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Die gute Anstalt

Überall nur Katastrophen-Meldungen? Nicht mit der Anstalt. Maike Kühl, Claus von Wagner und Max Uthoff berichten von den schönen Seiten in unserer Gesellschaft und alles wird gut.

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Anstalt kritisiert die oft theatralische und manipulative Art, mit Armut und Ungleichheit umzugehen, insbesondere im Kontext von Spendenaktionen und politischen Interventionen. Die Sendung entlarvt paternalistische Ansätze und die fehlende Berücksichtigung der Realität der Betroffenen. Ein zentrales Thema ist die Frage der Selbstbestimmung und die Kritik an systemstabilisierenden Maßnahmen. Die Diskussion beleuchtet die Ineffektivität traditioneller Entwicklungshilfe und plädiert für pragmatischere Lösungen wie direkte Geldbeträge für Bedürftige. Die Satire wirft zudem Fragen nach der Rolle von Politik und Medien bei der Gestaltung von öffentlichen Wahrnehmungen auf.

Beschreibung ZDF

Überall nur Katastrophen-Meldungen? Nicht mit der Anstalt. Maike Kühl, Claus von Wagner und Max Uthoff berichten von den schönen Seiten in unserer Gesellschaft und alles wird gut.

Transkript 6.353 Wörter

Wunderschöner Musik Wer hat diesen Tests effekten verbraucht ? Was ist da dran ? Hören Sie sich das an? Gehen Sie doch! Gehen Sie doch! Ruhe! Haben Sie sich diesen Presse-Text einmal durchgelesen? Wer hat das verbrochen? Hier, 2025. Überall nur Katastrophenmeldungen, nicht mit der Anstalt. Meike Kühl, Klaus von Wagner und Max Uthoff berichten diesmal von den schönen Seiten unserer Gesellschaft. Und alles wird gut. Wer hat denn diese gequirlte Sche ... Herr von Wagner? Was haben Sie mit meinem Studio gemacht? Ich kann das erklären. Das war ich nicht. Also nicht direkt. Okay, es könnte sein ...

Frau Kühl und ich, der Redaktion gegenüber, haben gemerkt, dass wir in der Sommersendung etwas Positives versuchen wollen. Ein bisschen was Positives? Hier sieht es aus, als hätte sich ein Einhorn übergeben. Über Stunden, im Strand! Sie sehen aus wie das letzte Aufgebot der FDP. Das ist ja schon ... Fehlt nur noch, dass hier gleich Frau Kühl mit einer Federboa um den Hals tänzend die Showtreppe runterkommt und Udo Jürgens trällert. Wie kommen Sie denn da drauf? Immer wieder geht die Sonne auf Wieder bringt der Zach für uns ab Das ist die Sonne, die wir an uns haben Wir sind die Sonnen.

Wir sind die Sonnen Wir sind die Sonnen Und immer wieder geht die Sonne auf Und immer wieder geht die Sonne auf Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh. Immer, immer wieder geht die Sonne auf. Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh. Dunkelheit für immer gibt es nicht. Die gibt es nicht. Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh. Oh, oh, oh! Herr Utlock, ich weiß, was Sie jetzt sagen wollen. Das wissen Sie nicht. Angesichts der großen Katastrophen unserer Zeit, Klima, Kriege, Klöckner macht die Anstalt hier einen auf ZDF-Fernsehgarten, oder wie? Glauben Sie, mir hat das hier eben Spaß gemacht? Ja! Okay, schon ein bisschen. Ich lieb's! Okay, vielleicht, vielleicht ist es ein bisschen bunt.

Wir können ja ein bisschen Farbe rausnehmen. Besser? Sehen Sie, Herr Utlock, wir haben nun mal die Publikumsreaktionen auf unsere Sendungen in der letzten Zeit mal analysiert. Was gibt's da zu analysieren? Die Leute schauen den Anfang, schlafen auf der Couch ein, sagen sich, dass sie das Ganze in der Mediathek nochmal nachholen, was sie dann nicht tun. Das stimmt so nicht! Denn es heißt nicht Mediathek, sondern Anweisung von oben, Streamen im ZDF. Und da schauen uns die Leute nicht. Aber die, die uns schauen, die haben immer wieder eigentlich dieselben Reaktionen. Wir haben das mal zusammengefasst. Können wir es mal auf den Schirm legen? So, hier, die Anstalt, wieder viel geweint.

Drei Heulemojis. Ich würde ja lachen, wenn ich alles so traurig wäre. Oder ich schaue die Sendung gleich zusammen mit meiner Therapeutin. Entschuldigung. Nein, Moment, da steht noch irgendwas über mich. Da steht mein Name. Darf ich das bitte mal sehen jetzt hier? Ich möchte es lesen, ja? Warum lächelt Frau Kühl nie? Schade um das schöne Gesicht. Nur weil die Reaktionen der Zuschauer nicht ihrer Gefallsucht entsprechen, heißt das nicht, dass wir die Sendung ändern müssen. Das sind alles adäquate Reaktionen auf eine immer schlechter werdende Welt, die wir nun mal zeigen, wie sie ist.

Aber dieses ausschließlich negative Weltbild, das inzwischen wirklich überall gezeigt wird, das macht doch was mit den Menschen. Die gucken teilweise gar keine Nachrichten mehr. Die ziehen sich zurück. Ja, werden lethargisch. Ja, oder vollkommen gleichgültig. Ist das nicht das Gleiche? Das ist mir sowas schon egal. Mir auch. Sehen Sie, unsere Sendung macht depressiv. Wenn ich zu einer Party komme und den Raum betrete, wird es still. Herr von Wagner, das liegt aber nicht an der Sendung. Was wir sagen möchten, ist, könnten wir hier nicht auch einfach mal Geschichten des Gelingens erzählen? Gelingens?

Meinen Sie sowas wie Lars Klingbeil ist es mit seiner Brillanz gelungen, fast die ganze SPD gegen sich aufzubringen? Nein, ich meine positive Beispiele. Die zeigen, dass auf dieser Welt nicht alles schlecht läuft. Richtig, ich hatte völlig vergessen, dass wir im reichen besten Jahr noch einen Anspruch darauf haben, die schlechte Nachrichten aus dem Rest der Welt bei unserem Yoga-Ritrit gestört zu werden. Schauen Sie mal, dass die Lebenserwartung der Menschen auf diesem Planeten in den letzten 100 Jahren gestiegen ist. Das ist doch grundsätzlich erfreulich. Oder nehmen Sie Solarzellen. Die sind heute sowas von billig. Die haben früher 100 Dollar pro Watt gekostet.

Heute liegen die bei gerade mal 20 Cent. Das ist doch großartig. Während die fossilen Subventionen sind sieben Billionen Dollar jährlich. Aber die Ozone-Schicht ist anscheinend dabei, sich zu erholen, Herr Uthoff. Unter anderem, weil Sie ja gar nicht mehr so viel Haarspray brauchen. Wir wollen nichts schönreden, aber wir wollen auch mal sagen dürfen, wenn was schön ist. Also schönreden, Frau Kühlen. Man muss die Welt schwarz malen, damit die Leute wieder Lust auf Farbe bekommen. Die Leute haben Lust auf Farbe. Nehmen Sie mal Paris. Paris, da haben zum Beispiel die Bürger abgestimmt. Das ist die Lebensqualität für mehr Grün. Paris, war das nicht dieses gescheiterte Klimaabkommen?

Oder nehmen Sie Düsseldorf. Da war früher nur Beton. Jetzt steht da die größte begrünte Fassade Europas. Schön, aber wer will nach Düsseldorf? Dann nehmen Sie Tschechien. Da hat man versucht, einen Staudamm zu bauen. Man wollte ein ehemaliges Naturschutzgebiet renaturieren, also bewässern. Fangen Sie doch mal ab. Dann haben die Biber, ja, die Biber, ihrem Instinkt folgend, selber aufgebaut. Das heißt, verstehen Sie, genau da, wo das Umweltamt es vorgesehen hat. Die Biber haben vollendet, was der Mensch nicht vermocht. Sie haben mich überzeugt. Hab gewusst, mit dem Biber kriegen wir ihn.

Ich werde ab sofort auf Systemkritik verzichten und darauf vertrauen, dass tschechische Biber instinktiv wissen, wann deutsche Brücken sanierungsbedürftig sind. Darum kann man sich nicht über biologisch baubende Biber-Baumeister freuen, ohne von Ihnen als kindlich naiv abgestempelt zu werden. Hören Sie endlich auf, auch noch die schlimmsten Dinge krampfhaft ins Positive drehen zu wollen. Wahrscheinlich kommt gleich noch Herr Piers auf die Bühne und erzählt was Positives über Rassismus und Nazis. Wie kommen Sie denn da drauf? Apropos Nazis. Apropos Nazis. Apropos Nazis. Das Positive an Nazis ist ... Ach doch. Die grüßen sehr oft und gerne. Das machen die schon gerne.

Nicht immer grundgesetzkonform, aber eben, man kann nicht alles haben. Es geht ja generell um Hoffnung, dass wir wieder positiver werden und miteinander sprechen. Es geht um Dialog. Ich bin ein positiver Mensch. Ich glaube, auch mit Leuten reden zu müssen, deren Meinung ich nicht direkt bin. Eben auch mit Rassisten. Auch wenn es oft so erfolgsversprechend ist, wie der Versuch einen Waldbrand auszupinkeln. Aber Wurst, man muss es probieren. Auch wenn man nur einen erreicht, dann hat man was erreicht, versteht ihr? Das ist so wichtig da draußen. Man darf nicht zu viel Hoffnung haben. Das ist so ungefähr wie im Fitnessstudio im Januar. Kennen wir alle. Man meldet sich an.

Wir wissen, in 99,9% der Fälle wird es nichts. Rassisten in 88% der Fälle. Satire erst. Das ist ein feiner Florets der Satire. Aber manchmal bringt es wirklich was. Ich werde viel beschimpft in den sozialen Medien. Und ich versuche mit den Leuten in Kontakt zu treten. Ich möchte die umwiegen. Es läuft meistens gleich ab. Die steigen auch immer direkt mit einer Beleidigung ein. Da kommt kein Hallo oder ein kleines freundliches Heil. Immer direkt. Da hat mir einer geschrieben, Achtung, die Formulierung. Ihr N-Wort. Er hat die lange alte Version verwendet. Ich sage N-Wort. Ihr N-Wort. Seid schuld am Geduzid der weißen Rasse. Und ich dachte mir so, wow.

Das hat dein Gehirn einfach so durchgewunden? Das ist krass. Komplett ungeprüft. Prozessbeschleunigung. Raus damit. Brauchen wir nicht. Im Amt arbeiten, der Kerl. Genozid an der weißen Rasse. Ich habe geschrieben, alter, krasse Formulierung. Aber das musst du mir genauer erklären. Dann fing er an mit seiner wissenschaftlichen Theorie. Er meinte, ihr Schwarzen seid ja genetisch dominant. Und weil ihr mit unseren Frauen schlaft, was wir tun, wenn er das schon sagt, gibt es in 50 Jahren keine weißen Menschen mehr. Keine. Und ich war so ... Also, wenn du wirklich glaubst, dass wir in doch relativ naher Zukunft quasi die Herrenrasse sind, dann solltest du ein bisschen freundlicher sein.

Ich fand auch die Formulierung Genozid also durchbumsen. Die Idee war ja, das ist biologisch schon relativ ambitioniert. Oder? Ich bin jetzt nicht der Experte, aber nach dem Sex sind ja mehr Menschen. Was ist denn überhaupt weiß? Wo fängt denn das an? Wo hört das auf? Das ist ja sehr fließend. Hier gibt es ja verschiedene Abstufungen. In meinem Vaterland Nigeria z.B. gelt sogar ich als weiß. Da meinte ich mega, ich bin deutsch, damit ich auch weiß. Dann hat er geschrieben, du willst deutsch sein, ich zeig dir, wie deutsch du bist. Wir machen ein Experiment.

Wir fliegen zusammen nach Indonesien und fragen da die Einheimischen, wer von uns beiden der Deutsche ist und der, auf den die zeigen, den Pass behalten, hat er geschrieben. Und ich war plötzlich richtig neidisch auf die Indonesier. Der Typ ist Rassist und auf einmal Indonesier sind dafür gut, dass sie das Deutschsein bestimmen. Was haben die, was ich nicht habe, dass die auf einmal so Ethnogassing betreiben dürfen? Was ist die Faustregel von dem Typen? Wer scharf kocht, darf auch scharf urteilen. Weiß ich nicht. Und dann meinte ich, ja, natürlich werden die bei uns beiden auf dich zeigen als den Deutschen. Bevor wir das machen, ich habe ein Gegenexperiment.

Wir fliegen noch mal nach Indonesien, ein sehr gutes Land für Experimente. Und wir fragen diesmal die Einheimischen, wer von uns beiden der Rumäne ist und der, auf den die zeigen, der muss die rumänische Staatsbürgerschaft annehmen. Jetzt sitzt ein Bucharest fest und wir sind so was wie Brieffreunde geworden. Danke schön. Da war jetzt noch viel Positives dabei. Das war doch ein schönes Auto. Ja, schönes Solo. Ändert halt nichts an der Weltlage. Aber die Weltlage ändert sich doch mit jeder positiven Entwicklung. Egal wie klein sie ist. Das müssen auch mal so Salonlinke wie Sie akzeptieren. Jetzt nehmen wir uns da mal so Beispiele von Menschen, die die Welt verändert haben, in ihrem Sinne.

Gucken Sie mal hier. Da sehen Sie die GKN-Fabrik. Das sind die Mitarbeitenden und Mitarbeiter dort und das war ein Zulieferer für Ferrari. Die sollten geschlossen werden. Das haben die nicht akzeptiert, sondern haben die Produktionsmittel in die eigene Hand genommen und jetzt kreieren sie Lastenfahrräder. Die Revolution kommt also auf Lastenfahrräder dahin. Ich höre den fossilen Kapitalismus schon zusammenbrechen. Das ist wirklich falsch. Dann nehmen Sie Indonesien. Da haben die jetzt ein großartiges Projekt aufgelegt. Kostenfreies Schulessen für 80 Millionen Kinder und Schwangere. Das ist eine wirksame Maßnahme gegen Mangelernährung.

Jetzt müssen wir nur noch die 733 Millionen Menschen, die weltweit an Hunger leiden, irgendwie an indonesische Schulen bringen. Das ist ein ehrenwertes Beispiel, aber es bleibt halt ein Einzelbeispiel. Die Welt besteht nun mal aus Milliarden von Einzelbeispielen. Völlig korrekt. Dann zähle ich Ihnen jetzt mal die ganzen Negativbeispiele auf. Wie ist denn in Ihrem Körper keine einzige winzige Faser übrig, die sich über positive Nachrichten freuen könnte? Ich habe nicht die Mühe. Aber er hat doch früher bestimmt auch ein... Das letzte Mal gelächelt hat er 2005 und da ist Scharping vom Fahrrad gefallen. Herr von Wagner, zeigen Sie ihm den Hund.

Frau Köhl, wir hatten gesagt, zuerst die positiven Beispiele... Zeigen Sie ihm den Hund! Herr Uthoff, drehen Sie sich bitte um. Das ist Luffy. Luffy! Herr Uthoff, Luffy ist ein kleiner Hund im Rollstuhl, der jetzt endlich adoptiert wurde. Frau Köhl, Ihre Versuche, an meinen niedrigsten Instinkte zu appellieren, lassen mich völlig kalt. Ist das eine Träne in Ihrem Auge, Herr Uthoff? Es ist Pollen-Saison. Dienstag, 15. Juli, 22.32 Uhr. Herr Uthoff ist gerührt. Ist er nicht. Ich frage mich nur, warum dieser zugegeben sehr süße Hund überhaupt einen Rollstuhl braucht. Könnte es sein, weil er von Menschen überzüchtet worden ist? Reiß mir wirklich mal meine Fresse, Herr Uthoff!

Die Welt braucht mir Liebe, Sie Arschloch! Hör auf! Entschuldigung! Hallo! Klopp mal! Hallo! Hey! Wäre das jetzt ein guter Zeitpunkt für eine positive Nachricht? Der Beste! Haben Sie vielleicht etwas Positives über Liebe? Die einen sagen so, die anderen so. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet. Einfach nur, weil sie eine Frau war. Das, liebe Mitmedien und Mitmenschen, nennt man übrigens nicht Ehe-Tragödie oder Beziehungsdrama, sondern Femizid. Das ist ja ein sehr wichtiges Thema. Wo genau ist da jetzt die positive Nachricht? Na ja, dass 50% der Bevölkerung in Sicherheit sind! Warum? Weil sie Männer sind!

Es gibt bei dem Thema natürlich schon was Positives. Ja, es tut sich was. Also vielleicht nicht hier in Deutschland, aber in meiner Heimat. Dem Land von Tapas, Flamenco und feministischer Verfassungspolitik. Say what? Ich weiß, Feminismus und Spanien bringt man ungefähr so zusammen wie Markus Söder und eine rote Beete-Bowl. Also... Ja, klar. Was hat Spanien, was Deutschland nicht hat? Hier ein paar Beispiele.

In Spanien gibt es zum Beispiel bezahlte Krankentage bei starken Menstruationsbeschwerden, das Recht auf Abtreibung in öffentlichen Krankenhäusern, gesetzliche Gleichstellung von Regenbogenfamilien, Selbstbestimmungsgesetz, Gesetz gegen sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz, Mehrmittel für Frauenhäuser, Schutzprogramme und psychosoziale Betreuung. Streber auf Spanisch heißt übrigens Emporion. Und weiter, liebe Freundinnen der gepflegten Gleichberechtigung, oder wie wir in Spanien sagen Queridas feministas con cojones. Catcalling ist in Spanien seit 2021 strafbar. Kein, kein, kein... Sonst Geldstrafe. Außerdem... Außerdem heißt es jetzt schon seit drei Jahren solo CSC.

Nur ja heißt ja. Kein, sie hat ja nicht nein gesagt, kein, war der Rock nicht auch ein bisschen kurz? Zustimmung oder Strafbarkeit? So einfach kann das sein. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das Land der Stierkämpfe das Prinzip Konsens besser versteht als ein Christdemokrat christliche Werte? Noch ein Unterschied. Noch ein Unterschied. In Spanien kriegen Täter, die wiederholt und vergriffig sind, schon seit 2009 Nein, keine Stadion Tour und keine Fernsehsendung. Nein, sie kriegen digitale Aufmerksamkeit in Form einer Fußfessel mit GPS Überwachung. Auf Wunsch plus Tracker für das Opfer, welches zeitgleich mit der Polizei gewarnt wird, sollte sich der Täter nähern.

Nicht das Opfer muss fliehen, der Staat schützt. Und durch das 2009 eingeführte VioGen-System sind Polizei, Gerichte und Sozialarbeiter dafür digital vernetzt. Und die gute Nachricht. Seit der Einführung kein einziger Mord durch einen Täter mit Fußfessel. Null. Nada. Zero. Klar, das System kann man noch optimieren. Aber während in Spanien diskutiert wird, wie man Betroffene noch besser schützen kann, muss man sich fragen, ob das in Deutschland überhaupt jemanden interessiert. Gewalt in Deutschland. Gewalt in Deutschland darf einfach keinen Platz haben gegen Frauen. Das kommt nicht von mir. Das kommt von Mr. Burns. Ähm, Merz.

Noch im Wahlkampf hat er einen nationalen Aktionsplan gefordert, der Frauen besser schützt und Täter konsequent zur Verantwortung zieht. Unter anderem durch eine klare Finanzierung von Frauenhäusern und den Einsatz moderner Mittel wie der Fußfessel. Und das Gute ist jetzt. Erfordert das immer noch. Und er hat auch noch ein paar Jahre Zeit. Viele Frauen allerdings nicht mehr. Als ich diesen Text vor drei Wochen geschrieben habe, gab es in diesem Jahr bereits 46 Femizide in Deutschland. Jetzt sind es 51. Wie viele noch? Keine mehr. Ni una menos. So kann man doch auch mal an ein Thema ran. Mit Positiven. Ich weiß, was Sie gleich wieder sagen.

Wenn man sich zu sehr auf die positiven Einzelheiten stürzt, dann läuft man Gefahr, den Kapitalismus gesund zu beten. Ich weiß ja auch, aber Herr Uthoff, wir müssen uns mal ehrlich machen. Kann man nicht vielleicht, wie auch mal, unter Umständen sagen, dass die Welt im Kapitalismus punktuell, nicht nur, wie Sie das immer so elegant in Ihrem schwarzen Anzug auf die Bühne bringen, schlechter geworden ist, sondern am Ende vielleicht sogar besser. Wie war es denn bei der Hochzeit von Jeff Bezos? Ich war nicht bei der Hochzeit von Jeff Bezos. Das ist genau das, was jemand sagen würde, der bei der Hochzeit von Jeff Bezos war.

Was würde denn jemand sagen, der nicht bei der Hochzeit von Jeff Bezos war? Ich war bei der Hochzeit von Jeff Bezos? Ich wusste es. Ich kann doch auch nichts dafür, dass die Welt während des Kapitalismus in Teilen auch besser geworden ist. Es tut mir ja auch leid, aber global sterben halt immer weniger Kinder. Und es gibt auch immer weniger Seuchen, weil die Impfquote steigt. Und zu allem Überfluss haben wir auch noch das hier. Was ist das, Ihre Beliebtheitswerte? Das ist der wichtigste Indikator für den Zustand der Welt. Das ist die Entwicklung der extremen Armut. Ich finde es ja auch nicht gut.

Aber 1990, schauen Sie mal, da extreme Armut, da sind wir etwa bei, was weiß ich, 44% der Menschen. Jetzt leben in extremer Armut doch 9,7%. Unter 10% in den letzten 35 Jahren ist es gelungen, 1,5 Milliarden Menschen aus der extremen Armut zu holen. Das ging komplett an mir vorbei. Die Ignoranz muss man sich erst mal leisten können. Sie sind ja nicht allein. Die meisten Menschen glauben, mit der extremen Armut ist es irgendwie mehr geworden oder stagniert. Die Menschen in den reichen Ländern sind total pessimistisch bei diesem Thema. Ich frage mich warum. Weil sie in unsere Sendung gucken.

Und deswegen müssen wir die Sendung ändern, denn die Leute sind bei sich selber gar nicht so pessimistisch. Sie sind gar nicht so schwarz. Sie sind relativ optimistisch. Das ist doch unlogisch. Ich verstehe, das ist seltsam. Aber mir geht das ja auch so. Ich zum Beispiel sehe für meine Zukunft nur rosig. Machen wir allerdings um Sie große Sorgen. Ihnen laufen die Parodien davon. Merkel weg, Lindner weg, Habeck weg. Und den Thorsten Hoffmann traue ich Ihnen nicht zu. Obwohl der schließlich Minister ist. Geben Sie mir drei Wochen, dann habe ich den drauf. Den habe ich gerade erfunden. Den könnte ich trotzdem.

Kennt nicht mal das Kabinett und will den Leuten weismachen, dass es um die kapitalistische Welt gar nicht so schlecht bestellt ist. Ich finde die positiven Seiten vom Kapitalismus ja auch problematisch. Aber die Daten sind nun mal da. Deswegen heißen sie auch Daten. Sagen Sie es nicht, sagen Sie es nicht, weg denn. Es war schon unterwegs. Man muss das eben raus. Schauen wir mal nach China. Schauen wir uns mal dieses Beispiel an. 1980 in China. Da waren 90% der Menschen extrem arm. Und jetzt die Armut in China, die Extreme, nahezu verschwunden. China ist jetzt aber nicht so ein wahnsinnig gelungenes Beispiel für den Sieg des Kapitalismus, oder? Dann nehmen wir eben Afrika, Subsahara.

Hier schauen Sie mal. Da Armut 1990. Jetzt sind wir hier bei um die 60%. Jetzt sind wir hier bei 45,2%. In absoluten Zahlen leben heute in Afrika mehr arme Menschen als 1990. Das stimmt, aber das ist warum? Wegen des Bevölkerungswachstums. Schauen Sie, nicht die Armut ist mehr geworden, sondern sollen die... Zahl der Armut. Neu. Neu. Wie klingt das? Sie klingen exakt wie Bill Gates oder diese Stephen Kinker. Diese Gesundbilder des Kapitalismus. So einen typischen Cover. Jetzt kannst du dich auch gerne mal wieder raushauen. Dummerweise alle Forscher zu dem Thema extreme Armut sagen, die extreme Armut auf der Welt wird weniger. Wo beginnt denn bei Ihnen extreme Armut?

Da muss man die Weltbank fragen. Die sagt so bei 3 Dollar. Okay, okay. Das ist in der Tat ein lausiger Stundenlohn. Pro Tag. Für alle Grundbedürfnisse? Das deckt nicht mal mein Grundbedürfnis an Espresso. Es geht auch nicht um Espresso. Ich habe ausgerechnet, was es kosten würde, einen Menschen mit Kalorien zu versorgen. So 2100, die er zum Überleben pro Tag braucht. Aha, also ohne Unterkunft. Ohne Gesundheitskosten. Ohne soziales Leben. Das ist also keine Armutsgrenze, sondern mehr so eine Dahin-Vegetationsgrenze. Sagen Sie, das wäre doch ein hübsches Thema gewesen für Smalltalk am Buffet in Venedig mit ihrem Kumpel Bezos. Jeff ist nicht mein... Herr Bezos. Er ist nicht mein Freund.

Wie kommt man denn auf diese... Wie kommt man denn auf diese Mindestzahl von Kalorien? Man misst den Kalorienverbrauch von einer moderaten Tätigkeit im Sitzen. Gott sei Dank haben die meisten Armen der Sahels-Uni ja einen klassischen Bürojob. Wo läge die Armutsgrenze denn eigentlich bei einem Leben ohne Mangelernährung? Ja, das ist ein Forscherteam der Uni Göttingen zusammen mit Miserio. Die haben gesagt, so 6 Dollar am Tag. Haben Sie dafür auch eine Kurve? Also wir haben jetzt erstmal die Kurve nicht für die... wo es halt 3 Dollar am Tag gibt. Da sieht man ja hier, wie es runtergeht. Und für die 6 Dollar haben Sie auch eine Kurve, oder? Da haben wir auch eine Kurve. Wollen Sie die sehen?

Die würde ich sehr gerne sehen, ja. Das wäre also die hier, jetzt wenn die... Aha! In Wahrheit gibt es also nach der Definition 2,6 Milliarden arme Menschen auf dieser Welt. Das ist ein Drittel der Weltbevölkerung. Der Kapitalismus. Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden. Aber die Kurve zeigt doch nach unten. Wenn ich die Herren Welt verbessere, vielleicht mal kurz unterbrechen dürfte. Oh nee, nicht die Moral. Bitte nicht die Moral. Die ist immer so streng und die lächelt auch nie. Eine Frage. Wie viele Menschen haben Sie denn in den letzten Minuten aus extremer Armut rausgeholt? Das mit den Zahlen macht Herr von Wagner.

Ihnen, Herr Utthoff, Ihnen geht es doch überhaupt nicht um die Bekämpfung der Armut. Sie wollen sich einfach nur an Ihrem Lieblingsgegner dem Kapitalismus abarbeiten. Hören Sie der Moral mal ruhig zu. Und Sie, Herr von Wagner, mit Ihrem verklemmten Optimismus, der führt auch in die Irre. Hören Sie der Moral ruhig mal zu. Sie haben doch den völlig falschen Maßstab. Wir dürfen doch die Armut nicht daran messen, wie sie früher war, sondern daran, was heute möglich wäre. Und da komme ich auch schon zu der guten Nachricht. Sie beiden sind gar nicht so weit voneinander entfernt. Sie sind daran gut. Gucken Sie mal, Herr Utthoff. Sie sind hier. Hahaha. Richtig gut getroffen.

Und Sie, Herr von Wagner, Sie sind hier. Ah, Naivität hat ein Gesicht. Sehen Sie das? Sehen Sie das? Sie haben eine Schnittmenge. Das heißt, gemeinsam könnten Ihre beiden doch sehr beschränkten Perspektiven auf ein höheres Bewusstseinsniveau gelangen. Und wie soll das aussehen? Na so. Gucken Sie sich das mal an. Ja. Herr Utthoff. Herr Utthoff, Sie sagen, die Welt ist schlecht. Stimmt. Herr von Wagner, Sie sagen, die Welt ist besser geworden. Stimmt auch. Stimmt beides. Mein Anspruch lautet, die Welt könnte noch viel besser sein. Sehen Sie, es geht doch eigentlich darum, dass es heute überhaupt keine Armut mehr geben müsste. Also Sie müssen weg von den Kurven. Hey, welche Kurven?

Also hin zum Kuchen. Oder noch mehr Kurven. Hey, hey. Sagen Sie, wollen Sie vielleicht mit Marie-Antoinette sagen, dass wenn die Armen kein Brot haben, sie vielleicht Kuchen essen sollen, oder? Also erstens stammt dieses Zitat von Jean-Jacques Rousseau und lautet, zweitens, dann sollen die Armen halt Brioche essen und drittens, das ist doch jetzt gar nicht. Es geht darum, dass der Wohlstandskuchen anders verteilt werden muss. Ja, aber müsste es da nicht Wohlstands-Brioche heißen? Schnauze! Zum Augen, zum Kuchendiagramm. Das gilt auch für Sie. So, das hier, das ist das Einkommen der gesamten Welt.

Und jetzt schätten Sie mal, was kostet es wohl, alle Menschen aus der schlimmsten Armut rauszuholen? Zwei Billionen Dollar. Zwei Billionen Dollar. Finden wir das viel? Das ist nichts. Gucken Sie mal, das ist 2,2% des globalen Einkommens. Das heißt, im Vergleich zum Reichtum der Welt ist die Armut eigentlich ein winziges Problem. Das kann nur eins bedeuten. Jetzt holen wir uns das Geld von den Reichen. Jetzt geht's Ihrem Kumpel Besos an den Kragen. Er ist nicht mein Kumpel! Warum waren Sie bei der Hochzeit? Ich war nicht bei der Hochzeit. Das ist doch eine Revolution. Das letzte Mal, als Sie versucht haben, Revoluz... Oh, ja. Ja, wuh. Wuh. Was soll denn das? Schauen Sie, sehr schön. Gute Sie.

Sie klatschen auch bei allen. Das letzte Mal, als er versucht hat, Revolution zu machen, hat das ZDF ihn gesperrt. Sie wollen also eine Revolution gegen die Reichen der Welt. Sind Sie da ganz sicher? Absolut sicher. Meinetwegen. So sei es. Vielen Dank. Ich hab ein bisschen Angst zu fragen. Wer sind Sie? Wir sind das Bündnis zur Enteignung der zigtausenden oberen Superreichen. Kurz Besos! Jetzt, wo ich es höre, ich hab Angst, noch mal zu fragen. Wer sind Sie? Wir sind die Weltrevolution. Das ist für Sie, Herr Uthoff. Ich hab so lange auf Sie gewartet. Was wollen wir als erstes machen? Die oberen 5% identifizieren. Sie zwingen, die globale Armut zu beseitigen.

Denen gehört 30% des Welteinkommens. Dass ich das noch erleben darf. Ich höre die Reichen schon winseln. Ich bin doch gar nicht so reicher. Wen knöpfen wir als erstes vor? Klaus Michael Kühne, Dieter Schwarz, die Frage ist doch, wie können wir mitmachen? Füllen Sie bitte dieses Formular aus. Mitgliedsantrag, Mitgliedsantrag muss sein. Hier bitte erst mal Ihr Jahresgehalt vom ZDF. Ah, wegen der Mitgliedsgebühr. Eine Null fehlt noch. Zugriff. Wir haben einen ... Ein Reicher, ein Reicher! Was soll denn das heißen? Fesseln. Moment, entschuldigen Sie mich, was ist denn hier los? Hände auf den Rücken. Mit einem Netto-Jahres-Einkommen gehören Sie bereits zum oberen Prozent der Weltbevölkerung.

Aber ich bin gar nicht so reich. Was ist denn das da überhaupt? Was ist denn das da? Was ist denn das da überhaupt für ein Rechner, den Sie da benutzt haben, da im Netz? How rich am I? Den gibt es wirklich. Haben Sie für Herrn Utthoff vielleicht auch noch einen How poor do I feel Rechner? Nein, den hat noch Friedrich Merz. Aber ich bin höchstens gehobener Mittelstand. Sind denn da meine Exorbitanten Lebenshaltungskosten? Keine Sorge, alles einberechnet. Wirklich? Ich meine allein die Miete. Und der teure Wein und die Miete für den Weinkeller. Ja, hören Sie mal, ich habe zwei Kinder. Ja, das ist teuer, aber das bringt Sie noch lange nicht unter fünf Prozent.

Da kennen Sie meine Kinder schlecht. Warum nehmen Sie nicht den da drüben? Der ist ja viel jünger als ich. Der kann noch viel länger reich sein. Aha, verdienen Sie etwa auch so viel wie er. Nein, nein, nein. Ich mache ja nur die Hälfte der Sendung. Das reicht immer noch. Das reicht für die oberen fünf Prozent. Mitkommen! Die Kühe, wo ist denn die? Die hat sich rechtzeitig verdrückt. Die ist ja nicht so doof wie Sie. Revolution gegen sich selbst. Warum machen Sie denn das? Wir sind links. Ja, und reich. Aber es muss doch einen Unterschied geben, ob man reich wird, weil man erbt, oder ob man reich wird, weil man Reichtum elegant kritisiert. Keine Angst. Keine Angst. Es tut gar nicht so weh.

Holen Sie sich nicht das Geld erst bei Jeff Bezos. Wenn Sie die reichsten Milliardäre der Welt, wenn Sie den 1,5 Prozent von Ihrem Vermögen nehmen, dann könnten Sie damit die Armutslücke schließen. Für die Menschen im globalen Süden sind Sie bereits super reich. Ja, aber jetzt entnehmen Sie doch mal so einen Durchschnittsverdiener. Geben Sie den doch mal ein in Ihren komischen Rechner. Brauche ich nicht eingeben. Der Durchschnittsverdiener hat mit 33.300 Euro Nettoverdienst. Gehört er bereits zu den oberen 2,5 Prozent der Weltbevölkerung. Gehört er bereits zu den oberen 2,5 Prozent der Weltbevölkerung. Gehört er bereits zu den oberen 2,5 Prozent der Weltbevölkerung.

Ich würde die Revolution nochmal durch eine Excel-Tabelle jagen. Wenn das bedeutet, nicht wahr, dass auch der deutsche Durchschnittsverdiener dran ist. Das ist ganz schlecht für die Außenwirkung. So. Los geht's. Noch einen letzten Wunsch. Hören Sie mal. Moral. Warum tun Sie denn nicht die Sürze? Doch für einen guten Zweck. Okay, dann hätte ich einen letzten Wunsch. Ich würde gerne einmal von Proustlesen auf der Suche nach der Verlorenen Fähigkeit Proustlesen auf der Suche nach der Verlorenen Zeit. Proustlesen auf der Suche nach der Verlorenen Zeit. Hören Sie, Herr von Wagner. Jetzt. So auf den letzten Meter. Wollen wir uns da nicht vielleicht duzen? Was? Proust. Proust. Auf gar keinen Fall.

Gott sei Dank. Gott sei Dank. Hey, hey, hey. Was ist da los? Hey, hey. Die Moral dankt. Hat doch gar nicht wehgetan, oder? Und jetzt schnappen wir uns die Kühl. Die ist da hinten raus. Die kleine Ratte. Wir holen sie uns. Wir leben. Wir leben. Herr von Wagner, wir leben. Warum lächeln Sie denn nicht? Weil ich jetzt Proust lesen muss. Dann kümmere ich mich jetzt mal um die gerechte Verteilung Ihres Geld. Dann kümmere ich mich jetzt mal um die gerechte Verteilung Ihres Geld. Das machen wir mal. Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder? Immer wenn es konkret darum geht, mal was abzugeben, Immer wenn es konkret darum geht, mal was abzugeben, dann zeigen Sie auf die Reichen da oben.

Und wenn Sie an die nicht rankommen, dann entdecken Sie plötzlich den Durchschnittsverdiener, den man nicht zu sehr belasten darf. Hauptsache Sie müssen nichts abgeben. Aber hier schöne Anstalt, schön krimpe Preise. Aber hier schöne Anstalt, schön krimpe Preise. Das wird mir jetzt viel zu moralisch. Das muss man alles politisch lösen. Wie denn? Ich will ja was abgeben, aber dafür braucht es eben weltweit ein ganz anderes. Sind Sie eben progressives, konsequentes, lückenloses, kompromissloses. Sind Sie eben progressive, konsequentes, lückenloses, kompromissloses. Sind Sie eben progressive, konsequentes, lückenloses, kompromissloses. Jetzt gehen Ihnen die Aktive auf. Steuersystem.

Das heißt, man belastet und progressive die Armen jeweils in den Ländern entlastet. Das heißt, man belastet und progressive die Armen jeweils in den Ländern entlastet. Jetzt lassen Sie mich raten, das dauert eben seine Zeit. Das dauert eben seine Zeit. Okay, wenn man das richtig machen will. Dann erzählen Sie das mal dem Kind, das da hinten ertrinkt. Dann erzählen Sie das mal dem Kind, das da hinten ertrinkt. Wo ertrinkt ein Kind? Tatsächlich. Das sieht so aus, als ob da ein Kind ertrinkt. Ja. Warum hilft denn da niemand? Das ist die Frage. Der Moralfilosoph Peter Singer vergleicht Menschen, die unter extremer Armut leben mit einem ertrinkenden Kind.

Der Moralfilosoph Peter Singer vergleicht Menschen, die unter extremer Armut leben mit einem ertrinkenden Kind. Ein Kind, das in einem Teich ertrinkt, um den Menschen untätig rumstehen, obwohl sie gefahrlos helfen können. Das ist moralische Erpressung. Das Kind ertrinkt halt. Wie hoch ist denn das Wasser? Sie können stehen, das ist hüfthoch. Sie können stehen. Sie haben wirklich gar nichts zu verlieren. Höchstens Ihre Schuhe. Oh, die sind selten. Das sind so Snicker, die man nicht überall ... Also, das habe ich sehr lange gebraucht, um die ... Ich finde auch, die sind selbst für Ihre Verhältnisse ganz schön ansehnlich. Wo haben Sie die her?

Die habe ich so aus einem kleinen Hinterhofladen in Berlin. Ich unterbreche Sie ja wirklich ungern da hinten, aber spüren Sie nicht einen gewissen moralischen Druck, diesem Kind hier jetzt zu helfen? Wie gesagt, es kostet Sie höchstens Ihre Schuhe. Okay, Sie haben recht. Oh. Gut. Was machen Sie da? Sie haben doch gesagt, das kostet Schuhe. Oh, okay. Ein Moment, ich habe noch eine andere Idee. Mein Kollege, Herr von Wagner, immer hilfsbereit, immer ganz vorne, wenn es darum geht, anderen Menschen ... Was macht er denn jetzt? Er holt seine Tafel ... Ah, clever. Er möchte wahrscheinlich die Tafel als Fluss benutzen, um dem Kind zu helfen, wie Jack bei Titanic.

Nein, ich will dem Kind erklären, wie es in diese Lage gekommen ist. Erst wenn man seine Situation wirklich begreift, dann kann man langfristig daran auch etwas ändern. Wichtig ist, du trägst daran keine Schuld, okay? Das liegt an unserer Weltwirtschaftsordnung, dass Menschen wie du sich nicht über Wasser halten können. Und zwar weil der globale Norden, dem globalen Süden Rohstoffe klaut, Steuern entzieht, dann seinen Müll dort ablädt, nicht Umweltschäden hinterlässt und dann auch noch den Handel stört. Das Kind ertrinkt immer noch. Ja. Dabei habe ich es so schön erklärt. Wir lassen dieses Kind ertrinken. Schon schlimm. Schlimm, ja. Aber steckste nicht drin. Helfen Sie jetzt oder nicht?

Mir geht die Hilfe hier irgendwie nicht weit genug. Sie haben doch von Wagner gehört. Wir müssen nach den Ursachen ran. Was wir brauchen, ist einen Zaun. Sonst helfen wir ja nur diesem Kind nicht. Aber verhindern nicht, dass auch in Zukunft noch andere Kinder da reinfallen. Damit ist ja niemandem geholfen. Doch, diesem Kind. Wo sind eigentlich die Eltern? Wo sind die? Ich habe das Gefühl, es wird ja schon geholfen. Wo denn? Ich sehe nichts. Entwicklungshilfe, die fließt hier in Richtung des Kindes. Erstens heißt das Entwicklungszusammenarbeit. Und zweitens, die beläuft sich auf 0,7% des BIP. Was drittens demnächst gekürzt werden soll.

Was irgendwie total schade ist, weil wir es viertens in den letzten 50 Jahren lediglich 5-mal geschafft haben, diese Summe zusammenzubekommen. Unter anderem, weil 5. Ausgaben für Geflüchtete in Deutschland als Entwicklungshilfe verbucht werden. Wir zahlen Entwicklungshilfe an uns selbst. Es heißt Entwicklungszusammenarbeit. Es ist dem Kind scheißegal, wie das heißt. Es ertrinkt immer noch. Ich finde es auch schlimm. Aber wir können nicht jeden einzeln retten. Aber Armut ist laut UN-Agenda das drängendste Problem der Welt. Darüber sollten wir eine Sendung machen. Dass wir von einem System profitieren, das solche Kinder ertrinken lässt.

Aber wenn Sie von diesem System profitieren, ist Ihre persönliche, moralische Pflicht dem Kind zu helfen. Wenn Sie es so ausdrücken. Was machen Sie jetzt schon wieder? Ich ziehe mich aus. Zu doof, um aus dem Bus zu gucken. Das ist doch nur ein Bild. Das sagen Sie jetzt. Jetzt hätte ich es fast gerettet. Ich komme wirklich an meine Grenzen. Sie sollen spenden. Dafür müssen Sie sich nicht mal nackig machen. Der Philosoph Thomas Poggart hat ausgerechnet, dass die fünf reichsten Prozent der Welt die schlimmste Armut bequem beseitigen könnten. Sie müssten dafür 6 % Ihres Einkommens spenden. Das ist eine Charity.

Wir mögen es nicht so gern, dass die Armen abhängig sind von unseren freiwilligen Spenden. Wir finden das erniedrigend. Dann spenden Sie unfreiwillig. Welche politische Kraft soll das durchsetzen? Sie können das durchsetzen. Sie haben die absolute Mehrheit über sich. Sie haben keine Ahnung, wie stark die Opposition ist. Die fordern die ganze Zeit Jacken. Die fordern Urlaub. Schönere Kleidung. Oder Schuhe. Wenn ich als Einziger helfe, dann ... Was dann? Dann bin ich der Depp, oder? Nein. Dann haben Sie ein Kind gerettet. Dann sind Sie ein Held. Verstehen Sie nicht? Die gute Nachricht sind Sie. Sie alle. Ein Held mit den wenigen Euros. Genau. Für Sie sind das ein paar Euros.

Aber für die Ärmsten der Welt bedeuten 50 Euro ein Monat überleben. Herr von Wagner, Sie haben einen riesigen Hebel in der Hose. Ich weiß, aber ... Was hat das mit der Armut zu tun? Ich meinte Ihr Portemonnaie. Ich auch. Bei dieser Spenderei weiß man gar nicht, was am Ende bei den Leuten ankommt. Wissen Sie, wann am wenigsten ankommt, wenn Sie gar nicht spenden? Eine Organisation wie GiveDirectly leitet das Geld direkt an die Menschen, die es am dringendsten benötigen. Ohne Auflagen. Schluss mit den Ausreden. Wir gehen jetzt Spenden sammeln. Bitte schön. Herzlich willkommen zu unserer Spenden-Hotline. Die Telefone sind jetzt freigeschaltet. Fast typisch, oder? 2 Mio.

Zuschauer und keiner ruft an. Weil Sie bestimmt wieder so grimmig gucken. Wenn Sie einmal lächeln würden. Vielleicht könnte jemand ein Charping vom Fahrrad schmeißen. Haben wir denn eine Nummer eingeblendet? Sie haben das Prinzip nicht verstanden. Wir gehen los. Ran an die großen Fische. Bitte schön. Einfach? Ja, einfach. Entschuldigen Sie die Stimmung. Klaus und Wagner hier. Ich bin von der ZDF-Satire-Sendung. Nicht die heute schon. Die macht Olli Welke. Nein, das macht Till Reinhardt. Der ist ARD. Hören Sie, ich habe einen Vorschlag für Sie. Vielleicht hätten Sie Lust. Vielleicht mit 50 Euro. Wenn es Ihnen nichts ausmacht. Arme Menschen aus der Armut retten. Wollen Sie nicht? Okay.

Meine Güte, Sie sind ja softer als ein Coldplay-Album. Herr Piers, Sie zeigen ihm, wie das geht. Jawoll. Servus, Stefan, alter Hundelunge. Durchruf an wegen der Spenden gegen extreme Armut. Ja, du. Was soll das heißen? Knapperikasse. Wer war gerade in Frankreich? Stefan, genau. Und da vorne Südtirol. Was kommt als Nächstes? Cardo fahren am Etna? Außerdem habt ihr hier Netflix. Disney Plus. YouTube Premium sogar. Warum das denn? Weil du es in der Werbung sehen willst. Sag doch dem Ralf Schumacher, was dein Auto wert ist. Also, wie schaut es aus? Sehr gut. Ja? Ui. Stefan, sag das mal nicht der Sabine. Wir sehen uns. Wow. Ich habe verstanden. Man appelliert ... Moment. Hey, Jeff.

Ja, das war eine geile Party. Du, wirklich tolle Hochzeit. Ich wollte nur, falls du die Fotos vom Junggesellenabschied nicht in der Öffentlichkeit sehen willst, 6 % Spenden von deinem Einkommen. Er macht es. Das muss jemand ausrechnen. Das ist riesig. Jeff. Haha. Yeah? Yeah, fuck you too. Ich glaube, er überlegt sich das. Herr Spahn, habe ich richtig verstanden. Sie können uns Spenden im Wert von 30.000 Euro klarmachen. Das kostet den Steuerzahler 3 Milliarden. Danke, wir rufen Sie an. Ein gewisser Max-U fragt, ob es nicht systemstabilisierend sei, wenn wir die extrem Auswirkung des Kapitalismus, die negativen Durchspenden, abfedern würden.

Fragen Sie ihn, ob er es systemkritisch findet, wenn er sein Geld behält. Die Frage ist ... Ich finde es paternalistisch, wenn man den Armen Geld gibt und ihnen sagt, was sie damit machen sollen. Bei Gift Directly fließt das Geld direkt an die Menschen. Dann weiß ich nicht, was Sie mit dem Geld machen. Die Armen wissen doch selbst am besten, wie sie ihr Geld verwenden. Aber ich will nicht, dass das Geld für Alkohol ausgegeben wird. Wofür würden Sie das Geld ausgeben, wenn Sie es nicht spenden? Für Alkohol, wieso? Bin ich da? Bin ich da bei der Intentanz? Ja? Ihr vom ZDF könnt ja auch ruhig was spenden. Ihr bezahlt auch diese teuren Sportrechte. Und diese Talkshows.

Absetzen und spenden, alles. Ja, ja. Meinen Wegen sparen Sie sich auch diese dämlichen Satiresendungen. Mir doch egal. Die Anstalt. Klar, warum nicht? Weg damit! Ja, danke. Oh, shit. Das war die Anstalt. Heute mit Julia, Janis Martin und Simon Kiel. Vielen Dank.

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