10 Jahre „Die Anstalt“
Zusammenfassung KI, aus dem Transkript
Die Anstalt analysiert in der Sendung die zunehmende Polarisierung der deutschen Gesellschaft und die mangelnde politische Handlungsfähigkeit der etablierten Parteien. Die Sendung kritisiert insbesondere die unreflektierte Nutzung von 'Triggerpunkten' zur Manipulation der öffentlichen Meinung und die Verflechtung von Politik und wirtschaftlichen Interessen. Darüber hinaus thematisiert sie die weit verbreitete politische Apathie und die fehlende Bereitschaft der Bevölkerung, sich aktiv für Veränderungen einzusetzen. Die Satire wirft zudem Fragen nach der Wirksamkeit von Satire und der Rolle der Medien in der Gestaltung der öffentlichen Debatte auf. Letztlich zeigt die Sendung eine pessimistische Sicht auf die Zukunft der Demokratie und die Fähigkeit der Politik, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen.
Transkript 6.719 Wörter
Musik Applaus Schönen guten Abend, hallo! Ja, und ganz wichtig, bitte jetzt, keine Panik, keine Angst, liebe Bildungsbürger, das hier ist ausdrücklich nicht die heute Show, sondern das große Jubiläum, 10 Jahre Die Anstalt. Ja, heute ist schon Sendung 80 von Die Anstalt und ich finde, so sehen die auch aus, oder? Ja, doch, man merkt es so langsam, ich meine, 10 Jahre gnadenloser Frontalunterricht, der beim Zuschauer jedes Mal dieses alte, bleierne, siebte-Stunde-Gefühl zurückbringt. Glückwunsch, lieber Herr Othoff, lieber Herr von Wagner oder wie man sie in der Kabarett-Szene liebevoll nennt, nicht-Obernpriol und erst recht nicht Georg Schramm. Aus! Aus!
Ach, sie ist blöche Klopfer, wir sind drin, unser Plan hat perfekt funktioniert. Ach, perfekt! Der Pferdner hat zu Ihnen gesagt, grüß Gott, Herr Pelzig. Ja, mein Gott, was so 10 Jahre doch in Gesichtern anrichten. Damals, wir erinnern uns, sind sie angetreten, um eine linke Revolution loszutreten. Späte Nachfrage meinerseits, warum? Wenn 2014 gab es theoretisch eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag, FDP und AfD waren gar nicht im Parlament, dann kommen die zwei, naschen vom Baum der Erkenntnis, und fangen an, das Volk aufzuklären. Ergebnis, heute ist Lindner Finanzminister, ein SPD-Kanzler hat Beliebtheitswerte wie Sonnenbrand in der Kniekehle und die AfD steht kurz vor der Machtübernahme.
Vielen Dank auch, Anstalt. Aber das hat den beiden hier natürlich nicht gereicht, nein, sie wollten auch noch unser Klima retten. Wie viele Sendungen haben die zum Klimawandel gemacht, meine Damen und Herren? Zählige. Ergebnis, 2023 war das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnung. Wenn die beiden so weitermachen, finden die nächsten Winterspiele in der Wüste statt. Warte mal, das ist überhaupt kein Witz. Asiatische Winterspiele, 29 nach Saudi-Arabien vergeben, egal. So, was haben die beiden noch angerichtet? Ah ja, ihren Kulturkampf gegen das Auto.
Ergebnis in dem Fall, wir haben heute die höchste PKW-Dichte seit der Erfindung des Rades und zwischendurch hatten wir den schlimmsten Verkehrsminister aller Zeiten. Wobei der Scheuer den von Wagner zugegebenermaßen schon ziemlich gut parodiert hat. Jetzt stellen wir uns mal ganz dumm. Moment, ich habs. Besser als der echte. Deutschland im Abwertstrudel, Dank Anstalt. Überlegen Sie mal, vor 10 Jahren, 2014, sind wir Weltmeister geworden in Brasilien. Und ich war noch mit Olli Kahn zusammen. Ein anderes Thema. Wir waren König im Fußball. Heute ist der Kaiser tot und wir fliegen ständig in der Vorrunde raus.
So, aber was ich den beiden Anstaltsvögeln wirklich übel nehme, sie schrecken leider vor keinem Kostüm zurück. Robin Hood, was ist mit euch? So schlaff kenn ich den Grünflitzebogen nicht. Wahnsinn. Und für sowas zahle ich Gebühren, meine Damen und Herren. Wahnsinn. Männer in Strumpfhosen reden über Umverteilung. Wer guckt sowas? Ach ja, Lehrer. Geht ja genau 45 Minuten die Sendung. Und was dabei rausgekommen ist, wissen wir alle. Deutsche Schüler sind heute laut Pisa so doof wie überhaupt noch nie. Daher, alles Gute zum Jubiläum und nur eine abschließende Bitte, macht nicht mehr ewig weiter, Freunde, mit eurer sogenannten Aufklärung, denn so langsam wird es doch gefährlich.
Also, ich habe dieser Grußbotschaft durchaus sowas wie eine gewisse Wertschätzung für ihre Arbeit entnommen. Oder wie ging es Ihnen damit? Das Schlimmste, der Welke, der hat ja recht, wir haben nichts erreicht, weniger als nichts. Wir haben weniger erreicht als die AfD, so jetzt habe ich es gesagt. Die hat in den letzten zehn Jahren was erreicht, die hat ihre Leute, hat sie emotionalisiert, die hat sie radikalisiert, organisiert und die hat es geschafft. Sag ich mal, die hat ihren Misthaufen von Narrativ, dass die Migration an allem Schuld ist, quasi ins Zentrum der Gesellschaft gesetzt und die Politiker von den demokratischen Parteien stehen außen rum und kracken mit auf den Haufen. Nicht?
Und wir parodieren immer noch Robert Habeck. Herr Uthoff, sagen Sie mal, wie oft hat er sowas? Ja, nicht oft. Nur ein, zwei Mal vor der Sendung, nach der Sendung, manchmal durchaus auch während der Sendung. Wir hätten unsere Zeit sinnvoller einsetzen können, Buttercreme-Torten frittieren können. Oder, oder in die FDP eintreten. Na, also als Ihr Therapeut spüre ich da eine leichte Enttäuschung über mangelnde Selbstwirksamkeit als Satiriker. Als Patient spüre ich da eine hohe Rechnung auf uns zu kommen. Zehn Jahre, 80 Sendungen, hunderte von Perücken. Oh Gott, ja, die waren wirklich furchtbar. Nein, das war eigentlich ganz schön furchtbar, war nur, dass das nichts gebracht hat.
Das war es, was ich sagen wollte. Reißen Sie sich doch mal zusammen, Herr von Wagner. Erinnern Sie sich, wir haben Millionen Bundesbürger aufgeklärt über die Mont Pelerin Society, über die Pflegeversicherungen, über die Rente, über die EU. Mein Gott, Sie haben Frontalunterricht wieder sexy gemacht. Und es fällt mir aus sehr vielen Gründen schwer, das zu sagen. Sie haben den amerikanischen Präsidenten dazu gebracht, tatsächlich im Weißen Haus an einer Tafel neoliberale Politik zu kritisieren. Ja, was wollen Sie denn noch? Das sind Sie, ja, in vier Jahren. Machen Sie sich doch nicht so klein. Sogar die Zeit hat eine Tafelnummer von uns für so relevant gehalten, dass sie gegen uns geklagt hat.
Ja, erfreulich. Das heißt, das letzte Mal relevant waren wir 2014. Die Auswirkungen unserer Aufklärung sind jetzt nicht so offensichtlich. Sie sind mehr so in den Diskursteppich der Geschichte des Landes verwoben. Schauen Sie, wir haben einen syrischen Flüchtlingschor zu uns eingeladen. Zu einer Zeit, da wussten die meisten Bürger noch gar nicht, dass sie Willkommenskultur Scheiße finden. Und schon blieb Frau Merkel nichts anderes übrig, als die Geflüchteten an der Grenze nicht mehr zurückzuweisen. Dafür gab es zu Recht den Grimme-Preis. Den Spezialpreis. Das ist ganz wichtig. Den gab es dafür, dass wir die Grenzen der Satire gesprengt haben, weil wir die Realität in die Sendung geholt haben.
Aber bitte, das ist doch sensationell, oder? Das heißt, auf Deutsch wir haben den Preis bekommen, als wir aufgehört haben, Satire zu machen. Ah. Na dann, ich mache mal einen Vorschlag. Vielleicht waren Sie einfach immer nur dann gut, wenn Sie nicht lustig waren. Ich meine, der häufigste Kommentar unter Ihren Sendungen lautet, ich habe es noch nie gesehen, hier, die Anstalt, wieder viel geweint. Toll, wir sind der Friedhof der guten Laune. Nein, nein, das wollte ich damit... Fangen Sie, wir sind eine Satiresendung. Ja, schon, aber Ihre Satire ist doch ernsthaft. Was? Und informativ auch und präzise. Und langweilig. Und lang und breit in den Inhalten und so spät auch. Also Unsinn.
Hier 2017 unser Aufruf an die Leiharbeiterinnen in diesem Land gegen ihre Tarifverträge zu klagen, weil diese ihnen nur 20 bis 30 Prozent weniger Lohn zugesprochen haben als den regulär Beschäftigten. Ja, das war informativ und lustig. Ach, was empfinden Sie daran als lustig? Na ja, dass die neoliberale EU arbeitnehmerfreundlicher ist als deutsche Tarifverträge. Schauen Sie sich selbst, das Oberste Europäische Gericht, der EGH, hat damals klargestellt, dass deutsche Leiharbeiterinnen nicht benachteiligt werden dürfen gegenüber der Stammbelägschaft. Aufgrund unseres Aufrufs wissen Sie, was das bedeutet hat für über eine Million Leiharbeiterinnen in diesem Land. Ne, weiß ich nicht, was denn?
Ich sag's Ihnen, nix. Nada. Niente. Zero. Ria. Spiriche. Ick genocket. Total tote Hose. Herr von Wagner, atmen Sie das doch bitte mal weg. Das ist doch wahr. Nichts hat es gebracht. Brauchen Sie nicht klatschen, das hat nichts gebracht. Weil ein Richter am deutschen Bundesarbeitsgericht, der gerne mal beim Arbeitgeberband Vorträge hält und auch gerne mal in die Richtung entscheidet, der hat dieses Urteil vom EUG einfach vom Tisch gewischt. Weil er gesagt hat, ja, Leiharbeiter werden weniger bezahlt, an anderer Stelle werden die kompensiert. Aha, und an welcher Stelle? Das fragen sich die Leiharbeiter auch. Na so, aber dann müssen Sie doch darüber was machen.
Was Lustiges oder was Informatives? Ach, was soll man denn machen? Wir können schon wieder so einen Aufruf im ZDF starten und sagen, hey, Leiharbeiter, besonders solche, die nicht nur weniger Geld, sondern auch weniger Urlaub bekommen als die Stammbelägschaft. Ihr habt die Schnauze voll und wollt kündigen oder habt schon bei dem Arbeitsrechtler Wolfgang Deubler für eine Klage. Ziel ist es, dass EuGH soll das Urteil des Bundesarbeitsgerichts einkassieren und dafür sorgen, dass die Gleichbehandlung der Leiharbeiter endlich durchgesetzt wird, so wie es das europäische Recht fordert. Weil dazu müssten wir ja schon wieder was sich irgendeine Mailadresse in die Kamera halten.
Und das können wir doch nicht machen. Das können wir nicht machen, und zwar schon aus einem Grund, weil wir überhaupt keine Ahnung haben, wie diese Mailadresse lautet. Sollen wir das auch wissen? Wirklich, das ist doch Unsinn. Vielleicht können Sie beide mir mal was erklären. Warum verlässt Sie denn der Mut ausgerechnet jetzt? Es wird doch jetzt gerade überlegt, das Bundesverfassungsgericht wetterfest gegen Extremisten zu machen. Etwas, das Sie auch angemahnt hatten. So, erstens. Dann hatten Sie dafür geworben, ein Verbot der AfD zu überprüfen, und diese Petition wurde gerade dem Bundesrat übergeben. Dann gehen zurzeit über eine Million Menschen für die Demokratie auf die Straße.
Okay, wenn man das so ausdrücken will, dann... Okay, okay, ich war ja auch auf der Straße. Aha, zusammen mit dem Kanzler. Was soll denn das jetzt wieder heißen? Der kritische Satiriker demonstriert mit seinem Kanzler, der in großem Stil abschieben will. Ist doch immer so, dass auf einer Demo eine Minderheit dabei ist. Das war doch jetzt nicht die Mehrheit. Wer ist das denn dann, die Mehrheit? Wahrscheinlich die 86 Prozent, die laut einer Umfrage den Abschiebeplänen von Olaf Scholz zustimmen. Also bei den Demos ging es erstmal nicht in erster Linie um Abschiebung, sondern um den Kampf gegen Rechtsextreme. Ich dachte, die Leute demonstrieren, weil die rechten Millionen abschieben wollen.
Ja, schon, aber nicht die, die wir sonst immer abschieben, also die mit dem Deutsch passen... Herr von Wagner, ich finde diese Demonstrationen auch großartig. Und die sind sehr, sehr wichtig, vor allem für Menschen mit Migrationsgeschichte. Ich wäre halt nur froh, wenn die Leute mal zu Hunderttausenden auf die Straße gehen würden, um für ein humanes Asylrecht zu demonstrieren mit sicheren Zugangswegen. Ja, ich auch, aber jetzt sind wir mal froh, dass sie gegen Deputationen sind. Gut, dann würde ich sagen, ich fasse diese Stunde einfach auch mal zusammen. Zehn Jahre hauptberuflich Satire im ZDF. Und der Erfolg ist, dass die Menschen keine Deportationen wollen. Das ist doch was!
Das ist doch ein Ergebnis, da können wir nächstes Mal dran anknüpfen. Termin für nächste Woche haben wir schon schriftlich ausgemacht. Vielen Dank. Herr Uthoff, Rechnung schicke ich wieder Ihnen. Ja, bitte? Herr Scheuer? Haben wir einen Termin miteinander? Nein, nein, das ist ja das Problem. Weil wenn man nicht mehr Minister ist, dann hat man keine Termine mehr. Aha, dann kommen Sie, ich habe gerade einen frei, wenn Sie möchten. Eine Therapie? Jawohl. Nein, nein, danke. Das, was Sie hier machen und das, was andere Leute machen, damit sie ihren Kopf frei kriegen, das brauche ich nicht. Hab ich verstanden. Sind Sie denn zum ersten Mal hier?
Nein, nein, nein, ich bin hier früher ein- und ausgegangen. Machen Sie sich es gerne bequem? Ach so, ja, obwohl ich gerade schon mal hier bin. Dann erzählen Sie mir doch gerne mal, wie es Ihnen so geht. Gut, gut, gut, weil bei guten Menschen geht es immer gut. Sie stehen ja auch zurzeit wieder in den Schlagzeilen. Ich habe gerade heute Morgen noch etwas in der Zeitung gelesen. Was war das? Es ging um diese Mautgeschichte. Wirtschaftsteil, da haben wir es. Das Verkehrsministerium hat ein Gutachten eingeholt. Sie sagt, das Mautdisaster ist die unbestrittene politische Verantwortlichkeit von Bundesminister A.D. Scheuer. Ja? Ja, Sie haben also immer Leihengang, wie viel?
Da 243 Millionen Euro Steuergeld versenkt. Ja? Ja, also ... Belastet Sie das gar nicht? Was jetzt genau? Das ist beeindruckend. Nein, nein, wo bin ich denn mal hin? Ich bin ja freigesprochen worden. Sind Sie nicht ... Scheiße, den Heftung! Der Bund hat lediglich auf eine Klage gegen Sie verzichtet. Ja, aber wo kein Kläger, da kein Freispruch. Sie fragen sich sicherlich, warum will der Bund denn nicht klagen? Das kann ich Ihnen sagen! Um weitere Kosten für den Steuerzahler zu vermeiden, dieser Mann hat dem deutschen Staat so viel Geld gekostet, dass der sich eine Klage gegen ihn nicht mehr leisten kann!
Das ist interessant, Herr Newton, aber ich war eigentlich gerade im Gespräch mit Herrn Scheuer über seine Probleme. Nefton. Was denn? Der heißt Nefton. Sonst hieß es ja, dass ich jahrelang das falsch ausgesprochen habe. Außerdem sind wir nicht hier wegen meiner Probleme, weil ich hab keine, aber er hat durchaus Probleme. Beide Probleme sind rein naturwissenschaftlicher Art. Dann waren das alles Laborproben oder was? Also gut. Sie haben nicht. Es macht keinen Sinn, länger zu leugnen. Ja, ich gestehe, ich trage verschiedene Perücken. Aber Sie greifen auch gerne mal zum Sherry. Ja, und der Schnaps macht ihn immer so grantig. Nicht der Schnaps, Herr Scheuer. Doch, doch.
Sie werden immer so aggressiv, wenn Sie trinken. Ich trinke, wenn ich aggressiv bin. Das ist ein Unterschied. Ich habe das Gefühl, dass Sie was kompensieren. Da gibt es doch bestimmt was in Ihrem Leben, was Sie permanent begleitet, was Sie stund um stund psychologisch belastet, weil Sie auf Schritt und Tritt verfolgt. Keine scharfsinnige Analyse, Herr Scheuer. In der Tat hilft mir der Sherry dabei, gewisse Erscheinungen in der Politik besser zu ertragen. Genau dieses völlige Überzeugtsein von der eigenen Brillanz bei der gleichzeitig völligen Uneinsichtigkeit den eigenen Fehlern gegenüber. Herr Scheuer, das ist gerade eine ganz wichtige Erkenntnis. Lassen Sie ihn ausreden.
Sie trinken wegen der Ampel. Nein, Herr Wicker, dieser Ampelapokalypse, das hält ja kein Mensch mehr aus. Diesen Dilettantismus sind die Bürger nicht mehr gewöhnt. In der Regierung saßen ja nur kompetente Leute. Was? Sie meinen das ernst? Die wären niemals auf die Idee gekommen, Millionen von Steuergeldern rauszuhauen für Fahrradwege in Peru oder Busse, anstatt den deutschen Bauern zu geben. Ich frage mich schon, warum. Weil die Ampel vielleicht ausführt, was der vorherige Entwicklungsminister auf den Weg gebracht hat? Das war der Gerd Müller von der CSU. Und es sind vor allem Kredite, an denen Deutschland verdient.
Das ist Deutschland verdient, weil in Peru weniger Fahrradfahrer zusammengefahren werden und weniger CO2 ausgestoßen wird, was letztendlich allen so gut ... Das ist eine geniale Idee. Die muss ja von der CSU stammen. Und deswegen muss die Ampel weg. Immer, wenn mich ob seines Rückzugs Nostalgie anweht, kommt ein Satz, bei dem ich denke, da kann ein kleiner Verlust ein großer Gewinn sein. Das habe ich nicht verstanden, aber das haben Sie schön gesagt. Ich spüre hier aber nicht nur einen kleinen Verlust. Ihr habt ganz schön viel verloren gegangen. Vertrauen, auf allen Seiten auch. Also, wir probieren mal was, würde ich sagen. Stehen Sie mal bitte auf. Herr Scheuer, stellen Sie sich mal hier.
Und Herr Newton, stellen Sie sich mal dahinter. Herr Scheuer, atmen Sie doch einmal tief durch. Dann schließen Sie die Augen. Ja, ist das dunkel. Das ist ja auch eine Vertrauensübung. Aber da brauche ich keine Brille mehr, gell? Ja, logisch. Und jetzt atmen Sie noch einmal tief ein, tief aus. Und lassen Sie sich einfach fallen. Äh, gut. Also, wenn Sie so wollen. War das jetzt so gut? Nein, das war die falsche Richtung, Herr Scheuer. Scheiß Ampel. Wie kommen Sie denn davon? Seitdem die dran sind, geht doch alles in die falsche Richtung. Außerdem spalten die die Gesellschaft. Diese Gesellschaft ist nicht gespalten. Aber wie wohl die Gesellschaft, die ist total gespalten. Ist sie nicht?
Ist sie wohl? Ist sie nicht? Sehen Sie? Total gespalten. Quod era demonstrando. Dumm. Sie sollen mich therapieren und nicht beleidigen. Nein. Quod era demonstrandum. Herr Scheuer, erklären Sie es mir noch einmal. Sie sehen die Gesellschaft als gespalten. Nichts sieht er. Doch, doch, es ist ja wieder hell. Das ist Geschwätz. Die Soziologie sieht das völlig anders. Das macht mir klar, dass Sie heimlich ein Sozi sind. Sozi hat doch nichts mit. Warum antworte ich darauf eigentlich? Die Soziologen, Mau, Westhäuser und Lux kommen in einer breit angelegten Studie. Triggerpunkte, nicht wahr?
Zu dem Ergebnis, dass die Einstellungen der deutschen Bevölkerung bei bestimmten Themen, großen Themen wie Klima, Migration, Ungleichheit ganz eng beieinander liegen. Diese Gesellschaft ist nicht gespalten. Was es aber gibt, sind radikale Ränder, die versuchen zu provozieren, indem Sie einzelne, weniger wichtige Themen unangemessen betonen, um zu polarisieren. Sogenannte Triggerpunkte. Ja, jetzt habe ich eine ganz spezielle Frage zu diesen Triggerpunkten. Nur zu? Was ist denn das? Herr Scheuer, das kann ich Ihnen ganz leicht demonstrieren. Halten Sie sich doch mal die Augen zu. Nein, nicht schon wieder. Sie sitzen, Sie können nicht mehr fallen. Hände vor die Augen.
Jetzt drehen Sie sich mal nach rechts ein. Das andere rechts, Sie wissen doch, wo rechts ist. Und jetzt nehmen Sie bitte die Hände wieder weg. Aha, gut. Scheiße, der Nefton! Sehen Sie. Jetzt haben Sie mich getriggert, gell? Ja, und genau so reagieren eben viele Menschen auf Klimakleber, Gendersternchen, Veganer, Hinnen. Jetzt hören Sie doch mal auf mich ständig zum Triggern. Das ist ja anstrengend. Das ist ja aus. Das ständige Aufbringen von Triggerthemen zwingt die Menschen dazu, sich reflexartig zu positionieren, Pro oder Contra. So werden aus Bürgern, die nicht so weit auseinanderliegen, plötzlich zwei verfeindete Lager.
Eine Situation, von der vor allem die profitieren, die diese Polarisierungen herstellen wollen. Polarisierungsunternehmer wie die AfD. Also ich würde sagen, jetzt beruhigen wir uns mal alle miteinander, weil ich habe einen perfekten Plan gegen die AfD. Nein, wirklich, weil ich habe... Das ist ja echt. Ja, das ist ja ganz einfach, weil wir von der Union müssen einfach die Themen von der AfD eins zu eins übernehmen. Aha. Was versprechen Sie sich davon? Er hofft, dass die Wähler dann die Parteien verwechseln. Also Entschuldigung, so bescheuert ist doch kein Mensch. Also bei mir hat es funktioniert. Nein, das ist ja eine lange Geschichte.
Das war so, weil mein Koalitionskollege, der Rat war, im Bundestag hat er neulich für einen AfD-Antrag gestimmt, weil er gedacht hat, das war einer von uns. Und ich meine, das ist doch ein genialer Plan. Und wie haben Sie abgestimmt? Ah ja, genauso. Deswegen sag ich doch, es ist ein genialer Plan. Was ist besser daran, wenn die Union AfD-Politik macht? Ah ja, die Union? Nein, schauen Sie, wir müssen doch über diese Trigger-Themen reden. Die Leute sind so erregt, da muss man doch... Sonst bleibt doch die Gesellschaft für immer... Eben nicht. Indem Sie über diese Themen reden, wird die Gesellschaft gespalten. Und das nutzt nur einer Partei. Das ist doch besser, wenn das meine eigene Partei ist.
Wie genau meinen Sie das, wenn Sie sagen, meine eigene Partei? Aber empfehlen, bitte pflanzen Sie keine Idee in seinen Kopf. Da ist zu viel Platz zum Wachsen. Ho, ho, ho, ich hab's. Ich gründe meine eigene Partei. Nein. Genau, dann hab ich auch endlich wieder Termine. Das wird eine Partei gegen rechts. Die antifaschistische Partei Deutschlands. Die AfD, ich bin so genial. Was haben Sie da getan? Was haben Sie da bloß angerichtet? Ja. Es tut mir auch leid. Mein Gott. Herr Uthoff? Ja? Ah, ich wusste es. Nichts wissen Sie, gar nichts. Och, Herr Uthoff, ich weiß einiges. Wissen Sie, ich hab ja auch ein paar Mal Menschen aus der Spitzenpolitik auf meinem Sofa sitzen.
Da könnte ich mal fragen, ob das wirklich so ist, dass Ihre Sendung gar keine Resonanz in der Politik hat. Das mach ich gerne, wenn Sie das möchten, Herr Uthoff. Mein Name ist Nefton. Ach nee, verdammt. Frau Merkel, ich hoffe, ich störe Sie nicht. Ich bin gerade in der Anstalt. Ja, es ist bedauerlich. Ach so, nein, die Anstalt im CTF. Satire-Sendung mit diesem Max Uthoff, Klaus von Wagner und dann immer irgendwelchen Gästen? Eine sehr laute und intolerante Gruppe. Genau, ich wollte Sie nach Ihrer Meinung fragen. Man kann in dieser demokratischen Gesellschaft wirklich auch anders seine Kritik zum Ausdruck bringen. Satire ist doch aber nicht die schlechteste und das war eine Darstellung.
Ja, Klaus von Wagner hat Sie da öfter mal gespielt. Schauen Sie mal, ich zeige Ihnen ein Beispiel. Ich gebe euch Weihnachten, dafür kriegt ihr Silvester. Ja, es war wie so ein kleiner Schlag in die Magengrube, muss ich ganz ehrlich sagen. Können Sie sich diese starke Empfindung erklären? Da habe ich mich natürlich irgendwo entkernt gefühlt. Sehen Sie sich darin so getroffen? Alles, was mich ausmacht. Richtig Existenzext. Dann sollten wir das auch mal in der Therapie thematisieren. Naja, es ist ja nicht so, dass ich nie darüber gesprochen habe. Muss mir entgangen sein. Interessant. Ist aber notiert. Ich danke Ihnen fürs Erste.
Ich würde gerne noch ein paar andere Leute anrufen, die noch aktiv sind in der Politik. Deren Bundeskanzlerin bin ich. Auch darüber reden wir dann. Herr Scholz, wie geht es? Nichts wird besser. Genau wie letztes Mal? Genau so. Na gut, etwas konkreter. Die Leute von der Anstalt befürchten, dass ihre Arbeit in der Politik nicht mal wahrgenommen wird. Und da ist etwas dran. Na vielleicht holen Sie sich ja mal brauchbare Impulse aus dieser Sendung. Die soll gar nicht so schlecht sein fürs ZDF. Sagen wir gerade auch viele ältere. Nehmen Sie eigentlich weiterhin das Mittel gegen Lethargie, das ich Ihnen verschrieben habe? Das wirkt. Wir sprechen nächste Woche mal über die Dosis. Danke.
Tschüss Herr Scholz. Herzlichen Dank. Namens Herr Habeck. Ich hoffe, ich störe Sie nicht. Doch. Dann ganz schnell, ich ruf Sie aus dem ZDF an. Haben Sie schon mal die Anstalt gesehen? Immer wieder. Und haben Sie eine Empfindung dazu? Ja, auch ein bisschen egal, ne? Genau das befürchten die Leute hier. Dass ihre Arbeit der Politik egal ist. Aber Sie haben völlig recht. Ja, ich weiß nur nicht, ob Sie diese Rückmeldung verkraften. Nicht schön reden, ja? Nein, die wirken nur ohnehin schon etwas labil. Überraschung. Haben Sie denn wenigstens eine Anregung, die ich weitergeben kann? In der Umsetzung. Besser werden. Das ist auch Ihr eigenes Motto in der Regierung, stimmt's? Kein Erfolgsgeheimnis.
Na ja, trotzdem danke. Ich probiere es mal beim März. Namens Herr März, haben Sie einen Kommentar zur Anstalt? Hat in Deutschland nichts zu suchen. Oha, woher kommt dieser Erlebnis weiter? Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel. Wir machen hier jetzt nämlich TV Neues normal und zeigen dieses Land so vielfältig wie es ist. Ja, Sie werden da häufiger parodiert. Und? Muss gestoppt werden. Wieso? Glauben Sie, da besteht Verwechslungsgefahr? Ohne Zweifel. Na, das kommt Ihnen zwar nahe, aber dass das solche Ängste in Ihnen auslöst? Wir haben Diskussionen vermieden um dieses Thema. Dann sprechen wir in der nächsten Sitzung darüber, ja? Ich warte darauf. Ich schicke Ihnen einen Termin.
So, wer könnte sich denn am ehesten in Zweifel eine Satiriker hineinversetzen? Der Lindner? Ne, Satiriker verdienen zu wenig. Oh, der wird es verstehen. Herr Aiwanger, wann kommen Sie eigentlich mal wieder zu mir in der Therapie? Hilft ja nichts. Ja, bei manchem wirklich nicht. Aber vielleicht hilft es den Leuten in der Anstalt. Ich bin hier gerade im ZDF. Gehen Sie nächstes Mal woanders hin? Gut, nun wurde ich hier zur psychologischen Supervision gebucht. Dann machen die das freiwillig. Nehme ich an, ja. Was wollen die denn überhaupt? Sich reflektieren. Den Sinn und das Wirken von Satire hinterfragen. Und? Tja, darum rufe ich Sie an. Was halten Sie von politischer Satire?
Ist doch keine Perspektive. Aber was sollten die Ihrer Meinung nach stattdessen machen? Zu Hause bleiben und heulen. Oder ich mache noch einen krassen Vorschlag. Sie kennen vielleicht dieses Bild aus der Jugendzeit oder von der Schule. Oh, ich weiß nicht, ob Sie ausgerechnet aus Ihrer Schulzeit Tipps abmachen sollten. Dann mache ich es nicht. Oh, da klopft es auch schon wieder. Ich lasse mir schon was einfallen. Danke, Herr Aiwanger. Es gibt Reiche und es gibt Armen. Nun stehe ich hier und schlage Alarm! Ja, das ist natürlich ein wichtiges Thema, Herr... Gut. Robin Hood werde ich geheißen. Ich bin der Recher der Enterpten, Witwen, Weisen. Gut. Und sind Sie zum ersten Mal... Tja!
Zum ersten Mal. Ich war es schon vor acht Jahren. Da warnte ich vor den Gefahren. 2016 stellte ich mich mit großem Mut dem Klassenkampf. Ich war es schon vor acht Jahren. Da warnte ich vor den Gefahren. 2016 stellte ich mich mit großem Mut dem Klassenkampf. Ich war es schon vor acht Jahren. Ich war es schon vor acht Jahren. Ich war es schon vor acht Jahren. Und den Recher von Robin Hood dem Klassenkampf. Ich war es schon vor acht Jahren. Haha! Ihr reichen Leute! So, Umverteilung machen wir heute. Warum geht es denn nicht vorwärts? Los, schwingt die Hufe! Nein, das geht nicht. Ein Männlein steht im Walde. Aber das Männchen ist grün. Da dürft ihr weiterfahren. Aber das Männchen ist grün.
Da dürft ihr weiterfahren. Nun gut. Nun gut. Nun gut, ich erbeute keine Scheine, doch seht ihr diese schönen Beine. Ja, die sehe ich. Und Herr von Wagner, Mr. Hood, glauben Sie denn, dass Sie in diesem Aufzug heute noch die Massen mobilisieren können? Na ja, wer mag, der kann die Nase rümpfen. Ich laufe gut in diesen Strümpfen. Nichts zwickt, wenn ich das Weite suche. Sind sehr neutral, auch im Geruch. Na gut, das ist interessant, aber haben Sie das Gefühl, dass Sie bei Ihren Mitbürgern noch auf Resonanz stoßen damit? Da trifft er gleich den wunden Punkt. Da stört sich keiner mehr am Prunk. Soziale Ungleichheit, darüber gibt es keinen Streit.
Meine Flucht und Heizung, gendern, da wollen die Leute etwas ändern. Na ja gut, wenn es das ist, was die Leute bewegt, dann könnten Sie doch in diese Kämpfe mit eingreifen, oder? Was soll ich denn da umverteilen? Mit meinem Bogen, meinem Pfeil? Soll ich dem Reichen das Geschlecht stibbitzen, dass dann ein Armer dafür sitzen? Nein, nein, der Migrant, das ist ein Trigger. Kein reicher Mann, kein Adeliger. Herr Hood, ich suche Sie überall. Entschuldigen Sie den Überfall. Was sitzen Sie da? Was sitzen Sie da faul im Bearmen? Ich denke Sie stehlen für die Armen und teilen dann, was Sie erbeuten. Jetzt fühle ich Sie beim Therapeuten.
Ist es nicht länger Robins Pflicht zu rauben für die Unterschicht? Ich fühle mich regelrecht verraten, werde ich nicht Opfer Ihrer Taten. Wozu fahre ich durch deutsche Wälder? Keiner will an meine Gelder. Entschuldigung, haben Sie eigentlich einen Termin? Wer ist der Mann, wo will er hin? Der reiche Mann gehört zu mir. Was täte ich ohne seine Gier? Täte er nicht zusammenraffen? Hätte ich als Robin Hood ja nicht zu schaffen. Gut, also Herr Uthoff. Bitte? Ich kenne nur diesen Utopist. Ich weiß nicht, was ein Uthoff ist. Gut, habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Sie beide zu mir in die Paartherapie kommen, obwohl Sie eigentlich keinen Konflikt haben?
Naja, nicht mal mehr die prekären Klassen wollen sich von mir noch helfen lassen. Sehen Sie da, wo Gleichheit ist, kein hohes Gut. Dann nimmt der Robin seinen Hut. Sie lassen Ihren Hut schön oben. Wer will denn dieses Unrecht loben? Auch ich sehe die Ungleichheit als großes Übel dieser Zeit. 80 Prozent in unserem Land sagen, sie nimmt überhand. Nun gut, entscheidend ist doch am Ende, wer sich zur Umverteilung auch bekennt. Selbst diese Zahl ist noch horrend. Es sind für wahr 70 Prozent. Eine satte Mehrheit, Robin Hood, findet die Jagd auf Reiche gut. Ich sehe keinen Grund zu klagen. Muss ich sie erst zum Jagen tragen? Warum wählen dann die Parteien, die auf die reichen Steuerspeien?
Die sagt noch, die AfD zur Herbstaufsteuer. Tschüss, ade. Und hier auch, der fährt auch mit dem Bürgergeld, nur weil es auch der Migrant erhält. Na gut, das sind halt die Faschisten. Ach, und die Demokraten von den Christen, die Sozis, die Grünen, die Liberalen, alle stehen sich auf Bremspedalen, wenn es um Umverteilung geht. Obwohl die Mehrheit das doch will. Bleibt auf der Straße alles still, so sehr spitzt ich auch die Ohren. Den armen Mangels an Traktoren. Aber sagen Sie mal, ist denn das Vermögen wirklich so ungerecht verteilt? Ja, wir sind in der EU den meisten weit enteilt. Fast so ungleich ist sie bei den Indern. Ich bin so reich und keiner will es verhindern.
Nach diesen hochbrisanten Daten drängt es Sie da nicht nach frischen Taten? Wen interessiert es? Nicht Arme und nicht kleine Sparer? Vermutlich nicht mal seinen Fahrer. Wer denken Sie, dass ich bin? Ich habe eine Fahrerin. Sarah? Wie? Ach, ja. Ja, meine Herr. Und nun wohin? Ich wette, ich weiß, was er gleich brüllt. Wir fahren jetzt zurück nach Süd. Aber das ist doch Ihre Chance. Eine Vertreterin der unteren Schicht. Warum ergreifen Sie sie nicht? Wenn Sie den Reichen überfallen, gefällt das Ihr und nützt uns allen. Ja, aber wenn es mich danach gleich reut ... Dafür gibt es mich, Ihr Therapeut. Also gut. Okay, hey, Sarah, Wagen. Ich weiß, der Vergleich ist schlecht. Sarah Wagenknecht.
Nein, nein. Okay. Stopp. Halt. Halt. Okay. Also gut. Ich weiß nicht, ob du es weißt. Ja, dir geht es schlecht und er ist feist. Also, die aktuellste Statistik. Das ist doch alles beletristig. Warum willst du ihn bestellen? Woran soll es mir da fehlen? Na, am Lohn. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich kenne ja meine Zahlungsschwäche. Er sagt es selbst. Jetzt ist es doch erwiesen. Ich nehme es ihm weg, gebe es dir, dann bist du aus dem Miesen. Ach, ich rufe nicht gerne Start und Steuer. Die Wirkung ist mir nicht geheuer. Das ist sein Text. Du wirst es doch profitieren. Tja, die Daten zeigen, das mag irritieren. Die Verteilung wird konkret. Gar mancher schnell in Deckung geht.
Gleich große Skepsis durch alle Schichten, ob Erbschaftssteuern wohl was richten, wie wohl der Reichtum durch das Erben sich konzentriert und Arme früher sterben. Wer reich ist, darf beruflich sixen. Du musst dich bücken, schuften, schwitzen. Dafür kriege ich mehr frische Luft. Und landest früher in der Gruft. Sechs Jahre kürzere Existenz. Ich glaube, das nennt man effizient. Sagst du nicht auch, die Unterschiede sind zu groß? Ich bin ganz froh mit meinem Los. Drum ziehe ich doch den reichen Mann. Nur wer sich anstrengt, kommt voran. Wie es Leistungsdenken aus ihr spricht. Am stärksten glaubt es die Unterschiede. So zieht sie mich im festen Glauben, derweil sie träumt von eigenen Trauben.
Sie klagt, dass nach oben hin eine Lücke klafft. Und dass nur wer sich anstrengt, schafft es. Moment! Das hieß ja die Welt, sie wäre zugleich. Ungerecht und fair. Ist das nicht paradox? Nun geh schon aus dem Weg. Wie kannst du ihn nur ziehen lassen, anstatt ihn und sein System zu hassen? Ihn hasse ich nicht. Ich hasse die Faulen, die nichts für unseren Wohlstand tun. Außertäglich rumzumaulen und sich darauf auszuruhen. Die Arbeitslosen Trotzer, die leben wie ein Fürstenkind, die Bürgergeldschmarotzer, die nicht mal bedürftig sind. Jetzt fällt die arme Überärmste her und kritisiert Sozialtransfer. Oben hat man herausgefunden, tritt auch die kleine Frau gern nach unten.
Der Gegner sind die bösen Parasiten. Ja, da bin ich eins mit den Eliten. Was? Du teilst mit ihm kein einziges Molekül. Doch, wir teilen so ein Gefühl. Da brauche ich kein Diplom. Stockholm-Syndrom. Na klar. Jetzt ist er wieder beleidigt. Ganz ehrlich, nichts als Rumgejammer in dieser Sendung. Klar, es kann sein, dass Satire und Kabarett komplett sinnlos sind und sowieso nichts ändern. Aber eine Idee, auf die ihr gar nicht kommt, Leute, vielleicht habt ihr es ja auch all die Jahre einfach nicht gut genug gemacht. Nur so ein Gedanke. Volker Pisspass hat aufgehört, und ich kann auch die Anstalt Flummies verstehen.
Da machen die ihre Sendung 10 Jahre lang, und die AfD steigt in der Zeit zu einer über 20%-Partei auf. Ich habe bisher nur drei Folgen meiner Sendung gemacht, und schon ist die AfD wieder unter 20% gerutscht. Jetzt muss ich den ja nicht unbedingt unter die Nase reiben. Ich kann korrektiv das jetzt als ihre Leistung ausgeben. Aber was erwarten die denn? Natürlich bestimmt Satire nicht den Lauf der Welt. Satire darf alles, weil sie nichts darf. Das ist die Idee. Ihre Freiheit speist sich aus ihrer Machtlosigkeit. Sie darf sich über die Entscheidungen der Mächtigen lustig machen, weil sie selbst nicht die Macht hat, über das Leben anderer Menschen zu entscheiden.
Wer fordert, dass Satire Macht entfaltet, fordert eigentlich ihren Tod. Die Stimme, die von vielen gehört wird, mächtiger ist als jede Stimme an der Wahlurne. Aber wir sollten nicht vergessen, dass wir hier die Hofnarren sind. Und ihr alle seid die Könige. Denn die Mächtigen in der Demokratie sind das Volk. Und wer ist das Volk? Die, die am lautesten Wir-sind-das-Volk-brüllen. Und die dann trotzdem gedanklich ungeschickt genug sind, um sich darüber zu wundern, dass es Satire auf ihre Kosten gibt. Das ist absurd. Was denkt ihr denn, dass es Leute gibt, die blöd oder böse genug sind, die zu wählen? Dass die Satire euch verspottet.
Sollte euch Beweis genug sein, dass ihr noch lange nicht in der Diktatur lebt, von der ihr jede Nacht träumt. Aber okay, genauso absurd ist es, dass wir uns darüber wundern, dass die Wir-sind-das-Volk-Brüller uns nicht mehr zuhören. Also okay, sie hören schon zu, so ist es nicht. Es gibt Leute, die sich Woche für Woche Bosetti will reden angucken, nur um sich darüber aufzuregen, dass Bosetti reden will. Und ich sage dir, wer du bist. Aber gut, sie hören zu, aber sie werden niemals in ihrem ganzen Leben auch nur über ein Wort, das ich sage, wirklich nachdenken. Satire kritisiert Politik und wird dadurch selbst zum Politikum.
Und weil die Welt ist, wie sie ist, werden es auch die Menschen dahinter. Ich bin ein Politikum, die Anstalt ist es schon lange. Ob man uns mag oder hasst, ist ein politisches Statement. Und deshalb gibt es Leute, die ich niemals werde erreichen können. Und zugleich muss ich an dem Glauben festhalten, dass die Leute nicht durch mich, weil ich meine Sache nicht gut genug mache. Was wollen wir denn mit unserer Satire? Eine links-woke Meinungsdiktatur errichten? Okay, aber davon abgesehen. Ich will nicht, dass Leute meiner Meinung sind. Ich will, dass sie sich eine bessere Meinung bilden als zuvor. Eine, für die sie sich ein bisschen Mühe gegeben haben. Mit solidem Fundament aus Fakten.
Eine, die stabil ist und trotzdem beweglich, bei der man anbauen und umbauen kann. Eine soziale Meinung, die sich freut, wenn andere Meinungen zu Besuch kommen. Ich glaube nicht, dass der T-Ring nichts bringt. Vielleicht stünde die AfD ohne die Anstalt längst bei 40 %. Ich glaube, alles bringt was. Außer, man macht es so oberflächlich wie dieser Casper von der Heute-Show. Oder wie sehen Sie das? Ja, weiß ich jetzt gar nicht, ob ich da der ideale Anstalt verleihle. Wie gesagt... Ich bin wirklich nicht der ideale Ansprechpartner. Nur so viel, liebe Frau von Dreisat. Sehen Sie es mal so. Der Casper arbeitet wenigstens für einen richtigen Sender. Dreisat ist ein richtiger Sender.
Nur halt mit kulturellem Schwerpunkt. Vielleicht kennen Sie ihn deshalb. Kultur ist das, wo keiner lacht und niemand zuguckt. Interessant. US-Kopie, der Anzug blau. Ich moderiere die Heute-Show. So. Hallo und herzlich willkommen zur Therapie, Kinder. Was war das wieder für eine Woche? Äh... Applaus Welche Figuren spielen Sie beide denn in der Anstalt? Ich immer die Quotenfrau. Ich bin nur zu Besuch, ich hab ja Quote. Ah, das ist aber schade, Herr Welke. Minderwertigkeitskomplex behandle ich nur freitags. Echt? Ich auch. Ja, das ist aber meine Show hier. Ah, ist ja gut. Ist das hier mein Termin? Ja, Sie wollen reden, Frau Bosetti, dann tun wir das. Ähm, Sie fühlen sich häufig übersehen, ja?
Ja klar, sie arbeitet bei Dreisat. Übrigens immer sonntags um 21 Uhr, Bosetti, late night. Sagen Sie ihm nicht, dass ich hier bin, ja? Ich kann Sie sehen. So, albern jetzt, ha? Die ZDF-Satire-Mannschaft ist da. Ja, und Sie? Dann kann ich Ihnen allen gleichzeitig meine Tafelnummer zeigen. Das wird wirklich ganz spannend, das ist gerade für Sie. Es geht um Satire, wie wir sie wetterfest machen für die Zukunft. Sie fühlen sich doch auch austauschbar inzwischen, weil inzwischen wirklich jeder Satire macht. Ja, genau, sogar Dreisat. Übrigens immer sonntags um 21 Uhr, Bosetti, late night. Jetzt ganz kurz einmal konzentriert hier vorne hinschauen.
Es ist auch ganz einfach zu verstehen, wir haben hier eine Y-Achse. Herr von Wagner, wo Sie gerade Y-Achse sagen, fällt mir ein, ich habe einen total dringenden Termin. Ja, und zwar beim Therapeuten. Vielen herzlichen Dank. Gerne, Herr von Wagner, waren Sie früher Klassensprecher? Oh, nee, nee. Aha, das erklärt vielleicht einiges. Was heißt denn das? Okay, ganz kurz, Satire. So, warum komme ich darauf? Wir müssen erst einmal schauen, wie ist die Gesellschaft aufgebaut. Also hier sieht man an der Y-Achse den Organisationsgrad einer Gesellschaft. Hier sehen wir den Politisierungsgrad auf der X-Achse. So, das waren so Damen und Herren die letzten 100 Jahre. Jetzt schauen wir mal so.
Bis in die 80er Jahre war die Gesellschaft politisiert, aber auch gleichzeitig gemeinsam organisiert. Verstehen Sie, gemeinsam in Vereinen, Parteien, Gewerkschaften. Man sprach vom Zeitalter der Massenpolitik. Dann kamen die 90er Jahre. Es wurde alles individueller und die Leute entpolitisierten sich. Hier, das war ich. Wirklich. Also Comedy im Privatradio. Der Kollege Oliver Kalkow und ich. Wir waren damals einfach, ja, einfach nur lustig. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Nee, das kann man sich wirklich nicht mehr vorstellen. Ja. Das war ein gutes Beispiel, Herr Wecke. Sie sind ein Symbol für das Zeitalter der Postpolitik.
So, ich habe ja damals wenigstens noch versucht, die Leute mit politischem Kabarett wieder wach zu rütteln. Aber sind Sie sicher, dass der Tiefschlaf Ihres Publikums ausschließlich gesellschaftliche Ursachen hatte? Und hat. Es sind doch heute alle Menschen politisiert und leicht erregbar. Ja, vor allem durch feministische Klimaschützerinnen mit eigener Sendung im links-grünen Staatsfunk. Übrigens immer sonntags 21 Uhr. Richtig, heute sind alle wütend. Deswegen spricht man von der sogenannten Hyperpolitik. Gut, was ich aber nicht verstehe, wenn wirklich alle Menschen wütend sind auf die Verhältnisse, wer braucht denn dann noch Satire? Ach ja, Entschuldigung.
Ich zum Beispiel, oder soll ich etwa arbeiten gehen? Moment, Moment, Moment, aber Satire ist doch anstrengende Arbeit. Ja, ja, stimmt. Das merkt man in Ihrer Sendung auch oft an, die Angeschränkte. Das stimmt schon ein bisschen. Meiner übrigens gar nicht. Natürlich brauchen wir Satire. Es bedarf unserer satirischen Fachkompetenz, damit sich die Leute über die richtigen Dinge aufregen, damit wir den politischen Unmut umsetzen können in kollektives Handeln. Das ist interessant, wirklich. Was schreiben Sie da? Nur dass, wenn Sie an einer Sache so festhalten, obwohl Sie sie vielleicht gar nicht brauchen, wie jetzt in Ihrem Fall Satire, dann ist das ein Zeichen für Abhängigkeit.
Ich kann nur für mich sprechen. Ich könnte jederzeit aufhören. Ich mache das auch nur einmal die Woche zum Genuss und nur in Gesellschaft. Okay, also ich muss zugeben, ich mache es auch, wenn keine Leute dabei sind, sonntags 21 Uhr. Frau Bosetti, wir wissen inzwischen, wann Ihre Sendung kommt. Ah ja, wann denn? Keine Ahnung, ich weiß nur, sie läuft nicht im Hauptprogramm. Es geht doch jetzt nicht darum, dass wir sagen, wir müssen auf Satire verzichten. Ja, also Markus Söder geht es da schon drum. Er hat gerade gesagt, er möchte bei ARD und ZDF vor allem bei, und ich zitiere, Satire und Seichtem streichen. Satire und Seichtem, das trifft Sie ja gleich doppelt. Ja. Ganz schön. Danke.
Und ihr seid natürlich fein raus, 3 Lacher pro Stunde zählt ja als Information. Okay, jetzt. Kinder, es ist für mich auch die 80. Sendung. Aber wir müssen die Satire sattelfest machen für die Zukunft, wenn wir noch irgendwas erreichen wollen. Wir müssen sie ab sofort so gestalten, dass die Leute sich nicht nur individuell ischofieren, sondern auch gemeinsam organisieren. Nach dem Kabarett nicht zum Essen, sondern in die Gewerkschaft. Das ist nicht der Wagener, oder was? Meinetwegen. Hauptsache, wir kommen weg von dieser Ich-Zentriertheit. Mit dem ... Bündnis Klaus von Wagner. Es hilft doch nichts, wenn wir alleine im Fernsehen oder in Social Media vor uns rumschimpfen.
Sagt der Solokabarettist Klaus von Wagner. Es ist richtig gut, mal was gemeinsam zu machen. Moment, ich zahle meine Sendung doch schon mit ihm. Nein, ich meine wirklich alle gemeinsam zu moderieren. Gute Idee. Also, das war Bosetti late night. Das war die Heute-Show. Das war furchtbar, das war interessant. Nein, das war die Anstalt. Heute mit Sarah Bosetti. Matthias Regger. Und Olli Selke. Vielen Dank.
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