Schauen Sie sich das mal an. Nein, in der Zeitung kommt es nicht. Ich möchte schon darauf hinterhalten, dass hier begründete Sorgen als hysterische Ängste abgetan werden. Dann geht er zu Pegida und nimmt unbegründete hysterische Ängste ernst. Warum sind Sie so hysterisch? Ich bin nicht hysterisch, ich bin begründet.

Das TTIP ist die Versuch eine Paralleljustiz aufzubauen. Das ist eine Art Unternehmenscharrier. Charrier als Freihandelsabkommen macht mir jetzt aber auch doch Sorgen. Dann reden wir über Ihre Sorgen. Jetzt geht es schon wieder los. Können wir einmal über Inhalte reden? Seit Pegida haben sich die Anschläge auf Flüchtlingsheime verdoppelt. Ja, aber vielleicht sind die Anschläge auf Flüchtlingsheime nur der Ausdruck von Sorgen, von Nöten, von Ängsten. Vielleicht können diese Menschen ihre Sorgen nicht anders ausdrücken. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Abdelkarim, was wollen Sie denn gegen diese Sorgen und Ängste tun? Pegida, meine Ängste ist doch überhaupt nicht gesprochen worden.

Interessant. Was sind Ihre Sorgen? Ja, das kann ich Ihnen sagen, was seine Sorgen sind. Der NDR hat eine Umfrage veröffentlicht, da sagen viele Bürger, sie haben keinerlei Vertrauen mehr zu Menschen wie Ihnen. Das finde ich übrigens klasse, wie er bei der Anstalt immer die Presse rannehmt. Das liefert uns richtige Argumente. Sie sollen uns doch nicht gucken! Ich habe auch Angst vor meinen Lesern. Zuerst hatte ich Angst vor Leserschwund, dann kam die Leserkritik und jetzt die Kommentare. Sie können sich gar nicht vorstellen. Doch, ich schreibe die ja regelmäßig. Hören Sie mal, ich habe gelesen, in Deutschland sterben jedes Jahr 30.000 Menschen an Keimen in Krankenhäusern.

Macht Ihnen das nicht Angst? Sind das volkseigene Keime oder zugewanderte Keime? An islamisierter Gewalt sind in der Bundesrepublik bisher zwei Menschen gestorben. Interessant. Wollen Sie die islamistische Gefahr kleinreden, um ihr Ihre Sorgen zu nehmen? Nein, ich will Sie fragen, warum Sie nicht gegen die Verkeimung des Abendlandes auf die Straße gehen. Aber das machen wir doch! Keime sind gefährlich, wenn man ein schwaches Immunsystem hat. Und das kriegt man, wenn man kalte Füße hat. Und wo muss man sich die Schuhe ausziehen? Wegen der Religion? Ja, bitte. Ich muss ja ganz ehrlich, die Sorgen hätte ich auch gerne.

Habt ihr, das ist interessant, über Ihre Sorgen haben wir noch gar nicht gesprochen. Oft ist es einfach die Ungewissheit. Viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele. Ja, oft ist es einfach die Ungewissheit. Viele Flüchtlinge wissen nicht, sind ihre Verwandten in Syrien erschossen oder im Mittelmeer ertrunken. Tja, leider ist unsere Sendezeit nun zu Ende. Bleiben Sie aber dran, gleich folgt unser ZDF Special nachgehakt. Haben wir die Ängste und Sorgen der PG da wirklich ernst genug genommen? Guten Abend. Das war die Anstalt. Heute mit uns an Gästen Simone Solga. Rene Sido. Olade Karim. Wir distanzieren uns von dieser Seelung.

Bis zum nächsten Monat. Vielen Dank.

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