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Immobilienmarkt

Gentrifizierung , Mietpreisbremse, Patrizia AG , Mietspiegel

Zusammenfassung KI, aus dem Transkript

Die Episode 'Immobilienmarkt' in 'Die Anstalt' untersucht die komplexen Zusammenhänge zwischen Immobilienmarkt, politischer Einfluss und gesellschaftlichen Veränderungen. Sie beleuchtet die Auswirkungen von Investoren und Spekulationen auf den Wohnungsmarkt, insbesondere im Kontext der Gentrifizierung und steigender Mieten. Die Diskussion umfasst Themen wie Mikrowohnungen, Bodenpreise und die Debatte um Wohngeld, während gleichzeitig alternative Lösungsansätze wie eine Mietergewerkschaft kritisch hinterfragt werden. Die Satire zeigt die Absurdität von politischen Versuchen, die Realität zu beeinflussen und die Machtverhältnisse im Wohnungssektor aufzudecken.

Transkript 6.859 Wörter

Und die Leute im sanierten Haus Ruf ihn! Ihr kriegt uns hier nicht raus! Das ist jetzt unser Haus Schmeißt doch endlich alle ohne Cash aus Kreuzberg raus! Ich brauche den Milchschäumer! Das ist kein Milchschäumer! Ich brauche einen Milchschäumer! Was machst du da? Das siehst du doch! Ich schrecke Investoren ab! Das sind Tierspion! Du kannst die zwar sehen, die können dich nicht sehen! In zwei Minuten kommt mein Vermieter mit dem Käufer! Die verkaufen hier alle Wohnungen im Haus! Deine übrigens auch! Und du, du trinkst seelenruhig Cappuccino! Mocaccino, Christine! Du wohnst seit 20 Jahren hier, du bist für so einen Ölfleck, die kriegen dich da nicht raus!

Zwei Monatsmieten Rückstand reichen mittlerweile aus! Zwei Monatsmieten Rückstand! Keine Ahnung, das Leben ist Veränderung! Vielleicht machst du diesen Rauswurf einfach zu deinem Ding, zu deinem Sieg! Eine Zwangsräumung? Okay, wie? So nach dem Motto, sie brauchen mich hier nicht raus tragen, ich wollte eh gerade aufhören zu wohnen? Er war dumm von mir! Ich hätte nicht hier hinziehen sollen, ich habe das Viertel zu sehr aufgewertet! Ja, das ist so, das ist so, kaum wohne ich irgendwo, kannst du dir sicher sein, alle Investoren denken so, jetzt ist da, da ist Potential auf einmal! Die haben wohl dein Programm noch nicht gesehen!

Weißt du, kannst du dir vorstellen, weißt du, wie sich das anfühlt als Künstler? Wenn du nicht mal in Ruhe dein Mocaccino trinken kannst, ohne dass die Kapitalströme hinter einem herfließen und man selber ist machtlos dagegen! Moritz, nicht du und deine hippen Künstlerfreunde haben die Gentrifizierung ausgelöst, sondern die Investoren, man kann was dagegen tun! Soll ich jetzt mein Mocaccino so trinken, dass mich die Investoren nicht sehen? Soll ich mir die Tasse... Moritz, Moritz, hör auf, hör auf! Wir müssen diese Stadt den Investoren entreißen! Wir kaufen das Haus, meinst du? Oh, der ist da, pass auf, jetzt kommt es drauf an!

Christine, der Immobilien-Fritze wird versuchen dich zu provozieren, damit er sagen kann, du hättest den Verkauf sabotiert, also, dann kann er dich nämlich kündigen, lass dich nicht drauf ein! Und lass, dann musst du den, ich würde das wegstellen, das ist kein guter Erstaunenbruch! Achso, hast du recht! Okay, äh, wer ist da? Äh, ihr Vermieter, von der Patrizia AG, zusammen mit dem Käufer, wir hatten einen Termin, Frau Praillon! Ja, äh, ich lasse aber nicht so gerne jemand rein, den ich nicht kenne! Sie kennen den Käufer aus dem Fernsehen! Geil, vielleicht hast du Glück, es muss ja nicht automatisch ein Arschloch sein! Vielleicht...

Nee, nee, nee, hast du jemals jemanden im Fernsehen gesehen, der kein Arschloch ist? Danke schön, endlich! Nein! Sie sind doch der, nein, das gibt's doch nicht! Dingens! Sie sind doch der Dings hier, der, ähm, na, der Comedian aus der Anstalt, von Uthoff, oder? Ein linker Kabarettist als Vermieter, was soll schief gehen, das ist genial! Ja, natürlich kommt das hier alles weg! Was kommt weg? Na, die Mauer hier, ne? Au! Was ist denn hier eigentlich? Finger weg von meiner Mauer! Niemand hat die Absicht, eine Mauer einzubringen! Wieso denn nicht? Ich meine, sie braucht die Mauer doch nicht mehr! Warum? Weil sie dann hier nicht mehr wohnt! Wissen Sie, wie man das nennt?

Das ist die Diktatur der Bourgeoisie! Sehr gut, um 19.12, Frau Piening nennt uns Kapitalistenschweine! Wäre das noch besser? Ja! Hören Sie, hören Sie, machen Sie sich keine Sorgen! Äh, hier wird nichts verändert, Sie können bleiben hier, alles bleibt hier so, wie es ist! Das würde ich mir noch mal überlegen, um die Rendite zu erreichen, von der Sie gestern gesprochen haben, müssen Sie die Miete schon ordentlich erhöhen! Schauen Sie, Frau Piening, wir haben doch ein gemeinsames Interesse an dieser Wohnung! Und wenn wir jetzt nicht die Miete erhöhen, dann kann ich mir die Wohnung am Ende vielleicht gar nicht leisten! Und dann kriegen Sie am Ende vielleicht ein Arschloch als Vermieter!

Ich zahle also jetzt Arschlochpreise, damit ich kein Arschloch als Vermieter bekomme! Zweimal Arschloch, machen Sie ruhig so weiter! Nein, hören Sie, ich halte mich natürlich strikt an die Mietpreisbremse! Warum eigentlich? Es gibt keine Sanktionen für Vermieter, die sich nicht an die Mietpreisbremse halten, und das sind übrigens die meisten! Ach! Was ach? Dann verklag ich Sie eben! Ach! Ja, ich meine, wie viele Vermieter in München wurden bereits hier verurteilt, wegen Verstößen gegen die Mietpreisbremse? Ja, äh, null! Ach! Ach! Ja, was ach? Ist doch egal! Dann gewinne ich eben als Erster den Prozess! Ha! Da wünsche ich Ihnen viel Glück, Frau Breuer!

Die Mietpreisbremse gilt ja nicht für Altmieter! Wie alt sind Sie? Ich meine, wie lange wohnen Sie hier schon? Also, schauen Sie, es muss doch einen Kompromiss geben, Frau Breuer, zwischen meinem finanziellen und Ihrem Wohnbedürfnis! Ja, den gibt es, den nennt sich Modernisierung! Was? Hören Sie mal, da muss ich ja noch mehr Geld reinstecken! Ach, Unsinn! Wenn Sie diese Wohnung modernisieren, dann muss sie 11% der Kosten übernehmen! Ja, aber nur 11%! Ja, aber über die nächsten Jahre, in 10 Jahren, hat sie durch ihre 11% die gesamte Modernisierung bezahlt! Egal wie teuer die Modernisierung war! Ich wusste, wir schaffen das gemeinsam! Ach so! Das heißt, meine Miete geht am Ende wieder runter!

Nein, nein, das ist ja das Tolle! Wenn alles abbezahlt ist, dann zahlen Sie weiterhin die höhere Miete, für immer! Also statt 700 Euro 1.400 Euro! Oh, wollen Sie das Schimpfwort gleich selber eintragen? Hören Sie, Frau Breuer, Sie haben aber doch etwas von der Modernisierung! Ach! Ja, wir können doch zum Beispiel Ihre Fassade renovieren! Ich will keine Modernisierung! Das ist das Tolle an der Modernisierung, die müssen Sie wollen! Verstehen Sie, wir machen ist doch auch so was Schönes, ein Balkon ist was Schönes! Ach, ich lebe im Erdgeschoss! Ja, wir bauen auch einen Aufzug ein! Sie wohnt im Erdgeschoss!

Ja, wir machen auch so eine Überwachungsanlage, eine Sauteure, ich habe ja gehört, sie wohnt im Erdgeschoss! Hier gibt es aber nichts zu holen! Ja, noch nicht, aber die Nachmieter hat ja dann bestimmt Schmuck! Nachmieter? Ja, hören Sie, aber Sie wollen ja die Modernisierung! Ja! Ich kann sie mir nicht leisten! Ja, und nach zwei Monaten mit dem Rückstand... Sag mal, steht da schon Arschloch? Ja, zweimal! Dann ist von mir noch mit drauf! Dreimal Arschloch! Danke, das ist echt... So, dreimal Arschloch! Sehr schön! Ja, Sie sind auf einem guten Weg! Danke für deine Solidarität, Moritz, das ist total nett, echt! Wir lassen uns doch nicht unterkriegen, Mann ey, solche Arschlöcher! Wir bleiben!

Das ist ein... Das ist ein unheblicher Zeitpunkt... Ich möchte dir was sagen... Ich, ähm... Ich ziehe aus! Richtig, Mensch, Herr Neumann, das hat man ganz vergessen! Sie haben ja die Umzugsparschale von 20.000 Euro hatten wir doch! Jawohl, wenn Sie es ganz kurz klütieren! Das ist, das ist... Diese Kapitalströme! Das ist... Diese Machtlosigkeit! Das ist... Ah! Entschuldigen, den Milchschirmer habe ich jetzt gefunden, aber wo finde ich die Milch? Ah, wer ist er? Wer ist er? Er ist Vermieter? Er BMP? Das ist mein Sohn, der, ähm... Er heißt R, Wien und ist B. Frau Präjon, kann es sein, dass Sie entgegen des Mietvertrages diese Wohnung untervermietet haben? Ja, das ist ja der Sinn von R, B, N, B.

Das muss man in so coolen Vierteln wohnen und so. Übrigens, laut Lonely Planet drinkt hier Moritz Neumeyer regelmäßig, sondern Mochaccino. Das ist jetzt nicht mehr. Frau Präjon, Sie wissen schon, dass R, B, N, B die Mietpreise nachholen. Wieso? Ich zahle bitte für 5 Tage nur 700 Euro. Das ist ein Schnäppchen. Für 5 Tage 700 Euro? Das heißt, ich könnte diese Bruchbude unmodernisiert für 4000 Euro im Monat vermieten? Ja, ich habe Ihnen doch gesagt, die Wohnung hat Potenzial. Ja, schon, aber eben unvermietet. Ja, das ist sie doch jetzt. Ach so, vielen Dank. Gern, wofür? Für den Kündigungsgrund. Schade. Nein, nein, nein. Ich wollte eh gerade aufhören zu wohnen.

Das ist schon großartig, diese moderne Nachrungenschaften. Dieses R, B, N, B ist großartig finde ich jetzt. Und diese Billigfluglinien sind auch großartig finde ich. Ich meine, vielleicht großartig nicht fürs Klima. Fürs Klima nicht so. Und auch nicht für die Einheimischen. Ich urlaube gern mit R, B, N, B, aber man stößt auf eine gewisse Skepsis. Bei den Einheimischen, ich war jetzt in Barcelona und da steht mittlerweile auf vielen Hausmauern, warum heißt es Tourismus-Saison, wenn man dann auf sie nicht schießen darf? Also da freut man sich, wenn man wieder heil am Flughafen ist. Das muss man ganz ehrlich sagen. Es gibt in der Immobilienbranche neue Trends. Es geht um Effizienz.

Zum Beispiel, man versucht ja ja derzeit Mikrowohnungen zu schaffen. Das ist eine maximale Anzahl von Menschen in einem minimalen Wohnraum zu quetschen. Ja, es werden bereits jetzt Wohnungen der Größe von acht Quadratmeter gebaut. Acht Quadratmeter. Ich meine, das sind begehbare Klos. Also das ist Wohnklos. Also in diesen Mikrowohnungen darf man alles nur nicht zunehmen. Die Immobilienwirtschaft schwärmt von diesen. Die sagen, wow, das hat Vorteile. Man kann zum Beispiel so Mikrowohnungen in der Dusche mit der linken Hand einseifen und gleichzeitig mit der rechten Hand auf der Küchenherdplatte die Schnitzel panieren.

Oder wenn man sich beim Bodenwischen bügt, kann man gleichzeitig mit seinem Hintern das Fenster putzen. Also eins mehr gibt es nicht dort. Und natürlich ist es wieder empfohlen in Mikrowohnungen, man soll unbedingt den Schlüssel draußen stecken lassen, weil in der Wohnung verbraucht er zu viel Platz. Das muss man ganz ehrlich sagen. Und was auch ein bisschen blöd ist, man kann in diesen Wohnungen nur in der Embryonalstellung schlafen. Das geht nur. Aber der Vorteil ist, wenn man die Wohnung verlässt, man fühlt sich wie neu geboren. Also man hat also permanente Geburtserlebnisse und die sind im Preis inkludiert. Das zahlt man nicht extra. Das ist sehr schön, finde ich. 8 Quadratmeter Wohnung.

Haben Sie gewusst, die meisten europäischen Gefängniszellen sind größer. Das heißt vielleicht, wenn Sie in Zukunft einbrechen gehen, dann können Sie sich wohnungstechnisch verbessern. Und das sogar bei Vollpension. Das sollte man nicht ganz vergessen. Bei Geflügel ist Käfighaltung verboten. Also aufgrund von Mikrowohnungen bin ich jetzt für eine europaweite Initiative. Hühnerrechte für Menschen. Ja, wahrscheinlich geht der Trend ja noch weiter. Noch mehr Effizienz. Vielleicht sollte man noch mal für die Immobilienbranche kleinere Menschen züchten. So ganz kleine, am besten so stapelbare. Und die wohnen dann zu fünft in der Schachtel vom neuen iPhone.

Aber vielleicht ist ja auch eine falsche Befürchtung meinerseits. Man hat ja oft Angst. Gerade als Österreicher, wir haben immer Angst. Angst ist ja Paradox-Angst. Es gibt zum Beispiel jetzt eine aktuelle Studie, die ich sehr faszinierend finde. Die Kinder in Australien haben weniger Angst vor einem weißen Hai als die Kinder in Österreich. Was schon interessant ist, weil die Wahrscheinlichkeit, dass dir im Greta-Bär-Arif ein weißer Hai entgehen kommt, ist schon höher als am Wörthersee. Also falls dir am Wörthersee eine Dreiecksflosse entgehen kommt, ist wahrscheinlich ein übergewichtiger Vater, der sich völlig falsch eingeschätzt hat für das Kindersurfbrett.

Und aufgrund seiner Fehlberechnung ohne um einen Zipfel aus dem See raus schaut. Aber der ist nicht gefährlich. Also für sich selber schon. Aber den scheidet ja dann auch die Evolution mit sehr guten Argumenten aus. Wir werden ihn nicht vermissen. Aber warum ist das so? Die Gefahrenforschung hat herausgefunden, weil die Kinder in Australien wachsen ja auf in der Nähe vom weißen Hai. Das ist das Paradoxe bei Ängsten und Gefahren. Je näher eine Gefahr im Leben oft kommt, umso kleiner wird die Angst. Deswegen haben australische Kinder angeblich sehr viel Angst vor österreichischer Volksmusik. Die kennen sie nicht.

Da sage ich immer, vielleicht sollte der Andreas Gabalier in Sydney am Hauptplatz ein Konzert geben, damit die Kinder dort merken, es tut vielleicht weh. Es tut vielleicht weh, aber es ist nicht tödlich. Also der will nur spielen. Dankeschön. Herr Patrizian. Herr Patrizian, hören Sie, ich kann die Wohnung von Frau Präjon nicht kaufen. Ach, gestern sind Sie doch gieriger drum rumgeschlichen als Jens Spahn und Merkels Bürostuhl. Ja, schauen Sie, aber Frau Präjon hat mir gesagt, das war mal eine gemeinnützige Wohnung. Ja, na und? Und sowas bieten Sie mir als Anlageobjekt an. Ich meine, das können Sie doch nicht machen. Doch, das kann ich machen. Und soll ich Ihnen was sagen?

Wären Sie an meiner Stelle gewesen, Sie hätten dasselbe gemacht. Ach nein, ach nein, glauben Sie mir. Ich bin nicht wie Sie. Dazu fehlt mir schon das nötige ... Kapital. Okay, gut. Dann sagen wir mal, Sie sind die Patrizier AG in Augsburg, eines der größeren Investmenthäuser in Europa. Wie bitte, was? Können Sie einmal zuhören? Sie sind die Patrizier AG, ein Investmenthaus in Europa, relativ groß, Sitz in Augsburg. Gut, und was mache ich jetzt? Jetzt stellen Sie sich vor, es ist das Jahr 2008. Ah ja, warte. Was machen Sie jetzt? Da hatte ich noch volles Haar. 2008 Bankenkrise, die Lage auf dem Internationalen Finanzmarkt ist ... sehr, sehr haarig. Was?

Okay, der amerikanische Immobilienmarkt ist zusammengebrochen, aber Sie brauchen dringend Renditen. Was machen Sie? Auf keinen Fall was mit Immobilien. Sie sind ein Immobilieninvestor. Ich mache auf jeden Fall was mit Immobilien. Und was? Da fragen Sie zunächst mal die Bayerische Landesbank. Ah, da sitzen die Experten. Nein, da sitzen die Idioten. Das finde ich ist kein Grund, hier ausfällig zu werden. Nein, nein, das ist der offizielle Terminus technicus. Damals hat die Bayerische Landesbank so viel Schrottkredite in den Büchern. Bei der Wall Street hießen die Gelder der Landesbank nur noch Stupid German Money. Ich hole mir also Rat bei den Idioten.

Nein, Sie holen sich von den Idioten die GBW. So, das ist eine AG, eine ehemals gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft, die der Bank immer noch gehört. Das sind 32.000 Wohnungen in Bayern mit niedrigen Mieten. Niedrigen Mieten? Ich bin ein Miethai, nicht die Sozialhilfe. Ihnen fehlt jegliche kapitalistischen Instinkt. Was ist das Netteste, was Sie mir heute gesagt haben? Da müssen wir ja völlig bei Null anfangen. Also, stellen wir uns vor 2008. Wir haben Bankenkrise. Das Land Bayern rettet bzw. stützt seine eigene Landesbank mit 10 Milliarden Euro. Sagen Sie mal, wenn die so viel Geld haben, warum verkaufen Sie denn dann die GBW?

Siehen Sie, die Europäische Kommission hat das als unerlaubte Beihilfe angesehen und macht Druck, dass die Bank das Geld an den Freistaat zurückzahlt. Und deswegen gesagt, sie muss die Bayern-AB wieder zurück auf ihr Kerngeschäft. Die EU zwingt also die Landesbank die GBW-Wohnungen zu Versilber? Es ist ein brutales Geschäft. Ein bayerischer Finanzbeamter beschreibt die Verhandlung mit Brüssel so, sie wären in einen fensterlosen Raum geführt worden und dort hätte es nur abgestandenes Wasser gegeben. Waterboarding, diese Bastarde! Dann blieb der Landesbank ja praktisch gar nichts übrig, anders übrig als mir die Wohnungen zu verkaufen.

Sagen Sie mal, wieso hat denn eigentlich der Freistaat Bayern die Wohnungen nicht gekauft? Nicht wahr, um seine Mieter zu schützen vor so gierigen Säcken wie mir? Siehen Sie, die EU-Kommission hätte das vielleicht als Beihilfe angesehen. Ja, und geprüft. Das heißt ja nicht verboten. Nein, das behauptet nur der damalige bayerische Finanzminister, ein gewisser ... Markus Söder. Mieterschreckler. Gar nicht so falsch, das Finanzministerium und er wollen auf keinen Fall Verantwortung übernehmen für die Mieter aus der GBW. Deswegen sagt Söder, dass ihm die EU quasi faktisch, dass es ihm faktisch verboten hat, als Land die GBW zu kaufen. Was heißt faktisch verboten?

Ja, dass es juristisch nicht verboten war. Kann man sagen, dass Markus Söder gelogen hat? Juristisch nein. Und faktisch? Ohne dass es juristisch wird, schwierig. Also wollen die jetzt die Privatisierung oder nicht? Ja, die EU will die Privatisierung, der Freistaat will eigentlich die Privatisierung, aber am Ende will es keiner gewesen sein. Ja, ist ja mir egal. Ich nehm die Wohnungen jetzt. Nürnberg und München wollen auch ein Angebot abgeben. Was machen Sie denn da? Ich ruf bei der EU an und bestelle einen fensterlosen Raub. Hallo? Die werden gar nicht so ein hohes Angebot abgeben. Und die EU-Kommission besteht darauf, dass nur an den Höchstbietenden verkauft wird.

So will es nun mal der Markt. Was hat zwei Daumen, ein Auge und ist der Höchstbietende? Also gut, ich nehm die Wohnungen. Ja, ja, nicht so schnell. Sie müssen im Freistaat erstmal versichern, dass es nach dem Kauf mit den Mietern sozial weitergeht. Ja, natürlich. Nix natürlich. Sie müssen es schriftlich versichern, verankert in einer Sozialkarta. Was? Ja, Sie versichern, dass Sie nur geringe Mietsteigerungen vorhaben und für Leute über 60 gibt's einen Kündigungsschutz. Aber Sie haben mir doch gesagt, ich soll die Leute rausschmeißen und dann die Mieten erhöhen. Ja, deswegen machen Sie doch die Sozialkarta. Aber da werde ich die alten Säcke doch nie wieder los.

Sie warten einfach bis Sie die Mietsteigerungen nicht mehr leisten können. Aber hier in der Sozialkarta, da steht doch, dass sich die Miete maximal um 15% erhöhen darf. Ja, im Durchschnitt. Verstehen Sie bei einer Wohnung, wenn Sie um 30% erhöhen und bei einer anderen Wohnung im nächsten Jahr erst haben Sie um 15% erhöht. Ich traue es mich fast nicht zu sagen, aber ich bin brillant. Ja. Deswegen kriegen Sie den Zuschlag, herzlichen Glückwunsch zur GBW. Markus Söder läuft durch die ganze Seile durch die Gegend und sagt, er hätte die Sozialkarte XXL durchgesetzt. Der Hund ist auch schon der Söder. Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn wählen. Ich kriege noch etwa 2,5 Milliarden Euro von Ihnen.

Ich muss kurz zum Bankomat. Sie kaufen die GBW-Anteile doch nicht alleine. Sie sammeln von überall her Investorengelder ein. Wie? Moment, Moment. Von überall her hat der Söder damals die Mieter nicht beruhigt, indem er gesagt hat, die GBW bleibe bayerisch. Na ja, die Patrizia sitzt ja in Augsburg. Ach ja. Und diese ganzen Investoren kommen die auch alle aus Bayern. Möglich? Wie möglich? Na ja, Sie haben ein Konsortium gebildet aus 27 anonymen Teilhabern. Ach. Und was sind das für anonyme Investoren? Was man so rausgefunden hat? Sparkassenversicherung, Vorsorgewerke. Versorgungswerke? Aber das ist doch was Soziales. Das muss man doch nicht verheimlichen.

Da gehe ich zu den Mietern und sage, ich muss leider die Miete erhöhen, aber es ist ja für die Versorgungswerke von Wirtschaftsprüfern und Apothekern. Vielleicht sage ich es nicht so laut. Ja, genau. Was machen Sie denn mit Ihren Gewinnen? Ich dachte an eine Haartransplantation. Ich dachte an Steuern. Steuern? Sagen Sie mir, Sie sind so verrückt. Wissen Sie eigentlich, wie kompliziert es ist, so einen Immobilien-Deal einzufädeln? Ja, ich weiß das. Sie haben offensichtlich nicht den blassesten Schimmer. Hier, gucken Sie sich das an. Was ist das denn? Ja, das sind die Firmen, die ihre Anteile an der GBW gekauft haben. Was? Man hat mich betrogen. Wer sind die?

Na, dahinter stecken Luxemburger Firmen, zum Beispiel die Oscar-Lux-Aquiholt, Oscar-Diversity-Umbrella Da sind ja noch mehr. Die Oscar-Lux-Carry, die Oscar-Lux-Top-Go, die Oscar-Lux- Co-Op-S-A. Das ist ja die reine Oscar-Verleihung. Sagen Sie mal, ich muss unbedingt rauskriegen, wo die wohnen. Das dürfte relativ einfach sein. Die haben alle dieselbe Adresse. Die Rübeck 2-4 in Luxemburg. Das ist dieselbe Adresse wie meine Dependance in Luxemburg. Ach, das ist meine Firma! Ja, ja, ja. Und mit dieser Konstruktion zahle ich jetzt keine Steuern. Doch. In Luxemburg. 0,01 Prozent. Ach, und das ist für die EU keine Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Mein Gott. Ich bin der Geist.

Der größte sind Sie nicht. Es gibt schon noch größere Immobilienvereine als Sie. Gesellschaften wie die Deutsche Wohnen oder die Vonovia in Deutschland. Aber Sie und die haben alle eins gemeinsam. Sie sind alle groß geworden dank Ihres brillanten unternehmerischen Verstandes. Nein, dank Rot-Grün. Hier, 2000 haben Eichel und Schröder verkündet, sie wollen jetzt mal die Gewinne aus Anteilsverkäufen von Immobilien- AGs, wie zum Beispiel der GBW, steuerfrei stellen. Oh, die Investoren kamen in Scharen. Die öffentliche Hand hat eine Million Wohnungen verschleudert. Das war ja nicht nur in Bayern, das war in Stuttgart, in Berlin, in Dresden. Mein Gott. Der Stab drängt mir Wohnungen auf, nicht wahr?

Und dank der EU, ne? Die Steuern, die ich für aus diesen Wohnungsvermietungen, die Zahlen muss, die passen gerade mal in einen Briefkasten in Luxemburg. Es kann nicht schöner werden. Doch. Die Stadt München kauft in jetzt GBW-Wohnungen zu überhöhten Preisen wieder ab, weil sie keinen billigen Wohnraum mehr haben. Also alle wollen, dass ich dieses Geschäft mache. Das hab ich Ihnen doch von Anfang an gesagt. Wenn alle wollen, dass ich mit Immobilien Reibach mache, dann mach das. Ich kaufe die Wohnung von der Präon. Das darf halt nur niemals in meiner Sendung vorkommen. Keine Sorge. Lassen Sie den von Wagner einfach keine Tafelnummer drüber machen. Ich bin doch nicht blöd.

Ich find das gut, dass man über dieses Thema endlich mal spricht. Also ich finde, das ist ein wichtiges Thema, das mich persönlich absolut nicht betrifft, wer hier ich bin. Das ist immer ein bisschen unsensibel. Wenn mir so Freunde von mir erzählen, ich kann mir die Mieten kaum noch leisten. In Leipzig, Köln, Düsseldorf, Hamburg. In Freiburg lässt sie mittlerweile seine Tochter, mein Marker als Kotage da, die Barberate, diese schöne blonde Locken. Dann zieht er doch nicht hin. Dann lass das doch. Warum wollen alle in die Großstadt? Da ist es laut und schmutzig und da sind voll viele Leute. Was sollst du denn da? Ich wohne mit meiner Familie mittlerweile in so einem winzigen Dorf im Nirgendwo.

Da ist nichts. Sobald ich das Freunden aus der Stadt erzähle, ist die Reaktion meistens, die tun so, als wäre ich ein Held. Als wäre ich in so ein ostindisches Slam gezogen. Ich bewundere das. Ich könnte das nicht. Dann im Theater in Laufnähe. Die Moritos sind unterirdisch. Dann die ganzen Nazis. Als gäb's in deutschen Dörfern nur Nazis. Es gibt schon eine Menge Nazis bei uns. Es gibt eine Menge Nazis bei uns. Aber deswegen soll man da ja hinziehen, um denen das wegzunehmen, um nicht nur die da wohnen zu lassen. Ich bin auf dem Dorf groß geworden. Ich hab's geliebt. Und jetzt hab ich zwei Kinder und die sollen auch da groß werden.

Selbst der Schritt wird von Leuten aus der Großstadt genommen, um mir das so entgegengesetzt. Klar lieben die das jetzt. Aber wenn die 16 sind, die werden das doch hassen. Die gehen natürlich. Die sind dann 16. Deren Hauptaufgabe ist es dann alles zu hassen, was es gibt. Das ist deren Ding. Das ist wichtig. Diese Rebellion, dieses sich auflegen gegen alles. Für mich war das schwer, weil meine Eltern einfach sehr liberal waren. Ich war ein Punk. Was nicht cool ist im Dorf. Als einziger Punk. Und als der Einzige an der Bushaltestelle und ein bisschen hast du mal einen Euro schnarrt. Ohne dass sich irgendjemand aussteigt, weil alle Autos haben. Es gab es gab diesen einen Morgen.

Ich weiß nicht warum. Ich war extrem wütend auf meine Mutter. Und ich dachte so, jetzt zeige ich's ihr mal. Jetzt zeige ich's ihr. Und hab mir mit ihrem Einweg Beinhaarrasierer so einen Irokesenschnitt mehr geritzt als rasiert. Dann hab ich ihn so hoch gemacht mit Haarspray und so mit Nagellack angemalt und kam in die Küche zum Frühstück und meinte so Mutter, das ist jetzt Phase hier! Meine Mutter guckte hoch und meinte Moritz, deine Haare, das ist fest. Du kannst das fragen. Und das ist nicht fair. Das ist nicht fair. Du musst Kinder rebellieren lassen. Ich werd genauso sein.

Mir fehlt nichts ein, bei dem ich jetzt irgendwie denke, solange der seine Füße an meinem Tisch hat, soll er doch machen, soll er sich ausleben, soll er probieren, was er will. Und dann hatte ich letztens eine feministische Freundin zu Besuch, die meinte, wirklich Moritz, ist alles okay in der Rebellion? Wenn dein Sohn mit 16 meint, so ab heute trage ich Frauenkleider, ist das denn auch okay? Und ich meinte, ja natürlich. Wenn er jetzt mit 16 entscheidet, mein neues Hobby ist ein Paillettenkleider und am Hauptbahnhof Schwänze lutschen, soll er das machen? Das ist doch sein Leben! Er ist ja nicht mehr mein Sohn, aber er kann ja machen, was er will.

Er ist dann eventuell kurz darauf meine Tochter, die sexistischen Arschlöcher. Ihr seid Teil des Problems. Was auch für ein dummes Beispiel. Als würde jemand aus Protest schwul werden, oder transsexuell. Als würde mein Sohn da irgendwann stehen und mein Sohn sagt, bist du jetzt zu früh? Ich bin da neutral, keine Ahnung. Warum muss das nicht im Wohnzimmer sein? Lass deinen Bruder los, hör auf damit. Geh in dein Zimmer. Ich hab da keinen Bock mehr. Guten Tag. Hallo, grüße Sie, kann ich Ihnen helfen? Ja, ich bin da zufällig zu einem Stück Land gekommen. Wo liegt das? Hier. Mein Vater liegt unter der Erde. Nicht unter dieser. Ich würde gerne ein bisschen Asche machen. Nicht aus seiner Asche.

Ich verstehe schon, Sie wollen dieses Stück Land verkaufen. Genau, das wollte ich. Das ist doch ein schönes Stück vom Globus. Was wäre das wert? Daumen mal B. 6,50 Euro. Das ist aber wenig. Warum ist das so wenig? Das kann ich Ihnen zeigen. Wir haben da hinten die Vergleichsstütte. Also billige Bodenstütte. Brandenburg, das wäre Ihre Preislage. Zum Vergleich, New York. High-Preiserde. Da ist Ihr natürlich ganz klar. Sie sehen den Unterschied. Nein, sehe ich nicht. Dann geben Sie mir das wieder. Gut, dann nehme ich es mit. Dann bezahlen die mehr für einen Quadratmeter München. Baba. Boden aus München? Mein Vater war Nordösterreicher aus Schwabing. Kann ich noch mal sehen?

Das ist ja hochinteressant. München ist in der letzten Zeit sehr viel grüner geworden. Doch, eindeutig München. Hier sehen Sie das? High-End Erde. Ich gebe Ihnen 500 Euro auf die Hand. Wunderbar. Herzlichen Dank. Das gute Stück mal hier hin. Grüße Sie, Herr Oberbürgermeister. Lange nicht mehr gesehen. Wir von der SPD haben das Gefühl, dass den Menschen das Thema hohe Mieten ein bisschen unter den Nägeln brennt. Da sind die Sozialdemokraten wieder ganz hart am Puls der Zeit. Sie sagen es. Deswegen würde ich es gerne ein bisschen bodengut machen. Ich bin beim Wähler, in dem ich ein Stück Boden kaufe für einen sozialen Wohnungsbau. Ich habe gerade frisch was reinbekommen aus München. 5.000 Euro.

Sie können den Preis nicht verzehnfachen. Das habe ich doch gerade gemacht. Warten Sie mal an. Das kenne ich doch. Das habe ich früher geraucht. Das habe ich früher gewohnt. Entschuldigung. Das kenne ich doch. Das hat doch in den 70ern gerade mal 60 Mark gekostet. Da war das noch Umland. Aber jetzt ist die U-Bahn, die Krankenhäuser, alles, was das Leben in einer Großstadt lebenswert macht. Und wer hat das dahingebaut? Das hat sich drum herum entwickelt. Da steckt auch ganz viel Arbeit vom Vorbesitzer drin. Arbeit? Mein Vater hat es von seinem Vater geerbt. Und der hat dann hauptsächlich gewartet. Sehen Sie, das ist es nämlich. Diese Steigerungen des Bodenwertes.

Das sind doch das Ergebnis von städtischen Investitionen. Ampeln, U-Bahn, Krankenhäuser. Alles bezahlt vom Steuerzahler. Übrigens auch von der Alleinerziehenden, die sich jetzt da die Miete nicht mehr leisten kann. Ich frage mich auch, warum die sich keine Wohnung kauft. Also hören Sie mal, dass er eine bodenlose U-Bahn verschämt hat. Ich darf Sie vielleicht an Artikel 161 der Bayerischen Verfassung erinnern. Da steht drin, dass Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeitsaufwand des Eigentümers erfolgen, in den Nutzen der Allgemeinheit gemacht werden müssen. Das ist ja sehr süß. Ich darf Ihnen das Einkommenssteuergesetz entgegenhalten.

Wenn ich 10 Jahre diese Immobilie halte, dann verkaufe ich keine Steuernzahlen. Keine Steuern? Bist du Depp? In Österreich zahlt man dafür 25%. Sehen Sie, sogar die Österreicher haben es verstanden. Bitte? Dass man mit Boden nicht spekulieren darf. Verstehen Sie? Ich meine, das ist doch so wichtig. Man kann ja auch ohne Boden leben. Theoretisch könnte man auf der Straße leben, die ist dann von der Allgemeinheit auch schon bezahlt. Man kann schon ohne Boden leben, aber halt sehr kurzfristig. Jetzt. Waren Sie? Sogar längerfristig. Dann können Sie den Boden da drunter nämlich auch noch vermieten. Ja, bei Cher B&B. Hören Sie mal auf, hier rumzualbern. Wissen Sie, was wir da machen?

Da machen wir jetzt einfach eine Bodenwertzuwachssteuer. Da schöpfen wir den anstrengungslosen Gewinn einfach ab. Er hat Enteignung gesagt. Ich habe nicht Enteignung gesagt. Ich bin Zeuge. Er hat Enteignung gesagt. Hören Sie doch mal auf mit diesen alten Reflexen. Da machen wir einfach schöne Ausnahmen für die Eigenheimbesitzer. Das ganze trifft nur die großen Investoren. Verstehen Sie, wir können mit dem Boden nicht spekulieren. Das ist doch kein Gut, keine Ware wie jede andere. Das kann man nicht einfach so erhöhen. Kann man nicht.

Während Sie hier noch lamentieren, sind unsere besten Mitarbeiter dabei, wahre Profis auf dem Gebiet der Bodengewinnung neue, noch unerschlossene Räume für Spekulationen zu finden. Vielen Dank. Vielen Dank. Meine Kollegen wissen nicht, dass es das Problem gar nicht mehr gibt, über das hier geredet wird. Ich habe es heute Morgen gelöst. Ja. Auf der Toilette. Ich habe darüber nachgedacht, wie ungerecht das ist mit den hohen Mieten. Und dass es nicht sein darf, dass unsere menschlichen Grundbedürfnisse unbezahlbar sind. Also essen, trinken, wohnen, atmen. Das hat auch was mit Würde zu tun. Da kam eine geniale Idee. Wir senken die Mietpreise radikal.

Also ich sage mal, so eine 3-Zimmer-Wohnung in München kostet dann nicht mehr 1600, sondern, was weiß ich, nur noch 300 Euro. Ist das soweit? Das wäre meiner Meinung nach schon mal ein Riesenfortschritt. Überlegen Sie mal, was das mit den Leuten machen würde. Die hätten keine A, keine Angst mehr. Und ein angstfreier Mensch kann sich ganz anders entfalten. Der wird auch weniger krank, der ist glücklicher. Was ist das für eine Überfügung? Wofür? Da kommen wir jetzt zu einer genialen Idee. Die neuen bezahlbaren Wohnungen sind im Prinzip genauso wie die alten, nur ohne Toilette. Also eine Toilette ist schon drin, aber die ist abgeschlossen.

Wenn man die jetzt benutzen möchte, dann kauft man sich beim Vermieter den Code fürs Türschloss. Und der ist halt richtig teuer. Also da kostet die Minute je nach Vermieter zwischen 20 und 30 Euro. Das ist die sogenannte Fäkalabgabe. Umgangssprachlich auch Schietemiete genannt. Das klingt so negativ. Also da kann man je nach Verdauungslage schon mal auf 200 Euro Zusatzkosten kommen. Kann sich nicht jeder leisten, das ist mir total klar. Aber, liebe Leute, wir haben immer noch Kapitalismus. Irgendwo muss das Geld reinkommen. Und irgendwas muss Profit abwerfen. Ja, wenn Sie das nicht wollen, dann dürfen Sie nicht einfach nur über Gentrifizierung jammern.

Dann müssen Sie sich Alternativen zum Kapitalismus überlegen. Dann müssen Sie dafür auf die Straße gehen. Was weiß ich. Aber das wollen Sie gar nicht. Also, mein Modell. Mein Kombimodell. Kleine Miete plus Fäkalabgabe. Die bietet Ihnen innerhalb dieses Systems ein Maximum an Freiheit, Würde und Selbstbestimmtheit. Das Dach über dem Kopf ist Ihnen sicher. Und wenn Sie mal nicht jeden Cent umdrehen müssen, dann können Sie sogar so oft Sie wollen. Wenn Sie den Gürtel dann wieder enger schnallen müssen, dann schnallen Sie ihn doch einfach so eng, dass die Magen-Darm-Funktion erst mal außer Kraft gesetzt wird. Und wenn es gar nicht anders geht, Stadtpark und Beutelchen. Das klappt bei Hunden auch.

Oder einfach mal zusammenreißen. Sie werden staunen, zu welchen Höchstleistungen Sie in der Lage sind mit Selbstdisziplin. Helene Fischer produziert mit dieser Technik Welthits. Lassen Sie das mal so in Ruhe sacken und überlegen Sie, ob Ihnen die Idee gefällt. Also nicht, dass Ihre Meinung irgendwen interessieren würde. Ich habe das Modell schon patentieren lassen und auch schon an die ganz großen Immobilienfuzzis verdickt. Aber Sie sollen natürlich das Gefühl haben, an der Entscheidung beteiligt zu sein. Schönen Abend noch. Ach so, und die Toiletten draußen sind heute noch umsonst. Ich würde mitnehmen, was geht. Vielen Dank. Kapitalismuskritik unter der Gürtellinie.

Inklusive Wählerbeschimpfung. Sehr erfrischend, junge Frau. Sehr erfrischend. Der Bundesbauminister und die Immobilienlobby. Sind wir wieder am Mauscheln? Nein, nichts da. Wir machen hier einen Wohngipfel. Das ist ja kein Mieter dabei. Die stören immer beim Wohnen. Nix, es geht doch eigentlich permanent um die Mieter. Schauen Sie doch zum Beispiel mal dieses wunderbare Modell des deutschen Wohnungsmarktes an. Sie können sich das auch in unsere Hochglanzbroschüre reinziehen. Schauen Sie, das sind die verschiedenen Wohnsegmente hier. Die kommunalen Wohnungsgesellschaften, der soziale Wohnungsbau und der private Wohnungsmarkt. Das war durch eingezogene Schranken begrenzt. Schönes Modell.

Verstehe ich das richtig? Mieten von 6 Euro pro Quadratmeter? Das ist aber eher ein Modell aus der Nachkriegszeit. Das Modell ist ja Gott sei Dank schon im Ruhestand. Ich meine, es war ganz furchtbar. Ende der 80er Jahre, 30% der Wohnungen in Großstädten waren in der Hand von gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften wie der hier. Die haben Mieten zum Selbstkostenpreis auferlegt. Sagen Sie mal, wie haben denn die da und da Gewinne gemacht? Das nannte man doch öffentliche Daseinsvorsorge. Das nannte man Marktverzerrung. Durch Steuersubventionen wurde ein Überschuss an zu billigem Wohnraum geschaffen. Es gab zu viele billige Wohnungen.

Wir haben 1990 damals entschlossen, dass uns diese Gemeinnützigkeit nicht wahr zu teuer kommt und sie deswegen abgeschafft. Das hat gleich mal die deutsche Wirtschaft angekurbelt. Die Mietpreise. Das waren jetzt plötzlich AGs und Gesellschaften und die mussten ja Gewinne machen. Sonst wäre das ja ein Hobby gewesen. Das geht ja nicht, weil ich habe schon eins. Bundesbauminister. Die meisten dieser Wohnungsgesellschaften sind doch in der kommunalen Hand geblieben. Deswegen keine Angst vor steigenden Mieten. Und warum steigen die dann trotzdem? Warum geht denn das immer weiter nach oben? Das wollten die Städte so.

Die wollten, dass diese Gesellschaften mal Gewinne machen, damit sie mit diesen Gewinnen ihre Haushaltslöcher stoppen können. Sehen Sie, wenn Ihnen Wohnen so wichtig ist, dann müssen Sie eben bereit sein, ein bisschen mehr Geld dafür auszugeben. Das ist immer noch dieselbe Wohnung. Aber sie ist viel wertvoller. Warum? Weil sie mehr kostet. Was machen Sie denn da mit den kommunalen Wohnungen? Jetzt privatisiere ich diese Wohnungsgesellschaften. Wie zum Beispiel die GBW. Jetzt schauen Sie nicht so. Wir lassen doch die Mieter nicht im Regen stehen. Weil sich das viele Leute nicht leisten können, zahlen wir doch Wohngeld nicht. Und zwar 15 Milliarden Euro im Jahr.

Sie haben doch die Gemeinnützigkeit abgeschafft, weil die Ihnen zu teuer war. Wie viel hat sie die noch mal im Jahr gekostet? 50 Millionen? Warum? Jetzt kriegen Sie doch keine Panik. Schauen Sie, Sie vergessen ja völlig, dass wir noch den sozialen Wohnungsbau haben. Schauen Sie, ist das ein schöner sozialer Wohnungsbau. Den haben wir, den Sozialwohnungsbau. Wieso wir? Was hat denn die Immobilienwirtschaft mit dem sozialen Wohnungsbau zu tun? Wer glaubt, dass er das baut? Er. Der baut höchstens Mist. Schauen Sie, es ist ja so, dass ich ihm nur das Geld gebe. Ich baue damit Sozialwohnungen. Dort können Mieter wohnen, so eine fixe Miete. Das nennt man die Mietpreisbindung.

Warum grinsen Sie eigentlich immer noch? Durch? Ja, ziemlich. Das liegt darin, dass ich so Mieterinnen wie Sie nicht unendlich lange zu geringen Mieten bei mir wohnen lassen muss. Es gibt nicht ein Gesetz, das sagt nach 15 bis 25 Jahren je nach Ort, da fallen diese Wohnungen aus der Mietpreisbindung raus. Und was passiert dann? Dann kann ich die Miete endlich auf das marktübliche Niveau heben. Das ist eher asozialer Wohnungsbau. Ja, mit sozialer Zwischennutzung. Schauen Sie, wir von der Politik haben das Problem natürlich erkannt. Deswegen beim Buhn-Gipfel beschlossen, dass wir jedes Jahr den Bau von 25.000 Sozialwohnungen fördern.

Und jedes Jahr fallen auch 45.000 Wohnungen aus der Sozialwohnung wieder raus. Schönes Bild, nicht wahr? Ach, 1990 hatten wir noch 2,8 Millionen Mieter. 2,8 Millionen Sozialwohnungen und jetzt? Ja. Eine knappe Million? Ja. Warum bauen Sie als Staat nicht selbst Sozialwohnungen mit geringen Mieten? Das können wir uns nicht leisten. Warum? Dieses Modell ist natürlich ein bisschen teurer. Das ist doch viel teurer. Es ist viermal so teuer. Wissen Sie, warum wir das machen? Weil es viermal so teuer ist. Schauen Sie, ich sehe da schon wieder Panik in Ihren Augen. Aber Sie dürfen nicht vergessen, dass wir ja immerhin noch den Miet-Spiegel haben.

Der Miet-Spiegel ist ja für alle Mieten in Deutschland quasi, obacht, eine Obergrenze. Schauen Sie, wunderbar. Wo ist denn der Miet-Spiegel hin? Der ist da oben. Da oben ist er. Der war doch gerade eben noch da unten. Das ist das Tolle. Gucken Sie mal. Ist der schön hoch. Das stimmt doch alles überhaupt nicht. Wieso ist der Miet-Spiegel nur an den teuersten Wohnungen festgemacht? Das verstehe ich jetzt auch nicht. Ich dachte, der Miet-Spiegel ist die Durchschnittsmiete aller Mieten an einem Ort. Sind Sie wirklich der Bundesbauminister? Das hat doch Helmut Kohl schon vor 35 Jahren abgeschafft. Der Miet-Spiegel wird berechnet nur aus den neu vermieteten Wohnungen der letzten vier Jahre.

Also an den teuersten? Ja. Und was würde jetzt passieren, wenn man da z.B. auch die anderen Mieten mit einrechnet, also die z.B., wo die Leute schon sehr lange drin wohnen? Also zu günstigeren Mieten? Ja, dann würde, glaube ich, Folgendes passieren, um Gottes Willen, um Gottes Willen, aber keiner. So. Und deswegen steigt es weiter. Dann steigt ja praktisch der Miet-Spiegel automatisch immer weiter ab. Ja, das ist ja das Tolle. Wir sind ja auch eine Wachstumsbranche. Hä, Moment mal. Dann wird ja bezahlbarer Wohnraum immer weniger. Ja, natürlich. Aber das hat die Politik natürlich auch erkannt. Deswegen muss die Lösung natürlich lauten, ich war, bauen, bauen, bauen.

Genau, dann steigt das Angebot an Wohnungen und dann sinken die Mieten. Tun Sie nicht. Da gibt es doch diese Studie. Ach so, Sie meinen die Studie, dass die Mieten gar nicht sinken. Die habe ich auch gelesen. Und da habe ich mich dann schon gefragt, das verstehe ich jetzt nicht. Ich verstehe das schon. Neun von zehn Wohnungen sind ja Luxusapartements in teuren Lagen. Ja, aber Luxusapartements sind gut für uns alle. Hä, was? Ah, okay, ich kaufe mir einen Porsche und sage, das ist gut für den Nahverkehr. Ja, als kleines Beispiel, wenn jemand eine Wohnung verlässt, um ins Luxusapartement zu ziehen, dann lässt er im unteren Marktsegment eine Wohnung frei.

Ja, sagen Sie, was passiert denn jetzt mit der Wohnung im unteren Marktsegment im Falle einer Neuvermieter? Schauen wir mal nach. Ui, hoppala, hoppala. Dann haben wir ja jetzt zwei teurere Wohnungen. Ja. Was wird jetzt noch mal billiger? Ich weiß es, ich weiß es. Außer Ihren Ausreden. Also ganz ehrlich, haben Sie eigentlich keine Angst vor Protesten? Frau Poirot, Proteste. Meinetwegen, sonst auf die Straße gehen. Was soll sie denn machen? Alles läuft in meine Richtung.

Sehen Sie, wenn wir feststellen, dass die Märkte, die Preisspirale nach oben treiben, was sagt dann die Generalsekretärin der CDU, Frau Karrenbauer, wir wollen die Wohnungsmisere noch stärker mit den Mitteln des Marktes beheben. Wenn Sie feststellen, oh, wir haben so wenig Sozialwohnungen, das ist dann der wissenschaftliche Beirat vom Wirtschaftsministerium. Wir brauchen weniger Sozialwohnungen. Verstehen Sie, Frau Poirot, mir gehört diese Republik. Ich besitze die Immobilie Deutschland. Und so schnell kriegt mich hier keiner raus. Das ist ja enorm groß. Alte Scheiße. Da kannst du einen Mond parken hier. So, ich würde sagen, ziehen wir hier eine Wand rein. Entschuldigung. Was wird das hier?

Repräsentieren Sie in diesem Sketch die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen? Ja, unter anderem. Da habe ich einen Räumungsbescheid für Sie. Die Gesellschaft klagt auf Eigenbedarf. Was? Also, Sie fliegen raus. Aus 100.000 Wohnungen. Das ist jetzt ein Witz, ne? Nein. Das ist ein Volksentscheid. Der geht in Berlin in zwei Tagen an Start. Und im April entscheidet in ganz Berlin, ob man die Deutsche Wohnen enteignen sollte. Enteignung? Entschuldigung, Sie haben Enteignung gesagt. Da gibt es auch keinen Grund dafür. Ah! Also, Sie fliegen raus. Aus 100.000 Wohnungen. Also, Sie haben Enteignung gesagt. Da gibt es auch keinen Grund dafür. Ah! Die Mängeliste einmal.

Also, ich fasse das besser zusammen. Also, die Deutsche Wohnung hat eigentlich in den letzten Jahren die Mieten permanent erhöht, aber sich gleichzeitig direkt um die Wohnungen gekümmert. Was wollen Sie denn mit so vielen Wohnungen anfangen? Vermieten. Was? Als Sozialwohnung, dauerhaft. Weil die meisten Mieter in Deutschland, die Hälfte der Wohnungen, Sozialwohnungen, das ist ja die totale Utopie. Na ja, in Wien gibt es die Utopie teilweise. Also, die Hälfte der Wiener Wohnungen sind sozialgemeinnützige Wohnungen. Die sind jetzt nicht immer schön. Also, man hat oft den Eindruck, der Architekt wurde vorher gegen Ästhetik geimpft. Sie sind hellhörig.

Also, es sind eher akustische Begegnungszonen. Aber die Idee ist prinzipiell noch zu erkennen. Was Sie hier vorschlagen, ist Totalitarismus. Verstehen Sie, wir leben in einer Demokratie. Hier haben die Mieten ein Recht auf freie Entfaltung. Nee. Nee, nee, nee, nee. Nicht, wenn die steigenden Mieten unsere Löhne auffressen. Deswegen machen wir jetzt was ganz, ganz anderes. Passen Sie mal auf. Oh, erst mal diesen hier. Deswegen machen wir jetzt nämlich eine Mietergewerkschaft. Wie in Schweden. Skoll. Die Mieter, nämlich gemeinsam über die Miete. Ah. Entschuldigung, Herr Seehofer, können Sie mal eingreifen? Können Sie diesen Spinnern sagen, warum diese Utopien bei uns im Land keine Chance haben?

Also, wer weiß. In einem Land, in dem ich Bundesbauminister werden kann, erscheint jede Utopie. Das war die Anstalt. Heute mit Christine Feierauf. Klaus Ecke. Und Boris Neumeyer.

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