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Die Plastik-Anstalt

Max Uthoff und Claus von Wagner werfen einen satirischen Blick auf das aktuelle Recyclingsystem. Ist es nachhaltig und zukunftssicher oder für die Tonne?

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Episode 'Die Plastik-Anstalt' untersucht die Ineffizienz und die oft zirkulären Probleme des modernen Müllsystems. Sie kritisiert die vermeintliche Kreislaufwirtschaft, die durch ungenaue Recyclingquoten, eine übertriebene Konsumgesellschaft und die Verantwortungslosigkeit von Herstellern und Politikern untergraben wird. Die absurden Praktiken der Müllentsorgung, wie das 'Recycling' von Pet-Flaschen oder die Verlegung von Müll in ferne Länder, verdeutlichen die Komplexität und die fehlende Nachhaltigkeit der aktuellen Strategien. Die Episode wirft Fragen nach der Verantwortung des Einzelnen und der Institutionen im Umgang mit Plastikmüll und dem Schutz der Umwelt auf. Die Diskussion über Mikroplastik und seine potenziellen Auswirkungen rundet die satirische Auseinandersetzung mit dem Thema ab.

Transkript 6.969 Wörter

Die Anstalt, ZDF, Max Uthoff, Claus von Wagner. Ah, ah, ah! Moment! Keine Minute, bitte vergessen Sie nicht die Decke. Kommen bitte alle in die gelbe Tonne. Ja, doch. Servus! Unsere Wiener Nachbarin, Frau Sagnagel. Dürfte ich mal kurz? Aha! Dachte ich es mir doch. Schon wieder? Ich habe den Blitz sauber ausgespült. Schauen Sie, der ist doch steril. Und ich habe den Pappkarton abgemacht. Ja, aber den Aludecke drangelassen. Lernt man denn gar nichts in diesen Integrationskursen? Also, ich lasse mir vom 15. Platz bei dem ESC sicher nichts sagen. Beim ESC geht es lediglich um die Rotierung von musikalischem Müll. Wir hingegen sind Europameister im Recycling von Niedersachsen.

Bei uns ist es nur die Verwaltung von Musik. Wir sind die Musikerinnen und Musiker. Wir haben die Musikerinnen und Musiker. Wir sind die Musikerinnen und Musiker. Wir sind die Musikerinnen und Musiker. Wir sind die Musikerinnen und Musiker. Wir sind die Musikerinnen und Musiker. Wir sind die Musikerinnen und Musiker. Wir sind Europameister im Recycling von Echtemüll. Wir sind Europameister im Recycling von Echtemüll. Das ist Trendisziplin. Schauen Sie sich noch etwas genauer an. Schauen Sie sich noch etwas genauer an. Schauen Sie sich noch etwas genauer an. Wenn Sie sich das so wünschen. Mahlzeit! Was ist das da? Nur Glas. Mund geleert und Deckel weg. Und was ist das da? Nur Glas.

Jahr bis jetzt, was? So, ja, das ist vom Wochenende. Und war gut die Party? Welche Party? Alter! Ah, ah, ah, ah, das wollen Sie besser nicht tun, Hefers. Was hat er denn? Also ich kann mir vorstellen, wovon der zu wenig hat. Das habe ich gehört. Ich habe es auch gesagt, sodass Sie es hören, Sie Block-Watske. Bodo-Watske. Und der Hefers dürfte durchaus wissen, warum er seinen Müll nicht in den Biomüll entsorgen darf. Das ist mein Bio-Abfall. Ja, ja, ja. Ich weiß. Ich meine ja auch nicht den Bio-Abfall innerhalb des Beutels. Ich meine den Plastikbeutel. Aha! Moment, Missverständnis. Das ist ein biologisch abbaubarer Biomüll-Bio-Beutel. Da könnten Sie meinen Zungenbrecher draus machen.

Was wie so Zungenbrecher? Ja. Biologisch abbaubare Biomüll-Bio-Beutel gehören eben nicht in den Biomüll, denn biologisch abbaubare Biomüll-Bio-Beutel sind eben keine biologisch abbaubaren Biomüll-Bio-Beutel. Was machen Sie denn da? Also ich warte darauf, dass Sie zu tanzen anfangen. Aha, der dicke Dach, der deckt ihn gleich mal ihr Dach ab. Aber warum darf ich denn meinen biologisch abbaubaren Biomüll-Beutel nicht in den Biomüll tun? Wo kommen Sie eigentlich her? Berlin. Ja. Lernt man denn gar nichts in diesen Integrationskursen? Was? Schauen Sie, schauen Sie diese DIN-Normen auf der Tüte. Ja. Sehen Sie? Ja, ja, ja. EN13432.

Diese DIN-Normen besagt, dass dieser Beutel sich innerhalb von sechs Monaten bei circa 60 Grad zu 90 Prozent in Partikel unter zwei Millimeter zersetzt. Guck, dann erklären Sie das mal Bodo Beuteln hier. Aber die Kompostierzeit in den Anlagen, in denen wir den Biomüll entsorgen, nicht wahr? Beträgt nur sechs bis acht Wochen. Ihr Beutel zerfällt zu langsam. Aber der Beutel ist grün. Scharfsinnige Beobachtung. Aber er heißt nur Bio, weil er nicht erdölbasiert ist. Dieser Beutel hier zum Beispiel besteht aus Polymilchsäure in Kombination mit Polybutylen Adipat Tereftalat. Könnte ich das als Zungenbrecher haben? Nur zu. Das heißt, der Beutel ist bio, aber fürs Recycling nicht optimiert? Exakt.

Naja, die Beute müssen ja stabil sein, damit sie im Handel gelagert werden können. Sehen Sie, die Industrie optimiert für die Haltbarkeit im Regal, nicht für die schnelle Zersetzbarkeit. Ja, ja und was mache ich jetzt? Schauen Sie mich nicht so an, ich bin aus Wien. Wir schmeißen einfach alles aus dem Fenster und dann ins Haltbar schauen. Ja gut, dann halt jetzt in die gelbe Tonne. Nein. Nur wenn es Verpackungen sind. Aber das ist doch genau derselbe Kunststoff. Es ist eben nicht dasselbe. Schauen Sie, Sie sprechen doch auch so etwas wie Deutsch und trotzdem ist es nicht dieselbe Sprache. Gutsch, du gschiessener Fetzenschädel.

Sehen Sie, so die gelbe Tonne ist für Leichtverpackungen und nicht für Plastikbeuten. Wie und jetzt tue ich den Biomüll in den Restmüll oder was? Der Biomüll kommt in den Biomüll, der Biomüllbeute in den Restmüll. Ja und da wird er dann verbrannt wie der ganze Restmüll oder was. Ich habe mich im Laden so nachhaltig gefühlt und jetzt fühle ich mich schon schmutzig. Wird er verbrannt oder wird er nicht verbrannt? Interessant, dass wir das alle nicht mit Sicherheit sagen können. Ich frage mich sowieso, wo landet dieses Zeug eigentlich überall? Warum wissen wir das nicht? Was wird mit diesem Zeug gemacht? Das ist doch eine interessante Frage. Da könnte man noch mal fragen.

Schauen wir doch mal, was die Dings macht. Mein Flachmann. Oh Gott, warte, ich hole dich. Gehört er nicht eigentlich in den Biomüll? Wenn er sich vorher ausgezogen hätte. Hallo, Herr Newton, hallo. Mensch, schade. Der war jetzt eigentlich noch gut. Ich meine, aber das ist ja natürlich an sich sowieso die sinnvollste Strategie, um Müll zu vermeiden. Dass man guckt, ist das nicht eigentlich noch gut? Also kann man das nicht doch noch brauchen oder nutzen? Also viele Dinge, wo wir eigentlich denken, das ist nutzlos. Wenn du ein bisschen schaust, kann das ja doch auch noch einen Sinn haben. Also das gilt auch für Ideen, für Talente sogar. Also nehmen wir mal ein ganz kleines Beispiel.

Ich habe ja in meiner Jugend, habe ich Fußball gespielt und zwar auch alles in einem gar nicht mal so gut. Nein, ich war total schlecht. Aber es gab eine Sache, da war ich der Beste in unserer Mannschaft. Wirklich. Und das war eben mich freilaufen oder eigentlich freistehen. Ich bin ja kaum gelaufen. Aber ich stand immer frei. Das konnte ich so gut. Schönes Talent, aber nutzlos. Weil wenn ich den Ball bekommen habe, nicht gut. Also es hat uns nichts. Bis eben unser Trainer eine ganz, ganz schöne Idee hatte, der eben gesagt hat, Mensch, Horst, wenn du frei stehst, dann ruf doch einfach die ganze Zeit. Wenn du frei stehst, hier, hier, ich bin frei, hier, zu mir, hier, der Ball, hier.

Weil eben im Jugendfußball gibt es ja keine Gegnerbeobachtung und die anderen wissen ja nicht, dass wenn ich den Ball bekomme, der Angriff vorbei ist. Also so, dass ich durch mein Schreien dann schon noch einmal zwei, drei Gegenspieler gebunden habe. Also die dachten, ja, da ist ja frei, da laufen wir mal hin und so. Und dann Platz für die guten Spieler geschaffen habe. Also durchaus dann sinnvoll. Also aber wichtig war natürlich, dass alle in unserer Mannschaft ganz klar wussten, nie mehr den Ball zu spielen. Ganz entscheidend, sonst wäre es nicht gegangen. Also weil dann fliegt ja alles auf, sobald ich, wir haben das teilweise trainiert, nie mehr den Ball zu spielen.

Das war sehr, sehr eigenartig. Also aber dann war es super. Dann hat es also, man kann schon sagen, ein bisschen kann man eventuell so meine Karriere als Jugendfußballer schon auch vergleichen, sagen wir mal, mit der politischen Karriere von Friedrich Merz. Ja doch, ich denke auch, der hat ja praktisch sein Leben lang damit verbracht, immer zu schreien, hier, hier, ich bin frei, hier, hier, ein Abend, ein Abend, zu mir, mir, hier, ich bin da. Und solange allen klar war, ihm nie den Ball geben. Nie. Hat das ja super funktioniert. Also war richtig schön und so, hat Platz für die guten Spieler geschaffen und alles.

Aber, und das ist ja dann immer auch auch im Fußball, das weiß man, irgendwann ist die Situation, ah, dann geht der Ball doch dahin. Na also, und dann muss man jetzt halt mal gucken. Also, na, aber dann möchte ich ja auch, dass man fair ist. Weil, weil, ist klar, es wird schon gleich wieder gesagt, oh, komm und so. Und da würde ich jetzt an der Stelle ruhig mal sagen, als ich dann doch irgendwann den Ball bekommen habe, im Jugendfußball. Ich werde es nie vergessen, das war gar nicht so schlecht, da haben viele gestaunt. Das war damals in der B-Jugend gewesen. Also ich habe tatsächlich, ich habe in der E-Jugend angefangen, Fußball zu spielen, in der B-Jugend zum ersten Mal den Ball bekommen.

Das war eine wilde Zeit. Nein, nein, aber das war super. Das war, das war Pokalspiel. 2 zu 2, 91. Minute, wir kriegen nochmal Eckball und dann, wie es immer ist, alles nach vorne, alles in den Strafraum, um und drum rum und so. Ich auch mittendrin, ganz routiniert gerufen, hier, hier, ich bin frei, hier. Und dann ging das los. Der Eckball kommt rein, zu kurz abgewehrt und an der Strafraum-Ecke lauert Andreas Macke. Das war unser bester Spieler. Linke Kleber, haben wir den genannt, weil der hatte einen Schuss, boah, das hast du nicht gesehen.

Wenn der abgezogen, boah, so ein Wumms und da in der Situation, boah, nimmt er den Ball und dann, boah, ein Wahnsinnsschuss und mir halt voll in die Fresse. Ja, aber voll und von da aber zack, direkt in den Winkel. Rumpf, Traumtor. Ja, aber so was von ihm. Kopfballtor, genau genommen Kopfballtor, also klar, die Wange ist ja auch Kopf, das gilt. Und der war nicht leicht zu nehmen. Wenn er so scharf kommt, dann musst du auch im richtigen Moment, äh, also, dass er da, dass das hinhaut und dann riesen jubelt. Riesen, also glaube ich, ich habe ja nichts mehr mitgekriegt.

Ich war ja so weit, nein, aber als ich dann wieder bei mir war, haben auch alle gesagt, selbst die von der gegnerischen Mannschaft haben gesagt, boah, war das ein geiles Tor. Die waren überhaupt nicht sauer, weil sie da dabei sein durften und sagten, boah, das war der Hammer, das war groß, da geht man gerne mal ein paar für her, aber super, hätte ich auch zwei für her gegeben. Die Wange Gottes haben sie mich genannt. Ja, die Wange Gottes, weshalb ich dann der einzige Spieler aus unserer Mannschaft war, die die anderen kannten und dann die doppelte Mannendeckung genommen wurde. Also, und insofern, also jetzt noch mal zu Friedrich Merz, wer weiß.

Also, komm, das kann schon ja auch sein, dass er das voll in die Fresse kriegt und das aber gut abprallt. Also das, also das wäre jetzt so mal mein Angebot an Zuversicht. Was haben wir die Anfänge denn jetzt schon wieder in den gelben Sack geschopft, da kann man auch nicht gleich zweifeln, ja. So, gucken wir mal was da kommt. Okay, schauen wir mal, was haben wir da. Ich verstehe es nicht genau. Okay, schwarzer Stoff, graue Schafswolle und in Sherry eingelegte Fleischreste. Darf man fragen, was Sie hier zu suchen haben? Meinen Flachmann, haben Sie den zufällig gesehen? Ja, den habe ich, der kam hier rein. Da ist er ja. Oh mal Sherry, ich dachte schon, ich würde dich nie wieder.

Der ist ja leer. Ja, ich musste den reinigen, weil sonst konnte ich ihn nicht recyceln. Und wenn Sie jetzt bitte das Förderband frei machen würden, es sei denn Sie sind ein Polymer. Ich bin Polyhistor. Den Kunststoff kenne ich gar nicht. Das ist griechisch für universal gelehrter. Sehen Sie, Plastikmüll wird nicht mehr universal gelehrt, sondern ordentlich sortiert. Aha, wie funktioniert denn das genau? Wollen Sie das wirklich wissen? Das hat mich noch niemand gefragt. Aber tatsächlich, es interessiert mich brennend, wie Sie das machen mit diesem Plastik. Also zunächst mal, mir ist es auch manchmal rausgerutscht, aber eigentlich sagen wir Kunststoffe. Denn es sind, wissen Sie was?

Das kann Ihnen unser Experte von der Sortieranalyse vielleicht besser erklären. Bodo, hit it! Nur da werden erst, wenn sie warm werden, elastisch. Die Allermeisten entstammen der Kaste der sogenannten Thermoplast. Polyurethan, Polyethylen, Polyester, Elastan, Polypropylen. Es gibt Polystyrol sowie Polyamid. Es gibt PVC, Polyvinylchlorid, Polycarbonat, Polymethylmetaculat und Polyethylen, Tereftalat. Das Wort Poly kommt in fast allen Kunststoffen vor. Wer Plastik liebt, ist Polyamor. Plastik, Plastik. Ich sage es mit und populärer Plastik. Wir ertrinken in dem Meer aus Plastik eine Polymer und es ist sehr morastik. Plastik, Plastik. Alles hier ist mega Plastik, elastik.

Es braucht um zu erkennen keine Gehirngenastik. Wenn das so weiter geht, kommt es irgendwann Krastik. Plastik, Plastik. Ein Plastik-Boom-Poller-Boom-Bastik. Was für ein unfassbarer Plastik-Palastik. Krasser Ausbau, oder? Plastik. Alles wird heute. Das ist Fakt. Denn Plastik verpackt, das ist krass vertragt. Es erkennt sogar die Stauz. Plastik, Plastik. Die ganze Welt ist demanent voller Plastik. Es könnte passieren, dass eckvoller Plastik hier noch eine Haustik kriegt. Die Bombe macht bereits krass Tick-Tick, denn hier werden Massen Hart von Plastik erstickt. Lassen Sie mich raten. Das war ein Umpa-Lumpa. Sie sind Charlie und das ist hier die Schokopapierfabrik. Hören Sie mal zu.

Ich bin das System, das duale System. Ich bin quasi die zweite Säule der Abfallentsorgung neben der kommunalen Müllabfuhr. Wir sind zehn Firmen. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, die Verpackungsmüll der Deutschen zu 100 Prozent zu verwerten. 100 Prozent, das ist physikalisch nicht möglich. Ein bisschen Schwund ist immer. Sehen Sie, hier geht nichts verloren. Jetzt tauchen sogar wieder Sachen auf. Neulich wird nach 20 Jahren was wieder aufgetaucht und ist Kanzler geworden. Kleiner Scherz. Wir haben den nahezu perfekten Recycling-Kreislauf geschaffen. Ach, haben Sie das? Ja, kommen Sie, ich zeige Ihnen das mal. Manche brauchen dafür eine kleine. Gucken Sie mal hier. Ich bin schwer beeindruckt.

Das ist ja ein Mörder-Kreislauf. Alles, was ich sehe, ist Verpackungsabfall. Sagen Sie mal, was passiert denn mit den Sachen, die im gelben Sack landen? Nun, die laufen hier rum und stellen dumme Fragen. Scherz. Okay, die holen wir natürlich ab und sortieren sie. Ah, und daraus machen Sie dann neue Verpackungen? Wir verwerten jeden Kunststoff nach seinen Fähigkeiten. Also zum Beispiel bei Verbundstoffen. Nehmen wir mal Tablettenpackungen, die also aus denen werden wundervolle, hochwertige, feinkörnige Asche. Wie, was? Das Zeug wird verbrannt? Nein, nein, nein. Es wird thermisch verwertet. Aha, also verbrannt. Ja. Sagen Sie, das ist doch keine Verwertung.

Das ist die Vernichtung von wertvollen Ressourcen. Ja, sehen Sie aber manchmal, bei der Verbrennung entsteht dann eine neue wertvolle Ressource, zum Beispiel Zement. Was muss man dem Verpackungsabfall denn beimengen, dass da bei Verbrennung Zement draus wird? Kies. Schotter. Kohle. Sie meinen Geld? Genau. In großen Scheinen. Und sehen Sie, da nehmen quasi Zementfabriken quasi unseren Kunststoffmüll ab, verwerten ihn als Brennstoff. Moment, Sie bezahlen die Industrie dafür, dass Sie der Industrie was schenken dürfen? Ja, sehen Sie, statt Kohle teuer einzukaufen, kassieren die Zementwerke einfach Kohle von uns dafür, dass sie unsere Polymere verbrennen dürfen. Sind Sie polydoof?

Hören Sie, mit diesem angeblich nachhaltigen Recycling subventionieren Sie die extrem klimaschädliche Bauindustrie. Nein, nein, nein, nein. Wir fördern ja auch noch an anderer Stelle die Energiewirtschaft. Sehen Sie, pass auf, also die meisten Verpackungsabfälle kommen ja in unsere thermischen Abfallbehandlungsanlagen. Ah, Müllverbrennungsanlagen. Hab ich doch gerade gesagt. So, die produzieren natürlich Fernwärme und Fernwärme ist, wie wir alle wissen, ökologisch. Warum? Weil die Umweltsauerei weiter ferne passiert. Ich bitte Sie, Müll ist doch keine erneuerbare Energiequelle. Also bei mir zu Hause ist der Plastikmüll immer voll, jede Woche neu. Das erneuert sich quasi von selbst.

Mhm, sagen Sie, auf welches Naturgesetz stützt sich denn Ihr Abfallaktion? Auf das Gebäudeenergiengesetz von Robert Habeck. Ja, sehen Sie, darin wird die Müllverbrennung quasi zur Energieerzeugung als klimafreundlich eingestuft. Aber bei der Verbrennung von Müll entsteht mehr CO2 als bei der Verbrennung von Erdgas. Was ist daran klimafreundlich? Sie müssen dieses Gesetz genau lesen. Da steht ja im Grunde drin, dass quasi der Müll ist unvermeidlich und das ist doch ganz cool, wenn wir die Stoffe irgendwie gut nutzen, oder so. Geil, oder? Ich hatte so einen krügen Frosch im Hals. Aber laut Kreislaufwirtschaftsgesetz ist doch Abfallvermeidung wichtigste, oberste Priorität.

Wie sollen wir denn immer mehr recyceln, wenn wir immer weniger Müll haben und so was schimpft sich universal gelehrt? Ist das ein Ersatzflachmann, haben Sie so nicht? Nein. Sagen Sie, weil Sie hier alles abkokelen, nicht wahr? Ist das hier nur seine Viertelkreiswirtschaft, oder? Wir kokelen doch nicht alles ab. Wir verwerten thermisch, ja, allerdings nur 30 Prozent. Aber 70 Prozent des Verpackungsmülls werden tatsächlich stofflich verwertet. Sie sehen mich beeindruckt. Immerhin 70 Prozent werden recycelt. 70 Prozent werden beim Recycler angeliefert. Mich interessiert persönlich eher, was beim Recycler ausgeliefert wird. Ja, aber der Gesetzgeber müsste eher lieber quasi den Input.

Ja, aber wo es einen Input gibt, da muss es ja auch einen Output geben. Ich habe befürchtet, dass Sie das sagen. Ja, den gibt es allerdings, ist ja relativ schwer zu finden. Also das. Ja, gucken Sie hier. Was ist das? Ein Bericht vom Umweltbundesamt. Und ich glaube, auf seit 217 finden Sie Tabelle 70. Da steht, wie hoch der Verlust beim Recycling ist. Daraus müssen Sie dann selbst errechnen, wie viel verwertbarer Kunststoff vom Input, nicht nach Waschen und nachsortieren, am Ende, das sich übrig bleibt. Und das ist sehr kompliziert zu berechnen. Da brauchen Sie die Vision um Subplaktion. 51 Prozent.

Das ging schnell, aber vielleicht nicht so laut, weil Teile dieser Information könnten die deutsche Öffentlichkeit verunsichern. Ja, und zwar zu Recht, denn wenn man, wie es korrekt wäre, den Output als Grundlage für die Recyclingquote heranzieht, dann würde das bedeuten, dass fast die Hälfte des Mülls verbrannt wird und nur 51 Prozent recycelt. Ja, also 51 Prozent aus dem gelben Sack. Wie? Wollen Sie damit sagen, es ist in Wirklichkeit noch viel weniger. Na ja. 30 Prozent? Da können wir ja nichts dafür. Wir würden ja gerne stofflich viel mehr verwerten, wenn die Verbraucher sauberer trennen würden, statt ein Viertel von den Verpackungen in den Restmehl zu schmeißen.

Denn die werden automatisch verbrannt, ich meine thermisch verwertet. Das heißt, von allen Verpackungen werden insgesamt 70 Prozent verbrannt und nur 30 Prozent recycelt. Wir sagen lieber, vom gelben Sack werden 100 Prozent stofflich und thermisch verwertet. Und aus diesen 30 Prozent recycelten Verpackungen, wir nennen das Rezyklat, aus diesem Rezyklat werden dann also neue Verpackungen für Lebensmittel. Na, ihr geht es verboten. Oder würden Sie Ihr Erfrischungsgetränk nehmen aus einem recycelten Benzinkanister? Naja, sagen wir es so, mein Flachmann ist auch nur so was wie ein Spritkanister. Fair.

Ja, allerdings die Kunden heutzutage sind olfaktorisch etwas anspruchsvoller und es ist so Rezyklat. Hat, wie soll ich sagen, eine Art charakterstarken Duft, das sind, man könnte es alles müffeln. Was machen Sie denn dann da raus? Na ja, Sachen, die müffeln dürfen. Also Rohre oder Bremsschwellen oder Parkbänke. Naja, immerhin, dann können Sie auf diese Art und Weise immer wieder eingesetzt werden. Also immer wieder, wir sprechen hier lieber von einer einmaligen Kaskaden Nutzung. Was wollen Sie damit sagen, dass dieses aufwendig recycelte Plastik einmal benutzt wird und dann verbrannt? Ja, es wird thermisch verwertet. Hören Sie mir endlich zu.

Ihr Müllstrom verwandelt sich also zunehmend immer mehr in eine Art Recycling-Rinnsaal. Sie produzieren also Wegwerfrecycling. Sagen Sie, wie viel Prozent der Kunststoffverpackungen bestehen denn überhaupt aus alten Verpackungen? Was wollen Sie denn mit dieser Zahl? Nun, diese Zahl beschreibt nun mal ziemlich genau, was die Leute im Allgemeinen unter Recycling verstehen. Also, wie viel Prozent der neuen Verpackungen bestehen aus recycelten Verpackungen? Gut, gut, gut. Aber ich sage Ihnen gleich, Sie werden beeindruckt sein. Was? Zwölf Prozent? Ich habe Ihnen ja gesagt, Sie werden beeindruckt sein. Ich bitte Sie, das ist ja grotesk.

Sagen Sie, was ist so schwer daran, diese einfachen Verpackungen zu recyceln? Hören Sie auf, was heißt denn einfache Verpackungen? Das ist ein Meisterwerk der Technik. Hören Sie mal, das sind 11 bis zu 11 Kunststoffschichten unsichtbar ineinander geklebt. Wenn Sie die recyceln wollen würden, dann müssten Sie die Kunststoffe alle einzeln voneinander trennen. Die haben alle einen unterschiedlichen Schmelzpunkt. Warum muss Butterkäse in 11 Schichten gebettet werden wie die Prinzessin auf der Erbse? Um sein Aroma zu schützen. Welches Aroma? Das Zeug schmeckt noch nach nichts. Und damit das so bleibt. Da brauchen Sie eben eine Aroma-Barriere, eine Sauerstoff-Barriere, eine Wasserdampf-Barriere.

Das funktioniert nur über eine Multilayer-Lösung von unpolaren und polaren Kunststoffen, die natürlich nicht aneinander haften. Und deswegen müssen Sie da in der Mitte einen Teilleher zum Einsatz kommen lassen. Eine Klebefolie. Ja, mehrere. Der Kunde will das heutzutage. Warum kauft der Kunde sein Zeug nicht den Papier gewickelt auf den Markt? Ein sehr guter Einwand für das Jahr 1703. Kunden heutzutage möchten von ihrer Verpackung optisch angesprochen werden. Hallo? Finden Sie das sieht gut aus? Nein, aber ich kaufe ja auch am Wochenmarkt ein. Hören Sie, für ein gutes Recycling brauchen Sie weniger und einfachen Kunststoff. Ach, geben Sie das her.

Dann erklären Sie bitte dem Kunden, warum er seinen Butterkäse nicht zwei Tage in die Sonne legen kann, ohne an Geschmack einzubüßen. Mein Gott, dann schmeckt er halt mal nach weniger als nichts. Sie entwickeln die Verpackung nicht fürs Recycling, sondern für den Verkauf. Ja, und zwar mit Erfolg. Sehen Sie, seit Einführung des dualen Systems hat sich der Verpackungsmittel in Deutschland quasi mehr als verdoppelt. Aber das bedeutet doch, dass Ihr gelber Drecksack nicht funktioniert. Der funktioniert wunderbar. Ach, für wen? Für die Hersteller. Den war von Anfang an sehr, sehr wichtig, dass Sie Ihren Müll nicht selbst entsorgen müssen. Das haben wir Ihnen ermöglicht.

Schauen Sie, die zahlen uns quasi eine Gebühr, die Sie den Verbrauchern aufbürden, dafür, dass die Verbraucher den Müll fachgerecht sortieren, den wir dann zu Geld machen. Ein perfekter Kreislauf. Seltsam, das Wort Recycling kommt in Ihrem Kreislauf gar nicht vor. Sind. Wozu auch? Sehen Sie, das ist interessant. Die Hersteller zahlen für die Entsorgung einer Kunststoffverpackung genau gleich viel, egal wie schwer sie zu recyceln ist. Es gibt also gar keinen Anreiz, recycelbares Material zu verwenden. Doch, doch, doch. Der Gesetzgeber hat uns verpflichtet, für schwer recycelbare Verpackungen von den Herstellern tatsächlich höhere Gebühren zu verlangen.

Aber die Zahlung dieser Gebühren ist freiwillig. Sehen Sie, außerdem ist die Herstellung von neuem Plastik immer billiger als ein relativ hochwertiges Rezyklat. Und das müffelt auch nicht so, das neue Plastik. Also gut, also wenn Sie unbedingt auf einem Recycling-Kreislauf bestehen. Danke sehr. Wollen Sie mich vergiften? Das ist Wasser. Ach, das ist also Wasser. Oh Gott. Sehen Sie, das ist unser ganzer Stolz. Was, das Wasser? Nein, nein, die Pet-Flasche. Sehen Sie, die kann 15 Mal wieder befüllt werden und dann endlos recycelt. Warum klappt das bei der Wasserflasche und nicht bei der Käseverpackung? Sehen Sie, das ist halt nur ein Kunststoff. Pet. Und der wird sortenrein und extra gesammelt.

Ach, das funktioniert also nur, weil die Flasche außerhalb ihres Systems unterwegs ist und gar nicht im gelben Sack landet. Was heißt denn außerhalb des Systems? Nein, nein, die Pet-Flasche rechnen wir schon auf unsere Recyclingquoten mit ein. Aber warum? Sonst wären wir ja niemals auf die 12 Prozent gekommen. Was ist das jetzt? Die Modenschau fängt an. Kommen Sie, kommen Sie. Was, welche Modenschau? Das hatte ich fast vergessen. Das ist glaube ich die Ende-Mai-Kollektion. Was, aber das heißt noch Frühjahrskollektion. Ach, ich bitte Sie, Frühjahr eine Kollektion für drei Monate. Die Modebranche, die produziert heute locker 20 Kollektionen im Jahr. Aber es gibt doch nur vier Jahreszeiten.

Die können sich dann jeder Jahreszeit mehrfach umziehen. Schauen Sie mal, wie kunstvoll man sich inzwischen in Kunstfaser kleiden kann. Wie Kunstfaser. So, das heißt, das ist alles aus Plastik? Das ist die schönste Form, die Plastik jemals angenommen hat. 60 Prozent aller Mode besteht aus Polyester, Robust und Langlebig. Aha, Langlebig. Und warum schmeißen die Models das einmal Getragene dann da gleich weg? Ja, weil es längst aus der Mode ist. Sehen Sie mal den alten Lappen an. Sie haben doch gerade gesagt, das ist die aktuelle. Ja, ja, Sie bleiben nicht im Puls der Zeit. Das ist jetzt schon fast Junikollektion. Können wir stundenlang anschauen. Langsam langweile ich mich. Weg damit.

So, jetzt kommt endlich mal die Gleiches der Juni vorbei-Kollektion. Aber das wurde doch alles erst einmal getragen. Das ist ja auch fast Fashion. Hören Sie doch mal zu. Jetzt kommt, glaube ich, gleich die Leck mich Fett. Das ist jetzt schon Junikollektion. Polyester, das ist Erdöl. Das sind fossile Brennstoffe, die hier weggeworfen werden. Kommen Sie, die Modeindustrie ist längst viel nachhaltiger als viele meinen. Das da zum Beispiel sind Teile aus alten Petflaschen hergestellt. Und die sind endlos recycelbar. Das heißt, diese Klamotten könnte ich also endlos weitertragen. Naja, wenn Sie sich modisch weiter so isolieren wollen, nun zu.

Hören Sie mal, Sie haben doch gesagt, Pet kann man endlos recyceln. Ja, als Flasche, aber nicht, wenn es mal Kleidung war. Wollen Sie damit sagen, recycelte Kunststofffasern kann man nicht mehr recyceln? Ja, deswegen wird sie auch noch einmal getragen. Fast Fashion. Wunderschön. Weg damit. Wie hoch ist denn die Recycling-Quote bei Mode? Na, was weiß ich, ein Prozent oder so. Was? Ja, ein Prozent. Und dafür entziehen Sie Petflaschen, dem einzig funktionierenden Plastikkreislauf, und fördern damit die Herstellung von neuem Plastik. Ja, ganz genau. Das Zeug verkauft sich auch noch viel besser, weil die Leute ein gutes Gewissen beim Kauf haben.

Aber Sie produzieren immer schneller, immer billiger, immer mehr Müll, der bei den Leuten zu Hause rumliegt. Gott bewahre, ich hoffe ja, dass die Leg mich Fett ist, denn jetzt bald schon Juli-Kollektion dann längst im Altkleider-Container vom Roten Kreuz liegen. Aha, das heißt, die Armen müssen also im September noch die Leg mich Fett ist denn schon Juli-Kollektion tragen, ja? Na, irgendein Nachteil muss Armut ja haben. Nichts. Keine Sorge, nur zehn Prozent der Altkleider müssen hier von den Armen im Land aufgetragen werden. 30 Prozent führen wir einer sogenannten einmaligen Kaskadennutzung zu. Aha, Mitte Oktoberputzlappen, ja? Und der Rest?

Der wird verkauft, dass sich ein Textilhändler landet im Osten oder im globalen Süden. Schauen Sie mal, wunderschön hier auf dem pittoresken Kantamantomarkt in Ghana. 15 Millionen Kleidungsstücke landen dort von uns. Was? 15 Millionen Kleidungsstücke im Jahr? Das ist ja Irrsinn. Naja, in der Woche. Aber nicht beruhigen Sie sich. Schauen Sie, nicht alle unsere Kleidungsstücke überfluten diesen Markt. Ein Drittel werden ja direkt vor Ort dann gleich. Recycle. Naja, mehr Landschaft. Das ist ja furchtbar. Aber das kann doch nicht die Lösung Ihres Problems sein, dass Sie die Welt zumüllen mit diesem unnützten Kram. Aber was? Halt! Stopp! Stopp! Sagen Sie, was machen Ihre Models denn jetzt?

Naja, Kleidung ist ja ordentlich. Das Zeug ist ja noch nicht ein einziges Mal getragen worden. Ja, es ist ja auch noch kein einziges Mal verkauft worden. 40 Prozent von Fast Fashion werden entsorgt, bevor es gekauft wird. Das ist immer noch billiger, als nachhaltig Kleidung zu produzieren. Dank Plastik. Fantastik. Bombastik. Ja, es ist ja eigentlich so, man kann das beobachten, Menschen wenden sich von Fast Fashion auch immer mehr ab. Man kriegt das auch so mit dem Internet so, dass Influencerinnen einem raten, man soll doch mehr Second Hand kaufen, vielleicht beim Flohmarkt mal einkaufen. Und das finde ich total positiv. Das ist sehr vorbildhaft und ökologisch auch wahnsinnig sinnvoll.

Mein Problem damit ist einfach nur ein bisschen, ich weiß nicht, wie man das beobachten kann, ich kann das nicht so ernst nehmen, wenn mir so 20-Jährige, die so 50 Kilo wiegen, sagen, ich soll einfach am Flohmarkt einkaufen gehen. Ich habe in dem Alter auch alles Second Hand gekauft. Ich habe halt nur so ranzige Pullover angehabt, ausgewaschene T-Shirts, löchrige Hosen, abgefuckte Schuhe. Und das ist scheißegal, weil in dem Alter schaut halt alles süß aus. Weil man hat so diese milchige Haut, diese vollen Haare, diesen Glanz der Jugend, man kann alles anziehen.

Und jetzt bin ich gerade so 40 und ich merke plötzlich, ah, okay, es funktioniert nicht mehr, niemand findet es mehr süß, wenn ich mich nicht wasche. Ich muss mich plötzlich frisieren und wenn ich so Löcher im Pullover habe, dann fragen mich fremde Leute, ob ich Hilfe brauche. Das ist halt ein Phänomen, das liegt einfach daran, dass die Haut jetzt ein bisschen Second Hand ist und die Haare sind eher vintage und der Körper. Deswegen muss die Kleidung so ein bisschen flach bilden, also das Textilien, das Gewebe, muss etwas glatter sein, damit das Gesamtbild wieder runter ist. Das ist einfach so die Erkenntnis, die ich gerade hatte, die wollte ich teilen mit Ihnen.

Ja, man muss aber sagen, ich will jetzt nicht super spießig wirken, so altersgerechte Kleidung, das finde ich überhaupt nicht wichtig, und das spielt in der Gesellschaft auch immer weniger Rolle. Also man kann sehr individuell sein heutzutage, man muss auch gar nicht erwachsen werden. Also meine Generation zum Beispiel, wir werden einfach gar nicht mehr erwachsen. Das ist auch eine Art von Recycling, das kann man eigentlich auch als Recycling betrachten. Man macht einfach aus Alt neu, man recycelt sich quasi selbst, also wir kriegen ja auch immer weniger Kinder, die meisten beim Umfeld kriegen gar keine Kinder mehr, und stattdessen macht man einfach aus sich selbst so ein Kind.

Und Kinder sind natürlich super, das ist so der Sinn des Lebens für viele, wunderbar welche zu bekommen, auch ein großer Antrieb um die Welt zu verbessern, aber jetzt so rein ökologisch betrachtet, wo wenn man so die Zukunft anschaut, macht es natürlich nicht so viel Sinn, da ist es sinnvoller einfach sich selbst zu verkindlichen.

Und ich meine damit jetzt nicht einfach nur chirurgisch, also das auch, man kann so alles nach hinten ziehen, bis man so ausschaut wie so ein dünnhäutiger Embryo, sondern auch psychisch und charakterlich, das heißt einfach immer impulsiver werden, immer unzuverlässiger sein, egozentrischer, süchtig nach Lob, nach Anerkennung, nach dem Handy, nach Unterhaltung, wie so ein Dreijähriger, das kann ich sehr empfehlen. Auch in meinem Umfeld merke ich das, wenn ich so mit meinen 40-jährigen Freundinnen zusammensitze, worüber wir so reden, ist oft, also wir trinken da meistens so eine Flasche Milch und reden so drüber, ja was willst du jetzt eigentlich du werden, wenn du groß bist und so.

Und wir zeigen auch nicht so Fotos von unseren Kindern her, wie früher, dass man so sagt, ja schaut das ist Julius, mein Sprössling, mein ganzer Stolz, man zeigt eher so Fotos von sich her als Baby, so auf Social Media, man zeigt sich so als Kleinkind und sagt damit so, schau wie süß ich bin, schau ich, ich bin ein Baby, ich kann keine Verantwortung übernehmen. Man beschäftigt sich einfach mehr mit dem inneren Kind. Das ist auch ganz wichtig, weil das innere Kind kann man ganz genauso wie ein echtes Kind heilen, man kann es pflegen, man kann es wickeln, man kann es stielen, wenn man will und man kann es auch einfach als Ausrede verwenden, wenn man z.B.

bei Abendveranstaltungen nicht auftauchen will, wenn man keine Lust hat, kann man einfach sagen, du ich wollt voll gern kommen, aber mein inneres Kind ist einfach so unruhig, ich muss leider daheim bleiben. Ja das ist so mein Tipp, das würde ich so als nachhaltigen Lebensstil bezeichnen. Ja denken sie mal drüber nach. Was machen Sie denn an dieser Tafel? Ich koordiniere die grenzüberschreitende Abfallverbringung. Ah, Sie planen ein Konzert der Zillertaler Schürzenjäger. Hm? Ah, lustig, haha. Sehen Sie, 12% von unserem Plastikabfall den exportieren wir ja ins Ausland. Moment, Moment, ich dachte Müllexporte sind verboten. Tja, dann machen wir das.

Es sei denn, der Kunststoffabfall wird im Ausland recycelt, wie z.B. hier in China. Aber China weigert sich doch schon seit 2018 unseren Müll zu nehmen. Tja, und das mit Recht, weil die Müllkippen ein bisschen zu früh ihre Kapazitätsgrenzen erreichen werden. Ah, wann denn? Vor 6 Jahren. Aber Sie haben doch gesagt, China hätte den Müll recycelt. Eine Mülldeponie ist doch kein Recycling. Ja, unmöglich diese Chinesen. Die Chinesen haben behauptet, Sie haben recycelt. In Wirklichkeit haben Sie das Zeug nur auf eine Deponie gekippt. Ja, das wär schön. Das wäre schön? Ja, das wär schön. Dann wären die Chinesen die Bösen. Sehen Sie, so einfach ist die Geschichte nicht.

Denn wir Schlawiner haben immer mehr nicht recycelbares als recycelbares verschickt. Aha, wir haben ja daraus gelernt. Wir machen das natürlich jetzt ganz anders. Wir verschicken das nach Malaysia. Das heißt, der Müll legt jetzt einfach auf Malaysia rum? Leider nicht. Die schicken den ja teilweise wieder zurück. Aber warum das? Weil wir immer mehr nicht recycelbares als recycelbares verschicken. Sie müssen mir schon zuhören. Sie haben also überhaupt nichts gelernt? Doch, selbstverständlich. Wir exportieren jetzt zum Beispiel in die Niederlande. Und was machen die damit? Ah, die exportieren das nach Malaysia. Die EU ab nächstem Jahr hat den gesamten Plastikexport in nicht-OECD-Länder verboten.

Nach Heurekadern kümmert sich Europa endlich mal selbst um seinen Dreck. Ja, das machen wir. Wir übernehmen endlich Verantwortung für unseren Müll und schicken ihn in die Türkei. Seit wann liegt die Türkei in Europa? Seitdem die unseren Plastikmüll nehmen. Die haben ihre Plastik-Importe in den letzten 20 Jahren um das 200-fache gesteigert. Aber Sie können doch jetzt schon absehen, dass die Türkei das auch nicht ewig weitermachen wird. Aber übernehmen wir viel mehr Verantwortung und schicken das Ganze jetzt nach Bulgarien, Tschechien und Polen. Aber die können mit dem schlechten Plastik doch auch nichts anfangen. Sagen Sie, setzt die Politik diesem Gebaren denn keine Grenzen?

Doch, doch, die setzt Grenzen. Aber sagen Sie, viele Sorge oder einige von denen, die nehmen das nicht ganz so ernst. Deswegen handelt es sich hierbei um grenzüberschreitende Abfallverbringung. Sie müssen mir schon zuhören, das lohnt sich. Hören Sie mal, es gibt natürlich ein Gesetz, also ein Basler Übereinkommen, das 2019 den Export von ungewaschen oder nicht recycelbaren Kunststoff verbietet. Einerseits. Andererseits dürfen Sie auch nicht ins Schwimmbecken pinkeln. Sie pinkeln ins Schwimmbecken? Nein, nein. Was soll das? Na ja, Sie ja auch nicht, ne? So zwinkern Sie. Ich zwinker ja gar nicht. Wohl haben Sie gezwinkert. Sagen Sie, wer führt denn diese ganzen illegalen Geschäfte durch?

Ein Müllmakler. Soll ich Ihnen das mal zeigen? Bodo? Hallo. Hallo, wer sind Sie? Ich bin Bodo mit dem Bagger. Ach. Bodo, ich habe ein Problem. Ich habe unrecyclebaren Plastikabfall. Was mache ich denn jetzt? Sehr gut, den recycle ich. Aber er hat doch gerade gesagt, dass man ihn nicht recyceln kann. Ich kann das. Na, ich kriege das hin. Und wie machen Sie das? Nun, ich fahre zum Baggerloch. Und Bagger noch. Danke schön. Danke, Bodo. Das ist toll. Haben Sie es gehört? Das wird irgendwo hin und vergräbt, das Zeug. Das ist eben Kapitalismus. Ich bezahle jemanden und dann wird mein Problem zu seinem. Hören Sie, Entsorgung in Deutschland ist relativ teuer. Ich will es ordentlich machen.

200 Euro pro Tonne. Das ist nicht ... Da gebe ich den Müll lieber für weniger Geld, als ich nach Polen. Irgendwo muss der Müll ja hin. Deutsche Entsorger können den Müll ja nicht einfach offen verbrennen oder wild auf der Boni kippen. Was machen denn die Polen damit? Offen verbrennen oder wild auf der Boni kippen. Und die deutschen Unternehmen sind fein damit, ja? Ja, die deutschen Unternehmen, die haben ein Auge auf diese Situation. Aber das Auge sieht schlecht von vielen Zwinkern. Und wenn Sie ein Auge zudrücken und dem anderen ein Auge zwinkern, hat das Problem irgendwie weniger sichtbar. Hören Sie, irgendwann sind doch alle Löcher voll. Ja, auf jeden Fall.

Und deswegen freut es mich umso mehr, präsentieren zu dürfen unser neustes Plastik-Endlager. Da bräuchten Sie ja schon einen extra Kontinent. Terra Plastica. Was das Schöne an Plastik ist, dass es sich zerrieben wird über die Zeit. Und es wird immer kleiner. Also kleinster Partikel Mikroplastik. Und diese Mikroplastik lässt sich bei uns im Platz sparend lagern. Aber das ist doch Irrsinn. Dieses Mikroplastik bleibt für immer im Organismus. Ist das nicht ein schöner Gedanke? Dass etwas von uns für immer bleibt? Sie meinen die zersetzten Reste einer elfteiligen Käseverpackung? Wissen Sie denn, was dieses Mikroplastik im Menschen anrichtet? Bis jetzt nicht. Was soll das heißen?

Bis jetzt nicht oder bis jetzt nichts? Genau. Sie sind ja völlig wahnsinnig. Wo wollen Sie hin? Ich werde jetzt losgehen. Und dann werde ich die Menschheit vor Ihnen warnen. Das werden Sie nicht. Ach, und wie wollen Sie mich davon abhalten? Ich denke da an etwas Nachhaltiges. Verzeiht, Kinder, verzeiht. Ja, danke schön. Kinder, Kinder, komm, komm, komm. Ich weiß, ich hatte Verspätung. Es tut mir sehr, sehr leid. Ich musste noch etwas regeln. Ja, schön, dass Sie auch da sind. Herzlich willkommen hier zur Allianz, zur Jahresversammlung der Allianz zur Übernahme des Planeten. Ich begrüße zunächst mal die Vertreterin des Mischplastiks. Hallo. Hallo, schönen guten Abend.

Da ist noch die Spielwarenindustrie. Jawohl, die Getränkeindustrie. Hallo. Und ich begrüße ganz besonders den reichen Horst. Sind wir denn vollzählig? Ich würde ja durchzählen, aber ich habe keine Finger. Ja, vielen Dank. Ich habe bereits mehrmals durchgezählt und darf verkünden, wir sind vollständig. Streber. Geht das denn schon wieder los? Au! Wir hatten doch beim letzten Mal den Antrag angenommen, dass wir die Petflasche nicht dauernd Streber nennen. Ich bin sortenrein. Ja, super. Kein Mischplastik. Toll, toll, toll. Ich bin lebensmittelkontaktfähig. Ja, wegen mir glauben die Menschen, Recycling wäre eine Lösung gegen die Plastikflut. Und bitte? Streber! Jetzt nimm mal den Deckel ab!

Das geht nicht mehr. Ein sehr gutes Stichwort, dann würde ich sagen, beginnen wir doch die Versammlung mit den stillen Gedenken einer Schweigeminute für all diejenigen, die viel zu früh von uns gegangen sind. Die Plastikstrohhalme und die Verschlusskappen, die sich von Einwegflaschen haben, ganz abdrehen lassen. Ist die Minute schon um? Ich sehe meine Uhr nicht. Die scheiß Arme lassen sich nicht drehen. Hab ich überhaupt eine Uhr? Vielleicht sollten wir das Ganze auch nicht so hochhängen, denn es geht uns ja gut. Schließlich werden weltweit immer noch über 400 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, während die globale Recyclingquote, halt euch fest, bei unter 10% liegt.

Die OECD hat sogar gesagt, dass sich der Plastikmüll bis 2060 fast verdreifachen wird. Ich denke, das ist einen Applaus wert. Leute, ihr wisst, dass ich nicht klatschen kann. Wir hatten uns doch auf Laula geeinigt. Hatten wir nicht. Vielen Dank. Jetzt kommen wir zu den Spielen der einzelnen Geschäftsbereiche. Als Inspiration freue ich mich, verkünden zu können, dass der Innovationspreis für die unnötigste Verpackung der Goldene Christo dieses Jahr geht an unsere spanischen Kollegen für einzeln in Plastik verpackte Weintrauben. Oh, bravo. Bravo. Ich würde sagen, dann beginnt vielleicht die Spielindustrie. Uns von den Spielbahnen ist es gelungen. Und progressiv erscheinen zu lassen.

Schauen Sie sich das an, meine Herren. Dagegen hat Holzspielzeug den Sex-Apil einer Pet-Flasche. Das ist ja eine Fressheit. Du kriegst gar nicht eins auf den Deckel. Wir von Mischplastik sind dabei, Stück für Stück die Tierwelt zu erobern. Von innen ein Albatros. Ist das sein Kunstwerk? Nein, das ist der Vogel, der ist aufgeschnitten. Mit uns. Er war zwar ein bisschen zu faul zum Kauen, aber für die Komposition ist das ein totaler Glücksfall. Vielen herzlichen Dank für dieses wunderschöne Bild. Währenddessen versucht der Mensch, uns aber weiter in das Leben schwer zu machen. Ich sage nur UN.

Die UN, die Vereinten Nationen, haben 2022 beschlossen, einen Vertrag zur Beendigung der Plastikverschmutzung auszuhandeln. Wir sind erledigt. Die UN, das ist das Ende von Plastik. Gegen die UN ist kein Kraut gewachsen. Wir haben 220 Chemielobbyisten hingeschickt. Schon konnten sie sich nicht mehr auf einen Vertragstext einigen. Das war ja dann doch eher einfach. Solange Erdölstaatprofite durch Plastik machen, haben wir da genügend Rückendeckung. Die EU möchte verbindliche Recyclingquoten. Wir sind erledigt. Die EU, das ist das Ende von Plastik. Gegen die EU ist kein Kraut gewachsen. Mach dich noch mal locker. Dafür haben wir extra das chemische Recycling erfunden.

Dann machen wir aus gebrauchtem Plastik wieder Öl und daraus wieder neues Plastik. Aber chemisches Recycling verbraucht doch eine Mördenergie. Ist giftig und funktioniert doch noch gar nicht richtig. Warum wir das in Koalitionsvertrag verankert haben als Lösung des Plastikproblems? Weil unser Verbindungsmann zur BASF jetzt Kanzler ist. Der ist immer interessiert an technologischen Lösungen, die die Lösung von Umweltproblemen verhindern. Moment mal, Freunde. Was ist denn, wenn jetzt jemand Friedrich Merz verrät, dass man Plastik wirklich vermeiden kann, indem man z.B. mit dem Plastik einführt? Hahahaha. Hahahaha. Hahahaha.

Nach diesem heilsamen Lacher fehlt uns noch eine Erfolgsbilanz vom reifen Horst. Erfolg weiß ich jetzt gar nicht. Der Reifenabbrief von Flugzeugen, LKWs und Autos sorgt schon in Deutschland für den größten Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt. Aber das ist doch toll, wenn man den Plastik in den Menschen erobert. Wozu? Er dreht sich den ganzen Tag im Kreis. Das muss ja Folgen haben. Zu unserem größten Erfolg, dem Eintrag von Mischplastik in den Menschen. Ich habe gute Nachrichten. Plastik wurde nachgewiesen im Gehirn des Menschen. Es wurde nachgewiesen in der weiblichen Plazenta. Wir haben sogar den männlichen Hoden erobert. Was wollen wir da denn? Also den Menschen unfruchtbar machen.

Sogar seriöse Forscher sagen, in wenigen Jahrzehnten ist der Mensch unfruchtbar. Was? Ja, man nimmt an, dass Mikroplastik die Synthese und Sekretion testikulärer Steroidhormone stört, was die Spermatogenese beeinträchtigen kann. Wir haben aus dem männlichen Hoden einen gelben Sack gemacht. Das ist schwer. Das sollte man nicht ergebnisvoll befreuen. Ein Problem haben wir noch. Ich erinnere nur an den naseweisen Universal-Gelernten, der uns auf die Schliche gekommen ist. Sir Isaac Newton. Scheiße, der Nefton! Keine Sorge. Auch dieses Problem haben wir komplett gelöst. Und zwar mit Hilfe von Recycling. Oh, da ist noch was drin. Oh, da ist noch was drin. Jetzt ist die Tüte offen.

Jetzt können Sie mich hören. Ich lese Ihnen auch als Rezykler die Limiten. Ich werde den Leuten trotzdem sagen, wie man das Problem löst. Die Hersteller sollen ihr Dreck selbst entsorgen. Verpflichtende Mehrwegsysteme für alle Produkte einführen. Und an euch Verbraucher weiter euren Müll sauber trennen. Das ist keine Ausrede dafür, alles in den Restmüll zu schmeißen, und Sie, Sie Willy Wonka für Kassenpatienten, wagen Sie es nicht, diese Tüte noch einmal zuzumachen. Das war die Anstalt. Heute mit Stefanie Tatkagel. Bodo Warte. Und Post. Dem Ralf Nevers. Copyright MDR 2020

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