Novemberrevolution
Rücktritt Angela Merkel, Kanzler-Nachfolge, CDU, SPD, Friedrich Merz ’ Funktion beim deutschen Ableger des Hedgefonds BlackRock
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Episode beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen Finanzmärkten, politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft. Ein zentrales Thema ist die Rolle von mächtigen Finanzinstituten wie BlackRock, die durch Einflussnahme und die Nutzung von Systemrisiken wie dem Aladdin-System die Politik beeinflussen können. Die Diskussion thematisiert insbesondere die Debatte um den Mindestlohn und die vermeintlichen Interessenkonflikte, die durch die Förderung der privaten Altersvorsorge entstehen. Zudem wird die Rolle der EZB und die Lockerung von Finanzregulierungen kritisch hinterfragt, um die potenziellen Gefahren einer unkontrollierten Finanzwelt aufzuzeigen.
Transkript 6.123 Wörter
Guten Abend, meine Damen und Herren, willkommen bei Anne Wilferich, heute zu Gast Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zu Beginn gleich die kritische Frage. Wie geht es Ihnen in Ihren letzten Tagen? Also, noch bin ich nicht tot. Trotzdem beschäftigt uns alle nach Ihrem Rücktritt vom CDU-Parteivorsitz die Frage, was wird mit Ihrem Erbe? Also ich habe ein kleines Häuschen in der Uckermark, das dürfte keine ... Ich spreche natürlich von Ihrer großen humanitären Flüchtlingspolitik. Humanitär? Ich wollte nicht auf die schießen. Das war so menschlich. Also wenn das schon unter Humanismus verbucht wird, dann ... Bescheidenheit in allen Ehren, Frau Merkel, aber Sie haben so viel für dieses Land getan.
Zum Beispiel den Atomausstieg. Ja, also der wurde uns freundlich präsentiert von Fukushima. Die Ehe für alle. Also das war ein Wahlkampfmanöver gegen die SPD. Für die Liebe. Ich wollte nicht auf die Sozen schießen. Ja, große europäische Vision. Sie meinen meinen Vorschlag von einer gemeinsamen Armee? Für ein friedliches Europa. Seit wann werde ich hier eigentlich so geliebt? Seit Sie Ihren Rücktritt angekündigt haben. Sehen Sie hier die Umfragewerte. Vor Ihrer Rücktrittsankündigung wollte die Mehrheit der Deutschen nicht, dass Sie weitermachen. Danach wollten 63% aller Deutschen, dass Sie Kanzlerin bleiben. Ich glaube es ja nicht.
Da reiße ich mir 13 Jahre lang den Arsch auf und kriege nur Gemose. Und wenn ich dann sage, sucht euch eine andere Idiose, dann liebt er mich plötzlich. Was sollten wir ohne Sie tun? Sie sind einzigartig, Frau Merkel. Das verbitte ich mir. Ich bin ein austauschbares Mitglied eines demokratischen Gemeinwesens. Da könnt ihr doch von der Presse nicht hergehen und so Sachen schreiben wie, Ihr Rücktritt war so würdevoll. Sie hat so viel Stil bewiesen. Ja am Arsch, die Räuber! Was hätte ich denn machen sollen? Mich mit dem Horst im Kanzleramt verschanzen? Wisst ihr, was ich jetzt mache? Ich werde jetzt so beliebt wie noch nie. Ich tret jetzt nämlich ganz zurück. Auch als Kanzlerin. Als Kanzlerin!
Zysikowski! Frau Merkel, der Ausgang ist rechts. Das wusste ich! Ja, meine Damen und Herren, ein historischer Moment. Angela Merkel ist die erste Herrscherin Deutschlands, die abgedankt hat wegen zu viel Unterstützung. Ich stehe hier live vor dem Reichstag in Berlin und versuche ein paar erste Stimmen einzufangen. Guten Tag, hallo. Dürfte ich Sie fragen, was glauben Sie? Wer tritt nun die Nachfolge an in der Regierung? Also ich habe immer gesagt, das muss der Friedrich Eberhardt sein. Das muss der Friedrich Eberhardt sein. Also ich habe immer gesagt, das muss der Friedrich Eberhardt machen. Sie meinen Friedrich Merz. Wer ist denn das? Der Bruder von Wilhelm Januar oder was? Nee, nee.
Ich meine schon den Fritz Eberhardt. Friedrich Eberhardt, den verstorbenen SPD-Parteivorsitzenden. Ja, für mich ist der Eberhardt gestorben, seit er für den Krieg war. Ich bin eher für Liebknecht, aber immer gegen den Ersten Weltkrieg. Ey, du kannst doch nicht Erster Weltkrieg sagen. Wir wissen gar nicht, dass es noch einen zweiten gibt. Moment, ich höre gerade, es wird eine Erklärung verlesen. Wir schalten live auf den Balkon des Reichstags. Die alte Mausche ist zusammengebrochen. Entschuldigung. Das alte Mausche ist zusammengebrochen. Der Kaiser hat abgedankt. Der Merkelismus, der Militarismus ist vorüber. Es lebe die Republik! Herr Jens! Es lebe die Republik! Hoch, hoch, hoch!
Was machen Sie denn da, Herr von Wagner? Hatten wir diese Art der Bad Segeberger Freilichtspiele nicht hinter uns geladen? Was spielen Sie denn da eigentlich? Lass ihn mir raten. An dem Ballustrade ein Politiker mit langem Bart. Man hat Christian Lindner bei Jamaika auf dem Balkon vergessen. Hören Sie, man sieht das doch. Ich bin Philipp Scheidemann, ein SPD-Reichstagsabgeordneter und gerade dabei, die Weimarer Republik auszurufen. Wie sage ich es Ihnen? Wir sind 100 Jahre zu spät dran. Nein, die damaligen Ereignisse sind doch heute so aktuell wie nie. Die Parallelen sind doch unverkennbar. Heute wie damals haben wir ein Machtvakuum in Berlin.
Heute wie damals scheint das politische System sich aufzulösen. Heute wie damals reden wir endlich über die großen politischen Alternativen. Jens, Friedrich oder Annegret? Nein! Wir sehen doch gerade, dass es weiter zu Ende geht. Oder wie Kramp-Karrenbauer das gesagt hat, eine bleierne Zeit. Wegen der vielen Querschüsse aus Bayern? Und wieso überhaupt Scheidemann? Wollen Sie mit Ihrer Revolutionsgymnastik vielleicht andeuten, dass die SPD jemals die treibende Kraft eines Aufstands gewesen sein könnte? Das stimmt heute nicht und es stimmt damals auch nicht. Das wäre ja schon mal eine Parallele. Ich stehe doch hier, weil die SPD gerade auf Stand probte gegen Hartz IV.
Weil ihm die Leute weglaufen. Genau wie Scheidemann damals. Der stand ja nur da drüben auf dem Balkon. Weil er wusste, dass der Sozialist Liebknecht zwei Stunden später auf diesem Balkon eine richtige Revolution ausrufen würde. Vielleicht sollte sich die Wagenknecht auch mal auf einen Balkon stellen. Hören Sie doch mal zu! Wagenknecht, Liebknecht, die haben doch gar nicht die Massen hinter sich. Aber hinter mir, da steht das Volk! Wo ist denn Ihr Volk? Wo ist denn Ihr Volk? Ja, das da! Wir sind das Volk! Wie, alle beide, oder? Sagen Sie mal, was stellen Sie eigentlich da? Ja, ich glaube, wir sind der Matrosenaufstand aus Kiel. Ja, glaube, glaube! Natürlich sind Sie das!
So hat doch die Revolution 1918 in Deutschland begonnen. Tapfere Matrosen haben die kaiserliche Flotte am Auslaufen gehindert. Wo ist denn da jetzt die historische Parallele? Die Bundeswehrschiffe können auch nicht auslaufen. Wo haben Sie die beiden denn her? Das sind irgendwelche Statisten. Wenigstens die Parallele stimmt. Für die SPD war 1918 das Volk ja auch nur Statist. Das ist jetzt Ihre polemische Auslegung. Das stimmt überhaupt. Die SPD hat die Aufständischen am ersten Tag der Revolution abends schon nach Hause geschickt Das geht mal schön nach Hause, nicht wahr? Ihr gefährdet unsere Regierungsbeteiligung. Das sagen Sie zu Ihrer Basis noch heute. Das ist ja schon wieder eine Parallele!
Hören Sie doch mal auf, es geht hier doch nicht nur um die SPD, sondern den Leuten mal wieder aufzuzeigen, dass Politik nicht alternativlos ist, sondern dass Angela Merkel den Weg frei gemacht hat für die Alternative für Deutschland. Wenn hier einer demnächst eine Revolution ausruft, dann ist das ja wohl der Bernd Höcke. Das ist die historische Parallele, die Sie mal spielen sollten. Lassen Sie mal Ihre albernen Bilderwitzchen. Verstehen Sie? Der Mann ist gefährlich! Dann sind wir jetzt hier fertig. Nein, nein, nein. Bleiben Sie ruhig. Die AfD braucht immer Volk. Na gut, also wenn die Gage stimmt, dann... Ich habe ja gehört, die zahlen jetzt in Schweizer Franken. Hören Sie mal hier.
Höcke im Buch geschrieben. Laut Höcke befindet sich unsere Demokratie im letzten Verfallsstadium. Toll! Was kommt dann? Die Zeit des Wolfes. Die Zeit des Wolfes? Dann zitiert er Machiavelli. Nur ein Alleinherrscher kann das zerröttete Gemeinwesen wieder in Ordnung bringen. Warum zitiert Höcke denn Machiavelli? Weil der vom Verfassungsschuss nicht mehr beobachtet werden kann. Warum braucht denn der Höcke eigentlich ein Volk, wenn er eine Alleinherrschaft ausruft? Für seine Machtübernahme. Schreit Sie sich mal zusammen. Wissen Sie, was er auch gesagt hat? Dass er alle Bundespolizisten, die sich Merkel nicht entgegengestellt haben, irgendwann dafür büßen lassen wird. Zur Rechenschaft ziehen.
Was er mit so linken Staatsdichtern wie Ihnen macht. Beide Sahne Fischfilet. Jetzt lassen Sie sich doch von den Rechten... Ach, hören Sie auf! Die Rechten, die legen Sie rein. Die wollen gar keine wahre Revolution gegen das Establishment. Die wollen höchstens eine Revolte gegen alles, was Ihnen fremd erscheint. Nein, die Rechten trauen sich doch an die herrschenden Besitzverhältnisse gar nicht ran. Anders als Scheidemann, oder wie? Die SPD hat doch 1918 auch alle in ihren Positionen gelassen. Militärs, Beamte, Industrielle. Die Besitzverhältnisse haben die doch nie angetastet. Die SPD hat sich an die wirklich Mächtigen doch nie ran getraut. Das stimmt doch nicht. Schauen Sie mal.
Ich habe schwarz auf weiß als Scheidemann just nach der Ausrufung der Republik vom Balkon gegangen ist. Da ist er dem industriellen Richard Müller-Fulda auf den Fuß getreten. Erstens aus Versehen. Und zweitens hat er sich dafür entschuldigt. Ach, das war doch noch lange nicht alles. Die SPD hat sich sehr wohl mit der Obrigkeit angelegt. Die SPD hat 1918 das kaiserliche Schloss beschießen lassen. Und zwar auf Befehl von Friedrich Ebert. Da wäre der Kaiser noch drin. Um Himmels willen, nein. Der hätte ja verletzt werden können. Ja, genau. Drinnen waren nämlich ihre Leute. Was? Nein. Schauen Sie nach. Die Volksmarinedivision. Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Die Matrosen, das sind wir. Was?
Ja? Sie lassen die Matrosen beschießen, die die Revolution für Sie gemacht haben? Ja, ganz offensichtlich. Ja, aber wir waren doch verbündet. Ja, aber hier steht nur am ersten Tag der Revolution. Am zweiten hat die SPD sich dann wieder mit den alten Militärs verbündet. Aber gegen das alte Militär haben wir doch die Revolution gemacht für Sie. Das macht alles keinen Sinn. Doch, doch. Die SPD wollte halt nie eine richtige Revolution. Was die wollten, war in die Regierung. Da ist ja schon wieder eine Parallele. Ja. Und zwar ... Und zwar ... Und zwar eine endgültige, nicht wahr? Mit der sind wir nämlich dann fertig hier. Oh Mann. Moment, Genosse.
Wir bekommen noch unsere Gage für unsere Statistenrollen. Sind Sie sich sicher? Weil als die Matrosen 1919 ihren Sold für ihre Revolutionsarbeit von der SPD wollten, sind ein Teil erschossen worden. Aber wissen wir was, dann lassen wir das mal nicht mit dem Geld, lieber. Ja, von Wagner, ich nehme alles zurück. Besser kann man die Folgen an der SPD-Revolution ja gar nicht darstellen. Jetzt haben wir schon abgesehen von dieser kurzen 1000-jährigen Unterbrechung. 100 Jahre Demokratie. Ich finde, jetzt reicht es dann auch langsam. Na ja, immer wieder wählen müssen, entscheiden müssen. Also ich bin ein bisschen entscheidungsschwach. Aber politisch wählen ist ja auch immer schwieriger.
Es gibt immer mehr politische Parteien, auch im Bundestag. Politisch wählen ist mittlerweile ein bisschen so, wie wenn man in so einem Sushi-Restaurant sitzt. Mit so einer riesen Auswahl, aber Sushi nicht mag. Also ... Entschuldigung, jetzt wegen dem Sushi, nichts gegen Japaner. Nein, ich habe ja nichts gegen Japaner, ich bin ja kein Rassist. Im Gegenteil, ich könnte viele Völker aufzählen, die mir weniger sympathisch sind. Aber ich esse halt am liebsten beim Rudi. Der Rudi, bei dem gibt es nur eine Tagessuppe, das ist eigentlich eine Wochensuppe. Also kulinarisch ist der Rudi eher eine Monarchie. Oder wie sagt man von Plato, der Rudi ist ein Philosoph. Das habe ich letztens wieder gemerkt.
Ich esse beim Rudi eine Suppe, habe ich gesagt, Rudi, ich habe ein Haar in meiner Suppe gefunden. Der ist ganz ruhig geblieben. Weißt du, was er gesagt hat? Ja, wenn du danach suchst. Und dann hat er mir das erklärt. Der Rudi hat gesagt, das ist so im Leben und bei der Suppe, du wirst immer ein Haar darin finden, wenn du danach suchst. Und warum? Weil eins drin ist. Also verstehst du, so eine philosophische Erkenntnis für 3,50 Euro. Ich sage es ja nur deshalb, weil es ja immer wieder Menschen gibt, die sagen, nein, meine Suppe esse ich nicht, ich will die freie Wahl, ich will nicht das, was auf den Tisch kommt, das, was da ist, will ich nicht.
Leute, die unbedingt ein Haar in der Suppe finden wollen, die wissen, dass eins drin ist. Nennen sich dann selber vielleicht kritische Geister oder vielleicht sogar Revolutionäre, so Querulanten, Störenfriede, die nicht akzeptieren können, dass es so ist, wie es ist. Weil sie die Realität nicht aushalten. So Realitätsverleugner. Oder sogar Realitätsverweigerer. Das ist ja nochmal ein Unterschied, ob man die Realität verleugnet oder verweigert. Naja, Beispiel, wenn jemand liest, Raucher sterben früher, der dann trotzdem weiter raucht, das ist ein Realitätsleugner. Wenn er dann trotzdem 100 Jahre alt wird, das ist ein Realitätsverweigerer. Wie komme ich jetzt da drauf?
Ach so, wegen den 100 Jahren. Das hätte ja damals auch keiner geglaubt. Das hätte ja damals auch keiner geglaubt. 1918. Dass diese Revolution von damals und diese Unzufriedenheit, also gut, die Revolution ist nicht mehr so lebendig in Deutschland, aber dass diese Unzufriedenheit nach 100 Jahren noch so lebendig ist. Und da sage ich deswegen Revolution ja, als geschichtliche Erinnerung, als historisches Ereignis. Von mir aus können Sie auch ein Museum der Revolution bauen. Scheißegal. Aber diese Früchte der Revolution, die sind uns doch in den Schoß gefallen. Das weiß man doch, so Früchte, die muss man doch konservieren. Die muss man doch schützen vor den Unzufriedenen.
Weil wenn du was Neues machst, du weißt ja nicht, was nachher kommt. Das ist wie wenn du in ein unbekanntes Gewässer gehst. Du gehst immer tiefer rein und plötzlich hast du keinen Boden mehr unter den Füßen. Und dann hast du Angst ohne Grund. Und das möchte ich noch sagen, keinen Grund, was zu verändern, findet man ja immer, wenn man danach sucht. Liebe Parteifreunde, ich weiß, dass wir bei den Konservativen jetzt seit den Märkjahren nicht mehr in Deutschland sind. Wir sind in Deutschland. Wir sind in Deutschland. Ich weiß, wir bei den Konservativen jetzt seit den Märkjahren nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht. Aber deswegen habe ich doch diese Regionalkonferenz hier einberufen.
Erstaunlich regional. Konservativismus zu definieren, ich weiß, das ist schier unmöglich. Und trotzdem hat das Angela Merkel doch einfach strikt versäumt. Hört, hört. Und deswegen sage ich, die Union braucht wieder ein klar konservatives Profil. Jetzt müssen wir halt nur noch rausfinden, was das ist. Die Wehrpflicht, das ist konservativ. Jawohl, sehr gut, genau. Die Menschen per Gesetz zu etwas zu zwingen, das ist konservativ. Ganz genau. Obwohl das natürlich bedeutet, dass Steuern zu zahlen auch konservativ ist? Na, pass auf, wir sind ja nicht bei den Sozis. Genau, genau, genau. Wir legen doch immer noch selbst fest, so was man uns zwingt. Oder wollen Sie vielleicht einen Veggie Date?
Ich möchte bitteschön zu Fleisch gezwungen werden. Ja, genau. Also ist eine Saumagenpflicht konservativ? Also für mich ist es konservativ, dass mir jemand sagt, was konservativ ist. Und wer? Das sage ich nicht. Bayern! Bayern, der Freistaat Bayern, das ist konservativ. Und zwar seit seiner Gründung. Aber gegründet worden ist Bayern von Kurt Eisner. Genau, dem konservativen Kurt Eisner. Aber das war ein Sozialist. Dann sagen wir eben nicht, wer Bayern gegründet hat, sondern nur das. Genau. Natürlich, das hat doch Markus Söder auch gemacht. Beim Festakt zur Gründung 100 Jahre Bayern. Genau. Der Söder hat beim Festakt zur Gründung 100 Jahre Bayern den Gründer weglassen. Das ist konservativ.
Seine Wurzeln verleugnen. Das ist konservativ. Atomkraft! Atomkraft! Das ist konservativ. Sehr gut. Und die Bewahrung der Schöpfung. Genau. Ganz genau. Aber sagen Sie, ist Atomkraft nicht die Spaltung von Atomkernen und damit eigentlich die Zerstörung der Schöpfung? Wieso? Wir zerspalten das doch in zwei Teile. Wir verdoppeln die Schöpfung. Jawohl! Mehr Schöpfung! Das ist konservativ! Wie hat Franzi von den Straußgarten an der Spitze des Fortschritts zu marschieren? Das ist konservativ! Brilliant! Aber hat Jens Spahn nicht gesagt, konservativ bedeutet, das Tempo des gesellschaftlichen Fortschritts so zu drosseln, dass er für alle erträglich ist.
Was ist jetzt an langsamem Internet fortschrittlich? Das weiß ich nicht. Das ist konservativ! Was? Der Lobo Sascha hat gesagt, konservativ ist, wenn du jede sinnvolle Veränderung dermaßen lang verweigerst, bis du nicht mehr weißt, warum. Aha! Das ist hochinteressant! Das ist natürlich sehr philosophisch. Jetzt würde ich gern wissen, wer der Sascha Lobo ist. Das ist einer mit schnellem Internet. Also ist er nicht konservativ? Flüchtlinge heim schicken! Das ist konservativ! Jetzt sind wir beieinander! Ist konservativ nicht da zu bleiben, wo man ist? Und die Flüchtlinge sind ja schon hier! Aber da bleiben ist ja bloß konservativ, wenn du von hier bist.
Und nicht, wenn du einfach nur hier bist, aber nicht von hier bist. Genau! Außerdem sind das ja alles Männer! Ja, Männer! Tausende junger Männer! Schlange Männer! Ja, trainierte Männer! Regelrecht definiert, muss man sagen, nicht wahr? Mit brauner Haut und pechschwarzem Haar auf dem Höhepunkt habe ich... Ich meine, wie schauen wir denn da daneben aus? Konservativ ist ja nicht, wenn wir blöd ausschauen. Das ist ja, wenn die anderen blöd ausschauen. Ja, genau! Konservativ ist das, was blöd ist für die anderen. Was ist jetzt blöd für die anderen? Hauptschule! Hauptschule ist konservativ! Aber mein Sohn geht davon nicht hin! Nein! Wir sind doch nicht blöd! Wir sind konservativ! So schaut's aus!
Die Homo-Ehe ist nicht konservativ! Aber der Jens Spahn der ist konservativ! Aber der hat doch eine Homo-Ehe! Ja, genau! Aber die kann er doch nur führen, weil es die Möglichkeit dazu gibt! Ja, aber wir wollen doch mehr Ehe! Ja, genau! Aber nicht für alle! Nein! Der Sackl-Zement ist nicht schwierig! Habt ihr hier gehört? Der Merz steht auf dem Balkon! Das muss ich hören! Der Merz! Der ist konservativ! Warum ist der Friedrich Merz konservativ? Weil er von gestern ist! Ja, genau! Prost! Was ist das denn? Das muss so umdrehen! Genau! Wo guckst du denn hin? Mensch, das ist da! Da muss ich hingucken! Wozu denn, um mich schon wieder von Sozialdemokraten übers Ohr hauen zu lassen?
Nein, das macht doch diesmal der Friedrich Merz! Ich meine, die Rede macht da! Mensch, du, der Merz! Das ist die Rückkehr des wirtschaftlichen Sachverstandes in die Politik! Was macht denn der Merz zu einem Wirtschaftsfachmann? Er hat doch an der Wirtschaft gearbeitet! Ja, aber die haben den doch nur geholt, weil er so exzellente Beziehungen in die Politik hatte! Der wirtschaftliche Sachverstand von Merz besteht darin, dass er exzellente Beziehungen in die Politik hat! Ganz genau! Der ist also gut für die Politik, weil er Politiker ist! Ja! Ich glaube, er kommt! Der Merz sieht aus wie der Uthoff in Wehleidig!
Tja, liebe Amtheilseigner der Deutschlandergeben, die alte Morsche ist weg, der Nassforsche ist wieder da, es wird Zeit, dieses Land wieder auf einen richtigen Aktienkurs zu bringen, lasst uns alle Aktionär werden, ja, gibt's noch Fragen? Nö! Ja gut, dann würde ich sagen, ruf ich jetzt die Räterepublik... Quatsch! Ich rufe die Aufsichtsräterepublik aus! Jawoll! Alle macht den Aufsichtsräten! Mensch, der Merz, du, wir werden alle reich! Du Hornachse, warum werden wir alle reich? Weil er ganz genau weiß, wie es geht! Meister, kannst du es ihm vielleicht mal ganz rasch erklären?
Ja, ich saß ja jahrelang im Aufsichtsrat nicht nur bei der AXA, oder BASF, oder der DBV, oder dem BVB, sondern ja auch bei der VEPA. Was ist denn die VEPA? Die VEPA, das ist ein mittelständisches Unternehmen, in Europa gut aufgestellt, im Hygienebereich. Klopapier! Ach! Deshalb heißt das Sitzungsgeld! Mensch, immer diese Zurückhaltung, Herr Merz, jetzt kommen Sie doch mal zum großen Geschäft! Ich weiß nicht, was Sie meinen. Der Mann ist so bescheiden! Hat er bis jetzt noch gar nicht gesagt, dass er in dieser großen Bank da arbeitet. Sie waren noch im Vorstand, wie heißt das Teil? Sie meinen die HSBC Trinkhaus. Und denn ist er ja auch noch in dieser Anwaltskanzlei Partner?
Bei Meier und Braun, aber ich glaube nicht, dass das Stoff ist für eine Balkonrede. Mensch, Meister! Was reden Sie denn da? Da haben Sie doch Ihren wirtschaftlichen Sachverstand her! Diese Bank hat doch vielen geholfen, über kumme Ex-Geschäfte dem Staat Milliarden aus der Tasche zu ziehen! Und Ihre Kanzlei hat die doch noch beraten! Ja, aber das ist doch schlimm! Nein, das heißt doch gerade, der Merz ist der Steuersparexperte schlechthin! Ja, ich sage euch, wenn dieser Mann Kanzler wird, dann zahlen wir alle keine Steuern mehr! Merz! Merz! Merz! Ich glaube, da haben Sie mich falsch verstanden. Na, eher nur wieder. Komm, bist du nur Millionär oder doch?
Na, ich zähle mich zur abgehobenen Mittelschicht. Ich lebe in geordneten Verhältnissen. Das heißt, wer nicht Millionär ist, lebt in ungeordneten Verhältnissen. Nein, das heißt, der ist so reich, dass er von den öffentlichen Kassen ganz unabhängig ist. Du, das heißt nur, der ist so reich, dass er ganz unabhängig ist von uns. Ja, aber das ist so gut! Oder willst du von uns abhängig sein? Ja, also, äh, nee. Nee, das ist nicht um Gottes willen. Ich komme zum Ende meiner Rede. Dies ist nicht die Zeit, dass die Bürger mit Floskeln abzuspeisen. Deswegen sage ich hier in aller Klarheit, dieses Land braucht Aufbruch und Erneuerung. Sag mal, hat der uns eben mit Floskeln abgespeist?
Also ich bin ganz zufrieden da. Was? Na ja, schau, ich wollte halt auch einmal das bekommen, was ich fordere. Also meine Damen, wissen Sie, Deutschland und Revolution, das ist ja so ein bisschen wie, ja, wie Arte- und Einschaltquote. Ja, es passt nicht so richtig zusammen. Das passt nicht so richtig zusammen, nicht. Tucholski hat ja gesagt, bei uns hätte die Revolution wegen schlechten Wetters in der Musik stattgefunden. Ja, gut, diesen Satz kann man Ihnen nicht zum Vorwurf machen, denn Tucholski kannte ja weder Helene Fischer noch Xavier Naldu. 1989, die friedliche Revolution, habe ich persönlich selbst miterlebt. Ich muss Ihnen sagen, das war eine fantastische Stimmung damals.
Wildfremde Menschen fielen sich in die Arme. Ich habe das letzte Woche noch mal in Dresden probiert, aber Karl Marx sagt ja, erst mal müsste der Lebensstandard der Massen sinken, und zwar bis zur Verelendung. Und erst dann kommt man wirklich zu gesellschaftlichen Veränderungen. Jetzt ist die Frage nur, ob bei uns auch wirklich alle die Verelendungen mitbekommen. Ja, manche sind im Urlaub. Und dann ist das wieder zu wenig, Verelendungen einmal im Jahr mit schlechter Laune nach Mallorca zu fliegen. Wenn die Verelendung bei uns mal richtig sichtbar wird, nicht dann wollen wir natürlich keine Revolution, sondern dann wollen wir einen meterhohen Schutzzaun.
Das ist ja das Problem bei uns, dass die viele gesellschaftliche Ungerechtigkeiten wurden outsourced. Deswegen werden wir wahrscheinlich eher eine Stellvertreter-Revolution bekommen, nicht eine mit Migrationshintergrund. Vor ein paar Jahren wurde eine Umfrage gemacht, wurde gefragt, finden Sie, dass die überhöhten Manager- Gehälter zu hoch sind? Auf diese Frage haben etwa 70% der Befragten mit Ja geantwortet. Natürlich ein Riesenschock, weil alle fragten sich um Himmels Willen, was ist mit den anderen 30%?
Ich persönlich glaube, große Einkommensunterschiede werden gar nicht mehr als gesellschaftlicher Nachteil empfunden, sondern mehr als Mangel an Gelegenheit selbst kleine Verbrechen zu begehen. Die Leute sagen sich, die schachern sich da die millionenfachen Abfindungen zu und ich kann gerade mal eine falsche Tankwittung einreichen. Oder bei VW damals, warum dürfen die denn mit Brasilianerinnen an Zucker hut aus den Orts? Ich persönlich, ich kann mich noch sehr gut erinnern, 1987 da gab es damals eine Volkszählung und da habe ich mich damals verweigert.
Ich habe gesagt, ich bin da nicht, ich habe diesen Bogen nicht ausgefüllt und das ging bis zu einer Strafandrohung, ich läufte von 25.000 D-Mark damals, aber ich habe gesagt, nicht mit mir, ich werde das Schweinesystem nicht informieren und ich habe das durchgezogen. Bis heute meine Damen und Herren, bis heute weiß die Bundesrepublik Deutschland nicht, ob Frank Lüdecke 1987 in einer anderthalb- oder in einer Zweizimmerwohnung gewohnt hat. Jetzt hehren Sie mir mal zu, ich sage Ihnen, ich rauche den Friedrich-März. Das mag ja sein, aber wir sind hier bei der SPD. Doch mal, gerade deswegen brauchen wir den März, weil wir neben dem März sieht auch die SPD aus wie Sozialdemokraten.
Ich habe das so satt, diese Innenschau, die hat uns hierher geführt, wo wir sind. Wir brauchen, das sage ich die ganze Zeit, Genossen frischen Wind von außen, deswegen habe ich jetzt mal eigenhändig einen Coach bestellt für uns. Frau Luxemburg, Frau Rosa Luxemburg, meine Damen und Herren, herzlich willkommen. Das ist mein Genossen, der uns mal ordentlich die Marschstraße wird. Frau Luxemburg, ich heiße Sie herzlich willkommen, wenn Sie ganz kurz den Genossen mal vielleicht Ihre Qualifikation darlegen könnten. Ich bin vor 102 Jahren aus der SPD ausgetreten worden. Ach, das geht. Jetzt beruhigen Sie sich Genossen.
Frau Luxemburg wird uns heute Abend einen Vortrag halten zu dem Thema der SPD in der Krise. Was sollen wir machen? Sterben. Sie wollten die Lammfassung. Gut, mein Referat gliedert sich in folgende Unterpunkte. Kapitel 1, die SPD braucht niemand. Kapitel 2, ja, das kam weg. Kapitel 3, die Grube ruft. Halt. Aufhören. Ja, das wäre Kapitel 4. Sie halten sich doch nur noch durch Parteiapparate am Leben. Der... Die meisten Ihrer Vorstandsmitglieder sind doch mimisch bereits tot. Um Gottes willen. Gut, das mag stimmen, aber sind Sie nicht ein bisschen harsh in Ihrem Urteil? Die SPD wird doch noch gebraucht, weil... Genau. Weil wir eine Friedenspartei sind? Hört, hört.
Wenn Sie nicht gerade Krieg machen. In Kosovo, in Afghanistan. Im ersten Weltkrieg. Jetzt hören Sie mal zu, im ersten Weltkrieg haben wir Sozialdemokraten am ersten Tag vor dem Krieg haben wir noch große Friedensdemonstrationen organisiert. Und vier Tage später im Reichstag den Kriegskrediten zugestimmt. Hören Sie mal, wir mussten uns gegen Russland verteidigen. Und dass Ihr Verteidigungskrieg gegen Russland mit einem Angriff auf Belgien begann, hat Sie nicht weiter stutzig gemacht. Hören Sie mal, wenn das Wohl der Nation in Gefahr ist, ist die SPD eben bereit den Menschen auch grausame Einschnitte abzuverlangen. Wie die Agenda 2010. Hören Sie, der Standort Deutschland war in Gefahr.
Wir mussten den Wohlstand verteidigen. Und das Wohlstand mit einem Angriffskrieg auf den Sozialstaat begann. Das hat Sie auch nicht weiter stutzig gemacht. Hören Sie mal, wir wollen jetzt Hartz IV abschaffen. Genau, das wollen wir jetzt. Das ist doch super. Warum wollen wir das eigentlich jetzt erst abschaffen? Weil es jetzt erst keine Gefahr mehr gibt, das umsetzen zu müssen. Ja, typisch. 2018 sagte SPD-Reichskanzler Friedrich Ebert, so schön, ich habe Furcht vor dem Augenblick, in dem die Masse von uns verlangt, unsere Parteiprogramme durchzusetzen.
Ja, die Angst war so groß, dass die SPD in München und Berlin 1919 streikende Arbeiter und Zivilisten zu Tausenden von rechtsextremen Mordtrupps niedermetzeln ließ. Und den offiziellen Freibrief dafür hatten Sie von SPD-Minister Wofür haben die Arbeiter denn gestreikt? Grob gesagt, für die Umsetzung des Parteiprogramms. Nun gut, kommen wir zum Ende. Sie sehen, die SPD war immer schon bereit, alles für das Wohl des Vaterlands zu tun und alles, um nicht ihre Parteiprogramme umzusetzen. Da sehen Sie, manchmal steht das Wohl des Landes eben über dem des Programms. Ganz offensichtlich entspricht das SPD-Parteiprogramm nicht dem Wohl des Landes.
Und deswegen bin ich überzeugt, dass die SPD diesmal mit Freuden fürs Vaterland sterben wird, um Deutschland nachhaltig von ihrem Parteiprogramm zu befreien. Habt ihr gehört? Der komplette SPD-Parteiverstand steht auf dem Balkon. Sie wissen so, sie es nicht kapiert haben. Das will ich sehen. Na los, Genoss, nur Mut, sprengt, sprengt! Sie sind aber zynisch, was hat Ihnen denn die SPD angetan? Ich wurde mit deren Belegung erschossen. Na gut, dann ist ja kein Wunder, dass Sie keinen neutralen Blick auf die Sache haben. Ja, aber man kann ja gar nichts sehen. Sie sind inzwischen so geschrumpft, dass sie nicht mehr über die Brüste kommen. Oh, ich glaube, ich glaube, Sie wollen uns was mitteilen.
Ey, kickt mal! 12 Euro Mindestlohn! Das ist der Scholz. Ich hab das in der Zeitung gelesen. Der aktuelle Mindestlohn steht ja im Moment bei 8,48 Euro. Das ist ja ein Riesensprung! Mensch, wir kriegen doch noch Geld von der SPD! Sie werden es nie verstehen, oder? 12 Euro, das kommt frühestens 2030. Ja, wieso denn Dütte? Weil der Mindestlohn nicht von Olaf Scholz festgesetzt wird, sondern von der Mindestlohnkommission. Ja und? Die ist so konstruiert, dass der Mindestlohn immer nur in winzigen Schritten angehoben werden kann. Ja, wer hat sich denn so was ausgedacht? Die SPD! Sprengt! Sprengt! Sprengt! Herr Merz, Sie sehen so fröhlich aus. Woran erkennen Sie das? Ich hab geraten.
Wundert Sie, dass ich in dieser Sendung, im Gegensatz zur SPD, ganz gut weggekommen bin? Finde ich auch. Zu gut. Wie? Was machen Sie da? Ich, Herr Merz, ich mache jetzt Revolution. Ich rafle das sehr deutsch. Um es mit Rosa Luxemburg zu sagen, zu sagen, was ist, ist die revolutionäre Tat. Ja, ja, was ist denn? Was ist denn? Einer der größten Vermögensverwalter der Welt, greift auch in Deutschland nach der politischen Macht, und zwar in Gestalt dieser Person. Da haben Sie ja noch ein Foto aus meiner wilden Zeit. Wilde Zeit? Sie sehen aus, als würden Sie Haare in der Welt auch auftragen. Das ist ja nicht aktuell, Herr von Wagner.
Wenn wir bei BlackRock wirklich so mächtig sind, wie Sie sagen, warum sollte ich dann Ihrer Meinung nach Kanzler werden wollen? Das hab ich nicht kommen sehen. Warum wollen Sie Kanzler werden? Meine Vermögensbildung ist abgeschlossen. Ich wollte mal was Soziales machen. Ich weiß, weil Sie so viel Asoziales gemacht haben, als Leiter eines Unternehmens, dem im Grunde die ganze Welt gehört. Also die ganze Welt gehört uns nicht wahr. Wir verwalten gerade mal 2,1% des gesamten weltweiten Vermögens. Das sind immer noch 6000 Milliarden Dollar. Wäre BlackRock ein Land, dann wäre es das Drittgrößte nach China und Amerika, noch vor Deutschland. Kanzler würde ich mich nur verschlechtern.
Außerdem leite ich die Firma ja nicht, sondern beaufsichtige sie nur. Ist Ihnen nicht gut? Das ist mein Aufsichtsratsvorsitzenden Gesicht. Mensch, Sie können ja nicht mal Ihre Gesichtsmuskeln kontrollieren. Sie sind kein Aufsichtsrat. Was Sie sind, ist ein Lobbyist. Ist das nicht Ihnen größer? Groß genug! BlackRock hat ihre Rolle im Unternehmen nämlich genau beschrieben. Sie sollen die Beziehung zu Regulierungen und Regulierungsbehörden fördern. Man könnte also sagen, ich fördere die Regulierung. Es wäre glatt gelogen. Sie müssen genau zuhören, ich habe gesagt, ich fördere die Regulierung. Jetzt haben Sie mal die Wahrheit gesagt.
Sie sollen dafür sorgen, dass der Staat BlackRock so wenig wie möglich reguliert, damit das Kapital, was BlackRock verwaltet, machen kann, was es will. Das, was Sie hier als Kapitalbrand marken, das sind die Gelder von Lehrern und Krankenschwestern. Denn deren Renten verwalten wir bei BlackRock. Ich weiß, die berühmten Pensionsfonds. Sie müssen das Geld verwalten. Sie machen aktiv mit bei der Wirtschaft. Sie kaufen Aktien von deutschen Unternehmen. Sie sind der größte Anteilseigner am Deutschen DAX. Ich nehme Anteile an deutschen Unternehmen. Nein, Sie nehmen Einfluss. Hören Sie allein durch Ihre Stimmrechte bei den Aktionärsversammlungen.
Ja, wir nehmen doch die Stimmrechte in der Regel gar nicht wahr. Wir haben Anteile an 17.000 Unternehmen weltweit. So viele Aufsichtsratssitzungen schaffe nicht mal ich und ich habe zwei Privatflugzeuge. Die bräuchten Sie in dem Fall gar nicht. Der E-Unchef hat zum Beispiel erzählt, wenn BlackRock will, dann, Zitat, dann lassen die Sie antanzen. Hören Sie, wir sind BlackRock. Verstehen Sie, manchmal lassen wir eben die Puppen tanzen. Ich hatte früher sogar mal ein frisiertes Mofo. Hören Sie auf abzulenken. Ihr Chef von BlackRock, Larry Fink, der trifft hier oder konferiert regelmäßig mit Joe Kaiser von Siemens.
Sie, BlackRock, haben verhindert zum Beispiel das Ackermann bei der Deutschen Bank vom Vorstand in den Aufsichtsrat wechselt. Ja, hätten wir das nicht verhindern sollen. Nein, doch, nein. Sie haben zugegeben, dass Sie es gemacht haben. Ich gebe zu, dass das genau so erzählt wird. Sie tun immer so, als hätte BlackRock keinen Einfluss. Allein bei den großen amerikanischen Konzernen, da hat die FT geschrieben, die Financial Times, BlackRock stimmt so gut wie immer gegen den Klimaschutz bei Aktionärsversammlung. Das ist doch Einfluss. Schauen Sie mal da, Jens Spahn hat einen Höhenfluch. Was? Oh. Oh. Nee, doch nicht.
Sie glauben wirklich noch, dass es da irgendwo ein paar Bösewichte gibt an geheimen Orten, die die Geschicke der Weltwirtschaft bestimmen. Nein, ich glaube, dass es 5000 Computer gibt an geheimen Orten, die die Geschicke der Weltwirtschaft mitbestimmen. Das ist nämlich genau die Beschreibung von Ihrem Computer-Analyse-Risiko-Tool namens Aladdin. Hören Sie, dieses Aladdin-Computersystem, das operiert ja nicht nach winsteren Absichten. Das analysiert und macht Risikomanagement für unsere Gelder. Wir haben den Risikofaktor Mensch ausgeschaltet. Könnte man sagen, BlackRocks Erfolg beruht auf Unmenschlichkeit. Aladdin, nicht wahr?
Das wird benutzt weltweit von Großbanken, von Versicherungen, Investmentfonds. 15 Billionen Dollar werden uns weltweit anvertraut. Das ist doch das Problem. Schauen Sie, wenn sich Ihr Computersystem irrt, dann irren sich 15 Billionen. Hören Sie, Sie sind ein Systemrisiko größer als die Banken und völlig unreguliert. Da hat irgendjemand bei den Regulierungsbehörden wirklich gute Arbeit geleistet. Sie meinen, BlackRock hat den März am rechten Fleck? Jetzt hören Sie mal zu. Wir arbeiten ja gar nicht gegen die Regulierungsbehörden, sondern häufig sogar für sie. Was noch schlimmer ist, hat sozusagen die Notenbanken überprüft, in Griechenland, in den Niederlanden.
Sie haben für die Europäische Zentralbank die 39 wichtigsten Banken der Euro zu einem Stresstest unterzogen. Kleben Sie die ruhig alle noch hin, es ist Platz da. Sie haben quasi Ihre Fehler gehabt in den Innereien des Finanzwesens. Die sensibelsten Daten sind durch Ihre Hände. Was haben Sie denn mit diesen Daten eigentlich gemacht? Wir sind ein privates Unternehmen, das unterliegt dem Geschäftsgeheimnis. Moment, Sie haben für die Europäische Zentralbank hoheitliche, staatliche Aufgaben übernommen. Warum können Sie das geheim halten? Hören Sie mal, diese Daten der Finanzaufsicht sind natürlich geheim. Sie dürfen nicht in private Hände gelangen. BlackRock ist ein privates Unternehmen.
Das staatliche Aufgabenwarnung. Sie haben quasi Banken überwacht, an denen Sie große Anteile halten und mit denen Sie selbst Geschäfte machen. Ja, na und? Sie überwachen die Klassenarbeit, die Sie selber schreiben. Ja, mit tollen Noten. Nein, nein, nicht mit tollen Noten. Nicht mit tollen Noten, mit Insider- informationen. Jetzt raunen Sie schon wieder. Was für Insider- informationen sollen wir denn da so Ihrer Meinung nach erlangt haben? Ja, das weiß ich jetzt nicht im Einzelnen, weil ich war im Gegensatz zu Ihnen ja nicht eingeladen in die EZB. Ja, und genau deswegen brauchen Bürger wie Sie einen Kanzler wie mich, der die Wirtschaft von Innen heraus kennt.
Sehen Sie da keine Interessen- konflikten zwischen dem Kapital und dem Staat? Wir haben doch keine gemeinsame Interessen. Die sehe ich. Der Staat will, dass die Bürger eine anständige Altersvorsorge bekommen. Und das Kapital will, dass den Bürger eine private Altersvorsorge verkauft wird. Sie meinen zum Beispiel von BlackRock? Gute Idee, das ist unsere Spezialität, Altersvorsorge. Nicht nur Spezialität, die Pensionsfonds, die ETFs, das ist ja quasi der Grundstein für das Vermögen, was BlackRock verwaltet. Man könnte eigentlich sagen, wer die private Altersvorsorge fördert, der fördert auch BlackRock. Umgekehrt, wer BlackRock fördert, fördert die private Altersvorsorge.
Hätte ich beinahe versprochen. Sehen Sie, das hat wahrscheinlich auch der britische Finanzminister George Osborne gedacht. Als er noch im Amt die Regulierungen für die private Altersvorsorge in Großbritannien gelockert hat, was 25 Milliarden in den Kapitalmarkt gespült hat, und dann wurde er plötzlich Berater von BlackRock. Vier Tage Arbeit im Monat, Jahresgalt 750.000 Euro. Na, ist das eine Rente? Oder in Frankreich? Jean-François Cyrilie, der BlackRock-Chef Frankreich, der sitzt jetzt für Emmanuel Macron in einer Kommission, die was machen soll? Die private Altersvorsorge stärken. Ich frage mich wirklich, wer davon profitiert. Ach so, ich dachte, Sie fragen sich.
Ich kann Ihnen sagen, wer davon profitiert. Nicht etwa einzelne Politiker, sondern eben die Rentner, die profitieren. Und die würden auch in Deutschland davon profitieren, nicht wahr? Wenn man die private Altersvorsorge gesetzlich vorschreiben würde, wie das mein Chef Larry Fink angedacht hat. Moment mal. Wollen Sie deswegen Kanzler werden? Damit Sie mich als Bürger irgendwann zwingen können, Kunde von BlackRock werden zu müssen? Herr von Wagner, eine saubere Tafelnummer haben Sie gemacht, nicht wahr? Respekt. 10 Minuten lang das Logo meines Chefs im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in einer linken Kabarett-Sendung. Ich muss mal sagen, das ist aber wirklich Revolution.
Das war nicht so gedacht. Nein, nein, nein. Das haben Sie falsch verstanden. Was wollen Sie denn? Wir wurden herbestellt für eine Revolution gegen das Kapital. Die Revolution gegen das Kapital machen wir nur gegen Vorkasseln. Entschuldigung, das ist aber abgesagt. Weil eine Revolution gegen das Kapital wäre, wenn Menschen wie er ihren Willen bekommen, eigentlich nur noch eine Revolution gegen unsere eigene Altersvorsorge. Alles klar. Ich würde sagen, dann gehen wir jetzt zu den Grünen. Warum das denn? Keine Ahnung, aber das sind jetzt alle. Vielen Dank. Meine Damen und Herren, es scheint erstaunliche Entwicklungen in Berlin zu geben. Ich gebe live ab ans Studio zu mir.
Eine will-fährig breaking news. Annegret Kramp-Karrenbauer hat auf dem Balkon des Reichstags die AKK-Monarchie ausgerufen. Frau Karrenbauer, was entgegnen Sie Ihren Kritikern, die behaupten, Sie wären eine Kopie von Angela Merkel? Ja, den sage ich, äh, ich ähnle ihr gar nicht. Ja, ich ähnle ihr gar nicht. Ja, ich ähnle ihr gar nicht. Ja, ich ähnle ihr gar nicht. Ja, ich ähnle ihr gar nicht. Irgendetwas an Ihrer Stimme kommt mir bekannt vor. An der Stimme kommt Ihnen gar nichts bekannt vor, die ist tippitoppi. Was machen Sie da mit Ihren Händen? Keine Rorte, wenn Sie das meinen. Frau Merkel, sind Sie das? Habt ihr gedacht, dass er mich so schnell loswerden, was? Niemals! Niemals!
Das war die Anstalt. Die zweite mit Caroline Edner, Frank Lüdeck, Stefan Waag-Huminger.
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