Nahost-Konflikt, Moral und der Weihnachtsmann
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Der Abschnitt der 'Anstalt' untersucht den Nahostkonflikt durch den Vergleich mit der Apartheid in Südafrika und thematisiert die Frage nach einem 'Besatzungsregime' in Israel/Palästina. Die Diskussion beleuchtet die eingeschränkten Bürgerrechte der Palästinenser, die historische Verantwortung der beteiligten Parteien und die Rolle von Gewalt und Krieg. Es werden moralische Fragen der Schuldzuweisung und der Kriegsführung angesprochen, wobei die Komplexität der Situation durch provokative Vergleiche und Analysen herausgearbeitet wird. Die Episode kritisiert die Vereinfachung des Konflikts und fordert eine differenzierte Auseinandersetzung mit den historischen und politischen Hintergründen.
Transkript 6.356 Wörter
Musik Applaus Applaus Liebe Gäste, dann darf ich euch herzlich willkommen heißen zu dieser besonderen Betriebsweihnachtsfeier der Anstalt. Wie immer dabei, jedes Jahr. Und was wären wir ohne sie? Die Satire und die Moral. Abdul, ich glaube, Sie haben zwei Erwachsene als Moral und Satire verkleidet. Aliman sind so wild, Bruder. Ganz besonders freue ich mich. Willkommen zu heißen Shark Shapira und Abdul Shahin. Wir haben hier mit Shark einen Stand-Up-Comedian geboren in Israel. Und Abdul, wir haben hier jemanden einen Stand-Up-Comedian geboren in Siegburg bei Bonn. Legt das einen Palästiner? Dessen palästinensische Eltern, eins aus dem Libanon nach Deutschland geflohen kamen.
Und sie beide feiern heute während Chanukah zusammen mit zwei bayerischen Christen. Ich bin Atheist. Ja, okay, also mit einem bayerischen Christen und einem Spielverderber. Ich bin Agnostiker. Also mit zwei Spielverderbern feiern wir heute friedvoll die Geburt eines Juden namens Jesus. Geboren in Bethlehem im Westjordanland. Das, wie wir alle wissen, zur Zone A der palästinensischen Autonomiegebiete gehört. Maria und Josef als Juden hätten dort keinen Zutritt. Und naja, natürlich auch die arabischen Christen, die hätten Schwierigkeiten an den israelischen Checkpoints. Und so wünsche ich uns allen friedvolle Weihnachten. Prost! Okay, damit ich es richtig verstehe.
Ihr habt einen Palästinenser und einen Israeli eingeladen, um eine friedvolle Weihnachtssendung zu haben. Hauptsache, es gibt was zu essen. Ja, zu dem Behufe habe ich extra Humus anfertigen lassen, weil das ist ja euer Nationalgericht. Und? Oha. Mach das zu, es riecht nach Alkohol. Und? Und? Und? Und? Und? Und? Oha. Mach das zu, es riecht nach Antisemitismus. Das ist kein Hummus. Hummus. Hummus. Hummus. Hummus. Hummus, du Unkulturin. Sorry, sorry, es geht um ein Dönerladen um die Ecke. Ich bin Palästinenser, warum sollte ich Döner... Scharf mit ohne Salat, bitte. Ja, aber ist denn so ein Döner überhaupt Koscher? Ist deine Mutter Koscher? Das weiß ich.
Ich bin der Gnostiker, wo soll ich das wissen? Ja, Herr von Wagner, das mit dem Fried von Weihnachten läuft gut bis jetzt, oder? Moral, wie seid ihr denn gut hergekommen, ja? Wieso das denn, ich bin doch ständig hier. Ja, du insbesondere. Ein bisschen zu häufig in letzter Zeit. Was willst du denn damit sagen, Satire? Bitte, ohne deine Moralpredigten hätten wir längst eine Primetime-Sendung im Privatfernsehen. Ohne mich wärst du einfach nur ein zynisches Arschloch. Ein Arschloch, aber mit ausverkaufte Olympiahalle. Also an die Erfolge, die ich mit Astrid Lindgren gefeiert hab, musst du erst mal rankommen. Herr von Wagner wollte friedvolle Weihnachten. Oh, Verzeihung.
Ja, wenn sich jemand einen friedlichen Abend ohne Kinder oder sonstige Verpflichtungen verdient hat, dann natürlich mitteleuropäische weiße Männer gehobenen Alters. Die meinen dich damit. Erstens, ich bin nicht so alt wie die, du Schmock. Und zweitens, sind wir vollzählig. Ja. Was machen wir hier? Ich denke, ihr seid aus dem selben Grund hier wie wir. Weil diese beiden Humor-Darsteller sich alleine nicht trauen, über den Nahostkonflikt zu reden. Also, das kann man so nicht sagen. Mimimimimi. Herr Uthoff und ich, wir haben lediglich Angst alleine über den Nahostkonflikt. Also gut, sehen Sie, in diesen Zeiten während der Krieg auch noch, da ist ein bisschen was zu sagen, ist natürlich doof.
Aber gar nichts zu sagen ist noch viel dover. Aber das, was man sagt, ist dann natürlich doof. Ich habe meiner Freundin Melikiyak geschrieben, dass wir eine Sendung zum Nahostkrieg machen. Oh, was hat sie geantwortet? Machs gut, alter Freund. Leute, reist euch mal zusammen, es ist doch euer Job, euer Job ist es doch, das Elend dieses Planeten in halbwegs brauchbare Pornen umzuwandeln. Und wie sagte Volker Pispers immer, wenn man weiß, wo der Feind sitzt, hat der Dach Struktur. Als deutsche Kabarettisten wisst ihr doch morgens kurz nach dem Aufstehen, wer oder was der Feind ist. Egal ob gesetzeswidrige Haushaltsführungen oder blockierte Verkehrswende.
Komm, wir sagen es doch einmal gemeinsam, schuld ist immer die? FDP. Ja, fein, ja. Jetzt kann man der FDP einiges vorwerfen, aber nicht, dass sie aus dem Gazastreifen mit Gleitschirmen nach Israel zum Morden geflogen ist. Und der Hamas? Ja, schon das Problem. Wenn es die FDP nicht gewesen sein kann, dann seid ihr Kabarettisten ja völlig überfordert, euch ja makimal irritiert. Wenn so was Blödes passiert, was bauen wir dann noch flott in den Text ein? Einen Nazi-Vergleich. Obach bei Nazi-Vergleichen, nicht alles was hinkt, ist ein Goebbels. Zurück zum Nahost-Konflikt. Nein, zum Krieg gegen die Hamas.
Nein, zur legitimen Selbstverteidigung des Staates Israel, zum Terror im Heiligen Land, da geht es ja schon los. Ihr wisst ja nicht mal, wie ihr es nennen sollt. Klar, jede Bezeichnung ist ja automatisch eine Positionierung. Ich würde mich spontan eher auf die jüdische Seite schlagen, aus beruflichen Gründen, weil das Kabarett seit Jahrzehnten kaum muslimisches Publikum hat. Nahost-Konflikt? Was ist für ein Begriff? Nahost-Konflikt, es könnte auch ein parteiinterner Streit in der thüringischen AfD sein. Auf der anderen Seite, fragwürdige Kollektivbestrafung antisemitischer Moslem-Nazis ist jetzt auch kein ganz neutrales Etikett. Und dann noch der ganze Ärger mit der Recherche.
Ganz verzichten würde ich auf so ein Scheiß wie Internet. Ganz ehrlich, Sie haben doch keine Ahnung von den Quellen. Häufig hat man doch so eine Kinderleiche längst gepostet, Wochen bevor jemand merkt, dass dieses Foto zweieinhalb Jahrzehnte alt und noch aus dem Kosovo-Krieg übrig war. Glücklicherweise kommt man beim Nahost-Konflikt – Entschuldigung, bei der militärischen Sonderoperation zur Existenzsicherung des gelobten Landes – man kommt auch ganz gut durch mit Allgemeinplätzen. Ja, Israel ist ja die einzige echte Demokratie in der Region. Ja, toll. Bielefeld ist auch die einzige echte Großstadt in Ostwestfalen-Lippe. Und jetzt? Oh du, die Israel hat ja die Hamas selbst erst groß gemacht.
Damals im Kampf gegen die Fatah. Ja, shit happens. Die Union pusht ja auch die AfD, um die Grünen zu bekämpfen. Das ist ein tolles Konzept. Gut, vielleicht müssen wir alle mal wieder ganz in Ruhe in unserem guten, alten Tucholski nachschauen. Oh, nö. Doch, doch, da steht doch mehr drin als nur dieses Was darf die Satire. Zum Beispiel, eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine Kriegsanleihe-Zeichen. Ich musste das auch erst mal googeln. Im Brockhaus. Also, Satire, die zur Unterstützung für irgendeinen Krieg aufruft, ist keine Satire. Wenn das stimmt, dann läuft seit Beginn des Ukraine-Kriegs sehr wenig Kabarett im Fernsehen.
Machen Sie es einfach wie Menschen, die Ihr Geld auf Telegram verdienen. Stellen Sie immer Suggestiv-Fragen. Sie gucken einfach so bedeutungsschwanger in die Kamera, das kriegen Sie doch hin. Sie gucken da so rein und sagen sowas wie, so, so. Entlang der am besten gesicherten Grenze der Welt dauert es über sieben Stunden, um zu reagieren auf einen Angriff mit Paraglidern und Mopeds. Ich weiß, wenn man nur irgendwie rausfinden könnte, dass doch die FDP ihre Finger im Spiel hatte, dann wäre wenigstens die Welt im deutschen Kabarett wieder in Ordnung. Frohes Fest. Wie hat schon Christian Lindner gesagt, lieber gar nicht reagieren als falsch.
War das jetzt schon der Sketch zur fehlenden Anteilnahme der Deutschen nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober? Ich meine, nach Jalil Ibdo habt ihr doch auch reagiert. Ja, gut, gut. Paris, Knitsa. Wer von uns war da noch nicht als Terroriturist? Wie soll man das denn machen? Wie soll man das denn verarbeiten, angemessen, satirisch, diese brutalen Gräuldaten des 7. Oktober? Wie soll man das machen? Gräuldaten, die nur Entsetzen und Mitleid ausgelöst haben. Und das Ganze am Ende auch noch mit Herrn Utto. Sie stellen sich aber auch immer an. Das ist doch nicht so schwer. Ganz einfach. Jeder stellt sich hin. Und dann sagt man, also, wo... Wo? Also wer... Ich hab's, ich hab's.
Was macht eigentlich Volker Wissing? Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Das kann doch nicht... Das ist eben... Sehen Sie, das kann sich schieben für Satire. Das ist viel zu schwierig. Das ist alles... Satire braucht einen klaren Gegner. Einen klaren Gegner? Satire braucht einen klaren Gegner. Einen klaren Gegner. Und die Hamas ist Ihnen als Gegner jetzt eher zu verschwommen. Das ist... Wo wollen Sie denn hin? Bleiben Sie noch sitzen. Wir brauchen Sie nämlich. Ja, ja. Was wollen die von uns wohl? Ich weiß es nicht. Ich glaube, Sie wollen, dass wir Ihnen den Nahost-Konflikt erklären. Ach so. Ach, wir sind hier, weil Ihr unsere Perspektive zum Nahost-Konflikt hören möchte. Wenn das ginge. Okay.
Darf ich fragen, wonach Sie suchen? Nach Ahmed Mansour. Es ist nämlich gesetzlich verboten, im Öffentlich-Rechtlichen über den Nahost-Konflikt zu sprechen, ohne dass er eingeladen ist. Echt? Echt? Ja, echt. Okay, nehmen wir mal an. Wir würden euch helfen, eine Sendung zu machen. Zu Israel und Palästina. Mit uns und mit euch. Und hier mit Anstand und eurem komischen Sexclown. Wie wird das aussehen? Anfangen der Sendung, wir lassen Abdul. Abdul kommt auf so einem Gleitschirm, ins Studio geflogen. Das ist nur eine erste Idee. Auf gar keinen Fall. Erzähl mir mehr. Oder durch einen Tudel. Nein! Nein, vielleicht. Behalten wir im Hinterkopf. Oder wir lassen Shahak mit einer Kippa durch Neukölln.
Nein! Erzähl mir mehr. Das sind alles furchtbare Ideen. Dann mache ich einfach eine Impro. Ich stelle mich hin und sage, ich verneine das Existenzrecht. Der Hamas. Okay. Sie können hier nicht einfach mit Stehgreif arbeiten. Nicht bei dem Thema. Da braucht man Recherche, Recherche, Recherche. Und ganz viel Fingerspitzengefühl. Müssen wir uns denn unbedingt bei diesem Thema die Finger verbrennen? Ich will doch einfach nur das, was jeder Künstler will. Verstehen Sie? Den Finger tief in die Wunde der Gesellschaft legen, bis es richtig wehtut. Und dann am Ende von allen geliebt werden. Okay. Okay. Gut. Dann also dieses Thema. Satire. Auf geht's. Brainstorming. Was mache ich denn?
Herr Utthoff, Sie machen das, was Sie am besten können. Alles klar. Vielen Dank. Warum stellen sich die Almans bei diesem Thema immer so schwierig an, Mann? Ich verstehe das nicht. Es geht doch gar nicht mal um Sie. Ja, eigentlich nicht. Aber für Deutsche geht es immer um sich, wenn es nicht um Sie geht. Also laden Sie uns ein, um so zu tun, als würde es nicht um Sie gehen, damit es um Sie geht. Okay. Ich bin Palästinenser und zurzeit in vielen Talkshows unterwegs. Unter den Videos kommentieren Boomer Almans so Sachen wie gibt die Geiseln zurück, dann gibt es auch keinen Krieg. Und ich denke mir, ich Dummhaschen, da frage ich doch einfach mal meinen Vater, der in Duisburg lebt.
Papa, haben wir noch Geiseln? Woher? Aus Israel? Nein? Schade. Keine mehr? Gar keine? Gar nicht mehr? Schade. Ich bin Israeli, also ich war. Jetzt bin ich Deutscher. Je nachdem, was ich sagen muss, einen Streit zu gewinnen. Ich hätte nie gedacht, dass ich das sage, aber israelische Politik hat mich zu einem stolzen Deutschen gebracht. Und technisch gesehen bin ich sogar noch halb Araber. Meine Großmutter kommt aus dem Irak. Mein Großvater wurde in Palästina geboren. Ich bin 50% Araber, 50% Israeli und sehe zu 100% aus wie die Hitlerjugend. Wisst ihr, wie verwirrend mein Leben ist? Ich bin ein Israeli mit arabischen Wurzeln und einem deutschen Pass. Das ist für jeden was zum Hassen dabei.
Ich bin 50% Duisburger, 50% Asylant und 100% traumatisiert. Ich bin im Flüchtlingsheim aufgewachsen in Duisburg-Marxloch. Ich habe wirklich viel Scheiße erlebt. Aber all diese traumatischen Erfahrungen sind nichts gegen das Schlimmste, was mir in diesem Zusammenhang hier passiert ist. Deutsche mit einer Meinung zum Nahostkonflikt. Ich würde jederzeit einen Monat Flüchtlingsunterkunft über dieses Thema tauschen. Als hätte man in Deutschland 70 Jahre lang sehnsüchtig darauf gewartet, dass es endlich mal die anderen sind, die antisemitisch sind, die Ausländer, die Palästinenser. Und ich weiß, wie schmerzhaft es war, dass Deutschland die WM 1945 verloren hat.
Ich kann verstehen, dass die Deutschen den Juden den Holocaust nie verziehen haben, aber es ist easy, wenn man sagen kann, importierter Antisemitismus, das ist das Problem. Dann wiegt die eigene Schuld nicht mehr so schwer. Deutsche Schuld hat mir eine Karriere als Stand-Up-Comedian beschert. Seien wir ehrlich, Deutsche lieben es, sich schuldig zu fühlen. Schuld ist eure Komfortzone. In Sachsen-Anhalt muss man sich zum Beispiel jetzt bei der Einbürgerung zum Existenzrecht Israels bekennen. Das ist für Israelis eine riesige Sache. Die Anerkennung durch die Ausländerbehörde Sachsen-Anhalt ist für uns das Wichtigste überhaupt.
Die Menschen feiern auf den Straßen Tel Avivs mit dem Wappen und verteilen Harzer Käse. Wir hatten bisher keine Ahnung, dass es uns gibt, aber wenn Ronny aus Halle an uns glaubt, dann ist die Sache doch geregelt. Zum Glück wird das Bekenntnis zu Israel nur von Nichtdeutschen verlangt. Sonst würde das halbe Bundesland den Pass verlieren. Nichts ist uns wichtiger als die Meinung der Deutschen. Meine Familie in Gaza bleibt beim nächsten Luftangriff plötzlich stehen und sagt, Moment mal, was denkt eigentlich Jonas aus Dortmund, Lütgen, Dortmund? Klar, seine Hobbys sind zwar ausschließlich BVB und Wichsen, aber ich würde gerne wissen, was er zum Neu-Aus-Konflikt sagt.
Jonas scheint mir qualifiziert genug. Er trifft sich jedes zweite Wochenende mit seinen Freunden und prügelt sich mit irgendwelchen Leuten, weil sie ein blau-weißes Trikot anhaben. Das macht halt einen kleinen Unterschied, ob man aus Dortmund, Lütgen, Dortmund oder Gaza, Lütgen, Gaza kommt. Wobei man in beiden Fällen alles blöd findet, was blau-weiß ist. So zumindest ist ja die Erzählung in den Medien. Palästinenser wollen gar keine Freiheit für ihr Volk. Die wollen einfach nur Israel auslöschen. Und wisst ihr was? Im Falle der Hamas stimmt das sogar. Die hassen Israel. Nicht nur die. Es fühlt sich gerade so an, als würde uns die ganze Welt hassen. Trotz all den Bildern und Videos vom 7.
Oktober von ermordeten Kindern und Frauen und Männern. Ich wollte erstmal auch nicht glauben, dass es wahr ist. Ich habe es so gehofft, dass es gelogen war, dass ich auf die Seite von Guilofarin gegangen bin, um zu schauen, ob er das geteilt hat. Alle sind gegen uns. Selbst Mia Khalifa supportet die Hamas. Wer ist Mia Khalifa? Wirklich? Ich weiß, dass du weißt, wer Mia Khalifa ist. Ist das eine Tiktokerin? Ich weiß, dass du und das Publikum genau wissen, wer Mia Khalifa ist. Mia Khalifa tun wir so, als würden wir es nicht wissen. Mia Khalifa ist ein ehemaliger Pornstar. Also habe ich gelesen. In der Bibel. Mia Khalifa war lange Zeit die meistgesehenste Pornodarstellerin auf Pornhub. Was?
Pornhub? Bro, wenn du noch einmal lügst, zeige ich deinen Browserverlauf auf diesem Bildschirm da. Auf jeden Fall Mia Khalifa wurde bekannt, weil sie ein Porn in einem Hijab gedreht hat. Das klingt progressiv, muss ich sagen. Voll! Sie ist wie Ali Schwarz, aber nicht so braun. Der Islamstadt fand den Hijab Porn aber nicht so empowering und hat ihr mit eine Enthauptung gedroht, weil sowohl die Produktion als auch der Konsum von Pornografie im Islamstadt streng verboten sind. Da stellt sich natürlich die Frage, woher wussten sie davon? Es gibt nur zwei Wege, wie sie davon hätten wissen können und ich glaube nicht, dass sie die Bibel lesen. Also müssen sie eigentlich gegen Terroristen sein.
Eigentlich, nur hat sie am 7. Oktober auf Twitter gefragt, ob die Freiheitskämpfer der Hamas die Videos ihrer Attentate auf Israelis bitte in 4K hochladen könnten. Das ist echt unglaublich. Ich werde nie wieder zu ihr masturbieren. Ich dachte, du wusstest nicht, wer sie ist. Apropos Menschen, zu denen ich nie wieder masturbieren werde. Friedrich Merz Friedrich Merz sagt jeder Mensch, der Deutscher bleiben möchte, muss sich zu Israel bekennen. Und ja, das wird natürlich ein schwieriges Manöver, die 10% geschlossen rechtsextrem Allemans aus Deutschland abzuschieben. Aber die werden bestimmt mit der Lufthansa abgeschoben. Ich habe ja Angst, dass ich mit Ryanair abgeschoben werde.
Wenn es für Palästinenser schon keine Freiheit gibt, dann doch wenigstens Beinfreiheit. Würde ich voll feiern. Ich auch. Aber weißt du, was Leute stattdessen feiern? Anschläge. Ich kenne keinen Konflikt in meiner Lebenszeit, bei dem so viele Menschen den Tod von anderen Menschen zelebriert haben. Arabische Frauen mit Kopptüchern schreiben mir, wie schade sie es finden, dass Hitler den Job nicht zu Ende gebracht hat. Als wären sie nicht selbst Teil des Jobs gewesen. Sweetheart, wir hätten zusammen nach Auschwitz-Karpf holen können. Wir sitzen alle in derselben Gaskammer. 1200 Israelis wurden abgeschlachtet. Und in Neukölln haben sie Backlava verteilt.
Das ist etwas, was ich nie vergessen werde. Wisst ihr, wie schwer es für mich war, zu diesem Backlavas Nein zu sagen? Ich liebe Backlavas. Ich will, dass wenn ich sterbe, Backlavas da sind. Aber nicht auf die Art. Nicht so, hey, er hat keinen Kopf mehr. Nimm Backlava. Nein. Ich will, dass Leute sagen, er ist tot. Schade. Aber es gibt Backlavas. Applaus Also, unser Brainstorming hat eindeutig ergeben, wie wir das machen, dass wir diese Sendung auf ein sicheres Fundament stellen. Und zwar stellen wir uns hin und sagen, die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsräson. Das ist von Angela Merkel sie Staatskabarettist.
Ja, aber wir müssen es eben aushalten, dass auch Angela Merkel mal was Richtiges gesagt haben kann. Hat sie das? Was genau bedeutet denn Staatsräson? Ja, das ist ganz einfach. Staatsräson, das ist ja schon ein Wort drin. Staat, Staat, dann Raison. Das wissen viele nicht. Französisch für Vernunft. Oder Grund, also Staats, Grund, Vernunft, also Grund, Vernunft, Staat. Sie haben Kommunikationswissenschaft studiert, oder? Ja, warum? Das frage ich mich auch.
Auf jeden Fall hat Angela Merkel 2008 in der Knesset doch ganz klar erklärt, was ist Staatsräson, hat sie gesagt, das ist, dass Deutschland eine besondere Verantwortung gegenüber der Sicherheit Israels hat und dass alle Kanzler das vor ihr auch so gehandhabt haben. Haben Sie das? Schauen Sie ja vom Wagner. Weihnachtszeit ist ja auch die Zeit, in der man ein bisschen in Erinnerungen schwellt. Ja. Wissen Sie, was Konrad Adenauer unter historischer Verantwortung verstanden hat? Das weiß doch jeder. Also hier damals hat Deutschland unter Adenauer Israel eine Wiedergutmachung gezahlt in der Höhe von 3,45 Milliarden Mark. Ja, sehen Sie, das war doch damals dieses Luxemburger Abkommen.
Genau, da hat doch Deutschland, wir sind hier unserer besonderen historischen Verantwortung gerecht geworden. Nur 11% der Deutschen fanden die Zahlungen gut. Ja gut, vielleicht deswegen heißt das ja auch Staatsräson und nicht Volksräson. 575 Mark für jeden ermordeten Juden, verteilt auf 12 Jahre, zahlbar in Rohstoffen, Maschinen, Schiffen, günstiger war Völkermord nie zu haben. Sehen Sie, so eine Zahlung kann ja nie mehr sein als eine Geste. Eine Geste, die in Israel heftige Proteste ausgelöst hat. Viele Israelis haben gesagt, so was wie die Shoah kann ja nicht mit Geld gesühnt werden. Was ja stimmt und gleichzeitig ist doch diese Zahlung, ist das nicht ein Eingeständnis von Schuld?
Na ja, von wem? Was hat Adenauer gesagt? Das deutsche Volk hat in seiner überwiegenden Mehrheit die an den Juden begangenen Verbrechen verabscheut und hat sich an ihnen nicht beteiligt. Gut, das ist ja eher so ein ganz kleines Schuldeingeständnischen. Aber trotzdem hat ja Deutschland gezahlt. Ja, aber Adenauer hat eben auch gezahlt, um das Ansehen Deutschlands unter den Völkern der Welt wiederzuerlangen. So gut es ging, eine Versöhnung herbeizuführen zwischen dem jüdischen Volk und dem deutschen Volk. Also Adenauers Staatsreson war dann also Freundschaft mit Israel zu schließen, indem man Israel Geld gibt und das unter anderem auch mit antisemitischen Klischees zu begründen.
Deutschland hat dann kostenlos Waffen an Israel geliefert. Schiffe, Panzer, Hubschrauber und deswegen haben die Israelis auch den Sechs-Tage-Krieg gewonnen. Da ist doch die besondere Verantwortung Deutschlands gegenüber der Sicherheit Israel. Allerdings hat Deutschland diese Lieferungen verheimlicht. Wir hatten eine heimliche Staatsreson. Eingefädelt wurden die Deals vom damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß. Die Zahlungen sollte man nicht öffentlich machen, weil man Angst hatte, dass im Gegenzug die arabischen Staaten dann die DDR anerkennen. 1969 ist es dann aufgeflogen. Entschuldigung.
Nein, man hat die Lieferungen sofort eingestellt und als Ersatz den ersten deutschen Botschafter nach Israel geschickt. Was? Wir hatten bis dahin keinen Botschafter in Israel? Wozu auch? Deutschland hat ja wegen der Araber Israel bis dahin nicht anerkannt. Was ist denn das für eine Staatsreson? Eine besondere. Das sieht man schon bei der besonderen Sorgfalt bei der Auswahl des ersten deutschen Botschafters. Wer war das denn? Herr Pauls, ein hochdekorierter Wehrmachtsoffizier. Aber er hat gesagt, man muss Israel unterstützen. Sehen Sie Israel unterstützen? Wissen Sie warum? Weil sonst die Juden von Jerusalem über London und New York alle Hunde von der Kette lassen, wie er intern bemerkte.
Also unsere Staatsreson, wie es in den späten 60er-Jahren war, also heimlich Israel-freundlich zu sein, auch aus Antisemitismus heraus. Sagen Sie, haben Sie vielleicht nur Fotos aus den 70er-Jahren? Die waren immer so schön bunt. Herr von Wagner, für Sie habe ich alles. Gucken Sie mal, das gibt es ja nicht. Ich habe gar nicht gewusst, dass Friedrich Merz mal Haare hatte. Was? Wieso? Da ist doch ein Foto von... Was? Das bin ich. Sind Sie das? Schauen Sie da hin. Willi Brandt, der Lebensnobelbleisträger, nicht? Ja, ein deutscher Bundeskanzler. Ein kniefaller Mahnmal im Warschauer Ghetto. Er übernimmt Verantwortung für die Millionen ermordeten Juden von Nazi-Deutschland. Was für ein Bild.
Ja, sind halt keine dabei. Keine? Keine was? Jüdinnen und Juden. Also Brandt gedenkt hier der jüdinnen und jüdinnen des Warschauer Gettos. Lebende Juden. Der Zertralrat der Juden und Brandt beim Polenbesuch begleiten. Ja gut, das war eine spontane Geste. Also bei dem Bild waren Sie vielleicht nicht dabei, aber die Delegation... Nein, nein, nein. Die waren gar nicht dabei. Man wollte sie nicht dabei haben, und zwar aus Rücksicht gegenüber der antisemitischen polnischen Regierung. Wie haben wir denn das mit unserer besonderen Verantwortung gegenüber Israel zusammengebracht? So.
Das Kanzleramt hat geschrieben, wir haben nie vorgehabt, an der Delegation einen repräsentativen Querschnitt der bundesdeutschen Bevölkerung zu vereinen. Ja gut, das macht Sinn, weil sonst hätten Sie in Polen damals auch die Altnazis mitnehmen müssen. Ich würde nicht. Die waren auch dabei. Ernst Achenbach, FDP-Altnazi, damals verantwortlich für die Deportation der Juden in Paris. Willi Brandt war doch ein Kanzleramt. Für den war die Sicherheit Israels deutsche Staatssaison. Ja, trotzdem hat man offiziell keine Waffen mehr an Israel geliefert. Das passt ja auch zu Willi Brandt, der war ja immerhin für den Friedensnobelpreis. Richtig.
Deswegen hat die damalige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir ihn auch um Vermittlung gebeten bei einem Konflikt mit den arabischen Staaten. Das ist ja immerhin eine gute Wahl wegen des Friedensnobelpreises. Brandt wollte aber nicht. Und als die Araber dann die Israelis angegriffen, hat sich Deutschland für neutral erklärt. Wegen des Friedensnobelpreises? Nein. Weil die deutsche Energiesituation in der Haltung ausschließe. Eine israelische Zeitung hat dann gefragt, ob Brandt demnächst einen Kniefall vor einem Bohrturm machen würde. Oh Gott, ne, das hat er nicht tatsächlich gemacht. Oh Gott sei Dank.
Helmut Schmidt, der große Staatsmann, ne, der Lotse, der wird da sicher die deutsche israelische Beziehung wieder auf den richtigen Kurs gesetzt haben. Naja, er hat gesagt, er wollte nicht als Wandel der Aktion Sühnezeichen durch Israel laufen. Er wollte stattdessen lieber den Saudis oder den Panzer verkaufen. Ich will gar nicht wissen, was die israelische Regierung dazu gesagt hat. Ich sag's Ihnen trotzdem. Ministerpräsident Begin hat damals Helmut Schmidt gefragt, was er denn als Wehrmachtsoldat an der Ostfront mit Juden gemacht hat. Und da hat Schmidt aus historischer Verantwortung heraus geschmolten wegen der unverschämten Frage eines Holocaust-Überlebenden.
Er hat dann konsequent während seiner Amtszeit auch Israel nicht besucht. Ok, ok, ich hab verstanden, was Sie sagen wollen. Merkel hat dieses Staatsresort nur behauptet und es hätte sie in der Vergangenheit gar nicht so gegeben, wie sie das behauptet hat. Schauen Sie, wie sieht das überhaupt aus? Besondere Verantwortung. Würden Sie deutsche Soldaten nach Gaza schicken? Auf gar keinen Fall. Ja, aber wir können uns doch nicht ins deutsche Fernsehen stellen und sagen, Deutschlands Verantwortung gegenüber Israel ist nichts Besonderes. Auf gar keinen Fall. Ho, ho, ho! Fröhliche Weihnachten! Zeit für Geschenke, Zeit der Freude! Heute bekommt jedes Kind, was er sich schon immer gewünscht hat.
Der allerächte Weihnachtsmann, Digga! Ja, der echte! Geh mal hin, du Opfer! Ah, Palästinas! Was wünschst du dir denn zu Weihnachten? Also Santa, wir wollen unseren eigenen Staat! Wart ihr denn auch artig dieses Jahr? Na ja. Also, wir wollen unseren eigenen Staat. Wart ihr denn auch artig dieses Jahr? Na ja. Wir sind seit 1948 artig. Frag ihn mal, wie artig sie am 7. Oktober 2023 waren. Ob du die Schnauze hältst, wenn ich mit Santa rede? Sagte, sagte, Kinder, es ist Weihnachten, da bekommt jedes Kind, was er sich wünscht. Was wünscht sich Israel zu Weihnachten? Ach, Santa! Mach mal Platz, du Palästinas. Santa, wir wollen nicht viel.
Alles, was wir wollen, ist ein Friedenleben und eine Sicherheit und die Golanhöhen und ein Teil von Jerusalem und den restlichen Teil von Jerusalem. Wir wollen ganz Jerusalem. Und vielleicht ist die Halbinsel zurück. Wir können wirklich was draus machen. Warum seid ihr immer so gierig? Ob du die Schnauze hältst, wenn ich mit Santa rede? Das ist das, was wir wollen. Ja, wenn das so ist, wollen wir unser eigenes Raketenabwehrsystem, Santa. Wer will das heutzutage nicht? Also eins wie die Israelis? Nein, noch größer als das von den Israelis. Wollt ihr nicht erst mal funktionierende Raketen? Das ist ein valider Punkt. Wenn das so ist, Santa, wir wollen Nuklearwaffen. Ich glaube, es hackt.
Ihr habt doch auch welche. Wir haben offizierend gar nichts. Ihr habt welche und alle wissen es. Hör auf zu lügen. Israels Sicherheit ist meinetwegen auch dem Weihnachtsmann seine Staatsräson. Free Palestine am Isra... Habibi Shalom, wenn Sie mich fragen. Alaaf. Kein Bock mehr. Geben wir alles auf den Sack. Das nächste Mal ruft Ihr gefälliges Christkind an. Rudolf, Du fährst heute. Ich muss saufen. Was habt Ihr jetzt wieder angestellt? Die sind halt einfach leidenschaftlich. Ja, was können wir dafür, dass Santa so eine kleine Bitch ist? Herr von Wagner, wollt Ihr einmal friedvolle Weihnachten, nicht wahr? Und Ihr kriegt das nicht gebacken, weil Ihr mit einem Konflikt nicht klarkommt.
Das mach ich sofort besser. Euren Konflikt den löse ich in drei Minuten. So, Herr von Wagner, wir lösen jetzt den Nahostkonflikt. Okay, Herr Rudolf, haben Sie denn dazu ein Buch gelesen? Ach, lesen, das hält doch nur auf. Rudolf, mitkommen. Gehen, lesen. Hier spricht die Moral, was kann ich für Sie tun? Bitte? Sie wollen, dass ich es für einen moralisch richtigen Befreiungskampf halte, wenn Sie 1000 unschuldige Menschen ermorden? Also, da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. Unglaublich, da hat er alles, die Moral auf seiner Seite haben will. Moral, hallo? Ich soll bestätigen, dass es moralisch richtig sein kann, Zivilisten zu bombardieren, um Terroristen auszuschalten? Was?
Sie meinen zwei Zivilisten pro Terrorist sind eine einmalig niedrige Quote? Entschuldigung, aber das kann ich jetzt hier auf die Schnelle nicht entscheiden. Wahnsinn, was hier gerade los ist. Sie glauben gar nicht, wegen was die Leute mich hier anrufen. Moral, hallo? Herr Scholz, ja. Bitte? Ja, ich weiß, Sie gelten als Klempner der Macht. Ich glaube trotzdem nicht, dass es okay ist, ab jetzt für jeden Job die Anfahrt zu berechnen. Moral, hallo? Herr Kubicki, ich grüße Sie. Was haben Sie für ein moralisches Dilemma? Ach gar keins. Alles klar. Sie wollten nur mal ein bisschen Quatsch. Eine Kreuzfahrt kann schon mal langweilig werden. Gerade noch wollte keiner was von mir wissen.
Was musste ich mich in den letzten Jahren beleidigen lassen? Als hypermoral, moralistisch und moralinsauer wurde er zum regelrechten Kampfbegriff, eine Überraschung von Seiten der Konservativen. Oh, Entschuldigung, das ist mein neuer Premium-Kunde, da muss ich unbedingt ran. Hi, Wanger, was kann ich diesmal für Sie tun? Ja, ich finde es moralisch völlig in Ordnung, dass Sie Ihrem Bruder nichts zu Nikolaus geschenkt haben. Schließlich haben Sie mir schon genug in die Schuhe geschoben. Moral, hallo? Wie kann ich Ihr Gewissen erleichtern? Die katholische Kirche? Nee, da sind Sie bei mir in der falschen Adresse. Ich verbinde Sie mal direkt mit der Staatsanwaltschaft. Und Tschüss. Klar.
Genau das wollt ihr von mir. Absolution. Mitleid. Bestätigung. Ich bin nicht Euer Priester. Ich bin nicht Eure Therapeutin und ich bin auch nicht Eure Mutti. Moral, hallo? Herr Gottschalk, ja, wo drückt's? Nein, ich bleibe dabei. Frauen ungefragt ans Knie zu fassen ist auch nicht okay, wenn keine Kameras mehr mitlaufen. Was meinen Sie damit? Man sieht mir die Moral gar nicht an. Danke. Moral, hallo? Herr Precht, ja. Nein, Sie müssen mir nicht erklären, was die Moral ist. Nein, ich halte Sie nicht für den größten Philosophen. Nein, ich teile Ihre These nicht, dass sich die menschliche Moral aus der Hauskatze entwickelt hat.
Herr Precht, es heißt kategorischer Imperativ und nicht kategorischer Imperativ. Einfach mal durchlesen, bevor man was raushaut. Ja, Herr Precht, man kann Bücher auch lesen, nicht nur schreiben. So, Schluss, jetzt ist aber mal Ruhe hier. Mann. Ich weiß. Klar. Alle wollen die Moral auf ihrer Seite haben. Aber seien wir doch mal ehrlich. Niemand will wirklich hören, was ich zu sagen habe. Die großen moralischen Fragen erfordern für ihre Beantwortung nämlich Anstrengungen in Form von Mitgefühl und Empathie. Sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen, das kann schon mal ordentlich zwicken. Und so wird der Ruf nach schnellen und schmerzfreien Antworten immer lauter.
Und am liebsten sind euch doch immer noch die Antworten, die euch eigentlich selbst schon gegeben habt. So, ich mache für heute Feierabend. Gut, einer geht noch. Moral, hallo? Meine Güte, Herr Trump, wie oft soll ich es noch sagen? Ich bin für Moral zuständig und nicht für Oral. Ich bin zu alt für den Scheiß. So. Herr Uthoff, Sie haben sich ja dankenswerterweise entschieden, den Asterix einzutauschen gegen echte Literatur, die sich eher der palästinensischen Perspektive auf diesen Konflikt widmet. Und Sie haben, Herr von Wagner, sich freundlicherweise in die Sichtweise Israels eingelesen. Ja, ohne mir diese Sichtweise zu eigen zu machen. Das lag auch mir fern.
Nur so können wir den Menschen da draußen beweisen, dass es möglich ist, einen friedvollen Diskurs zu führen über dieses doch sehr polarisierende Thema. Ich beginne vielleicht mit einer allgemeinen Beobachtung. Bei Konflikten gilt ja die Sympathie häufig mal dem Underdog. Und dieser Underdog, so steht es hier, sind bei unserem Thema die Palästinenser. Sozusagen der David gegen den Goliath Israel. Haben Sie da gerade die Palästinenser bezeichnet als Davids? Oh. Ja, das macht ja nichts. In meiner Literatur sieht sich quasi die israelische Seite eher als der David gegen den Goliath, der vielen muslimischen Staaten, die Israel nicht anerkennen. Zwei Konträre Sichtweisen.
Ja, ich würde sagen, da stimmen wir doch schon mal überein. Schön. Was ich interessant fand, ist ja das, was hier steht. Was steht denn da? Da steht, dass das Volk der Palästinenser eines von Befreiungsorganisationen, wie der PNO, gezielt konstruiert worden ist, um ein kleines unterdrücktes Volk zu schaffen. Und dann würde es nach dieser Lesart die Palästinenser gar nicht geben. Zugegeben, ein innovativer Ansatz für die Lösung des Nahostkomplexes. Ja. Dann würde ich doch sagen, dass... Hier, allerdings, dass in Palästina immer schon Araber gelebt haben. Das ist interessant, weil hier steht, dass in dieser Region, in diesem Gebiet quasi bis zum ersten Weltkrieg, da war das Osmanische Reich.
Und da gab es quasi keine Provinz Palästina, sondern da war das immer schon Zitat nichts anderes als Süd Syrien. Von wem, wenn ich fragen darf, stammt das Zitat? Vom Verfasser. Also der palästinensischen Nationalkarta. Das war wohl einer der wichtigsten Männer damals in der Arabischen Liga. Wichtigster Mann in der Arabischen Liga heute ist ja Cristiano Ronaldo. Wo steht jetzt das? Das hier. Sagen Sie, in Ihren Büchern gibt es also weder Palästinenser noch Palästiner. Sagen wir so. Sie als Linker, sind Sie nicht seit jeher für die Überwindung von Nationalstaaten? Doch, doch. Nun ist es zur Überwindung eines Nationalstaates extrem hilfreich, wenn man erst mal einen Nationalstaat hat.
So wie Israel. Das macht Sinn, ja. Da haben Sie vollkommen richtig. Ich fand ja auch nochmal sehr spannend, das hier zu lesen. Was denn? Hier steht, dass Israel ja die einzige Demokratie im ganzen arabischen Raum ist. Das habe ich auch mehrfach gelesen. Hier wird dazu die Frage gestellt, kann ein Land, das völkerrechtswidrig Gebiete besetzt überhaupt, demokratisch sein? Sie spielen hier auf das Westjordanland an? Richtig. Das Israel steht hier, besetzt hält, weil es dieses Gebiet im Sechs-Tage-Krieg von Jordanien erobert hat. Wenn man dieses Gebiet vorher völkerrechtswidrig annektiert hatte, steht hier.
Steht da auch, dass Netanyahu angekündigt hat, das Westjordanland rechtswidrig zu annektieren? So wie Israel zuvor ja schon Ost-Jerusalem und die Golan-Höhen völkerrechtswidrig annektiert hat. Ich frage mich, ob das eine Demokratie wirklich gut zu Gesicht steht. Nun, hier steht, dass man in Israel demokratisch dagegen protestieren kann, wovon in letzter Zeit ja auch oft Gebrauch gemacht worden ist. Und dass in den besessenen Gebieten den Palästinensern demokratische Teilhabe verweigert wird. Hier steht auch, dass in Palästinensern die demokratische Teilhabe von Palästinensern verweigert wird.
Gab es doch weder Wahlen im Gaza-Streifen unter der Hamas noch im Westjordanland unter der Palästinensischen Autonomiebehörde. Und das seit hier im Moment 17 Jahren. Ich würde sagen, dann halten wir als schönes Zwischenergebnis fest, dass sich die israelische Regierung in einem Einig sind. Nämlich, den Palästinensern keine Stimme zu geben. Schön. Nun steht hier noch was Unschönes. Was denn? Hier steht, Israel sei ein Apartheitsstaat. Ach das, ja. Dazu ist ganz interessant zu erfahren, Apartheit auf dem Zusammenhang mit Südafrika nicht definiert. Aber in Südafrika hat eine weiße Minderheit eine schwarze Mehrheit systematisch unterdrückt.
In Israel aber steht hier, genießt die arabische Minderheit nach dem Gesetz die gleichen Bürgerrechte wie die jüdische Mehrheit. In den besessenen Gebieten steht hier, genießen die Palästinenser folgende Bürgerrechte. Beschlagnahmungen von Land und Eigentum, Zwangsumsiedlungen, drastische Einschränkungen der Bewegung und rechtswidrige Tötungen. Ja, aber hier steht, dass man so etwas nicht Apartheit, sondern eher Besatzungsregime nennen sollte. Ah, bei dem eine dominante Gruppe absichtlich eine marginalisierte Gruppe systematisch unterdrückt? Also wenn Sie so wollen? Interessant, denn das ist genau die Definition von Apartheit durch den Internationalen Strafgerichtshof. Steht hier.
Ach, aber steht da auch, dass man diesen Begriff der Apartheit auf die besetzten Gebiete anwenden sollte? Nein, Amnesty International wendet ihn auf ganz Israel an. Vielleicht könnten wir es so machen und eine strikte Trennung einführen. Also zwischen der Kritik an den untragbaren Zuständen in den besetzten Gebieten und der untragbaren Kritik an Israel als jüdischen Staat insgesamt. Sie meinen eine Apartheit in der Apartheitsfrage? Ja. Schön. Jetzt steht hier noch eine kleine Sache. Was für eine kleine Sache steht denn da? Israel sei ein Kolonialstaat, bei dem weiße jüdische Siedler ein indigenes arabisches Volk verdrängt hätten.
Ich nehme an, Sie sprechen hier von der sogenannten Nakba, also der Vertreibung von über 700.000 Palästinensern bei der Gründung des Staates Israel im Jahre 47, 48. Das war eine ethnische Säuberung, steht hier. Wovon Sie jetzt nicht sprechen, sind hier über 900.000 Juden, die aus arabischen Ländern nüchtern sind damals, nach der Gründung des Staates Israel im Jahre 47, 48. Steht hier. Sehen Sie, 50% der Bevölkerung Israels sind deshalb nicht weiß. Sie stammen aus Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, Irak, Jemen. Waren jetzt nochmal die Indigenen? Gute Frage, die Juden selbst waren ja quasi Indigen, denn sie standen ja aus dieser Region, das steht hier. Wo steht das?
In der Bibel. Halten Sie es für eine gute Idee, ein realpolitisches Problem, lösen zu wollen mit einem alten Märchen über einen fiktiven Gott? Hier steht den Gips. Hier steht allerdings, dass ab den 20er Jahren massenhaft Juden nach Palästina eingewandert sind. Ja, das habe ich auch gelesen, dass zum selben Zeitpunkt auch massenhaft Araber eingewandert sind. Herr von Wagner, wenn da dauernd massenhaft Menschen angesiedelt kamen, wessen Kolonie war es denn dann? Noch eine gute Frage. Eine Kolonie ist doch so eine Art Zweigstelle des Heimatstaates. Ja, durchaus. Das war damals gar kein Heimatstaat. Aber Sie haben Palästina zu Ihrer Kolonie gemacht. Obwohl Sie ursprünglich daher stammten.
Dann haben Sie Ihre alte Heimat kolonisiert. Aber Palästina war doch schon eine Kolonie. Ach, von wem? Von Großbritannien. Wollen wir uns darauf einigen, dass die Briten schuld sind? Sehr gerne. Ach, was? Was? Wobei haben wir da nicht vielleicht eine Nation übersehen, die ja an der Vernichtung und Vertreibung der Juden einen nicht ganz unwesentlichen Anteil hatten? Hier steht Deutschland. Ja, auch. Sind Sie, wenn die Juden überall verfolgt worden sind, dann brauchten Sie damals eben einen Heimatstaat in Palästina. So wie die Palästinenser aber doch heute auch einen Staat brauchen.
Interessanterweise hat hier damals die UN ja auch 47 beschlossen, neben dem Jüdischen einen arabischen Staat zu gründen. Ja, aber hier steht, der Vorschlag war ungerecht wegen der Gebietsverteilung. Und die arabische Seite hat den abgelehnt. Aber hier steht, die arabische Seite hat einen Krieg angefangen. Ja, ist das der Grund, warum Sie bis heute keinen Staat haben? Also, der Grund ist, glaube ich, der Stapel da drüben. Ich finde, so wichtig ist die Frage für mich auch. Nein, nein, nein. Aber ich finde, wir haben auf jeden Fall gezeigt, dass man auch über dieses polarisierende Thema einen friedvollen Dialog führen kann. Schön. Schön. Schön. Schön. Vielen Dank.
Vor allem, vor allem, wenn man bedenkt, dass Israel in einem brutalen Krieg schon 17.000 Palästinenser getötet hat. Ein Krieg, den ja wohl die Hamas begonnen hat, eine Organisation, die bereits in ihrer Gründungskarte die Vernichtung Israels aufschreibt. Apropos Vernichtung. Der israelische Minister für Obererbe hielt Atombomben auf Gaza für eine Option. Das können jetzt alle Israelis für einen radikalen Irrläufer. Sie haben einen zum Ministerpräsidenten gewählt. Okay, und die Hamas besteht nur aus radikalen Irrläufern. Netanyahu hat die Hamas aber doch selbst benutzt, um die Palästinenser zu spalten. Ja, aber die Hamas, die hat ja schon noch einen Einfluss auf ihren eigenen Massaker.
Israel könnte diesen Krieg sofort beenden mit einer Waffenruhe. Ja, ja, wer ruft denn mal die Hamas zur Waffenruhe aus? Die haben immer noch 138 Geisel. Israel wird immer noch beschossen, die Hamas muss weg. Aber doch nicht so. Ja, aber wie denn dann mit Satire? Sie können eine Idee doch nicht wegbomben. Das hat bei den Nazis aber schon gut funktioniert. Wirklich, ja? Dann fragen Sie doch mal Herrn Höckewasser davon. Almans. Dass die Weihnachten immer so ruinieren müssen. Weißt du, was jetzt richtig gut wäre? Wackervas? Wackervas. Das war die Anstalt. Heute mit Abdul Sahin, Shah Shafira, Michael Kühl und Martin Senfein. Wackervas.
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