Die Abriss-Anstalt
Mieten, Bauen und Wohnen in der Anstalt. Maike Kühl, Max Uthoff, Gisela Flake und Timo Wopp präsentieren einen satirischen Abriss des aktuellen deutschen Wohnungsmarktes.
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Der Abschnitt beleuchtet die dysfunktionale Dynamik des deutschen Wohnungsmarktes, geprägt von Spekulation, fehlender staatlicher Kontrolle und dem Fokus auf Rendite. Die Debatte konzentriert sich auf die Ineffizienz des Sozialwohnungsbaus, die Ausbeutung von Bürgergeldempfängern und die Rolle von Investoren, die durch Mietpreisbindung und „hochrüstung“ die Wohnungsversorgung verschärfen. Die Charaktere präsentieren eine Reihe von absurden Lösungsansätzen und ideologischen Argumenten, die die Komplexität des Problems unterstreichen. Der Abschnitt kritisiert die deutsche Baupolitik als unbewiesen und übertrieben und zeigt die Auswirkungen des „Sickereffekts“ auf die Wohnungsmarktpreise. Die Darstellung ist satirisch und verdeutlicht die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform des Wohnungsmarktes.
Beschreibung ZDF
Mieten, Bauen und Wohnen in der Anstalt. Maike Kühl, Max Uthoff, Gisa Flake und Timo Wopp präsentieren einen satirischen Abriss des aktuellen deutschen Wohnungsmarktes.
Transkript 5.631 Wörter
• 20 Min. Video Exhale. Exhale! Was ich mache, Silke, ich suche immer noch eine Wohnung für uns. Inzwischen bin ich in Pappenheim bei Eichstädte. Ich weiß, dass du lieber in München bleiben möchtest, aber schau mal, hier ist es auch. Gut, ich will hier auch nicht sein. Niemand will hier sein, Silke. Aber hier könnten wir uns das Wohnen, das wir hier nicht wollen, vielleicht leisten. Silke? Frau Bauministerin, Frau Hubertz, schön für die Kamera. Wunderbar. Ist das nicht ein herrlicher Tag? Es ist bewölkt. Aber wie sage ich immer so gerne? Hinter der Wolke sehen wir schon die ersten Sonnenstrahlen. Wo? Den Satz mag sie wirklich. Sagt sie im fast jedem Interview.
Ich begrüße Sie, Sie kennen mich nicht. Ich bin Ihre Bauministerin. Ich freue mich jetzt wie ein Harzer Blaubeerschmandschnitzel auf die Zündung des Bauturbos. Wie freut Sie sich? Frau Hubertz hat mal eine sehr erfolgreiche Koch-App gestartet. Hier entsteht ... Ach was, hier entsteht was. Hoffentlich bezahlbare Wohnungen. Ich suche schon seit einer Ewigkeit. Endlich ist es so weit. Wir zünden jetzt gemeinsam den Bauturbo, weil jedes Zuhause zählt. Und dann sage ich mal ... 3, 2, 1 ... Piu! Großartig, es regnet günstige Mietverträge. Nö, es regnet Baugenehmigung. Na endlich, kleiner Applaus an mich selbst. Danke schön. Vielen Dank. Ah, harlich. Bisher hat so ein Bebauungsplan ewig gedauert.
Mit dem Bauturbo geht das alles viel schneller. Es muss nicht immer die Sachertorte sein. Manchmal reicht auch ein einfacher Rührteig. Das könnte die Baugenehmigung für Ihre Wohnung sein. Das ist ja toll. Die Pappenheimer können, wenn sie das möchten, künftig ganz auf einen Bebauungsplan verzichten. Bauanträge gelten dann automatisch nach 3 Monaten als genehmigt. Früher hat das 5 Jahre gedauert. Was haben die denn die ganze Zeit gemacht? Lärmschutz, Bürgerbezahlung, Umweltprüfung. Alles Dinge, in denen man nicht wohnen kann. Wir gehen jetzt mit der Brechstange in den Wohnungsmarkt. Ich wollte nur mit dem Schlüssel durch die Wohnungstür. Nein, mit der Brechstange.
Ich fand das ein starkes Bild. Mit einer Brechstange kann man unnötige Vorschriften einfach aus dem Weg räumen. Jetzt hatten wir die Sonnenstrahlen, die Brechstange, wenn jetzt noch mal der Kuchenteig käme. Wunderbar, ein Kuchenteig ausrollen. Danke, dann haben wir ja alles. Damit wird erst mal eine Wohnung ausgebaut. Gleich. Jetzt kommen erst mal die Bauprojekte dran, die zwar genehmigt, aber noch nicht gebaut worden sind. Hat sich ein bisschen was angesammelt. Wenn es bisher so kompliziert war, mit den Genehmigungen werden es nicht so viele sein. 430.000. Der Kuchen riecht schon, obwohl er noch gar nicht im Ofen ist.
Dass nicht gebaut wird, liegt also gar nicht an den fehlenden Baugenehmigungen? Jedenfalls nicht da, wo Wohnungen gebraucht werden. Dann bringen schnellere Baugenehmigungen gar nichts. Doch, doch. Die bringen da was, wo sie nichts bringen. Z.B. auf einer grünen Wiese. Da gibt es gar keinen Wohnungsschwangel. Grüne Wiesen und Sonnenschein. Wo steht, dass bezahlbare Wohnungen gebaut werden sollen? Ja, das steht da. Aber ohne bezahlbar. Da steht, bauen, bauen, bauen. Warum bauen Sie denn jetzt nicht? Genau, jetzt wird gebaut. Wo sind denn Ihre Kollegen? Wir haben Fachkräftemangel. Das sehe ich. Aber Sie können ja trotzdem schon mal anfangen. Und womit? Sehen Sie irgendwo Material?
Das ist alles viel zu teuer gerade, dass gerade so wenig gebaut wird. Das liegt an den stetig steigenden Baukosten, an den hohen Bodenpreisen und an den offensichtlichen Fachkräftemangel im Bauministerium. Aber was bringt denn dann der Bauturbo? Mehr Genehmigungen für mehr Bauland. Er sorgt auf jeden Fall dafür, dass Ackerfläche zu Bauland werden kann. Wollten Sie nicht, dass Klimaschutzgründen die Flächenversiegelung bis 2050 auf Null fahren? Ja, aber bis dahin können wir ja noch sehr viel bauen. 5 Euro der Quadratmeter, das ist in der Tat bezahlbar. Moment. 500, was ist denn jetzt passiert? Das ist Magic.
Allein durch die Existenz des Bauturbos wird jetzt überall Ackerland zu wertvollem Bauerwartungsland. Und was erwarten wir von Bauerwartungsland? Dass wir darauf bauen, bauen, bauen. Ja oder auch nicht. Bitte? Ein Bauturbo müssen Sie gar nicht bauen. Gibt keine Verpflichtung. Wieso kaufe ich mir den Bauerwartungsland, wenn ich dann da nicht baue? Deswegen. 2.500? Da stand doch gerade noch 500 drauf. Da müssen Sie sich ja ein bisschen beeilen. Allein durch die Möglichkeit einer Bebauung lassen Sie sich mit dem Boden Riesengewinne machen. Genau, ich höre schon die Baggerollen. Ja und ich höre die Champagnerkorken knallen. Bei Besitzern von Außenflächen und Spekulanten.
Wie ich ja schon mal dezent anmerkte, sind die hohen Bodenpreise auch einer der Gründe dafür, warum so wenig gebaut wird. Die Bodenpreise sind zwischen 1950 und 2015 um schlappe 35.000% gestiegen. 35.000%, das hört sich tatsächlich noch viel an. Ich hätte also schon vor meiner Geburt zuschlagen sollen. Das ist ja doch hoffnungslos. Bitte sagen Sie das nicht. Wir zünden doch diesen Bauturbo, um in Menschen wie Ihnen ganz viel Hoffnung zu wecken. Aber bei den Baulandpreisen werde ich mir eine Wohnung und die Hoffnung ist wie ein Soufflé. Man weiß nie, wann es in sich zusammenfällt. Hören Sie, ich möchte doch nur... Ich möchte doch nur eine bezahlbare Wohnung für mich und meine Familie.
Da haben wir aber ganz viel Glück dabei. Steht doch überhaupt nicht fest, dass hier mehr Familienhäuser gebaut werden. Der Bauturbo erleichtert genauso den Bau von Einfamilienhäusern. Aber das nutzt doch nichts. Wieso? Wie viele Familien haben Sie denn? Einfamilienhäuser helfen gegen die Wohnungsnot doch so viel wie ein Gruß aus der Küche gegen den leeren Magen. Schön gesagt. Hören Sie, Frau Ministerin, werden jetzt mit dem Bauturbo kein Bebauungsplan mehr nötig. Dann schaut keiner mehr, wo was baut. Irgendwann wird irgendwas hingebaut. Das ist doch kein Plan. Nicht mit Plänen, sondern mit schmackhaften Ideen. So habe ich das bei der Gründung meiner Koch-App auch gemacht.
Heute sage ich, wer erst mal eine dreistöckige Hochzeitstorte gebaut hat, der kann auch Stuttgart 21 bauen. Und Leute mit genau der Qualifikation haben das damals auch gemacht. Mit diesem Bauturbo helfen Sie also nicht Mietern, sondern nur der Bauindustrie. Sie sind doch in der SPD. Das heißt doch heute nichts mehr. Der Neubau nützt doch auch Ihnen. Da wünsche ich mir eine Prise Zuversicht. Don't stop believing. Ich habe Ihnen jemand mit dem richtigen Spirit aus der Bauwirtschaft mitgebracht. Nabendwob, mein Name von der B. B, B, B. B, B, B, B. B, B, B, B. Von der Bausparkasse bauen, bauen, bauen. Bayern. Und Sie bauen wir jetzt eine günstige Wohnung? Das ist ja witzig.
Ich hatte doch gemeint, der hätte einen Kochlöffel im Arsch. Nein, ich baue für Sie eine Luxusvilla. Aber ich brauche doch eine bezahlbare Wohnung. Nein, Sie brauchen eine Luxusvilla. Das ist das Wunder des Wohnungsmarktes. Wir bauen teure Wohnungen und schaffen damit günstigen Wohnraum. Wegen Sickereffekt. Haben Sie Spirit gesagt oder Sprit? Wo ist denn der günstige Wohnraum? Sie brauchen nur eine Prise Geduld und eine Suppenkelle Optimismus. Weil auch Mieter mit geringem Einkommen vom Sickereffekt profitieren. Alles mit Studien belegt. Wissen Sie, was eine Umzugskette ist? Klar, man startet beim Umzugstransporter.
Alle 7 m nimmt ein anderer das Möbelstück ab, bis der beste Freund von einem schweren Metallschrank begraben wird. Das war eine Sauerei damals. Nicht ganz. Hier sehen wir Wohnraum mit verschiedenen Objekten in den Preissegmenten A bis F. Bei einem gehobenen A wie Arsch teuer, dann über billig ist Anders Crazy teuer, deutlich teurer Elend teuer. Bis ins untere Segment F für immer noch ganz schön fies teuer. Vielleicht könnte ich mir eine Wohnung in dem F-Segment leisten. Aktuell sind alle Wohnungen belegt. Keine Sorge, wir bauen schon eine neue Wohnung für Sie. Eine Wohnung ist doch A wie Arsch teuer. Das kann ich mir gar nicht leisten. Sie nicht, aber die hier schon.
Die lösen jetzt den Sickereffekt für Sie aus. Weil deren Wohnung frei wird, können diese Leute in diese Wohnung ziehen. Dann ziehen die von D in C, die von E in D, die von F in E. Dann wird da eine Wohnung für mich frei bei F wie frei. Alle haben was davon. Entschuldigung, wieso ist die im teureren Bereich? Die hat was geschafft. Die ist in ein höheres Preissegment aufgestiegen. Toll, dass Aufstiegsversprechen gilt in Deutschland für alle. Auch für Wohnungen. Und für gekochte Klöße. Das ist schon noch dieselbe Wohnung? Ja, aber der Vermieter ist im Zuge des Umzugs die vernachlässigte Anpassung an das Markenniveau nachgeholt. Der hat die Wohnung bisher F wie verschenkt.
Aber die Wohnung ist jetzt frei für Sie. Aber die ist jetzt elenteuer. Aber sie ist frei im Segment E. Jetzt sagen Sie doch mal E wie euphorisch. Nehmen Sie D wie Drogen. Dann habe ich ja immer noch keine günstige Wohnung. Immer mit der Ruhe. Hier entsteht schon der nächste Neubau. Und in dem ist sogar noch eine Wohnung frei. Neues Spiel, neues Glück. Und los geht's mit der Umzugskette. Silke, Silke, vergiss Pappenheim. Wir haben eine Wohnung in München. Ich erfahre gerade, ein Zuzügler aus Stuttgart braucht diese Wohnung. Er ist für die Arbeit nach München gezogen. Aber dann ist ja gar keine Wohnung frei. Doch, aber eben hier in Stuttgart. Silke, du, es wird doch Stuttgart.
Nun wein doch nicht, Schatz. Silke, Silke, Silke. Was hat Silke denn? Stuttgart ist doch toll. Ich glaube, den Satz hat noch kein Mensch vor Ihnen gesagt. Das geht nicht. Der kann jetzt nicht hier hinziehen. Sonst gibt es doch keinen Sickereffekt. Wieso zieht der nach München und nicht in den Prenzlauer Berg wie die anderen Spätzlefresser? Warten Sie die nächste Umzugskette ab. Bei der nächsten Runde ist bestimmt was für Sie dabei. Die Neuvermietungen im Segment F bleiben nur 30 % der Wohnungen im Segment F. Dann werden Wohnungen bei Neuvermietungen in 70 % der Fälle teurer. Aber nur in den unteren Segmenten. Ab Segment D betrifft das jede dritte Wohnung. Aber keine wird billiger.
Sie haben doch gesagt, Sie schaffen günstigen Wohnraum. Wenn die Wohnung mehr Miete hat als die, in die der F-Mieter eingezogen ist, dann macht Ihr Sickereffekt Mietwohnungen teurer. Aber nur in 50 % der Fälle. Das ist jede zweite Wohnung. Ja, das stimmt. Sehen Sie, das Glas ist halb voll. Das ist unfassbar. Der Sickereffekt ist mit Studienbildern. Hier heißt es z.B., im Extremfall hat selbst eine neu gebaute Luxuswohnung am Stadtrand durch Sickereffekte kaum geringere soziale Wirkungen als eine neu gebaute Sozialwohnung in der Stadtmitte. Ob wir nun Luxus- oder Sozialwohnungen bauen, kommt aufs selbe hinaus. Wer hat diese Studie beauftragt? Das war ein gemeinnütziger Verein.
Das ist der Herrenschutzbund. Haben Sie vielleicht noch eine andere Studie? Ja, die große Sicker-Studie. Die wurde in Auftrag gegeben von der LBS. Sie haben nicht zufällig noch eine von René Benko? Nein. Ich verstehe Ihre Skepsis. Es gibt natürlich auch unabhängige Forschungen dazu. Z.B. von 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit ihrer Veröffentlichung für eine soziale Wohnungspolitik. Hier heißt es, uns ist keine einzige empirische Studie zu angespannten Wohnungsmärkten bekannt. Die Sickereffekte auf das Niveau bezahlbar sind. Die Sickereffekte auf das Niveau bezahlbarer Wohnungsversorgung. Das hatte ich jetzt irgendwie positiver in Erinnerung.
Dann basieren Jahrzehnte deutscher Baupolitik auf einer Theorie, die nie verifiziert wurde. Da muss man aufs Detail achten. Wenn ich das richtig verstanden habe, haben Sie nur gesagt, Ihnen wäre in angespannten Wohnungsmärkten keine empirischen Studien bekannt. Ihre Theorie zur Wohnraumbeschaffung funktioniert also aber nicht da, wo Wohnungen gebraucht werden? Genau. Deswegen kann die Lösung nur heißen, bauen, bauen, bauen. Und ob an der richtigen Stelle gebaut wird. Mal schauen, schauen, schauen. Silke, Silke. Vergiss Stuttgart. Stuttgart ist raus. Ist das schön? Nein, nein. Beruhige dich, Silke. Ich verspreche dir.
Hinter den Wolken strahlen, wartet die Sacher-Torte auf die aufsteigenden Klöße. Das erkläre ich dir später. Ich mache einfach weiter. Manchmal hat man auch Glück und findet durch Zufall was. Hier zum Beispiel. Da sind fünf Fenster in einem Stockwerk. Und alle ohne Vorhang. Wer hat denn keine Vorhänge? Gut Holländer, aber doch nicht in Schwabing. In Schwabing fünf Zimmer, keine Vorhänge. Das bedeutet, dass da entweder jemand gerade eingezogen ist und noch nicht aufgehängt hat. Oder jemand auszieht. Vielleicht haben wir Glück und die Vermieterin ist gestorben. Ich schaue mal, wer weiß. Vielleicht ist jemand da, ein Makler oder so. Silke, die Tür ist offen. Ich schaue mal rein. Hallo?
Entschuldigung, mein Mobiltelefonen. Spam. Stückchen Kuchen. Silke, es ist doch jemand hier. Bleiben Sie ruhig. Schön, dass mal wieder jemand vorbeischaut. Die Enkel, die kommen ja so selten. Ich weiß gar nicht mehr, wie die aussehen. Oma! Oma, kennst du mich nicht mehr? Stefanie? Bist du das wirklich? Ja, ich bin's. Mensch, Oma, wie lange lebst du denn noch? Ich meine, wie lange wohnst du denn noch hier, Oma? Hier, da ist ja alles so weit und groß. Und da kann sich doch niemand um dich kümmern. Jetzt bist du doch da, Stefanie. Sei doch mal bitte so lieb und hol mir mal ein Wasser. Dahinten müsste ein Abstelltisch stehen. Hier ist ja alles so groß und weit.
Und ich bin ganz allein in dieser riesigen Wohnung. Silke, Silke, ich hab's. Die ideale Wohnung. Riesiger Altbau, Silke. Stefanie? Nein, hier ist keine Stefanie. Oma, ich komm gleich. Nein, wir ziehen nicht zu Oma, also nicht zu der. Ich erklär's dir später. Oma, sag mal, Oma, wie viel Quadratmeter hast du hier noch mal? Das müssen doch locker 100 sein, oder? 134. Aber das reicht mir. In den 80 Quadratmetern oben in mir so nett, da war ich seit 2005 nicht mehr. Seit der Günther gestorben ist. Günther? Dein Großvater! Günther, Günther, der gütige Günther, wie ich ihn immer genannt habe. Weißt du noch, wie oft er zu mir gesagt hat, eines Tages soll diese Wohnung mal Bier gehören?
Ich weiß noch, wie er mir immer gesagt hat, ich werde euch alle überleben, das alte Arschloch. Oma, wusstest du eigentlich, dass Rentnerinnen über 70 im Schnitt fast 70 Quadratmeter pro Kopf zur Verfügung haben? Das ist fast doppelt so viel wie bei jungen Erwachsenen. Jeden dieser Quadratmeter hab ich mir verdient und geputzt. Das alte Arschloch hat ja keinen Finger krumm gemacht. Das können wir doch machen. Da drüben, das wäre doch ein schönes Kinderzimmer. Ja, das war ein schönes Kinderzimmer. Schau mal, ich hab ein Security-System. Kann ich überall ... Na schau, mein Nähzimmer, mein Ankleidezimmer. Hier sind die Kinder groß geworden. Hier ist der Günther abgenippelt.
All die schöne Erinnerungen. Aber jetzt ist ja alles leer. Du bist ja praktisch schon sehr alt. Wenn man weiß, dass man bald auf sehr engen Raum liegt, fensterlos, dann möchte man sich vorher noch mal ein bisschen ausbreiten. Deutschlandweit wohnen 80% der Menschen über 60 in Wohnungen, die mehr Zimmer als Bewohner haben. Währenddessen haben meine Frau, also mein Mann, ich und die Kinder ein Zimmer zu wenig. Früher haben wir zu sechs in einem Zimmer gewohnt. Und ich habe mich nicht beschwert. Jetzt wohne ich alleine in sechs Zimmern und beschwere mich immer noch nicht. Leckerer Kuchen, Oma. Das ist ein Rezept von der Hubertz. Sag mal, Oma. Oma, was zahlst du denn hier für diese Seniorenarena?
Doch. Für bescheidene 214 Quadratmeter 700 kalt. Und das jeden Monat. Und ihr so? Ja. Für stolze 75 Quadratmeter 1600 kalt. Ihr jungen Leute seid ganz schön verwöhnt. So eine kleine Wohnung könnte ich mir gar nicht leisten. Wollt ihr mich jetzt mal ins Heim abschieben? Nein, Oma, bloß nicht ausziehen. Die Miete ist teurer. Denkt doch an den Sickereffekt. Junge, komm, du erst mal in mein Alter. Da denkst du an nichts anderes mehr. Oma, ganz egal, wie sehr du sickerst, wir haben ein Leben unter einem Dach. Wir alle drei Generationen, Oma. Zum alten Preis, nicht? So, jetzt mach Schluss mit diesem schweren Theater. Sie sind heute schon der dritte, der meinen Mietvertrag erben will.
Und bei Walden der Schlechteste. Ja, ist du mir leid, Oma. Ging nicht anders. Ich wollte die Wohnung unbedingt. Im ersten Hallo. Aber sagen Sie mal ganz ehrlich, wofür brauchen Sie denn den ganzen Platz? Ich meine, die Zimmer sind doch alle leer. Die sind leer, weil ich ausziehe. Was? Hätten Sie das nicht gleich sagen? Ein bisschen Spaß sei mir ja wohl auch gegönnt, nicht? Aber eine neue Wohnung, ist die nicht zu teuer? Ich zieh noch nach Wien. Zu meinem neuen Spusi. Zu wem? Zu meinem Gusto-Knaben. Heizer. Was? Haberer. Hä? Lover. Ach so. Ach, der dritte Frühling. Ja, wie romantisch. Er ist auch ein Arschloch, aber er hat einen riesigen Gemeindebau. Oma.
So nennt man die städtischen Wohnungen Wien. 100 Quadratmeter kosten da so im Durchschnitt 490 Euro kalt. Und da werden Menschen ab 65 kleinere Wohnungen angeboten. Für viel weniger Geld mit Zuschuss. Und dann werden die großen Wohnungen für die Familien frei. Aber ich finde, Gemeindebau, wie das klingt, klingt für mich, als ob da die Alten in irgendwelche Bruchbuden abgeschoben werden. Schöne Bruchbuden haben die da in Wien. 60% der Wiener leben in städtisch genossenschaftlichen oder geförderten Wohnungen. Aha, meine Fresse. Und da gibt es sogar welche mit Pool auf dem Dach. Mit Ihrer Wohnung, nicht wahr? Könnte ich nicht Ihren Mietvertrag übernehmen?
Na ja, wenn Sie es schaffen, hier drin zu bleiben, warum nicht? Schaff ich, schaff ich, natürlich. Arschloch. Silke, Silke, endlich. Wir haben die Bude. Prachtvoller Altbaum mit Mesonett. Ja, die Alte hat uns ihren Mietvertrag praktisch vererbt. Ja, Enkeltrick. Ja, wird nichts gespannt. Die hab ich voll aufs Kreuz gelegt. Ja, du hättest mich sehen sollen, Silke. Ich sag der Einzige, aus der Bude bringt mich niemand mehr raus. Achtung, Achtung, verlassen Sie sofort das Gebäude. Der Abriss beginnt in 5 Minuten. Silke, bitte, bitte, was ist denn da los? Sag mal, was machen Sie denn da? Ich wohne hier. Dann will ich mich mit dem Wohner mal beeilen, weil das kommt ja hier alles weg.
Und zwar in, ich wiederhole, 5 Minuten. Wie weg jetzt? Ja, das Gebäude wird abgerissen. Das Gebäude wird abgerissen. Hat Ihnen das die nette, ältere Dame nicht erzählt? Was, diese fiese, alte Natta? Silke, das mit der Wohnung wird doch nichts. Ja, du kannst jetzt weinen. Ja, die ist weg, richtig weg. Im Sinn von wahnsinnig weg. Ja, danke, hören Sie mal. Warum wird denn das hier abgerissen? Ja, hier entsteht Wohnraum. Aber hier ist doch Wohnraum. Ja, es ist doch kein Wohnraum. Das ist Raum für Investition. 4 Minuten. Hören Sie, das Haus ist doch noch gut. Lohnt sich denn da nicht eine Sanierung? Wo soll ich das denn wissen? Sie werden das doch wohl ausgerechnet haben. Nee, muss ich nicht.
Und selbst wenn ich muss, kann ich nicht. Ganz ehrlich, gesetzlich ist jetzt eine Abwägung zwischen Sanieren und Neubau einfach gar nicht vorgeschrieben. Und wenn, dann liebe ich die auch nicht mehr. Weil ich habe ja jetzt auch nur noch 3 Minuten. Moment mal, soll das heißen, richtige Begründung für so eine Abrissgenehmigung? Nee, so eine Abrissgenehmigung bekomme ich schneller als Herbst ist auch verwiesen. Das ist doch Wahnsinn, wir müssen damit aufhören. Neubau macht doch alles immer nur noch teurer. Unsinn, so ein Neubau ist doch viel nachhaltiger. Kommen Sie denn da drauf? So ein Neubau kann man ohne Ende Wärmendämmung ran klatschen. Das ist auch viel, viel energetischer oder so.
Aber reden Sie doch keinen Unsinn. Sanierung ist immer ökologischer. Schauen Sie mir das hier, diese Wände. Das ist pures Gold. 40 % der Energie eines Hauses stecken im Rohbau. Bedenken Sie doch, 40 % des weltweiten CO2-Ausstoßes basieren auf der Baustoffbranche. Ich bin Geschäftsmann. Aktuell sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen nur mal so, dass umweltschädliches Bauen mit Baustoffen, die später Abfall werden, einfach günstiger ist. So ein Abriss ist doch sicher sehr teuer. Nee, nicht wenn man ihn als Werbungskosten von der Steuer absetzen kann. Und das kann ich und zwar in 2 Minuten. Aber dieser Abfall ist gigantisch. Machen Sie ruhig so weiter. Barber, kennen Sie den Juchtenkäfer?
Maschinenstopp! Maschinen sofort stopp! Gibt es Juchtenkäfer? Ja, ich muss dazu etwas weiter ausholen. Hören Sie, in Europa wird jede Minute ein Gebäude zerstört. Verstehen Sie? Die Bürgerorganisation House of Europe versucht das zu stoppen, indem Sie Unterschritten sammeln. Sie brauchen eine Million, ich habe schon unterschrieben, wie z.B. Senkung der Mehrwertsteuer auf Sanierung und Renovierung. Damit ist es in England und Frankreich gelungen, die Sanierungszahlen deutlich nach oben zu treiben. Verstehen Sie denn nicht? Wir brauchen, um die Klimaziele zu erreichen, 2-4% Sanierungsquote jedes Jahr. Letztes Jahr haben wir es gerade mal auf 0,69% geschafft.
Aber wissen Sie, was dagegen die viel schönere Zahl ist? Eine Mietenrendite im Neubau von knapp 4%. Gibt es gar keine Juchtenkäfer, oder? Okay, der Abriss geht weiter. Und zwar in einer Minute. Hören Sie, die Architects for Future fordern schon seit Jahren ein Abrissmoratorium. Damit könnten wir Baustoffe sparen, den CO2-Ausstoß senken, Gentrifizierung verhindern, die das Wohnen nur immer teurer macht. Aber ich bin kein Architect for Future, ich bin Investor for Profit. Und jetzt würde ich mal hier ganz ehrlich anfangen, die letzte Minute zu genießen. Noch mal, noch eine Minute. Hören Sie, man könnte durch Aufstocken der Gebäude bis zu 50% des benötigten Wohnraums schaffen.
Viel zu kompliziert, bis was viel einfacher ist. Abriss! Abriss, jetzt machen Sie mal langsam vom Acker, denn der startet in 30 Sekunden. Ausgeschlossen. Mich kriegen Sie nicht raus. Wissen Sie, wie lange es gedauert hat, der alten Schabrache den Mietvertrag abzuluxen? Bauen, bauen, bauen. Sagen Sie nachher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Vor was? Vor dem da. I came in like a wrecking ball. Das Haus war sowieso schon old. Das passt leider durch den Stadtbereich. Macht doch einfach eure Töchter ein. Das zieht keiner mehr ein. Ich lass dich achten vor dem Schweiß, denn du bist einfach kaputt. Wer darin wohnt, der macht mir Angst. Und gleich bist du nur noch Schutt.
Klagt jetzt bitte nicht, wenn die Mauer bricht. Nein, das ist nicht mehr schön. Ich hole die Birne raus, krache in das Haus. Sonst krieg ich hier einen Föhn. I came in like a wrecking ball. Das Haus war sowieso schon old. Das passt leider nicht ins Stadtbild rein. Fragt doch einfach eure Töchter ein. Das war doch mal geil, oder? Das war mal klar. Das war mal plakativ. Das war mal einfach. Ah, wie super. Haben wir noch mal ein Zeichen gesetzt hier. Endlich mal so ein plakatives Bild. Oh, vorher wieder mit Vermieter. Keine Umziehungsketten. Sicker-Effekte. Und wir brauchen noch mal ein Zeichen gesetzt hier. Endlich mal so ein plakatives Bild. Keine Umziehungsketten. Sicker-Effekte.
Wir brauchen mehr Wohnraum. Auf einmal wollen wir hier erzählen, wir müssen weniger bauen. Das versteht doch keine Sau. Können wir nicht in der Anstalt einfach mal Antworten liefern? Auch hier mal Klartext reden. Wir brauchen mehr Wohnraum. Aber erst mal planieren statt sanieren. Warum? Weiß nicht rein, verdammte Scheiße. Das ist Klartext. Das ist ein kompliziertes Bauchgefühl. Das ist nicht richtig, aber laut. Das ist nicht klug, aber mit Nachdruck. Klartext ist auch so viel effizienter. Wir haben ein Problem mit dem Stadtbild. Aber klar, wir haben eine Lösung. Grenzen dicht. Wie lange habe ich jetzt für die Antwort gebraucht? 2,5 Sekunden habe ich meinen Wert benutzt.
Klartext ist die innere Kneipenmeinung. Die ist immer prägnanter als die komplizierte Wirklichkeit. Habt ihr nicht auch Bock, ab und zu Klartext zu reden? Ich sage mal, wie es geht. Ein paar Tipps von mir, wie ich das mache. So ein kleines Klartext-Coaching. Als erstes, ganz wichtig, immer Fakten ausblenden. Gerade beim Klartext-Reden. Zu viel Wissen behindert da nur. Deswegen mache ich jeden Morgen immer einen Scheuklappen-Yoga. Ich stelle mich vor dem Spiegel und sage immer, was ich nicht weiß, macht mich stark. Und dann als nächstes nicht lang fackern. Immer sofort anfangen zu reden. Man muss immer schneller reden, als man denken kann.
Wenn man zu lange nachdenkt, hat man einen differenzierten Gedanken. Das ist ein Klartext-Blogger. Erst denken, dann reden. Das lebt uns Markus Söder seit über 10 Jahren vor. Denkverzicht ist die höchste Form der Meinungsfreiheit. Ich will wissen, was ich meine, bevor ich höre, was ich sage. Ihr könnt am besten Klartext über Sachen reden, von denen ihr überhaupt keine Ahnung habt. Das können wir Männer besonders gut. Das nennt man bei uns Kompetenzüberwindung. Das traut ihr euch nicht. Anstaltpublikum, ihr habt studiert, für Klartext seid ihr viel zu verbildet. Ihr müsst eure Impulskontrolle immer wieder überwinden. Macht mal so kleine Empörungssprints als Training.
Von 0 auf 180 in 2 Sekunden. Wenn einer von euch in den Gruppen sagt, das müsste man mal differenzierter betrachten, einfach mal reinbrüllen. Jetzt reicht es aber auch mal mit dem Differenzierter. Sehen wir hier eine Differenzierungsdiktatur? Nee, wir brauchen mehr Disziplin und weniger Gendergedöns. Was heißt das? Keine Ahnung. Aber es ist Klartext. Wir sagen bestimmt viel, aber das ist das Problem mit dem Klartext. Da hat doch nie einer eine Ahnung, was gemeint ist.
Wenn bei euch in der Firma im nächsten Meeting Jochen aus der IT-Abteilung erzählt, was das neue Software-Tool alles kann, und ihr habt schon nach der zweiten Abbiegung keinen blassen Stimmer mehr davon, einfach mal sagen, du Jochen, das ist nicht persönlich gemeint, aber ich finde, du passt hier nicht ins Stadtbild. Der wird schon wissen, was gemeint ist. Haben Sie inzwischen für sich und Ihre Familie etwas Kuscheliges gefunden? Ja, das hatte ich für fünf Minuten. Dann wurde die Wohnung abgerissen von ihm. Die Bude war unbewohnbar. Meine Oma hat da 50 Jahre gelebt. Das war nicht Ihre Oma. Kopf hoch.
Hinter der Wolke warten schon die ersten Sonnenstrahlen und hinter jeder Abrissbirne eine neue Wohnung. Und ich habe hier sowas Günstiges. Was kostet es? 20 Euro pro Quadratmeter? Für ein Promi-Viertel Grünwald in München ist das eine echte Schnäppchen. Da ist die exklusive Nachbarschaft eingepreist. Ich habe nicht vor, mit meiner Anwesenheit ein Problemviertel aufzuwerten. Ich muss doch irgendwo hin. Ich muss doch irgendwo hin mit Mia und meiner Familie. Wenn Ihnen der normale Wohnungsmarkt zu anstrengend ist, gibt es ja immer noch den sozialen Wohnungsbau. In 30 Minuten vom Eigenheimbesitzer zum Sozialfall. Ich habe Sie von Anfang an so gesehen. Was mischen Sie sich da eigentlich ein?
Sie haben doch keine Sozialwohnungen. Doch, wir geben ihm eine Menge Geld, damit er Ihnen für wenig Geld eine Sozialwohnung geben kann. Wenn man mir Milliarden überweist, kann ich in München für 12 Euro auf den Quadratmeter vermieten. Warum nehmen Sie die Milliarden aus den Steuergeldern nicht und bauen eigene Sozialwohnungen? Weil die Privaten das effektiver machen. Wir machen sogar aus bedürftigen Mietern noch locker eine Rendite von 4 %. Aktuell ist das sogar lukrativer als der normale Wohnungsbau. Dann baut er Sozialwohnungen, die kann ich jetzt einziehen. Aber vorher brauchen Sie noch einen Wohnberechtigungsschein.
Dafür müssen Sie nur nachweisen, dass Sie nicht mehr als 20.000 Euro netto im Jahr verdienen. In München dürfen das 28.300 sein. Ich frage mich manchmal wirklich, wer es sich in diesem Land überhaupt leisten kann, so wenig Geld zu verdienen. Das sind 11 Mio. Die Hälfte aller Haushalte, zumindest Mieterhaushalte in Deutschland, haben Anspruch auf eine Sozialwohnung. Und wie viele Sozialwohnungen gibt es? Eine Million, aber die restlichen 10 Mio. dürfen sich gerne auf eine bewerben. Aber das sind ja offensichtlich viel zu wenige. Sagen Sie, Sie wollten nicht bauen, bauen, bauen? Wir sind dran.
Seit 2015 zahlen wir jedes Jahr 3 Milliarden und wir haben davon pro Jahr im Schnitt knapp 30.000 Sozialwohnungen gebaut. Haben Sie das auch gehört? Nö. Und im nächsten Jahr sind es wieder 3 Milliarden. Davon haben wir wieder 30.000 Sozialwohnungen gebaut. Da war es schon wieder. Und das Jahr drauf wieder 3 Milliarden. Davon haben wir noch mal 30.000 Sozialwohnungen gebaut. Das wird ja immer weniger dahinten. Dann lassen Sie uns doch gemeinsam nach vorne schauen. Immer wenn da vorne eine Wohnung gebaut wird, dann fallen hinten zwei weg. Wirklich? Tatsächlich. In 20 Jahren hat sich der Bestand halbiert. Aber wie kann denn das sein? Ich denke, Sie bauen, bauen, bauen.
Ja, da vorne, aber hier hinten werden jedes Jahr 65.000 Wohnungen abgebaut. Wie werden denn Wohnungen abgebaut? Na, die fallen nach 25 Jahren aus der Mietpreisbildung. Ah, und dann sind die einfach weg? Nee, die sind nicht weg. Die sind woanders, auf dem freien Markt. Sie, Sie, der Investor, kreist sich die Sozialwohnungen. Die gehören ja auch ihm. Machen Sie damit? Ja, ich schaffe damit gehobenen Wohnraum. Aber das ist doch schon noch eine Sozialwohnung. Wie geht das? Indem die Mieten auf das angemessene Markenniveau steigen. Die steigen nicht, sie erhöhen sie. Hören Sie mal, 25 Jahre lang waren mir die Hände durch die Mietpreisbindung gefesselt.
Aber jetzt darf die Wohnung endlich mal zeigen, was sie kann. Dauerhaft günstige Mieten. Und ich brauche ab und zu auch mal Gewinne. Spicy, wir können ja von Investoren nicht verlangen, dass sie dauerhaft auf Gewinn verzichten. Hören Sie, statt ihm dauernd Milliarden zu geben, damit es immer weniger Sozialwohnungen gibt, geben Sie das Geld doch mir. Aber das machen wir doch schon zusätzlich mit Wohngeld. Das fände ich eine sehr gute Idee. Moment, warum hält er das für eine gute Idee? Ich finde es einfach gut, wenn Sie als Betroffener selbst entscheiden können, was Sie gerade am dringendsten brauchen. Das kann ich Ihnen sagen, bezahlbaren Wohnraum.
Ups, der ist ja bekanntermaßen im Moment sehr knapp. Dann nehmen Sie doch einfach so lange Unbezahlbare. Schließlich müssen wir irgendwo. Aber von welchem Geld denn? Ja, vom Wohngeld. Wir geben 5 Milliarden im Jahr an Menschen, die ihre Wohnkosten nicht allein wuppen können. Heilige Silke, das ist jetzt einfach alles meins. Sie geben mir das Geld, damit ich seine überteuerten Mieten bezahle. Wir haben die Ausgaben für das Wohngeld in 10 Jahren um 600 % erhöht. Aber ich hab davon doch gar nichts. Ich hab dem Geld nur kurz Hallo und Tschüss gesagt. Es geht mir doch genauso. Ich reiche es sofort an die Aktionäre weiter. Moment.
Wir finanzieren also mit Steuergeld die Dividenden von Wohnungskonzernen. Eine Milliarde. So viel hat Vonovia, Europas größter Wohnungskonzern, letztes Jahr an seine Aktionäre ausgeschüttet. Und das nennen Sie effektiv? Ich schon. Wollen Sie jetzt wohnen oder nicht? Ich muss auch sagen, mir wären Bürgergeldempfänger lieber. Wieso denn? Wir zahlen pünktlich wie die Eieruhr. Ich dachte, die Arbeitsagentur übernimmt für Bürgergeldempfängerinnen nur angemessene Mieten. Theoretisch ja, aber praktisch gibt es keine angemessenen Mieten mehr. Deswegen zahlen wir für Bürgergeldempfänger in wirtschaftsstarken Regionen Mieten, die weit über dem Durchschnitt liegen.
In München habe ich vom Jobcenter für einen Bürgerweltempfänger schon mal bis zu 20 Euro auf den Quadratmeter bekommen. Ich glaube, das war fast 7 Euro über Durchschnitt. Wollen Sie damit andeuten, dass Bürgergeldempfängerinnen in Luxus-Mohnungen untergebracht werden? Nein, nur die Mieten sind Luxus. In Dresden hat man schon mal 18 Euro auf den Quadratmeter für Asylbewerbe bezahlt. Und die haben dafür eine schimmelige Wohnung im Plattenbau bekommen. Wir stecken das Geld nicht in die Wohnungen, sondern in die Menschen. Die dann in den schimmeligen Wohnungen leben. Genau, das nennen wir dann Subjektförderung.
Und wie toll das funktioniert, das hat die Münchner Sozialdezernentin eindrücklich erklärt. Es ist der absolute Wahnsinn, was wir hier machen. Ein Nonsens sondergleichen. Da werden exorbitante Preise abgerufen. Das hatte ich irgendwie auch positiver in Erinnerung. Was haben Vermieter insgesamt für die Unterbringung von BürgergeldempfängerInnen kassiert? Das wollen Sie wirklich wissen. 2023 waren das 15 Milliarden. Plus die 5 Milliarden Wohngeld. Das sind 20 Milliarden. Damit könnte der Staat nach Summa summarum 150.000 Wohnungen kaufen und dauerhaft günstig vermieten. Und zwar für immer. Warum machen wir das nicht? Warum machen wir es nicht Wien? Sagen Sie es nicht. Wien, Wien.
Wien, Wien, Wien. Außer Ihrer Oma. Ich habe keine Oma. Wovon soll ich da leben? In Österreich sind die Mieten teilweise nur halb so hoch wie in Deutschland. Weil da viele Wohnungen Besitz von Gemeinden oder von Genossenschaften sind. Österreich gibt pro Kopf deutlich weniger Geld für bezahlbares Wohnen aus als Deutschland. Hat aber 8-mal so viel geförderte Wohnungen. Aber wenn man selbst so viele Wohnungen hat, dann ist das kein Wiener. Das ist ein Wiener. Das ist ein Frauenmännchen. Sagen Sie, Frau Hubertz, was Sie da machen. Warum machen wir das? Das ist alles wahnsinnig teuer. Um zu sparen, haben die Länder und Kommunen in den 0er-Jahren Wohnungen an Konzerne verschabelt.
Jetzt haben wir von den 4 Mio. Sozialwohnungen nur noch 1 Mio. übrig. Das bedeutet, dass 3 Mio. Sozialwohnungen die Wohnungen einfach zurückholen. Wir holen uns die Wohnungen einfach zurück. Durch Vergesellschaftung. Das kann ich nicht machen. Wieso? Ich bin Sozialdemokratin. Ach so, ja richtig. Das ist nicht ... Das ist nicht ... Nee, nee, nee. Und ich sag Ihnen mal eins. Mit Ihren radikalen Enteignungsfantasien. Da stehen Sie ganz alleine da. Nee, nee, nee. In Berlin haben 2021 fast 60 % der Berliner für die Enteignung von Wohnungsgesellschaften gestimmt. Das Gesetz über die Vergesellschaftung wird bald in Berlin zur Abstimmung gestellt. Aber das wäre ja dann klauen, klauen, klauen.
Nein, wäre es nicht. Listen Sie, von wem folgendes Zitat stand. Die Rekommunalisierung von Wohnungseigentum Das war bestimmt die Rote Heidi. Nein, das war der Dresdner Oberbürgermeister Hilbert. Als er angefangen hat, die damals verschärbelten Wohnungen für die Stadt zurückzukaufen. Und wissen Sie, in welcher Partei der ist? In der FDP. Diese linken Spinner. Und wissen Sie, er beim Rückkauf wieder verdient? Das ist doch Wahnsinn. Sie verschärbeln unsere Wohnungen an Investoren wie ihn. Wenn man die Mieten für Bürgergeldempfängerinnen erhöht, die sie dann aus unserem Steuergeld zahlen, das kostet unglaublich viel. Und gegen wen wird dann Stimmung gemacht?
Gegen Bürgergeldempfänger, weil die angeblich zu viel kosten. Dabei ist doch völlig klar, was wir stattdessen tun müssen. Wir müssten Wohnungen in großem Stil ... ... bauen, bauen, bauen. Nein! Das war die Anstalt. Heute mit Team Up und Tieser Klage. Like a wrecking ball Das Haus war so, wie du schon wolltest Das passt leider nicht in Stadt für drei Tragt doch einfach eure Töchterlein Das zieht keiner mehr ein Und das ist ab und vor ...
Dieses Transkript entstand vor der Zeitstempel-Funktion. Eine Neu-Transkription ist in der Verwaltung möglich.