Deutsche Bahn
Deutsche Bahn , Ergebnisse der Bahnreform , Massiver Anstieg der Vorstandsgehälter trotz Verfehlung wesentlicher Ziele der Reform, Komplexe Konzernstruktur mit zahlreichen internationalen Tochtergesellschaften , Investitionen in internationale Beteiligungen statt in die deutsche Eisenbahninfrastruktur , Stuttgart 21 , Protest gegen Stuttgart 21 , weitere teure Tunnelprojekte ( Zweite S-Bahn Stammstrecke München , Fernbahntunnel Frankfurt am Main )
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Episode 'Deutsche Bahn' in 'Die Anstalt' kritisiert die Ineffizienz und Korruption innerhalb der Deutschen Bahn, insbesondere im Kontext der Bahnreform und des umstrittenen Projekts Stuttgart 21. Sie beleuchtet die hohen Schulden, die überhöhten Vorstandsgehälter und die mangelnde Rechenschaftspflicht bei der Nutzung von Steuergeldern. Die Satire zeigt die komplexe Konzernstruktur und die fehlende Berücksichtigung von Fakten und Risiken, was zu katastrophalen Entscheidungen und Verschwendung führt. Der Fokus liegt auf der Systemkritik und der Frage nach der politischen Verantwortung bei der Umsetzung von Bahnprojekten.
Transkript 6.714 Wörter
Ich verstehe nicht, warum die Deutsche Bahn so viel Schulden hat, ich sehe hier überall Schotter. So, wer war das, von wem ist das? Na ja, das hätte ich mir ja denken können. Ja, im Gegensatz zur Deutschen Bahn bin ich mit dieser Fronte immer gut gefahren. Roy Marisal, Kraft der Überlegenheit, die er mir dieser Informationsstadt der Deutschen Bahn verleiht, ergeht folgendes Urteil. Für jeden schlechten Witz über die Deutsche Bahn wandern ab sofort 5 Euro in diese Kasse hinein. Also an der Stelle muss ich meinen Kollegen schon mal verteidigen.
Sie haben hier überhaupt nichts zu melden, Herr von Wagner, wie wollten Sie heute beginnen mit den Worten, kommen wir zum größten Witz des Abends, 25 Jahre Bahnreform? Also, also mal. Fünf. Entschuldigen Sie, ich wohne in der Schweiz und da habe ich gehört, die Bahn ist nur zu spät, weil die Uhr so pünktlich ist. Kein Altenzimmer, 20 Euro in die Kasse, aber sofort. Ich möchte jetzt hier schon mal eine Verfahrensänderung, können wir nicht einfach mal aufwärtsständig uns zu verurteilen wegen alten Bahnklischees, die wir reiten, sondern mal die Bahn verurteilen dafür, dass sie noch immer wieder die Grundlage für diese Klischees bereitstellt. Genau. Wenn auch auf den umgekehrter Wagenreihen.
Ja, ja, gut, mein Wegen dann, ja. Runds Verrecker, Ben Nyser, das darf ich wohl nicht wahr sagen, sonst könnte ich über die Deutsche Bahn zu spät kommen, es macht 50 Euro, aber ganz schnell. Was macht ihr überhaupt hier? Wir sind hier an einem Informationsschalter der Deutschen Bahn. Wozu? Dafür gibt es doch die Bahn-App. Ja, aber nur bei mir erhalten Sie dieselben Informationen, die Sie auf Ihrem Telefon lesen können, verspätet. Also dann kommen wir mal zu meiner Antrittsrede als neuer Bahnchef. Sagen Sie mal, was haben Sie da bis jetzt? Ich dachte, Sie fangen an mit, wenn die Deutsche Bahn ein Autohersteller wäre, wären die Lenkräder hinten montiert und die Räder oben.
Schicken Sie mir den nächsten Redenschreiber rein. Entschuldigung, das ist ein Originalzitat von einem Bahnaufsichtsrad, Klaus-Dieter Hommel. Vom eigenen Aufsichtsrad. Sagen Sie mal, was ist denn das für ein Laden hier? Herzlich willkommen bei der Deutschen Bahn. Sie haben sich nicht vorbereitet auf das Unternehmen, bei dem Sie neu anfangen? Ich bin Vollblutmanager. Informationen verlangsamen meine Entscheidungen. Sie hatten gesagt, Sie wollten eine ehrliche Rede zur 25-Jahre-Bahn-Reform und Sie wollten eine schonungslose Bilanz. Das waren Ihre Worte. Zunächst mal wollte ich eine positive Bilanz.
Warum sonst hätten wir die OLE Bundesbahn vor über 20 Jahren in eine Aktiengesellschaft umwandeln sollen? Das kann ich Ihnen sagen. Wir wollten das Netz ausbauen, mehr Verkehr auf die Schiene bringen, auch wegen der Umwelt und vor allem den Steuerzahler entlasten. Dann fangen wir doch einfach mal mit dem an, was wir davon erreicht haben. Und wenn man das jetzt irgendwie blumiger ausdrücken würde, wie würde das dann klingen? Wir könnten sagen, die Bahn ist teurer geworden, unpünktlicher und hat weniger Verbindungen als vorher. Wir könnten sagen, wir haben den Nahverkehr ausgebaut. Das ist eben der Erfolg guten Managements.
Vor allem mit dem Geld vom Steuerzahler, den wir eigentlich entlasten wollten. Wir könnten sagen, vielleicht der Fernverkehr trägt nur wenig zum Umsatz bei. Aber wir könnten sagen, der Gesamtumsatz der Bahn ist gestiegen, wobei man sagen muss, dass wir fast die Hälfte des Umsatzes mit Logistik im Ausland machen, also mit LKWs auf der Straße. Aber wir könnten vielleicht sagen, dass der Anteil der Schiene am Gesamtverkehr in den letzten Jahren ganz dynamisch … Moment, wir könnten sagen, im Güterverkehr haben wir die Menge der Transportgüter erhöht. Gut, ich höre. Ja, es ging sehr weit runter, jetzt wieder hoch und jetzt sind wir auf dem Stand von 1991.
Hört mal, ich kann nicht immer so machen, wenn Sie den Mund aufmachen. Was soll ich denn machen? Sie haben nach der Bahnreform Hunderte von Güterbahnhöfen geschlossen und dann haben Sie Tausende von Leuten entlassen. Und? Hat das was gebracht? Ja. Und jetzt? Defizitär. Warum frage ich Sie überhaupt? Was ist denn mit dem 1994 versprochenen Ausbau der Schiene? Lassen Sie den Unsinn raus damit? Na ja, wir haben seit der Bahnreform 17 Prozent der Schienen gekappt. Könnte ich in meiner Rede nicht vielleicht sagen, wir haben die Gleise entbürokratisiert? Nein. Nein. Wir haben sie rausgerissen. Zusammen mit der Hälfte der Weichen.
Deswegen habe ich jetzt auch viele Strecken, die nur eingleisig befahrbar sind. Sie kennen ja bestimmt die Durchsagen. Unser ECE muss leider warten, weil der Regionalzug vor uns noch braucht. Kenn ich nicht. Fliegt die Lufthansa mal drüber. Oh, ich rüche. Sehen Sie auch deshalb, bis unsere Pünktlichkeitsrate ... Ja, bei 76,5 Prozent. Die Zahl kennt inzwischen auch jeder. Sagen Sie mal, könnten wir an der Zahl nicht ein bisschen ... Das machen wir doch schon die ganze Zeit. Diese 76,5 Prozent erreichen wir doch nur, weil wir Verspätungen bis zu 6 Minuten einfach rausrechnen. Ja gut, das ist ja jetzt schon ... Wir zählen auch keine ausgefallenen Züge.
Ausgefallene Züge zählen nicht zu Verspätungen? Nein. Das heißt, wir hätten eine hundertprozentige Pünktlichkeit, wenn überhaupt kein Zug verhörte. Ja, das würde stimmen. Könnte ich das nicht in meine Rede ... Nein. Aber Sie könnten zum Beispiel sagen, dass wir derzeit 45 Prozent mehr Defekte reparieren als noch 2017. Na, immerhin. Allerdings fahren die Wagen auch mit mehr Defekten in die Werkstätten und verlassen die Werkstätten im Schnitt mit 21 Mängeln. Dafür können die Werkstattmitarbeiter aber nichts, denn teilweise können sie den ICE zum Beispiel gar nicht reparieren, weil der noch gar nicht da ist. Sie meinen, der kommt sogar ... Zum Reparieren zu spät.
Ich hab Sie gewandt, Herr von Wagner, ich hab Sie gewandt. Oh man, Sie sind so streng. Na also gut, dann sagen Sie meine Rede ab. Ok. Schade, ne? Jetzt, wo die Bahn einen Fahrgastrekord vermeldet. Was? Warum sagen Sie das nicht gleich? Sagen Sie, wie viele Fahrgäste haben wir denn? 2017 haben wir 142 Millionen Fahrgäste befahren. Das ist fantastisch. Dann haben wir gleich eine schöne Grafik. Moment, die haben wir schon. Gut. Wie viele Fahrgäste hatten wir denn vor 20 Jahren? Ja, 152 Millionen. Aber dann haben wir heute ja 10 Millionen weniger. Ja. Das ist doch kein Fahrgastrekord. Nein. Aber wir hoffen, dass das Gedächtnis der Journalisten nur bis hier reicht.
Gibt es denn keine Zahl, die seit der Bahnprivatisierung eindeutig nach oben gegangen ist? Doch, die gibt es hier. Das ist fantastisch. Von 300.000 auf 2 Millionen. Herr Vor... Was ist das? Die Vorstandsgehälter. Da sehen Sie vor der Bahnreform hier, nicht? Da haben Sie als Chef der Bundesbahn 300.000 Euro bekommen, umgerechnet. Jetzt sind wir im Schnitt bei 2 Millionen. Na, das sind da über 500 Prozent. Das ist doch mal was Positives. Na ja, also im Gegensatz zu Ihrer Bilanz. 1994 sind wir mit Null-Euro-Schulden gestartet. Jetzt haben wir über 20 Milliarden Euro Schuld. Das, obwohl der Bund jedes Jahr Milliarden in die Bahn investiert. Ich weiß, ich weiß.
Ich weiß doch gar nicht, wie ich die Ausgaben rechtfertigen soll. Ach, das müssen Sie gar nicht. Der Bund wird mir ja nicht einfach Milliarden überweisen und dann nicht prüfen, was ich damit mache, oder? Nein, es gibt schon Kennzahlen, mit denen die Qualität der Bahninfrastruktur gemessen wird. Ah, natürlich. Von einem unabhängigen Prüfinstitut. Genau. Dass von der Bahn beauftragt wird. Wir prüfen selber, ob die Zahlen, die wir brauchen, um Geld zu bekommen, stimmen? Ja. Lassen Sie mich raten, die Zahlen stimmen? Woher wussten Sie das? Aber die Brücken sind marode. Ja. Wie geht das? Na ja, Sie sind keine weiteren Prüfungen durch das Verkehrsministerium vorgesehen.
Aber die Brücken sind marode. Ja, aber wenn die Kennzahlen stimmen, ist das Verkehrsministerium zufrieden. Hab' mich schon erwähnt, dass die Brücken marode sind. Ja, Sie wären schön blöd, wenn Sie sie reparieren würden. Was? Laut Bundes-Schienenwege-Ausbau-Gesetz. Lagen Sie das nochmal. Laut Bundes-Schienenwege-Ausbau-Gesetz sind Sie nur verpflichtet, als Bahn für die Infrastruktur zu bezahlen, der Bund bezahlte Neubau. Moment mal, dann würde es sich ja für mich lohnen, Brücken und Schienen kaputt gehen zu lassen. Ja, natürlich. Aber das ist ja so, als ob ich einem kleinen Kind sage, wenn du deine Spielsachen nicht aufräumst, dann kaufe ich dir ein neues Zimmer.
Ja, was glauben Sie, warum Sie ständig so neue Hochfrequenzen und Hochgeschwindigkeitsstrecken bauen? Ja, aber warum macht der Bund denn das? Ja, das hat sich der Bundesrechnungshof auch gefragt und insgesamt die Konstruktion der Bahn als gewinnorientiertes Aktieunternehmen in Frage gestellt. Moment, also bitte Sie, ich meine, also für mich ist die Privatisierung eindeutig eine Erfolgsgeschichte. Ja, ja, ja. Allerdings hat das Verkehrsministerium bereits abgewunken und hat gesagt, ach, kommen Sie, wenn wir die Kritik vom Bundesrechnungshof ernst nehmen würden, dann müsste ja der Bund quasi die Führung der Deutschen Bahn übernehmen. Das wäre auch absurd, nicht wahr?
Dann müsste ja der Verkehrsminister Verkehrspolitik machen. Die Deutsche Bahn stellt jetzt 22.000 neue Mitarbeiter ein, viele Lokführer, aber überwiegend Personal, das für Wartungsarbeiten im Schienennetz und bei der Bahn zuständig ist. Somit ändert sich also nix, bei der Deutschen Bahn wird nach wie vor gewartet. Also die Arbeit bei der Deutschen Bahn bleibt überall stehen und liegen, das merkt man aber auch.
Du bist ein Bahnfahrer, du kommst in die Bahn rein, Heizungen funktionieren nicht, dann willst du aufs WC gehen, dann immer diese gelben Zettel, WC-Defekt, anderes WC suchen, du gehst in den nächsten Waggon, wieder so ein Zettel, dann willst du weitergehen, dir kommt schon jemand entgegen, das nächste WC ist defekt, dann kommst du schon an deine Haltestelle an, du willst aussteigen, du kommst nicht raus, wieder so ein Zettel. Anderen Ausgang benutzen, wie, du kommst hier nicht raus, ich bin überfordert mit, du kommst hier nicht raus, du kommst hier nicht rein, damit kann ich arbeiten.
Aber wenigstens werden die Schaffner jetzt entlastet, mit der neuen Bahn-App können sie sich selbst kontrollieren, dann geht der Schaffner einfach an ihnen vorbei. Ich fühle mich da immer ein bisschen vernachlässigt, dann fange ich mit so Selbstgesprächen an. Jemand zugestiegen. Ja ich, haben Sie ein Ticket, ja, darf ich Ihren Ausweis sehen, ja natürlich, Ben Nysa.
Wissen Sie, ein umgekehrter Buchstabenreihung ergibt der Name Eisenbahn, also keiner will den Job des Lokführers mehr machen, das ist auch schwierig, die nächsten Generationen für den Job des Lokführers zu begeistern, das war früher viel einfacher, ich merke das an meinem Neffen, ich singe mit meinem Neffen immer dieses Lied, Töv, Töv, Töv, die Eisenbahn, wer will mit nach München fahren, alleine fahren mag ich nicht, drum nehm ich meinen Tele mit, du bist dran und dann geht's die ganze Zeit immer hin und her, aber neulich hat er mich gefragt, wann fahren wir dann mal mit der echten Eisenbahn, ich so, oh, oh, ist ja so, als fragst du mich nach dem Weihnachtsmann, also mit der echten Eisenbahn zu fahren ist sehr kompliziert, also hab ich's geplant, ich dachte mir, okay wir fangen klein an mit der Regiobahn erst mal, Regiobahn von Neuss nach München-Gladbach, das geht noch, schlimmer als der ICE gewesen, echt, Bahn erst mal 57 Minuten Verspätung und dann kommen wir rein, Zug überfüllt, überfüllt gar kein Platz mehr, überall diese Leute mit Fahrrad, mit Fahrrad im Nahverkehr, wie wenig vertraust du der deutschen Bahn, Leute nehmen ihr Fahrrad mit, falls nix mehr läuft, steigen sie aus und fahren weiter, mit dem Fahrrad in der Bahn einzusteigen, das ist, als ob ich im Hotel einchecke, aber zur Sicherheit baue ich im Zimmer noch so ein Zelt auf wir stehen da in der Bahn und mein Neffe singt die ganze Zeit dieses Lied und der sieht diesen Mann mit dem Fahrrad, der war selber auch überfordert, der so, darf man mit dem Fahrrad in der Bahn fahren?
Ich so, nein man darf nur einsteigen, mein Neffe wieder und darf man jetzt mit dem Zug in ein Flugzeug einsteigen, Fragen über Fragen, immer wieder unterbrochen von diesem Töv, Töv, Töv, die Eisenbahn und mein Neffe, wenn er singt, möchte er immer das alle mitsingen und er geht zu diesem Mann mit dem Fahrrad, der so, sie sind dran, Töv, Töv, Töv, die Eisenbahn, der Mann mit dem Fahrrad guckt ihn an, die zu spät am Gleis ankam, noch eine Stunde warte ich nicht, drum nehme ich mein Fahrrad mit. Bitte beachten Sie, der Sketch über die Konzernstruktur der Deutschen Bahn findet heute abweichend auf Bühne 2 statt. Das gibt es doch nicht. Unglaublich, ich, da will man einmal...
Gut, dass ich Sie treffe. Hören Sie, ich habe eine Mail bekommen heute, nicht wahr? Und da ging es um eine Beschwerde, irgendein Zug nach Bad Eibling, das ist ja wohl nicht Chefsache. Wer kümmert sich denn in unserem Laden um so was? Was wollen Sie genau wissen? Das ist relativ kompliziert, weil die Deutsche Bahn hat eine relativ komplexe Konzernstruktur. Sollen wir das mal durchspielen? Vielleicht, das klingt ja nach Regionalverkehr, Bad Eibling, was ist denn die DB Regio? Herr Eggersdorfer, können Sie ganz kurz die DB Regio darstellen? Ja, was habe ich mit Regio zu tun? Was habe ich mit Regionalverkehr zu tun? Ich begreife das überhaupt nicht. Danke für die Mitarbeit.
So, Frau Köbernick, Sie sind Auslandstochter der Deutschen Bahn. Ich habe eine Tochter im Ausland. Eine? 513. Die Bahn ist in 140 Ländern der Erde unternehmerisch tätig. Ja, Debbie Schenker und die Debbie Arriva. Spanien, ich komme. Die Debbie Arriva sitzt in Großbritannien. Was? England? Dann gehe ich, oder? Nein, nein, wir wollen alle, dass Sie bleiben. Hören Sie mal, was hat denn jetzt Bad Eibling eigentlich mit der Debbie Arriva zu tun? Das ist nicht so, ich bräuchte noch ein Steuerzahl. Beneisser! Könnten Sie ganz kurz vielleicht in Bundesland darstellen? Ja, darf ich da in Sachsen-Anhalt sein? Ja, warum?
Wegen der AfD stellen Sie sich mal die Reaktion vor, wenn ein Moslem in Sachsen-Anhalt vertritt. Ich mag Ihre Denke, aber Sie sind Bayern, okay? Oh, genau so gut. Okay, gut. Wer sind denn Sie? Ach, entschuldigen Sie, ich bin natürlich die Debbie Netze. Ich bin verantwortlich für das Schienennetz der Deutschen Bahn. So, jetzt stellen Sie Ihre Frage. Ja, also es geht um irgendeinen Zug in Bad Eibling, das ist ja wahrscheinlich regional, Debbie Regio. Meine Loks fahren nur mit Kohle. Was soll das denn jetzt?
Entschuldigen Sie, ich habe vergessen, Ihnen zu sagen, die Bundesländer müssen erst mal acht Milliarden Euro in die Debbie Regio stecken, bevor die überhaupt Personalverkehr für die Bürger zur Verfügung stellt. Hurra, ich bin reich! Sie müssen schon zwei Drittel von diesem Geld an die Debbie Netze übergeben. Was, warum? Sie benutzen meine Schienen. Ja, weil Sie das selbe unternehmen. Ja, und? Dann kann ich es doch behalten. Nein, nein, das wäre ja vernünftig. Sie zahlen mir überhöhte Trassengebühren. Lass ich mir überhaupt nicht gefallen. Da gehe ich zu den Gleisen von von Brunsverreck. Die Sau hat ein Monopol. Ja, damit.
So, und mit diesen erhöhten Trassengebühren da, das trägt nicht unwesentlich zu Ihrem Konzern Ergebnis vorbei. Ich bin reich. Ich baue mir Stuttgart 21. Entschuldigung, stecken Sie mein Geld nicht in die Instandhaltung? Nein, nein, er steckt das Geld in die Debbie Arriva. Mach ich das, ja. Sagen Sie mal, was macht denn die Debbie Arriva mit der Knete? Ja, das wird jetzt investiert in globale Verkehrsprojekte. Ah, Züge und so. Nein, meistens Busse. Aber mit Bussen kennen Sie sich doch überhaupt gar nicht aus. Ja, ja, ja, aber das im großen Stil. Ja, also im Kroatien, Polen, Südschweden, alles Busprojekte. Bis 2014 habe ich sogar mal zwei Milliarden in Malta investiert. Malta? Warum Malta?
Warum nicht? Ich habe riesige in Mannheim gefertigte Gelenkbusse nach Malta verschilfen lassen. Ist Malta nicht bekannt für seine süßen Küstenstädtchen mit den engen Gassen? Ja, ja. Wissen Sie, was nicht so geeignet ist für süße Küstenstädtchen mit engen Gassen? Nein. In Mannheim gefertigte riesige Gelenkbusse. Ach, das habe ich ja ganz schnell bemerkt. Also das ist ja aufgefallen, dass die Busse in den engen Gassen immer stecken geblieben sind. Aber das war ganz schnell vergessen. Wie ganz schnell vergessen? Naja, weil die Busse immer wieder in Flammen aufgegangen sind. Was? Ja, ja, aber darauf waren wir ja vorbereitet. Ja, und wie? Na, das waren ausgemusterte Busse aus London.
Warum wurden die ausgemustert? Na, weil die da auch immer wieder in Flammen aufgegangen sind. Ja, und wo ist jetzt mein ganzes Geld? Ja, verbrannt. Achtung, eine Durchsage. Bei Bad Eiling kam es zu einem Frontalzusammenstoß von zwei Regionalzügen, mit zwölf Toten und 89 Verletzten. Der Unfall hätte verhindert werden können, wenn das zuständige Stellwerk nicht völlig veraltet gewesen wäre. Sind da nicht Sie verantwortlich, DB Region? Damit habe ich überhaupt nichts zu tun. Die Strecke wird von einem privaten Anbieter verwaltet sozusagen und für die Technologie im Stellwerk war die DB-Netze zuständig. Was schauen Sie mich jetzt so an? Wir hatten viel zu tun.
Bahnreform und ein Umstrukturierungsprozess, da kann man so mal ein kleines Netzwerk oder so ein kleines Stellwerk übersehen. 35 Jahre lang? Seit 1984 hätten Sie die Technologie in dem Stellwerk nachrüsten müssen. Also genau genommen, aber nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und die finanziellen Mittel standen nicht zur Verfügung. Ich hatte halt kein Geld. Ja, weil Sie das Geld, das gedacht war, den Bahnverkehr in Deutschland zu verbessern, ausgegeben haben, um den Nahverkehr in Malta zu verschlechtern. Nein, nein, nein, nein, nein, das war ja seine Idee.
Ja, er hat ja dafür gesorgt, dass inzwischen nur die Hälfte vom Umsatz der Bahn ja im Ausland oder durch Lkw-Verkehr ausgegeben wird. Der Vorstand für Infrastruktur, Herr Pofalla, hat gesagt, jeder Cent, den wir im Ausland verdienen, der fließt ja wieder zurück nach Deutschland in den Konzern. Ja, das stimmt ja auch. Allerdings fließt halt keiner. Da sterben in Bad Eibling also zwölf Menschen, weil Sie Global-Player spielen müssen. Achtung, ein wichtiger Hinweis. Dieser Sketch endet heute ohne Puente. Es werden aber alle Anschlussnummern erreicht. Ich habe jetzt die Ehre und die Freude Ihnen eine sehr heitere, aber auch hintersehnige Geschichte vorlesen zu dürfen vom Brezelmann.
Der Brezelmann. Am Anfang des Jahres bin ich mit der Bahn durch unser Land gefahren. Ich war vertrossen. Die Landschaften, die draußen am Fenster vorbeizogen, wollten noch nicht richtig blühen. Ich fuhr von einem Ort weg, an dem ich nicht mehr sein wollte. Aber dort, wohin ich fuhr, wollte ich auch nicht sein. Ich brütete vor mich hin, blätterte lustlos in einer Illustrierten. Immer mehr verfinsterte sich meine Stimmung. Immer tiefer ging es glitschige Stufen hinab in den Keller der schlechten Laune. Noch mit einem Mal wurde meine Anwandlung beendet. Die glockenhelle Stimme des Zugbegleiters meldete sich überglücklich.
Liebe Fahrgäste, ich darf Sie darauf hinweisen, dass in Göttingen unser Brezelmann zugestiegen ist. Er kommt mit seinem ofenfrischen Backwerk auch an Ihren Platz und bedient Sie persönlich. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und guten Appetit. Der Zugbegleiter schien geradezu ergriffen. Seine Beine singen, die Stimme klang, als wäre er selbst überrascht. Tatsächlich klang es so, als ob der Zugbegleiter längst nicht mehr daran geglaubt hätte, dass der Brezelmann noch einmal in Göttingen zusteigen würde. Vielleicht fuhr der Zugbegleiter schon lange in Göttingen vorbei, aber der Brezelmann stieg einfach nicht zu.
Der Zugbegleiter hat sich sich stets kurz vor der Haltestelle selbst Mut zugesprochen. Vielleicht steigt er jetzt gleich in Göttingen zu und vielleicht hat er auch Brezeln dabei. Aber tatsächlich ist der Brezelmann niemals in Göttingen aufgetaucht und alle Hoffnung war vergeblich. Dieser Umstand begann am 10.Gleit des Zugbegleiters zu nagen. Anfangs hatte er noch seine schlechte Laune hinunterschlucken können, aber mit der Zeit wurde es schlimmer. Immer wieder hielt der Zug in Göttingen und immer wieder stieg der Brezelmann nicht zu. Aus enttäuschter Erwartung wurde schlechte Laune, aus schlechter Laune wurde Unmut und aus Unmut wurde Zorn.
Einmal konnte der Zugbegleiter seinen Zorn nicht mehr zügeln und verstopfte sämtliche Toiletten im Zug. Ein anderes Mal drehte er die Heizung voll auf. Dann stellte der verzweifelte Zugbegleiter alle Heizungen ab, dass es in den Abteilen bitterkalt wurde und alle Reisenden frohen. Unter Umständen sind die Bedienungen in den Bordrestaurants so schlecht gelaunt, weil sie die Abwesenheit des Brezelmanns nicht ertragen können. Wer weiß denn, ob der Lokführer vor der Fahrt nicht den Zugbegleiter fragt, wie schaut's denn aus? Steigt heute der Brezelmann zu? Dann antwortet der Zugbegleiter letzte Woche und vorletzte Woche ist der Brezelmann nicht zugestiegen.
Ich habe ihn lang nicht mehr gesehen, aber es kann ja sein, dass er heute zusteigt. Dann stellt sich heraus, dass der Brezelmann doch nicht zusteigt. Der Lokführer kriegt eine Mordswut und fährt deshalb mit Absicht einen Umweg über Augsburg. Vielleicht liegt die Ursache für überfüllte Züge, unsähnliche Baustellen, Zugausfälle, Unfälle, technische Probleme und Sicherheitsmängel. Regelmäßige Streiks, das Zurückfahren des Kerngeschäfts und die unfassbare Länge des Verspätungsschals der Pendlerin aus München. Einzig und allein im Fernbleiben des Brezelmannes. Aber der Brezelmann ist lange Zeit krank gewesen und konnte nicht zusteigen.
Jetzt ist der Brezelmann genesen und in Göttingen ist er zugestiegen. Die Sonne strahlt wie ein Pfund Landbutter, Blumen jubeln, die Herzen schlagen im gleichen Takt. Da kommt der Brezelmann mit seinem Brezelkorb und reicht mir eine Brezel. Ich beiße gerne hinein und freue mich von ganzem Herzen. Achtung, eine Durchsage. Die Sendung erreicht nun Stuttgart 21 mit einer Verspätung von 10 Jahren. Wir bitten, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Also nochmal, das ist das Originalmodell vom Stuttgarter Kopfbahnhof. Der Stuttgarter Kopfbahnhof stand ja unter Denkmalschutz. Trotzdem hat man diese Seitenflügel hier links und hier rechts abgerissen.
Diese alten Bäume im Schlossgarten, die standen ja auch unter diesem Denkmalschutz. Die hat man auch abgerissen. Aber es gibt schon ein Denkmalschutzamt in Stuttgart. Aber haben die nichts dazu gesagt? Die hat man ja kurz vor dem Bau rechtzeitig zum Weisungsempfänger heruntergestuft. Ha, was? Maulkorb. Und die Demonstranten? Die haben man auch kurz vor dem Bau zum Weisungsempfänger heruntergestuft. Mit einem Maulkorb. Wasserwerfer. Vielleicht mit gutem Stuttgarter Mineralwasser. Was? Wissen Sie nicht, wir Stuttgarter haben die weitgrößte Mineralwasservorkommen in Europa. Gleich neben dem Bahnhof. Mit strengsten Schutzzonen. Da können Sie nicht einmal mit dem Spaten rein.
Aber da gehen die doch jetzt mit dem Baggern rein. Ha, ha. Ist das nicht schlecht für die Schutzzone? Neu. Die hat sich ja netterweise zurückgezogen und liegt jetzt rund um die Baugrube rum. Das ist doch eine irre Führung der Öffentlichkeit. Da muss man sich mal hinstellen und sagen, Kinder, so geht es. Ist das das Modell vom neuen Bahnhof? Aber wir sind ja hier noch gar nicht fertig. Der sieht aber geil aus. Schauen Sie sich das mal an, wie modern. Die haben sogar eine eigene Broschüre. Gucken Sie sich das mal an. Wow, Stuttgart 21. Schauen Sie mal, hier steht Stuttgart 21. Das wird Stuttgart endlich ans internationale Hochgeschwindigkeitsnetz anschließen.
Hören Sie mal, aus dem alten Bahnhof fahren seit über zehn Jahren TGVs in drei Stunden nach Paris. Paris, Paris. Wer will schon nach Paris? Mit Stuttgart 21 kommen Sie viel schneller nach Ulm. Sagen Sie mal, kennen Sie einen Bahnhof, der eine Strecke schneller macht? Wolfsburg. Da fährt die Bahn regelmäßig durch. Natürlich kommen Sie schneller nach Ulm, aber wegen der Neubau-Strecke und nicht wegen dem Bahnhof. Ja, aber mit Stuttgart 21, da sind Sie doch endlich ihr altes Nadelöhr los. Sagen Sie mal, finden Sie es nicht seltsam, dass das alte Nadelöhr 16 Gleise hat, der neue Bahnhof aber nur die Hälfte? Ja, das ist eben modernes Nadelöhr.
Kommen Sie, Sie wollen mich da nicht weismachen, dass man zehn Milliarden investiert, um einen Bahnhof kleiner zu machen? Na ja, natürlich. Um die selbe Kapazität zu erreichen, wie der alte Kopfbahnhof, müsste der neue Durchgangsbahnhof mindestens zwölf Gleise haben. Ja, und? Er hat nur acht. Wie Blochingen. Ja, genau. Der alte Bahnhof, das war der pünktlichste Bahnhof Deutschlands. Noch heute schaffen die in den Höchstzeiten, Stoßzeiten schaffen die Glatz 37 Züge in der Stunde. Was? Und der neue? Laut Planung 32. Nein, nein, nein. Hier steht das Stuttgart 21 also doppelt so leistungsfähig ist, wie dieser alte Kopfbahnhof.
Es geht aber nur, wenn Sie wie die Bahn Haltezeiten von anderthalb Minuten annehmen. Verstanden Sie das? Voller Zug kommt. Alle drinnen raus, alle draußen rein. In anderthalb Minuten. Das ist eben eine Hochgeschwindigkeitsstrecke. Ach, gibt's. Ja, mein Gott, wer plant denn auch sowas? Unabhängige Wissenschaftler, die abhängig von der Bahn sind. Siehen Sie, mit dieser ganzen Hektik beim Umsteigen ist jetzt eh bald passé. Der Scheuer hat den Deutschland-Takt angekündigt. Da können wir dann endlich in Deutschland an den wichtigen Knoten punkten zu jeder halben oder vollen Stunde jederzeit in jede Richtung umsteigen. Ah, der Deutschland-Takt ist super.
Der kommt vielleicht, aber sicher nicht nach Stuttgart. Wieso denn? Sie haben doch jetzt hier einen richtig modernen Bahnhof. Sie können von Stuttgart aus ja in 13 Richtungen umsteigen. Ja, und für jede Richtung brauchen Sie ein eigenes Gleis. Ja, eben. Und Stuttgart 21 hat ja Doppelbelegungen. Jedes Gleis, zwei Züge, dann haben wir acht mal zwei 16 Gleiser. Mein Gott, schon mal nicht mit dem ICE. Der ist nämlich zu lang. Okay, dann machen wir es mit den Regionalzügen. Da setzen wir dann überall die Regionalzüge drauf. So, und die... Moment, da ist keine Lok dran. Warum fährt der? Das ist ein Waggon. Warum, warum, warum rollt der? Der Bahnhof ist schief.
Sie bauen für zehn Milliarden einen schiefen Bahnhof? Ah ja, die musste doch auf der einen Seite über der S-Bahn drüber und auf der Seite musste sie unter der Straßenbahn durch. Verstanden Sie? So ist der Bahnsteig am einen Ende sechs Meter höher als auf der anderen Seite. Ja gut, aber wenn man sich so hinstellt, ist wieder gerade. Hören Sie, in Köln hat nur ein einziges Gleis zwei Promille Neigung. Da kam es in den letzten Jahren bei Unfällen zu acht Verletzten. In Stuttgart hat der neue Bahnhof komplett eine Neigung von 15 Promille. Wissen Sie, was das heißt? Wir haben das doch hier vorbereitet. Gucken Sie originalgetreu, die Steigung, jetzt die Neigung.
Passen Sie auf, jetzt passen Sie auf. Achtung, bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt. Funktioniert übrigens noch besser bei Rollstühlen. Ist denn so eine Steigung überhaupt erlaubt? An Bahnhöfe nicht. Wo sonst? An Haltestellen schon. Ja gut, aber Stuttgart 21, das wird ja ein Bahnhof werden. Und keine, die investieren 10 Milliarden in eine Skiverhaltestelle. An der vielleicht nie ein Zug hält. Was? Damit der ICE in den Bahnhof einfährt, muss er durch ein 50-km-Tunnelsystem. Und die Tunnel, die müssen erst einmal gebohrt werden, häufig, nicht wahr? Durch Gipskäuber. Gipskäuber ist es eine Gesteinsschicht, die hochinteressant ist. Deren Eigenschaften sind sie noch bei mir. Was ist?
Der quält. Wer? Der Gipskäuber. Wann? Wenn er mit Wasser in Berührung kommt. Dann lassen sie noch quillen. Aber der hört nicht auf zu quillen. 100 Jahre lang. Mein Gott, wie viel kann man quillen? Die haben den Staufen im Preißgau so ein Löchle in einen Gipskäuber gebohrt und ein Jahr später ist die komplette Altstadt fast einen halben Meter angehoben gewesen. Na gut, aber die Bohrlöcher für Stuttgart 21, die Tunnel sind viel größer. Das kann man überhaupt nicht wahr... Ich ziehe das Argument zurück. Sehen Sie, diese Tunnelbauer, das sind doch, die sind doch erfahrene Leute. Die werden noch darauf achten, dass eben kein Wasser an ihren Gipskäuber kommt.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Tunnelbau ohne Wasser nicht möglich ist. So starrt es in einem Gutachten, dass die Bahn selbst den Auftrag aber niemals veröffentlicht hat. Und woher wissen Sie es dann? Ich habe meine quillen. Quillen. Okay. Im schlimmsten Fall, was kann denn passieren, wenn es quillt? Quillt! Hören Sie, wenn der Gipskäuber sich nur zehn Zentimeter ausdehnt, ja, dann ist der Tunnel kaputt. Der muss saniert werden, geschlossen. Da fährt kein IC mehr den Bahnhof an. Aber das wäre ja eine Katastrophe. Nein, das ist vielleicht die Rettung. Was? Um dem Druck des Gipskäubers standzuhalten, müssen die Röhren, die Tunnel, nämlich sehr, sehr eng gebaut werden.
Jetzt stellen Sie sich vor, in dem Tunnel brennt ein ICE. Wann brennt denn schon mal ein ICE? Ach, Sie meinen so wie letzten Oktober in Munderbauer. 39 brennte in den letzten zehn Jahren. Und durch die Enge des Rohres entwickelt sich der Rauch auch viel schneller als sonst. Viel schneller als ich laufe? Ja, es kommt drauf an, wie schnell sind Sie auf 500 Meter? Bei Rauch. Was? Bergauf. Moment, warum denn 500 Meter? Soweit ist die Entfernung zwischen den beiden Rettungspunkten. Was? Ich soll 500 Meter bergauf durch dichten Rauch flüchten? Ja, aber auf einem Weg, der an engsten Stellen nur 90 Zentimeter breit ist. Wie soll ich das schaffen?
Sie sind ja nicht allein, Sie sind nur noch 800 andere da. Vielleicht schiebe ich Sie durch. Einfach so, so machen die. Aber wenn ich, vielleicht, vielleicht wenn ich Glück habe, erreicht der brennende ICE noch den Bahnhof. Wenn Sie Glück haben, steht der Bahnhof unter Wasser. Der Bahnhof steht unter Wasser? Wegen den Flutungsschlitzen hat man angebracht, damit das Grundwasser ablaufen kann und sich der Tunnel nicht hebt. Der Tunnel hebt sich? Einer der beiden Architekten von Stuttgart 21 hat gesagt, bei Starkregen und Stuttgart ist Starkregen gefährdet, könnte so viel Wasser nach unten laufen, dass der Bahnhof sich komplett anhebt wie ein U-Boot.
Wer ist denn der Architekt von Stuttgart 21, Roland Emmerich? Frei Odo heißt der Mann. Kurz vor seinem Tod hatte sich vor dem Projekt losgesagt und gesagt, das gefährdet Leben und Leib der Menschen. Was? Man investiert 10 Milliarden an eine schiefe Haltestelle, die wenn ich Pech habe, das größte Krematorium und wenn ich Glück habe, das größte Aquarium Europas wird. Na ja? Und da stehen Sie hier noch seelenruhig rum. Seit zehn Jahren. Tag und Nacht. Wissen Sie was? Man sollte Sie unter Denkmalschutz stellen. Liebe Stuttgart, liebe Stuttgart 21 Gegner, ihr habt aufgeklärt, aufgedeckt. Was habt ihr nicht alles erreicht? Ich habe hier leider nur drei Minuten.
Das reicht nicht für die fast zehnjährige Chronologie eures Widerstands. Also mache ich es kurz. Ihr habt gar nichts erreicht. Ihr habt nur Recht. Sonst nichts. Unangenehm. Leute, die immer Recht haben wollen und dann auch noch Recht haben. Und sympathisch. Wie eng euer Blick ist. Ein Bahnhof, ein Bahnhof und wie weit euer Blick ist. Das System, das System. Ja, ihr habt Recht. Und dann steht ihr da Woche für Woche bei jedem Wetter und demonstriert. Kluge Leute halten kluge Reden, laute Leute halten laute Reden und ihr hört zu und ihr hört nicht zu. Ihr ruft oben bleiben, oben bleiben, weil ihr es nicht mehr hören könnt und trotzdem ständig sagen müsst. Unangenehm.
Und dann kommt plötzlich was raus. Was kommt raus? Zum Beispiel der Polizeieinsatz im Schlossgarten war rechtswidrig oder hier beim Stresstest für den Tiefbahnhof wurde gemogelt. Die Verspätung der Deutschen Bahn wurden nicht einberechnet. Ihr hattet Recht die ganze Zeit und dann steht ihr da Woche für Woche. Laute Leute halten laute Reden, lustige Leute halten lustige Reden, Geologen halten geologische Reden, Architekten halten Architekten Reden, Eisenbahner halten Eisenbahner Reden, Juristen halten juristische Reden. Ja, ihr habt die Experten. Ihr habt sie wirklich und ihr hört ihnen zu und ihr hört ihnen nicht zu, denn ihr habt selbst schon alle Gutachten gelesen.
Ihr lest immer alle Gutachten. Ihr wisst alles über Anhydrit Gestein, über die Leistungsfähigkeit eines Kopfbahnhofs. Ihr ruft oben bleiben, oben bleiben und dann wird weitergebaut und dann wird Klage eingereicht und daraus folgt nichts außer Ohnmacht. Und dann wird abgestimmt. Aber die Mehrheit ist gegen die Fakten und dann steht ihr da wütend. Zu Recht, denn ihr habt ja Recht. Wütende Leute halten wütende Reden und oben bleiben, oben bleiben und dann kommt wieder was raus. Was kommt raus? Kostenexplosionen, Brandschutz, Gleisner und wieder Kostenexplosionen. Ihr könnt nur noch gähnen, denn ihr hattet wieder Recht und dann wieder Ohnmacht.
Und dann halten Juristen lustige Reden und Geologen halten juristische Reden und lustige Leute halten kluge Reden und kluge Leute halten laute Reden und die klingen nicht mehr klug. Und sie merken, weil sie ja klug sind, dass sie nur noch laut sind und werden still. Und ihr hört zu und ihr hört nicht zu und oben bleiben, oben bleiben. Und wenn sie nicht gestorben sind, aber es sind schon ein paar von euch gestorben und die riesigen Bäume im Schlossgarten sind abgeholzt und hin. Der Bonatzbau mit seinen Flügeln hin fast zehn Jahre hin. Die Kinder plötzlich groß und aus dem Haus und drin im System.
Und sollte Stuttgart 21 doch noch gestoppt werden, dann nicht wegen euch, sondern weil die einst Verantwortlichen nicht mehr verantwortlich sein werden oder davon gekommen sind oder weil bestimmte Leute genügend Geld verdient haben daran. Damaliger Bahnchef Rüdiger Grube sagte 2016 plötzlich Ich habe Stuttgart 21 nicht erfunden und ich hätte es auch nicht gemacht. Wir lernen, wer anderen eine Grube gräbt, selbst wenn er Grube heißt, fällt nicht, sondern erhält eine Abfindung von 2,25 Millionen und wird Aufsichtsrat bei der Hamburger HLAG. Sein Nachfolger Bahnchef Lutz sagte vor einem Dreiviertel Jahr nach heutigem Wissensstand würde man Stuttgart 21 nicht mehr machen. Nach heute.
Und dann wird weiter gebaut. Und ihr hattet recht, die ganze Zeit. Liebe Stuttgart 21-Gegner, ich habe eine Bitte und ich traue es mich fast nicht zu sagen. Haltet durch, denn ihr habt noch nichts erreicht. Geht's noch? Also ich habe es ziemlich im Rücken, ehrlich gesagt. Ja, ich meine, Sie haben ja schon zehn Jahre durchgestanden. Na ja. Soll ich Sie vielleicht ablösen? Ach, das wäre so freundlich. Würden Sie es machen? Ja, das ist super. Vielen Dank. Das ist so nett von Ihnen. Ja. Was ist mit Ihnen jetzt? Ich verstehe es immer noch nicht. Was denn? Was ist mit Ihnen jetzt? Was ist mit Ihnen jetzt? Was ist mit Ihnen jetzt? Was ist mit Ihnen jetzt? Was ist mit Ihnen jetzt?
Was ist mit Ihnen jetzt? Das ist noch nicht ... Ah, was denn? Wenn, wenn selbst der baden-württembergische Verkehrsminister sagt, Stuttgart 21 ist der größte Fehler der Eisenbahngeschichte. Warum baut man das dann trotzdem? Darum. Was? Das ist ein schwarzes Loch. Kommen Sie mit! Da? Das da. Nicht wahr? Das ist der Urknall des ganzen Projekts. Gucken Sie ihn? Gucken Sie da! Was sehen Sie da? Das ist, Häuschen? Das ist das Weinberghäusle der IHK Stuttgart. Das Zentrum des schwäbischen Universums. Haben Sie ein bisschen zu viel Trollinger geschlotzt? Na ja natürlich. Alle waren sie irgendwann in diesem Weinberghäusle und haben Trollinger geschlotzt. Hier z.B. der Wismar gleich zu Beginn.
Wo kam denn der jetzt her? Aus dem Verkehrsministerium. Gucken Sie da. Einige seiner Nachfolger. Wissen Sie wie man das nennen? Waschenzug. Ach, den kannten Sie schon. Okay. Wismar, stellen Sie sich. Wismar. Schwabe, der Wismar. Die schwäbische Presse war natürlich auch dabei. Der jeweilige Oberbürgermeister aus Stuttgart war auch dabei. Fürs Land war der Ministerpräsident Erwin Teufel. Schwabe, der damalige Bahnchef Dürr. Schwabe, Annette Scharvahn. Schwabe, Schwäbin. Dann haben die einen süffigen Trolliger nach dem anderen geschlotzt. Und dann hatte der Teufel eine Vision. Ja, genau. Er hat sich umgeschaut und gesagt, wir sind ja alle Schwaben. Wir haben ja super Verbindungen.
Das müssen wir auch schnitzen. Ach, man macht auch nicht so ein Großprojekt nur weil man es kann. Neu, vor allem weil man es braucht. Annette Scharvahn hat gesagt, in der Landesregierung war man sich einig, dass Stuttgart 21 vor allem denen in München zeigen soll, was Stuttgart so drauf hat. Moment mal, Stuttgart wollte genauso sein wie München. Warum musst du die nochmal zurücktreten? Plagiatsvorwürfel. Wollen Sie mir allen Ernstes erklären, Stuttgart 21 ist das Ergebnis hochfliegender Träume von schwäbischen Minderwertigkeitskomplexen? Schöner kann man es nicht beschreiben. Was habe ich beschrieben? Den Gründungsmythos. Statt der damalige Bahnchef Dürr.
Der ist angeblich im Hubschrauber über den Bahnhof geflogen. Und was sah er? Eine zukünftige Haltestelle. Neu, Grundstücke. Es gab nur eine Sache, die ihn gestört hat. Die Gleise. Der Bahnschiff hat Probleme mit Gleisen. Na ja, die muss nicht unter die Erde, damit die Grundstücke drüber sauteuer verkauft werden können. Moment, Stuttgart 21, da ging es doch zunächst mal um mehr Mobilität. Neu, es ging immer nur um Immobilien. Der Bahnhof war immer wurscht. Er kapiert sie das nicht. Nein, Stuttgart erstickt im Autoverkehr und der Bahnchef lässt Gleise verschwinden. Warum? Weil der bei Daimler war. Was? Natürlich. Ach, da gibt es eine Direktverbindung.
Dürr war bei Daimler und seine Nachfolger Medorn und Grube waren auch alles Daimler-Manager. Das ist ja eine lustige Strecke, da fahren keine ICE, sondern CEOs. Genau. Sagen Sie, diese ganzen Automanager, was machen die denn bei der Deutschen Bahn? Die machen seit 25 Jahren bei der Bahn erfolgreiche Verkehrspolitik. Fürs Auto. Was ich immer noch nicht verstehe, seit wann macht die Bahn denn Immobilien? Seit dem Gewinn von ihr erwartet wird. Seit der Privatisierung. 1994. War das nicht das Geburtstier von Stuttgart 21? Jetzt seht sie es auch. Ein paar Wochen nach der Privatisierung ist das Projekt öffentlich vorgestellt worden.
Und das Projekt ist ja überhaupt nur möglich, weil der Bund der Bahn Grundstücke geschenkt hat. Und die hat die Bahn kurze Zeit später, überteuert, an die Stadt Stuttgart wieder verkauft. Der Bahnchef bekommt Grundstücke geschenkt von der öffentlichen Hand und verkauft diese an die öffentliche Hand. Ein Vollblut-Manager. Und der Stadt hat er erzählt, das sei ein Riesengeschenk, weil die kriegen ja ein neues Viertel. Und der Bahnhof, den geht's umsonst. So viel Viertel kann man doch gar nicht schlotzen. Doch. Der Schwäbische Immobilienmogul, der Rudi Häusler. Es gibt einen Schwäbischen Immobilienmogul namens Häusler. Das ist ja der nicht, worum es gerade geht.
Der Häusler hat der Stadt erzählt, der ganze Bahnhof würde sich komplett und ausschließlich über Grundstücksverkäufe finanzieren. Der Mann war Experte. Was macht denn der heute? Bleite. Wissen Sie, wer lange bei dem geschafft hat? Rüdiger Grube. Aber wenn der jetzt pleite ist, dann braucht der ja bloß eine Anschlussverbindung. Genau. Die hat er auch gefunden bei der Bahn. Da hat er jahrelang Millionen Aufträge an Tunnelbauer vergeben. Und heute ist er Berater bei Herrenknecht, dem größten Tunnelbauer des Landes, der gerade in Stuttgart große Löcher bohrt. Und der Wissmann? Der Wissmann war erst Cheflobbyist für die Automobilindustrie, also auch Daimler, und ist heute Berater in der Kanzlei.
Dort verklagt er für die Bahn Stadt und Land, damit die weiter an den steigenden Kosten zahlen. Die Oberbürgermeister von Stuttgart. Alle saßen sie irgendwann. Vor allem der Schuster. Schauen Sie, der Schuster, der war ja irgendwann dann ja längere Zeit in der Stiftung Lebendige Stadt. Die Stiftung gehörte dem Immobilienentwickler ECE. Und ECE ist nicht zufällig der Immobilienentwickler, der auf dem alten Güterbau auf eine scheußliche Shoppingwall errichtet hat. Aber bei so viel Schwaben fehlt es, da muss doch die örtliche Presse, da müsste die interveniert haben. Machen Sie Witz. Die Stuttgart Zeitung hat sich damit gebrüstet, dass Stuttgart 21 auch ein Projekt der Stuttgarter Zeitung sei.
Und der Lokalchef der Stuttgarter Zeitung Hamann, der ist heute direkt zur Bahn gegangen. Was macht denn ihr da? Das selbe wie vorher Propaganda für Stuttgart 21. Jetzt verstehe ich, was die Bahn meint, wenn sie sagt Personenbeförderung. Na ja. Aber das kann doch nicht. Hören Sie mal, was ich in meinem Kopf will. Dieses Projekt dieser Schwabenschwachsinn ist so irre, so teuer, da muss man doch mal von oben gesagt haben, so Schluss. Der ist niemals zu teuer. Verstehen Sie, das ist doch Privatisierung, ist doch. Je höher die Kostenexplosion beim Projekt, desto mehr verdienen die darin Beteiligten.
Deswegen haben wir da auch höchster Ebene auch nicht Stopp gesagt, sondern Angela Merkel hat gesagt. Wir schaffen das. Die hat gesagt, Stuttgart 21 muss gebaut werden, sonst ist Deutschland unregierbar und Europa in Gefahr. Wir sollen Scheiße bauen für Europa. Wissen Sie, was das Gute ist an Stuttgart 21? Irrer. Als das kann es nicht mehr werden. Glauben Sie, in Frankfurt wollen Sie neue Tunnel bauen, um eine Fahrzeit für Kürzung von acht Minuten zu erreichen für Milliarden. In München baut man eine zweite S-Bahn-Stammstrecke für Milliarden, die den Nahverkehr wahrscheinlich eher schlechter machen wird. Warum brüllen Sie mich so an? Ich kann doch da auch nichts dafür.
Ich weiß nicht, aber ich kann nicht damit aufhören. Ich verstehe leider kein Wort von dem, was Sie mir gerade gesagt haben. Entschuldigung, die Störung. Ich hätte mal eine Frage. Wir sind hier schon in Frankfurt, oder? Nein, das hier ist München. Scheißdreck. Wir müssen die Richtung ändern.
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